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Tasdorfer Turniertage

Mit zwei Schwerpunkten fanden auch in diesem Jahr die Tasdorfer Turniertage im Kreis Plön statt: Zwei Tage Gelände und drei Tage Springen sowie einige Dressurprüfungen standen auf dem Mammutprogramm. Mit dabei waren Amateure und Profis, junge und erfahrene Reiter und Pferde. Die Gastgeber und Nachbarn Sophie Vogg und Harm Sievers zeigten sich nach den fünf Turniertagen zufrieden und dankbar.

Die ersten goldenen Schleifen wurden schon am Dienstag und Mittwoch auf dem Geländeplatz verliehen. Los ging es mit einer Geländepferdeprüfung der Klasse A, zugleich Qualifikation für die Bundeschampionate. Hier dominierte mit der Traumnote 9,5 die für den Reit- und Fahrverein Großenwiehe, Kreis Schleswig-Flensburg, startende Finnin Lotte Palmgren mit ihrem Holsteiner Wallach Udo J. Das Paar gewann auch gleich noch die Geländepferdeprüfung der Klasse L*.

„Hier kann ich Training und Turniererfahrung aufs Beste verbinden“, sagte Anna Siemer aus dem niedersächsischen Luhmühlen. Sie gewann den Stilgeländeritt der Klasse L* mit dem gekörten Trakehner Hengst Sturmpfeil.

Turnierveranstalterin Sophie Vogg war von den ersten Tagen begeistert: „Alles in allem ein perfekter Start für alles, was jetzt am Wochenende noch kommt.“ Und da kam noch einiges.

Ab Freitag nahm das Turnier erneut Fahrt auf: Das klassische Programm bot Springprüfungen der Klassen E bis S. Dazu kamen das Holsteiner Schaufenster sowie eine Station der Röschmann Team Trophy. Letztere gewann zur großen Freude des Veranstalterteams die Heimmannschaft des Husberger Reitvereins.

Im Holsteiner Schaufenster der U25-Reiter siegte Tomma Thiesen. Sie hatte sich unmittelbar nach ihrem CSI4*-Debüt in Hohen Wie­schendorf auf den Weg nach Tasdorf gemacht. Doch dem Shootingstar der Springszene reichte eine goldene Schleife nicht. Am Sonntagnachmittag holte Thiesen sich die zweite im Youngster-Zweiphasenspringen der Klasse S mit der Holsteiner Stute Harley Quinn AS. Silber gab es gleich dazu, diesmal mit dem Holsteiner Calletino. „Grasplätze werden generell weniger. Umso schöner, dass Tasdorf eins meiner Lieblingsturniere ist und meine Pferde hier gern gehen“, sagte sie zufrieden.

Mit dem Großen Preis von Tasdorf stand schließlich der Höhepunkt des Wochenendes auf dem Programm. Für das Stechen der S-Springprüfung hatten sich elf Reiter qualifiziert. Es siegte Philipp Battermann-Voss aus Schülp, Kreis Rendsburg-Eckernförde, mit seinem Holsteiner Hengst Lyotard. Der neunjährige Dunkelbraune war bereits Zehnter bei der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde und wurde von seinem Reiter selbst ausgebildet. „Dieser Sieg ist bisher sein größter Erfolg. Er ist mutig, leistungsbereit und vorsichtig“, sagte Battermann-Voss und fügte hinzu: „Das Turnier in Tasdorf hat eine unglaublich lange Tradition, vor allem für mich, weil wir mit der Familie Sievers eng befreundet sind.“

An zweiter Stelle rangierte der Fehmaraner Mathies Rüder mit seiner Holsteiner Stute Carlesta. Es folgte der in Tasdorf beheimatete Australier Tom Tarver-Priebe mit seinem Holsteiner Hengst Cornet’s Caruso.

Am Ende strahlten nicht nur die Sieger und Platzierten, sondern auch die Veranstalter Sophie Vogg und Harm Sievers. Vor allem aber machte Vogg klar: „Ohne den außerordentlichen Einsatz unserer ehrenamtlichen Helfer und ohne die Sponsoren könnte das so nicht stattfinden. Genau sie sind es, die unser Turnier zusammenhalten und es ausmachen.“ Sievers fügte hinzu: „Das war das beste Turnier, das wir je gemacht haben. Und für das nächste Jahr planen wir genau das wieder.“ pm

Die Pflegeleichten für jeden Garten

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Mit den nachfolgenden Pflanzen ist erfolgreiches Gärtnern garantiert, denn sie gedeihen prächtig ohne viel Zutun und blühen dabei auch noch wochenlang. Sämtliche Arten können jetzt noch gepflanzt werden. Eines jedoch gleich vorneweg: Auch pflegeleichte Pflanzen haben Ansprüche hinsichtlich der Lichtverhältnisse, der Bodenbeschaffenheit und der Versorgung mit Nährstoffen und Wasser. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, zeigen sie sich ganz ohne großen Aufwand von ihrer schönsten Seite.

Die schlanken Blütenstiele der Pfirsichblättrigen Glockenblume machen sich gut als Zaungucker. Foto: Karin Stern

Beginnen wir nun unsere Reise durch das Reich der Pflegeleichten. Frauenmantel (Alchemilla mollis) ist ein toller Bodendecker für nährstoffreichen, leicht feuchten Boden in Sonne und Halbschatten. Auf Lehmboden wächst er besonders gut. Vom Austrieb bis zum Herbst schmücken seine samtigen Blätter den Garten. Die gelben Blütenrispen recken sich von Juni bis Juli 30 bis 50 cm hoch. Zur gleichen Zeit öffnen sich die weißen oder violetten Blüten der Pfirsichblättrigen Glockenblume (Campanula persicifolia). Sie mag es sonnig und liebt sandig-lehmigen Boden, der ausreichend feucht sein sollte. An halbschattigen Standorten verträgt sie auch etwas mehr Trockenheit. Mit 80 cm Höhe ziehen die schlanken Blütenstiele den Blick auf sich. Auch die Sommermargerite ist von Juni bis August mit einem imposanten, 70 bis 100 cm hohen Flor eine eindrucksvolle Erscheinung. Sie bevorzugt einen lockeren, durchlässigen Boden. Mit Nässe oder schwerem Boden kommt die Sommermargerite (Leucanthemum maximum) nicht zurecht. Tipp: Alle drei Jahre im Frühjahr zur Verjüngung teilen.

Frauenmantel und Sommersalbei ergänzen sich optisch. Foto: Karin Stern
Margeriten gehören einfach in jeden Garten. Foto: Karin Stern


Die Berg-Waldrebe schmückt hier einen Torpfosten. Foto: Karin Stern

Von Mai bis Juni präsentiert die Berg-Waldrebe (Clematis montana) ihre Blüte. Die anspruchslose unter den Clematis braucht keinen Schnitt, mag Sonne wie Halbschatten und erkrankt nicht an der Clematis-Welke. Die unschlagbar robuste Katzenminze (Nepeta x faassenii) verträgt sogar Trockenheit und schweren Boden. Im Mai und Juni zeigt sie ihren violetten oder hellblauen Flor. Einziger Nachteil: die unwiderstehliche Anziehungskraft auf Katzen, die sich auch gern in der Staude wälzen. Das völlig unkomplizierte Sonnenauge (Heliopsis helianthoides) gedeiht in jedem nährstoffreichen, durchlässigen Boden in voller Sonne. Es verträgt sogar Trockenphasen. Die Blüte zeigt sich auf 80 bis 130 cm hohen Stielen von Juli bis September. Zur gleichen Zeit erfreut der Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) in nährstoffreichem, nicht zu trockenem Boden an sonniger Stelle. Bis zum Frost hingegen zieren die violetten Blütenstände des Eisenkrauts (Verbena bonariensis) den Garten. Es liebt volle Sonne und gedeiht in jedem normalen Gartenboden. Die fehlende Winterhärte gleicht das Eisenkraut durch Selbstaussaat aus.

Die Katzenminze ist eine sehr robuste Staude. Foto: Karin Stern
Die hohen Formen des Sonnenauges sind leider nicht sehr weit verbreitet. Foto: Karin Stern
Eisenkraut erhält sich am optimalen Standort über die Selbstaussaat. Foto: Karin Stern


Ganz ohne jedes Zutun bildet das Chinaschilf (Miscanthus sinensis) prächtige Horste aus, Sonne und leicht feuchter, nährstoffreicher Boden vorausgesetzt. Je nach Sorte wächst das Gras 70 bis 250 cm hoch. Die Blütenrispen zeigen sich ab August. Die Blaublatt-Funkie (Hosta sieboldiana) ‚Elegans‘ kommt auf jedem Boden im Schatten oder Halbschatten zurecht. Allerdings mag sie weder Nässe noch Kalk. Über den ornamentalen Blättern erheben sich von Juni bis Juli 50 bis 80 cm hohe Blütenstiele. Auch die frostharte Ball-Hortensie (Hydrangea arborescens) ‚Annabelle‘ mag Schatten und leicht feuchten, nährstoffreichen Boden. Unter diesen Bedingungen beeindrucken die weißen Blütenbälle von Juni bis September in 100 bis 150 cm Höhe. Der bodendeckende Günsel (Ajuga reptans) ist ebenfalls ein Schattenkind für lehmigen Boden. An etwas feuchteren Standorten verträgt er auch mehr Sonne. Die Blüte zeigt sich von April bis Mai.

Chinaschilf bietet eine breite Sortenauswahl mit unterschiedlichen Wuchshöhen und -formen. Foto: Karin Stern
Die Blüte der Blaublatt-Funkie gibt es als Zugabe zum Blattschmuck. Foto: Karin Stern
Ball-Hortensie wurden hier als Wegbegleiter verwendet. Foto: Karin Stern
,Atropurpurea‘ ist eine rotlaubige Sorte des Kriechenden Günsels. Foto: Karin Stern


Der Sommer-Salbei (Salvia nemorosa) braucht für gutes Gedeihen volle Sonne und nährstoffreichen, lockeren Boden. Auf 40 bis 60 cm hohen Stielen zeigen sich von Mai bis Juni seine violettblauen, weißen oder rosafarbenen Blütenähren. Von Rot bis Gelb reichen die Blütenfarben der Sonnenbraut (Helenium). Sie eignet sich für sonnige Beete mit nicht zu trockenem, lockerem Boden. Je nach Sorte schwankt die Höhe zwischen 80 und 140 cm und die Blütezeit zwischen Juli und September. Der wintergrüne Felsen-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) ist extrem anpassungsfähig. Er wächst so gut wie überall, selbst im trockenen Schatten. Die Blüte des Bodendeckers erscheint von Mai bis Juli.

Sommer-Salbei ,Amethyst‘ überzeugt als blütenreiche und pflegeleichte Staude. Foto: Karin Stern
Sonnenbraut ,Salsa‘ verzweigt sich schön. Sie wächst kompakt und sehr standfest. Foto: Karin Stern


Tipp: Wer ein wenig Aufwand nicht scheut, kann mit dem richtigen Schnitt die Blütezeiten mancher Pflanzen sogar verlängern. Bei Sommermargerite, Sonnenauge und Sonnenhut funktioniert das durch Ausputzen der Blütenstiele am Stängelgrund. Der Austrieb frischer Blätter lässt sich mit einem kompletten Rückschnitt nach der Blüte bei Frauenmantel, Sommermargerite, Katzenminze, Sommer-Salbei und Sonnenbraut anregen. Mit etwas Glück folgt sogar eine Nachblüte, wenn die Pflanzen anschließend gut mit schnell verfügbarem Dünger und Wasser versorgt werden. Wer für buschigeren Wuchs und mehr Standfestigkeit sorgen möchte, kürzt Sonnenbraut Ende Mai, Anfang Juni um 15 cm ein. Dadurch verschiebt sich die Blütezeit ein wenig nach hinten.

Felsen-Storchschnabel wird manchmal auch unter der Bezeichnung Balkan-Storchschnabel angeboten. Foto: Karin Stern

Artenschutz im Wandel der Zeit

Nutrias, auch Sumpfbiber oder Biberratten genannt, tauchen seit einigen Jahren immer häufiger im Landschaftsbild auf. Als sogenannte invasive Art, zu denen aktuell auch der Marderhund und der Waschbär zählen, hat die Nutria neben der mit dem Einzug fremder Arten einhergehenden Veränderung der heimischen Flora und Fauna eine besondere Eigenart, die nicht nur Naturschützern oder Jägern Kopfzerbrechen macht. Im Umfeld von Teichen, Tümpeln, Flüssen oder Sielzügen im Marschland lebend, bedeutet der bis zu 10 kg schwere Nager ein erhebliches Schadenspotenzial für Böschungen, Uferbefestigungen oder Wall- und Deichanlagen.

Die Wühltätigkeit und die dabei oberhalb der Wasserlinie entstehenden Baue schaffen bedrohliche Hohlräume in den Gewässer- und Hochwasserschutzanlagen. Deswegen werden inzwischen je nach Schadenslage Prämien für den Fang gezahlt. Diese sind unterschiedlich zu beantragen und variieren je nach Kommune oder Gewässerverband.

Dass die ursprünglich in Südamerika beheimatete Nutria inzwischen eine ernst zu nehmende Bedrohung nicht nur für Deiche und Böschungen darstellt, wird aus dem Monitoring des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein ersichtlich. Alle fünf Jahre wird das Monitoring aktualisiert. Allein zwischen 2015 und 2020 hat sich das Vorkommen zwischen Nord- und Ostsee etwa verdoppelt. Die Auswertung für das Jahr 2025 laufe, sagt René Hartwig, akademischer Jagdwirt aus dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV). Dabei dürfe die Flächendeckung inzwischen als landesweit betrachtet werden. Weiße Flecken würden kaum übrig bleiben, befürchtet Hartwig.

Invasive Arten können nur im Einklang zwischen Politik, Jägerschaft und Naturschutz erfolgreich zurückgedrängt werden. Immerhin hat das Land Schleswig-Holstein das Thema nicht auf die leichte Schulter genommen und allein für die Bejagung invasiver Arten jetzt 50.000 € zur Verfügung gestellt. Damit könnte unter anderem die Anschaffung moderner Fallensysteme finanziert werden. Noch können keine Anträge gestellt werden. Aktuell werde an der Ausgestaltung der Vergabebedingungen gearbeitet, sagt Hartwig. Die Bejagung sollte allerdings landesweit erfolgen und dabei auch Naturschutz- oder Stiftungsflächen einschließen, sagt er. Allein könnten die Jäger es in ihren Revieren nicht richten. Wenn ausgeklammerte Lebensräume als Rückzugsflächen bestehen, kann es nicht funktionieren. „Es geht nur miteinander“, sagt Hartwig.

Große Fruchtbarkeit

Zwei Jungtiere aus dem letzten Winter in einem Kieler Revier. Beide erlegten Nutrias hatten erfrorene Schwänze. Die Erlegung sei praktizierter Tierschutz, hieß es.
Fotos (3): Blickpunkt-SH

Dass die Nutria in der Bejagung der sogenannten Neozoen, also eingewanderter oder eingeschleppter Arten, inzwischen einen vorderen Rang einnimmt, liegt an ihrer Lebensweise, die nicht nur eine hohe Populationsdynamik aufweist. Bei einer ganzjährig möglichen Befruchtung und einer Tragzeit von knapp fünf Monaten (19 Wochen) mit etwa sechs bis acht Jungtieren und einer bereits mit einem halben Jahr eintretenden Geschlechtsreife sind zwei Würfe im Jahr keine Seltenheit. Deswegen befürchten örtliche Jäger aus den Revieren im kommenden Jahr eine explosionsartige Ausbreitung. Allein im Jagdjahr 2022 und 2023 wurden in Schleswig-Holstein 2.405 Nutrias erlegt. Im Jagdjahr 2023 und 2024 waren es bereits 7.352 Tiere. Das wird nur von 11.945 Marderhunden im Vergleichsjahr übertroffen.

Konkurrenz für Schilfbrüter

Außer der Wühltätigkeit bereitet die Lebens- und Ernährungsweise der Nutria weitere Probleme. So besteht das Potenzial, ganze Schilfbestände kahl zu fressen und so unter anderem massiv in verbleibende Brutareale von Schilfbrütern einzugreifen. Auf die Ausbreitung dürften auch die Winterverluste kaum einen hohen Einfluss haben, befürchten die Beobachter. So trugen im vergangenen Winter viele Nutrias und besonders deren Jungtiere Erfrierungen an den Schwänzen und auch den Schwimmhäuten zwischen den Zehen der Hinterfüße davon. Frost, Eis und verharschter Schnee sind wenig geeignet für das dauerhafte Überleben der ursprünglich aus subtropischen und gemäßigten Arealen in Südamerika stammende Nutria. Trotzdem bleibt das Problem der massiven Ausbreitung bestehen.

Verwertung der Nutrias

Die Bejagung mit der Falle ist die erste Wahl und, mit modernen Multimediameldern versehen, eine effektive und im Revier bis hin zu Naturschutzbereichen wenig störende Methode zur Bejagung.

Ein Trost für die aktiven Jäger, die viel Zeit und Geld in die Fallenjagd investieren, ist die Beute selbst. Nutrias gehören immer häufiger zum Angebot in gehobenen Küchen. Das Fleisch des reinen Pflanzenfressers, der auf den ersten Blick wie eine viel zu groß geratene Ratte in bräunlichem Kleid oder wie ein kleiner Biber ohne dessen charakteristische Schwanzkelle daherkommt, ist eine echte Delikatesse und ausgesprochen fein. In der Küche macht die Nutria deswegen nicht nur als Burger, Ragout, Gulasch oder auch feinstes Filet eine gute Figur. Der im Gegensatz zum viel kleineren Bisam mit seinem abgeplatteten Schwanz drehrunde und spärlich behaarte Schwanz der Nutria und das nagetiertypische Aussehen werden dabei besser ausgeblendet. Inzwischen ist das Wild auf so manch moderner Speisekarte in der Gastronomie zu finden. Auch der Balg, also das Fell, hat seinen Reiz, sollte aber für eine Verwertung als Bekleidung von erfahrenen Händen zugerichtet werden.

Problematisch kann die Begegnung zwischen Hunden und Nutrias werden. Das gilt selbst für gestandene Jagdhunde, wie Schweißhundeführer und Kitzretter Hinnerk Bellmann von der Wildtierrettung Segeberger Heide e. V. zu berichten weiß. In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat der Jäger allein im Kreis Plön im Wankendorfer Raum 70 Nutrias gefangen und erlegt. Trotz Bellmanns jagdlicher Erfahrung musste er dabei Lehrgeld zahlen.

Der Alpenländische Dachsbrackenrüde Aaron ist als Schweißhund im Alter von zehn Jahren ein erfahrener Jagdbegleiter. Der Kampf mit einer ausgewachsenen Nutria brachte dem Rüden 14 Stiche beim Tierarzt ein, um die Wunden im Gesicht zu nähen. Foto: Hinnerk Bellmann

Nachsuche mit Folgen

So wurde der Hundeführer zu einer Nachsuche auf ein Damwildkalb nach Schillsdorf gerufen. Die Suche mit dem Alpenländischen Dachsbrackenrüden Aaron führte dabei durch einen von Brombeergestrüpp gesäumten Graben. Schweiß führte in das Brombeergestrüpp. Als der gestandene Rüde ohne Schweißleine zur Kontrolle in das Gestrüpp geschickt wurde, kam spontan heftiger Kampflärm auf. Eine ausgewachsene Nutria von geschätzt 10 kg Körpergewicht und Hund Aaron schossen als „Kampfkugel“ aus den Brombeeren. Zurück blieb nach beherztem Einsatz des Hundeführers, der mit einem Sprung in den Graben dazwischenging und die Kontrahenten trennen konnte, ein geschlagener Rüde mit schweren Bisswunden vom Behang bis in das Gesicht hinein. Das Ergebnis waren nach dem Tierarztbesuch ein um 1.500 € ärmerer Jäger und ein mit 14 Stichen genähter Jagdhund mit spürbar angeschlagenem Stolz. Dass Bellmanns Geschichte kein Einzelfall ist, wissen einige Jäger zu berichten. Die rötlichgelben, meißelscharfen Schneidezähne der Nutria sind keineswegs nur hoch spezialisierte Werkzeuge zum Zerbeißen von Pflanzenmaterial. Verbunden mit einer durchaus eindrucksvollen Wehrhaftigkeit können Nutrias bei Begegnungen mit Hunden ernsthafte Gegner sein. Ungetrübtes Herumtollen von Hunden in Ufer- oder Schilfbereichen und fröhliches Planschen im Wiesengraben, wo im Allgemeinen ohnehin Leinenpflicht besteht, seien deswegen keine gute Idee, meinen die Jäger.

Nutrias verfügen mit vier meißelscharfen Schneidezähnen nicht nur über ein hervorragendes Beiß- und Nagewerkzeug, mit dem sie sogar unter Wasser fressen können, sondern auch über eine messerscharfe Verteidigungswaffe. Überrascht wissen sich die Nager durchaus auch gegen allzu neugierige Hunde zu wehren.

Moskau sieht großes Potenzial

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Russland sieht erhebliches Potenzial für Agrarausfuhren nach China, auch bei Fertigwaren. Für eine Erweiterung des Handels müssten die Exporteure allerdings größere Anstrengungen an den Tag legen, betonte der Leiter des dem Moskauer Landwirtschaftsministerium angegliederten Bundeszentrums Agroexport, Ilya Ilyushin, bei einem Treffen zwischen russischen Unternehmen und Vertretern der chinesischen Online-Plattform JD Global.

Ilyushin hob hervor, dass viele russische Exportunternehmen bereits auf chinesischen Online-Plattformen vertreten seien; für eine erfolgreiche Vermarktung sei das unerlässlich.

Handel ausgeweitet

Der russische Landwirtschaftsattaché in China, Dmitry Klishin, hob nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax hervor, dass bereits ein erheblicher Anteil der chinesischen Internetnutzer Lebensmittel über Online-Marktplätze kaufe. Deshalb sei die Präsenz russischer Produkte auf chinesischen Online-Plattformen nicht nur eine Möglichkeit, das Handelsvolumen zu steigern, sondern der Schlüssel, um die Bekanntheit russischer Marken bei den chinesischen Verbrauchern zu steigern.

Laut der JD Global-Managerin Sally Wang biete der 2014 gegründete Cross-Border-Channel einen einfacheren und effizienteren Zugang zum chinesischen Markt. Für den Verkauf von Lebensmitteln reiche ein Nachweis der Geschäftsregistrierung bei der nationalen Zollverwaltung. Für manche Lebensmittel sei selbst dieser nicht erforderlich.

2025 hat Russland landwirtschaftliche Güter im Wert von rund 6,6 Mrd. € nach China exportiert. In diesem Jahr ist der Handel sprunghaft gestiegen. Allein im ersten Quartal 2026 überschritten die russischen Lieferungen in die Volksrepublik die Marke von 2,6 Mrd. € und lagen damit deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Vorwurf: Korruption

Unterdessen wurde bekannt, dass Rusagro, einer der größten Agrarkonzerne in Russland, künftig unter staatlicher Leitung steht. Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtet, hat laut Gerichtsbeschluss vom 5. Mai die Russische Landwirtschaftsbank eine Mehrheitsbeteiligung von rund 65 % erhalten und damit die Kontrolle über das Unternehmen übernommen. Der entsprechende Eintrag im Handelsregister erfolgte Ende Mai.

Rusagro wurde 1995 von Wadim Moschkowitsch gegründet. Gegen ihn laufen in Russland derzeit mehrere Strafverfahren wegen Korruption, Betrug sowie Veruntreuung. Dem Konzernchef wird zudem vorgeworfen, seine politische Stellung als Mitglied des Föderationsrats, der zweiten Kammer des russischen Parlaments, ausgenutzt zu haben, um sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen. Auf dieser Basis ordnete ein Gericht die Einziehung seiner Unternehmensanteile an. Auch die Aktienpakete seiner Frau und weiterer Familienmitglieder wurden in staatliche Hand gelegt.

Die Landwirtschaftsbank hob hervor, dass das operative Management von Rusagro in den Händen des aktuellen Führungsteams bleibe. Hauptaufgabe aller Verantwortlichen sei es jetzt, die Stabilität des Unternehmens und seiner Marktpositionen zu sichern. Die Übertragung der Vermögenswerte von Rusagro werde die Kontinuität der Geschäftstätigkeit und die weitere Entwicklung des Konzerns nicht beeinträchtigen. age

Rapsöl erneut Spitzenreiter

Speiseölmarkt

Deutsche Verbraucher wissen die Vorzüge heimischen Rapsöls zu schätzen. Foto: Imago

Deutschlands Verbraucher greifen nach wie vor gern zu Rapsöl. Das zeigen nach Angaben der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) Daten zu Einkaufsmengen, die von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft auf Basis von Zahlen der YouGov CP Germany ermittelt wurden. Demnach war Rapsöl im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von 40 % erneut das meistgekaufte Speiseöl in privaten Haushalten.

Laut Ufop gingen 2025 etwa 86,5 Mio. l Rapsöl in den Markt. Klar dahinter folgten Sonnenblumenöl mit etwa 63 Mio. l und Olivenöl mit 38,6 Mio. l. Insgesamt kauften die Bundesbürger rund 214 Mio. l Speiseöle ein; das war ungefähr so viel wie im Jahr davor. Auch im Biosegment bleibt Rapsöl der Ufop zufolge eine feste Größe; rund 4,5 Mio. l wurden 2025 verbraucht. Insgesamt belief sich der Absatz von Biospeise­ölen auf rund 28,3 Mio. l.

Laut Ufop-Geschäftsführer Stephan Arens schätzen die Verbraucher insbesondere die vielseitige Verwendbarkeit, die heimische Herkunft und die ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Rapsöl. Es zeichne sich durch ein ausgewogenes Fettsäurenmuster mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren aus. Aufgrund seiner Zusammensetzung werde Rapsöl auch von Ernährungsexperten empfohlen. Gleichzeitig stamme ein Großteil des in Deutschland angebotenen Rapsöls aus heimischem Anbau und regionaler Verarbeitung. age

Zwischen Tradition und Selbstverwirklichung

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Frauen übernehmen auf landwirtschaftlichen Betrieben oft zentrale Verantwortung, arbeiten aber weiterhin häufig unter traditionellen Rollenerwartungen – darüber diskutierten Teilnehmerinnen vergangene Woche beim Forum für Frauen in der Landwirtschaft in Kiel. Die Veranstaltung wurde vom LandFrauenverband Schleswig-Holstein (lfv) in Kooperation mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) an der Kieler Hörn durchgeführt.

„Ich habe vier Töchter und war froh, dass das fünfte Kind endlich ein Sohn war.“ Auch im Jahr 2026 sehen sich Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben immer noch mit solchen Aussagen konfrontiert. Denn Geschlechterrollen sind in der Branche weiterhin historisch geprägt. Dass diese Sichtweisen überholt sind, zeigten Sina Steensen und Christine Kühl in der Podiumsdiskussion des Forums. Die beiden Unternehmerinnen berichteten von ihren persönlichen Werdegängen und hinterfragten klassische Rollenzuschreibungen. Steensen ist Betriebswirtin und leitet die Trollebüller Eiscremerei in Nordfriesland, wo sie in Handarbeit die Milch ihrer eigenen Kühe zu Eis verarbeitet. Nachdem sie auf den Betrieb ihres Mannes gezogen war, übernahm sie aufgrund ihrer beruflichen Expertise zunächst die Buchhaltung. Im Lauf der Zeit habe sie jedoch gemerkt, dass sie viel lieber Eis mache als im Büro zu sitzen. Neben Betrieb und Organisation trug sie lange auch die Verantwortung für den Haushalt. Diese Mehrfachbelastung sei für viele Frauen auf Höfen nach wie vor Alltag. Verantwortung abzugeben und historisch weiblich geprägte Aufgaben gegen die Bereiche einzutauschen, in denen sie sich tatsächlich einbringen möchten, scheint für viele Frauen immer noch mit Scham verbunden zu sein. Steensen erklärte: „Da gehört ein Stück Ehrlichkeit dazu, sich einzugestehen, dass sich etwas verändern muss.“ Den Haushalt hat sie mittlerweile an eine Fachkraft abgegeben und sich damit ein Stück Lebensqualität zurückgeholt. Heute freut sie sich über Komplimente zu ihrem Eis. Claudia Jürgensen, Präsidentin des lfv, äußerte ihre Zustimmung: „In anderen Bereichen des Betriebs stellt man selbstverständlich Personal ein. Nur im Haushalt besteht immer noch dieses Schamgefühl. Nur weil man Frau ist, muss man nicht automatisch für den Haushalt verantwortlich sein.“

Christine Kühl war als Vertreterin des Unternehmerinnen-Netzwerks des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH) geladen. Sie leitet gemeinsam mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb in Stafstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Wichtige Bereiche wie die Kuhbesamung und Tiergesundheit, die Lehrlingsausbildung und die Verwaltung liegen in ihrer Verantwortung. Bei der Fülle an Aufgaben auf dem Betrieb sei es nicht schwer, sich irgendwann darin zu verlieren und sich dabei zu überlasten. „Man bekommt immer wieder neue Aufgaben dazu. Irgendwann muss man lernen, Nein zu sagen und auf sich selbst zu achten“, erklärte sie. Das Thema Wertschätzung spielt für Kühl ebenfalls eine wichtige Rolle: „Als Selbstständige muss man sich regelmäßig selbst loben.“ Vieles werde zwar stillschweigend anerkannt, müsse aber manchmal auch bewusst ausgesprochen werden.

Steensen und Kühl machten es vor und gaben ihre Erfahrungen an die Teilnehmerinnen des Forums weiter, die ihre eigenen Erfahrungen anschließend in drei verschiedenen Workshops diskutieren durften. Die Themen hießen „Absicherung der Frauen“, „Ein eigenes Standbein für mich“ und „Meine Rolle auf dem Betrieb“ und liefen parallel zueinander in zwei Runden, sodass jede Teilnehmerin zwei der Workshops besuchen konnte. Im Workshop „Meine Rolle auf dem Betrieb“ bat Anne Dirksen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Frauen, ihre Aufgaben in den Betrieben zu skizzieren. Anschließend sollten sie diese nach persönlicher Motivation und Belastung sortieren und benennen. Ziel der Übung war es, sich darüber bewusst zu werden, wo Verbesserungspotenzial besteht, was widerwillig nebenbei mitläuft oder mitlaufen muss und welche Aufgaben die Frauen tatsächlich übernehmen wollen. Viele Teilnehmerinnen sehen weiterhin strukturellen Verbesserungsbedarf und wünschen sich eine stärkere Anerkennung ihrer Leistungen. Das Forum machte deutlich, dass Sichtbarkeit und Wertschätzung von Frauen in der Landwirtschaft auch 2026 aktuelle Themen bleiben.

Beratung, Workshops und Motivation

Neben der Podiumsdiskussion bot der Markt der Möglichkeiten den Teilnehmerinnen die Gelegenheit, Beratungsangebote und Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. In Workshops setzten sich die Frauen intensiv mit ihrem Leben auf dem Betrieb auseinander und entwickelten Ideen, wie sich der Status quo weiter verbessern lässt. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag von Kathrin Volquardsen („dielandmarie“), in dem sie ihren persönlichen Werdegang schilderte und Einblicke in ihren Einstieg ins Hofleben gab. 

Sina Steensen (li.) und Christine Kühl berichteten von Herausforderungen der Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Auf dem Markt der Möglichkeiten informierten sich die Teilnehmerinnen über Themen rund um das Hofleben.
Während ihres Motivationsvortrags sprach Kathrin Volquardsen (r.) auch über ihre Schwiegermutter, die Präsidentin der Landwirtschaftskammer, Ute Volquardsen. Foto: Claudia Kleimann-Balke
Doris Baum (li.) und Julia Kortum vermittelten im Workshop „Ein eigenes Standbein für mich“ Anregungen für eigene Perspektiven und Projekte.
Nach der Podiumsdiskussion erhielten die Teilnehmerinnen Astern – ein Symbol für die Unternehmerinnen im BVSH.
Im Workshop „Meine Rolle auf dem Betrieb“ wurde den Teilnehmerinnen deutlich, wie vielfältig ihre Rollen auf den Betrieben sind.
Unter dem Namen „dielandmarie“ gibt Kathrin Volquardsen auf Instagram humorvolle Einblicke in das Hofleben.


Integrative Waldbewirtschaftung stärken

Forstministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) und die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) haben kürzlich in der Försterei Bordesholm das weiterentwickelte Habitatbaum- und Totholzkonzept „HaKon 3.0“ vorgestellt. Das Konzept ist ein zentraler Bestandteil der integrativen Waldbewirtschaftung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und dient dem Schutz sowie der Förderung der biologischen Vielfalt im Landeswald.

Es baue auf dem bisherigen Habitatbaumkonzept „HaKon 2.1“ auf und entwickele dieses konsequent weiter, hieß es dazu in einer Pressemitteilung. Die größte Neuerung: „HaKon 3.0“ gilt künftig für die gesamte Waldfläche der SHLF. Damit werden Naturschutzmaßnahmen im Landeswald flächendeckend umgesetzt und transparent dokumentiert. Alte Bäume in unterschiedlichen Alters- und Zerfallsphasen, stehendes und liegendes Totholz sowie Bäume mit besonderen Biotopstrukturen werden in allen bewirtschafteten Wäldern dauerhaft gesichert. Sie bieten wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier-,
Pflanzen- und Pilzarten. Bereits rund 80.000 dauerhaft markierte Habitatbäume aus dem Vorgängerkonzept bleiben erhalten und werden integriert. Durch die Weiterentwicklung soll ihre Zahl künftig auf bis zu 140.000 steigen. Zusätzlich wird ein Zielwert von durchschnittlich 25 m3 liegendem und stehendem Totholz je Hektar angestrebt.

„Bäume und Totholz sind für viele seltene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sehr wichtig. Mit ,HaKon 3.0‘ schaffen wir dafür zusätzliche Lebensräume und stärken zugleich stabile und vielfältige Waldökosysteme. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Weiterentwicklung des Konzepts nun die gesamte Fläche der Landesforsten abdecken“, sagte Forstministerin Cornelia Schmachtenberg.

„Die Förderung der Biodiversität und die ökologische Vernetzung sind fester Bestandteil in unserer naturnahen Waldwirtschaft“, betonte Landesforsten-Direktor Dr. Chris Freise. „So begegnen wir der Artenkrise und stärken gleichzeitig die Resilienz unserer Wälder – ein zentraler Baustein des biologischen Klimaschutzes und ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität im Land zwischen den Meeren.“

Die Umsetzung von „HaKon 3.0“ unterstützt die Verbesserung der Erhaltungszustände von FFH-Waldlebensraumtypen und dient damit den Zielen von Natura 2000 und der Verordnung über die Wiederherstellung der Natur.

Zuckerindustrie in der Krise

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Die Nordzucker AG hat im Geschäftsjahr 2025/2026 einen operativen Verlust von 226 Mio. € verbucht, nach einem Plus von 100,5 Mio. € im Vorjahr. Der Umsatz sank von 2,77 Mrd. € auf 2,34 Mrd. €. Als Ursache wurde das niedrigere Preisniveau für Zucker in Europa und auf dem Weltmarkt genannt (siehe Seite 29). Zwei besonders gute Rübenernten in Folge verursachten ein Überangebot in Europa, was die Preise unter Druck setzte. Der Preisverfall seit Herbst 2024 wirkt sich nun mit voller Wucht aus. Nordzucker erzeugte in der letzten Kampagne 2,8 Mio. t Zucker aus Rüben, etwas weniger als im Vorjahr. Um das Überangebot zu verringern, reduzierte der Konzern zur Aussaat 2025 die Anbaufläche, auch die Rübenverarbeitung in der Slowakei wird eingestellt. Erst im Geschäftsjahr 2027/2028 erwartet Nordzucker wieder ein positives operatives Ergebnis. Auch Südzucker meldet rote Zahlen: Der Umsatz im Segment Zucker brach auf 2,786 Mrd. € (Vorjahr: 3,876 Mrd. €) ein, das operative Ergebnis rutschte in die Verlustzone: –177 Mio. € (Vorjahr: –13 Mio. €). Ursachen waren auch hier deutlich gesunkene Zuckerpreise sowie eine rückläufige Absatzmenge. Entgegen den Erwartungen erholten sich die Preise im Verlauf des Geschäftsjahres nicht, da die europäische Rübenernte 2025 größer war als erwartet.

Reduzierung der Rübenfläche

In Deutschland wurde die Anbaufläche schon zur Aussaat 2025 um fast 10 % auf rund 348.700 ha reduziert, nach 386.000 ha im Jahr 2024. Laut Wirtschaftlicher Vereinigung Zucker lag der Rübenertrag in der Erntekampagne 2025/2026 mit 82,1 t/ha etwa 3 % unter dem Vorjahreswert, allerdings war der Zuckergehalt mit 17,59 % relativ hoch, deshalb sank die Zuckerproduktion „nur“ um 5 % auf zirka 4,4 Mio. t. Der Flächenrückgang geht aber weiter, destatis meldet, dass die Rübenfläche im Frühjahr 2026 voraussichtlich um 12,6 % auf 338.700 ha sinkt. Damit leisten die deutschen Rübenbauern einen weiteren, mehr als signifikanten Beitrag zum Abbau der EU-Zuckerproduktion.

Zuckerpreise weiterhin niedrig

Unterdessen bewegen sich die Zuckerpreise in der EU weiterhin auf einem niedrigen Niveau. In den vorigen beiden Jahren ist der EU-Weißzuckerpreis um über 40 % auf zirka 500 €/t im April 2026 gesunken. Der Weltmarktpreis ging noch stärker zurück, er liegt um deutlich mehr als 100 €/t unter dem EU-Zuckerpreis. Damit ist ein Export von EU-Zucker auf den Weltmarkt zu halbwegs kostendeckenden Preisen ausgeschlossen. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium berichtet aktuell, dass trotz eines Rückgangs der weltweiten Zuckerproduktion in der Saison 2026/2027 der globale Markt weiterhin reichlich versorgt sein dürfte. Es rechnet mit einer weltweiten Erzeugung von 184,85 Mio. t Zucker; das wären 1,21 Mio. t oder 0,7 % weniger als 2025/2026 wegen Produktionsrückgängen in Thailand, der EU und Brasilien (wo mehr Ethanol aus Zuckerrohr erzeugt wird). Die globale Nachfrage wird auf 179,99 Mio. t geschätzt, das Niveau von 2025/2026. Damit wachsen die Lagerbestände, höhere Preise werden nicht erwartet.

Rübenpreis bei Nordzucker nach 2026

Für die Rübenernte 2026 gilt der Rübenliefervertrag vom Sommer 2025, mit einem Basispreis von 25,20 €/t bei 16 % Pol, Zuschläge gibt es für Zuckergehalt, Rübenmark, Früh-/Spätlieferung und die Entwicklung des Zuckerpreises. Für die Kampagne 2027/2028 gibt es ein neues Rübenpreismodell, das die Preise stärker an die tatsächliche Marktentwicklung und das Konzernergebnis koppelt. Der garantierte Basispreis wird deutlich niedriger sein. Der Zuschlag, der sich bisher am Zuckerpreis orientierte, hängt künftig an den Bilanzkennzahlen des Unternehmens. Nur wenn Nordzucker als Konzern profitabel wirtschaftet, profitieren auch die Anbauer.

Mythen und Symbole in menschlicher Perfektion

„Numen“ ist lateinisch für „Wink“, „Geheiß“ oder „göttlicher Wille“. Es steht für Übernatürliches, Ungreifbares, Spirituelles. Mit „Numen“ ist auch die aktuelle Ausstellung des spanischen Künstlers César Orrico im Eisenkunstguss Museum in Büdelsdorf betitelt. Seine bis ins Detail herausgearbeiteten Bronzeskulpturen sind nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Anatomie des menschlichen Körpers, sie versinnbildlichen das heutige Verständnis von Mythologie und Antike – zeitlose Archetypen zwischen Bekanntem und Unergründlichem, denen eine unsichtbare Kraft innewohnt.

Kleine Skulptur mit großer Ausstrahlung: „Sanfermín“
Foto: Iris Jaeger

Die 21 gezeigten Skulpturen stammen aus unterschiedlichen Werkphasen von César Orrico und sind in dieser Zusammenstellung noch nie vorher gemeinsam ausgestellt worden. Seine Arbeiten treten dabei in einen Dialog mit den Objekten der Dauerausstellung des Museums und werden überhaupt erstmals in Deutschland gezeigt. Der 1984 im nordspanischen Logroño geborene Künstler fand in den vergangenen Jahren zunehmend internationale Anerkennung und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Beautiful Bizarre Art Prize des amerikanischen Kunstmagazins „Beautiful Bizarre“. Darauf wurde die Leiterin des Eisenkunstguss Museums, Ulrike Biedenbänder, aufmerksam. „Ich habe diese Arbeiten gesehen und war hin und weg“, erzählt sie bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Antikenrezeption, also das Nutzen antiker Formen und Ideen für die eigene Kunst, sei ein Thema gewesen, das sie schon immer einmal habe machen wollen, so Biedenbänder. Kunst, die die Antike neu deute und interpretiere, dabei die Brücke ins Zeitgenössische schlage, sei unglaublich spannend, ebenso wie die heutige Wahrnehmung von Mythologie.

„Jede der Arbeiten von César Orrico ist mit einem Mythos unterlegt, aber es ist eben auch eine Auseinandersetzung des Körpers des Menschen mit Raum und Zeit“, erklärt die Museumsleiterin. In einer Ausstellungsbroschüre werden neben den Skulpturenbeschreibungen auch alle Begrifflichkeiten rund um Antike und Mythologie erläutert. So erfahren die Besucher, dass es sich bei einem Mythos um eine sagenhafte Geschichte oder Erzählung handelt, in der es häufig um Götter, Geister, Sozial- oder Naturphänomene geht.

„Bosque“ sieht aus wie aus Holz gefertigt, besteht aber aus Bronze und strahlt etwas Meditatives aus.
Foto: Iris Jaeger

Und auch die Skulpturen des spanischen Künstlers strahlen etwas Göttliches, nicht Greifbares aus – eine unsichtbare Kraft, die von innen nach außen wirkt und in den Bann zieht. Anatomisch bis zur Perfektion ausgearbeitet, verleiht Orrico seinen Figuren eine unglaubliche Dynamik, gleichzeitig wirken sie in ihrer Bewegung wie eingefroren. „Und wenn man dann in deren Gesichter schaut, haben sie etwas Meditatives, beinahe Überirdisches an sich, als ob sie nach einem meditativen Zustand streben“, beschreibt es Biedenbänder. Dabei stellen alle seine Arbeiten Fragen, ohne eine Antwort zu geben, und laden dazu ein, darüber nachzudenken, was sie mit einem selbst machen, zum Beispiel die Skulptur „Bosque“, die sowohl im Innenhof des Museums als auch im Ausstellungsraum mit dem Thema „Wald“ zu sehen ist. Sie wurde von der keltischen Mythologie inspiriert.

Orrico selbst sagt, dass er die Riten und Bräuche alter Kulturen und die Verbindungen zwischen Gesellschaften aus verschiedenen Epochen faszinierend finde. Das zeigt sich unter anderem in seiner Figur „Sanfermín“, die mit dem menschlichen Körper und dem Stierkopf auf den antiken Mythos vom Minotaurus anspielt. Der Titel bezieht sich auf das Fest „Sanfermines“ in Pamplona, bekannt für den traditionellen Stierlauf durch die Stadt. Die Ausstellung ist bis zum 1. November zu sehen.

Weitere Informationen gibt es unter www.das-eisen.de

Der Ikarus-Mythos hat César Orrico zu mehreren Arbeiten inspiriert. Alas bedeutet Flügel. Bei den Alas-Skulpturen von Orrico wird auf das Ende von Ikarus angespielt, Orrico gibt seinen Figuren Flügel aus Korallen.
Foto: Iris Jaeger
Bei „Equilibrio“ wird der Tod (symbolisiert durch den Totenschädel) zur Stütze für das Leben.
Foto: Patrick Mühling
„Rito“ ist wie „Bosque“ von der keltischen Mythologie inspiriert, in der Hirschgeweihe eine Rolle spielen.
Foto: Iris Jaeger
Die Skulptur „Noche“ stellt eine Verbindung zur griechischen Göttin der Nacht, „Nyx“, her.
Foto: Iris Jaeger
„Duir“ ist das keltische Wort für Eiche, die für religiöse Zeremonien ein wichtiger Baum war.
Foto: Iris Jaeger
Blick von hinten auf die Rückseite der Maske von der Skultpur „Bifronte“, der Zweistirnige oder Zweigesichtige
Foto: Patrick Mühling


Zwischenfrucht aus der Luft

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Zwischenfrüchte sind ein zentrales Element in der landwirtschaftlichen Praxis, insbesondere im Hinblick auf Bodenschutz, Humusaufbau sowie die Konservierung von Nährstoffen im System Boden und Pflanze. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an den Gewässerschutz und die Reduzierung von Nährstoffverlusten gewinnen Verfahren zur sicheren und möglichst frühzeitigen Etablierung zunehmend an Bedeutung. Neben der klassischen Drillsaat wird dabei verstärkt die Aussaat von Zwischenfrüchten mittels Agrardrohne diskutiert. Dieses Verfahren ermöglicht eine Etablierung bereits in stehende Bestände und damit eine deutliche Verlängerung der Vegetationszeit.

Die Drohnensaat bietet sowohl in mais- als auch in getreidebetonten Fruchtfolgen interessante Vorteile. Die Aussaat kann bereits vor der Ernte der Hauptkultur erfolgen, wodurch die Zwischenfrucht früher etabliert wird und mehr Zeit für Wachstum und Nährstoffaufnahme zur Verfügung steht. Gleichzeitig ist keine zusätzliche Bodenbearbeitung erforderlich. Dadurch wird die Mineralisierung von Stickstoff nach der Ernte reduziert, was insbesondere während der Sickerwasserperiode im Winter das Risiko von Nährstoffverlusten verringern kann. Zusätzlich entstehen keine Fahrspuren oder Bodenverdichtungen durch weitere Überfahrten. Auch wirtschaftlich kann das Verfahren interessant sein, da die Verfahrenskosten je nach Einsatzbereich bei etwa 30 €/ha liegen können. Die Drillsaat bleibt dennoch das in der Praxis etablierte Standardverfahren. Durch die Saatgutablage in definierter Tiefe und den direkten Bodenschluss wird in der Regel ein gleichmäßiger Feldaufgang erreicht. Allerdings ist die Aussaat zeitlich an die Ernte und häufig auch an eine vorherige Bodenbearbeitung gebunden, wodurch sich die Vegetationszeit der Zwischenfrucht verkürzt.

Die Gewässerschutzberatung (Iglu) hat daher in einem Praxisversuch in Lindewitt untersucht, wie sich Drohnensaat und Drillsaat unter praxisnahen Bedingungen auf die Etablierung, Bestandsentwicklung sowie die Nährstoffdynamik von Zwischenfrüchten auswirken. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere der Einfluss von Saatzeitpunkt und Saatverfahren auf die Entwicklung der Bestände sowie die Aufnahme von mineralischem Stickstoff. Im Versuch wurden zwei Aussaatverfahren gegenübergestellt. Die Drohnensaat fand am 31. Juli 2025 mit einer Agrardrohne des Typs DJI Agras T50 statt (Bild oben). Dabei wurde die Zwischenfruchtmischung viterra Mais Struktur bereits vor der Getreideernte in den stehenden Bestand ausgesät. Die Drillsaat erfolgte betriebsüblich am 22. August 2025 nach der Ernte und Strohabfuhr. Zuvor wurde der Boden flach mit dem Grubber bearbeitet. Ergänzend erfolgten Nmin-Untersuchungen nach der Ernte sowie im Herbst zur Bewertung der Stickstoffdynamik. Die eingesetzten Zwischenfruchtmischungen unterschieden sich zwar geringfügig in ihrer Artenzusammensetzung, waren hinsichtlich Zielsetzung und funktionaler Eigenschaften jedoch vergleichbar aufgebaut.

Witterung und Standortbedingungen

Der Versuch befand sich in Lindewitt auf einem Geeststand­ort mit überwiegend schwach lehmigen Sanden und begrenzter Wasserspeicherfähigkeit. Entsprechend spielt die Bodenfeuchte eine wichtige Rolle für die Etablierung der Zwischenfrüchte. Das Versuchsjahr 2025 war durch hohe Temperaturen sowie einen wechselhaften Niederschlagsverlauf geprägt. Während es im Sommer teilweise trocken war, kam es im Herbst zu deutlich höheren Niederschlägen und einer starken Durchfeuchtung der Böden. Vor allem die Drohnensaat ist auf ausreichende Niederschläge angewiesen, da das Saatgut auf der Bodenoberfläche abgelegt wird. Die nach der Aussaat ungleichmäßig verteilten Niederschläge führten in Abhängigkeit von Bodenfeuchte und kleinräumigen Standortunterschieden zu Unterschieden in der Bestandsentwicklung. Gleichzeitig erhöhte die starke Durchfeuchtung der Böden im Herbst das Risiko der Nitratauswaschung.

Drohnensaat am 23. Oktober 2025
Drillsaat am 23. Oktober 2025

Etablierung und Bestandsentwicklung

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Entwicklung der Zwischenfruchtbestände. Durch die frühe Aussaat konnte sich die Drohnensaat bereits vor der Getreideernte etablieren und entwickelte sich unmittelbar danach weiter. Dies führte zu einer schnellen Bodenbedeckung und insgesamt zu einer stärkeren Biomassebildung. Die Drillsaat hatte aufgrund des späteren Saattermins eine verkürzte Vegetationszeit. Trotz des guten Bodenschlusses war die Entwicklung der Bestände insgesamt weniger weit fortgeschritten. In der visuellen Bonitur zeigte sich bei der Drohnensaat ein heterogeneres Bestandsbild. Die Entwicklung war stark von kleinräumigen Standortunterschieden abhängig. Besonders in Senkenbereichen mit höherer Bodenfeuchte entwickelten sich kräftige Bestände, während trockenere Kuppenlagen deutlich schwächer entwickelt waren. Die Drillsaat zeigte dagegen ein gleichmäßigeres Erscheinungsbild mit homogenerem Feldaufgang, was auf die präzise Saatgutablage und den besseren Bodenschluss zurückzuführen ist.

Nmin-Dynamik und Nährstoffkonservierung

Die Art der Zwischenfruchtetablierung kann auch die Stickstoffdynamik im Boden beeinflussen. Während bei der klassischen Drillsaat in der Regel eine vorherige Bodenbearbeitung erfolgt, kann die Drohnensaat ohne zusätzliche Bodenbewegung durchgeführt werden. Dadurch wird die Mineralisierung von organisch gebundenem Stickstoff nach der Ernte tendenziell reduziert. Gleichzeitig ermöglicht der frühe Saattermin der Drohnensaat eine längere Standzeit der Zwischenfrucht und damit eine frühere Nährstoffaufnahme aus dem Boden. Nach der Ernte waren zunächst relativ hohe Mengen mineralischen Stickstoffs im Boden vorhanden (siehe Abbildung). In der Drillsaat wurden 56 kg Nmin/ha gemessen, in der Drohnensaat 47 kg Nmin/ha. Der Großteil befand sich in der oberen Bodenschicht von 0 bis 30 cm. Bis zur Herbstbeprobung am 19. Oktober 2025 sanken die Werte in beiden Varianten deutlich auf rund 10 bis 11 kg Nmin/ha. Vor dem Hintergrund der im Herbst erhöhten Niederschläge und der damit verbundenen Durchfeuchtung der Böden wird deutlich, dass die Zwischenfrüchte einen wesentlichen Anteil des mineralischen Stickstoffs aufgenommen und im System Boden und Pflanze gebunden haben. Dadurch konnte das Risiko von Nährstoffverlusten durch Auswaschung reduziert werden. Unterschiede zwischen den Saatverfahren waren dabei nur gering ausgeprägt.

Aus Sicht der Gewässerschutzberatung bestätigen die Ergebnisse, dass Zwischenfrüchte unabhängig vom Saatverfahren einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Nährstoffverlusten leisten. Entscheidend ist jedoch der Zeitpunkt der Etablierung, der maßgeblich durch das Saatverfahren beeinflusst wird. Die Drohnensaat bietet hier klare Vorteile durch die sehr frühe Aussaat und die damit verbundene längere Vegetationszeit mit größerer Biomassebildung. Gleichzeitig ist sie stärker witterungs- und standortabhängig und führt zu weniger homogenen Beständen. Die Drillsaat bleibt ein sicheres und bewährtes Verfahren mit gleichmäßiger Bestandsentwicklung, ist jedoch zeitlich stärker eingeschränkt. Damit stellt die Drohnensaat eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Drillsaat dar, insbesondere wenn eine möglichst frühe Etablierung der Zwischenfrucht angestrebt wird.

Fazit

Beide Verfahren eignen sich grundsätzlich zur Etablierung von Zwischenfrüchten und leisten einen Beitrag zum Gewässerschutz.

Die Drohnensaat ermöglicht eine sehr frühe Aussaat und damit eine längere Vegetationszeit mit stärkerer Biomassebildung. Zudem ist keine zusätzliche Bodenbearbeitung erforderlich.

Die Drillsaat sorgt für gleichmäßigere Bestände, erfolgt jedoch später und bleibt dadurch in der Entwicklung begrenzt.

Hinsichtlich der Nährstoffkonservierung zeigten sich im Versuch nur geringe Unterschiede, beide Verfahren trugen deutlich zur Reduzierung der Nmin-Gehalte bei.

Bewertung von Sauen- und Ferkelfutter

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Von August bis September 2025 wurden im vergleichenden Mischfuttertest in Schleswig-Holstein Alleinfutter für ­Jungsauen, für tragende und säugende Sauen sowie ­Ferkelaufzuchtfutter vom Verein Futtermitteltest (VFT) beprobt, überprüft und ­bewertet.

Durch Mitarbeiter der Schweinespezialberatung Schleswig-Holstein und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurden die Proben direkt bei Anlieferung des Futters auf den Betrieben gezogen. Nach Untersuchung im Labor der Agrolab Lufa in Kiel erfolgte die Bewertung beim VFT. Sobald hier eine Abweichung von der Deklaration oder den Vorgaben und Richtwerten festgestellt wird, wird das Futter durch ein zweites Labor überprüft. Dadurch wird die Gefahr von Analysefehlern minimiert, und tatsächliche Abweichungen werden abgesichert.

Hinweise zur Vorgehensweise des VFT bei der Bewertung der Futtermittel, zu Anforderungen und fachlichen Vorgaben sind im Internet unter www.futtermitteltest.de zu finden. Über diese Seite ist ebenfalls ein Zugriff auf die Ergebnisse verschiedener Futtertypen in den einzelnen Regionen möglich.

Alleinfutter für Sauen aus Schleswig-Holstein

Untersucht wurden insgesamt zwei Alleinfutter (AF) für Jungsauen, ein AF für tragende Sauen und zwei Futter für säugende Sauen von zwei verschiedenen Herstellern.

Bezüglich der Genauigkeit der Nährstoffangaben der Hersteller (Deklarationseinhaltung) wurden die angegebenen Gehalte an Energie und den wesentlichen Nährstoffen mit den Laborbefunden verglichen (Tabelle 1).

Bei der fachlichen Bewertung (Tabelle 2) wird die Übereinstimmung der tatsächlichen Gehalte mit fachlich abgeleiteten Richtwerten bezüglich des Energieniveaus und der Aminosäuren- sowie Mineralstoffversorgung (in g/MJ ME) unter Berücksichtigung des vorgesehenen Einsatzzweckes beurteilt. Dieser wird dabei dem Fütterungshinweis beziehungsweise der Bezeichnung des Futters entnommen. Die Aussagefähigkeit des Fütterungshinweises wird mit beurteilt.

Alle beprobten Futter enthielten einen Phytasezusatz, was die Verdaulichkeit von Phosphor und Kalzium erhöht und eine Reduzierung der Mineralergänzung ermöglicht – so sind bei entsprechendem Zusatz die Richtwerte für Kalzium und Phosphor um 0,08 g/MJ ME niedriger.

Die angegebenen Gehalte an Energie und Nährstoffen wurden für alle Sauenfutter bestätigt. Die Jungsauenfutter blieben ohne Bewertung. Das AF für tragende Sauen erhielt wegen eines Rohfaser-Untergehalts und der Überschreitung des maximalen Energiewerts die Note „2“. Die beiden Futter für säugende Sauen erreichten in der fachlichen Bewertung die Note „1“ – ohne Auffälligkeiten.

Ferkelfutter aus Schleswig-Holstein

Die vier untersuchten Ferkelfutter stammten aus drei Mischfutterwerken. Es handelt sich um drei Ferkelaufzuchtfutter I (FAZ I) für Ferkel bis vier beziehungsweise acht Wochen nach dem Absetzen. Ein Futter wurde als Ferkelaufzuchtfutter II (FAZ II) erfasst.

Da die Angaben FAZ I und FAZ II keine genauen Altersabschnitte eingrenzen, sollten in der Bezeichnung oder in den Fütterungshinweisen auf der Deklaration die genauen Alters- und Gewichtsspannen angegeben sein, in denen das jeweilige Futter verfüttert werden soll. Bei zwei Futtern fehlte die Angabe zum Einsatzbeginn/-ende, sodass diese Futter den Ansprüchen eines Ferkels zu Aufzuchtbeginn (8 kg LM) genügen müssen. Ein Futter sollte von 15 bis 26 kg, ein anderes (FA II) ab 18/20 kg eingesetzt werden.

Alle getesteten Aufzuchtfutter enthielten einen Phytasezusatz. Die deklarierten Energie- und Proteingehalte dieser Futter sind der Tabelle 1 zu entnehmen.

In Tabelle 2 ist die fachliche Bewertung nach Einsatzzweck für die FAZ-Futter dargestellt. Ein FAZ-Futter I erhielt aufgrund eines Energie-Untergehalts die Note „3“. Alle anderen FAZ-Futter erhielten die Note „1“ – ohne Auffälligkeiten.

Die vorliegenden Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die geprüften Futterchargen und dürfen nicht generell für die Beurteilung der Futtertypen herangezogen werden. Sie lassen ebenfalls keine Rückschlüsse auf die übrigen Produkte der beteiligten Mischfutterhersteller zu.

Die Prüfung von Mischfutter durch den VFT wird insbesondere durch Zuschüsse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) gefördert.