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Das Bundesfinanzministerium hat am Montag einen Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2024 vorgestellt. Das 240 Seiten starke Papier enthält Vorschläge für die verschiedenen Wirtschaftsbereiche. Für die Landwirtschaft ist die Tarifglättung interessant, die die Regierung im Zuge der Verhandlungen zum Wachstumschancengesetz versprochen hat. Die Vorstellungen von Regierung und Landwirtschaft scheinen noch nicht ganz deckungsgleich.
Nach dem Referentenentwurf aus dem Finanzministerium sollen Landwirte weiterhin ihre Einkommen über drei Jahre versteuern können, denn schlechte Jahre drücken das Ergebnis guter Jahre. Der Turnus von drei Jahren wird um die Veranlagungszeiträume 2023 bis 2025 und 2026 bis 2028 verlängert. Damit wäre die mehrjährige Gewinnglättung, welche die Bundesregierung als einen Ausgleich für den Wegfall des Agrardiesels zugesagt hat, auf sechs Jahre befristet.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) ging von einer unbefristeten Maßnahme aus. Zudem will die Regierung juristische Personen in der Landwirtschaft von der Steuerentlastung ausnehmen. Der Bund schätzt diese mit der Maßnahme verbundene Entlastung auf 50 Mio. € im Jahr. Den Wegfall der Agrardieselsteuerrückerstattung beziffert der DBV auf gut 440 Mio. €, davon entfielen auf 2024 schon 176 Mio. €.
Bei den landwirtschaftlichen Interessenvertretungen stieß der Entwurf des Bundesfinanzministeriums zum Jahressteuergesetz 2024 auf Unmut. Man hatte auf eine höhere steuerliche Entlastung für die Landwirtschaft gesetzt.
DBV-Präsident Joachim Rukwied kritisierte den Referentenentwurf des Jahressteuergesetzes und forderte am Montag in Berlin Nachbesserungen. Rukwied sieht keine volle Kompensation für den Wegfall der Agrardieselrückvergütung. Abgesehen von der befristeten Tarifglättung enthalte der Gesetzentwurf keine weiteren steuerlichen Entlastungsmaßnahmen für die Betriebe.
Auch ist die Absenkung der Vorsteuerpauschale vorgesehen. Die sollte im Gegenzug zur Umsetzung des Wachstumschancengesetztes unberührt bleiben, dachte man. Jetzt ist im Referentenentwurf eine Kürzung von 9 % auf 8,4 % vorgesehen, und dies ab dem Tag der Gesetzesverkündung, also mitten im Wirtschaftsjahr mit einem wahrscheinlich hohen Aufwand an Bürokratie.
Blickt man bei der Bilanz der Bauernproteste auf die Habenseite, steht dort die Rettung der Kfz-Steuerbefreiung für Land- und Forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Die Entscheidung zum Agrardiesel ist gefallen, aber der Abbau kommt später und zeitlich gestaffelt. Das Thema könnte vom DBV zur Bundestagswahl also nochmals auf die Tagesordnung gesetzt werden.
Die Stilllegungsausnahme für dieses Jahr kommt so wie vom DBV gefordert und von der EU vorgeschlagen. Die Gewinnglättung wird rückwirkend ab 2023 für sechs Jahre wiedereingeführt (ist beihilferechtlich noch zu genehmigen). Eine Gewinnrücklage wird geprüft.
Für die Glyphosatanwendung liegt ein Verordnungsvorschlag vor, der so weit keine weiteren Einschränkungen der EU-Zulassung vorsieht. Auf EU-Ebene wurden durch die Bauernproteste Änderungen oder Vereinfachungsvorschläge bei den Maßnahmen der GAP erreicht wie zum Beispiel der Entfall der Stilllegungspflicht. age, mbw
Die Wetterkapriolen des vergangenen Jahres mit langanhaltender Trockenheit im Frühsommer und ergiebigen Regenereignissen im Sommer und Herbst haben auf einigen Betrieben zur Verknappung hochwertiger Grassilagen für die Milchkuhfütterung geführt. Damit steigt die Notwendigkeit, den Ersten und Zweiten Schnitt mit hohen Qualitäten einzufahren und zusätzlich alle Stellschrauben zu drehen, um Fehlgärungen oder aeroben Verderb zu vermeiden.
Zur Vorbereitung auf die bevorstehende Grasernte stehen einerseits die Maschinen im Fokus, die wieder einsatzbereit gemacht werden. Andererseits bietet der Rückblick auf die vergangene Siliersaison die Chance, auf wechselnde Umweltbedingungen besser eingestellt zu sein. Am Beispiel zweier Betriebe, bei denen während des Silocontrollings (siehe Ausgabe 14) Qualitätsminderungen festgestellt wurden, werden die wirksamsten Maßnahmen zur Sicherung der Silagequalität differenziert betrachtet.
Der Erntetermin beeinflusst Futterwert
Im Laufe der Pflanzenentwicklung nehmen die Gehalte an Rohprotein und Energie der Gräser ab und der Rohfasergehalt steigt. Der optimale Schnittzeitpunkt ist erreicht, wenn etwa 50 % der Ähren/Rispen des Hauptbestandsbildners sichtbar sind, dann liegt der Rohfasergehalt bei etwa 230 g/kg TM.
Aufgrund der Umsetzung zu Milchsäure ist auch der Gehalt an Zuckern im Erntegut wichtig für die Silierung. Die Gräser unterscheiden sich im Zuckergehalt, deshalb sind hohe Anteile Weidelgräser im Grünland zu bevorzugen. Allerdings spielt auch das Wetter eine maßgebliche Rolle: Viel Sonne begünstigt die Photosynthese und erhöht den Zuckergehalt. Normalerweise nimmt dieser nachts durch die Pflanzenatmung ab. In kalten Nächten sind jedoch Stoffwechsel und Wachstum gebremst, es kommt zu einer Anreicherung. Insofern ist es ratsam, vor der Mahd zwei bis drei Sonnentage abzuwarten.
Welche Milchsäurebakterien einsetzen?
Das Wetter beeinflusst neben den Pflanzen auch deren „Bewohner“, vor allem den Besatz an Milchsäurebakterien (MSB), auf deren Arbeit die Silierung beruht. Diese Bakterien sind echte Sensibelchen: Kälte, eine hohe UV-Strahlung oder zu hohe Temperaturen wirken sich negativ auf sie aus. Der Zusatz von MSB über Siliermittel kann dann den notwendigen Mindestbesatz sichern, um die Silierung nicht dem Zufall zu überlassen.
Biologische Siliermittel enthalten hoch aktive MSB. Je nach Stoffwechselweg und Gärprodukt werden homo- und heterofermentative MSB (MSBho/MSBhe) unterschieden. Im Gegensatz zu MSBho bilden MSBhe neben Milchsäure auch Essigsäure, die auf Hefen hemmend wirkt, wodurch das Nacherwärmungsrisiko sinkt.
Beispielbetrieb A wählte für den ersten und zweiten Schnitt 2023 ein Siliermittel aus, welches verschiedene MSBho enthielt. Beide Aufwüchse wurden als Sandwichsilage übereinander gefahren, zwischen den Ernteterminen lagen etwa vier Wochen. Nach der Futterwertanalyse waren beide Silagen perfekt, der pH-Wert wurde zügig und tief genug abgesenkt, sodass Clostridien fast keine Chance hatten, Buttersäure zu bilden (Tabelle 1). Allerdings kam es während der Entnahme zu massiven Nacherwärmungen, deren Ursachen mittels Silocontrolling nachgegangen wurde.
Die Verdichtungsmessungen ergaben für die meisten Bereiche außer den Flanken ausreichende Werte. Die Entnahme einzelner Blöcke erfolgte mittels Schneidzange so wenig auflockernd wie möglich, der Vorschub war jedoch mit 1,5 m pro Woche zu gering. Die Temperaturmessungen zeigten die stärksten Erwärmungen im Übergangsbereich zwischen den beiden Aufwüchsen und in der obersten Schicht. In diesen Zonen konnte auch Schimmelbildung beobachtet werden.
Das analysierte Gärsäuremuster bestätigt, dass der Siliermitteleinsatz (MSBho) genau zu dem Ergebnis geführt hat, das bezweckt war, nämlich eine milchsäurebetonte Gärung. Doch durch das Fehlen der Essigsäure als Gegenspieler der Hefen und durch das Öffnen des Silos vor dem kompletten Durchsilieren des ersten Schnittes waren zur Siloöffnung noch genügend Hefen aktiv, um den noch reichlich vorhandenen Restzucker und die Milchsäure umzusetzen.
Betrieb A: Im unteren Bereich der Sandwichsilage aus erstem und zweitem Schnitt (Linie) lagen die Temperaturen mit 20 bis 24 °C deutlich unter den Temperaturen von 26 bis 32 °C in der oberen Hälfte. Die Nacherwärmung wird von Hefen hervorgerufen. Betrieb B war durch plötzlich einsetzenden Regen gezwungen, die Ernte für einen Tag zu unterbrechen. Für diesen Zeitraum wurde das Silo mit Unterziehfolie abgedeckt. Die lange Feldliegezeit und der Regen führten zu einem Zuckermangel, es kam zu massiver Buttersäurebildung und Proteinabbau.
Zukünftige Lösung für Betrieb A
Der Betrieb bekam die Empfehlung, zukünftig bei ähnlichen Ernte- und Anwelkbedingungen auf ein Siliermittel zur Verbesserung der aeroben Stabilität zu setzen, entweder mit einer Kombination aus MSBho+he oder nur MSBhe, um bei zuckerreichem Gras auch die Essigsäurebildung zu fördern und dadurch Hefen zu hemmen. Wenn sich Sandwichsilage nicht vermeiden lässt, wäre es sinnvoll, für den unteren Bereich ein schnell wirkendes Siliermittel einzusetzen, so dass dieser bis zur Ernte des nächsten Aufwuchses schon soweit durchsiliert ist, dass die Hefen bereits unterdrückt sind.
Alternativ bietet es sich an, die ungeraden (erster und dritter Schnitt) beziehungsweise die geraden (zweiter und vierter Schnitt) Aufwüchse übereinander zu silieren. Im Hinblick auf eine gute Verdichtung ist zu starkes Anwelken zu vermeiden.
Damit die Arbeitsgeräte die Grasnarbe nicht verletzen, sind bei jedem Arbeitsschritt die Höheneinstellungen zu überprüfen. Ein Abstand zum Boden ≥ 4 cm ist ratsam.Bei der Grasernte mit dem Feldhäcksler kann die Häcksellänge je nach TM-Gehalt relativ einfach variiert werden zwischen kurz (2 cm) bei stark angewelktem Gras und etwas länger (bis 4 cm) bei nassem Erntegut. Die Verteilung von Siliermitteln im Gutstrom ist sehr homogen. Allerdings muss die Walzleistung auf die hohe Bergeleistung dieses Verfahrens angepasst sein.Um die Walzarbeit zu intensivieren und höhere Verdichtungen im Silo zu realisieren, können zwei Walzfahrzeuge im Parallelbetrieb arbeiten. Das Überfahren des Silos zum Entleeren der Erntewagen ermöglicht dünne Schichten (≤ 20 cm), die sich besser verdichten lassen. Bei schwierigen Bodenverhältnissen kann es aus Sicht der Futterhygiene jedoch sinnvoll sein, das Erntegut anzuschieben.
Wenn der Regen zu früh kommt
Im Sommer 2023 gab es nur kurze Erntezeitfenster, sodass die Grasbestände zur Mahd häufig schon relativ alt waren. Ein Abwarten von zwei Tagen Sonnenschein vor der Mahd war eher illusorisch, schon das Festlegen eines Erntetermins erforderte Mut zur Lücke.
Auf Beispielbetrieb B konnte der dritte Schnitt erst Mitte August erfolgen. Zur Verkürzung der Feldliegezeit wurde mit Aufbereiter gemäht. Der Zuckergehalt im Erntegut lag nach 24 Stunden bei etwa 3 % in der Frischmasse, was grundsätzlich noch ausreichend wäre. Die Ernte mittels Feldhäcksler begann nach etwa 36 Stunden, musste jedoch schon bald abgebrochen werden, da trotz anderslautender Wetterberichte eine Regenfront über die Grünlandflächen zog. Das Silo wurde zwischenabgedeckt, die Ernte erst einen Tag später mit sehr geringen Anwelkgraden fortgesetzt.
Es wurde ein biologisches Siliermittel mit MSBho+he eingesetzt, da die Erfahrungen aus den Vorjahren gezeigt hatten, dass bei Nutzung dieser 12 m breiten Siloanlage nur ein geringer Vorschub realisiert werden kann, sodass regelmäßig aerober Verderb in Kauf genommen werden musste.
Das Ergebnis der Silierung auf Betrieb B war niederschmetternd: Die Silage roch unangenehm, und der Futterwert war bescheiden (Tabelle 2). In nur drei Monaten verdoppelte sich der Buttersäuregehalt, der Milchsäuregehalt nahm um ein Drittel ab, was zum pH-Wert-Anstieg führte. Passend zur Abnahme beim Rohprotein war eine Erhöhung des NH3-N-Gehalts zu verzeichnen. Im Vergleich zu Beprobung im Januar sahen die Werte im Februar etwas besser aus.
Was war passiert? Durch den Regen und die dadurch verlängerte Feldliegezeit war der Zuckergehalt im Gras bereits vor der Silierung gesunken. Die eingesetzten MSB, die eigentlich für einen höheren TM-Gehalt ab 30 % geeigneter wären, konnten aufgrund der Konkurrenz mit anderen Mikroorganismen den pH-Wert nicht tief genug absenken, sodass die über Verschmutzungen eingetragenen Clostridien aktiv blieben.
Sobald kein Zucker mehr vorhanden ist, setzen Clostridien auch Milchsäure zu Buttersäure um, was zu einem Anstieg des pH-Wertes führt. Dieser Vorgang wird als Umkippen der Silage bezeichnet und ist nicht aufzuhalten. Damit einhergehend findet Proteinabbau statt, dabei entsteht NH3-N. Die augenscheinlich leichte Verbesserung bei der Probenahme im Februar ist auf Inhomogenitäten zurückzuführen, das Umkippen war in diesem Silobereich anscheinend nicht so intensiv ausgeprägt wie bei der Beprobung im Januar.
Bei der Verfütterung der Silage wird ein Kreislauf in Gang gesetzt, da Clostridiensporen den Verdauungstrakt passieren und so in die Gülle gelangen können. Wenn die Ausbringung auf Grünland erfolgt, schließt sich der Kreislauf, insbesondere wenn bei den kommenden Ernten ähnlich schlechte Bedingungen vorliegen.
Zukünftige Lösung für Betrieb B
Die mit Sporen belastete Silage wurde nicht an Milchkühe gefüttert, um eine Kontamination der Milch auszuschließen. Die Gülleausbringung sollte nicht auf Grünland erfolgen. Bei diesen schlechten Erntebedingungen hätte ein Siliermittel mit ausschließlich MSBho möglicherweise ein besseres Ergebnis erzielen können, aber ohne Garantie.
In solchen Fällen hilft nur der Einsatz chemischer Siliermittel (Säuren/Salze) zur Verbesserung der Gärqualität, wie es bei unseren skandinavischen Nachbarn übliche Praxis ist. Da solche Mittel eine lange Haltbarkeit haben, ist es empfehlenswert, ein entsprechendes Mittel in ausreichender Menge vorrätig zu haben, sodass bei Wetterumschwung eine schnelle Reaktion möglich ist. Allerdings sind Absprachen mit dem beteiligten Lohnunternehmen sinnvoll, ob die vorhandene Technik für die Applikation geeignet ist.
Bei schwierigen Bodenverhältnissen steigt das Risiko von Futterverschmutzungen, zum Beispiel durch zu tief eingestellte Erntemaschinen oder durch anhaftende Erde in den Reifenprofilen. Zur Risikominimierung ist es ratsam, das Erntegut vor dem Silo abzukippen und anzuschieben anstatt bei der Überfahrt abzuladen.
Tabelle 3 bietet in Form einer Checkliste weitere wichtige Hinweise, die bei der Grasernte zu beachten sind, zum Beispiel zur Vermeidung von Wildtiertod, zur Realisierung hoher Zuckergehalte im Erntegut, zur optimalen Verdichtung und zum Luftabschluss.
Fazit
Um für alle Eventualtäten, die das Wetter bei der Grasernte bereithält, gut gerüstet zu sein, gilt es, frühzeitig passende Siliermittel als „Versicherung“ auszuwählen. Rücksprachen mit dem Lohnunternehmen hinsichtlich vorhandener Applikationstechnik, gewünschter Schnitthöhe und Häcksellänge sind ebenso wichtig wie die Vorbereitung von Erntemaschinen und Siloanlagen auf die neue Saison.
Der Verein Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL) gibt den offiziellen Start des Herkunftskennzeichens „Gutes aus deutscher Landwirtschaft“ bekannt. Verbraucher sollen beim Lebensmitteleinkauf zukünftig auf den ersten Blick erkennen, welche Produkte lückenlos aus der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft kommen.
Die Einführung des Herkunftskennzeichens ist das Ergebnis einer umfangreichen Branchenvereinbarung, die Herkunftskriterien für die gekennzeichneten Produkte festlegt und sicherstellt, dass nur Produkte, die diesen Kriterien entsprechen, das Zeichen tragen dürfen. Das Regelwerk ist nun vollständig und wurde durch den Steuerungskreis des ZKHL verabschiedet.
Lebensmittelhandel erwartet hohe Nachfrage
Zeichennutzer können neben Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels und Lebensmittelherstellern auch Handwerksbetriebe, Direktvermarkter, Unternehmen der Gemeinschaftsverpflegung sowie ideelle Förderer sein. Eine Gebührenordnung regelt die Kosten für die Nutzung des Zeichens, während eine Prüfsystematik die Einhaltung der Kriterien durch etablierte Prüfsysteme und Zertifizierungsgesellschaften gewährleistet.
Björn Fromm, Vorsitzender der ZKHL und Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), erwartet eine hohe Nachfrage seitens des Handels und der Hersteller und betont die Bedeutung des neuen Kennzeichens: „Mit dem Herkunftskennzeichen ‚Gutes aus deutscher Landwirtschaft‘ tragen wir zu einer nachhaltigen Wertschätzung und Stärkung der heimischen Landwirtschaft bei und geben den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine wichtige Orientierungshilfe.“
Dies gelte auch vor dem Hintergrund gesetzlich vorgeschriebener Herkunftskennzeichnungen in den einzelnen Produktgruppen, die für Verbraucher und Verbraucherinnen oft nur schwer erkennbar, nicht einheitlich und nicht immer verständlich seien. Das Zeichen dagegen stelle die Kernaussage „Gutes aus deutscher Landwirtschaft“ in den Vordergrund und sorge für eine deutlich bessere Sichtbarkeit.
In einem ersten Schritt kann das Zeichen für folgende Produktgruppen verwendet werden: Fleisch und Fleischwaren (Rind, Schwein, Geflügel), frische Eier, Obst, Gemüse, Kartoffeln. Das Herkunftskennzeichen Deutschland kann für die Molkereiprodukte Trinkmilch, Joghurt pur, Quark pur und gegebenenfalls weitere Erzeugnisse ebenfalls genutzt werden, soweit die Kriterien erfüllt sind. Meiereien und Handel treffen hierzu bilaterale Vereinbarungen. Die Kennzeichnung ist eine Forderung der Landwirtschaft
Landwirtschaft fordert Kennzeichnung
Im Grunde haben die Landwirtinnen und Landwirte seit ihren sichtbaren Protestaktionen, die 2019 begannen, darauf aufmerksam gemacht, dass Produkte aus heimischer Agrarproduktion nicht sichtbar genug seien. Laut Lebensmittelhandel wird dieser Forderung schon heute mit Artikeln aus regionaler Erzeugung und eigenem „Deutschland-Siegel“ Rechnung getragen. Die verschiedenen Herkunftszeichen können zukünftig abgelöst und vereinheitlicht werden.
Steuerungskreis verhandelte zwei Jahre lang
Der Vorstand der Branchenorganisation ZKHL hat am 15. November im Rahmen des Handelskongresses eine Vereinbarung zur Einführung eines Herkunftslabels für Erzeugnisse aus deutscher Landwirtschaft unterzeichnet, dass Fleisch von Schwein, Rind und Geflügel, Obst, Gemüse, Kartoffeln sowie Eier und Milch mit dem neuen Logo gekennzeichnet werden sollen. Die vier führenden deutschen Lebensmittelhändler Aldi, Edeka, Rewe und die Schwarz-Gruppe hatten sich parallel in einer Absichtserklärung dazu bereit erklärt, das Label zu unterstützen und in der Breite einzuführen.
Über die Branchenvereinbarung wurde hinter den Kulissen zwei Jahre lang im Steuerungskreis der ZKHL gerungen. Die festgelegten Kriterien für das Kennzeichnungssystem sollen von den Kontrollorganisationen QS und KAT überwacht werden. Für die Nutzung des Logos werden Lizenzgebühren erhoben, mit denen die Arbeit der ZKHL finanziert werden soll. age, mbw
Mitglieder des ZKHL
Der Verein Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL) hat sich zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit in der Lebensmittelkette nachhaltig zu verbessern. Dabei soll der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft unter Einbeziehung der gesellschaftlich relevanten Themen und Verbraucherwünsche besondere Beachtung geschenkt werden. Im ZKHL sind Mitglieder aus der gesamten Branche vertreten:
Handelsverband Deutschland (HDE), Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO), Handelsvereinigung für Marktwirtschaft (HFM), information.medien.agrar (i.m.a.), Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG), Wirtschaftswissenschaftliches Institut der Agrarwirtschaft (WWA), Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Netzwerk Agrar, Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Deutscher Verband Tiernahrung (DTV), Milchindustrie-Verband (MIV)age, mbw
Mitte März fand im Lehr- und Versuchszentrum (LVZ) Futterkamp, Blekendorf (Kreis Plön) ein gut besuchter Bau- und Energielehrschautag rund ums Thema Schwein statt. Knapp 80 Teilnehmer informierten sich über die nachträgliche Abdeckung von Güllebehältern, die Massenbilanzierung und den Einsatz verschiedener Waschroboter.
In der Ende 2021 verabschiedeten Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) ist für alle nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigten Anlagen vorgeschrieben, Flüssigmist in geschlossenen Behältern mit Abdeckung aus geeigneter Folie, mit fester Abdeckung, mit Zeltdach oder gleichwertigen Maßnahmen zu lagern. So muss zu jedem Zeitpunkt ein Emissionsminderungsgrad von mindestens 85 % der Emissionen an Geruchsstoffen und Ammoniak nachgewiesen werden, bezogen auf das offene Behältnis ohne Abdeckung. Altanlagen müssen bis Dezember 2024 mit einer entsprechenden Maßnahme nachgerüstet werden.
200 Betriebe von Auflagen betroffen
Jens Christian Flenker, Berater im Fachbereich Bauen bei der Landwirtschaftskammer, wies gleich zu Beginn seines Vortrags darauf hin, dass jede Altanlage individuell zu betrachten und der Zeitraum für die Umsetzung sehr eng sei. In Schleswig-Holstein sind etwa 200 schweinehaltende Betriebe von der Auflage betroffen.
Berater Christian Flenker hielt den ersten Vortrag im Rahmen des Baulehrschautages.
Die Abdeckung durch eine natürliche Schwimmschicht oder mit Strohhäckseln verbietet sich durch die TA Luft. Auch die Abdeckung mit Granulaten als mineralische Schwimmkörper schätzt Flenker als eher ungeeignet ein, da sie nur für dünnflüssige Gülle geeignet ist (Auftrieb) und die Akzeptanz der Genehmigungsbehörden nicht immer gegeben sei. Der Referent sprach sich klar für Schwimmkörper, beispielsweise aus Kunststoff, oder Schwimmfolien aus. Die Folien sind eher für Gülle ohne Schwimmschicht geeignet, da ansonsten die Folienbefestigung und Güllehomogenisierung aufwendiger sein kann.
Regenwasser muss von der Folie abgepumpt werden, da sonst die Gefahr droht, dass diese in die Gülle einsinkt. Die Betriebskosten durch Regenwassereintrag können sich erhöhen.
Mit festen Abdeckungen wie Zelt- oder Kunststoffabdeckungen oder einer Betondecke kann eine Emissionsminderung von 90 % erreicht werden. Flenker gab allerdings zu bedenken, dass nicht jeder Behälter statisch für eine Nachrüstung mit einer festen Abdeckung geeignet ist. Dies muss vorher geprüft werden. Die festen Abdeckungen sind außerdem deutlich teurer als die künstlichen Schwimmdecken.
Was die TA Luft auferlegt
In der TA Luft sind nicht nur Regelungen zur Güllelagerung vorgeschrieben, sondern es werden auch Vorgaben zur Stickstoff (N)- und Phosphor (P)-reduzierten Fütterung und zur Dokumentation dieser gemacht.
Ina Stellwag, Produktionsberaterin für Schweinehaltung am LVZ Futterkamp, erläuterte, dass für BImschG-genehmigte Anlagen eine Ammoniakemissionsminderung von 20 % über die Fütterung vorgeschrieben ist. Diese kann über eine stark N- und P-reduzierte Fütterung erreicht werden. Für Mastschweine ist außerdem eine dreiphasige Fütterung vorgeschrieben. Die Einhaltung dieser Anforderungen muss über eine Massenbilanz dokumentiert werden. Die maximalen Nährstoffausscheidungen, die eingehalten werden müssen, sind dabei in der TA Luft festgelegt.
Beraterin Ina Stellwag moderierte die Veranstaltung und hielt einen Vortrag zur Massenbilanzierung.
Zur Dokumentation herangezogen werden unter anderem die verbrauchten Futtermengen, die Nährstoffgehalte im Futter, Tierzahlen und -leistung. Zur Ermittlung der Nährstoffausscheidung kann zum Beispiel der Bilanzierungsrechner der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft genutzt werden. Gleichwertige Nachweise, zum Beispiel Aufzeichnungen nach dem Düngerecht sind ebenfalls anzuerkennen.
Liegen die Leistungen des eigenen Betriebes oberhalb der auszuwählenden Werte im Stallbilanz-Rechner – hier sind beispielsweise Werte bis 28 abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr oder Tageszunahmen in der Mast bis 950 g angegeben –, ist es an der zuständigen Behörde, die Anforderungen an die Nährstoffausscheidung festzulegen.
In Schleswig-Holstein ist erstmalig bis zum 30. Juni 2026 für das Kalenderjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2025 oder erstmals bis zum 31. Dezember 2025 für das Wirtschaftsjahr 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 die Massenbilanzierung beim Landesamt für Umwelt vorzulegen.
Tolle praktische Vorführung
Im Rahmen des Bau- und Energielehrschautages hatten drei Firmen die Gelegenheit, Waschroboter zunächst in der Theorie und anschließend in der Praxis vorzustellen.
Christian Schulze Bremer stellte den Roboter Clean Buddy 4.0 der Firma BEG Schulze Bremer GmbH, Coesfeld (Nordrhein-Westfalen) vor. Programmierung und Anlernen des Roboters sind nicht nötig, er verfügt über eine automatische Buchtenvermessung und Hinderniserkennung. Vier Führungsräder sind am Roboter verbaut, Waschkopf und Düse können präzise gesteuert werden.
Christian Schulze Bremer stellte den Waschroboter Clean Buddy vor.Bjørn Lund zeigte zusammen mit der GFS den ProCleaner.
In zwei Waschdurchgängen wird mit unterschiedlichen Winkeln gearbeitet, um möglichst viel Schmutz zu entfernen. So könne eine Zeitersparnis von bis zu 90 % erreicht werden. Nachgereinigt werden muss an den Stellen, die unzugänglich für den Roboter sind, und an der Decke. Dieser Roboter wäscht bis 1,30 m Höhe. Der Stall sollte vorher gut eingeweicht sein. Kostenlose Vorführungen sind über Firma Schulze Bremer möglich. Zudem kann der Roboter zwei Wochen lang im eigenen Betrieb getestet werden.
Bjørn Lund von der Firma Washpower A/S (Dänemark) stellte den ProCleaner X100 vor, der über die Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung (GFS) vertrieben wird. Für Lund ist das automatische Waschen die Zukunft. Die Akzeptanz in Deutschland für dieses System müsse allerdings noch steigen. In Dänemark, wo der ProCleaner entwickelt wurde, seien sie bezüglich der Akzeptanz schon einen großen Schritt weiter. Der Roboter erledige 80 % der manuellen Arbeit mit einer uniformen Qualität.
Dieses Modell ist das einzige mit zwei Wascharmen. Die Arme sind statisch, sodass Stützen oder andere Hindernisse im Gang ein Problem darstellen können. Für schmale Gänge gibt es eine schmalere Version des Roboters. Die Düsengeschwindigkeit ist einstellbar, und es können passende Düsen zu allen vorhandenen Hochdruckreinigern geliefert werden.
20 Jahre Erfahrung mit Robotern
Manuel Halmans von MS Schippers, Kerken (Nordrhein-Westfalen), stellte den EvoCleaner vor, das Nachfolgermodell von CleverClean. Halmans wies darauf hin, dass die Firma Schippers damit schon mehr als 20 Jahre Erfahrung mit Waschrobotern habe. Das aktuelle Modell verfügt über einen Wascharm, der bis zu 4 m ausfahrbar ist und damit 6 m Waschlänge erreichen kann. Über ein Joystick-Lernsystem wird der Wäscher programmiert. Magnetstreifen und Halter werden im Stall montiert. Die Halter werden an der Buchtentrennwand angebracht, und der Roboter fährt an den Magnetstreifen entlang. Der Roboter ist batteriebetrieben und kann sowohl Gänge als auch Decken waschen. Der Wasserverbrauch liegt bei 15 bis 18 l/min. Die aktuelle Lieferzeit für den Roboter beträgt zwei Wochen. Bei Youtube ist ein top agrar Praxistest zum EvoCleaner abrufbar.
Manuel Halmans und Lara Oldsen präsentierten den EvoCleaner unter freiem Himmel.
Im Anschluss ging es zu den Schweinestallungen des LVZ. Hier stellte Firma Schippers ihren Waschroboter vor dem Stall aus, die anderen beiden Roboter wuschen in den Stallungen ein Abteil in der Abferkelung beziehungsweise eines in der Ferkelaufzucht. Alle Besucher hatten die Gelegenheit, sich die Waschvorgänge über die Besucherbereiche anzusehen. Ein Praxistest aller drei Roboter im LVZ soll folgen.
Die europäischen Agrarminister trafen sich am Montag und Dienstag im belgischen Limburg und Genk zum informellen Agrargipfel, um über Lebensmittel als strategischen Sektor für Europa zu sprechen. Die EU ist entschlossen, in wichtigen Politikbereichen eine offenere strategische Autonomie zu erreichen, so auch im Bereich der Ernährung, hieß es.
Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen möchte die Europäische Union in strategisch wichtigen Politikbereichen unabhängiger agieren, war der Tenor beim informellen Agrarrat. Die Versorgung der EU mit pflanzlichen Proteinen sollte in der strategischen und politischen Diskussion eine stärkere Rolle spielen. Dafür hat sich der polnische EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski auf der Abschlusskonferenz ausgesprochen. Nach seiner Ansicht muss das Thema vor allem im Hinblick auf die kommende Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027 mehr ins Zentrum rücken.
Versorgungssicherheit wird intensiv diskutiert
Der Agrarkommissar ließ durchblicken, dass in der künftigen GAP neben der Proteinversorgung Themen wie Versorgungssicherheit, Stabilität, Nachhaltigkeit und Solidarität noch mehr im Mittelpunkt stehen sollten. Außerdem forderte er, den Erhalt von Gemischtbetrieben stärker zu fördern. Was die Landwirte nun nicht wollten, seien weitere Umwelt- und Klimaschutzauflagen.
Wojciechowski kündigte an, dass er noch während seiner Amtszeit seine Position über die künftige Agrarreform darlegen werde. Das Mandat der aktuellen EU-Kommission läuft bis Ende Oktober. Eine erneute Nominierung des polnischen PiS-Politikers gilt angesichts der Abwahl seiner Partei im vergangenen Dezember als ausgeschlossen.
EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski bei einer Betriebsbesichtigung im belgischen Limburg im Rahmen des informellen Treffens der EU-Agrarminister und der -Kommission. Fotos: Imago
Der EU-Agrarratspräsident und amtierende belgische Landwirtschaftsminister David Clarinval forderte die Kommission auf, möglichst zeitnah eine wirksame Strategie über eine bessere Binnenversorgung der EU vorzustellen: „Es ist wichtig, eine Landwirtschaft zu gewährleisten, die im wahrsten Sinne des Wortes wettbewerbsfähig und nachhaltig ist, also produktiv und einträglich für die Landwirte.“ Die jüngsten geopolitischen Konflikte hätten gezeigt, wie wichtig es sei, ein hohes Maß an Ernährungssicherheit aufrechtzuerhalten.
Lebensmittel könnten als ein strategisches Interesse angesehen werden, wobei Proteine ein entscheidender Teil davon seien. Laut Wojciechowski werden derzeit 23 % des EU-Proteinbedarfs importiert. Bei den hochwertigen Proteinen habe die Gemeinschaft einen Einfuhrbedarf von 66 %, und bei Soja 90 %.
Um diese Ziele zu erreichen, so Clarnival, müsse die EU angesichts der großen Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft steht, Innovationen fördern. Ein möglicherweise weiterführendes Instrument sieht der Brüsseler Minister in den neuen genomischen Züchtungstechniken (NGT).
Spaniens Agrarminister Luis Planas verlangte ebenso, dass sich der Rat auf eine gemeinsame Linie verständigen müsse. Der deutsche Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) begrüßte die Diskussion. Der deutsche Ressortchef betonte, dass eine Erweiterung der EU mit der Ukraine die strategische Eiweißautonomie der Gemeinschaft deutlich stärken würde.
Ernährungssicherheit als oberste Priorität
Dass die EU-Staats- und Regierungschefs voraussichtlich die Ernährungssicherheit in den Mittelpunkt der EU-Agrarpolitik für die nächsten fünf Jahre stellen wollen, geht aus einem Entwurf der strategischen Agenda der EU hervor, berichtete der Brüsseler Nachrichtendienst Euractiv unter Berufung auf den Bericht, der dem Magazin vorliege. Das Programm legt Europas Prioritäten für die Amtszeit 2024 bis 2029 fest, gibt den EU-Institutionen eine Richtung vor und solle von den 27 Staats- und Regierungschefs beim Europäischen Rat im Juni angenommen, hieß es weiter. Das interne Dokument, das Ende März verfasst wurde, hebe die Ernährungssicherheit als Schlüsselpriorität hervor, obwohl das Thema in den vergangenen Jahren auf EU-Gipfeln kaum diskutiert worden sei. Der zweiseitige Text erwähne nicht explizit die Nachhaltigkeit des Agrarsektors oder den Umweltschutz, obwohl er die „Vorbereitung auf die neuen Realitäten, die sich aus dem Klimawandel ergeben“, als prioritär einstufe, heißt es. Damit würde dieser erste Entwurf zur Ernährungssicherheit eine Abkehr von den Prioritäten für 2019 markieren, die „die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft“ und „die Aufforderung an alle EU-Länder, ihre Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben und zu verstärken“ beinhalteten.
Verbesserung der Nachhaltigkeit
Als Reaktion auf die weit verbreiteten Bauernproteste in der gesamten EU hat die Europäische Kommission in den vergangenen Monaten bereits einige ihrer Pläne zur Verbesserung der Nachhaltigkeit des Agrarsektors verschoben oder zurückgezogen.
Faustine Bas-Defossez, Direktorin für Gesundheit, Natur und Umwelt beim Europäischen Umweltbüro (EEB), reagierte laut Euractiv bereits auf den Entwurf und bezeichnete das Fehlen einer nachhaltigen Landwirtschaft in der durchgesickerten Agenda 2024 als „zutiefst beunruhigend“. Indem sie der „Ernährungssicherheit Vorrang vor der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft geben, ignorieren die EU-Staats- und Regierungschefs die Realität, dass Klimawandel und Naturkatastrophen die größten Bedrohungen für unsere Ernährungssicherheit darstellen“, warnte sie. age, mbw
Der Handelsausschuss des EU-Parlaments hat grünes Licht für die Verlängerung der Handelsliberalisierung mit der Ukraine bis 2025 gegeben. Der Trilog aus EU-Kommission, Rat und EU-Parlament hat sich auf die Verlängerung der autonomen Handelsmaßnahmen für die Ukraine geeinigt. Es wurden auch Einfuhrbeschränkungen beschlossen. So soll es eine „Notbremse“ für Zucker, Geflügelfleisch, Eier, Mais, Hafer, Getreidegrütze und Honig geben. Der Referenzzeitraum schließt nun das Vorkriegsniveau stärker mit ein.
Mit 26 Stimmen dafür, acht Gegenstimmen und keiner Enthaltung billigte der internationale Handelsausschuss (INTA) die am Montag in den Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten erzielte vorläufige Vereinbarung, die die Handelsvorteile für die Ukraine bis Juni 2025 verlängert.
Die sogenannten Autonomen Handelsmaßnahmen (ATM), die erstmals 2022 nach dem russischen Einmarsch eingeführt wurden und im Juni auslaufen, sollen die ukrainischen Agrarexporte in die EU erleichtern, indem alle verbleibenden Zölle abgeschafft und sämtliche Handelshemmnisse beseitigt werden. Der ukrainische Handelsminister erklärte zur Verlängerung, dies sei der Schlüssel zum Erhalt der ukrainischen Wirtschaft.
Der vom Ausschuss gebilligte Kompromiss sieht verstärkte Schutzmaßnahmen gegen Marktverzerrungen vor, einschließlich einer Notbremse für den Fall, dass die Einfuhrmengen „sensibler“ Produkte – Geflügel, Eier, Zucker, Hafer, Mais, Getreide und Honig – die durchschnittlichen Einfuhrmengen aus der zweiten Hälfte des Jahres 2021 sowie aus den Jahren 2022 und 2023 übersteigen.
Damit die vorläufige Einigung über die autonomen Handelsmaßnahmen formalisiert werden kann, muss das Plenum auf einer Sitzung vom 22. bis 25. April, der letzten des laufenden Mandats, noch endgültig grünes Licht geben. Der Rat der EU muss dann noch abschließend zustimmen.
Unterdessen blieb die Einigung über die autonomen Handelsmaßnahmen hinter den Erwartungen der europäischen Landwirtschaftsverbände COPA und COGECA zurück, die den Ausschluss von Weizen und Gerste als unhaltbar für den Sektor bezeichneten. „Wir sind enttäuscht, wir haben mehr erwartet“, sagte COPA-Präsidentin Christiane Lambert gegenüber dem Nachrichtendienst Euractiv und fügte hinzu, dass die Einbeziehung der Hälfte des Jahres 2021 nur ein halber Schritt nach vorn sei.
Einer von Polen und Frankreich angeführten Sperrminorität gelang es, das zweite Halbjahr 2021, vor dem russischen Einmarsch, als die EU-Importe aus der Ukraine deutlich geringer waren, in den Referenzzeitraum für die Auslösung von Schutzmaßnahmen aufzunehmen.
Ähnlich äußerte sich der französische Landwirtschaftsminister Marc Fesneau beim Treffen der Landwirtschaftsminister in Genk am Dienstag. Er nannte den Kompromiss unzureichend und forderte die Kommission auf, ihre Bemühungen zur Regulierung des Getreidemarktes zu verstärken. age, mbw
Im Sommer feiert Thorsten Belvedere mit seiner Frau Petra Bendixen aus Barkelsby ein besonderes Jubiläum: Ihr Citroën DS hat dann 50 Jahre auf den Achsen – und wird seit zehn Jahren vermietet.
Was für viele Besitzerinnen und Besitzer von Oldtimern undenkbar wäre, ist für das Paar mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Bereits beim Kauf der französischen Design-Ikone im Jahr 2014 planten sie ein Vermietungsangebot für die 1974 gebaute Limousine. In Kiel stieß Thorsten Belvedere damals auf die Citroën DS in der Farbe Delta Bleu Metallic und einer roten Polsterung. Den Wagen gab es in der Ausstattungsvariante D Super 5, die Ziffer weist auf die Fünfgangschaltung hin – bereits damals war die Einsparung von Benzin Thema beim Hersteller.
Einspeichen-Lenkrad mit Fünfgang-Handschaltung, vor 50 Jahren war das modern. Foto: Sven Tietgen
Nach dem Kauf arbeitete der Radio- und Fernsehtechnikermeister den Wagen auf und absolvierte dafür auch eine Fortbildung zur „Fachkraft für die Aufarbeitung und Restaurierung historischer Fahrzeuge“ bei der Handwerkskammer Cottbus. „Vieles an Technik habe ich mir aber auch selbst beigebracht“, erzählt der 56-jährige Barkelsbyer. Ein Fan der Citroën-D-Serie, die zwischen 1955 und 1975 in einer Auflage von knapp 1,5 Millionen Fahrzeugen gebaut wurde, ist Thorsten Belvedere schon lange. „Schuld“ am Kauf der „Göttin“, wie sie wegen der französischen Aussprache der beiden Buchstaben DS als „déesse“ – die Göttin – auch genannt wird, ist Petra Bendixen. Die selbstständige Bauingenieurin schenkte ihrem Liebsten einen Gutschein für die Ausleihe eines solchen Oldtimers in Berlin. Der Beschenkte schwärmt noch heute von dem Erlebnis: „Wir waren in einer goldenen DS mit braunen Ledersitzen in der Märkischen Schweiz unterwegs, das war ein wunderbarer Tag!“
Gleich nach dem Ausflug wurde der Plan für Kauf und Verleih einer Citroën DS gefasst. Seit fast zehn Jahren bietet das Paar die „Blaue Göttin“ zur Vermietung an. Bei den ersten Kunden war ihm schon etwas bange, erinnert sich der Besitzer. „Aber ich fand es zu schade, den Wagen allein in der Garage zu lassen. Ich wollte meine Begeisterung über diese Fahrzeuge und ihre Technik gerne teilen“, erklärt der Selbstständige mit einem Reparaturbetrieb für Kaffeevollautomaten. Als großartige Erfindung gilt für ihn besonders die Hydropneumatik. Dieses mit einer Hydraulikflüssigkeit betriebene Dämpfungs- und Federungssystem wurde bei Citroën statt mechanischer Federn und Stoßdämpfer verbaut. Deshalb heißt es nach dem Anlassen des Wagens, zunächst etwas zu warten – bis die Karosserie der DS auf Fahrtniveau angestiegen ist.
Unter der Motorhaube steckt neben dem Reserverad auch der Behälter für die hydropneumatische Flüssigkeit. Foto: Sven Tietgen
Bei der Einweisung verbindet Belvedere die kurze Wartezeit mit einem Hinweis auf den Gründer der Automarke, André Citroën. „Ich sage den Kunden in diesen Momenten immer: So, jetzt legen wir die André-Citroën-Gedenkminute ein.“ Überwiegend ältere Semester leihen sich die „Blaue Göttin“ für eine Tagestour aus, bei Bedarf bietet sich Thorsten Belvedere auch als Chauffeur an. Wenn die Kunden selbst in früheren Jahren eine DS gefahren haben, erlebt er auch emotionale Momente. „Da setzen sich dann gestandene Männer in die Polsterung, greifen in das Einspeichen-Lenkrad und haben Tränen in den Augen.“ Der bald 50 Jahre alte Citroën ist mittlerweile auch zum TV-Star aufgestiegen: Er wurde nicht nur für zwei Großstadtrevier-Folgen gebucht – und nicht nur das!
Auf Mallorca wird die DS in der Vox-Fernsehsendung First Dates-Hotel eingesetzt. Foto: privat
In der Kennenlern-Show „First Dates-Hotel“ des Senders Vox ist die „Blaue Göttin“ mittlerweile Stammgast. In verschiedenen Folgen kurvt der betagte Vierzylinder mit 104 PS über die Straßen Mallorcas. Die bereits erschienenen Folgen sind in der Mediathek abrufbar. Im September stehen erneut Drehtage auf Mallorca an. Wie bei den ersten Dreharbeiten fahren Thorsten Belvedere und Petra Bendixen ihren Liebling selbst nach Barcelona und setzen dort mit der Fähre auf die Mittelmehrinsel über. Für die Drehtage geben sie den Oldtimer vertrauensvoll ab und bleiben entspannt – denn ein richtiges Malheur ist bei rund 300 Ausleihvorgängen bislang nicht passiert.
Ab sofort kann in Barkelsby auch eine Ente ausgeliehen werden. Foto: privat
Wegen der guten Verleiherfahrungen wird das Programm erweitert. Ab sofort kann auch eine „Ente“ gebucht werden – die Citroën 2 CV 6 Club mit aufrollbarem Dach lief 1989 vom Band. Die Ente stand über viele Jahre in einer Tiefgarage und befand sich in einem ausgezeichneten Erhaltungszustand, als Thorsten Belvedere den Wagen kaufte. Über eine Kooperation wird in Kürze auch ein Mercedes Cabrio erlebbar sein. Der 280 SL Pagode der Baureihe W 113 aus dem Baujahr 1970 verfügt über einen Sechszylinder-Motor mit beeindruckenden 170 PS.
„Dem Eigentümer geht es wie mir, das Cabrio soll nicht allein in einer Garage verstauben“, erklärt Thorsten Belvedere. Weitere Informationen unter Tel.: 0 43 51-8 80 55 90 sowie im Internet: blaue-goettin.de
Citroën DS, Baujahr 1974, Ausstattungsvariante D Super 5, Delta Bleu metallic Foto: privatIm Glasgehäuse mit den mitlenkenden Scheinwerfern ist Platz genug für eine Modellversion der DS. Foto: Sven TietgenBereits in den 1950er-Jahren waren die im Dach integrierten Blinker ein Hingucker. Foto: Sven TietgenThorsten Belvedere bietet sich auch als Chauffeur für Hochzeiten oder andere Events an. Foto: Sven Tietgen
Für Investitionen in Wärmenetze übernimmt das Land Bürgschaften und Garantien von bis zu 2 Mrd. €. Dies ergibt sich aus der Richtlinie des „Bürgschaftsprogramms Wärmenetze Schleswig-Holstein“, die Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) vorigen Donnerstag anlässlich des Spitzengesprächs Wärmenetze angekündigt hat. Am 15. April wird die Richtlinie im Amtsblatt veröffentlicht.
„Um in Schleswig-Holstein 2040 vollständig klimaneutral heizen zu können, ist eine große Kraftanstrengung vieler Akteure erforderlich“, sagte Goldschmidt. „Mit dem Bürgschaftsprogramm versorgen wir die Investitionen in den Ausbau der Wärmenetze mit den nötigen Garantien. Es soll die Kreditwürdigkeit von Investoren verbessern, die damit mehr in Wärmenetze investieren können.“
Für den Aus- und Umbau der Wärmenetze wird in den kommenden Jahren ein erheblicher Investitionsbedarf in den Kommunen Schleswig-Holsteins erwartet. Für die dafür nötigen Kredite und Beteiligungen fehlten bislang Bürgschaften. Mit den 2 Mrd. € aus dem neuen Bürgschaftsprogramm schließt das Land eine Lücke. „Nah- und Fernwärme, die aus Erneuerbaren Energien oder Abwärme erzeugt wird, hat viele Vorteile und kann einer der Grundpfeiler der klimaneutralen Wärmeversorgung werden“, erklärte Goldschmidt.
Neubau, Erweiterung und Umbau gefördert
Gefördert wird sowohl der Neubau von Wärmenetzen als auch die Erweiterung und der Umbau bestehender Wärmenetze, sofern diese aus Erneuerbaren Energien oder durch unvermeidbare Abwärme gespeist werden. Die angesprochenen Investoren sind neben Kommunen, Kommunalunternehmen, Zweckverbänden und Genossenschaften auch private Unternehmen, darunter Stadtwerke.
Zum Bürgschaftsprogramm sagt Carsten Müller, Geschäftsführer der mit der Abwicklung beauftragten Bürgschaftsbank: „Unser Haus freut sich, auf diese Weise einen Beitrag zur Klima- und Wärmewende leisten zu dürfen. Auf Grundlage eines validen Businessplans und eines positiven Votums der Hausbank werden wir einen schlanken Antrags- und Bewilligungsprozess darstellen.“ Auf der Homepage der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein sind ab dem 15. April die notwendigen Informationen und das Antragsformular zu finden. Ab diesem Tag ist bei der Bürgschaftsbank eine Antragstellung durch die jeweils finanzierenden Kreditinstitute möglich.
Auf dem Spitzengespräch Wärmenetze, an dem auch Vertreter von Stadtwerken, Verbänden, Verbraucherschutz und dem Finanzsektor teilnahmen, waren die Übernahme der Vorgaben aus dem Wärmeplanungsgesetz des Bundes in das Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) Schleswig-Holsteins ein weiteres Thema. Dieses wird derzeit überarbeitet.
Goldschmidt: „Schleswig-Holstein ist früher als andere Länder mit der kommunalen Wärmeplanung gestartet. Wir wollen diese Vorreiterrolle im Klimaschutz behalten und gleichzeitig dafür sorgen, dass Bundes- und Landesrecht pragmatisch miteinander verzahnt werden. Das ist unser Anspruch bei der Novelle des Landesklimaschutzgesetzes.“
Umsetzung in Landesrecht
Mit dem EWKG, dessen Entwurf in den kommenden Wochen im Kabinett der Landesregierung beraten wird, setzt Schleswig-Holstein als eines der ersten Länder nicht nur das Wärmeplanungsgesetz, sondern auch das Gebäudeenergiegesetz, das Klimaanpassungsgesetz und das Energieeffizienzgesetz in Landesrecht um und treibt so die Wärmewende voran. „Um bei der komplexen Umsetzung der neuen Bundesgesetze besonders im Wärmebereich zu helfen, stellen wir zur Unterstützung der Kommunen derzeit ein Wärmekompetenzzentrum auf die Beine“, sagte Goldschmidt.
Schon der Blick auf die Webseite des KreisLandFrauenverbandes Pinneberg zeigt, dass dort frischer Wind weht. Ein großer neuer Terminkalender gibt schnell einen Überblick über alle Veranstaltungen des Kreisverbandes, der Ortsvereine und der Jungen LandFrauen.
Der Kalender trägt die Handschrift des neuen Vorstandes, der angeführt wird von Ulrike Kühl und Frauke Krohn. Zum Kreis gehören sechs Ortsvereine mit zirka 1.100 Mitgliedern. Es sind viele Berufssparten vertreten: Landwirtschaft, aber auch Handwerk, Einzelhandel, Pflegeberufe, Labormitarbeiter, Büropersonal und Hauswirtschafterinnen. Das Motto der Arbeit lautet „Auf starken Wurzeln gut vernetzt! – Weiblich – Ländlich – Innovativ – Lernen, ein Leben lang“.
Der Start des neuen Vorstandes wurde gleich bei der Auftaktveranstaltung des Kreisverbandes gefeiert. Gut 120 Frauen kamen zur Lesung mit Romy Fölck. Zehn Tage später lud der Kreisvorstand zum Vortrag „Gesund trotz Frau“ mit Dr. Gisa Andresen ein. 90 Frauen nahmen teil.
Ulrike Kühl freut sich über diesen geglückten Start. Ziel der Arbeit des Kreisverbandes sei es, mitzureden, mitzuentscheiden und mitzugestalten für die Zukunft des ländlichen Raumes – „und das mit Intuition, Elan, vielfältigen Ideen und weiblichem Sachverstand, denn Männer und Frauen haben da oft einen unterschiedlichen Blickwinkel“, so die Kauffrau für Groß- und Außenhandel und Industrie-Fachwirtin.
„Neben dieser Aufgabe, sind mir vorrangig unsere Mitglieder wichtig. Neue Themen interessieren mich und erweitern meinen Blickwinkel“, so die neue Kreisvorsitzende. Kathrin Iselt-Segert
Ulrike Kühl aus Groß Nordende ist stellvertretende Bürgermeisterin und neue Vorsitzende der KreisLandFrauen Pinneberg Foto: kis
Bei Kaiserwetter fand über Ostern die inzwischen siebente Osterrallye der Landjugend Reußenköge statt. Bei 18 °C, Sonnenschein und guter Laune wurde der Tag mit 75 teilnehmenden Teams zu einem rundum gelungenen Event.
Zum ersten Mal lag der Start- und Zielpunkt der alljährlichen Osterrallye nicht mehr im Sophien-Magdalenen-Koog in einem Zelt hinter der Koogshalle, sondern im Louisenkoog in einer Pultdachhalle der Familie Thamsen. Der Aufbau startete am Sonntag eine Woche vor dem Wettbewerb. Aufgrund des Standortwechsels wurden die Organisatoren vor neue Herausforderungen gestellt. Dank der guten Teamarbeit konnte die Halle zu einer schönen Fetenlocation für die Party nach der Rallye gestaltet werden.
Die 75 Startplätze wurden bereits Anfang März vergeben. Hierfür nutzte die Landjugend Reußenköge erstmalig das Anmeldeformular der Laju Service GmbH. Vor Anmeldungsstart wurde das Kontaktformular über die Social-Media-Kanäle erklärt. Die Plätze wurden per Windhundverfahren vergeben, weshalb einige sehr motivierte Leute vorab geübt hatten, so schnell wie möglich ihren Namen, die Handynummer und die E-Mail-Adresse zu schreiben. Innerhalb von 25 s waren bereits die ersten 75 Plätze vergeben. Nach wenigen Minuten lagen insgesamt 460 Anmeldungen vor. Wahnsinn! Damit hatte keiner gerechnet. Die Laju Reußenköge war überwältigt von dem großen Interesse.
Dann kam der Ostersonnabend. Mit der gesamten Landjugend wurde der Tag mit einem Frühstück begonnen. Anschließend fuhren die Landjugendmitglieder zu ihren Stationen oder blieben bei der Anmeldung. Die Rallyeteilnehmer bekamen ihre Startnummer, den Fragebogen und eine Landkarte mit eingezeichnetem Streckenverlauf. Die diesjährige Osterrallye führte mit einer Strecke von 65 km durch Nordfriesland, durch die Dörfer Hattstedt, Horstedt, Bohmstedt und Bordelum.
Und dann ging es los. Pünktlich um 12.30 Uhr startete das erste Auto. Der Fragebogen bestand aus 20 Fragen zur Strecke und zehn allgemeineren Fragen. Zusätzlich mussten die Teilnehmer ihr Geschick an fünf Stationen unter Beweis stellen. Hier wurden Schraubenmuttern gestapelt, mit einer Poolnudel ein Geschicklichkeitsparcours absolviert oder auf verschiedene Gefäße gezielt. Zudem musste ein ausgedrucktes Bild mit allen Gruppenmitgliedern mit ins Ziel gebracht werden.
Die Rallye ist nicht nur für junge Leute, sondern für jedermann. So entsteht jedes Jahr aufs Neue eine bunte Gemeinschaft. Viele kommen verkleidet oder mit besonderen Autos – ob besonders alt, groß oder laut, man will auffallen. Eines verbindet dennoch alle: Sie sind heiß auf den Sieg und das große Ei, den Pokal.
Zirka vier Stunden waren die Rallyeteilnehmer unterwegs und gaben sich größte Mühe, alle Fragen richtig zu beantworten und ihr Können an den Stationen zu beweisen. Schlussendlich belegte das Team „The flying Cows of Evershop“ den ersten Platz. Die Crew nahm nicht nur das Ei mit nach Hause, sondern sicherte sich auch einen Startplatz im nächsten.
Im Anschluss an die Siegerehrung feierten die Rallyeteilnehmer und Fetengäste ausgelassen und bei bester Stimmung zur Musik von Team DJ Sound Village. Traditionell endete die Osterrallye 2024 mit dem Tresentanz der Landjugend Reußenköge.
Und im nächsten Jahr heißt es dann wieder, sich superschnell anzumelden, um am 19. April mit am Start zu sein.
Das Team „Die Taffen Giraffen“ auf dem Weg ins Ziel
Fotos: Jan-Leo BraschoßDas Team der Landjugend Reußenköge