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Winterausstellung „Die Zwei Jahreszeiten“

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Als Dr. Dörte Beier, die Leiterin des Stadtmuseums Schleswig, vor etwa eineinhalb Jahren die Naturfotografien von Dieter Damschen auf dem Naturfestival in Lünen sah, wollte sie diese unbedingt in der großen Ausstellungshalle des Museums zeigen. Dieser Wunsch ist nun Wirklichkeit geworden. Die Winterausstellung „Die Zwei Jahreszeiten“ ist bis zum 15. März 2026 in einer eigens für das Museum konzipierten Schau zu sehen.

Beim Internationalen Naturfotofestival in Lünen werden neben Vorträgen zu den Themen Natur und Fotografie sowie einem großen Fotomarkt auch die besten Naturfotografinnen und -fotografen mit dem Titel „Naturfotograf des Jahres” der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) ausgezeichnet.

Dieter Damschen präsentiert seinen Bildband „Die Zwei Jahreszeiten“
Foto: Lydia Bernhardt

Im Jahr 2024 fiel diese Ehre dem 1970 in Moers am Niederrhein geborenen Dieter Damschen zu. Sein Siegerbild „Winterhochwasser im Auwald” ist nun auch in der Winterausstellung des Stadtmuseums Schleswig zu sehen. Dieter Damschen hat diese eigens für das Museum konzipierte Schau „Die zwei Jahreszeiten” genannt, denn für ihn sind Herbst und Winter die Jahreszeiten, in denen er reichlich Motivation und Motive in den Naturlandschaften findet. „Die Ausstellung lädt zum Genießen und Wohlfühlen ein”, sagt Dr. Dörte Beier, die Leiterin des Stadtmuseums. Es sei eine besonders gelungene Auswahl kontemplativer Bilder, die sich in den Museumräumen besonders gut machten.

Dieter Damschen wuchs als junger Mann auf einem Bauernhof am Niederrhein auf. Damals empfand er seine Umgebung als wenig inspirierend. Mit etwa zwölf Jahren entdeckte er bei einer Vogelstimmenwanderung die „Reichhaltigkeit der Natur” für sich. „Mit 14 Jahren bekam ich von meinem Onkel Manfred, der selbst fotografierte, zur Konfirmation meine erste Kamera“, erinnert sich der Fotograf. Es handelte sich um eine analoge Kompaktkamera von Revue mit einem 28-mm-Fixfokus-Objektiv. Doch damit stieß er schnell an seine fotografischen Grenzen. Deshalb legte er sich noch im selben Jahr eine Spiegelreflexkamera, eine Minolta X-300, zu.

Seit 1991 fotografiert er mit verschiedenen Nikon-Kameras, seit etwa 2004 digital. Auch wenn sich sein Kameraequipment den Zeiten angepasst hat, eines ist geblieben: die Freude, allein draußen zu sein und die Vielfalt der Naturlandschaften für sich zu entdecken. Dabei sind der Herbst und der Winter seine liebsten Jahreszeiten.

Stimmungsvoll, melancholisch, im Wechselspiel der Jahreszeiten und des Lichts – so zeigen sich die Landschaftsbilder des Naturfotografen.
Foto: Dieter Damschen

Wenn die Tage kürzer werden, die Blätter ihre Farbe verändern und im Morgengrauen feuchtkalter Nebel über die Wiesen zieht, dann beginnen für Dieter Damschen die beiden schönsten Jahreszeiten. Es sind die Momente der „leisen Töne”, der „melancholischen Stimmungen” und des „Abschieds, Aufbruchs und Verharrens”, die ihn immer wieder in ihren Bann ziehen. „Es ist das meditative Draußensein, das Erleben an sich“, erklärt Dieter Damschen seinen heutigen künstlerischen Antrieb.

Seit seinem Umzug ins Wendland bei Hannover im Jahr 2003 streift Dieter Damschen durch die noch unberührte Region entlang der Elbe zwischen Boizenburg und Wittenberge. Sie bildet den räumlichen Schwerpunkt seiner fotografischen Aktivitäten. Immer wieder rücken die hier noch zu findenden Kraniche in den Mittelpunkt seines Schaffens. Ihrem Ruf folgend, zeigen seine Aufnahmen deshalb häufig die großen grauen Vögel. Die minimalistischen Arbeiten des Naturfotografen mit eigenem Verlag, die er selbst als „Dokumente” bezeichnet, wurden vielfach bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Titel „Naturfotograf des Jahres” in Lünen. Neben dem Gewinnerbild „Hochwasser im Auwald” sind aktuell 45 weitere Landschaftsbilder im Stadtmuseum Schleswig auf mehreren Ebenen des Hauses ausgestellt. Tiere beziehungsweise Vögel sind als „in die Landschaft eingebettet“ abgebildet. Der Fotoband „Die Zwei Jahreszeiten“ wird ebenfalls ausgestellt. Weitere Informationen unter www.stadtmuseum-schleswig.de

Foto: Dieter Damschen
Foto: Dieter Damschen
Foto: Dieter Damschen
Foto: Dieter Damschen


Wenn die Nussbäume in den Wald kommen

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Es ist zunächst verwirrend, wenn man beginnt, sich mit den für den Wald geeigneten Nussbäumen zu beschäftigen. Stichworte wie Hybrid-Bäume, 12 m Pfahlwurzel, 1 cm Dicken- und 2 m Höhenzuwachs im Jahr, Himalaya-Herkünfte, Wertästung, Saat oder Pflanzung, wertvollstes Laubholz in nur 60 bis 80 Jahren mit Zieldurchmessern von 50 bis 70 cm. Das alles wurde bei einem Seminar der Interessengemeinschaft Nuss (IG Nuss) in Mecklenburg-Vorpommern mit Leben gefüllt. Eine Region, die sich von der hiesigen nicht so sehr unterscheidet.

Auf einer bewaldeten Insel im Plauer See setzen Alt-Waldbesitzer Jobst Blome und sein Freund und forstlicher Berater Dr. Hans-Jochen Meyer-Ravenstein seit 25 Jahren in engagierter Pionierarbeit die Anreicherung des heute gut 200 ha großen Waldbesitzes mit verschiedenen Nussbäumen, aber auch Vogelkirsche, Esskastanie und Wildbirne um. Seit 2018 werden die Erfolge und Rückschläge in einem zweitägigen Seminar der IG Nuss interessierten Waldbesitzern und Forstleuten vorgestellt und diskutiert. So auch im Juli dieses Jahres, als sich 18 Waldbesitzer und Forstleute auf dem Plauer Werder trafen. Fast zwanzig Waldbilder wurden vorgestellt und durch einen abendlichen Vortrag mit Informationen zum forstlichen Nussanbau ergänzt.

Die Einbringung von Nussbaumarten erfolgt auch mit Blick auf zunehmende Temperaturen durch den Klimawandel. Für die Zukunft sollen Kulturen im Wald auf dem Plauer Werder vermieden werden, die frühe Fruktifikation, oft nach wenigen Jahren und der hier geringe Rehwildbestand, lassen auch von den meisten Nussbäumen eine gute natürliche Verjüngung erwarten. Entsprechend erfolgt der Anbau in Kleinflächen (Störungen), Femeln, Gruppen oder Nestern über den Wald verteilt. Da die Fixierung auf Wertentwicklung und Zuwachs eine intensive Betreuung (frühe Wert­ästung und frühe Freistellung) erfordert, wird angeraten, eine kontinuierliche personelle Betreuung über die ersten 20 bis 30 Jahre sicherzustellen.

Die Wald-Walnuss

Die licht- und wärmeliebende Walnuss (Juglans regia) wurde auf dem Plauer Werder vor 20 Jahren zunächst mit wild gesammelten Walnüssen von Obstbäumen ausgesät. Da die Walnuss seit der Jungsteinzeit in Europa kultiviert wird, ist die Herkunft für den forstlichen Anbau bedeutend. So haben sich in den letzten Jahren die Herkünfte 26 und 120 sowie die Himalaya-Herkunft Dachigam (Meyer-Ravenstein: „fantastische geradschäftige Qualität in einem Bestand bei Zürich“) als empfehlenswert herausgestellt.

Vorgestellt wurde ein Walnuss-Jungwuchs mit Esskastaniengruppen nach Abtrieb von Aspe und Mulchen, gepflanzt in 2005 mit einjährigen Sämlingen. Nach mehrmaligem Freischneiden und Auskesseln sowie Kalkung wurden die Zukunftsbäume ab 2014 ausgesucht und mit der Wertästung (per Hand bis 2,5 m) begonnen.

Die Schwarznuss

Beeindruckender Schwarznuss-Bestand wurde 2010 durch Saat entlang einer Straße auf ehemaligem See­boden angelegt. Der Stockausschlag treibt aus den Durchforstungswurzelstöcken.

Die nordamerikanische Schwarznuss (Juglans nigra) ist ein Waldbaum, der durch ein wertvolles dunkles Holz (Tropenholzersatz), schnelles Wachstum und eine beeindruckende Pfahlwurzelbildung besticht. Um die Pfahlwurzelbildung nicht zu unterbrechen, sollte die Schwarznuss nur per Saat (ohne grüne Schale) vermehrt werden. So haben einjährige Schwarznusssämlinge bereits eine meterlange Pfahlwurzel und eine Wurzelgrabung bei einem Altbaum, so wusste Meyer-Ravenstein zu berichten, wurde bei 12 m Tiefe eingestellt. Zwar ist die Schwarznuss ein Baum der Hartholzaue mit relativ hohen Ansprüchen an Standortgüte und Wasserversorgung und könnte dort die absterbende Esche ersetzen, sie wächst jedoch auch auf anderen gut versorgten Waldstandorten. Höhentriebe in der Jugend von 2 m und eine rasche Durchmesserentwicklung (1 cm/anno) beeindrucken bei dieser Baumart. So wurde eine Schwarznusssaat auf ehemaligem Seeboden der Herkunft Steinerwald (Forstamt Lampertsheim) aus dem Jahr 2010 vorgestellt, die nach standortbedingt aufwändiger Kulturpflege und einmaliger Kalkung nach nur acht Jahren zur Z-Baum-Vorauslese anstand und seitdem bis 2024 in vier Schritten bis 8 m wertgeästet wurde. Erste Brennholzdurchforstungen erfolgten 2021 und 2023. Neben der Schwarznuss sind in geringerem Maße auch Butternuss (Juglans cinera) und Mandschurische Nuss (Juglans mandschurica) in den Flächen vertreten.

Wüchsig: Dr. Hans-Jochen Meyer-Ravenstein zeigt eine Schwarznuss-Saat vom Herbst 2020, die jedermann recht klein aussehen lässt.

Kreuzung Intermedia-Nuss

Intermedia-Nuss, eine Kreuzung aus Wal- und Schwarznuss, gepflanzt 2012: Der starke Zuwachs und die Ästung bedingen einander.

Diese Hybridnuss (Juglans intermedia) geht aus der natürlichen Kreuzung von Wal- und Schwarznuss hervor und verbindet die positiven Eigenschaften der beiden Mutterbaumarten mit höherer Wuchsleistung (Heterosiseffekt). Also ein ausgesprochen interessanter Forstbaum, der seine Hybrideigenschaften jedoch nur selten vererbt. Daher kombiniert Dr. Meyer-Ravenstein oft Schwarz- und Walnuss auf gleicher Fläche für künftige Hybriden aus Naturverjüngung. Neben französischen Herkünften, ist die Intermedia-Sorte „Reni“ mit früher Kernbildung die Hybridnuss der Wahl zur Pflanzung als einjähriger Sämling. Auf einem mäßig nährstoffversorgten, aber grundwassernahen Standort beeindruckte ein 19-jähriger Nusshybrid mit einem Brusthöhendurchmesser von über 30 cm. Einmischung in Gruppen oder Femeln durchaus in Weitverbänden von 6 x 6 oder 8 x 8 m. „Wald sollte so angelegt sein, dass kommende Generationen noch Entscheidungsmöglichkeiten haben“, so Meyer-Ravensteins Plädoyer für Mischbestände.

Anspruchslose Baumhasel

Diese bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch in Süddeutschland vorkommende Baumart, die seit vielen Jahren wegen ihrer Anspruchslosigkeit und Hitzetoleranz als Stadtbaum bei uns eingeführt ist, bietet als wertvoller Nutzholzbaum viel Potenzial für unsere Wälder. Auf einem relativ trockenen Westhang mit sogenannter Staubsand-Braunerde beeindruckten zwei Baumhasel-Pflanzungen aus 2007 und 2012 im Verband 3 x 3 m angelegt, um den qualitativ schlechten Kiefernvorbestand umzubauen. Meyer-Ravenstein wies darauf hin, dass die Baumhasel im Halbschatten der Kiefern besser gewachsen seien und jetzt im Alter 18 einen cm pro Jahr zuwachsen. Die Baumhasel ist gut geeignet gerade für schwache Standorte und ausgesprochen geradwüchsige und wipfelschäftig. Die Saatgutversorgung ist noch relativ ungeregelt, auch wipfelschäftige Straßenbäume können beerntet werden.

Weitere Baumarten

Beispiel für vorauseilende Ästung in einer Kirschenkrone.
Fotos: Rainer Städing

Die Wildkirsche wird zusammen mit den Nussbäumen auf dem Plauer Werder eingebracht. Während die Herkunft „Lensahn“ weniger befriedigt, zeigen die Herkünfte Knechtsteden und Westerwinkel deutlich bessere Wuchsform. Beigemischt wurde von den nussähnlichen Hickory-Arten die Schindelborkige Hickory (Höhenzuwachs bis 1,5 m/Jahr) und in Gruppen Esskastanien. Aus der Aussaat einer vorgefundenen echten Wildbirne hat sich eine rege Saatgutnachfrage entwickelt und die nicht wenigen wipfelschäftig wachsenden Wildbirnen werden wertgeästet. Auch je eine Gruppe ungarischer „Schiffsmastenrobinien“ und der Lindenblättrigen Birke mit guten Wuchsformen auf schwächerem Standort wurden gezeigt.

Saat oder Pflanzung?

Die derzeit vielerorts stattfindende Renaissance der Saat spielt mit Blick auf den Erhalt der Pfahlwurzelbildung eine wichtige Rolle. Für die Schwarznuss ebenso wie für die Butternuss oder die Mandschurische Nuss ist Herbst-Saat bald nach der Ernte das Mittel der Wahl, wenn man weiß, dass ein Schwarznuss-Sämling im ersten Jahr eine meterlange Pfahlwurzel bildet. Nach einem Saatversuch von Schwarznüssen mit und ohne Schale, plädiert Meyer-Ravenstein für Saat ohne die keimhemmende grüne Schale. Im Versuch keimten 90 % der entschalten Nüsse, aber nur 5 % der mit Schale ausgesäten Nüsse. Grundsätzlich wurde zum leichteren Auffinden und zur besseren Pflege entlang gespannter Schnüre gesät. Der Saatverband betrug auf den meisten Flächen 2 x 2 m. Eine dichtere Saat von Schwarznuss (2 x 0,5 m), um die natürliche Astreinigung als Alternative zur Ästung zu beobachten, brachte durch frühe Ausfälle (Kolkraben zogen die Sämlinge heraus) keine eindeutigen Ergebnisse.

Für Walnuss, Intermedia-Nuss sowie die Baumhasel wurde auf der Veranstaltung aus verschiedenen Gründen die Pflanzung einjähriger Sämlinge empfohlen. Baumhasel-Nüsse sollten bei Eigenernte nicht aus dem „Igel“ gesammelt werden, sie sind zumeist taub. Da die meisten der genannten Arten nicht verbissen werden, ist nur der Fegeschutz von Bedeutung, außer bei der deutlich verbissgefährdeten Baumhasel. Bei Verwendung geschlossener Wuchshüllen sollten die Pflanzen der Juglans-Arten mindestens gleich hoch sein, wie die Hülle.

Einige Jahre nach der Saat beziehungsweise Pflanzung wurde mit einer Kalkgabe von 150 bis 200 g je Pflanze gearbeitet, da die Böden pH-Werte zwischen 4 und 5 hatten.

Interessant sind die gewählten Waldverbände, ob beim Baumhasel im 3 x 3 m Verband oder bei den Nussarten bis zu 9 x 8 m. Die Hybridnuss sieht Meyer-Ravenstein in kostengünstigen Pflanzabständen von 7 x 7 oder 10 x 10 m mit Einzelschutz. In Frankreich sind so mehrere tausend Hektar landwirtschaftlicher Flächen aufgeforstet worden.

Auf den gesehenen Flächen wurden die genannten Arten durchaus miteinander gemischt. Hier gibt es sicher noch Experimentierbedarf, ebenso wie bei den Pflanz- und Saatverbänden.

Ankommende Naturverjüngung weiterer Laub- und Nadelbaum­arten wurde integriert und bei entsprechender Qualität gleichermaßen wert-geästet.

Wert-Ästung aber richtig

Beginn der (Vor)Auswahl von Zukunftsbäumen im Alter von sieben bis acht Jahren, ab 6 m (wipfelschäftiger) Baumhöhe. Die anschließende erste Ästung erfolgt per Hand auf zunächst 2,5 m Höhe, dann mit Leitern in drei Schritten auf vier, sechs und schließlich acht Meter Höhe. Geästet wird mit Astsägen mit japanischer Zahnung bis zu einem Astdurchmesser von maximal fünf Zentimeter. Darüber wird das Infektionsrisiko aufgrund der langen Überwallungszeit als zu hoch eingeschätzt.

Wichtig ist der Erhalt des sogenannten Astringes bei der Ästung, daher wird stets „vor dem Auge“, geästet, also von der Leiter aus und nicht mit Ästungsgestänge.

Die „vorauseilende Ästung“ wird als Vorgriff in höhere Bereiche angewandt, um rechtzeitig stärkere Äste zu entnehmen, die später die Grenze von fünf Zentimetern überschreiten würden.

Licht und Schatten

Die beschriebenen Nussarten decken ein breites Standortspektrum ab. Die Schwarznuss braucht gut bis mittel nährstoffversorgte, wasserdurchlässige Böden. Obwohl vom Ursprung ein Baum der Hartholzaue mit Überschwemmungstoleranz lohnen Anbauversuche auch auf anderen Standorten. So empfiehlt Meyer-Ravenstein auch verlehmte Sande auf ihre Eignung zu testen. Walnuss, Hybridnuss und Hickory benötigen eine gute Nährstoffversorgung und wasserdurchlässige Böden, bei warmem „Weinbauklima“, werden also mit der Klimaerwärmung überall interessanter. Hungerkünstler unter den Nussbäumen ist dagegen die Baumhasel, die mit trockenen und nährstoffärmeren Situationen zurechtkommt.

Volles Licht benötigen Schwarz-, Wal-, Intermedia-Nuss, die Baumhasel wächst auch im Halbschatten und Hickory ist in der Jugend schattenertragend.

Auch hier sollten nach dem Gesetz des Örtlichen die Grenzen des Anbaues ausgetestet werden, um weitere Erfahrungen zu sammeln.

Zuwachs

Während Hickory zunächst etwa fünf Jahre lang bei geringem Höhenwachstum die Wurzel ausbildet, dann aber mit Trieben bis 1,5 m beeindruckt, legen die anderen Nüsse normalerweise gleich ein starkes Höhenwachstum vor, das bis zu 2 m pro Jahr betragen kann. Entsprechend gut können ausgefallene Leittriebe kompensiert werden. Durchmesser-Zuwächse von 1 cm pro Jahr werden erreicht, bei den Nusshybriden noch mehr, wenn die Freistellung der Zukunftsbäume zeitig und konsequent erfolgt.

Die frühe Auswahl der Zukunftsbäume und der rechtzeitige Ästungsbeginn sind unabdingbar, um astreine Stämme zu erziehen. Für Meyer-Ravenstein sind die ersten 20 bis 30 Jahre entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg des Nussanbaues.

Da alle beschriebenen Arten starken Stockausschlag bilden, wie an den Wurzelstücken entnommener Bäume zu sehen war, lohnt der Rückschnitt bei Beschädigungen. Stockausschlag kann darüber hinaus eine interessante Rolle in der Zwischenschicht oder auf einen Trieb vereinzelt für die nächste Waldgeneration spielen. Auch dazu gibt es sicher noch waldbauliche Erfahrungen zu sammeln.

Es bleiben Risiken

Während Baumhasel deutlich Verbiss gefährdet ist, sind die anderen Nussbaumarten „nur“ vor Fegen und Schlagen durch das Schalenwild zu schützen. Starke Rot- oder Damwildvorkommen sind eher ein Ausschlussgrund für den forstlichen Nussanbau. Die unverholzten langen Triebe der Schwarznuss können im Sommer bei Sturm und Regen abbrechen, Windschutz ist daher von Vorteil. Ein Wipfelbruch kann durch fachgerechten Rückschnitt gut „repariert“ werden. Während Saat von Baumhasel gerne von Mäusen gefressen wird (daher besser pflanzen), gibt es für die Saat der Schwarznuss kein Risiko durch Mäuse oder Schwarzwild.

Wurzelverletzungen erhöhen die Gefahr von Hallimaschbefall. Neben diesem Pilz gibt es noch weitere Risiken etwa durch die Walnußfruchtfliege, den TCD-Pilz, bakteriellen Waldnussbrand, Blattfleckenkrankheit, Pilze und Viren sowie Insekten, Schnecken sowie durch Schalenwild.

Vermarktung

Der forstliche Nussanbau verbindet die Vorteile des Laubbaum-Anbaus mit der schnellen Ertragserwartung der Nadelbäume. Im Nutzungszyklus der Eiche kann man dreimal Nussbäume ernten. Der Zuwachs der Intermedia-Nuss ist vergleichbar mit dem der Pappel. Ziel sind wertvolle Furnierabschnitte mit einem Durchmesser von 50 bis 70 cm in 60 bis 80 Jahren. Das dunkle und harte Nussholz hat einen hohen Marktwert und kann Preise von 700 € aufwärts bis hin zu 3.500 € je Festmeter (fm) erzielen. Für Schwarznussabschnitte der Dimensionen 1b/2a (15 bis 25 cm) aus Vornutzug werden Erlöse von 400 bis 500 €/fm berichtet.

Weitere Vornutzungen sind der Verkauf von Schwarznüssen als Saatgut. Das Sammeln von Walnüssen hat sich dagegen als unpraktikabel erwiesen.

Nuss-Ertragstafeln werden derzeit über Versuchsflächen im Revier durch die Hochschule in Eberswalde (HNEE) erstellt.

IG Nuss

Die Interessengemeinschaft Nuss teilt sich auf in die Sektion Frucht (Walnussanbauer) und die Sektion Holz (Forst). Rund 300 Mitglieder aus dem deutschsprachigen Raum haben sich in der IG Nuss zusammengefunden. Neben Regionaltagungen wird einmal jährlich eine zwei bis drei tägige Exkursion für Mitglieder organisiert.

Auf der empfehlenswerten Homepage www.ig-nuss.de sind ausführliche Baumartensteckbriefe ebenso zu finden, wie Bezugsquellen für Saatgut und Pflanzmaterial.

Weitere Beiträge zu den Nussbaumarten von den Fachleuten der forstlichen Versuchsanstalten sind etwa über www.waldwissen.net abrufbar.

Forstbetrieb Blome, Alt-Schwerin

Der Forstbetrieb Jasper Blome Land&Forst in Alt-Schwerin liegt auf dem Plauer Werder, einer Insel im Plauer See. Der Wald wurde 1996 von der BVVG im Rahmen von Restitutionsansprüchen erworben. Die Waldfläche beträgt heute 213 ha, davon 37 ha Erstaufforstungen. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgeforstete Grundmoräne war vorher Weideland und ist überwiegend mit Laubwald guter Qualität (Buche, Stiel- und Roteiche mit zum Teil Saatgutbeständen) bestockt. Pappel, späte Traubenkirsche und Fichte wurden weitgehend beseitigt, auch die Kiefer soll ersetzt werden. Das Einbringen von Nussbäumen, Wildkirsche und weiterem Wildobst neben Douglasie, Küstentanne und Lärche wird angestrebt. Weißtanne aus Altbäumen verjüngt sich hervorragend. Die Standorte reichen von Auebereichen auf Seehöhe bis zu trockeneren Bereichen auf 95 m über NN und 35 m über dem Seespiegel. Die durchschnittlichen 600 mm Jahresniederschlag sanken in den vergangenen Jahren auf bis zu 350 mm ab, werden aber durch das günstige Mikroklima der Seeumgebung teilweise kompensiert.

Der Forstbetrieb beteiligt sich an den beiden Stufen des Förderprogrammes Klimaangepasstes Waldmanagement.

Fazit

Die wärmeliebenden Nussbäume mit ihren zum Teil äußerst tief reichenden Pfahlwurzeln sind mit Blick auf den Klimawandel in weiten Teilen Deutschlands interessant zur kleinflächigen Einbringung in die Wälder. Die Möglichkeit zu säen beziehungsweise Weitverbände anzulegen, reduzieren die Kulturkosten, die Kulturpflege und Ästung dürfen jedoch nicht vernachlässigt werden. Das wertvolle dunkle Holz kann in kurzen Zeiträumen produziert werden, bei guter Vermarktungserwartung.

Für Dr. Meyer-Ravenstein ist die Sicherung der Kulturpflege in den ersten fünf Jahren und die rechtzeitige Wertästung bis zum Alter 20 Grundvoraussetzung für den Nussanbau, um nicht Brennholz durch zu starke Astbildung zu produzieren. In großen Revieren mit hoher Personalfluktuation kann diese Kontinuität nicht gegeben sein. Den Anbau in Dam-, Rotwild und Muffelrevieren sieht er problematisch.

Die waldbaulichen Möglichkeiten durch Mischung der Nussbäume miteinander sowie mit Esskastanie, Kirsche oder Wildobst wurden auf dem Seminar gut dargelegt, sind aber sicherlich noch vielfältig auszuprobieren. Oft ist die Schwarznuss eine interessante Alternative zur absterbenden Esche.

Wer sich für die Bereicherung seiner Wälder mit Nussbäumen interessiert, dem rät Meyer-Ravenstein mit gut erreichbaren Kleinflächen zu beginnen, um Erfahrungen mit diesen spannenden Baumarten zu sammeln.

Stickstoff kommt aus Russland

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Die Vereinigten Staaten haben große Mengen ihrer Stickstoffdünger im vergangenen Jahr aus Russland bezogen. Nach Angaben der Tageszeitung Kommersant stieg die gelieferte Menge an Harnstoff von Januar bis August 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 31 % auf mehr als 1,5 Mio. t. Damit stellte Russland etwa 35 % der rund 4,3 Mio. t Harnstoff, die von den USA im betrachteten Zeitraum insgesamt importiert wurden.

Grundlage für die rege Einfuhr von russischen Stickstoffdüngern dürfte der Preis sein. Russland war nicht unter die erhöhten Importzölle gefallen, die Washington in der ersten Jahreshälfte gegen die wichtigsten Lieferanten von Stickstoffdüngemitteln verhängt hatte. Laut Kommersant mussten die russischen Exporteure zudem nach neuen Absatzmöglichkeiten suchen, seit die EU zum 1. Juli 2025 zusätzliche Zölle auf die Einfuhr von Düngemitteln aus Russland eingeführt hat.

Zölle ausgesetzt

Am 13. November hatte US-Präsident Donald Trump überraschend bekannt gegeben, die Importzölle auf wichtige Düngemittel – einschließlich Harnstoff – abzuschaffen. Nach Einschätzung des globalen Finanzdienstleistungsunternehmens StoneX markiert dies einen „Wendepunkt in der Agrarhandelspolitik“. Damit dürfte die Attraktivität des US-Marktes als Abnehmer wieder deutlich steigen.

„Die im ersten Halbjahr 2025 eingeführten Zölle haben zu erheblichen Marktverzerrungen geführt. Landwirte sahen sich in den vergangenen Jahren mit einigen der schlechtesten Handelsbedingungen konfrontiert, belastet durch sinkende Agrarrohstoffpreise und gleichzeitig gestiegene Produk­tionskosten“, erklärte Tomás Pernías, Marktanalyst bei StoneX. Die Aussetzung der Zölle dürfte dieses Ungleichgewicht etwas abmildern. Laut Darstellung von StoneX hatten internationale Lieferanten während der Geltungsdauer der US-Zölle ihre Lieferungen an Düngemitteln auf Märkte ohne Zollbelastung verlagert, was das inländische Angebot in den USA verringert und dort zu anhaltend hohen Preisen beigetragen habe. Mit dem Wegfall der Zölle sei in den Vereinigten Staaten nun ein Rückgang der Düngerpreise zu beobachten. Andererseits erhöhe sich bereits der Bedarf an Nachschub, was wiederum preistreibend wirke.

Bewegung bei Kalidünger

Für Bewegung am US-Düngermarkt könnte auch die Aufhebung der Sanktionen gegen belarussische Kalidünger sorgen. Die USA erlaubten am 15. Dezember wieder den Handel mit dem Kali-Riesen Belaruskali, dessen Händler Belarusian Potash Company (BPC) und der BPC-Tochtergesellschaft Agrorozkvit. Dies erfolgte als Gegenleistung für einen größeren Gefangenenaustausch. Die USA stellten die Aufhebung weiterer Sanktionen in Aussicht, sobald sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern normalisieren.

Analysten erwarten durch die wegfallenden Sanktionen allerdings kaum Auswirkungen auf die globalen Düngemittelpreise. Wenige Tage zuvor hatte Trump in Richtung Kanada gedroht, erhebliche Zölle auf Kali einzuführen.

Die USA hatten bereits im August 2021 Sanktionen gegen Belaruskali verhängt. Am 1. Februar 2022 kündigte Litauen seinen Vertrag mit dem Konzern über die Verschiffung von Kalidünger über den Hafen von Klaipeda, der traditionell praktisch alle belarussischen Kaliexporte abwickelte. Vor dem Inkrafttreten der westlichen Sanktionen hatte Belaruskali jährlich mehr als 10 Mio. t Kaliumchlorid in weltweit 107 Länder exportiert; das entsprach einem Anteil von etwa 20 % am globalen Markt. Mit Beginn der Sanktionen begann der Konzern, Kali über russische Häfen zu exportieren und lieferte auch per Eisenbahn nach China.

Phosphat-Verbote

Angebots- und Preisveränderungen sind unterdessen auch am Markt für Phosphate zu erwarten. Dafür dürfte China sorgen, mit einem Marktanteil von rund einem Drittel der weltweit größte Exporteur von Phosphatdüngemitteln. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg wurden Industrievertreter jetzt von der National Development and Reform Commission aufgefordert, die Phosphat­exporte bis August 2026 auszusetzen. Das soll die Versorgung des heimischen Marktes sicherstellen und die Düngerpreise vor der Frühjahrsaussaat stabil halten. Damit sollen die Landwirte motiviert werden, die Getreideproduktion weiter zu erhöhen.

Dieses faktische Exportverbot könnte nach Einschätzung von Marktexperten die globalen Phosphatpreise in die Höhe treiben, die allerdings seit dem Höchststand von April 2022 deutlich gefallen sind. Neu ist dieses Vorgehen der Volksrepublik nicht. Seit 2021 hat Peking bereits mehrfach vorübergehende Exportstopps beziehungsweise -beschränkungen für Phosphate oder Harnstoff verhängt, was jeweils für spürbare Preisbewegungen sorgte. age

Weniger Getreide erwartet

Coceral-Schätzung für 2026

Das Aufkommen an Getreide in der EU dürfte in diesem Jahr kleiner ausfallen als 2025. Davon geht zumindest der Dachverband der Getreidehändler (Coceral) in seiner ersten Prognose aus. Der Verband rechnet bei einer nahezu unveränderten Anbaufläche mit einer Getreidemenge von 275,58 Mio. t, was ein Minus von 4,1 % wäre. Unterstellt wird, dass der diesjährige Durchschnittsertrag von 58,45 dt/ha um 4,5 % unterschritten wird und auf 55,8 dt/ ha zurückgeht. age

2026 eröffnet mit Frauenpower und einem EU-Zwerg

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Ohne Frauen läuft auf landwirtschaftlichen Betrieben meist nicht viel. Um die Sichtbarkeit der Frauen in der Landwirtschaft zu erhöhen und die Leistungen der Landwirtinnen stärker wertzuschätzen, hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) das Jahr 2026 zum Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt.

Es ist wichtig, dass die FAO mit ihrer Initiative mehr Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenkt. Viel zu lange haben sich Frauen – oft klaglos – im Hintergrund gehalten. Spätestens mit der Studie „Frauen. Leben. Landwirtschaft.” des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) ist jedoch belegt, dass 72 % der Frauen auf den Betrieben an strategisch-unternehmerischen Entscheidungen beteiligt sind, obgleich nur 11 % der Frauen Betriebe leiten. Diese Diskrepanz gilt es weiter aufzulösen.

Ein Werkzeug dafür ist in Schleswig-Holstein das Unternehmerinnen-Netzwerk des Landesbauernverbandes (BVSH), das von den Sprecherinnen Jennifer Müller, Kathrin Rehders und Dagmar Friedrichsen-Jahnke hervorragend mit Leben gefüllt wird. An den Treffen des Netzwerks hat neben vielen anderen Landwirtinnen auch Christine Kühl schon teilgenommen. Im Rahmen der Titelbild-Produktion für die Ausgabe 1/2026 gab sie dem Bauernblatt Einblicke in die Betriebsabläufe auf ihrem Familienbetrieb in Stafstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde, die zeigen, mit welcher Kompetenz und Leidenschaft sie den Betrieb gemeinsam mit ihrem Mann führt.

Führungskraft entfalten muss im ersten Halbjahr dieses Jahres auch Zypern. Der kleine Inselstaat im äußersten Südosten Europas hat zum Jahreswechsel die EU-Ratspräsidentschaft von Dänemark übernommen.  Die Herausforderungen sind groß. Der Kontinent befindet sich in einer kritischen Phase, in der der Krieg in der Ukraine andauert und Europa vor ernsten geostrategischen Herausforderungen steht.

Zyperns Präsident Nikos Christodoulides stellte kurz vor Weihnachten den Fahrplan für die zypriotische Ratspräsidentschaft vor. Die Landwirtschaft scheint dabei nur eine Nebenrolle zu spielen. In einem einzigen Nebensatz steht, dass Zypern Initiativen ergreifen wolle, um sichere und hochwertige Nahrungsmittel für alle bereitzustellen. Dabei werden im ersten Halbjahr wichtige Pflöcke bei den Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzrahmen 2028-2034 eingeschlagen, von denen maßgeblich die zukünftige Ausgestaltung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik abhängt. Es ist also kein gutes Zeichen, dass offenbar vor allem sicherheitspolitische Fragen, die Steuerung der Migration sowie Wettbewerbsfähigkeit im Fokus der Ratspräsidentschaft stehen werden.

Mit Blick auf das Mercosur-Abkommen zwischen der EU und der südamerikanischen Staatengemeinschaft braucht es neben Wettbewerbsfähigkeit auch Transparenz und effiziente Kontrollen. BVSH-Präsident Klaus-Peter Lucht erklärt im Jahresauftaktinterview mit dem Bauernblatt, dass er in einem Abschluss mehr Chancen als Risiken sieht, sofern die Einhaltung gleicher Produktionsstandards sichergestellt sei.

Nicht erstaunen würde es, wenn der Abschluss des Abkommens pünktlich zur 100sten Auflage der Grünen Woche in Berlin gelingt, die traditionell in der zweiten Januar-Hälfte das agrarpolitische Jahr einläutet. Hier hat die Landwirtschaft die Chance, ihre Bedeutung für die Ernährungssicherheit und damit auch für die Sicherheitspolitik zu unterstreichen.

Dr. Robert Quakernack, Foto: bb

„Wir brauchen eine starke Landwirtschaft“

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Einen Rückblick auf die agrarpolitischen Highlights 2025, einen Überblick zu den laufenden Diskussionen sowie einen Ausblick auf die Erwartungen an das neue Jahr gibt Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH), im ­Interview.

Im vergangenen November hat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) die Landtagsabgeordnete und CDU-Umweltsprecherin Cornelia Schmachtenberg zur neuen Landwirtschaftsministerin ernannt. Wie macht sich die Nachfolgerin von Werner Schwarz (CDU)?

Wir sind schon traurig, dass Werner Schwarz nicht mehr Minister ist. Er hat sich um die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein, Deutschland und Europa sehr verdient gemacht – auch in seiner früheren Funktion als BVSH-Präsident. Er musste im Ministeramt sein Haus neu aufbauen. Das hat anderthalb Jahre in Anspruch genommen und war sicherlich nicht leicht zu organisieren. Nichtsdestotrotz haben unsere landwirtschaftlichen Betriebe auch Ansprüche gehabt. Die sind nur zum Teil bedient worden. Positiv ist, dass er durch Erleichterungen bei der Jagd Bewegung in die Gänsefraßproblematik gebracht hat. Die Antragsabwicklung für Entschädigungszahlungen über die Wildgänserichtlinie ist bei ihm im Haus viel besser gelaufen als über die Weißwangengansrichtlinie im Umweltministerium. Themen wie das Güllefahren auf gefrorenen Böden mit Auftauprognose, was in anderen Bundesländern funktioniert, wurden jedoch noch nicht umgesetzt.

Daniel Günther macht keine Anstalten, etwas an den Ressortzuschnitten zu ändern. Wie soll Ministerin Schmachtenberg mehr politische Kraft entfalten?

Ich durfte sie schon zwei Mal in Koalitionsverhandlungen für die CDU miterleben. Dabei habe ich gemerkt, wie gut sie für die bäuerliche Sache kämpfen kann. Aber im Prinzip hat sie genau die gleiche Ausgangssituation wie Werner Schwarz. Es kommt also viel auf politisches Geschick und auch die Unterstützung der Fraktion an, um etwas für die Landwirtschaft durchzusetzen.

Wie sollte der Ressortzuschnitt ihrer Meinung nach aussehen?

Man hätte die Chance nutzen müssen, zumindest zwei Bereiche aus dem Umweltministerium zu lösen: das sind die Wasserwirtschaft und die Zweite Säule der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik. Cornelia Schmachtenberg ist schließlich auch Europaministerin. Und Wasserwirtschaft ist nun mal ein Mega-Thema in der Landwirtschaft Schleswig-Holsteins mit unseren vielen Niederungen. Wir haben 2027 wieder Landtagswahlen und wenn sie bestehen will, dann muss sie auch liefern.

Wie liefen Ihre ersten Gespräche, seit sie Ministerin ist?

Ich bin sehr dankbar, dass sie sofort den Kontakt zu uns beim Bauernverband gesucht hat. Wenige Tage nach Ihrer Ernennung gab es den ersten Austausch in ihrem Büro. Sie ist ja schon länger eine engagierte Umwelt- und Agrarpolitikerin und kennt unsere Forderungen genau.

Wie bewerten Sie die Abstufung des Schutzstatus des Wolfs und die Aufnahme des Raubtiers ins Bundesjagdgesetz?

Damit ist ein wichtiger Schritt für den Schutz unserer Weidetiere getan.

Die Entschädigungsmittel für Gänsefraßschäden für 2026 wurden durch den Nachtragshaushalt auf 1,2 Millionen Euro aufgestockt. Befriedet das die betroffenen Landwirte?

Ich freue mich über die von der CDU-Fraktion maßgeblich vorangetriebene Mittelaufstockung. Wir fordern aber auch, dass das Grundproblem angegangen wird. Die Populationen müssen schrumpfen. Die jüngsten Erleichterungen beim Jagdrecht helfen. Um aber wirklich etwas zu erreichen, müssen wir die Eier der brütenden Gänse sammeln oder anstechen, auch in Schutzgebieten. Die Erlaubnis dafür sollten neben den Jagdausübungsberechtigten auch Gruppen haben, die angelernt werden und gemeinsam mit den Jagdausübungsberechtigten unterwegs sind.

Die Güllesaison steht vor der Tür. Was fordern Sie?

Das Ausbringen auf überfrorenen Böden steht ganz oben auf unserer Prioritätenliste. Vielleicht ist eine Übergangslösung möglich, dass man unter gewissen Verhältnissen zumindest 15 Kubikmeter Gülle pro Hektar ausbringen kann, vielleicht auch mit gesonderten Abstandsregelungen zu Gewässern. Das wäre ein großes Zeichen an die Landwirtschaft. Durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zur Bayerischen Landesdüngeverordnung und die Folgen für alle anderen Bundesländer finde ich es zudem richtig, die Düngegesetzgebung komplett anzufassen. Eine Derogationsregelung, nach der wir auf bestimmten Kulturen bis zu 230 Kilogramm N pro Hektar aus Wirtschaftsdüngern ausbringen dürfen, ist fachlich sinnvoll und spart Mineraldünger. Intensiv genutztes Grünland kann diese Stickstoffmenge problemlos aufnehmen. Viele Landwirte haben zudem in modernste Technik investiert, um effizient Gülle zu transportieren und auszubringen. Das sollte sich in politischem Entgegenkommen widerspiegeln.

Welche Vereinfachungen fordern Sie mit Blick auf das Grünlandmanagement?

In diesem Bereich gibt es einige Doppelregelungen. Hier sind Umwelt- und Landwirtschaftsministerium gefordert. Es muss möglich sein, auch in Niederungen und Schutzgebieten Grünlandnarben zu haben, die für die Milchwirtschaft interessant sind. Ampferbekämpfung muss möglich sein, auch Narbenerneuerung, nicht nur Nachsaat.

Die Flächenkonkurrenz steigt. Das hat unterschiedliche Ursachen. Unter anderem sind 1.000 Hektar neue Naturschutzgebiete geplant. Wie ist Ihre Position dazu?

Wir haben überhaupt kein Problem damit, wenn auf Stiftungsflächen Naturschutzgebiete geplant werden. Die Stiftung besitzt schließlich mehr als 40.000 Hektar im Land. Wir werden aber nicht zulassen, dass wirtschaftende Betriebe verdrängt werden. Wir haben Ministerin Schmachtenberg gebeten, mit Umweltminister Goldschmidt darüber zu verhandeln, die 350 Hektar am Winderatter See wieder rauszunehmen und Flächen woanders in Schleswig-Holstein zu suchen.

Welche Rolle spielt für Sie der Konsens im Dialogprozess zur Zukunft der Landwirtschaft?

Wir haben im Dialogprozess vereinbart, dass wir Maßnahmen in die Betriebe integrieren wollen, um Biodiversität und andere Umweltleistungen zu erbringen. Dafür müssen wir honoriert werden. Wir als Bauernverband fühlen uns da daran gebunden. Beim Umweltminister habe ich das Gefühl, er hält sich nicht daran. Natürlich haben wir eine Biodiversitätsstrategie in Schleswig-Holstein, und auch die Naturwiederherstellungsverprdnung der EU wird gewisse Ansprüche stellen. Innerhalb dieses Projektes muss aber mit Landeigentümern besprochen werden, was geht und was nicht geht.

Wir bewerten Sie die bisherigen Entbürokratisierungsbemühungen?

Wir benötigen eine Plattform, in die alle Daten eines Betriebes eingegeben werden. Entscheidend ist dabei, dass die Daten den Landwirten gehören und dass die zuständigen Behörden uns immer fragen müssen, wenn sie zugreifen wollen. Das Projekt Datenportal von Staatskanzlei und Landwirtschaftsministerium ist hier ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Welche Bedeutung hat die Schließung des Schlachthofs in Perleberg für die Schweinehalter in Schleswig-Holstein?

Wir brauchen ausreichende Schlachtkapazitäten. Es muss auch möglich sein, einen Schlachthof neu zu bauen oder auszubauen. Sonst steigen die Transportkosten. Wir sind durch die sinkende Zahl an Schlachthöfen zudem sehr hellhörig, wenn es darum geht, Auflagen für Tiertransporte zu erhöhen, zum Beispiel eine Verkürzung der erlaubten Transportzeiten. Das darf nicht passieren.

Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz wurde verschoben. Die richtige Entscheidung?

Das staatliche Tierhaltungskennzeichen brauchen wir gar nicht. Wir haben es trotz aller Streitigkeiten mit dem Lebensmitteleinzelhandel geschafft, vernünftige Systeme aufzubauen. Die Haltungsstufen sind beim Kunden bekannt. Und wenn der Markt die höheren Haltungsstufen weniger nachfragt, dann produzieren wir auch Haltungsstufe 1.

Das Programm zum Umbau der Tierhaltung wurde eingestampft. Stallbauten sollen zukünftig über Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ finanziert werden. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Tierhalter in Schleswig-Holstein?

Ich sehe das total problematisch. Wir hätten ein Bundesförderprogramm gebraucht ohne Kofinanzierung – gerade in finanzschwachen Ländern wie Schleswig-Holstein. Die Abschaffung war ein Fehler von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU).

Wie zufrieden sind Sie darüber hinaus mit der Arbeit des Bundeslandwirtschaftsministers?

Er hat mittlerweile seine Abteilungsleiter ausgetauscht, aber wir merken immer noch bei vielen Papieren aus seinem Haus, dass sie eine grüne Handschrift tragen. Ich bin froh, dass wir die Agrardieselrückvergütung auf dem alten Niveau wiederbekommen. Einige andere Punkte wurden ebenfalls umgesetzt. Eine Risikoausgleichsrücklage ist aber immer noch nicht da. Auch die Düngegesetzgebung muss neu organisiert werden.

Wie bewerten Sie die jüngsten Demonstrationen gegen die Preiskämpfe im Lebensmitteleinzelhandel?

Demonstrationen sind immer eine Möglichkeit, auf ein Thema aufmerksam zu machen. Das muss natürlich immer ordentlich ablaufen. Wir brauchen eine Lieferkette, in der jeder etwas verdient. Wenn man deutsche Lebensmittel haben will, dann muss man auch den entsprechenden Preis dafür bezahlen. Als Verband setzen wir aber in erster Linie auf Gesprächsformate wie in der Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL), um Differenzen zu lösen.

Momentan gibt es jede Menge Diskussionen zum zukünftigen Mehrjährigen Finanzrahmen und der Förderstruktur der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP). Was fordern Sie?

Die Finanzmittel der EU werden von den Nationalstaaten wohl nicht aufgestockt, eher gekürzt. Und es gibt Mittel, die man zusätzlich haben will für Sicherheit, Migration und auch Verteidigung. Gleichzeitig hat die EU während der Corona-Pandemie Schulden gemacht. Und diese Schulden müssen zurückgezahlt werden. Es geht für uns aber nicht ausschließlich um Geld. Grundsätzlich muss das Fördersystem für die Landwirtschaft vereinfacht werden. Die Konditionalität könnte entfallen, wenn man zu Vertragsmustern käme, die die Landwirtschaft in die Lage versetzen, mit öffentlichen Leistungen Geld zu verdienen.

Wie stehen Sie zum Mercosur-Abkommen?

Ich schätze die Vorteile für uns Landwirte als sehr viel größer ein, als die Nachteile, sofern die Bedingungen gleich sind, zu denen produziert wird.

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt. Wie finden Sie dieses Motto?

Ich finde das Motto super. Im Deutschen Bauernverband haben wir mit Susanne Schulze-Bockeloh bereits eine Vizepräsidentin. In Schleswig-Holstein hat sich mittlerweile ein Unternehmerinnennetzwerk in der Landwirtschaft etabliert, das von Jenny Müller, Kathrin Rehders und Dagmar Friedrichsen-Jahnke super mit Leben gefüllt wird. Wir arbeiten daran, noch mehr Frauen zur Mitarbeit in unseren Gremien zu bewegen. Dafür braucht es passende Strukturen. Wenn sich Frauen im Ehrenamt engagieren, muss der Partner auch mal auf die Kinder aufpassen. Darüber hinaus sind Sitzungen per Video eine Alternative.

Das politische Highlight zu Beginn jeden Jahres ist die Grüne Woche? Was erwarten Sie von der Hauptstadtmesse?

Die Grüne Woche hat sich für mich zu einer sehr politischen Messe entwickelt. Es gibt etliche Formate, in denen wir diskutieren und unsere Anliegen platzieren. Ich hoffe, dass diese Bundesregierung es schafft, endlich vernünftige Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen. Wir brauchen eine starke Landwirtschaft und starke ländliche Räume.

Im Verband Haben Sie mit Michael Müller-Ruchholtz einen neuen Generalsekretär. Wie ist der Übergang geglückt?

Ich bin unserem ehemaligen Generalsekretär Stephan Gersteuer sehr dankbar, dass er den Übergang hervorragend mit vorbereitet hat. Wir haben ja schon sehr frühzeitig bestimmt, dass Michael Müller-Ruchholtz sein Nachfolger wird. Er kennt sich aus im Haus, ist mehr als 25 Jahre im Verband und hat viele Jahre auf der Stellvertreter-Position sehr gute Arbeit gemacht. Wir haben zudem entschieden, dass wir zwei Stellvertreter wollen und freuen uns, dass wir mit Lisa Hansen-Flüh und Dr. Lennart Schmitt eine Agrarierin und einen Juristen für diese Ämter gewinnen konnten.

Seit dem 1. Dezember informiert der BVSH seine Mitglieder in einem eigenen Kanal innerhalb der LandApp SH. Warum dieser Schritt?

Wir brauchen die digitale Kommunikation, um die jüngeren Leute zu erreichen. Die Landfrauen sind dabei, die Landwirtschaftskammer, die Landjugend und jetzt auch wir. Wir wollen Informationen bündeln, damit nicht jeder zig verschiedene Apps haben muss. Die LandApp SH beinhaltet alle wichtigen Informationen aus der Landwirtschaft, Agrar-Termine und Marktdaten. Und wir als Verband müssen digital stattfinden. Wir entwickeln immer mal neue Formate wie zuletzt „Peter fragt …“

Mit welcher Motivation gehen Sie in das neue Jahr?

Meine Arbeit macht mir Spaß. Ich vertrete gerne die Interessen der Berufskolleginnen und -kollegen. Wir haben ein starkes Hauptamt im Bauernverband, das sehr engagiert zuarbeitet. Wir diskutieren mitunter sehr hart im Landeshauptausschuss oder auch im Landesvorstand, aber alle, die dort sitzen, sind immer lösungsorientiert. Wir sind ein Unternehmensverband mit sehr engagierten und innovativen Mitgliedern, die die Arbeit des Verbandes auch für sich selbst schätzen. Das gibt auch mir viel Energie. 

Team aus Perfektionisten

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Auf dem ersten Titelbild des Jahres ist Landwirtin Christine Kühl aus Stafstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde, zu sehen. Auf dem familiengeführten Milchviehbetrieb trägt sie viel Verantwortung und steht damit stellvertretend für viele Frauen in der Landwirtschaft, die wichtige Jobs übernehmen, aber oft im Hintergrund bleiben.

Die Vereinten Nationen (UN) haben zum 1. Januar das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft ausgerufen. Weltweit leisten laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO) Frauen rund 39 % der landwirtschaftlichen Arbeit, sind aber überproportional von Diskriminierung betroffen. Das Jahr 2026 soll daher die Gleichstellung von Frauen im Agrarsektor fördern und dazu beitragen, strukturelle Ungleichheiten abzubauen.

In Deutschland werden rund 35 % der Arbeiten in der Landwirtschaft von Frauen verrichtet. Noch geringer ist ihr Anteil an Führungskräften auf deutschen Betrieben: Nur jeder elfte Betrieb wird von einer Frau geführt.

Der Betrieb in Stafstedt

Kühl führt gemeinsam mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb. Auf dem seit dem 16. Jahrhundert bestehenden Hof leben drei Generationen. Neben Christine Kühl und ihrem Mann, die sich im Agrarstudium in Osterrönfeld kennengelernt haben, leben deren zwei Kinder, Seniorchef- und chefin, sowie zwei Auszubildende auf dem Hof – außerdem ein paar Kaninchen, drei Pferde, der Hund DJ sowie die 260 Schwarzbunten Holstein-Friesians, deren Nachzucht und etwa 80 Mastbullen.

Christine Kühl und ihr Agrotron sind ein starkes Team.

Gemolken wird mit vier Robotern, im Schnitt 3,3 mal pro Kuh und Tag, bei einer Milchleistung von durchschnittlich 45 kg, mit etwa 4,1 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Das Erstkalbealter beträgt 23 Monate und das Durchschnittsalter der Herde fünf Jahre. Die Kühls bewirtschaften 220 ha, auf denen sie neben dem Dauergrünland Silomais, Roggen und Raps anbauen, auf Böden mit 18 bis 45 Bodenpunkten. Alle Flächen liegen im Umkreis von 1,5 km. Mit der aktuellen Betriebsaufstellung ist Familie Kühl sehr zufrieden, verbessern ließe sich jedoch immer etwas. So wird derzeit eine neue Komponentenhalle gebaut, in der zukünftig auch eine Futterküche für das automatisierte Füttern Platz hätte.

Umfangreiche Aufgaben

Laut Kühl ist es richtig und wichtig, dass die UN das Jahr der Landwirtin ausgerufen hat. Denn Frauen seien immer schon da gewesen, aber oft nur im Hintergrund. Beim Bauernblatt-Titelbildshooting wurde deutlich, dass Christine Kühl nicht im Hintergrund ist. Weder im Bild noch bei der täglichen Arbeit im Betrieb. Das zeigt auch ihr umfangreicher Aufgabenbereich: Sie besamt, macht die Trächtigkeitsuntersuchungen der Kühe, achtet auf Kälber- und Kuhgesundheit, ist für die Ausbildung der Lehrlinge zuständig, trägt die Verantwortung im Büro und sitzt auch gern auf dem Trecker. Zudem kümmert sich Kühl um die Maschinenpflege. Wenn beispielsweise nachts ein Melkroboter ausfällt, ist sie diejenige, die das Ersatzteil parat hat. Besonders stolz ist sie auch auf ihren neuesten Schlepper, einen Deutz-Fahr 6215 TTV Warrior, den sie für das Titelshooting gründlich gewaschen hat. Am liebsten fährt sie mit dem Agrotron und ihrer zehnjährigen Tochter Theresa Mais ab.

Auch Tochter Theresa war beim Titelbild-Shooting dabei. Mit ihr auf dem Beifahrersitz fährt Christine Kühl ihren Agrotron am liebsten.Fotos (2): Levke Kempe

Ob beim Treckerwaschen oder bei der Ausbildung der Lehrlinge, Kühl sieht sich selbst als Perfektionistin. „Aber weil alle diesen Faden aufgegriffen haben und jeder seinen Beitrag dazu leistet, sind wir alle kleine Perfektionisten, die hier für die Tiere eine sehr gute Arbeit leisten.“ Kühl betont außerdem, dass die Arbeit in gemischten Teams erfolgreicher sei. Die Ruhe und das Miteinander seien beispielsweise wichtige Eigenschaften, die Frauen in die Betriebe einbringen würden. Sowohl bei der Arbeit mit Kühen und Technik als auch bei der Mitarbeiterführung zahle sich das aus. Ihre langjährigen Mitarbeiter und ehemaligen Lehrlinge würden ihr das widerspiegeln. Für Kühls „perfektes Team“ in Stafstedt sucht die Famile für das kommende Lehrjahr noch einen weiteren Auszubildenden.

Ergebnisse des ersten Versuchsjahres Flugsaat

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Das erste Flugsaatjahr ist abgeschlossen – Zeit für eine Zwischen­bilanz. Und die Ergebnisse könnten unterschiedlicher kaum ausfallen. An neun Projektstandorten, verteilt über ganz Schleswig-Holstein, wurden in diesem Jahr Drohnenversuche angelegt. Dabei zeigen sich eindrucksvolle Erfolge ebenso wie deutliche Fehlschläge. Was entscheidet aber über Erfolg oder Misserfolg?

So gibt es Standorte, an denen die per Drohne ausgebrachte Zwischenfrucht den Vergleichsvarianten regelrecht davongewachsen ist und – abhängig von der Saatgutmischung – brusthohe, geschlossene Bestände ausgebildet hat. Gleichzeitig finden sich Flächen, auf denen die Keimung nach der Drohnensaat nahezu vollständig ausblieb. Teilweise mussten die Versuchsflächen im Anschluss sogar bearbeitet werden, weil Ausfallgetreide und Problemunkräuter überhandnahmen.

Eine erste Bilanz

Für die Zwischenfruchtaussaat wurde grundsätzlich ein Termin rund zwei Wochen vor der Ernte angepeilt. Eine häufig geäußerte Sorge, die Zwischenfrucht könne bei einer verzögerten Ernte „durchwachsen“, bestätigte sich nicht: Selbst bei Zeiträumen von bis zu fünf Wochen zwischen Aussaat und Drusch trat dieses Phänomen nicht auf. Ausgebracht wurde stets die vom Züchter empfohlene Saatstärke. Auf eine Erhöhung – wie sie in süddeutschen Versuchen teils empfohlen wird – wurde bewusst verzichtet. Zum einen, um die Vergleichbarkeit mit den weiteren Aussaatvarianten zu wahren, zum anderen, weil eine höhere Saatstärke die Betriebskosten deutlich steigen lässt und damit den entscheidenden Kostenvorteil der Drohnensaat schmälern würde.

Bereits im ersten Projektjahr zeigte sich eindrucksvoll, dass der erhoffte Vegetationsvorsprung von mindestens zwei Wochen tatsächlich ins Auge fiel. In Entwicklung und Biomassebildung lagen die Drohnensaat-Varianten den verschiedensten Vergleichsverfahren wie Stoppelbruch plus Drillsaat, Direktsaat oder auch Striegelausbringung deutlich voraus. Hinzu kam ein weiterer Vorteil: Durch die ausbleibende Bodenbewegung wurde kaum Ausfallgetreide zum Keimen angeregt oder vergraben. Entsprechend war der Besatz an Ausfallgetreide über alle Standorte hinweg in der Drohnensaat am geringsten. Das wirkt sich zugleich positiv auf den Gewässerschutz aus, da ohne Bodenbewegung die Mineralisation zum Vegetationsende nicht zusätzlich angekurbelt wird. Ein sichtbarer Nachteil dieser fehlenden Bodenbearbeitung war jedoch die ausbleibende Lockerung des Bodens. Dadurch konnten die Zwischenfrüchte ihre maximale Durchwurzelungstiefe teilweise nicht erreichen, weil die Wurzeln früh auf Verdichtungshorizonte trafen und sich dort verzweigten. Besonders deutlich zeigte sich dies beim Ölrettich: Obwohl er grundsätzlich eine über 100 cm tief reichende Pfahlwurzel bilden kann, entwickelte er in den Drohnenvarianten häufig keine senkrechte Pfahlwurzel, sondern teilte sich bereits in oberen Bodenschichten horizontal auf.

Insgesamt waren die Drohnenvarianten häufig schon vom Feldrand aus durch ihren üppigen Bestand zu erkennen – ein Bild, das allerdings täuschen kann. Die großen Einzelpflanzen kaschierten in mehreren Fällen, dass die Pflanzendichte pro Quadratmeter nicht immer zufriedenstellend war. Woran liegt das?

Deutlicher Vegetationsvorsprung der Drohnensaat: links Stoppelbruch + Drillsaat, rechts Drohnensaat (Geest; Ölrettich + Wicke)

Das Saatgut

Zwischenfruchtmischungen werden in der Regel für die Drillsaat entwickelt. Der wichtigste Unterschied zur Drohnensaat besteht jedoch darin, dass das Saatgut nicht mit Boden bedeckt wird. Entsprechend eignen sich Lichtkeimer deutlich besser als Dunkelkeimer, deren Keimung durch UV-Strahlung gehemmt wird. Gleichzeitig müssen die Arten schnell Blattmasse bilden, um gegenüber Ausfallgetreide und Unkräutern konkurrenzstark zu sein – eine Regulierung über Bodenbearbeitung steht in der Drohnensaat nicht zur Verfügung. Auch ein hoher Bedarf an Keimwasser wirkt sich nachteilig aus, da die reine Oberflächenfeuchte ausreichen muss. Schwierigkeiten zeigten sich dementsprechend etwa bei großkörnigen Samen wie Sonnenblumen, die an keinem Standort zufriedenstellend keimten.

In den Saatmischungsversuchen überzeugten im ersten Jahr vor allem Ölrettich, Wicke, Erbsen, Rauhafer und Öllein. Phacelia funktionierte grundsätzlich ebenfalls gut, zeigte sich jedoch deutlich anfälliger gegenüber Störfaktoren wie Pflanzenschutzmaßnahmen und war daher standortabhängig unterschiedlich erfolgreich. Auch Kleearten erwiesen sich als vielversprechend, da sie zu den Lichtkeimern zählen. Ihre vergleichsweise langsame Jugendentwicklung wurde jedoch an Standorten mit starkem Konkurrenzdruck durch Ausfallgetreide oder Unkräuter schnell zum Nachteil: Der Klee wurde dort verdrängt. Problematisch war dies vor allem dann, wenn der Klee in der Mischung als tragende Art zur geschlossenen Bodenbedeckung vorgesehen war – diese blieb in solchen Fällen aus, und die Bestände entwickelten sich lückig.

Schnecken und Mäuse

Das größte Problem im ersten Jahr waren Schnecken und Mäuse, die teilweise sogar zu Totalausfällen führten. Die oberirdisch liegenden Saatkörner der Drohnensaat bieten beiden Schaderregern eine leicht zugängliche Nahrungsquelle. Durch die fehlende Bodenbearbeitung entfällt zudem die mechanische Regulierung der Schneckenaktivität, während die durchgehende Bodenbedeckung deren Entwicklung weiter begünstigt. Der Einsatz von Schneckenkorn gemeinsam mit der Saat vor der Ernte ist nicht zulässig und daher keine Option. Eine Verschiebung der Aussaat auf den Erntetag, um anschließend Schneckenkorn auszubringen, würde hingegen den zeitlichen Vorteil der Drohnensaat weitgehend zunichtemachen.

In den kommenden Jahren wird daher untersucht, ob bestimmte Zwischenfrüchte in der Jugendentwicklung weniger attraktiv für Schnecken sind und möglicherweise gemieden werden. Sollte sich hier kein klarer Effekt zeigen, ist der Einsatz der Drohnensaat auf Flächen mit bekannt hohem Schneckendruck bedenklich. Besonders deutlich zeigte sich das Problem auf mittelschweren bis schweren Böden an Ost- und Westküste. Dies ist auch einer der Gründe, warum die Zwischenfruchtbestände der Drohnensaat auf den leichteren Standorten der Geest am stärksten und sehr geschlossen ausgeprägt waren.

Die Strohverteilung

Die Grundidee der Drohnensaat sieht vor, dass das Stroh nicht abgefahren, sondern gehäckselt wird. Die entstehende Strohhäckseldecke soll den Keimling schützen und ihm ermöglichen, sich hindurch nach oben zu entwickeln. Im ersten Versuchsjahr zeigte sich jedoch, dass dieser Effekt bei einer Aussaat zwei Wochen vor der Ernte nicht immer zuverlässig eintritt: Vor allem bei hohen Strohmengen wurden die Keimlinge eher erstickt, anstatt geschützt zu werden. Besonders auffällig war dies auf Flächen mit großen Druschbreiten mit ungleichmäßiger Strohverteilung – hier wurden ausgeprägte Streifen sichtbar. Die Strohabfuhr hingegen funktionierte überraschend gut. Trotz mehrfacher Überfahrten mit Presse, Radlader und Ballenwagen waren die Fahrspuren bereits nach rund drei Wochen verwachsen und später nicht mehr zu erkennen.

Um auf Standorten ohne Strohbergung Probleme durch Strohmengen zukünftig zu vermeiden, wird Aussaat in den kommenden Jahren näher an den Erntetermin geschoben, damit sich die Zwischenfrucht besser anpassen kann. Eine weitere Idee, die geprüft werden soll, ist der Hochschnitt. Ein Hochschnitt nach der Drohnensaat würde vor allem zwei Vorteile bieten: Die aufliegende Strohmenge wäre geringer, und die höherstehenden Stoppeln könnten die junge Zwischenfrucht zusätzlich vor Strahlung schützen und Feuchtigkeit halten. Eine weitere Stellschraube ist die Sortenwahl. Getreidesorten mit geringerem Strohertrag sind für die anschließende Drohnensaat vorteilhafter.

Hoher Strohertrag und starker Schneckendruck führten im Hügelland zu einem lückigen Aufwuchs der Drohnensaat (Moha, Chia, Ramtilkraut).

Und der Pflanzenschutz?

Insbesondere Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe können den Feldaufgang empfindlicher Folgekulturen beeinträchtigen. Unter üblichen Bedingungen stellt das meist kein Problem dar: Wird das Mittel frühzeitig eingesetzt und erfolgt die Aussaat später mit zumindest minimaler Bodenbearbeitung, wird der eventuell noch vorhandene Spritzfilm aufgebrochen und der mikrobielle Abbau der Wirkstoffe gefördert.

Bei der Drohnensaat entfällt diese Möglichkeit jedoch vollständig. Zudem findet die Aussaat noch vor der Ernte statt, was den Abbauzeitraum nochmals verkürzt. Entsprechend muss der Wirkstoff bis zum Zeitpunkt der Drohnensaat ausreichend abgebaut sein, um Auflaufdepressionen zu vermeiden. Die Abbaurate hängt dabei sowohl vom Anwendungstermin (Anzahl Tage zwischen Applikation und Aussaat) als auch maßgeblich von den Niederschlägen in den Wochen nach der Ausbringung ab. Ein trockenes Frühjahr oder Frühsommer kann den Abbau der Sulfonylharnstoffe erheblich verlangsamen. Laut Anwendungsbestimmungen wird in sehr trockenen Jahren vor dem Nachbau empfindlicher Kulturen sogar eine tiefe, mischende Bodenbearbeitung (15 bis 20 cm) empfohlen und darauf hingewiesen, dass Schäden an Zwischenfrüchten möglich sind.

Nicht alle Sulfonylharnstoffe sind davon gleichermaßen betroffen. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn im Frühjahr die Wirkstoffe Metsulfuron, Iodosulfuron oder auch Propoxycarbazone eingesetzt wurden. Metsulfuron kommt unter anderem in den Produkten Pointer Plus, Dirigent SX, Concert SX oder Ergon vor. Iodosulfuron zum Beispiel in Niantic oder Husar OD. Beide Wirkstoffe werden nur gering an Bodenteilchen gebunden, wirken sehr gut auf Raps und einzelne Zwischenfrüchte und besitzen eine gute Wasserlöslichkeit. Das heißt, sie können von der nachfolgenden Kultur leicht aufgenommen werden und sind bei trockenen Bedingungen seit der Anwendung in der oberen Bodenschicht vermutlich noch nicht vollständig abgebaut. Zudem ist der Wirkstoff Metsulfuron ein Metabolit von Iodosulfuron. Besonders kritisch ist es daher, wenn im Weizen Mischungen aus diesen Wirkstoffen eingesetzt wurden. Die diesjährigen Versuche erlauben hierzu keine systematische Auswertung, dennoch fiel auf, dass Phacelia – als zweikeimblättrige, sulfonylharnstoffempfindliche Zwischenfrucht – an Standorten mit entsprechenden Pflanzenschutzeinsätzen einen deutlich verhaltenen oder ausbleibenden Feldaufgang zeigte. Der Einfluss des Pflanzenschutzes wird in den kommenden Jahren als Versuchsfrage in den Versuchen aufgenommen.

Wo Unkrautdruck hoch war, konnte sich der langsam wachsende Klee nicht behaupten und wurde zum Beispiel vom Storchschnabel überwachsen – der Bestand blieb lückig.

Wenig Wasser ist ein Thema

In diesem Jahr spielte die Witterung der Drohnensaat stärker in die Karten als den Vergleichsvarianten. Vor der Ernte fiel meist ausreichend Niederschlag, sodass die Drohnensaat häufig unmittelbar vor einem Regenguss ausgebracht werden konnte – ein deutlicher Vorteil für den Feldaufgang. Nach der Ernte stellte sich dagegen eine trockenere Phase ein, die den Zwischenfruchtaufwuchs der Vergleichsvarianten deutlich erschwerte. Trotzdem zeigte sich entlang größerer Knicks, wie empfindlich die Drohnensaat auf Feuchtigkeitsmangel reagiert: In Bereichen mit geringerer Niederschlagsverfügbarkeit beziehungsweise stärkerer Wasserentzugswirkung durch Gehölze brach der Feldaufgang spürbar ein. Auffällig war zudem, dass Komponenten der Zwischenfruchtmischung mit einem höheren Keimwasserbedarf fast ausschließlich in der Stoppelreihe keimten, da sie dort das von den Stoppeln ablaufende Wasser nutzen. Um den Einfluss der Witterung verlässlich beurteilen zu können, werden die Versuche in den kommenden Jahren fortgeführt.

Fazit

Die Flächen werden detailliert hinsichtlich Feldaufgang, Biomasseaufwuchs, Bodenbedeckung, N-Fixierung sowie der Herbst- und Frühjahrs-Nmin-Werte ausgewertet. Eine umfassende Aufbereitung der Ergebnisse des ersten Versuchsjahres folgt im Frühjahr 2026. Die gewonnenen Eindrücke zeigen bereits, wie viele Stellschrauben über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. In den kommenden Jahren werden wir diese Faktoren weiter untersuchen, um die Praxistauglichkeit und Grenzen der Drohnensaat präzise beurteilen zu können.

Das Wirtschaftsjahr der Ferkelerzeugung in Zahlen

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Im Wirtschaftsjahr (WJ) 2024/25 wurden von der Schweinespezialberatung Schleswig-Holstein (SSB) zusammen mit der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein 48 hiesige Ferkelerzeugerbetriebe mit angeschlossener Ferkelaufzucht ausgewertet. Im Mittel dieser Betriebe bestand die Sauenherde aus 339 Tieren.

Viele wichtige Produktionskennzahlen konnten in dem abgeschlossenen Wirtschaftsjahr verbessert werden. Besonders erfreulich ist, dass die Verluste in allen Produktionsbereichen gesenkt werden konnten. Angefangen bei den Sauenverlusten, die um 0,4 % reduziert wurden bis hin zu den Ferkelverlusten. Im Saugferkelbereich reduzierten sich die Verluste sogar um 1 % auf 13 %. Das ist bemerkenswert, weil im Allgemeinen der Zusammenhang besteht, dass mit steigender Ferkelzahl auch die Verluste steigen – begründet durch leichtere Geburtsgewichte und eine damit verbundene höhere Anfälligkeit. Dieser Zusammenhang wurde in diesem Jahr von den schleswig-holsteinischen Sauenhaltern aufgebrochen. Vor allem bei den Top-25-Betrieben nach Ökonomie, die hohe biologische Leistungen zeigten, ist beispielsweise bei der gezielten Geburtsüberwachung eine Intensivierung zu beobachten.

Schleswig-Holsteinische Ferkelerzeuger schaffen höhere Ferkelzahlen und niedrigere Verluste.

Im WJ 2023/24 hat die Hälfte des oberen Viertels die Geburten gezielt überwacht, im letzten WJ waren es schon zwei Drittel. Auf alle ausgewerteten Betriebe bezogen lagen über ein lebend geborenes Ferkel (LGF) zwischen der Gruppe mit gezielter und gelegentlicher Geburtsüberwachung sowie ebenfalls niedrigere Saugferkelverluste zugunsten der intensiven Geburtsbetreuung. Denn Ferkel profitieren davon, wenn ihnen Stress oder Belastung während der Geburt erspart bleiben und sie schneller an das Gesäuge zur Kolostralmilchaufnahme gelangen. Gestärkt werden diese Ergebnisse durch die Erzeugerringdatenbank: einer Datenbank, in der bundesweit die Erzeugerringe (auch die SSB) nach BRS (Bundesverband Rind und Schwein) – Standard ihre Zahlen einspeisen, um Ergebnisse zu vergleichen und mit einer größeren Stichprobe zu bewerten. Dort sind die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen bezüglich der Saugferkelverluste sogar noch deutlicher (12,8 % versus 14,3 %). Dennoch muss auch festgehalten werden, dass die intensive Geburtsbegleitung nur eine Maßnahme für mehr lebend geborene Ferkel und weniger Saugferkelverluste ist.

Beruhigend ist, dass auch in der Ferkelaufzucht die Verluste um 0,4 % auf 2,76 % gesenkt wurden und damit keine Verlagerung möglicher Probleme stattgefunden hat. Damit konnten im Mittel aller SSB-Betriebe 32,4 Ferkel abgesetzt (AGF) und 31,4 verkaufsfähige Ferkel (vFerkel) im letzten WJ verkauft werden. Im bundesweiten Vergleich stellt sich Schleswig-Holstein mit diesen Ergebnissen deutlich überdurchschnittlich dar.

Ökonomische Ergebnisse im Vergleich

Die ökonomischen Leistungen in der Ferkelerzeugung waren im abgeschlossenen WJ wieder auf einem sehr guten Niveau und lagen deutlich über dem 10-jährigen Mittel.

Im Vergleich zum Vorjahr konnten die zirka 40 € niedrigeren Direktkosten je Sau und Jahr (SuJ) – die maßgeblich durch günstigeres Futter erreicht wurden – die niedrigeren Ferkelerlöse (~15 €/Ferkel) nicht gänzlich auffangen, sodass die Direktkostenfreien Leistungen mit 1.140 €/ SuJ ohne Sonderzahlungen (SoZ) rund 400 € darunter lagen.

Das obere und untere Viertel

Um Leistungspotenzial zu erkennen, hilft ein Vergleich zwischen den wirtschaftlich erfolgreicheren und weniger erfolgreicheren Betrieben, das heißt zwischen dem oberen und unteren Viertel nach Direktkostenfreien Leistungen je Sau und Jahr. Deutlich wird, dass ein starker Zusammenhang zwischen den biologischen und ökonomischen Leistungen besteht. Denn das obere Viertel (nach Ökonomie!) zeigt höhere Ferkelzahlen bei gleichzeitig niedrigeren Verlusten mit zum Teil deutlichem Abstand zum unteren Viertel (siehe Übersicht 1).

Mit Blick auf die ökonomischen Leistungen ist erkennbar, dass gute biologische Leistungen erst einmal auch Geld kosten, denn für die Direktkosten und insbesondere auch für das Futter wird im oberen Viertel je Sau – bedingt durch die höhere Ferkelzahl – mehr Geld ausgegeben als im unteren Viertel (siehe Übersicht 2). Der Vorteil des oberen Viertels liegt also zum einen in den höheren Erlösen je Ferkel (+8 ct/ kg Ferkelgewicht beziehungsweise + 6,50 €/Ferkel) und zum anderen in den höheren Ferkelzahlen.

Wird der Bezug auf die verkauften Ferkel gelegt, ist am Beispiel des Futters zu erkennen, dass sich die höheren Direktkosten je Sau und Jahr schnell durch die höhere Ferkelzahl relativieren (siehe Tabelle 3).

Während im oberen Viertel beim Ferkelfutter ähnliche Mengen je Ferkel zu höheren Kosten (+ 70 ct) eingesetzt werden, wird im Sauenbereich das Futter dort deutlich effizienter genutzt. Auf die Sau bezogen benötigt das untere Viertel nur 12,8 dt Futter gegenüber 14,1 dt, doch je Ferkel bekommen die Sauen zirka 7 kg mehr Futter bei niedrigerem Ferkelverkaufsgewicht als das obere Viertel. Der kritische Blick muss daher auf der (Gesamt-)Futtermenge und den (Gesamt-)Futterkosten je kg Ferkelzuwachs liegen. Im oberen Viertel wird 390 g weniger Futter für 1 kg Ferkelzuwachs benötigt, was in 14 ct geringeren Futterkosten mündet.

Die kalkulatorischen Fixkosten

Die ökonomische Betrachtung des Betriebszweiges ist erst abgeschlossen, wenn neben den variablen Kosten und Erlösen auch die Festkosten, also die Kosten, die sich von einem zum anderen Jahr kaum verändern, wenn keine größeren Baumaßnahmen et cetera erfolgen, betrachtet werden. Vor allem unter Neubaubedingungen haben diese in den vergangenen Jahren beträchtlich zugenommen. In Tabelle 4 sind die vom BRS kalkulierten Fixkosten unter Neubaubedingungen aufgeführt.

Deutlich wird, dass mit dem im abgelaufenen Wirtschaftsjahr überdurchschnittlichen Ergebnis keine Kostendeckung unter Neubaubedingungen erreicht und in den Betrieben 195 € je Sau und Jahr Verlust eingefahren würde.

Fazit

Unter dieser Betrachtung der Betriebszweigergebnisse mit sehr guten biologischen und ökonomischen Leistungen ist es umso bedauerlicher, dass seitens des Staates große Investitionen gefordert werden (Umbau Deckzentrum und Abferkelung), aber gleichzeitig das vorzeitige Ende der Investitionsförderung zum Umbau der Tierhaltung (31. August 2026) beschlossen wurde. Zu aktuellen Marktbedingungen können sich die Ferkelerzeuger den Umbau nicht leisten.

Verlässlich durch bewegte Zeiten

Planungssicherheit, ­Praxisnähe und Perspektiven für die ­Betriebe – Präsidentin Ute Volquardsen blickt im Interview auf ein bewegtes Jahr zurück und beschreibt, welche Schwerpunkte die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) 2026 setzt.

Frau Volquardsen, 2025 war von zahlreichen Projekten und Entwicklungen geprägt. Worauf blicken Sie persönlich mit der größten Zufriedenheit zurück?

Ute Volquardsen: 2025 war ein arbeitsreiches Jahr, in dem viel gleichzeitig in Bewegung war. Besonders zufrieden blicke ich darauf zurück, dass es uns gelungen ist, die Landwirtschaftskammer in einer Phase großer Unsicherheiten als verlässlichen Partner für die Betriebe zu positionieren. Ob in der Beratung, in der Bildung oder im Versuchswesen – wir haben konsequent daran gearbeitet, praxisnah zu bleiben und Orientierung zu geben. Gleichzeitig haben wir wichtige strukturelle Weichen gestellt, etwa mit Blick auf langfristige Planungssicherheit und die Weiterentwicklung unserer Angebote. Dieses Zusammenspiel aus Stabilität und Weiterentwicklung ist für mich ein starkes Signal. Gesundheit ist unser höchstes Gut. Auch in meiner Familie und auf unserem Hof haben wir in den vergangenen Jahren erlebt, wie schnell sich vermeintliche Sicherheiten verändern können. Das schärft den Blick für das Wesentliche – im Privaten wie im beruflichen Handeln.

Die neue Zielvereinbarung mit dem Land gibt der Kammer und den Betrieben mehr Planbarkeit. Was bedeutet dieses Signal konkret für Beratung und Bildung?

Die neue Zielvereinbarung ist ein starkes und wichtiges Signal des Landes an die Landwirtschaft und an die Kammer. Sie schafft Vertrauen und vor allem Planungssicherheit – sowohl für unsere Organisation als auch für die Betriebe. Im Alltag bedeutet das spürbare Entlastung, weil wir Beratung und Bildungsangebote langfristiger planen, Schwerpunkte gezielter setzen und unsere Mitarbeitenden verlässlich einsetzen können. Das kommt letztlich direkt bei den Betrieben an: durch kontinuierliche Ansprechpartner, stabile Angebote und mehr Fokus auf Inhalte statt auf kurzfristige Rahmenbedingungen. Besonders wichtig ist dabei, dass wir im Rahmen der Zielvereinbarung keine Kürzungen hinnehmen mussten.

Wenn Sie auf das kommende Jahr blicken: Welche Prioritäten setzen Sie 2026 für die Kammer – und wo liegen die größten Herausforderungen für die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein?

2026 wird für die Kammer ganz klar im Zeichen von Verlässlichkeit, Praxisnähe und Zukunftsfähigkeit stehen. Unsere Priorität ist es, die Betriebe noch gezielter dabei zu unterstützen, wirtschaftlich tragfähig zu bleiben und gleichzeitig die steigenden Anforderungen zu bewältigen. Die größten Herausforderungen sehe ich weiterhin im Spannungsfeld zwischen ökonomischem Druck, politischen Vorgaben, gesellschaftlichen Erwartungen und den aktuellen Preisentwicklungen. Hinzu kommen der Fachkräftemangel und die Frage, wie wir junge Menschen dauerhaft für die Landwirtschaft gewinnen. Genau hier kommt der Kammer eine wichtige Rolle zu – als Brücke zwischen Politik, Praxis und Gesellschaft. 2026 steht zudem ein Wechsel in der Geschäftsführung an. Herr Dr. Klaus Drescher hatte von Beginn an deutlich gemacht, dass er für eine begrenzte Amtszeit zur Verfügung steht. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen und haben im Sommer auf der Hauptversammlung Frau Stephanie Wetekam zur neuen Geschäftsführerin bestellt. Mit ihr gewinnen wir eine sehr erfahrene Führungspersönlichkeit, die Theorie, Praxis und Management in besonderer Weise verbindet.

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein begleitet die Betriebe mit Beratung, Bildung und Versuchswesen. In welchen Bereichen möchten Sie 2026 Impulse setzen, die für die Betriebe konkret spürbar werden?

Mir ist wichtig, dass die Betriebe unsere Arbeit ganz konkret im Alltag spüren. Im Versuchswesen haben wir unsere bestehenden Beiräte neu aufgestellt, damit Fragestellungen in der Praxis zeitnah umgesetzt werden können. 2026 möchten wir Impulse in den Bereichen betriebswirtschaftliche Beratung, Klimaanpassung, Digitalisierung und Tierwohl setzen, genauso wie in den Bereichen der Führung und Kommunikation.

Dabei geht es nicht um abstrakte Konzepte, sondern um umsetzbare Lösungen: Wie können Betriebe ihre Produktionsverfahren weiterentwickeln? Wo lassen sich Ressourcen effizienter nutzen? Und wie können Innovationen aus dem Versuchswesen schneller in die Praxis gelangen? Wie schaffe ich es, Mitarbeitenden zu gewinnen und zu halten? Genau hier wollen wir noch enger mit den Betrieben zusammenarbeiten.

Die Ausbildung bleibt ein zentrales Fundament der Kammerarbeit. Was ist Ihnen mit Blick auf die jungen Menschen, die 2026 in die Landwirtschaft starten, besonders wichtig?

Die Ausbildung ist und bleibt ein zentrales Fundament unserer Kammerarbeit. Mir ist besonders wichtig, dass junge Menschen, die 2026 in die Landwirtschaft starten, echte Perspektiven sehen – fachlich, wirtschaftlich und persönlich. Sie sollen erleben, dass Landwirtschaft ein moderner, vielseitiger und zukunftsfähiger Beruf ist. Dazu gehören gute Ausbildungsbedingungen, engagierte Ausbilderinnen und Ausbilder sowie eine enge Begleitung durch die Kammer. Ein gutes Beispiel dafür ist die Einweihung unseres AgriSkill Lab in Futterkamp. Dort ermöglichen moderne Trainingsmodelle in der überbetrieblichen Ausbildung, theoretisches Wissen direkt praktisch anzuwenden. Auszubildende – ebenso wie Praktikerinnen und Praktiker – können ihre Handgriffe vertiefen und gewinnen dadurch zusätzliche Sicherheit und Kompetenz.

Und wie möchten Sie Betriebe und Nachwuchs künftig noch enger zusammenbringen?

Wir möchten Betriebe und Nachwuchs noch stärker miteinander vernetzen – durch praxisnahe Bildungsangebote, moderne Kommunikationsformate und vor allem durch den direkten Austausch. Betriebspraktika, Mentoring-Ansätze und der persönliche Kontakt zwischen Auszubildenden, jungen Fachkräften und erfahrenen Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern spielen dabei eine zentrale Rolle. Ziel ist es, Verständnis füreinander zu fördern und junge Menschen frühzeitig mitzunehmen – damit sie erleben, wie vielfältig und verantwortungsvoll Landwirtschaft ist und sich bewusst und mit Überzeugung für diesen Beruf entscheiden.

2026 ist das „Jahr der Bäuerin“. Was verbindet die Kammer mit diesem Schwerpunktjahr?

Das „Jahr der Bäuerin“ ist eine große Chance, die Vielfalt und Bedeutung der Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen. Bäuerinnen leisten tagtäglich einen entscheidenden Beitrag – im Betrieb, in der Familie, in der Ausbildung und oft auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Für die Kammer ist dieses Jahr Anlass, diese Leistungen stärker hervorzuheben, Netzwerke zu fördern und Frauen gezielt zu unterstützen. Es geht um Anerkennung, Sichtbarkeit und darum, Vorbilder zu zeigen. Gemeinsam mit unterschiedlichen Interessengruppen sind wir bereits im Gespräch, um bundesweit verschiedene Formate auf den Weg zu bringen.

Wenn Sie an die Kammer, die Betriebe und die Menschen denken, mit denen Sie täglich arbeiten: Was wünschen Sie sich persönlich für die Betriebe und für die Kammer im Jahr 2026?

Ich wünsche mir für die Betriebe, dass sie 2026 mit mehr Zuversicht und Planungssicherheit in die Zukunft blicken können – und dass ihre Leistungen weiterhin Anerkennung finden und ein auskömmliches Einkommen ermöglichen. Für die Kammer wünsche ich mir, dass wir auch künftig als starke Fachexpertise wahrgenommen werden: engagiert, fachlich kompetent und nah an den Menschen. Dazu gehört, unsere guten Netzwerke weiter zu pflegen und gezielt auszubauen sowie bei politischen Entscheidungen als fachlicher Ansprechpartner gefragt zu sein. Wenn wir diesen Weg gemeinsam weitergehen, bin ich überzeugt, dass wir die Herausforderungen des kommenden Jahres gut meistern.

Ostseebeiräte legen Umsetzungspläne vor

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Die Umsetzung der Zielvereinbarung Landwirtschaft im Rahmen des Aktionsplans Ostseeschutz (APOS) erreicht einen wichtigen Zwischenschritt: Knapp ein Jahr nach der Unterzeichnung liegen die regionalen Umsetzungspläne der fünf Ostseebeiräte vor, denen die Steuerungsgruppe – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der landwirtschaftlichen Verbände sowie des Landwirtschafts- und Umweltministeriums – zugestimmt hat.

Im Rahmen einer Presseveranstaltung in Kiel schilderte Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) einige Hintergründe. Ihren Angaben zufolge geht es darum, die Nährstoffeinträge in die Ostsee gemeinsam mit der Landwirtschaft vor Ort zu reduzieren. „Dort sitzen die Kenner der Regionen“, betonte die Ministerin. Aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheit in den Regionen brauche es auch unterschiedliche Maßnahmenpläne. Ihr Haus habe deren Entwicklung durch verschiedene Formate wie Feldtage unterstützt. Schmachtenberg lobte: „Die Landwirtschaft ist hier schon ein Stück weit in Vorleistung gegangen und hat den Prozess konstruktiv begleitet.“

Der Erfolg der Maßnahmen soll durch ein intensives Monitoring begleitet werden. Modell- und Demonstrationsvorhaben sollen dabei unterstützen. Rund 1,1 Mio. € stehen dafür 2026 bereit. Gegen Ende des Jahres soll eine erste Evaluation stattfinden.

Mix aus Maßnahmen

Der stellvertretende Leiter der Abteilung Landwirtschaft, Dr. Thorsten Reinsch, erklärte, dass die Verringerung der Eutrophierung grundsätzlich mit einem Mix aus ordnungsrechtlichen und freiwilligen Maßnahmen erreicht werden soll. Dazu zählten neben einem Wirkungsmonitoring verschiedene Beratungswerkzeuge. Die kostenlose Gewässerschutzberatung soll fortgesetzt und der Nitratmessdienst ausgebaut werden. Zudem sei ein Online-Beratungstool geplant. Im Bereich der Flächennutzung sollen Gewässerrandstreifen, feuchte Ackersenken und Waldgebiete gefördert werden. Weitere freiwillige Maßnahmen würden nun im Rahmen der Ostseebeiräte umgesetzt.

Reinsch berichtete: „2025 fanden deutlich mehr als 20 Sitzungen statt.“ Dabei sei ausführlich diskutiert worden, welche Maßnahmen sinnvoll sind und eine hohe Akzeptanz erzielen könnten. So finden sich im Katalog insgesamt 34 Maßnahmen, die jeweils einen eigenen Reduktionswert haben. Beispielsweise zählen dazu Innovationen in der Bodenbearbeitung, Precision Farming und die Aussaat von Zwischenfrüchten mit Drohnen.

Das Minderungspotenzial für Nährstoffeinträge bis 2035 betrage 470 t N und 13 t P, was sogar etwas mehr als den vereinbarten Zielen entspreche. Dafür müssten bis 2035 auf rund 90.000 ha Maßnahmen durchgeführt werden.

Innovationen nutzen

Landwirt Richard Bonse ist Vorsitzender des Ostseebeirats Eckernförder Bucht und Baltic-Probstei. Er erklärte: „Die Landwirtschaft vor Ort ist unglaublich motiviert mitzumachen, weil es ein innovatives Verfahren ist und kein Ordnungsrecht.“ Die Erarbeitung von regional passenden Maßnahmen in kleinen Gruppen von weniger als zehn Personen habe sich als sehr kon-struktiv herausgestellt. Bonse stellte klar, dass man trotz der Einsparziele die Lebensmittelversorgung sicherstellen wolle, also Mindererträge vermeiden. Das gehe beispielsweise mithilfe teilflächenspezifischer Düngung und Fruchtfolgeumstellungen. „Wir wollen uns auch mit Filtersystemen und Drainagen auseinandersetzen“, schilderte Bonse. Der innovative Ansatz sei der, den man gehen wolle.

Ostseebeiräte im Überblick, Grafik: MLLEV

Heinrich Mougin aus dem Vorstand des Bauernverbandes Schleswig-Holstein sitzt dem Ostseebeirat Wagrien-Fehmarn und Neustädter Bucht vor. Er berichtete: „Ostholstein ist von Grund- und Endmoränen geprägt. Wir werden im Wesentlichen über den Oldenburger Graben entwässert.“ Dort sei die Wiedervernässung von Mooren eine Möglichkeit, Nährstoffeinträge zu reduzieren. Auch er setzt auf innovative Ansätze. „Technologie und Digitalisierung helfen der Effizienzsteigerung“, so Mougin. Beispielsweise seien Mergelkuhlen bereits vorhandene natürliche Filter. „Wir müssen diese ,technischen Anlagen‘ wieder aktivieren und neu aufbauen.“ Den Wasser- und Bodenverbänden misst er eine besondere Rolle zu. Und auch die Schützerverbände müssen aus Sicht von Mougin eingebunden werden.

Wichtiger Schritt

Schmachtenberg unterstrich die hohe Motivation der Landwirte. Sie zeige, dass es der richtige Weg sei, nicht auf Ordnungsrecht zu setzen. Auch das Kieler Umweltministerium unterstützt diese Strategie. Umweltstaatssekretärin Katja Günther sagte: „Es ist gut, dass wir den gemeinsam formulierten Zielen zur Reduzierung der Nährstoffeinträge mit den Umsetzungsplänen der Ostseebeiräte nun einen Schritt näherkommen.“

CDU-Agrarsprecherin Rixa Kleinschmit bewertete die Umsetzungspläne positiv. Sie erklärte nach der Presseveranstaltung: „Heute ist ein guter Tag für den Ostseeschutz. Denn mit den von den fünf Ostseebeiräten vorgelegten Umsetzungsplänen ist ein großer Schritt getan, den Eintrag von Stickstoff und Phosphor in die Ostsee zukünftig zu reduzieren.“ Gleichzeitig machten die Pläne deutlich, dass es richtig war, im Rahmen der Zielvereinbarung Landwirtschaft auf Freiwilligkeit und Dialog zu setzen. 

Die Zielvereinbarung und alle Details zu den Maßnahmen