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Wie funktionieren die Kreisverbände der LandFrauen, was sind ihre Aufgaben, was bieten sie an und worin bestehen ihre Besonderheiten? Dazu startet das Bauernblatt eine Serie, für die der frühere Bauernblatt-Redakteur Tonio Keller alle zwölf Kreisverbände bereist. Zunächst aber erklärt Präsidentin Claudia Jürgensen im Rahmen einer Veranstaltung die Verbindung des Landesverbandes zur Kreis- und zur Ortsebene der LandFrauen.
„Je höher man auf den Ebenen des Verbandes agiert, desto mehr nimmt der politische Auftrag zu – und der Bildungsauftrag und die Geselligkeit nehmen ab“, ist die Erfahrung von Claudia Jürgensen, Präsidentin des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein (LFV SH). Weniger Geselligkeit und schon gar nicht weniger Bildung müssen die 17 LandFrauen aber befürchten, die zum Infotag für neue oder künftige Vorstandsmitglieder nach Rendsburg gekommen sind.
Klönschnack-Abende, Ausflugsfahrten, Infoveranstaltungen und einmal im Jahr die Jahreshauptversammlung – das Leben im Ortsverein bietet viele Gelegenheiten zum Kennenlernen und zum Austausch, aber auch zur Weiterbildung. Von der Landesebene kommen die meisten fachlichen Bildungsangebote. „Wir bereiten unsere Vorstandsdamen gut vor, etwa auf die Planung einer Jahreshauptversammlung“, betont Jürgensen. Ein passwortgeschützter interner Bereich für Vorstände auf www.landfrauen-sh.de bietet Informationen zu Themen wie Rechte und Pflichten, Finanzen, Datenschutz oder Öffentlichkeitsarbeit.
Bildung – Digitales bis Diabetes
Präsidentin Claudia Jürgensen erklärt die Grundzüge des LandFrauenverbandes.
„Digitalisierung – wir wollen sie alle, aber wir müssen auch alle dabei mitnehmen“, betont die Präsidentin. So können Interessierte qualifiziert werden als „Digitale Patinnen“ – ein Kurs in Kooperation mit dem Breitband-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein. Gesundheit – ein weites Feld, das die LandFrauen beackern mit Fachvorträgen von Diabetes bis Depression, von Sturzprävention bis Telemedizin, von Hörproblemen bis zu frauenspezifischen Themen. „Telemedizin war für mich vorher ein Fremdwort, wir haben alle gestaunt, was sie für Möglichkeiten eröffnet“, berichtet Jürgensen. Auch eine Schulung zur Büroagrar-Fachfrau (Baff) wird angeboten, ein Kurs in Kräuterkunde in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR) und – neu! – eine Weiterbildung zur Demokratie-Lotsin mit den Beratungsteams gegen Rechtsextremismus. Nur Rechtsberatung könne der Verband selbst nicht leisten, aber er frage dazu Anwälte an, wenn das Thema für viele Ortsvereine von Belang sei.
„Wir sind unparteiisch, aber nicht unpolitisch“, betont Präsidentin Jürgensen. Es gibt auf Landesebene drei Facharbeitskreise in den Bereichen Agrar und Umwelt, für Soziales, Frauen und Gesellschaft sowie für Hauswirtschaft und Verbraucherthemen. Der LFV wird eingeladen zu Anhörungen der Landesregierung, führt Gespräche mit Ministerien und findet laut Claudia Jürgensen dort auch Gehör. Zusätzlich gibt es den Arbeitskreis LandFrauenArchiv im Freilichtmuseum Molfsee und die Jungen LandFrauen – sie werden in der Serie als Unterorganisationen der Kreisverbände zu Gehör kommen.
Unparteiisch, aber nicht unpolitisch
„Wir sind unabhängig, da wir uns nur aus Mitgliedsbeiträgen finanzieren“, betont Jürgensen. Fördergelder seien immer projektbezogen. So konnte im vergangenen Jahr mit der Akademie für die ländlichen Räume verhindert werden, dass der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ aus Spargründen gestrichen wurde. Aber auch in den Kreisverbänden werden gesellschaftliche Themen angegangen, etwa in Dithmarschen zur drohenden Schließung des Pränatalzentrums der Westküstenkliniken.
Der Vorstand des LFV, der für vier Jahre gewählt wird, besteht derzeit aus Präsidentin Claudia Jürgensen, Vizepräsidentin Sylke Messer-Radtke und den Präsidiumsmitgliedern Heidi Thamsen und Lena Haase. Laut Satzung gehören dem Vorstand auch die Geschäftsführerinnen Dr. Gaby Brüssow-Harfmann und Ninette Lüneberg an. Dazu kommen vier Beisitzerinnen. Diese werden im jährlich versetzten Zyklus ebenfalls für je vier Jahre von den Kreisverbänden gestellt, derzeit Frauke Krohn (Pinneberg), Marie-Theres Thede (Ostholstein) und Petra Heide (Schleswig). Für den vierten Posten, derzeit unbesetzt, hat Plön das Vorschlagsrecht. Unter anderem bereitet der Gesamtvorstand mit den Kreisvorsitzenden die jährliche Vertreterinnenversammlung vor – quasi die Jahreshauptversammlung des Verbandes. Dort nehmen außer den Genannten Delegierte der Ortsvereine teil. Außerdem gibt es im November eine Arbeitstagung.
Die Kreisverbände sind das Bindeglied zwischen den Ortsvereinen und dem Landesverband. Sie bündeln die Interessen, Belange und Meinungen vor Ort, und sie vermitteln die Bildungsangebote und die politischen Positionen aus dem Landesvorstand an die Basis. Dabei haben alle Kreise ihre eigene Struktur und ihr eigenes Gesicht. Das soll in der kommenden Serie sichtbar werden.
Vielen Landwirten sind die Düngerpreise im gesamten vergangenen Jahr im Verhältnis zu den Getreidepreisen eigentlich viel zu hoch gewesen. Wer sich dennoch im Herbst, aber spätestens bis Ende Februar dazu durchringen konnte, seinen Bedarf für dieses Frühjahr vorab zu decken, wird in diesen Tagen erleichtert durchatmen.
Getrieben durch den Iran-Krieg und die damit einhergehende Blockade der Straße von Hormus, befinden sich besonders die Stickstoff-Dünger in einer steilen Preisrallye. Angesichts der Tatsache, dass knapp ein Viertel des weltweit gehandelten Stickstoffdüngers durch diese Meeresenge aus dem Persischen Golf herausgeschifft werden muss, ist es kaum verwunderlich, dass der globale Düngermarkt derzeit aus den Fugen gerät. Dort in der Golfregion befinden sich einige der größten Düngemittelwerke der Welt. Hierzulande müssen Landwirte in dieser Woche bereits bis zu 43,50 €/dt zahlen, beim Harnstoff fällt der Aufschlag deutlich höher aus. Hier liegen die Preise inzwischen bei bis zu 72,50 €/dt.
Die Preissteigerungen für Stickstoffdünger werden aber auf zwei Säulen getragen. Nicht nur die knappe Verfügbarkeit treibt die Preise in die Höhe, auch die steigenden Energiepreise haben einen entscheidenden Anteil an der Preisrallye. Besonders der Erdgaspreis ist hier der entscheidende Faktor, da Erdgas ja bekanntlich der Hauptrohstoff für die Stickstoffdünger-Produktion ist. Die Ursache liegt allerdings in beiden Fällen in der Blockade der Straße von Hormus, was sich für jeden sichtbar bereits auf den gesamten Energiesektor ausgewirkt hat. Der Unterschied zwischen dem Dünger- und dem Rohölsektor ist allerdings, dass es auf den Düngermärkten keine Pufferkapazitäten gibt, die einen längeren Versorgungsengpass ausgleichen könnten. Der Düngerhandel basiert weltweit eher auf einer Just-in-time-Versorgung. Und das könnte nun gerade zum Saisonstart zu größeren Problemen in der Verfügbarkeit führen, allerdings in anderen Anbauregionen, zum Beispiel Nordamerika, deutlich ausgeprägter als hier bei uns. Somit sehen sich die Landwirte zu Saisonbeginn nicht nur mit explodierenden Düngerpreisen, sondern auch noch mit ausufernden Dieselpreisen konfrontiert.
Für viele Marktteilnehmer stellt sich nun die Frage, wie lange diese Preishochs anhalten werden. Dass man den Zeiteinschätzungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump nicht unbedingt folgen kann, daran haben sich die meisten inzwischen gewöhnt. Aus den anfänglichen vierzehn Tagen sind mittlerweile acht Wochen voraussichtliche Kriegsdauer geworden. Die Märkte interessieren sich allerdings hauptsächlich für die Befahrbarkeit der Straße von Hormus. Hier scheint in den vergangenen Tagen aber auch wieder etwas Bewegung entstanden zu sein. Inzwischen scheint es unbeteiligten Ländern wie Indien möglich zu sein, Frachtschiffe durch die Straße von Hormus zu leiten. Doch selbst wenn die Meerenge vor der iranischen Küste für die zivile Schifffahrt wieder passierbar wird, kommt es aufgrund des sogenannten Rakete-und-Feder-Effektes (schneller Anstieg, langsamer Abfall) nur langsam wieder zu einer Abwärtsbewegung der Preisniveaus. Ein erhöhtes Passage-Risiko wird auch dann noch weiterhin bestehen, und somit werden auch weiter entsprechende Risikoprämien die Frachtraten verteuern.
Marktlage für die Woche vom 16. bis 22.3.2026
Getreide: Die Weizennachfrage aus Importstaaten war zuletzt zurückgegangen. Diese hofften auf eine Entspannung der Lage am Persischen Golf und ein Nachgeben der Preise.
Raps: Beim Raps wurden Gewinne mitgenommen, nachdem die Kurse zuletzt ein Neun-Monats-Hoch erreicht hatten. Weiterhin waren die hohen Rohöl- und Pflanzenölpreise unterstützend.
Futtermittel: Viele Futtermittelhersteller beließen es bei stabilen Preisen. Wegen des Iran-Krieges steigende Rohstoff- und Transportkosten könnten dies bald ändern.
Kartoffeln: Die Gruppe der Kartoffelerzeuger aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland appellierte dazu, die Kartoffelflächen in Nordwesteuropa zu reduzieren.
Schlachtrinder: Der Schlachtrindermarkt war Mitte März überwiegend ausgeglichen: Der Handel hatte sich stabilisiert, die Preisempfehlungen blieben unverändert.
Schlachtschweine/-sauen: Auch nach dem jüngsten Preisanstieg auf 1,70 €/kg SG blieb die Nachfrage der Schlachtunternehmen unverändert rege.
Ferkel: Die Nachfrage nach Ferkeln war weiter so flott, dass nicht alle Anfragen sofort bedient werden konnten.
Milch: Der Anstieg des Rohstoffaufkommens hat sich verstärkt und bewegte sich deutlich über dem Vorjahresniveau.
Schlachtlämmer/-schafe: Die Nachfrage nach Lämmern und Lammfleisch war zuletzt stetig belebter.
Markttendenz für die Woche vom 23. bis 29.3.2026
Getreide: Auch ex Ernte zeigt sich für Weizen eine festere Tendenz, weshalb das Interesse von Landwirten an Vorkontrakten für die Ernte 2026 stetig steigt.
Raps: Am deutschen Markt werden höhere Preise genannt, allerdings bleiben die Umsätze aufgrund der hohen Volatilität weiter begrenzt.
Futtermittel: Sojaschrot notiert stabil, da das Angebot die laufende Nachfrage gut deckt und umfangreiche Mengen für den Sommer bereits eingekauft sind.
Kartoffeln: Überall drängen übergroße Vorräte auf Absatz. Dazu kommen erste, recht frühe Importe aus Ägypten.
Schlachtrinder: Das Jungbullenangebot nimmt langsam zu, der Handel mit Schlachtkühen läuft dagegen unverändert flott.
Schlachtschweine/-sauen: Der Fokus richtet sich auf das Ostergeschäft, das traditionell Impulse für den Fleischabsatz liefert. Das kann Schlachtunternehmern helfen, höhere Einstandspreise weiterzugeben.
Ferkel: Ein knappes Angebot trifft auf eine sehr rege Nachfrage der Mäster, es werden weiter steigende Preise erwartet.
Milch: Die Meiereiabgabepreise für abgepackte Butter sind gestiegen. Der erste große Discounter erhöhte den Ladenpreis für das 250-g-Päckchen auf 1,19 €.
Schlachtlämmer/-schafe: Mit dem Osterfest und dem Ende des Ramadans stehen zwei wichtige Termine an, was sich zunehmend im Handel mit Lammfleisch bemerkbar macht.
Knicks auf den Stock zu setzen, ist eine Kunst – nicht umsonst gehört die Knickpflege mittlerweile zum Immateriellen Kulturerbe der Unesco. Grund genug auch für die Akteure des Modellprojekts „Knickwert“, das Thema Technik in der Knickpflege bei einer Veranstaltung am vergangenen Donnerstag auf dem Betriebsgelände des Lohnunternehmens Rüchel Plöhn in Holzbunge nordöstlich von Rendsburg ins Zentrum zu rücken.
Wie lässt sich ein Knick fachgerecht und wirtschaftlich auf den Stock setzen? Welche Technik ist effizient, und was bedeutet das konkret für Regeneration, Arbeitsaufwand und Kosten? Diese Fragen stießen auf großes Interesse: Mehr als 60 Landwirte, Knickbesitzer, Lohnunternehmer sowie Vertreter aus Kommunen, Hochschulen oder dem Naturschutz strömten auf den Hof der Gastgeberfirma Rüchel-Plön. Für viele Besucherinnen und Besucher dürfte sich der Ausflug gelohnt haben. Denn die „Knickwert“-Macher um Projektmanager Andreas Oeding stellten praktische Vorführungen in den Vordergrund.
Für die zweistündige Aktion des vom Naturpark Hüttener Berge getragenen und bislang einzigen Modellprojekts dieser Art in Schleswig-Holstein wurden zwei Knickabschnitte in unmittelbarer Nähe vorbereitet. Wegen der Fristwahrung setzten die Organisatoren die Abschnitte bereits am 27. Februar auf den Stock. In einem Knickbereich rückte der Bagger mit der hydraulischen Knickschere an – mit dem Ergebnis, dass die Schnittflächen vielfach ausfransten. Welche Folgen damit verbunden sind und wie Abhilfe möglich ist, erläuterte Heiner Staggen, Landwirt aus Rendswühren im Kreis Plön und seit 2023 Knickbotschafter des Landes.
Heiner Staggen (li.) stellte seine Einschätzungen zur technischen Knickpflege vor. Foto: Sven TietgenÜber die ausgefransten Stellen des abgekniffenen Holzes können Pilze und Bakterien eindringen. Foto: Sven TietgenFür den Nachschnitt am Knick etwa 15 bis 20 cm über dem Boden griff David Bonz zur Akkusäge. Foto: Sven Tietgen
„Wenn der Greifer die Baumstämmchen umfasst, bekommen die äußeren mehr Druck, weil sie eingeklemmt sind. So ist der Schnitt nicht mehr gerade, und über die ausgefransten Stellen können Pilze und Bakterien eindringen“, erklärte Staggen. So muss vielfach mit der Motorsäge nachgearbeitet werden. 15 bis 20 cm über dem Boden sollte die Säge angesetzt werden, am besten sei der Schnitt schräg zu führen, damit das Regenwasser besser ablaufen könne, führte der Knickexperte weiter aus. Mit Zollstock maß er die Abstände und markierte sie mit Sprayfarbe, anschließend griffen Claudius Grote und David Bonz vom Naturparkteam zu ihren Akku- und Motorsägen und schnitten die überstehenden Stämmlinge ab – vom höchsten Punkt des Knicks abwärts nach unten.
Der zweite Knickabschnitt dürfte seit mindestens 20 Jahren nicht bearbeitet worden sein, schätzte Heiner Staggen. Dort wuchsen dicke Buchenstämmlinge, die zuvor mit einem Sägeaggregat am Bagger eingekürzt wurden. Dabei entstanden deutlich mehr glatte Schnitte und es musste kaum noch nachgearbeitet werden. Die entsprechenden Sägevorsätze für den Bagger haben allerdings auch ihren Preis. „Rund 50.000 € kosten diese Sägeaggregate“, erklärte Lohnunternehmer Philipp Plöhn.
Interessiert verfolgten die Besucher auch die Verwertung der Knickabschnitte. Zwei unterschiedlich große Häcksler kamen dabei zum Einsatz. Eine kleinere, auf Raupenketten fahrende Maschine häckselte die manuell eingeführten Äste in rund 20 mm kleine Schnitzel, die gut zum Mulchen geeignet sind. Der große, mit einer geschlossenen, 10 m³ fassenden Auffangbox ausgestattete Häcksler verfügt über einen Greifer für dicke Stämmlinge. Die so entstehenden, gröberen Schnitzel eigenen sich besonders gut für Holzhackschnitzel-Heizanlagen.
Zum Schluss besichtigten viele Akteure den umfangreichen Maschinenpark der Gastgeberfirma zum Thema Knickpflege und fachsimpelten über die Technikvarianten. Austausch war auch in der Abschlussrunde angesagt – und die Organisatoren freuten sich über das große Interesse. „Es ist deutlich geworden, dass es keine allgemeingültigen Antworten auf die Frage nach der richtigen Technik gibt. Man muss einfach abwägen, es hängt auch davon ab, wie viele Mitarbeiter wie lange für welche Maschinen eingesetzt werden“, sagte Projektmanager Andreas Oeding.
Jetzt hofft das Modellprojekt-Team auf ebenso große Teilnahme am anstehenden Knickwettbewerb, bei dem es attraktive Preise zu gewinnen gibt. Mitmachen können Eigentümer oder Pächter von Knicks im Gebiet des Naturparks Hüttener Berge. Prämiert werden Knicks, die sich in einem guten Pflegezustand befinden. Anmeldeschluss ist der 1. April, Infos unter www.naturpark-huettenerberge.de und bei Projektmanager Andreas Oeding unter Tel.: 04 61-3 18 51 75.
Die Landwirtschaft hat 2025 die gesetzlich verankerte Höchstmenge an Treibhausgas (THG)-Emissionen nicht überschritten und wird dies voraussichtlich auch bis 2030 nicht tun. Das zeigen die vorläufigen Emissions- und Projektionsdaten des Umweltbundesamtes (UBA), die Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und UBA-Präsident Dirk Messner vorgestellt haben.
Demnach erreichten die Emissionen aus der Branche im vergangenen Jahr 60,8 Mio. t CO2-Äq und unterschritt die im Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) festgeschriebene Höchstgrenze um 7,9 %. Allerdings sind die THG-Emissionen gegenüber dem Vorjahr annähernd gleichgeblieben. Dem Emissionsbericht zufolge hätten eine Zunahme von synthetischer Düngung und das Ende des bisherigen langjährigen Rückgangs der Schweine- und Rinderbestände zwar zu höheren Emissionen geführt. Allerdings habe die trockene Witterung für geringere Lachgasemissionen aus den Böden gesorgt, wodurch sich die Effekte unter dem Schnitt weitgehend ausgeglichen hätten.
Für die Zukunft schätzt das UBA, dass der Sektor Landwirtschaft die im KSG vorgesehenen kumulierten Jahresemissionsmengen für den Zeitraum von 2021 bis 2030 um 16,4 Mio. t CO2-Äq unterschreiten werde. Laut den neusten Projektionsdaten für 2026 zeigt sich aber, „dass die bestehenden Instrumente nach 2030 nur geringfügig emissionsmindernd wirken“. Im Vergleich zu den Projektionsdaten von 2025 werden nun bis 2030 durchgehend leicht erhöhte Emissionen projiziert, die ab 2035 im Vergleich deutlich ansteigen sollen.
Rückgang nur marginal
„Wir haben in Deutschland unsere Emissionen seit 1990 um 48 % reduziert“, betonte der Berliner Umweltressortchef mit Blick auf die Bemühungen der vergangenen Jahrzehnte. Für Schneider ein Erfolg. 2025 hat Deutschland insgesamt rund 649 Mio. t CO2-Äq emittiert; die zulässige jährliche Gesamtmenge nach dem KSG beträgt laut UBA 661,6 Mio. t CO2-Äq. Im vergangenen Jahr sank der Ausstoß der Behörde zufolge aber im Vergleich zu 2024 nur um knapp 1 Mio. t oder 0,1 %. Die Botschaft von Ministerium und Behörde ist, dass die Klimaziele für 2030 erreichbar bleiben, wenn notwendige Maßnahmen umgesetzt werden. Im sektoralen Vergleich waren 2025 nach wie vor der Verkehrs- und der Gebäudesektor die Sorgenkinder. Beide stießen mehr aus als sie durften und haben ihr Emissionsvolumen im Vorjahresvergleich nochmals erhöht.
Wald wieder Nettosenke
Auch der Sektor „Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft“ (LULUCF) ist noch immer eine bedeutende Quelle von Treibhausgasen. Das betont das Thünen-Institut, das die Daten für die nationale Treibhausgas-Berichterstattung zu diesem Sektor geliefert hat. Emittiert wurden 2025 insgesamt 26,9 Mio. t CO2-Äq. Zwar waren das mehr als 30 Mio. t weniger als im Vorjahr, dennoch sollte der Sektor laut KSG bis 2030 mindestens 25 Mio. t CO2-Äq pro Jahr binden, was aktuell ungefähr dem Wert entspricht, den er emittiert. Und die Modellierung der künftig zu erwartenden Emissionen zeigt, dass sich daran bis 2030 nichts ändern wird. Ein Hoffnungsschimmer zeigte sich für den Wald, der im vergangenen Jahr 19,3 Mio. t CO2-Äq mehr aufnehmen konnte als er ausgestoßen hat und damit wieder eine sogenannte Nettosenke darstellt.
Die Klimaschutzwirkung des Waldes fällt laut der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) jedoch weitaus größer aus als die vorgelegten Zahlen suggerieren. Durch die Holznutzung werde in anderen Wirtschaftsbereichen ein Ausstoß von CO2 vermieden, was dem Wald aber nicht angerechnet werde. So werde die Holzenergienutzung in der Klimabilanz nicht dem Wald, sondern dem Energiesektor gutgeschrieben, moniert der Verband. „Eine angemessene Beurteilung der Klimaschutzleistung des Waldes sollte daher auch die Nutzung von Holz zum Ersatz klimaschädlicher Materialien und Energieträger berücksichtigen“, fordert AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter.
Laut UBA könnten im LULUCF-Sektor auch technische negative Emissionen eine Rolle spielen, um die vorgesehenen Senkenziele für 2030, 2040 und 2045 einzuhalten. Denn neben der Vermeidung von Emissionen müssten zur Erreichung der Klimaneutralität auch Wege gefunden werden, wie Treibhausgase der Atmosphäre entzogen werden könnten.
Am selben Tag wie die UBA-Daten ist auch eine neue Analyse zur Wirtschaftlichkeit der CO2-Abscheidung aus Biomasse erschienen, die im Auftrag des Hauptstadtbüros Bioenergie (HBB) und des Bundesverbands der deutschen Bioethanolwirtschaft erstellt wurde. Darin kommt das Ingenieurbüro Seeger Engineering zu dem Schluss, dass die geringsten Kosten in den Anlagen mit flüssiger Biomasse (Bioethanol) mit rund 60 €/t CO2 entstehen. Denn das Kohlendioxid falle hier bereits in hoher Konzentration an und müsse nicht verflüssigt werden. Laut HBB besitzen daher Bioenergieanlagen in Deutschland ein erhebliches Potenzial für Negativemissionen.
Kritik an Klimapolitik
Es ist auch kein Zufall, dass das UBA die Daten gerade jetzt veröffentlicht hat. Das Klimaschutzgesetz schreibt vor, dass die Behörde jedes Jahr bis spätestens zum 15. März die Emissionsdaten des Vorjahres sowie die Projektionsdaten liefern muss. Die vollständigen Inventardaten zu den deutschen Emissionen für 2025 veröffentlicht die Behörde eigenen Angaben zufolge aber erst im Januar 2027, wenn sie diese an die Europäische Kommission übermittelt. Die Daten kommen in einer Zeit, in der die Republik gespannt auf das in der Klimapolitik federführende Bundesumweltministerium blickt. Bis zum 25. März soll das neue Klimaschutzprogramm vorliegen, dessen Entwurf schon Anfang Februar zirkulierte und für viel Unmut sorgte.
Mit dem aktuellen Klimakurs der Bundesregierung sind viele Akteure unzufrieden. „Die Klimapolitik 2026 ist ein trojanisches Pferd voll fossiler Überraschungen“, findet die Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Verena Graichen. Die Deutsche Umwelthilfe hat bereits eine Klage angekündigt, sollte das Klimaschutzprogramm die im Projektionsbericht ausgewiesenen Klimaschutzlücken nicht schließen.
Insgesamt kommen die Getreidekulturen gut aus einem im Vergleich zu den Vorjahren verhältnismäßig langen Winter. Dieser Eindruck lässt sich jedoch nicht uneingeschränkt auf sämtliche Getreideflächen übertragen. Im Zeitraum von der Aussaat im Herbst bis zum Beginn der aktuellen Vegetationsperiode konnten auf vielen Standorten verschiedene ungünstige Faktoren die Entwicklung möglichst gleichmäßiger Bestände beeinträchtigen. Heterogene Bestandesstrukturen erfordern in der nun anstehenden Bestandesführung, insbesondere beim Einsatz von Wachstumsregulatoren, etwas mehr Fingerspitzengefühl in der Wahrung der Standfestigkeit.
Die größten Einflussfaktoren auf die Bestandesentwicklung stellten widrige Witterungsereignisse während der Herbst- und Wintermonate dar. Bereits im Oktober waren einige unmittelbar nach der Aussaat gedrillte Flächen innerhalb weniger Tage starken Niederschlagsereignissen von mehr als 50 bis 100 l/m² ausgesetzt. Auf besonders gefährdeten Standorten waren infolgedessen Verschlämmungen unausweichlich. Diese beeinträchtigten nicht nur einen vollständigen und gleichmäßigen Feldaufgang, sondern hemmten auch die weitere Bestandesentwicklung vor dem Wintereinbruch.
Ende Juni vergangenen Jahres konnten die langen und noch weichen Halme eines Winterweizens kurzzeitigen Wetterkapriolen nicht standhalten. Kommen anschließend längere Regenperioden hinzu und verzögert sich die Ernte des bereits reifen, aber lagernden Getreides, steigt das Risiko von Auswuchs erheblich. In einem solchen Szenario sind Einbußen sowohl an Ertrag als auch an Qualität nahezu unvermeidlich.
Die außergewöhnlich intensiven Niederschläge begünstigten zwar eine sehr gute Wirkung der eingesetzten Bodenherbizide gegen Ungräser und zweikeimblättrige Unkräuter, wirkten sich jedoch häufig gleichzeitig negativ auf den Keim- und Auflaufprozess der Getreidekulturen aus. Das Ausmaß der daraus resultierenden Ausdünnungen beziehungsweise unvollständigen Feldaufgänge variierte zum Teil erheblich. Maßgeblich beeinflusst wurde dies vor allem durch die jeweilige Bodenart sowie durch die Auswahl der Herbizidwirkstoffe und den Zeitpunkt ihrer Applikation.
Zu Beginn dieses Jahres zeigte sich der Winter ungewöhnlich streng und war durch eine längere Frostperiode mit zeitweise kräftigem Ostwind geprägt. Nicht überall waren die Kulturen von einer Schneedecke durchgehend geschützt, sodass vor allem auf exponierten Kuppenlagen im Östlichen Hügelland auch Auswinterungsschäden anteilig möglich sind. Darüber hinaus setzte die anschließende Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit größere Wassermengen frei. Da der Boden vielerorts noch gefroren war, konnte dieses Wasser nicht vollständig versickern. In der Folge traten auf einigen Flächen Staunässe und ausgeprägte Fehlstellen in den Beständen auf.
Bestandesdichten ungewiss
Die dargestellten Witterungseinflüsse können die diesjährige Bestandesdichte der Getreidekulturen erheblich beeinflussen. Eine frühzeitige, startbetonte Stickstoffdüngung wirkt sich zwar grundsätzlich positiv auf die Bestände aus, jedoch liegt zwischen Vegetationsbeginn und Schossbeginn beim Wintergetreide – abhängig von Kultur, Sorte und Aussaatzeitpunkt – meist nur ein Zeitraum von vier bis sechs Wochen. Auf Flächen, die durch widrige Witterung im Feldaufgang oder in der Vorwinterentwicklung stark beeinträchtigt wurden, bleibt häufig zu wenig Zeit für eine ausgeprägte Nebentriebbildung.
Zusätzlich sind die Wetteraussichten für den Monat März zum Zeitpunkt der Artikelerstellung noch unsicher. Niederschlagsintensität und Temperaturniveau werden entscheidend die Stickstoffaufnahme und das Wachstum der Bestände beeinflussen.
Daher sollten Startzeitpunkt, Mittelwahl und Dosierung von Wachstumsregulatoren in der frühen Schossphase des Wintergetreides stets an die Bestandesdichte angepasst werden. Weitere zentrale Einflussgrößen für das standortspezifische Lagerrisiko sind die Witterung sowie die Standfestigkeit der jeweils angebauten Getreidesorte.
Keine bedeutenden Änderungen
Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich für die allgemeinen Empfehlungen zur Absicherung der Standfestigkeit der jeweiligen Getreidekultur sowie für die Auswahl der einzusetzenden Wachstumsregulatoren keine wesentlichen Änderungen ergeben.
Die diesjährigen Empfehlungen zum Einsatz von Wachstumsregulatoren sind in Abbildung 1 dargestellt. Die dort aufgeführten Strategien für die jeweilige Getreidekultur sind nach Intensitätsstufen differenziert. Für die praktische Umsetzung im Ackerbau bleibt weiterhin die Herausforderung bestehen, das standortspezifische Lagerrisiko möglichst realistisch einzuschätzen und die Mittelwahl und Intensität an die jeweiligen jahresspezifischen Rahmenbedingungen anzupassen.
Auch hinsichtlich der verfügbaren Mittel und Wirkstoffe ergeben sich keine wesentlichen Änderungen. Weiterhin stehen insbesondere die Wirkstoffe Chlormequat-Chlorid (zum Beispiel CCC 720, Regulator 720), Trinexapac-ethyl (zum Beispiel Moddus, Modan 250 EC), Mepiquat-Chlorid (zum Beispiel Medax Top), Prohexadion (zum Beispiel Prodax) sowie Ethephon (zum Beispiel Cerone 660) zur Verfügung. Diese können sowohl einzeln als auch in abgestimmten Kombinationen eingesetzt werden, um eine gezielte Einkürzung der Bestände zu erreichen und damit die Standfestigkeit zu wahren.
Eine Übersicht der zugelassenen Wachstumsregler (Stand: 19. Januar 2024) ist auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (lksh.de) verfügbar und wird im Laufe des Jahres aktualisiert.
Um eine sichere Wirksamkeit sicherzustellen, gilt es, bei der Mittelwahl auch die unterschiedlichen Witterungsansprüche der Wirkstoffe zu berücksichtigen:
• Chlormequat-Chlorid: über 6 °C (sonnig); über 10 °C (bedeckt)
• Trinexapac-ethyl: über 10 °C (sonnig)
• Mepiquat-Chlorid: über 6 °C (sonnig); über 8 °C (bedeckt)
• Prohexadion-Calcium: über 10 °C (sonnig)
• Ethephon: über 12 bis 15 °C (sonnig)
Biologische Alternativen
Vielfach werden Produkte auf Siliziumbasis (zum Beispiel HardRock) als biologische Alternative zu synthetischen Wachstumsregulatoren beworben. Silizium soll vor allem die Zellwände stärken, indem es sich als amorphes Silikat in der Epidermis einlagert, die Zellstruktur stabilisiert und die Pflanze in der Lagerneigung gegenüber widrigen Witterungseinflüssen widerstandsfähiger macht.
Für eine fundierte Bewertung des Einflusses von Siliziumpräparaten auf die Standfestigkeit fehlen jedoch noch umfangreichere Versuchsergebnisse. Erste Ergebnisse aus einem Wintergerstenversuch im Jahr 2024 am Versuchsstandort Sönke-Nissen-Koog der Landwirtschaftskammer zeigen, dass der Einsatz von Siliziumpräparaten die Ertragsbildung anteilig leicht negativ beeinflusste. Eine Bewertung des Einflusses von Silizium auf die Halmstabilität ist jedoch aus dem Versuch nicht möglich, da selbst in der unbehandelten Kontrollparzelle kein Lager auftrat. Die Ergebnisse sind in Abbildung 2 dargestellt.
Getreide braucht ein stabiles Fundament
Um das Lagerrisiko bei Getreide zu minimieren, gilt der Grundsatz: Was zu Beginn der Schossphase (ES 30 bis ES 32) versäumt wird, lässt sich später nur schwer ausgleichen. Zeitpunkt und Häufigkeit von Einkürzungsmaßnahmen in der frühen Schossphase werden maßgeblich durch die Witterung und das jeweilige Lagerrisiko beeinflusst.
In Beständen mit hoher Lagergefahr – bei hohen Bestandesdichten und lageranfälligen Sorten – haben sich frühe Maßnahmen zu Beginn der Schossphase (ES 30/31 bis ES 31) unter wüchsigen Bedingungen bewährt. Hierbei wird der erste Halmabschnitt (erstes Internodium) besonders intensiv stabilisiert. Dies gilt auch für lageranfällige Wintergerste, deren Halmstabilität in mehreren Versuchen der vergangenen Jahre durch frühe Regulierung positiv beeinflusst werden konnte (siehe auch Abbildung 2). Bei der Wintergerste ist aber darauf zu achten, dass die Pflanzen die Bestockung auch sicher beendet haben und alle Triebe aufgerichtet sind. Unter wüchsigen und strahlungsreichen Bedingungen hat sich eine Kombination aus Chlormequat-Chlorid und Trinexapac-ethyl als vorteilhaft erwiesen (zum Beispiel 1,0 bis 1,5 l/ha CCC 720 + 0,15–0,2 l/ha Moddus; Wintergerste: 1,0 bis 1,5 l/ha Regulator 720 + 0,15 bis 0,2 l/ha Moddus). Eine weitere Einkürzung erfolgt in ES 31/32 (zum Beispiel 0,6 bis 1,1 l/ ha CCC 720 + 0,3 bis 0,35 kg/ha Prodax; Wintergerste: 0,35 bis 0,4 kg/ha Prodax). Durch diese Vorgehensweise werden die unteren Halmabschnitte gleichmäßig und intensiv stabilisiert, und das Risiko witterungsbedingter Einflüsse wird auf zwei Termine verteilt.
In Beständen mit geringerem Lagerrisiko – etwa bei normaler Bestandesdichte oder stabilen Sorten – genügt in der frühen Schossphase meist eine einmalige Anwendung in ES 31 bis ES 31/32 unter günstigen Witterungsbedingungen. In der Wintergerste gilt es, bei prognostizierter kühlerer Folgewitterung folgende Erkenntnisse zu berücksichtigen: Der kombinierte Einsatz von drei Wirkstoffen (zum Beispiel 0,5 l/ha Medax Top + 0,5 kg/ha Turbo + 0,15 l/ha Moddus; 1,5 l/ha Regulator 720 + 0,4 kg/ha Prodax) begünstigt eine länger anhaltende und nachhaltigere Wirkung. Positive Effekte auf die Halmstabilität der Wintergerste treten vor allem unter kühlen Witterungsbedingungen und damit einhergehender eingeschränkter Wüchsigkeit sowie verlängerter Streckungsphase auf.
Der derzeitige Entwicklungsstand der Getreidebestände ist auf einigen Flächen noch immer von den Starkniederschlägen im Oktober des vergangenen Jahres geprägt. Vor allem auf stark schluffigen Böden kam es zu Verschlämmungen (oben – Weizen) sowie zu verminderten Feldaufgängen durch den Einsatz von Bodenherbiziden (unten – Wintergerste). Diese Ausgangssituation wird auch die weitere Bestandesführung beeinflussen.
Angepasste Nachkürzungen
Klassische Nachkürzungen zur nachhaltigen Reduzierung der Pflanzenlänge in ES 33/37 bis ES 39(-49) müssen an die Wirksamkeit vorangegangener Einkürzungsmaßnahmen und die Witterungseinflüsse situativ angepasst werden. Im vergangenen Anbaujahr haben Wachstumsreglermaßnahmen in der frühen Schossphase überwiegend gut gewirkt. Eine trockene Folgewitterung hat in einigen Landesteilen die Wüchsigkeit des Getreides eingeschränkt und damit auch das weitere Längenwachstum auf dem natürlichen Wege eingeschränkt. Unter diesen Umständen kann gegebenenfalls auf Nachkürzungen gänzlich verzichtet werden, oder es sind allenfalls reduzierte Aufwandmengen einzusetzen.
In Beständen mit erhöhtem Lagerrisiko ist insbesondere in wüchsigen Witterungsabschnitten mit erhöhter N-Versorgung auch intensiv nachzukürzen. Außer robusten Aufwandmengen kann sich auch eine geschickte Terminierung vorteilhaft auswirken. Je früher die Nachkürzung erfolgt, desto größer sind die Effekte beziehungweise die Einkürzungen sich noch streckender Halmabschnitte und damit einhergehend die Wirkung auf die spätere Pflanzenlänge. Dies bestätigen auch Versuchsergebnisse, in denen Maßnahmen in ES 33-37 stärkere Einkürzungen ermöglicht haben als Maßnahmen in ES 39-45. In Beständen mit erhöhter Lagergefahr kann dies entscheidend sein, auch wenn dafür gelegentlich eine zusätzliche Überfahrt erforderlich ist.
Bei Weizen, Triticale und Roggen haben sich Behandlungen ab Bestockungsstadium ES 30-31 (li.) sowie ab ES 31-32 (Mitte) unter günstigen Witterungsbedingungen bewährt, um eine stabile Halmbasis zu entwickeln. Wird der erste Einsatz eines Wachstumsreglers hingegen erst in einem späteren Entwicklungsstadium des Wintergetreides (zum Beispiel ES 32-33, r.) durchgeführt, ist der erste Halmabschnitt bereits stark verlängert. In diesem Fall lässt sich die untere Halmstabilität selbst durch Wachstumsregler nur noch begrenzt verbessern.
Fazit
Das Lagerrisiko des Getreides hängt von vielen Einflussgrößen (zum Beispiel Bestandesdichte, Witterungseinflüsse, Lagergefahr der jeweiligen Sorte, N-Versorgung) ab und sollte standortspezifisch ab Beginn der Schossphase regelmäßig eingeschätzt werden. In der frühen Schossphase (ES 30/31 bis ES 31/32) sollte die Basis für ein stabiles Fundament gelegt und daher für Einkürzungsmaßnahmen günstige Entwicklungsstadien und wüchsige Wetterphasen keinesfalls verpasst werden. In Beständen mit hoher Lagergefahr können frühe und zweimalige Einkürzungen sinnvoll sein, während in standfesteren Beständen oft eine einmalige Regulierung in ES 31/32 in der frühen Streckungsphase ausreicht. Nachkürzungen ab ES 33–37 sollten abhängig von der Wirkung vorangegangener Einkürzungsmaßnahmen, Witterung und N-Versorgung individuell angepasst werden.
Die Menschheitsgeschichte vom Ursprung des Lebens bis in die heutige digitale Gegenwart, mit Ausblick auf die Zukunft – davon erzählen die mehr als 100 Sandskulpturen in der Bootshalle am Fischereihafen Travemünde. Zum achten Mal öffneten sich am vergangenen Wochenende die Tore zur Sandskulpturenausstellung „Zeitreise aus Sand“, die in diesem Jahr bis 1. November bestaunt werden kann.
Was ist Zeit? Kaum ein Phänomen lässt sich so schwer fassen wie sie. Mit Uhren und der Einteilung in Sekunden, Minuten und Stunden versuchen wir, sie in eine Ordnung zu bringen, sie messbar zu machen. Doch letztlich macht sie, was sie will. Mal vergeht sie viel zu schnell, mal zu langsam und ehe man sich versieht, ist sie auch schon verronnen. Und sie schreibt Geschichte, von Anbeginn der Menschheit an. Unendlich viel ist passiert, seit die ersten Wesen die Erde bevölkerten.
Urzeitwesen bevölkerten die Erde, bevor es die ersten Menschen gab. Foto: Iris Jaeger
Davon erzählt die diesjährige Sandskulpturenausstellung in Travemünde mit in Sand geformten historischen Schlaglichtern aus Millionen von Jahren. Auch im achten Jahr hat sie nichts an Faszination verloren. 25 preisgekrönte Künstler aus 15 Ländern haben auf der 3.500 m2 großen Ausstellungsfläche aus mehr als 10.000 m3 Spezialsand, dessen einzelne Körner an sich schon eine Zeitreise erlebt haben, zu meterhohen Skulpturen geformt. „Mit den Sandskulpturen wollen wir etwas erschaffen, das wirklich berührt und nicht nur beeindruckt. Die Menschheitsgeschichte ist unser größtes gemeinsames Erbe, und wenn man sie vor sich stehen sieht, dreidimensional und greifbar, dann passiert etwas mit den Menschen. Diese Wirkung der Sandskulpturen erleben wir jedes Jahr aufs Neue“, sagt Ausstellungsleiter Oliver Hartmann.
Und so startet die Entdeckungsreise dort, wo alles Leben begann – im Meer. Von dort aus führt die Zeitreise an Dinosauriern und Mammuts vorbei zu ersten Menschen. Weiter geht die Reise zu den Hochkulturen mit dem alten Ägypten, dem römischen Imperium bis hin zum Mittelalter. Erzählt wird aus dem Leben der Germanen und Wikinger, dargestellt sind historische Persönlichkeiten und Legenden wie Karl der Große, der Germanenfürst Arminius, Klaus Störtebeker und Jeanne d‘Arc. Weiter geht die Reise von der Renaissance bis zur Gegenwart. Prägende Köpfe aus Wissenschaft, Religion, Philosophie, Kunst, Kultur, Literatur und Politik wie Alfred Nobel, Marie Curie, Goethe, Nietzsche, Luther, Gutenberg, Leonardo da Vinci, Albert Einstein oder auch John F. Kennedy geben der Geschichte ein in Sand geformtes Gesicht.
Germanenfürste Arminius Foto: Iris Jaeger
Reformation, der erste Buchdruck, die Entdeckung Amerikas, der Fall der Berliner Mauer, Mondlandung, Industrialisierung, Kohleabbau, Autobahn, Digitalisierung und große Musik – die Zeitreise im Sand lässt die Besuchenden die Geschichte der Menschheit und historische Momente noch einmal völlig neu erleben. Viel zu entdecken gibt es auch für die kleinen Besucher mit einer Zeitmaschine sowie bekannten Figuren aus Film und Fernsehen. Zudem können sie mit Sandwurm Sandy auf eigene Erkundungstour gehen oder im eigens dafür eingerichteten Sandbereich selbst kreativ werden.
Sand und Wasser, mehr braucht es nicht für die Ausgestaltung der Skulpturen. „Die Stabilität entsteht allein durch die richtige Körnung des Sandes und durch intensives Verdichten. Schicht für Schicht wird der Sand angefeuchtet, in große Holzrahmen gefüllt und festgestampft, bis ein massiver Block entsteht“, erfahren die Besucher aus dem Ausstellungsplan. Dann beginnt die eigentliche Kunst: Die Verschalung wird entfernt, und dann werkeln sich die Künstler von oben nach unten durch den Block. Mit Schaufeln, Kellen, Messern, Spachteln und Pinseln arbeiten sie die Figuren, Gebäude und Darstellungen heraus bis ins feinste Detail. Der Sand für die Ausstellung stamme aus einer regionalen Kiesgrube bei Mölln und sorge mit seiner kantigen Sruktur dafür, dass sich die Körner beim Verdichten ineinander verzahnten, so eine weitere Erläuterung. Weitere Informationen zu dem sandigen Abenteuer finden sich unter: www.sandskulpturen-travemünde.de
Letzte Feinheiten herausarbeiten Foto: Iris JaegerEin Stück Literaturgeschichte: Johann Wolfgang von Goethe und sein Werk „Faust“ Foto: Iris JaegerPhysikerin, Chemikerin und Nobelpreisträgerin Marie Curie Foto: Iris JaegerDarstellung der Krönung von Karl dem Großen Foto: Iris JaegerIn Sand geformte berühmte Persönlichkeit: Albert Einstein und seine Relativitätstheorie Foto: Iris JaegerJohn F. Kennedy und die Berliner Mauer dürfen bei der Zeitreise durch die Menschheitsgeschichte nicht fehlen. Foto: Iris JaegerLeben in der Antike Foto: Iris JaegerMammuts und Neandertaler Foto: Iris JaegerDas Römische Reich Foto: Iris JaegerKlaus Störtebeker Foto: Iris JaegerEine Zeitmaschine Foto: Iris JaegerMartin Luther und die Reformation Foto: Iris JaegerDer Steiff-Teddybär mit dem Knopf im Ohr Foto: Iris JaegerSandwurm Sandy Foto: Iris JaegerLitfaßsäule mit Reklame und dem ostdeutschen Ampelmännchen Foto: Iris JaegerDigitales Leben und die vernetzte Welt Foto: Iris JaegerObelix Foto: Iris Jaeger
Mit einem neuen Gesamtkonzept präsentierte sich die Fleischrinderauktion 2026 im Vermarktungsstall der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) eG in Dätgen bei Neumünster. Erstmals wurde die Auktion mit einer Landesfärsenschau am Vorabend kombiniert. Zahlreiche Besucher aus den benachbarten Bundesländern sowie überregional angereiste Gäste nutzten diese Gelegenheit, sich ein umfassendes Bild von Qualität und Vielfalt der Fleischrinderzucht zu machen. Auch am Auktionstag herrschte sowohl vor Ort als auch online großes Interesse. Viele Zuschauer verfolgten die Hybridauktion erneut per Live-Übertragung direkt aus dem Ring.
Insgesamt kamen 30 Fleischrinderbullen sowie 21 weibliche Tiere aus sechs Rassen zur Versteigerung. Auch neue Rassen konnten im Auktionsring begrüßt werden und spiegelten die wachsende Bandbreite der Fleischrinderzucht wider. Der traditionelle Züchterabend bot bei Klönschnack, Getränken und Imbiss eine gute Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Am Sonnabend eröffnete der Jungzüchterwettbewerb den Auktionstag und zog erneut großes Interesse auf sich. Anschließend stellte Thore Kühl die Bullen fachkundig vor, bevor Auktionator Karsten Winder die Versteigerung leitete.
Starker Wettbewerb: Die Sieger der Rassen Galloway, Angus, Limousin, Charolais, Blonde d‘ Aquitaine und Fleckvieh Simmental im Ring zur Siegerauswahl
Angus
Die Angus-Kollektion präsentierte sich ausgeglichen und mit moderner, leistungsstarker Genetik. Zum Sieger der Rasse wurde der 9-9-8 gekörte „Baron vom Hof Kamerun“ aus der Zucht von Willi Göttsche, Hennstedt, gekürt. Der Bulle überzeugte durch ein harmonisches Erscheinungsbild, viel Länge sowie eine gleichmäßige Bemuskelung und wurde für 4.000 € verkauft.
Topseller der Angus-Bullen war der lackschwarze, 8-8-8 gekörte „Rivaldo von Christelhoi“ aus der Zucht von Kurt Karsten Clausen, Mittelangeln. Der sehr typvolle Bulle mit einem Relativzuchtwert Fleischleistung (RZF) von 119 erzielte mit 5.100 € den höchsten Preis der Angus-Kollektion und wurde von einem Betrieb aus Mecklenburg-Vorpommern ersteigert.
Auch bei den weiblichen Angus-Rindern stand eine ansprechende Kollektion verschiedener Zuchtbetriebe zum Verkauf. Das teuerste Tier war „ML Winnie“ von der Ostermühlen GmbH & Co. KG aus Beringstedt, die bereits an der Landesfärsenschau teilgenommen hatte und für 3.400 € verkauft wurde. Auch die Jungrinder stießen auf reges Interesse, sodass die Zuchtstätten Tobias Ohlrogge, Schulendorf, und Hans-Werner Schröder, Tramm, Zuschlagspreise über 1.700 € erzielten.
Blonde d’Aquitaine
Die Rasse Blonde d’Aquitaine war mit dem Bullen „Haddeby vom Danewerk“ vertreten. Der von der WilMar Geestrind GbR gezüchtete Bulle überzeugte mit harmonischem Erscheinungsbild und einem imponierenden Seitenbild. Mit Typnote 9 gekört und als Sohn der amtierenden Miss Norla 2025, wurde er für 3.950 € verkauft.
Erst auf der Norla erfolgreich mit seiner Mutter, stand nun der herausragende Typbulle „Haddeby vom Danewerk“ selbst zum Verkauf.
Limousin
Die Limousin präsentierten sich erneut in hervorragender Qualität. Die Rahn GbR aus Tielen stellte mit dem 9-9-8 gekörten „Gucci vom Eiderland“ nicht nur den Sieger der Rasse, sondern zugleich den Körsieger über alle Rassen. Der „Grisu“-Sohn überzeugte als ausgeprägter Typbulle mit starker Bemuskelung, insbesondere in Rücken und Keule sowie einem RZF von 114. Der Ausnahmebulle wurde nach Rheinland-Pfalz verkauft.
Teuerster Limousin-Bulle war „Jorik vom Schauedamm“, ein homozygot hornloser „James“-Sohn aus dem Betrieb von Thomas Henningsen, Hürup. Mit einem RZF von 111 und starker Zuchtlinie erzielte er einen Zuschlagspreis von 5.200 €.
Bei den Limousin-Rindern wurden drei Tiere verkauft. Topseller war die „Bel-Orient“-Tochter „Herma“ aus der Zucht von Kirsten Hahn, Kiel-Moorsee, die für 3.400 € nach Nordrhein-Westfalen verkauft wurde.
Richterin Dr. Sabine Schmidt kürte schließlich das Limousin-Jungrind „Thea von Oster Langstedt“ von der Tams GbR zur Interbreed-Siegerin über alle Rassen.
Fleckvieh
Bei der Rasse Fleckvieh konnte sich „RZS Leo“ besonders in Szene setzen. Der homozygot hornlose „Hulk-Hogan“-Sohn aus der Zucht von Cord Jensen, Sörup, überzeugte mit soliden Zuchtwerten und einem harmonischen Gesamtbild. Der 8-8-8 gekörte Bulle wurde für 4.300 € verkauft.
Auch bei den Fleckvieh-Rindern zeigte sich eine gute Nachfrage. Beide Tiere waren bereits am Vorabend auf der Landesfärsenschau präsentiert worden. Den Höchstpreis erzielte die „Harley“-Tochter „Selina“ von Jens Behrens aus Beschendorf mit 3.500 €.
Charolais
Die Rasse Charolais war in Dätgen sowohl zahlenmäßig als auch qualitativ stark vertreten. Bei den Bullen stellte die Familie Albrecht aus Tetenhusen mit „Rocky“ den Körsieger der Rasse. Der 9-8-8 gekörte Bulle ist ein Halbbruder zu „Lovi PP“, der aktuell bei der Rinderzucht Schleswig-Holstein im Besamungseinsatz steht.
Teuerster Charolais-Bulle war „Rafael“, ein „Jacco“-Sohn aus dem Betrieb von Frank Albrecht, Tetenhusen, der für 4.600 € an einen Charolais-Kenner verkauft wurde.
Auch die weiblichen Charolais-Tiere überzeugten. Topseller der tragenden Färsen war „Aura“, eine harmonische „Sergio“-Tochter aus der Zucht von Antje Haase, Treia, mit einem Zuschlagspreis von 3.600 €. Der Topseller der Jungrinder war „Ava“ von Thorsten Jensen aus Högel, die für 2.500 € nach Hessen verkauft wurde.
Hereford
Erstmals wurden in Dätgen auch Tiere der Rasse Hereford präsentiert. Johanna Schneidereit aus Hennstedt stellte mit „Thilo“ einen interessanten Verkaufsbullen vor, dessen Pedigree von landes- und bundesschauprämierten Vorfahren geprägt war. Der 8-8-8 gekörte Bulle wurde für 3.300 € verkauft.
Zudem präsentierte Cornelia Brandt aus Eckstedt drei Hereford-Rinder. Die Tiere bildeten eine geschlossene Kollektion und wurden gemeinsam an einen Zuchtbetrieb in Niedersachsen verkauft. „Bambini“, „Sunny“ und „Beike vom Nord-Ostsee-Kanal“ erzielten jeweils einen Zuschlagspreis von 1.600 €.
Landesfärsenschau 2026
Die erstmals in das Auktionswochenende integrierte Landesfärsenschau entwickelte sich zu einem eindrucksvollen Schaufenster der weiblichen Fleischrindergenetik in Schleswig-Holstein. Richterin Dr. Sabine Schmidt bewertete zahlreiche hervorragend vorbereitete Färsen und Jungrinder in starken Klassen.
Bei den Angus-Färsen nahmen sechs Rinder am Wettbewerb teil. An die Spitze setzte sich die „REA-Babor“-Tochter „Umani“ aus der Zucht von Gesa Schneidereit, Hennstedt. „Vlieder vom Hof Kamerun“ aus der Zucht von Willi Göttsche wurde Reservesiegerin.
Bei den Blonde d’Aquitaine feierte der Betrieb von Döhren/Paradies aus Groß-Nordende mit drei Jungrindern eine gelungene Premiere. Den Klassensieg errang „Agate vom Paradies“.
Viele neue Beschicker konnten in Dätgen begrüßt werden. Zu sehen ist die Zuchtgemeinschaft von Döhren/Paradies mit ihren Blonde d’Aquitaine.
Die Charolais-Färsen präsentierten sich in drei starken Klassen. Klassensiegerinnen waren „Solea“ von Thomas Rothkehl, „Elke vom Brandener Hof“ von Anke Jaspers sowie „Fantasia vom Dannewerk“ von der WilMar Geestrind GbR. In der Siegerauswahl setzte sich schließlich „Elke vom Brandener Hof“ durch.
Bei den Fleckvieh-Simmental überzeugte „Selina“ von Jens Behrens aus Beschendorf und setzte sich vor „Sinje“ durch. Die Limousin-Färsen boten ebenfalls einen hochklassigen Wettbewerb. Klassensiegerinnen waren „Susi PP vom Schauedamm“, „Treene vom Oster Langstedt“ sowie „Thea vom Oster Langstedt“ aus der Zucht der Tams GbR.
Auch White Galloway bereicherten das Schaugeschehen. Hier setzte sich „Xola vom Bebensee“ aus der Zucht von Mechthild Bening an die Spitze.
Im abschließenden Interbreed-Wettbewerb traten die jeweiligen Rassesieger nochmals gemeinsam im Ring an. Richterin Dr. Sabine Schmidt kürte schließlich die „MP Nice Eye“-Tochter „Thea von Oster Langstedt“ von der Tams GbR zur Interbreed-Siegerin über alle Rassen.
Fazit
Die Fleischrinderauktion 2026 in Dätgen bestätigte eindrucksvoll die hohe Qualität und Vielfalt der Fleischrinderzucht in Schleswig-Holstein. Das neue Gesamtkonzept aus Landesfärsenschau und Auktion wurde von Züchtern und Besuchern sehr positiv aufgenommen. Eine starke Nachfrage, zahlreiche Online-Gebote, viele überregionale Käufer, engagierte Jungzüchter sowie ein breites Rassespektrum sorgten für eine rundum gelungene Veranstaltung und machen Lust auf eine Fortsetzung dieses Formats.
Feldsalat (Valerianella locusta) wird von Verbrauchern wegen seines Geschmacks und seines hohen Gehalts an Vitaminen und Mineralstoffen geschätzt. Mit dem Start der Aussaat im März beginnt auf norddeutschen Feldern die neue Feldsalat-Saison. Die zarten Pflanzen, auch als Rapunzelsalat bekannt, gelten als erste frische Vitaminquelle des Frühjahrs. Einer, der die feine Kultur bestens kennt, ist Tietje Beckedorf, Gemüsegärtner aus Reinbek im Süden Schleswig-Holsteins. Auf seinem Betrieb Beckedorf Frischgemüse wachsen rund 80 ha Feldsalat, das entspricht etwa 10 % der gesamten Anbaufläche.
Für den Feldsalatanbau sind leichte, gut befahrbare Böden entscheidend. Denn leichte Böden ermöglichen, dass täglich geerntet werden kann. Dies ist ein wichtiger Faktor, da Feldsalat in der Hauptsaison laufend geschnitten wird.
Geeignete Flächen und Sorten
Schwere oder staunasse Flächen sind ungeeignet, da sie die notwendige Schlagkraft in der Ernte behindern. Feldsalat wird auf einer Fläche nur alle zwei bis drei Jahre angebaut, um den Boden zu schonen und Pflanzenkrankheiten vorzubeugen. Auch die Sortenwahl spielt eine große Rolle. Beckedorf setzt je nach Jahreszeit auf abgestimmte Feldsalatsorten. Im Frühjahr wachsen die Pflanzen zügig und relativ problemlos, doch im Sommer besteht aufgrund starker Sonneneinstrahlung die Gefahr, dass die zarten Blätter verbrennen. „In den Sommermonaten ist Feldsalat nur mit hitzetoleranten Sorten möglich“, erklärt Beckedorf. Der Betrieb organisiert die Aussaat im engen Rhythmus: Von März bis Mitte September wird alle drei Tage gesät. Die Ernte erfolgt etwa 50 Tage nach der Aussaat. „Wir starten je nach Witterung im April und ernten dann bis Jahresende“, so Beckedorf. Bei Frost ist Vorsicht geboten, denn gefrorene Pflanzen dürfen nicht mechanisch bearbeitet werden, da sie leicht brechen. Die Ernte wird dann häufig um einige Stunden verschoben, bis der Bestand aufgetaut ist.
Spezialtechnik im Einsatz
Die Ernte von Feldsalat erfordert spezielles Know-how und Technik. Der Familienbetrieb hat hierfür eigens eine Spezialmaschine weiterentwickelt. „Unsere Maschine schneidet den Feldsalat 1 bis 2 mm unter der Erde, also direkt unterhalb der Keimblätter. So bleibt das Produkt sauber und intakt“, erläutert Beckedorf. Mit dem angepassten Verfahren kann zügig geerntet werden. Die Maschine wurde im eigenen Betrieb auf Basis praktischer Erfahrungen konzipiert und an die Bedingungen im Feldsalatanbau angepasst. Arbeitsintensiv ist der Feldsalatanbau dennoch: Tägliche Ernte und Pflege bedeuten einen hohen Aufwand, aber dank Automatisierung gelingt die Bergung vergleichsweise schnell. „Mit unserer Technik schaffen wir die Ernte mit sechs Personen. Das spart Zeit und schont die Ware“, erzählt der Landwirt. Direkt nach der Ernte wird der Salat gewaschen, gekühlt und verpackt. Die Ware geht möglichst tagesfrisch in den Handel.
Die Ernte von Feldsalat erfordert spezielles Know-how und ausgeklügelte Technik.
Pflanzen gezielt schützen
Trotz aller Sorgfalt im Anbau bleibt der Pflanzenschutz eine Herausforderung. Feldsalat ist anfällig für Pilzkrankheiten wie den Echten Mehltau; zugleich ist die Zahl zugelassener Pflanzenschutzmittel sehr begrenzt. Dadurch steigt das Risiko von Resistenzen, und im Bedarfsfall muss mit Notfallzulassungen gearbeitet werden. „Der Wirkstoffrahmen ist eng – da muss man vorbeugen und genau hinschauen“, sagt Beckedorf. Der Betrieb setzt daher verstärkt auf moderne, resistente Sorten und auf eine konsequente Fruchtfolge. Auch Witterungsextreme fordern die Produzenten: Anhaltende Nässe erschwert die Ernte auf dem Feld, Hitzeperioden im Sommer setzen dem zarten Salat zu. Mit Erfahrung, Technik und flexibler Planung versuchen die Gemüsegärtnerinnen und Gemüsegärtner, diese Risiken zu meistern.
Regional genießen
In Norddeutschland gehört Feldsalat inzwischen fest zum Sortiment regionaler Gemüsebaubetriebe. Die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel sei vorhanden und relativ stabil, berichtet Beckedorf. Allerdings ist der Markt geprägt von festen Abnehmerstrukturen. „Der Feldsalatmarkt ist sehr aufgeteilt – neu anzufangen ist hierzulande kaum noch möglich, allenfalls im kleinen Stil für Wochenmärkte“, schätzt er die Perspektiven für Neueinsteiger ein. Für etablierte Betriebe hingegen bleibt die Kultur eine wirtschaftlich interessante Ergänzung im Anbauplan.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bietet Feldsalat eine willkommene Abwechslung im Frühjahr und Herbst – er ist regional erzeugt, frisch verfügbar und lässt sich vielseitig zubereiten. Ob als klassischer Salat, kurz gedünstet oder im Smoothie: Die zarten Blätter bringen nicht nur Farbe, sondern auch Vitamine auf den Teller.
Insbesondere bei Kälbern spielen Atemwegserkrankungen eine große Rolle, bei ausgewachsenen Milchkühen treten sie relativ selten auf. Zunehmend kommt es allerdings zu Ausbrüchen von schweren Lungenentzündungen durch den Erreger Mannheimia haemolytica bei Milchkühen, die zu hohen Verlusten führen.
Atemwegserkrankungen entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel zwischen der Immunreaktion des Tieres, Stressfaktoren und Krankheitserregern. In den allermeisten Fällen wird angenommen, dass die Rindergrippe nicht nur allein durch das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Grippeerregern ausgelöst wird, sondern viele Faktoren an der Entstehung beteiligt sind. Dabei spielen Management, Physiologie, Umweltfaktoren und natürlich die Erreger eine Rolle. Beispielsweise ergeben sich durch Belüftungsfehler ein Anstieg der Luftfeuchtigkeit und damit eine Erhöhung des Keimdrucks sowie eine Anreicherung von Schadgasen, die die Schleimhäute der Atemwege reizen. Daher werden im Allgemeinen Atemwegserkrankungen bei Rindern als Faktorenkrankheit eingestuft, neben verschiedenen Viren werden hierbei oft die Bakterien Mannheimia haemolytica, Pasteurella multocida, Histophilus somni und Mycoplasma bovis nachgewiesen. Sie werden als allgegenwärtige Bewohner des oberen Atemtrakts angesehen, die allerdings nach stressvollen Ereignissen oder bei viralen Infekten in die Lunge gelangen können. Andererseits wurden diese Erreger auch schon in Lungen gefunden, die keinerlei Grippeanzeichen aufwiesen.
Von diesen Bakterien ist M. haemolytica hinsichtlich Morbidität und Mortalität wahrscheinlich das schädlichste Bakterium, vor allem ist auffällig, dass es nicht nur bei Kälbern und Jungtieren vorkommt, sondern zunehmend eine Rolle bei ausgewachsenen Tieren spielt. Im Allgemeinen treten bei Milchkühen relativ selten Atemwegserkrankungen auf, und wenn doch, werden diese häufig auf eine Schwächung des Immunsystems während der Transitphase zurückgeführt. Da in den letzten zehn Jahren bemerkenswert mehr Ausbrüche durch M. haemolytica bei Milchkühen gemeldet wurden, war es das Ziel einer Fallstudie in den Niederlanden (Jasper het Lam et al., 2025), die Merkmale dieser Ausbrüche und mögliche Risikofaktoren näher zu beschreiben (ermittelt durch eine umfangreiche Umfrage unter betroffenen Landwirten). Es stellt sich die Frage, ob ein gemeinsamer das Immunsystem schwächender Risikofaktor innerhalb kurzer Zeit bei mehreren Kühen eine sekundäre Infektion begünstigt oder ob besonders virulente Stämme dieses Bakteriums eingeschleppt werden und zu einer primären Infektion führen.
Die überwiegende Mehrheit der FPP-Fälle wird bei Kühen in der mittleren bis späten Laktation oder beim Trockenstehen beobachtet.
Diagnose oft überraschend
In 40 % der Fälle kam die pathologische Diagnose einer M.-haemolytica-Infektion (Fibrinöse Pleuropneumonie/FPP) für die Landwirte und Tierärzte vollkommen überraschend, da die ersten klinischen Symptome sehr unspezifisch für eine Lungenentzündung waren. Es wurde sogar von mehreren Landwirten angegeben, dass sie zunächst an eine akute Fremdkörpererkrankung gedacht hätten (und in einigen Fällen wurden sogar auf diesen Anfangsverdacht hin Operationen durchgeführt). Dies erscheint angesichts der unspezifischen und sich überschneidenden klinischen Symptome beider Erkrankungen nachvollziehbar. Als häufigstes Symptom (von 90 % der Landwirte beobachtet) wurde eine sehr plötzliche Abnahme der Milchproduktion beobachtet, gefolgt von Fieber, Abgeschlagenheit und Atemnot. Nasenausfluss wurde von 52 % der Landwirte und Husten von 20 % berichtet. Aufgrund dieser unspezifischen Symptome kam es sehr wahrscheinlich häufig zu einer Verzögerung der Diagnose (und somit auch erst verspätet zu einer geeigneten Therapie). Dies erklärt das hohe Sterberisiko der FPP-Erstfälle. Sobald die Erkrankung auf einem Betrieb bekannt war, erfolgten Diagnose und Behandlung nachfolgender Fälle sehr zügig, was zu einer deutlich besseren Prognose und oft zu einer vollständigen Ausheilung innerhalb weniger Tage führte.
Die überwiegende Mehrheit der Kühe, die nach ihrem Tod bei der pathologischen Diagnostik mit FPP diagnostiziert wurden, stammte von Betrieben, die über mehrere Tage bis Wochen Probleme mit FPP-Erkrankungsfällen hatten. Die an dieser Studie teilnehmenden Landwirte gaben an, dass die Unvorhersehbarkeit und die hohe Sterblichkeit der oft sehr wertvollen Milchkühe zu Unsicherheit und finanziellen sowie emotionalen Belastungen führten. Daher war die Beteiligung an dieser umfassenden und zeitaufwendigen Umfrage sehr hoch.
Spielt Zukauf eine Rolle?
Im Allgemeinen waren die betroffenen Kühe vor dem Auftreten klinischer Symptome gesund, zeigten keine Auffälligkeiten und eine durchschnittliche Milchleistung. Die überwiegende Mehrheit der FPP-Fälle war bei Kühen in der mittleren bis späten Laktation oder Trockenstehern zu beobachten. Dies ist sehr auffällig, da eine M.-hameolytica-Infektion allgemein als sekundäre bakterielle Infektion gesehen wird, die aufgrund primärer Faktoren wie Virusinfektionen, schlechter Luftqualität oder Kältestress entsteht. Dabei müsste die Tiergruppe, die dem größten Stress ausgesetzt ist, am stärksten betroffen sein. Man würde hier folglich erwarten, dass frisch abgekalbte Kühe mindestens dem gleichen Risiko ausgesetzt sind wie Kühe in der mittleren oder späten Laktationsphase, wenn nicht sogar einem höheren. Diese Ergebnisse könnten darauf hindeuten, dass es sich bei den M.-haemolytica-FPP-Fällen um eine durch einen einzigen Erreger verursachte Infektionskrankheit handelt (primäres infektiöses Ausbreitungsmuster). Darüber hinaus könnte der Zukauf von Tieren auch diese Hypothese stützen, dass die Einschleppung eines bestimmten virulenten M.-haemolytica-Stammes die direkte Ursache für FPP-Ausbrüche ist. In der oben genannten Studie begannen 50 % der Ausbrüche innerhalb von 30 Tagen nach dem Zukauf von Kühen aus anderen Herden.
Aus den weiteren Ergebnissen der Studie wird deutlich, dass die teilnehmenden Betriebe zwar eine durchschnittliche Milchleistung pro Kuh aufwiesen, jedoch durch eine überdurchschnittliche Herdengröße und Betriebsintensität (Überbelegung, mehr Zugänge, weniger günstigerer Seuchenstatus) auffallen. Die meisten Ausbrüche begannen in den Wintermonaten und folgten auf eine Periode mit erhöhter Luftfeuchtigkeit, wobei keine regionalen Unterschiede auftraten. Zu den Risikofaktoren gehören laut Studienautoren folglich ungünstige Umweltbedingungen wie Kälte und zu hohe Luftfeuchtigkeit sowie unzureichende Biosicherheitsmaßnahmen und Überbelegung. Aber obwohl M.-haemolytica-Infektionen eine multifaktorielle Erkrankung zu sein scheinen, deuten die Daten eher auf ein primäres Ausbreitungsmuster hin.
Fazit
Bei unspezifischen Symptomen sollte auch bei ausgewachsenen Milchkühen immer an die Möglichkeit gedacht werden, dass es sich um eine Infektion der Atemwege handelt. Denn nur durch eine frühzeitige Diagnose kann in Fällen von FPP eine aussichtsreiche Therapie begonnen werden.
Die diesjährige elektronische Antragstellung für Vertragsnaturschutzmaßnahmen mit Laufzeitbeginn ab 2027 ist ab dem 20. März bis zum 1. Juli 2026 möglich. Darauf weist das Kieler Umweltministerium (MEKUN) hin. Zu nutzen ist der Inet WebClient: https://elsa.schleswig-holstein.de und anschließend die Kachel inet VNS.
Da die Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) in 2027 ausläuft und nur noch begrenzte Fördermittel bis spätestens 2029 zur Verfügung stehen, können 2027 lediglich dreijährige Verträge ausgewählter Vertragsmuster abgeschlossen werden. So werden die Vertragsnaturschutzmaßnahmen „Weidegang“ und „Weidewirtschaft Moor“ nicht mehr angeboten. Bezüglich der Vertragsnaturschutzmaßnahme „Ackerlebensräume“ wird die Variante „Gezielte Begrünung mit mehrmaliger Ansaat“ (Standardvariante) ebenfalls nicht mehr angeboten. Anträge für die zuvor genannten Vertragsnaturschutzmaßnahmen sind im Rahmen des Antragsverfahrens 2026 nicht einreichbar.
Für die Vertragsnaturschutzmaßnahmen „Weidewirtschaft“, „Weidewirtschaft Marsch“, „Weidelandschaft Marsch“, „Grünlandwirtschaft Moor“, „Kleinteiligkeit im Ackerbau“ und „Ackerlebensräume“ (soweit angeboten) wird aufgrund nur noch begrenzter Fördermittelverfügbarkeit voraussichtlich eine Priorisierung erforderlich werden. Die Priorisierung wird auf Basis der Vorgaben des GAP-Strategieplans von Deutschland sowie naturschutzfachlichen Abwägungen in nachfolgend genannter Reihenfolge erfolgen:
1. Direkte Anschlussverträge an Altverträge der vorherigen Förderperiode werden priorisiert abgeschlossen. Dabei wird Antragsflächen innerhalb von Natura-2000-Gebieten Vorrang eingeräumt. Anschließend werden Flächen außerhalb von Natura-2000-Gebieten berücksichtigt.
2. Nachrangig werden „Neu-Antragsflächen“ (ohne zuvor ausgelaufene Altverträge) berücksichtigt. Auch hier werden Antragsflächen innerhalb von Natura-2000-Gebieten bevorzugt bedient.
Ausnahme: Für die Vertragsnaturschutzmaßnahmen „Weidewirtschaft Marsch“, „Weidelandschaft Marsch“ und „Grünlandwirtschaft Moor“ können ausschließlich Anschlussverträge an Altverträge der alten Förderperiode angeboten werden.
Sollten im Rahmen der genannten Priorisierungsschritte nicht ausreichend Fördermittel für alle Anträge zur Verfügung stehen, so ist zudem eine Begrenzung pro Hektar und Antragstellenden vorgesehen.
Für die Vertragsnaturschutzmaßnahmen „Rastplätze für wandernde Vogelarten“, „Wertgrünland“, „Grünlandlebensräume“, „Umwandlung von Acker in Grünlandlebensräume“ und „Halligprogramm“ wird es keine Verkürzung der Laufzeit geben und voraussichtlich keine Priorisierung oder Begrenzung erforderlich sein.