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Eine Weizenprobe und neun Analysen

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Bei der Getreidevermarktung sind die Eingangsuntersuchung und die Ergebnisse der Parameter Rohprotein und Feuchtegehalt von Bedeutung, wenn es um erste Aussagen über Qualität und Preisrichtung geht. Deshalb kann sich hinter unterschiedlichen Analysewerten für ein und dieselbe Probe schnell ein Teil der Marge und des Gewinns verbergen. Eine Ringuntersuchung sollte zeigen, ob es zu Differenzen bei ein und derselben Probe kommt und wie groß diese sein können.

Die Preisbildung und Abrechnung beim Getreidehandel sind abhängig von verschiedenen Kenngrößen. Nicht selten kommt bei Landwirten die Frage auf, wie die Untersuchungsergebnisse des Handels einzuordnen sind und ob verschiedene Händler bei der gleichen Probe zum selben Ergebnis kommen. Gemeinsam mit dem Versuchsring Ostholstein hat das Bauernblatt in der Ernte 2021 erstmals eine Ring­untersuchung durchgeführt, um festzustellen, ob und wie stark Analyseergebnisse einer Weizenprobe in verschiedenen Labors abweichen. Dafür wurde eine B-Weizenprobe der Sorte Chevingnon (Hauptsaaten), die der Versuchsring 2021 im Anbau hatte, auf Rohproteingehalt und Feuchte untersucht, als Hauptparameter der Eingangskontrolle und Grundlage der Getreideabrechnung. Ein erhöhter Feuchtegehalt hat höhere Trocknungskosten und Gewichtsverlust durch Trocknungsschwund zur Folge. Der Rohproteingehalt ist eng mit dem Klebergehalt korreliert und liefert daher erste Aussagen zur Qualität.

Teilgenommen an der Ringuntersuchung haben folgende Handelshäuser und Prüfunternehmen teilgenommen:

Getreide AG, Hamburg;
• Trede und von Pein, Itzehoe;
• J. Stöfen, Wesselburen;
• HaGe Kiel, Lensahn;
• ATR, Lübeck;
• Landhandel Ströh, Bad Oldesloe;
• Ceravis, Rendsburg;
• Agrolab Lufa, Kiel und
• SGS, Hamburg als internationales Prüfunternehmen.

Bei der Agrolab Lufa, Kiel, wurde eine komplette Analyse der Probe in Auftrag gegeben (siehe Tabelle). Die Ergebnisse der teilnehmenden Handelshäuser sind anonymisiert in der Tabelle und den Grafiken dargestellt.

Der Durchschnittswert aus allen Analyseergebnissen lag bei 15,13 % für den Feuchtegehalt, die Einzel­ergebnisse lagen zwischen 14,6 und 15,25 %. Beim Rohproteingehalt lag der Durchschnittswert aller Analyseergebnisse bei 11,83 % und die Einzelergebnisse in einer Range von 11,5 und 12,1 %.

Johann Stöfen, Geschäftsführer J. Stöfen, Wesselburen, war zufrieden mit den Ergebnissen. „An der Ringuntersuchung haben wir uns gerne beteiligt. Es zeigt uns, wo wir im Vergleich mit unseren Analysen stehen. Das Gesamtbild zeigt, dass die Differenzen zwischen den Handelshäusern geringer sind, als manchmal erwartet wird.“

Die gute Teilnahme am Ringversuch hat Jürgen Rauert, Vorsitzender des Versuchsrings Ostholstein begeistert, der ausdrücklich betonte: „Ich möchte mich bei allen teilnehmenden Firmen für die unkomplizierte Abwicklung bedanken.“ Die Ergebnisse hätten ihn im ersten Moment zwar überrascht, aber dann doch beruhigt. „Es war sehr zufriedenstellend, denn die manchmal berichteten Schwankungen bei der Messung des Proteingehalts blieben bei unserer Probe aus. Da dieser Wert für die Abrechnung hohe Bedeutung hat, müssen wir Landwirte sicher sein, dass die Schnellbestimmungen eine gute Qualität haben.“ Für dieses Jahr ist wieder eine Ring­untersuchung des Versuchsrings Ostholstein und des Bauernblatts in Planung.

Im Daueraufstand

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Niederländische Landwirte protestierten seit Mitte Juni im ganzen Land gegen die von der Regierung geplante Stick­stoffverordnung. Dabei kam es auch zu Ausschreitungen (s. Ausgabe 27). An diesem Wochenende gab es Solidaritätsbekundungen und Unterstützung von deutscher Seite. Landesweit fuhren Bauern auf Brücken, um über Autobahnen und viel befahrenen Straßen auf das Thema aufmerksam zu machen. Für den niederländischen Verfassungsrechtler Prof. Paul Bovend‘Eert ist die Vorgehensweise der Regierung nicht rechtmäßig.

Der Protest gegen die geplanten Stickstoffregelungen in den Niederlanden wird auch in Schleswig-Holstein sichtbar. Am Sonnabend haben sich zahlreiche Landwirte mit ihren Berufskollegen solidarisiert. Ein Korso aus über 100 Treckern fuhr immer wieder über die Hochbrücke von Brunsbüttel.

In einem Statement der Tuin­bouw Organisatie Nederland (LTO), der Niederländischen Landwirtschafts- und Gartenbauorganisation heißt es, die Landwirte seien zutiefst besorgt und verärgert über die von der Regierung vorgelegte Stickstoffpolitik. Insgesamt sollen im Jahr 2030 50 % Reduktion erreicht werden. Teilweise liegen die Reduktionsziele zwischen 70 und 95 %. In diesen Gebieten werde künftig keine Landwirtschaft mehr möglich sein. Auch Biobauern können dort nicht mehr wirtschaften. Für den Umbau der Landwirtschaft und die damit verbundene Stickstoffreduzierung stehen 24,3 Mrd. € zur Verfügung. Sie sollen für mehr Nachhaltigkeit, Umsiedlung von Stallungen und Stilllegungen eingesetzt werden. Die einzelnen Provinzregierungen müssen Vorschläge für die Umsetzung der Reduktionsziele erarbeiten.

Kritisiert wird, dass die Regierung keine Lösungen, sondern nur Reduktionsziele vorgelegt habe und dass es bislang keine Folgenabschätzung gebe. Die LTO warnt vor negativen Folgen für den gesamten ländlichen Raum. Die Regierung konzentriere sich zu sehr auf die Reduzierung des Viehbestands.

Zur Stickstoffpolitik der Regierung äußerte auch der niederländische Verfassungsrechtler Prof. Paul Bovend‘Eert in einem Kommentar in der niederländischen Tageszeitung NRC Handelsblad seine Bedenken. Der Rechtswissenschaftler von der Radboud-Universität ­Nijmegen argumentiert, dass die Politik eine Gesetzesänderung vorwegnehme, die noch nicht im Parlament beschlossen sei. Das aktuelle Naturschutzgesetz besage, dass die Stickstoffwerte bis spätestens 2035 reduziert werden müssten. Die Parlamentsparteien Forward VVD, D66, CDA und ChristenUnie hätten hingegen vereinbart, dieses Ziel um fünf Jahre, also bis 2030, vorzuziehen. Mittlerweile erwartet das Kabinett von den einzelnen Provinzen Umsetzung. Allerdings bestehe für die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden sollen, keine gesetzliche Grundlage, so Bovend‘Eert. 

Klaus-Peter Lucht. Foto: rq

Klaus-Peter Lucht, erster Vizepräsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein: „Die protestierenden niederländischen Bauern bangen um ihre Existenz. Insofern haben sie unsere volle Solidarität, denn auch hier im Lande sehen viele Betriebe sorgenvoll in die Zukunft. Auch wenn die Situation in den Niederlanden nicht vollends mit der in unserem Land vergleichbar ist, so lasteten doch die jüngsten Entscheidungen und Ankündigungen aus Berlin und Brüssel schwer auf den Schultern der Berufskolleginnen und -kollegen, so zum Beispiel die Ausweitung nitratbelasteter Gebiete und die Kälbertransportzeiten oder der zukünftige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die beabsichtigte Ausweitung der Industrieemissionsrichtlinie.“

Dietrich Pritschau. Foto: rq

Dietrich Pritschau, zweiter Vizepräsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein: „Der beschlossene Umbau der Tierhaltung wird durch die Uneinigkeit in der Ampelkoalition in Berlin verhindert und führt zu weiterem Unmut bei den Tierhaltern. Gewalt, Blockaden und Nötigung als Protestform lehnen wir hingegen ab. Wir kämpfen aber seitens des Bauernverbandes Schleswig-Holstein weiter hartnäckig für die Anliegen der Mitglieder und für neue wirtschaftliche Perspektiven.“


Das regt die Bauern auf

Die Pläne der niederländischen Regierung zur Emissionsminderung sehen nach der Einführung der sogenannten Phosphatquote im Jahr 2018 nun die Reduzierung der Stickstoffemissionen vor, besonders in den Naturschutzgebieten.

Nach dem Willen der niederländischen Regierung sollen diese allgemein um bis zu 70 %, in Naturschutzgebieten sogar um 95 % gesenkt werden. Ziel ist ein Umbau der Landwirtschaft, sodass bis 2030 der Ausstoß von Stickstoff um 50 % reduziert werden kann. Auf welchem Weg die Regierung ihr Ziel erreichen will, ist derzeit noch nicht klar. Das Ausgestalten der Auflagen überlässt die Regierung jetzt den Provinzen. Sie sollen bis Mitte kommenden Jahres konkrete Maßnahmen ausarbeiten.

Diskutiert wird, dass Tierhalter ihre Betriebsstandorte aufgeben oder verlagern könnten, sogar Zwangsenteignungen von Landwirten zur schnellen Lösung der sogenannten Stickstoffkrise sind im Gespräch.

Vor allem Landwirte, deren Betriebe in der Nähe von gefährdeten Naturschutzgebieten liegen, sollen enteignet werden. Als Ausgleich sollen die Landwirte bis einschließlich 2035 mit über 24 Mrd. € entlastet werden. 

Liquidität ist ein großes Thema für Veredelungsbetriebe

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Die Stimmungslage unter den deutschen Landwirten bleibt im Sommer 2022 gedrückt, berichtet der Deutsche Bauernverband (DBV) und verweist auf die Ergebnisse des DBV-Konjunkturbarometer Agrar für den Juni. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage schätzen die Landwirte gegenüber dem Frühjahr demnach etwas schlechter ein. Die zukünftige wirtschaftliche Situation wird hingegen etwas besser beurteilt.

Der Indexwert des Konjunkturbarometer Agrar bleibt mit 11,1 im Juni gegenüber 10,8 aus der vorangegangenen Befragung von März nahezu unverändert. Der Indexwert bildet die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung ab.

Investitionsbereitschaft ist gedämpft

Bei der weiter gedrückten wirtschaftlichen Stimmungslage bleibt die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte niedrig. Der Anteil der Landwirte, der im nächsten halben Jahr investieren will, liegt bei 28 % (Vorjahr 29 %). Das dabei geplante Investitionsvolumen wird allerdings auf 4,9 Mrd. € veranschlagt. Der entsprechende Vorjahreswert lag noch bei 4,3 Mrd. €. Grund für das höhere Investitionsvolumen sind wesentlich höhere Investitionen bei Erneuerbaren Energien und Landkauf, aber auch bei Wohngebäuden. Dem gegenüber steht ein stark verminderter Kapitaleinsatz bei Wirtschaftsgebäuden. Die offensichtlich starke Investitionszurückhaltung bei Wirtschaftsgebäuden und hier bei Stallbauten kommt auch darin zum Ausdruck, dass Erhaltungsinvestitionen deutlich überwiegen.

Die betriebliche Liquidität hat sich im Durchschnitt der Betriebe gegenüber März etwas verschlechtert. Im Juni 2022 gaben 14 % der Betriebe an, dass ihre Liquiditätslage angespannt oder sehr angespannt ist. Besonders hoch ist der Anteil der Betriebe mit angespannter Liquiditätslage unter den Veredlungsbetrieben (37 %).

Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die aktuelle wirtschaftliche Situation im Durchschnitt der Betriebe mit 3,03 weiterhin deutlich günstiger beurteilt als die zukünftigen Aussichten mit einem Wert von 3,34. Die aktuelle wirtschaftliche Lage hat sich gegenüber März in den Futterbaubetrieben deutlich verbessert. Die Stimmung in den Ackerbaubetrieben hingegen hat sich etwas und in den Veredlungsbetreiben sogar deutlich verschlechtert, und das bei einer ohnehin bereits sehr angespannten wirtschaftlichen Lage in der Schweinehaltung. Im Ausblick auf die nächsten zwei bis drei Jahre wächst der Pessimismus der Veredlungsbetriebe. Dagegen blicken Ackerbau- und Futterbaubetriebe im Vergleich zur Märzerhebung etwas optimistischer in die Zukunft.

Im Jahresvergleich werden die Preise für Getreide, Milch und Rinder spürbar besser bewertet. Schweine- und Betriebsmittelpreise dagegen werden deutlich negativer gesehen. Auch fallen die Ernte­erwartungen nicht so günstig aus wie vor einem Jahr.

Ackerstilllegung findet kaum Befürworter

Der Ukraine-Krieg hinterlässt seine Spuren auch in der Landwirtschaft. 79 % der Landwirte befürworten, Ackerstilllegungsflächen wieder für die Produktion zuzulassen. Mehr als jeder zweite Landwirt befürchtet, dass öffentliche Mittel zugunsten der Landwirtschaft knapper werden. Etwa genauso viele glauben, dass der gesellschaftliche Stellenwert der Landwirtschaft als Folge des Ukraine-Krieges zunimmt. Etwa ein Viertel der Landwirte will wegen der aktuellen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine geplante Investitionen auf unbestimmte Zeit verschieben. Gleichzeitig sehen 13 % der Landwirte neue Marktchancen, verbunden mit Änderungen in der Anbauplanung.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Juni 2022 befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt dazu 850 Landwirte in ganz Deutschland. 

Sommerbeerenobst aus regionalem Anbau

Die Himbeer- und ­Kirschernte hat begonnen. Verbraucher können jetzt aus dem Vollen schöpfen und sich mit den ­süßen Früchtchen eindecken. Viele ­Betriebe bieten auch das Selberpflücken an, Naschen inklusive.

Der Himbeeranbau ist mit 60 ha Anbaufläche in Schleswig-Holstein eine eher kleine Kultur. Bundesweit werden Himbeeren im Freiland und unter Schutzsystemen auf 1.000 ha angebaut, meldet das Statistische Bundesamt. Auf der Internetseite www.lksh.de informiert die Landwirtschaftskammer über die Direktvermarkter, bei denen es jetzt frische Himbeeren gibt. Das sind zirka 80 % der Himbeerproduzenten in unserem Land. Auch im Portal Gutes vom Hof finden sich Direktvermarkter für Himbeeren.

Foto: Pixabay

Es wird von guter Fruchtentwicklung gesprochen, parallel wachsen jetzt schon die Triebe für die Ernte im Folgejahr hoch. Auch die Kirschernte hat begonnen. In der Reifezeit kommen erst Süßkirschen, dann folgen die Sauerkirschen. Im Land stehen Kirschen auf zirka 100 ha: Süßkirschen mit 66 ha und Sauerkirschen mit 37 ha. (Quelle: Destatis 2021).

Während im Süden die Ernte bereits abgeschlossen ist, läuft die Erdbeerernte hier im Lande noch. Bisher ist die Direktvermarktung nicht schlecht gelaufen, erklärt Tilman Keller vom Obstbauversuchsring. „Da wir im Norden aufgrund der sehr kalten Nächte später mit der Erdbeerernte dran sind, hat das Preistief im Mai die Erzeuger nicht so getroffen wie im Süden“.

Wie die Agrarinformations-Gesellschaft mbH (AMI) mitteilt, ist der Selbstversorgungsgrad 2021 bei Erdbeeren gesunken, die Anbaufläche ebenso. In Deutschland wird unter Einhaltung hoher Umwelt- und Sozialstandards Beeren­obst produziert. Es wird mindestens der deutsche Mindestlohn gezahlt. Regionale Ware sollte von Verbrauchern und vom Handel gegenüber ausländischer Ware bevorzugt werden, denn mit kurzen Transportwegen wird Frische gewährleistet und der Geschmack hiesiger Ware sei sowieso unschlagbar. Zudem werde das Klima geschont und die heimische Wirtschaft gestärkt.

Jeder Konsument kann sich also bewusst dafür entscheiden, die regionalen Lieferketten zu stärken und das klassische Sommerobst direkt vom Erzeuger einzukaufen oder sogar selbst zu pflücken.

Premiere für Susanne Uhrbrook in Fulda

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Vor dem Deutschen LandFrauentag in Fulda trafen sich Vertreterinnen aus allen Landesverbänden zur Mitgliederversammlung. Aus Schleswig-Holstein nahmen Vizepräsidentin Claudia Jürgensen sowie die beiden Geschäftsführerinnen Dr. Gaby Brüssow-Harfmann und Ninette Lüneberg teil. Zum ersten Mal war Präsidiumsmitglied Susanne Uhrbrook dabei. 

Für die LandFrau aus Worth im Herzogtum Lauenburg war es sehr interessant zu erleben, was die LandFrauen bundesweit bewegt, wie unterschiedlich sie organisiert und zum Teil noch sehr stark in die Bauernverbände integriert sind und was in der Geschäftsstelle in Berlin passiert. Sie komme zwar aus dem Kaufmännischen und habe oft in Aufsichtsratssitzungen gesessen, aber die Bundesmitgliederversammlung sei für sie trotzdem eine neue Erfahrung gewesen, so  die Schleswig-Holsteinerin. „Auf jeden Fall ein Blick über den Tellerrand und, was mir besonders wichtig ist, ein Treffen zum Netzwerken sowohl in den Versammlungspausen als auch in den Fachausschüssen.“ Dazu habe auch die traditionelle Informationsfahrt nach der Mitgliederversammlung gute Möglichkeiten geboten, so Susanne Uhrbrook. „Alle haben es einfach genossen, sich nach der Corona-Pause live in großer Runde zu treffen.“

Aus Schleswig-Holstein waren LandFrauen aus den Kreisen Steinburg, Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen und Stormarn in Fulda dabei.Foto: KLFV Stormarn

Bekanntgegeben wurde in Fulda auf dem LandFrauentag auch, dass die nächste Veranstaltung dieser Art: Der Deutsche  2024 in Kiel stattfindet. Als großer Vorteil im Jahr 2024 gilt, nachdem die Karten in diesem Jahr knapp waren, schon jetzt, dass die Wunderino-Arena in Kiel (früher Ostseehalle) Plätze für 5.000 LandFrauen bietet. Außerdem steht dem gastgebenden Verband ein größeres Kontingent an Karten zu.

Ausführlicher Bericht über den Deutschen LandFrauentag im aktuellen Bauernblatt.

Wette bei der Sommerexkursion 

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Jeden Sommer lädt das Agrarausschusssprecherteam zur Hofbesichtigung ein. Dieses Mal öffnete Laura Stolley, stellvertretende Agrarausschusssprecherin des Landjugendverbands Schleswig-Holstein, die Tore des Hofes ihrer Familie für uns. Außerdem wurde im Rahmen der Exkursion die Aktion „Landjugend wettet“ gestartet.

In Selk im Kreis Schleswig-Flensburg bewirtschaftet Laura mit ihrer Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchkühen, Futterbau und einer Biogasanlage. Zurzeit werden 150 Kühe gemolken. Eingeladen waren Landjugendliche mit landwirtschaftlichem Hintergrund und Interessierte. Die Betriebsbesichtigung startete mit der Sichtung des neuen Lely-Vektor-Fütterungssystems im Stall.

Laura erklärte mit Begeisterung ihre Entdeckung aus Holland, die sie mit nach Hause brachte und von der sie den Chef des Hofes überzeugen konnte. Zu dem Fütterungsroboter gehört auch eine Halle, in der der hoch automatisierte Roboter auch die Fütterungsmischung zusammenstellt und die Rationen einteilt. Zudem erhielten die Teilnehmenden Einblicke in den neu gebauten Laufstall mit moderner Melk- und Fütterungstechnik, der demnächst mit den Melkrobotern ausgestattet wird. Laura berichtete vom Planungsprozess und den Entscheidungen, die für die Zukunft getroffen werden mussten.

Zurück auf dem Hofplatz wurde die Jahresaktion des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein „Landjugend wettet“ gestartet. Dabei suchen sich Landjugendgruppen einen Wettpartner aus, dem sie ihre Wette vorstellen oder mit ihm zusammen erarbeiten und einen Einsatz für gemeinnützige Zwecke aushandeln. Die Wettpartner treten dann in unterschiedlichen Disziplinen und Wettaktionen gegeneinander an.

Das Agrarausschusssprecherteam wettete gegen den Bauernverband, dass es mehr wisse, schneller fahren könne und treffsicherer sei. Der Verlierer muss auf der Norla im September einen Tag lang für den Gewinner werben. Für den Bauernverband ging Vizepräsident Klaus-Peter Lucht ins Rennen, als Teampartnerin wählte er Jennifer Müller, Geschäftsführerin des Landjugendverbands Schleswig-Holstein. Das Agrarausschusssprecherteam schickte Matthis Reimer und Hannes Bumann als Wettpartner.

Auf einem Trettrecker mit Anhänger starteten die Teams in die Quizrunde. Bei Scherzfragen wie „In welchen Zug passt nur ein Mensch?“ waren spontane Antworten gefordert, die für viel Spaß sorgten. Die Antwort zu dieser Frage lautete „in einen Anzug“. Für jede schnelle und richtige Antwort gab es Punkte, die es auch im Parcours weiter zu ergattern galt. Weiter fuhr der Treckerfahrer blind im Rückwärtsgang Slalom, die Wegbeschreibung kam vom Teampartner, der sehen konnte – die Beschreibung war mal mehr, mal weniger hilfreich. Hannes und Matthis, beide geübte Treckerfahrer, hatten doch etwas Schwierigkeiten mit ihrer Wegbeschreibung, sodass bald schon vom Teampartner eingegriffen und der Trecker mit der Hand geschoben wurde. Weiter mussten auf ungewöhnliche Weise Luftballons zerplatzt werden. Zwei Spieler bekamen eine Halterung mit Nagel auf den Rücken gebunden und mussten durch Sprünge versuchen, die von Landjugendlichen gehaltenen Ballons zu treffen.

Die letzte Aufgabe war das Torwandschießen, das auf dem Bauernhof zum Stallwandschießen umfunktioniert wurde.

Im gesamten Parcours sammelten die Teams neben Punkten auch fleißig Buchstaben. Sie waren unter anderem in einem mit Stroh gefüllten Sack versteckt und wurden zum Schluss zu einem Wort zusammengefügt. Das Agrarausschusssprecherteam hatte sich große Mühe bei der Spielvorbereitung gemacht und moderierte spannend durch die Wette. Und ein tolles Publikum feuerte die Teams lautstark an.

Beim anschließenden Grillen wurden die Sieger geehrt. Knapp vorn lagen Matthis Reimer und Hannes Bumann für das Team Agrarausschuss. Die beiden lagen mit einem Punkt vor Klaus-Peter Lucht und Jennifer Müller. Somit freuen sich nun alle auf Klaus-Peter Luchts Unterstützung auf der Norla, wo er gerne für den Förderverein des Landjugendverbandes werben will. Ein gemeinsames Abendessen und viele nette Gespräche im neuen Stall bildeten den Abschluss der tollen Sommerexkursion.

Laura Stolley (r. Mitte) stellte den Besuchern die Futterkammer für den Roboter vor. Fotos: Jessica Bruhn

Rundum überzeugender Fohlenjahrgang

Der Verein Haflinger Freundeskreis Schleswig-Holstein und Hamburg hatte zur jährlichen Haflingerschau des Nordens eingeladen. Auf der Anlage des Pony­park Padenstedt fanden sich zahlreiche Züchter aus nah und fern zusammen, um ihre eigenen Fohlen vorzustellen oder die der anderen zu begutachten.

Insgesamt 28 Fohlen wurden an diesem Tag vorgestellt. Die Richter Kira Litzendorf aus Siebenbäumen, Kreis Herzogtum Lauenburg, und Dietmar Noack aus Brandenburg stellten bei den Stutfohlen Zira aus der Zucht und im Besitz von Wolfgang Kreikenbohm an die Spitze. Die liz. Nordglanz-Tochter bestach nicht nur durch ihren schönen Kopf, sondern auch durch ihre überragenden Bewegungen. Den Titel der Reservesiegerin sicherte sich Lilchen von Wirbelsturm-P, welche ebenfalls aus der Zucht des Ponypark Padenstedt stammt und als Typsiegerin der Schau präsentiert wurde. „So einen guten Stutenring habe ich selten gesehen“, resümierte Noack.

Den Sieg bei den Hengstfohlen holte sich das groß aufgemachte Fohlen Are von liz. Abendwind, das ebenfalls aus Padenstedt stammt. Den Reservesieg konnte sich Maestoso von Memento aus einer liz. Barolo-Mutter sichern. Er stammt aus der Zucht und dem Besitz von Prissilla Bohlmeier aus Nordrhein-Westfalen.

Neben den kaufinteressierten Zuschauern konnten die Fohlen auch die Richter begeistern. Sie waren sich einig über die Qualität der vorgestellten Fohlen. „Ich kann den Züchtern aus Schleswig-Holstein zu so einem Fohlenjahrgang nur gratulieren“, so der renommierte Zucht­richter Noack, der auch über die Grenzen Deutschlands hinaus an Zuchtveranstaltungen teilnimmt.

Tiere, Vehikel und Friedensbotschaften

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Darauf haben die Strohfigurenbauer und -bauerinnen in den 19 Dörfern der Probstei lange gewartet: Sie konnten nach der Pandemie-Pause nun endlich wieder gemeinsam werkeln, tüfteln und etwas Großes schaffen. Und genau das ist entstanden: Strohfiguren zum Anfassen, Nachmachen, Hineinklettern, aber vor allem zum Anschauen.

Und doch ist etwas Entscheidendes anders als vor Corona: Es gibt keinen Wettbewerb. Das stößt nicht bei allen Strohkünstlern auf ein positives Echo, doch es war die Mehrheitsentscheidung. Nun sollen die Besucher eine Karte erhalten, auf der sie die Figuren abstempeln können. Die Macher des Tourismusverbandes Probstei wollten damit die Besucher einbeziehen, die nun bei Abgabe einer komplett gefüllten Karte die Chance auf einen Gewinn haben.

Ortsbildprägendes

Während einige der Teams wegen des fehlenden Wettbewerbs mangelnde Motivation befürchten, sieht die Mehrheit der Akteure die Veränderung eher positiv. „Nicht in allen Teams gibt es so künstlerisch und handwerklich begabte Mitstreiter, das sorgt dann schnell für Frust“, fand Jürgen Cordts aus Schönberg. Sein Team baut in unverändertem Engagement und stellt wie viele andere einen Bezug zum Ort her. Entstanden ist die Schönberger Kirche, die in aller Pracht auf dem Vorplatz des Probstei-Museums zu bestaunen ist. Aber Achtung: Der Kirchturm ist nicht begehbar, auch wenn die Unterkonstruktion, die von den Helfern der Freiwilligen Feuerwehr zusammengezimmert worden ist, sehr massiv gebaut ist.

Auch in Barsbek hat die Figur einen örtlichen Bezug: Dort steht auf dem Dorfplatz ein mächtiger Barsch, der scheinbar an der Angel hängt und ein Ruderboot, die „MS Barsbek“, hinter sich herzieht. Damit machen die Strohkünstler auf den Namensgeber ihres Ortes aufmerksam und verweisen auf die Ortsgeschichte.

Ein schönes Beispiel dafür ist auch das „Krokaudil“, das die Krokauer gebaut haben. Eine geschweißte Grundkonstruktion macht die Formgebung aus Stroh etwas leichter. Die Frauen meinen: Wer erst einmal in Krokau angekommen ist, wird dort sesshaft. So hat ihr Krokaudil bereits ein Nest voller Eier gelegt.

In Lutterbek gibt es das Mühlrad zu bestaunen, das als letztes Überbleibsel der historischen Wassermühle noch heute zu sehen ist – in diesem Fall mit Blumen geschmückt.

Märchen und Geschichten

Szene aus „Der Wolf und die sieben Geißlein“ in Prasdorf

Eine Augenweide ist die Märchenszene, die am Dorfteich von Prasdorf steht. Dort haben erneut eine Handvoll Frauen Hand angelegt, um mit viel kreativem Geschick eine Episode aus dem Grimm‘schen Märchen „Der Wolf und sieben Geißlein“ darzustellen. Ein Hingucker: die Geiß, an ihrer typischen Kopfform zu erkennen, fein gekleidet mit Hütchen und Spitzenkragen. Auch an der dazugehörigen Standuhr wird die Liebe zum Detail deutlich.

Alf, der Außerirdische – vom Planeten Melmac direkt am Dorfteich in Stakendorf gelandet

In Wendtorf stellen die Strohkünstler und -künstlerinnen auf die hohe Anzahl von Kindern im Ort ab, denn dort huldigen die Akteure der Sendung mit der Maus. Sie entstand maßstabsgetreu, ebenso wie ihre Freunde, der blaue Elefant, der zum Aufsitzen einlädt, und die gelbe Ente. In Stakendorf wird die Kultserie der 1980er-Jahre „Alf“ in Erinnerung gerufen. Der Außerirdische vom Planeten Melmac ist am Dorfteich gelandet. In Probsteierhagen erinnert die Hasenschule an die gleichnamigen Kindergeschichten. Wer sich Zeit nimmt, wird viele Feinheiten der Gestaltung bestaunen können wie die Brille, die Schnürsenkel, die Krallen der Hasen und viele andere ausgefeilte Details.

„Er steht im Tor, im Tor, im Tor“ – in Passade: „Hein Daddel“ hält den Ball schon aufgrund seiner Größe.

Stroh-Politik

Auch für politische Aussagen eignen sich die Strohfiguren. So steht in Bendfeld auf dem Dorfplatz ein „böser russischer Bär“, der mit der Weltkugel spielt. Da dürfte so mancher Betrachter ein wenig nachdenklich werden. In Laboe geht man das Thema Krieg in der Ukraine anders an. Neben dem Peace-Zeichen „wehen“ dort 24 Flaggen Europas friedlich nebeneinander. Die Flaggen sind von den Laboer Grundschülern gemalt worden. Auch Fiefbergen hat sich in diesem Jahr für ein politisches Signal entschieden und ebenfalls ein Peace-Zeichen mit einem Durchmesser von 3 m aufgestellt – gut gesichert im größten Baum des Dorfplatzes. Und in Fahren ruft man die Menschen zum Positivdenken auf: In dem kleinsten Dorf des Kreises Plön steht ein Briefkasten, in dem Besucher sowohl Botschaften in Empfang nehmen als auch selbst positive Nachrichten hinterlassen können. Alle THW-Fans werden sich in Passade besonders freuen. Dort steht nämlich in knapp 3 m Höhe Hein Daddel samt Spieler vor dem Handballtor.

Friedensbotschaft in Fiefbergen

Deutschlandweit bekannt

Die Strohfiguren in den Dörfern stehen zumeist bis Ende Oktober und sind Ziel für zahlreiche Reisegruppen aus ganz Schleswig-Holstein, Radfahrer und private Besucher. Für die Langlebigkeit sorgen verschiedene Unterkonstruktionen, die teilweise geschweißt, geschmiedet oder aus OSB-Platten und Dachlatten gezimmert wurden. Kükendraht sorgt dann für die Unterlage der Strohschichten, die mit dem Draht geformt werden können.

Seit über 15 Jahren locken die kunstvollen Objekte in Regie des Tourismusverbandes Probstei und machen die Region auch deutschlandweit bekannt. Sie sind Bestandteil der Probsteier Korntage, die am Sonntag, 24. Juli, in Schönberg eröffnet werden und vier Wochen lang Veranstaltungen auf den Dörfern anbieten wie Hofführungen, Kutschfahrten oder Ausstellungen umfassen. Dazu gehören auch die Probsteier Kornkönigin und ihre Prinzessin, die das ganze Jahr über auf Messen und anderen Veranstaltungen für die Region werben.

Altmodisches ist voll im Trend

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Auch wenn Neuzüchtungen aus der Pflanzenwelt nicht wegzudenken sind, lohnt es sich durchaus, auf historische Gartenschätze zu setzen. Sie haben sich teils seit Jahrhunderten bewährt und trotzen mit ihrer zeitlosen Schönheit floralen Modetrends. Damit stehen sie für Beständigkeit und Qualität.

Auf eine ungewöhnliche ­Karriere kann die Sterndolde (Astrantia major) zurückblicken. In einem 1754 erschienenen britischen Gartenbuch wird die hübsche Staude vom Autor als „weder nützlich noch schön“ aufs Abstellgleis geschoben. Dort blieb sie endlose 250 Jahre lang – bis zu einem Auftritt auf der Chelsea Flower Show. Seitdem gilt sie als unentbehrliche Trendpflanze für naturnahe Gestaltungen und ist mittlerweile auch in vielen unserer Gärten zu finden.

Mit handförmig geteilten Blättern und zierlichen Blütendolden, die an Omas Stecknadelkissen erinnern, hat die Sterndolde das Herz vieler Gärtner erobert. Neben der reinen Art werden auch Sorten wie ‚Abbey Road‘, ‚Elmblut‘, ‚Florence‘, ‚Moulin Rouge‘ und ‚Primadonna‘ angeboten, die in Variationen von Rosa, Rot und Violett blühen. ‚Shaggy‘ und ‚Star of Billion‘ bringen mit silbrig-weißen Blüten Abwechslung ins Farbspiel. Die Sterndolde braucht einen absonnigen bis schattigen Standort mit ausreichend feuchtem Boden. Wer nach der ersten Blüte von Juni bis Juli kräftig zurückschneidet, erfreut sich im September an einer Nachblüte.

Prachtscharte ,Kobold' hat etwas kürzere Blütenwalzen als die reine Art. Foto: Karin Stern

Auch die Ährige Prachtscharte (Liatris spicata) wurde bereits vor fast 300 Jahren in Aufzeichnungen erwähnt. Die einst beliebte Bauerngartenpflanze geriet zu Unrecht etwas in Vergessenheit. Die Rabatten- und Schnittstaude schätzt einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem und humosem Boden. Während der Vegetationszeit braucht die Prachtscharte ausreichend Feuchtigkeit. Durchlässiger Boden sorgt dafür, dass die unterirdischen Knollen auch feuchte Winter gut überstehen. Die langen, walzenartigen Blütenstände öffnen sich im Juli und August kurioserweise von oben nach unten – ein ganz ungewöhnliches Schauspiel. Daher sind die Blütenstängel perfekt für die Vase geeignet. Draußen locken sie viele Schmetterlinge an. Die Sorte ‚Kobold‘ bleibt kompakter als die reine Art und zeichnet sich durch etwas kürzere Blütenähren aus. ‚Floristan Weiß‘ wächst etwa 60 bis 80 cm hoch und bringt reinweiße Blütenstände hervor.

Bis zur Entfaltung der vollen Schönheit muss sich der Balkan-Bärenklau über ein paar Jahre hinweg etablieren. Foto: Karin Stern

Der überaus dekorative Balkan-­Bärenklau (Acanthus hungaricus) wird in Großbritannien nachweislich seit 1869 kultiviert. Die ornamentale, nahezu unverwüstliche Blüten- und Blattschmuckstaude braucht einen frischen, tiefgründigen und nährstoffreichen Boden in sonniger bis halbschattiger Lage. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit kommt sie noch auf trockenen, halbschattigen Plätzen zurecht. Gärtner brauchen etwas Geduld, denn der Balkan-Bärenklau muss sich erst über ein paar Jahre hinweg bis zur Entfaltung seiner vollen Schönheit etablieren. Die schmückenden Blütenähren öffnen sich von Juli bis August und erreichen je nach Standort eine Höhe von 60 bis 100 cm. Mit 30 bis 80 cm bleibt der Stachelige Bärenklau (Acanthus spinosus) etwas niedriger, was dem edlen Habitus jedoch keineswegs schadet. Zum Schutz vor Kahlfrost hält man im Winter einige Nadelzweige zur Abdeckung bereit. Tipp: Beide Arten breiten sich gerne aus, daher entweder entsprechend Raum geben oder über eine Wurzelsperre die Ausbreitung eindämmen.

So schön leuchten die Fruchtstände des Aronstabs im August. Die Blätter erscheinen ab September. Foto: Karin Stern
Die auffällige Form der Einzelblüte dürfte den Beinamen „Malteserkreuz" erklären. Foto: Karin Stern

Eher selten im Garten anzutreffen ist der faszinierende Geaderte Aronstab (Arum italicum ssp. italicum). Nach der Blüte von April bis Juni bilden sich die auffälligen Beerenfrüchte. Die schönen, pfeilförmigen Blätter mit silbergrauer Zeichnung treiben erst im Herbst aus, überdauern den Winter und ziehen während des Sommers ein. Der Aronstab fühlt sich an einem warmen und halbschattigen Standort sehr wohl. Er wird gerne unter Gehölze gepflanzt, da hier die frühjahrsfeuchten und sommertrockenen Bodenverhältnisse herrschen, die die auffällige Staude gut gedeihen lässt. Über Rhizome bilden sich im Laufe der Zeit ansehnliche Bestände. Die Pflanze gilt in allen Teilen als giftig, austretender Saft kann Augen und Haut reizen, daher mit Handschuhen pflegen. Tipp: Die wintergrünen Blätter vor allzu starker Sonneneinstrahlung bei Frost schützen.

Die Brennende Liebe, manchmal auch als Scharlach-Lichtnelke (Lychnis chalcedonica) angeboten, ist schon seit dem 17. Jahrhundert bei uns bekannt. Aus türkischen Gärten fand sie ihren Weg nach Europa. Die leuchtend roten Blüten waren und sind im Bauerngarten gern gesehen. Die Brennende Liebe erfreut den Gärtner mit ihrer Anspruchslosigkeit. Ein vollsonniger Standort, nicht zu trockener Boden und ausreichend Nährstoffe – so kurz ist die Wunschliste. Nach der Blüte von Juni bis Juli schneidet man die Staude stark zurück. Dies fördert die Vitalität und beugt einer unerwünschten Ausbreitung durch Selbstaussaat vor. Die auffällige Blütenform hat der Staude die Beinamen „Malteserkreuz“ und „Jerusalemer Kreuz“ eingebracht. 

Die Wintergerstenernte hat begonnen

Im Süden und auf leichten Standorten hat die Wintergerstenernte begonnen. Es ist von mittleren Druscherträgen zu hören. Auch Flächen zur Ganzpflanzensilagebereitung für die Futterer- oder Biogas-Energieerzeugung (Roggen, Triticale) sind schon beerntet worden.

Für die weitere Abreife wird jetzt stabiles Hochdruckwetter ohne extreme Hitzephasen benötigt. Winterweizen befindet sich im Abschluss der Kornfüllung und geht in die Abreife über, während Sommergetreide hierfür noch etwa zwei Wochen länger braucht. Erste Ernteprognosen des Statistikamt Nord der besonderen Ernteermittlung werden Ende kommender Woche erwartet.

Viele Landwirte haben zu guten Preisen große Teile der Ernte bereits verkauft. Die Getreidepreise haben zuletzt nachgegeben, liegen aber aktuell mit für B-Weizen rund 324 €/t immer noch deutlich über Vorjahresniveau (183 €/t) aufgrund der knappen weltweiten Versorgung und des Ukraine-Russlandkrieges. Gegenüber anderen Landesteilen, hat es in Schleswig-Holstein immer noch rechtzeitig und reichlich geregnet. Auch auf den Versuchsstandorten der der Landwirtschaftskammer hat die Ernte der Landessortenversuche begonnen beziehungsweise steht an. Die Ergebnisse und Sortenempfehlungen (Wintergerste, Winterraps, Winterweizen, Winterroggen und -triticale) werden online zeitnah veröffentlicht und im Bauernblatt ausführlich dargestellt. Sie dienen der Entscheidungsfindung für die kommende Aussaat.