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Das „ARD Mittagsmagazin“ hat kürzlich in den Schweineställen der Landwirtschaftskammer in Futterkamp gedreht.
Dabei waren die Auflagen für die Tierhalter zur Verbesserung des Tierkomforts und wie die Tierhalter damit noch wirtschaftlich arbeiten können die vorrangigen Themen. Insgesamt 5 min lang waren die beiden Interviews, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern gute Einblicke in das Deckzentrum und die Abferkelung verschafft haben. Futterkamp bekommt immer wieder Anfragen von Medien. Diese beantwortet die Kammer gern, weil so zwischen der Landwirtschaft und den Verbrauchern vermittelt werden kann.
Von den 17 Wochen, die der Schleswig-Holstein Cup und der Cup der Bundesländer laufen, sind schon zwei Drittel vorbei. Bis Freitag, 26. Juni, können die 3.000 Pferdefreunde aus neun Bundesländern noch Kilometer sammeln.
„Unsere Idee, im Gelände Kilometer zu sammeln, sich mit anderen Teilnehmern, Landkreisen und Bundesländern zu messen und nebenbei für die eigenen Reit- und Fahrwege noch etwas Gutes zu tun, hat einen Nerv getroffen“, freut sich Stacy Bradtke vom Veranstalterteam des Vereins Reit- und Fahrwege Schleswig-Holstein. Denn in diesem Jahr fieberten nicht nur die ausreitbegeisterten Schleswig-Holsteiner auf den Start des Events hin.
Es herrsche wieder eine angenehme Atmosphäre mit aktivem Austausch zwischen den Teilnehmern. In den dazugehörigen Facebook- und WhatsApp-Gruppen seien bereits einige Verabredungen zustande gekommen, ob mit oder ohne Pferd. „Hier lernt man Leute kennen, die man sonst im Privatleben eventuell nie getroffen hätte“, so Bradtke. Damit sei ein Ziel bereits erfüllt: die Gemeinschaft zu stärken und Gleichgesinnte zu vernetzen.
In der bundesweiten Gesamtwertung führen die 800 Teilnehmer aus Schleswig-Holstein eindeutig das Feld an, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die meisten Durchschnittskilometer hat bisher allerdings das neu eingestiegene Bundesland Baden-Württemberg gesammelt, mit Abstand zu Rheinland-Pfalz und Sachsen. Für das kommende Jahr haben bereits einige der noch fehlenden Bundesländer Interesse bekundet. Im besten Fall kann der Cup der Bundesländer 2027 zum ersten Mal deutschlandweit ausgeführt werden.
Die siegenden Landkreise im Schleswig-Holstein Cup hatten sich in den vergangenen Jahren schon während der ersten Wochen herauskristallisiert. In diesem Jahr herrscht ein regelrechter Kampf um die Spitze und die damit verbundenen Preisgelder in den Kategorien Gesamt- und Durchschnittskilometer. Die meisten Gesamtkilometer haben aktuell die Vorjahressieger aus Schleswig-Flensburg, doch die Teilnehmer aus Segeberg sind ihnen dicht auf den Fersen. Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg liegen mit etwas Abstand dahinter. Sollten die aktuell Führenden jedoch schwächeln, könnte sich dies schnell ändern.
Nach Durchschnittskilometern liegt zum ersten Mal das Herzogtum Lauenburg an der Spitze. „Ob sich hier einmal ein ganz neuer Landkreis den Sieg holt?“, fragt Bradtke. Doch die Titelverteidiger aus Nordfriesland sind ihnen extrem dicht auf der Spur und geben sich noch nicht geschlagen. „Wir sind gespannt, was die folgenden Wochen noch bringen. Aber eins ist klar: Der Spaß und das Zusammensein mit dem Partner Pferd kommen hier nicht zu kurz.“
Bradtke fügt noch hinzu: „Auch wenn jeder noch so kleine Kilometer zählt, möchten wir unsere aktuell Platzierten aus den verschiedenen Sparten nicht außer Acht lassen. Wir haben größten Respekt dafür, was sie in neun Wochen bereits geschafft haben. Alle Teilnehmer sind der eindeutige Beweis, wie wichtig gut ausgebaute Reit- und Fahrwege sind. Vor allem wenn man sieht, dass auch unser Nachwuchs bereits sehr aktiv unterwegs ist.“ pm
Viele Blüten- und Blattschmuckstauden kommen bestens im Topf zurecht. Sie stehen in ihrer Schmuckwirkung einjährigen Kübelpflanzen in nichts nach. Die frühjährliche Teilung der Beetstauden ist nun eine gute Gelegenheit, den Topfgarten kostenlos anzulegen oder zu erweitern.
Viele Stauden bleiben nur durch regelmäßiges Teilen im Frühjahr oder Herbst vital und blühfreudig. Dabei fallen naturgemäß eine Menge neuer Pflanzen an. Jetzt im Frühjahr ist die beste Zeit zum Teilen der Herbstblüher und der wintergrünen Stauden. Im September hingegen teilt man die Frühjahrs- und Frühsommerblüher. Spätestens wenn sich eine Pflanze zu sehr ausgebreitet hat oder in der letzten Saison etwas blühfaul zeigte, wird es Zeit für den Griff zum Spaten. Die anfallenden Teilstücke eignen sich prima zum Bepflanzen von Töpfen, Schalen, Kübeln oder Trögen. Einzeln oder auch in Gruppen arrangiert, ergeben sie einen wunderbaren Blickfang auf Terrasse, Hof oder im Eingangsbereich. Dank der breiten Auswahl geeigneter Stauden findet sich sowohl für die schattige Ecke als auch für den Platz an der Sonne der richtige Kandidat.
Sukkulenten kommen bestens in flachen Schalen zurecht. Foto: Karin SternPurpurglöckchen, Fetthenne und Storchschnabel sorgen hier für viel Farbe.Foto: Karin Stern
Gut geeignet für den Umzug in Pflanzgefäße sind Polsterstauden sowie niedrige bis halbhohe und mittelhohe Stauden. Sie gewöhnen sich schnell an die neuen Verhältnisse und wirken im Topf ebenso schön wie im Beet. Manche Arten fallen mit besonderen Blattformen oder -farben und üppigem Blütenreichtum auf. So bieten das rotblättrige Purpurglöckchen (Heuchera) oder die attraktiven Blätter der Fetthenne (Sedum) einen hohen Zierwert. Zudem füllen sie die immer wieder auftretenden Blühpausen im Topfgarten. Auch die Blätter der Taglilien (Hemerocallis) und Schmucklilien (Agapanthus) sorgen vor und nach der Blüte für frisches Grün. Eher natürlich und schlicht wirken dagegen die kleinblumige, aber blütenreiche Bergminze (Calamintha nepeta), die Katzenminze (Nepeta) oder Spornblumen (Centranthus ruber). Auf der Suche nach auffälligen Solitären bieten sich Funkien (Hosta), Wasserdost (Eupatorium) oder die Prachtspiere (Astilbe) an. Auch Gräser und Farne werden in den letzten Jahren zunehmend im Topf kultiviert.
Schmucklilien fühlen sich im Kübel wohl. Foto: Karin Stern
Für die guten Startbedingungen spielen Topfgröße und Substrat eine wichtige Rolle. Generell sollte der Topf besser etwas zu groß als zu klein sein. Das erleichtert nicht nur das Gießen, sondern die Pflanzen können sich optimal entwickeln und sind damit langlebiger. Es ist ratsam, das Abzugsloch des Topfes mit einer Tonscherbe zu bedecken und etwas Kies als Drainageschicht einzufüllen.
Als Substrat eignen sich ein Gemisch aus Gartenerde, Kompost und etwas Sand zu gleichen Teilen oder eine gute Kübelpflanzenerde. Auch die optimale Nährstoffversorgung ist für ein gutes Gedeihen von Bedeutung. Frische Blumenerde ist vorgedüngt. Die Nährstoffe genügen meist für die ersten sechs bis acht Wochen. Genauere Angaben darüber finden sich auf der Verpackung. Bei selbst gemischtem Substrat empfiehlt sich die Verwendung eines Langzeitdüngers für Stauden nach Packungsanweisung. Alternativ bevorzugen manche Gärtner die flüssige Düngung mit dem Gießwasser. Diese sollte jedoch ab August eingestellt werden.
Je nach Pflanzenart und Wurzelwachstum verbleiben die Stauden einige Jahre lang im Kübel, bis es doch zu eng darin wird. In frische Erde wird umgetopft, wenn das Erdvolumen aufgebraucht ist oder die Blühfreude nachlässt. Dies lässt sich wieder mit einer Teilung verbinden, oder man pflanzt die komplette Staude in einen größeren Kübel.
Diese Bergenie wächst in einem alten Holzzuber. Foto: Karin Stern
Wenn auch Beetstauden problemlos winterhart sind, sollten sie als Kübelpflanzen zumindest in der kalten Jahreszeit etwas geschützter aufgestellt werden. Sie sind im Kübel dem Frost ungleich stärker ausgesetzt als im Boden. Bei länger anhaltendem Frost von unter −7 °C kann es sinnvoll sein, die Kübel in einen frostfreien Schuppen zu räumen. Das ist weniger aufwendig und sicherer als das Einpacken in Noppenfolie oder Winterschutzvlies. Es ist zudem darauf zu achten, dass das Substrat auch im Winter nicht völlig austrocknet.
Das Federgras lockert mit seiner filigranen Struktur die Bepflanzung etwas auf. Foto: Karin SternMehrjährige Kräuter wie Schnittlauch oder Rosmarin gedeihen gut in ausreichend großen Pflanzgefäßen. Foto: Karin SternDas straff aufrecht wachsende Gras nimmt die Form seines Pflanzkübels auf.Foto: Karin SternPflegeleichte Hingucker auf einer hölzernen Ablage Foto: Karin SternFunkien eignen sich prima für die Topfkultur. Dies schützt den frischen Austrieb zudem vor Schnecken. Foto: Karin SternStauden und Einjährige sind hier zu einem bunten Topfgarten arrangiert.Foto: Karin Stern
Als landesweite Analyse liefert der aktuelle Rinder-Report 2024/2025 auch in diesem Jahr eine fundierte Datengrundlage zur tatsächlichen ökonomischen Situation der Milchviehbetriebe in Schleswig-Holstein. Die Vollkostenauswertung stellt dabei eine Kontrollrechnung dar, die es ermöglicht, nicht nur die Stärken und Schwächen des eigenen Betriebes zu identifizieren, sondern auch dessen Position im Vergleich zum landesweiten Durchschnitt einzuordnen. Auf diese Weise wird eine überbetriebliche Vergleichbarkeit geschaffen sowie eine differenzierte Bewertung verschiedener Betriebsstrukturen und Produktionsansätze ermöglicht.
Die Betriebszweigauswertung (BZA) basiert auf einer Vollkostenauswertung, die sich gezielt auf den Betriebszweig Milch konzentriert. Grundlage hierfür sind sämtliche Kosten und Erlöse, die eindeutig der Milchviehhaltung zugeordnet werden können.
Von entscheidender Bedeutung für die Berechnung ist zudem die Zuteilung der Faktoransätze. Bei der Betrachtung eines einzelnen Betriebes werden die Faktoren Arbeit, Boden und Kapital mit betriebsspezifischen Werten angesetzt. Für die landesweite Vergleichbarkeit werden diese Faktoransätze vereinheitlicht und auf Durchschnittswerte gestützt. Durch diese Standardisierung wird eine marktgerechte Entlohnung der eingesetzten Produktionsfaktoren abgebildet. Für die vorliegende Auswertung wurden folgende Ansätze zugrunde gelegt: ein Lohnansatz von 25 € pro Stunde für den Betriebsleiter, Pachtkosten von 400 €/ha für Ackerland sowie 350 €/ha für Grünland und ein Zinssatz von 4 %.
Die Kenntnis und das Verständnis der eigenen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen stellen eine wesentliche Grundlage für fundierte unternehmerische Entscheidungen dar.
Auswertungen zum Tag der Rinderspezialberatung
Das neue Veranstaltungsformat, das in Kooperation zwischen den Rinderspezialberatungsringen und der Landwirtschaftskammer durchgeführt wurde, prägt nun auch inhaltlich den Rinder-Report. Die thematische Ausrichtung der Auswertung orientiert sich dabei am jeweiligen Jahresschwerpunkt der Veranstaltung. Im Berichtsjahr lag der Fokus auf dem Thema „Optimierte Kälberhaltung – alles Wichtige für eine erfolgreiche Kälberaufzucht“.
Eine gute Aufzucht ist in vielerlei Hinsicht entscheidend für den Betrieb. Die Widerstandsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Tiere im späteren Lebensverlauf wird unter anderem durch eine optimale Aufzucht positiv beeinflusst. Die Leistungsparameter wie Erstkalbealter und Milchleistung spiegeln so die Qualität der Kälberaufzucht (siehe Abbildung). Bei einer optimierten Kälberaufzucht werden Tageszunahmen von über 1.000 g erreicht, um Besamungsgewicht und Zeitpunkt der Erstbesamung zu beeinflussen. Diese Tiere mit einem geringen Erstkalbealter haben das Potenzial dazu, mehr Milchleistung zu erbringen. Jedoch sollte hierbei auch immer die Entwicklung des Einzeltieres berücksichtigt werden.
Die Auswertungen des Wirtschaftsjahres 2024/2025 zeigen außerdem, dass die 25 % leistungsstärksten Betriebe bei einem durchschnittlichen Erstkalbealter von 26,1 Monaten um 5,5 % bessere Reproduktionsraten erzielen als die 25 % schwächeren Betriebe mit einem Erstkalbealter von 27,7 Monaten. Ebenso liegen die Tierarzt-, Medikamenten- und Klauenpflegekosten in den erfolgreicheren Betrieben um 48,96 € pro Produktionseinheit Färse (PE) unter denen der weniger erfolgreichen Betriebe. In den leistungsstärkeren Betrieben wird pro Kalb eine höhere Menge an Vollmilch vertränkt. Insgesamt liegt die verfütterte Menge aus Vollmilch und Milchaustauscher pro Produktionseinheit um etwa 10 kg höher.
Die entstehenden Kosten für die gesamte Aufzucht sollten nicht unterschätzt werden. Es ist hilfreich, sie zu kennen und immer wieder zu hinterfragen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 wurden insgesamt 542 Betriebe in die Auswertung einbezogen. Die durchschnittliche Milchleistung konnte im Vergleich zum Vorjahr erneut gesteigert werden. Erstmals wurde im Durchschnitt die Marke von 10.000 l überschritten. Sie liegt nun bei 10.128 kg ECM pro Kuh.
Positive Entwicklungen sind eine gestiegene Milchleistung, ein gesunkenes Erstkalbealter (EKA) und gute Milchpreise. Negative Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr zeigen insbesondere die Auswirkungen des Blauzungenvirus (BTV-3) gegen Ende des Jahres 2024 und zu Beginn des Jahres 2025. Einige tiergesundheitsbezogene Kennzahlen weisen im Vergleich zum vorherigen Wirtschaftsjahr eine Verschlechterung auf. So sind sowohl die Kuh- als auch die Kälberverluste stark angestiegen. Dies wirkt sich unter anderem auch negativ auf die Bestandsentwicklung aus, die im Vergleich zum Vorjahr in den negativen Bereich gefallen ist und nun bei −0,41 % liegt. Darüber hinaus sind die Tierarzt- und Besamungskosten deutlich gestiegen, insgesamt um nahezu 0,5 ct/kg ECM.
Auch die Arbeitserledigungskosten setzen ihren Aufwärtstrend fort. Neben steigenden Lohnkosten tragen insbesondere höhere Ausgaben für die Innenwirtschaft zur Kostensteigerung bei. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um 16 % gestiegen und liegen nun bei 3,63 ct/kg ECM. Hauptursache hierfür ist der zunehmende Einsatz von Mechanisierung und moderner Technik in den Betrieben. Dazu zählen unter anderem automatische Melksysteme, Fütterungsroboter, Futterschieber sowie verschiedene Sensortechnologien, die zunehmend Einzug in die Praxis halten.
Trotz dieser Herausforderungen wird das kalkulatorische Betriebszweigergebnis (BZE) im aktuellen Wirtschaftsjahr maßgeblich durch den gestiegenen Milchpreis positiv beeinflusst. Im Durchschnitt konnte ein Unternehmergewinn von 5,87 ct/kg ECM erzielt werden. Zwischen den erfolgreichsten 25 % der Betriebe und den weniger erfolgreichen 25 % zeigt sich dabei eine Differenz von 16,33 ct/kg ECM im BZE.
Erkenntnisse aus den Vergleichsgruppen
Im Rinder-Report werden die ausgewerteten Betriebe anhand von fünf verschiedenen Vergleichsgruppen nach ausgewählten Produktionskennzahlen differenziert analysiert. Die Einteilung erfolgt nach Milchleistung, Bestandsgröße, Grundfutterleistung, Reproduktionsrate sowie Melkverfahren.
Die strukturierte Auswertung ermöglicht einen differenzierten Vergleich betrieblicher Kennzahlen, die gezielte Bewertung von Einflussfaktoren sowie das Erkennen wirtschaftlich relevanter Zusammenhänge und Schwellenwerte.
In der Tabelle 2 werden die verschiedenen kalkulatorischen Betriebszweigergebnisse der einzelnen Vergleichsgruppen in aller Kürze dargestellt. Die ausführlichen Auswertungen der Vergleichsgruppen sind unter folgendem Link im Rinder-Report zu finden: https://t1p.de/jreev
In den Vergleichsgruppen, die nach Milchleistung (kg ECM pro Kuh) und Herdengröße differenziert wurden, zeigt sich, dass das kalkulatorische Betriebszweigergebnis insbesondere in Betrieben mit hoher Milchleistung oder größeren Tierbeständen positiver ausfällt. Auffällig ist, dass sich die erzielten Leistungen weitgehend unabhängig von Herdengröße und Milchleistung auf einem vergleichbaren Niveau bewegen und keine wesentlichen Unterschiede erkennbar sind. Deutliche Unterschiede zeigen sich hingegen in den Produktionskosten. Mit steigender Milchleistung und wachsender Herdengröße nehmen sie ab. Dies ist darauf zurückzuführen, dass größere und hochleistende Betriebe effizienter ihre Produktion organisieren und wirtschaften, sodass die Kosten je Liter Milch sinken. Besonders deutlich wird dieser Effekt in den Bereichen Grundfutterkosten, Tierarztkosten sowie beim Lohnansatz. Dieser Effekt ist auch bei der Grundfutterleistung in kg ECM pro Kuh zu sehen.
Die Auswertung der Vergleichsgruppen nach Reproduktionsrate zeigt, dass sich die Ergebnisse nicht eindeutig in eine Richtung entwickeln. Das beste kalkulatorische Betriebszweigergebnis wird nicht von Betrieben mit möglichst niedrigen Reproduktionsraten erzielt. Vielmehr liegt das positivste Ergebnis im Durchschnitt im Bereich zwischen 26 % und 33 %.
Bei der Gegenüberstellung der Melkverfahren, automatisches Melken und Melken im Melkstand, wird deutlich, dass das automatische Melken trotz einer tendenziell höheren Milchleistung mit höheren Kosten verbunden ist als das Melken im Melkstand. Ursächlich hierfür sind insbesondere die höheren Investitions- und Betriebskosten im Bereich der Innentechnik sowie die damit verbundenen erhöhten Gebäudekosten.
Blick in die „Zukunft“ 2025/2026
Der Milchpreis stellt einen wesentlichen Einflussfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg eines Betriebes dar. Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 lag der durchschnittliche Basis-Milchpreis in Schleswig-Holstein bei 50,71 ct/kg. Im laufenden Wirtschaftsjahr ist ein deutlicher Preisrückgang zu beobachten. Seit September 2025 sind die Milchpreise von durchschnittlich rund 50 ct/ kg auf 33,16 ct/kg im Februar gesunken.
Diese Entwicklung wirkt sich negativ auf die erzielten Leistungen der Betriebe aus und unterstreicht die Bedeutung eines fundierten Kostenmanagements. Die genaue Kenntnis der eigenen Kostenstrukturen sowie eine Stärken-Schwäche-Analyse gewinnen in diesem Zusammenhang weiter an Bedeutung.
Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung der Schlachtpreise für Rinder, die, wie bereits im Vorjahr, weitergestiegen sind und vorerst ein hohes Niveau halten. Dadurch kann der Tierverkauf einen zusätzlichen positiven Beitrag zu den betrieblichen Erlösen leisten. Insgesamt bleiben die Agrarmärkte weiterhin von hoher Volatilität geprägt. Vor diesem Hintergrund ist es für landwirtschaftliche Betriebe zunehmend wichtig, ihre wirtschaftliche Resilienz zu stärken und entsprechende Rücklagen zu bilden. Die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre zeigt, dass die Produktionskosten im Vergleich zur Milchpreisentwicklung weniger stark gestiegen sind.
Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 wurde in Schleswig-Holstein im Durchschnitt ein positives Betriebszweigergebnis von 5,87 ct/kg ECM erzielt. Der Milcherlös sowie die insgesamt erzielten Leistungen sind sehr positiv zu bewerten. BTV-3 hat die Betreibe in diesem Wirtschaftsjahr weitgehend in Gesundheitszahlen und Kosten negativ geprägt. Die weiterhin steigenden Arbeitserledigungskosten, bedingt sowohl durch höhere Löhne als auch durch zunehmende Kosten in der Innentechnik, wirken sich ebenso wie die durch BTV-3 verursachten Mehrkosten steigernd auf die Produktionskosten aus. Sowohl kurzfristige als auch langfristige Entwicklungen, Entscheidungen und externe Einflüsse erfordern auch künftig eine vorausschauende Planung, da weiterhin erheblichen Schwankungen auf den Agrarmärkten zu verzeichnen sind.
Der Saisonabschluss der Jungzüchterschauen 2026 fand in diesem Jahr in Henstedt-Ulzburg in der Maschinenhalle des Lohnunternehmens von Familie May am 12. April statt. Hierzu lud der Vorstand der Kreise Stormarn, Lauenburg, Segeberg und Ostholstein ein. Eingeladen wurden auch zusätzlich die Kreise Steinburg und Pinneberg. 32 Jungzüchter zwischen vier und 25 Jahren durften in der reich geschmückten Halle bei bedecktem, aber warmem Wetter ihr Können am und mit ihrem Tier unter Beweis stellen.
Unter den wachsamen Augen von Richterin Sarina Andresen aus Oeversee fiel der Startschuss um 11 Uhr. Zeitgleich füllte sich die Halle mit vielen schaubegeisterten Besuchern, die neben einer tollen Schau auch kulinarisch an einem Imbisswagen verwöhnt wurden.
Die Teilnehmer der Jungzüchterschau in Henstedt-Ulzburg
Nach der Begrüßung der ersten Vorsitzenden Marie Huhne konnte die Schau beginnen. Die erste Klasse bestand aus hoch motivierten vier- bis sechsjährigen Jungzüchtern, die teilweise ihre Kälber schon sehr eigenständig durch den Ring führen konnten. Den Klassensieg erlangte Mats Blohm aus Klein Nordende mit seinem Kalb „Fanta“. Die Richterin betonte, wie souverän Mats die Fragen zu seinem Kalb beantworten konnte, und lobte auch die Kopf- und Halfterhaltung. „Fanta“ aus dem Stall von Dirk Blohm in Klein Nordende wurde auch das Typtier dieser Klasse. Dicht dahinter konnte sich Mia Dührkopp mit „Fee“ aus der Zucht ihrer Eltern den 1b-Platz sichern. Sie verzauberte Sarina Andresen durch ihr Strahlen und konnte in ihren jungen Jahren ihr Kalb schon sehr selbstständig vorführen. In der zweiten Klasse sicherte sich Fiete Wendt aus Riepsdorf den Klassensieg. Wie auch schon in den letzten Jahren konnte sich Fiete mit „IHC Fenchel“ am Halfter durch seine gute, ruhige und professionelle Vorführart durchsetzen. Auf dem 1b-Platz folgte Teo Spiecker aus Lübeck mit „Fanta“ aus dem Stall von Stefan Bandholz aus Lübeck, das auch das Typtier der Klasse wurde. Teo sei sehr gut in der Lage gewesen, sein etwas unruhigeres Tier zu händeln und eine sehr gute Gesamtpräsentation abzuliefern, betonte die Richterin lobend. Die letzte Klasse der Altersgruppe Jung sei laut Sarina Andresen von einer eindeutigen Spitze dominiert worden. Mia Schnoor aus Hohenfelde mit ihrem Kalb „Ferrero“ beeindruckte durch eine ruhige und souveräne Vorführleistung und konnte sowohl das Auf- als auch das Umstellen sehr gut durchführen. Auf dem 1b-Rang folgte Owe Bandholz aus Lübeck mit seinem Kalb „Filinde“, der das Handwerkszeug in Sachen Jungzüchter schon sehr gut auf sein Kalb anwenden konnte. „Filinde“ aus der Zucht seiner Familie in Lübeck war ein Typtier der Klasse, ebenso wie „Scary Movie“ von Lars Reimers aus Westerhorn.
Die strahlende Siegerin Jung, Mia Schnoor
„Ferrero“ wurde Siegerin Jung
Mit der Siegerauswahl der jungen Klassen stand anschließend der erste Höhepunkt des Tages an. Unter begleitendem Applaus des Publikums kürte Sarina Andresen schließlich Mia Schnoor mit „Ferrero“ zur Siegerin Jung. Sie habe bei der überzeugenden Leistung von Mia keine andere Wahl gehabt, als sie mit dem Sieg zu belohnen, so Sarina Andresen. Die Freude war der neunjährigen Mia deutlich anzusehen, die extra für die Schau mit ihrer Familie und den Haustieren zu ihren Großeltern gezogen war, um in den Osterferien dicht bei den Tieren in Ratzbek zu sein, damit jeden Tag geübt werden konnte. Dieses Engagement hat sich hier sicherlich ausgezahlt. Den Reservesieg konnte Fiete Wendt mit „IHC Fenchel“ für sich gewinnen. Er konnte auch in der Siegerauswahl noch einmal mit einer sehr guten Leistung auftrumpfen.
Große Freude beim Sieger Mittel, Tjark Freyer aus Lübeck
Mittlere Altersgruppe
Mit der Klasse vier folgte die erste Klasse der mittleren Altersgruppe. An die Spitze setzte sich ein starkes Duo, den Sieg konnte schließlich Thea Kirst aus Brande-Hörnerkirchen mit „Fantasia“ für sich entscheiden. Thea habe die Richterin stets im Blick gehabt und auch das Auf- und Umstellen bestens umsetzen können. Dicht dahinter folgte Nick Schnoor aus Hohenfelde mit „Flandern“ aus der Zucht von Karsten Kaack in Ratzbek, das eines der Typtiere in dieser Klasse wurde. Nick beherrsche laut Richterin das Einmaleins des Jungzüchterdaseins und habe mit einer sehr guten Halfterhaltung beeindrucken können. „Flieder“ aus dem Stall von Stefan Bandholz in Lübeck konnte das zweite Typtier der Klasse werden.
Weiter ging es mit Klasse fünf, die sich sehr heterogen präsentierte. Bosse Gerlach aus Lübeck konnte mit „Frida“ die beste und konstanteste Vorführleistung präsentieren. Der Jungzüchter gab mit „Frida“ aus der Zucht von Familie Bandholz aus Lübeck, das auch Typtier der Klasse wurde, ein sehr harmonisches Bild ab und zeigte sich der Richterin gegenüber stets aufmerksam. Auf dem 1b-Platz rangierte Hanna Wehde aus Lübeck mit „Frederike“ am Halfter. Hier lobte die Richterin, dass Hanna sie und das Tier stets korrekt im Blick gehalten habe und ihr Rind sehr gut und richtig habe aufstellen können. „Elfe“ aus dem Stall von Detlev Bähnke in Klein Schlamin konnte sich in dieser Klasse ebenfalls als Typtier auszeichnen.
„Fürstin“ siegt in mittlerer Klasse
In der anschließenden Siegerauswahl der mittleren Klassen wurde Richterin Sarina Andresen erneut stark gefordert, sich zwischen den starken Teilnehmern zu entscheiden. Unter Applaus wurde schließlich Tjark Freyer aus Lübeck mit „Fürstin“ zum Sieger gekürt. Er stelle hier eine ganz klare Spitze dar, an der aus der Gruppe niemand vorbeikomme. Auch im geforderten Tiertausch habe Tjark sein Können unter Beweis stellen können, so die anerkennenden Worte der Richterin. Den Reservesieg sicherte sich Bosse Gerlach aus Lübeck mit „Frida“.
Die Richterin stets im Blick hatte Lisa Nipp.
Die Altersgruppe Alt
Die Altersgruppe Alt bestand in diesem Jahr nur aus einer Klasse. Um trotzdem eine Art Siegerauswahl zu richten, löste Richterin Sarina Andresen dieses Problem geschickt, indem sie eine vorläufige Platzierung bekannt gab und anschließend die besten drei Jungzüchterinnen noch einmal gesondert forderte. Sie lobte das hohe Niveau der drei besten Teilnehmerinnen der Klasse und entschied sich schließlich als Siegerin Alt für Marie Huhne aus Parchtitz mit „HBL Olivia“ am Halfter. Marie habe hier die absolut beste Leistung mit ihrem Tier abrufen können und strahle insgesamt eine wahnsinnige Ruhe und Perfektion aus, so die lobenden Worte von Andresen zu ihrer Entscheidung. Den Reservesieg Alt sicherten sich Mette Meredith Voß und „HaH Biene P“, die ebenfalls eine große Präsenz im Ring zeigen konnten. „HBL Olivia“ aus der Zucht der Vömel GbR aus Parchtitz wurde von Sarina Andresen neben „Solea“ von Dirk Huhne aus Kasseedorf als bestes Typtier der Klasse genannt.
Die vorletzte Entscheidung, die die Richterin an diesem Tag treffen durfte, war die Auswahl des besten Typtieres der Schau. Hierzu durften noch einmal alle Typtiere der Klassen Einzug in den Ring halten. Um einen besseren Überblick zu gewinnen, entschied sich Sarina Andresen zunächst für eine engere Auswahl von fünf Rindern, die sich noch einmal gut präsentieren konnten. Den Sieg sicherte sich am Ende „Mia“, eine „Avatar-Red“-Tochter von Karsten Eggers aus Brunsbek, die die Richterin verzaubert habe, insbesondere durch ihre Harmonie und die sehr guten Übergänge. Die Vömel GbR aus Parchtitz durfte sich mit „HBL Olivia“, einer „Sidekick“-Tochter, über den Reservesieg freuen.
Das schönste Typtier der Schau – „Mai“ von Familie Eggers aus Brunsbek
„HBL Olivia“ wird Grand Champion
Am Ende wurde es noch einmal richtig spannend, und insgesamt sechs Kinder und Jugendliche konnten in der Endauswahl zum Grand Champion in der Kategorie Vorführen ihr Können am und mit dem Tier ein letztes Mal unter Beweis stellen. Den wachsamen Augen der Richterin entging in dieser Entscheidung nichts, sodass alle Kenntnisse noch einmal gezeigt werden mussten. Unter großem Jubel entschied sich Sarina Andresen letztendlich für Marie Huhne mit „HBL Olivia“ am Halfter. Dieses eingespielte Team habe sie absolut überzeugt und ihr keine Wahl gelassen, Marie für ihre perfekte Leistung mit ihrem Rind zu belohnen. Die Begeisterung bei Maries Freunden und Familie zeigte sich in einer erfrischenden Bierdusche für die Siegerin, die über das ganze Gesicht strahlte und somit auch ihren Erfolg aus dem letzten Jahr wiederholen konnte.
Anschließend wurden Loskäufer mit etwas Glück mit Spermagutscheinen der RSH eG, Gutscheinen oder auch einer pinkfarbenen Schubkarre für ihren Einsatz belohnt. Ein gemeinsames Gruppenfoto und die Ausgabe der Geschenke an die Teilnehmer der Schau rundeten diesen schönen Tag ab, der den Jungzüchtern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Grand Champion Marie Huhne mit Dr. Tina Kesselring (RSH eG) und Richterin Sarina Andresen (r.)
Mit der Unterzeichnung ist das Freihandelsabkommen zwischen Indien und Neuseeland jetzt offiziell in Kraft. Politisch hatten sich beide Seiten auf die gegenseitigen Zollerleichterungen bereits im Dezember 2025 geeinigt. Laut der Regierung von Neuseeland, wo das Abkommen noch vom Parlament ratifiziert werden muss, reduzieren sich die Zölle für 95 % der gehandelten Produkte; das ist mehr als bei jedem anderen Handelsabkommen, das Indien bislang geschlossen hat.
Neuseelands Premierminister Christopher Luxor sprach von einem „historischen“ Freihandelsabkommen. Aktuell beläuft sich der bilaterale Handel Neuseelands mit Indien auf umgerechnet knapp 2 Mrd. €. Luxor erwartet nach der Ratifizierung eine exponenzielle Steigerung des Handelsvolumens mit weitreichenden Vorteilen über Generationen hinweg. „Unsere Wirtschaft freut sich, dass sich für zusammen 1,4 Milliarden Menschen, deren Wirtschaftsraum auf dem besten Weg ist, der drittgrößte der Welt zu werden, neue Chancen eröffnen“, betonte der Premier.
Erst Ende Januar haben sich Indien und die Europäische Union nach rund zwei Jahrzehnten der Verhandlung auf den Abschluss eines Handelsabkommens geeinigt. Bereits Ende 2023 hatten die EU und Neuseeland ihr zuvor ausgehandeltes Handelsabkommen ratifiziert.
Die Regierung in Wellington erreichte im Rahmen der Zollvereinbarung mit Indien im Agrarbereich die sofortige Abschaffung der indischen Zölle auf Schaffleisch und -wolle sowie für gut 95 % der Forst- und Holzexporte. Für die meisten Meeresfruchtexporte einschließlich Muscheln und Lachs soll es für zunächst sieben Jahre einen zollfreien Zugang geben.
Zudem erhält Neuseeland eine zollfreie Quote für Kiwi-Exporte, die nach sechs Jahren von 6.250 t auf 15.000 t steigen soll. Der Mindestimportpreis soll bei umgerechnet 1,54 €/kg liegen. Des Weiteren erzielte die neuseeländische Seite eine 50%ige Zollsenkung ihrer Apfelquote mit einem Mindestimportpreis von 1,07 €/kg. Nach sechs Jahren steigt das Handelsvolumen von 32.500 t auf 45.000 t. Darüber hinaus werden die Zölle auf neuseeländische Weinexporte innerhalb von zehn Jahren von 150 % auf 25 % beziehungsweise 50 % gesenkt, abhängig vom Wert des Weins. Für Zölle auf Manuka-Honig haben beide Seiten eine Senkung von 66 % auf 16,5 % für fünf Jahre vereinbart.
Indien wiederum, das für sämtliche Exporte zollfreien Zugang zum neuseeländischen Markt genießt, begrüßte den Ausschluss von Milchprodukten, tierischen Produkten – mit Ausnahme von Schaffleisch – und Zucker. age
FAO fordert Taten
Straße von Hormus bleibt geschlossen
Angesichts der weiterhin geschlossenen Straße von Hormus drängt der Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Dr. Qu Dongyu, auf eine koordinierte politische Reaktion. Nach seinen Worten ist dies innerhalb der nächsten 90 Tage dringend erforderlich. Bereits jetzt gebe es dadurch tiefgreifende Auswirkungen auf die Agrar- und Lebensmittelsysteme.
Qu Dongyu Foto: FAO
Ganz oben auf der Agenda sieht Qu dabei die Entwicklung alternativer Handelsrouten, eine bessere Marktüberwachung, die Vermeidung von Exportbeschränkungen für Energie und Düngemittel sowie finanzielle Hilfen für Landwirte. Auch mittelfristig brauche es einen Maßnahmenplan, forderte der FAO-Generaldirektor. Er nannte in dem Zusammenhang eine Diversifizierung von wichtigen Importprodukten und Hilfen für Länder mit einer gefährdeten Nahrungsmittelversorgung. Als langfristige Prioritäten zählt er Strategien für eine nachhaltige Landwirtschaft und Investitionen in Erneuerbare Energien auf. „Wir verfügen über das technische Fachwissen“, betonte Qu. Notwendig sind aus seiner Sicht nun Taten, bevor die Schließung der Straße von Hormus katastrophale Auswirkungen auf die globalen Agrar- und Ernährungssysteme und die weltweite Ernährungssicherheit habe.
Laut dem Generaldirektor war auch die FAO bislang nicht tatenlos. Seit Beginn des Krieges werden demnach Schiffsbewegungen und Frachtraten in Echtzeit überwacht. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit mit den Staaten des Golf-Kooperationsrates, um Panikkäufe zu verhindern. Darüber hinaus seien alternative Handelsrouten analysiert worden, um über sie verderbliche Waren transportieren zu können. Außerdem sei ein Programm für Düngemittel entwickelt worden, bei dem Lieferungen in einkommensschwache Länder priorisiert würden. age
Bei seiner Wiederwahl im Jahr 2022 hatte Wolfgang Heinz, Präsident des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein (LJV) es angekündigt: „Nach diesen vier Jahren ist Schluss.“ Dann müsse das Zepter an einen Nachfolger übergeben werden. Das ist am 18. April in den Holstenhallen in Neumünster geschehen. Auf dem Landesjägertag, der dort im Rahmen der Outdoor-Messe stattfand, wählten die 204 Delegierten aus den schleswig-holsteinischen Kreisjägerschaften ihre Führungsspitze neu. Dabei erhielt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Pinneberg, Hans Wörmke, der als einziger Kandidat für das Amt des Präsidenten und damit als Nachfolger von Wolfgang Heinz angetreten war, von 202 abgegebenen Stimmen 187 Jastimmen.
Vizepräsident wurde mit 113 Jastimmen Jens Harder aus Horst, der den bisherigen Vize Andreas Peter Ehlers ablöste. Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) gratulierte den scheidenden Amtsträgern und den Nachfolgern. Sie signalisierte eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Der Landesjagdverband sei als Institution ein wichtiger Partner in Fragen rund um Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft in Schleswig-Holstein. Dabei gehe es nicht nur um eine erfolgreiche und lobenswerte Jugendarbeit, wie die Ministerin sagte. In diesem Zusammenhang ehrte die Ministerin den Hegering 8 in der Kreisjägerschaft Segeberg als Sieger im für herausragende Jugendarbeit vom Landesjagdverband ausgelobten Hubertus-Cup. Für diesen durfte Jana Forstreuter die begehrte Holzeule entgegennehmen.
Umgang mit dem Wald
Auch abseits so erfreulicher Aktionen wie des Lobs für die Jugendarbeit gebe es eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Jägern und Jägerinnen aus dem LJV. Das sei unter anderem am Thema Wolf zu erkennen. „Ich begrüße die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht“, nahm Ministerin Schmachtenberg zum Thema Stellung. Außerdem seien gleichermaßen wolfsfreie Gebiete und besonders ein pragmatisches Wolfsmanagement zu begrüßen. Dabei gehe es nicht darum, den Wolf zu verteufeln, sondern um Augenmaß und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, um ein verträgliches Gleichgewicht zu schaffen. Fortschritte habe es auch beim Thema Grau- und Nonnengänse gegeben, erklärte die Ministerin. So sei nicht nur die Finanzierung zum Schadenausgleich mit 1,2 Mio. € deutlich angehoben worden, sondern auch eine praxisgerechte Verlängerung der Jagdzeiten erfolgt. Außerdem soll das Thema Gelegeentnahme zur Bestandssteuerung in Schadgebieten wie an der Westküste geregelt werden. Dabei sollen etwa Landwirte in Zusammenarbeit mit den zuständigen Jägerschaften als Team in die Arbeit einbezogen werden. Die angesprochenen Arten hätten einen guten Erhaltungszustand erreicht. Dadurch sei ein ausgleichender Eingriff darstellbar.
Hindernisse fürs Wild
Einem Impuls des LJV folgend, solle auch die Entwicklung von Wildwegeplänen weiterverfolgt werden. Hier sorgten etwa Photovoltaikanlagen im Außenbereich durchaus für Konflikte, meinte Schmachtenberg.
Für Wolfgang Heinz ging mit dem Landesjägertag in Neumünster nach zehn Jahren als Präsident eine Ära zu Ende. Auf Bundesebene macht der engagierte Pinneberger Kreisjägermeister noch weiter.
Wolfgang Heinz (li.) war zehn Jahre lang Präsident im Landesjagdverband Schleswig-Holstein. Für den Pinneberger Kreisjägermeister ging damit am 18. April eine Ära zu Ende. Für Heinz übernahm nach erfolgreicher Wahl der Pinneberger Hans Wörmke.
Berufliche Anwender von Pflanzenschutzmitteln sind seit Jahren verpflichtet, jeden Pflanzenschutzmitteleinsatz vollständig zu dokumentieren. Diese Pflicht ergibt sich aus Artikel 67 der EU- Verordnung (EG) 1107/2009 sowie dem § 11 Pflanzenschutzgesetz (PflSchG). Bisher beinhalteten diese Aufzeichnungen Angaben zur Bezeichnung des Pflanzenschutzmittels, zum Zeitpunkt der Anwendung, zur verwendeten Menge, zur behandelten Fläche und zu der Kulturpflanze, für die das Pflanzenschutzmittel verwendet wurde. Seit dem 1. Januar 2026 sind nun neue rechtliche Vorgaben für die Dokumentation in Kraft getreten.
Weiterhin müssen von beruflichen Anwendern alle Pflanzenschutzmittelanwendungen lückenlos erfasst werden, allerdings muss die Dokumentation jetzt deutlich umfassender sein. Grundlage hierfür ist die Durchführungsverordnung (EU) 2023/564 der Kommission vom 10. März 2023. Im Rahmen dieser Verordnung werden die Anforderungen an die Aufzeichnungen über Pflanzenschutzmittel in der gesamten EU neu geregelt und konkretisiert. Zusätzlich schreibt die oben genannte Durchführungsverordnung vor, dass diese Aufzeichnungen künftig in einem elektronischen, maschinenlesbaren Format geführt werden müssen.
Eine bereits beschlossene Änderung im ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel der EU (SCoPAFF) hat den Mitgliedstaaten gestattet, die Verpflichtung zur elektronischen Aufzeichnung in einem maschinenlesbaren Format um ein Jahr auf den 1. Januar 2027 zu verschieben. Davon wurde in Deutschland Gebrauch gemacht, sodass die elektronische, maschinenlesbare Form bei uns erst ab diesem Stichtag verpflichtend wird. Dennoch ist die Empfehlung, sich ungeachtet der Fristverlängerung bis zum 1. Januar 2027 frühzeitig mit der elektronischen Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen auseinanderzusetzen. Zusammengefasst: Seit dem 1. Januar 2026 müssen alle Pflanzenschutzanwendungen gemäß den neuen gesetzlichen Vorgaben vollständig und umfassend dokumentiert werden. Die elektronische, maschinenlesbare Form wird ab dem 1. Januar 2027 verbindlich.
Es ist gesetzlich vorgegeben, dass die Pflanzenschutzmittelaufzeichnungen unverzüglich geführt werden müssen. Der Begriff „unverzüglich“ bedeutet, dass eine Handlung so schnell erfolgt wie unter den gegebenen Umständen möglich, ohne schuldhaftes Zögern.
Wird die Anwendung zunächst nicht elektronisch erfasst, muss spätestens innerhalb von 30 Tagen eine Umwandlung in ein elektronisches, maschinenlesbares Format erfolgen – dies gilt verbindlich erst ab dem 1. Januar 2027.
Die Pflanzenschutzmittelaufzeichnungen sind, wie bisher auch, mindestens drei Jahre lang aufzubewahren. Die Frist wird gerechnet ab Beginn des Folgejahres nach Entstehung der Daten. Das heißt, die Anwendungen aus dem Jahr 2025 sind bis Ende 2028 aufzubewahren.
Die seit dem 1. Januar 2026 geforderten Angaben sind in Tabelle 1 aufgeführt. Die bisherigen gesetzlichen Anforderungen bleiben darüber hinaus auch weiterhin bestehen.
Die Aufzeichnungen müssen der zuständigen Behörde, in Schleswig-Holstein ist das der Pflanzenschutzdienst bei der Landwirtschaftskammer, nur auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Es gibt keinen automatischen Abruf der Daten. Die Aufzeichnungen können im Rahmen von Fachrechtskontrollen vom Pflanzenschutzdienst geprüft werden.
Nicht aufzeichnungspflichtig ist der Zweck der Anwendung, zum Beispiel der Schaderreger, gegen den die Anwendung gerichtet war. Aus betrieblichem Interesse, insbesondere zur langfristigen Erfolgskontrolle und zum Resistenzmanagement, ist es empfehlenswert, die Indikation trotzdem mit aufzuzeichnen.
Neue Angaben im Überblick
EPPO-Code:
Der EPPO-Code ist ein standardisiertes alphanumerisches Codierungssystem der Europäischen und Mediterranen Organisation für Pflanzenschutz (EPPO). Damit werden jede Pflanze und jeder Schaderreger in Kurzform codiert. Das System erleichtert den internationalen Austausch relevanter Informationen und kann für jede Kulturpflanze unter https://gd.eppo.int/ recherchiert werden. Im Rahmen der Dokumentation sollen die EPPO-Codes der behandelten Kulturpflanze aufgezeichnet werden, nicht die der Schaderreger. Einige Beispiele für EPPO-Codes, die in der Landwirtschaft und im Gartenbau am häufigsten vorkommen, finden sich in Tabelle 2.
Es wird empfohlen, die EPPO-Codes so zu dokumentieren, wie die eingesetzten Pflanzenschutzmittel zugelassen sind. Das heißt, wenn ein Pflanzenschutzmittel zum Beispiel für die Anwendung in Zierpflanzen zugelassen ist, dann lautet der EPPO-Code NNNZZ für Zierpflanzen. Ist die Zulassung beschränkt auf eine bestimmte Kultur innerhalb der Zierpflanzen, dann sollte auch nur der EPPO-Code dieser Kultur verwendet werden, zum Beispiel Kultur Weihnachtsstern, EPPO-Code EPHPU.
BBCH-Stadium:
Die BBCH-Stadien sind ein standardisiertes System zur Beschreibung der unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Pflanzen. Diese Entwicklungsstadien sind unterteilt in zehn Makrostadien mit weiteren Mikrostadien. Die BBCH-Skala dient der vereinfachten Beschreibung des Entwicklungsstandes der Kulturpflanzen. Sie wurde entwickelt, um die Entwicklungsstadien von Pflanzen einheitlich zu codieren, und wird für viele landwirtschaftliche Kulturpflanzen sowie für Obst und Beeren verwendet. Entsprechende Übersichten zu den unterschiedlichen BBCH-Stadien finden sich zum Beispiel auf den Internetseiten des Julius-Kühn-Institutes unter: https://t1p.de/cr73z
Bei der Dokumentation muss das jeweilige BBCH-Stadium nur angegeben werden, wenn die Anwendung des Pflanzenschutzmittels auf bestimmte Entwicklungsstadien begrenzt ist. So ist zum Beispiel bei bestimmten Wachstumsreglern der Einsatz begrenzt auf den Zeitraum zwischen dem Beginn der Bestockung bis zum Ein-Knoten-Stadium oder bei einigen Insektiziden die Anwendung nur bis ES 59 erlaubt. Nur in diesen Fällen ist die Angabe des BBCH-Stadiums relevant und erforderlich.
Flächenangabe:
Bisher war es ausreichend, wenn die betriebsinterne Flächenbezeichnung, zum Beispiel „Hinterm Hof“, verwendet wurde, um die behandelte Fläche zu dokumentieren.
Betriebe, die einen Sammelantrag stellen, müssen nun als Flächenangabe die Flächeneinheit aus dem geodatenbasierten Beihilfeantrag in der Dokumentation angeben (FLIK-Nummer). In Betrieben, die keinen Sammelantrag stellen, kann die betriebsinterne Flächenbezeichnung aktuell weiter genutzt und, wenn möglich, einer Georeferenz zugeordnet werden (GPS-Punkt).
Startzeitpunkt (Uhrzeit):
Neben dem Datum der Anwendung ist nun gegebenenfalls auch der Startzeitpunkt der Anwendung zu dokumentieren. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn die Anwendung des Pflanzenschutzmittels auf ein im Rahmen der Zulassung festgesetztes Zeitfenster beschränkt ist. So dürfen zum Beispiel Pflanzenschutzmittel mit der Kennzeichnung NB6621 auf blühenden oder von Bienen beflogenen Pflanzen erst nach dem täglichen Bienenflug bis 23 Uhr angewendet werden. Auch für den Einsatz bestimmter clomazonehaltiger Pflanzenschutzmittel gibt es im Rahmen der Anwendungsbestimmung NT127 zeitliche Vorgaben, die einzuhalten und dann auch mit dem Startzeitpunkt der Anwendung zu dokumentieren sind.
Zulassungsnummer
Die genaue Bezeichnung des verwendeten Pflanzenschutzmittels gehört schon seit vielen Jahren zu den geforderten Angaben im Rahmen der Dokumentation. Seit dem1. Januar 2026 muss neben dem Mittelnamen nun auch die Zulassungsnummer des verwendeten Pflanzenschutzmittels dokumentiert werden. Damit eine eindeutige Identifikation möglich ist, erhält ein Pflanzenschutzmittel im Rahmen der Zulassung vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine einmalige, achtstellige Zulassungsnummer, die auf jedem Pflanzenschutzgebinde oder Etikett aufzudrucken ist.
Die ersten beiden Ziffern der Zulassungsnummer sind die sogenannten Generationsnummern. Sie geben Aufschluss über eine mögliche Anschlusszulassung des Pflanzenschutzmittels. Diese Anschlusszulassungen werden wie neue Zulassungen behandelt, da häufig Umformulierungen stattgefunden haben oder andere Beistoffe verwendet wurden. Dabei kann es, wie in dem folgenden Beispiel dargestellt, auch passieren, dass zeitgleich zwei Zulassungen angewendet werden können.

In einigen Fällen gibt es zwischen den beiden namentlich gleichen Mitteln Unterschiede in den Anwendungsgebieten oder den Anwendungsbestimmungen.
So ist das im Beispiel genannte Mittel Boxer mit der Zulassungsnummer 043838-00 in Wintergetreide und Kartoffeln zugelassen, nicht aber in Ackerbohnen. Diese dürfen im Rahmen der Aufbrauchfrist nur noch mit Boxer mit der Zulassungsnummer 033838-00 behandelt werden. Ein genauer Blick in die aktuelle Gebrauchsanweisung des verwendeten Pflanzenschutzmittels ist daher empfehlenswert.
Anwendungen durch Dritte
Zunächst müssen Unternehmen, die für andere Pflanzenschutzmittel anwenden, ihre Tätigkeit beim Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein angezeigt haben.
Verantwortlich für die Dokumentation ist nach den gesetzlichen Vorgaben der berufliche Anwender, das ist in der Regel der Fahrer der Pflanzenschutzspritze.
Der Dienstleister muss vollständige und ordnungsgemäße Aufzeichnungen nach den aktuell gültigen Vorgaben führen. Außerdem ist vorgeschrieben, dass der auftraggebenden Person vom Dienstleister unverzüglich und uneingeschränkt Zugang zu den Aufzeichnungen gewährt oder eine Kopie der Aufzeichnungen zur Verfügung gestellt wird. Die Angaben sollten von der auftraggebenden Person auf Vollständigkeit und Plausibilität überprüft werden, da die Dokumentation auch im Rahmen der Konditionalität überprüft wird.
Was passiert ab 2027?
Mit dem Inkrafttreten der Durchführungsverordnung (EU) 2025/2203 der Kommission vom 31. Oktober 2025 ergeben sich ab dem 1. Januar 2027 bedeutende Änderungen hinsichtlich der elektronischen Dokumentationsform für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Ab diesem Datum sind sämtliche Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln verpflichtend in elektronischer und maschinenlesbarer Form zu dokumentieren. Wird die Anwendung zunächst nicht elektronisch erfasst, muss spätestens innerhalb von 30 Tagen eine Umwandlung in ein elektronisches, maschinenlesbares Format erfolgen.
Für die Erfüllung der digitalen Dokumentationspflicht ab 2027 können Betriebe zum Teil auf bereits etablierte Lösungen zurückgreifen. Viele gängige Ackerschlagkarteien erfüllen in der Regel die Anforderungen der neuen Dokumentationspflichten und bieten bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine zuverlässige Möglichkeit zur Erfassung relevanter Daten.
Für Betriebe, die bisher ohne digitale Ackerschlagkartei arbeiten und nur in einem überschaubaren Rahmen Pflanzenschutzmittel anwenden, bietet sich die kostenfreie Nutzung des Programms PSM-DOK an (https://psmdok.de/). Darüber hinaus wird auf Bundesebene an dem Programm DiPAgE (Digitale Pflanzenschutz-Anwendungsdaten-Erfassung) gearbeitet. Dieses soll im Laufe des Jahres 2026 kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
Fazit
Die neuen Anforderungen im Bereich der Dokumentation von Pflanzenschutzmitteln stellen die Betriebe seit dem 1. Januar 2026 vor neue Herausforderungen. So müssen die bisherigen Angaben zum Pflanzenschutzmitteleinsatz konkretisiert und bei Relevanz entsprechend zusätzliche Punkte dokumentiert werden. Ab 2027 darf die Dokumentation nur noch in einem elektronischen, maschinenlesbaren Format erfolgen. Es wird empfohlen, sich schon im Laufe dieses Jahres mit den entsprechenden Programmen vertraut zu machen.
„Es war einmal …“, mit diesen Worten beginnen meist uns bekannte Märchen. Im Günter Grass-Haus in Lübeck betiteln sie eine neue Sonderausstellung, die einem der bedeutendsten Bilderbuchkünstler unserer Zeit gewidmet ist: Helme Heine.
„Lübecker Freunde“ lautet der Titel dieser Zeichnung. Foto: Helme Heine Art
„Echte Freunde sind unbesiegbar“ – so lautet das Credo der drei Freunde Johnny Mauser, Franz von Hahn und Schwein Waldemar aus Mullewapp. Die von Helme Heine geschaffenen Figuren durchleben in vielen Geschichten Höhen und Tiefen des Lebens. Jeder hat sofort die drei vor Augen, wie sie mit dem Fahrrad durch die Landschaft fahren – Franz von Hahn sitzt auf dem Lenker, Johnny und Waldemar jeweils auf einem der Pedale. Auch der kleine grüne Drache Tabaluga aus dem Rockmärchen von Peter Maffay, Rolf Zuckowski und Gregor Rottschalk wurde von Helme Heine und seiner Frau Gisela von Radowitz erschaffen und ist wie die Freunde weltbekannt.
Helme Heine verstarb im vergangenen Jahr im November in seiner Wahlheimat Neuseeland. Die Ausstellung ist eine erste Retrospektive nach seinem Tod und lässt die immense Bandbreite seines künstlerischen Schaffens lebendig werden. Neben den bekannten Kinderbuchfiguren und Klassikern seiner Schaffenszeit sind vor allem neuere Arbeiten von Helme Heine zu sehen, die sich mit aktuellen Themen beschäftigen, die dem Künstler am Herzen lagen: die Folgen der Klimakrise, die Risiken Künstlicher Intelligenz, die anhaltende Ungleichheit der Geschlechter, Migration, Demokratie und Frieden. Mit seinem charakteristisch feinen Humor hält er uns zeichnerisch den Spiegel vor und bringt mit Linien und Farben seine Gedanken zu Papier. „Das ist das Beeindruckende an Helme Heine, dass er bei aller Kritik an vielen Dingen trotzdem immer auch ein Stück Optimismus und Fröhlichkeit in seine Werke gebracht hat“, zeigte sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei der Eröffnung der Ausstellung Ende April begeistert. Gerade in diesen Zeiten, in denen man angesichts all der Verrücktheiten in der Welt lieber Trübsal blasen wolle, sei es wichtig, sich ein bisschen Humor und Optimismus zu bewahren.
Kurator Carl Manzey (li.) und Helme Heines Sohn Christoph von Radowitz gaben bei der Vernissage Einblicke in die Ausstellung und in die Arbeit Helme Heines. Foto: Iris Jaeger
„Er hat viel mehr Zeit damit zugebracht, eine Idee zu entwickeln, als damit, sie am Ende umzusetzen“, wusste Helmes Sohn Christoph von Radowitz zur Vernissage von der Arbeit seines Vaters zu berichten. Das sei auch bei den Werken so gewesen, die er auf Anfrage extra für das Günter Grass-Haus angefertigt hat und die auf den Nobelpreisträger sowie auf die Stadt Lübeck Bezug nehmen: Die Freunde vor dem Holstentor, ein Butt am Haken von Grass, der auf einem Buch steht, der kleine Oskar Matzerath, der mit seiner Blechtrommel wie der Rattenfänger von Hameln politisch und gesellschaftlich kritische Bücher vom Holstentor weglockt – allesamt ein Ausdruck besonderer Wertschätzung für Günter Grass und die Stadt Lübeck.
Erstmals werden diese Arbeiten in der Ausstellung präsentiert und durch Dokumentationen ergänzt, die den letzten, bewegenden Besuch der Kuratoren Carl Manzey, wissenschaftlicher Volontär im Günter Grass-Haus, und Dr. Jörg-Philipp Thomsa, Direktor des Günter Grass-Hauses, beim Künstler im bayerischen Prutting kurz vor seinem Tod zeigen. Ein Besuch, der die Arbeit an der Ausstellung auf besondere Weise prägte und inspirierte, „eben weil es darum geht, das Werk von Helme Heine und sein Lebenswerk hier abzubilden“, so Manzey.
„Die Freunde vor dem Holstentor“ Foto: Helme Heine Art
Umso mehr habe es ihn gefreut, als Carola und Christoph von Radowitz ihm gerührt attestierten, dass die von ihm kuratierte Ausstellung die Seele Helme Heines widerspiegele. Heines Zweifel zu Lebzeiten, das geschriebene Wort, das Handgeschriebene würden sterben, die Bilderwelt und die KI würden das Wortzeitalter ablösen und Lesen sei nicht mehr in, konnte Buchautorin und Illustratorin Cornelia Funke in einer Gesprächsrunde mit Daniel Günther und Dr. Jörg-Philipp Thomsa im Rahmen der Ausstellungseröffnung widerlegen: „Ich glaube, dass das Wort auf so viele Weisen lebt. Eigentlich geht es auch gar nicht so sehr nur um Worte, sondern vielmehr um Geschichten. Ich glaube, wir alle brauchen und wollen ständig Geschichten, die ganze Welt ist aus Geschichten gemacht.“
Bis zum 10. Januar 2027 können kleine und große Besucher auf eine farbenfrohe und poetische Entdeckungsreise durch die Bilderwelt Helme Heines gehen. Weitere Informationen finden sich auch unter www.grass-haus.de
Die Eröffnungsveranstaltung im Lübecker Günter Grass-Haus war sehr gut besucht. Foto: Iris JaegerAuch das war Helme Heine: Kreativ-fantasievoll mit einer feinen Prise Humor brachte er seine Gedanken zu aktuellen Themen wie der Klimakrise zu Papier. Foto: Iris JaegerMuseumsdirektor Dr. Jörg-Philipp Thomsa, Buchautorin und Illustratorin Cornelia Funke und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (v. li.) unterhielten sich über das Lesen, über aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehnisse und Helme Heines Zweifel zur Zukunft von Büchern und Handgeschriebenem. Foto: Iris JaegerCornelia Funke im Gespräch mit einem ihrer jungen Fans. Foto: Iris JaegerCornelia Funke, bekannt unter anderem für ihre Tintenwelt-Reihe, signierte im Garten des Günter Grass-Hauses Bücher. Foto: Iris Jaeger„Der Butt am Haken“ – Eines der Bilder, die Helme Heine eigens für das Günter Grass-Haus anfertigte und Bezug auf den Nobelpreisträger und dessen Werke nimmt. Foto: Helme Heine ArtDer kleine grüne Drache Tabaluga stammt ebenfalls aus der Feder Helme Heines und dessen Frau Gisela von Radowitz Foto: Helme Heine ArtHelme Heine „Es war einmal …“, so lautet auch der Titel der Sonderausstellung im Günter Grass-Haus, die bis 10. Januar 2027 zu sehen ist. Foto: Helme Heine ArtIm Zentrum der Ausstellung stehen Angebote für Kinder. Herzstück ist ein begehbares „Mullewapp“-Dorf aus Holz. Foto: Iris JaegerEines der „Freunde“-Motive, das an die Bremer Stadtmusikanten erinnert, nur dass das kleinste Tier unten ist und das größte und schwerste oben. Foto: jae/Illustration: Helme Heine
Auf der diesjährigen Outdoor wurde über aktuelle Themen aus Jagd, Angeln und Umwelt gesprochen. Die Outdoor-Messe für Jäger, Angler und naturbegeisterte Menschen war nicht nur für die ganze Familie einen Besuch wert, sondern auch ein Einkaufserlebnis der besonderen Art. Im teilweise internationalen Angebot von Waffen- und Angeltechnik bis Camping- und Outdoorausrüstung, vom Angelschirm bis zum Luxuscamper war für fast jeden Geschmack und Geldbeutel etwa dabei. So manches Messeschnäppchen fand dabei seinen Liebhaber.
Hinter und neben den Ausstellungshallen allerdings gab es jede Menge Fachvorträge, spannende Reiseerlebnisse und Tipps für die nächste eigene Reise. Auch ging es um brandaktuelle Fragen, die durchaus emotional und heiß diskutiert wurden und sich sozusagen direkt vor der eigenen Haustür abspielen.
Prädatoren und Neozoen sorgen für Probleme
Wels in der Dose? „Nein, aber ein kleines, originelles Geschenk für Angler“, schmunzelt Stefan Buschmann. Die Dose verbirgt einen Gürtel mit Fischmotiv auf der Schnalle.
Fotos: Ralf Seiler
In den Diskussionen bewegten Themen wie die Entwicklung und Ausbreitung von Prädatoren, also Räubern am Ende der Nahrungskette wie dem Wolf, ersten Goldschakalen im Land oder bei den Anglern, Fischern und Teichbewirtschaftern der Kormoran und der Fischotter. Ein Dutzend vom Wolf gerissene Schafe seien nun einmal ein Trauerspiel für den Halter und seine Familie, hieß es da aus den Reihen der Jägerschaft. Die erhalte jetzt Rechtssicherheit, wenn es etwa um die Entnahme, also die Erlegung eines sogenannten Problemwolfs gehe, erklärte hierzu Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU). Der Wolf sei nicht nur flächendeckend zurück im Land, sondern aktuell auch im Jagdrecht. Hierbei gehe es um kluge und angemessene Entscheidungen ohne Ideologie. Allerdings schreibt nicht nur der Wolf seine ganz eigene „Erfolgsgeschichte“, war zu erfahren. So zählt der Kormoran als Fisch fressender Großvogel mit einem Tagesbedarf von etwa 300 bis 500 g Fisch pro Tag bei größeren Ansammlungen zu den echten Problemarten. „Allerdings gehört der Kormoran auch als alte heimische Art in die Landschaft“, meinte hierzu Johannes Radtke vom Landesangelverband (LAV). Nur müssten eben Regelungen für den Umgang mit ihm an sensiblen Fließgewässern mit Kieslaichern wie der Bachforelle, Äschen oder dem Lachs geschaffen werden. Auch der inzwischen wieder landesweit vertretene Fischotter habe mit geschätzt etwa 1.500 Tieren Potenzial, den letzten Teichbewirtschaftern Sorgenfalten auf die Stirn zu zeichnen, weiß Radtke. Überhaupt haben die sogenannten Neozoen zugenommen, zu denen auch Waschbär, Marderhund, sogar der Bisam und zuletzt der Nutria zählen. Besonders der pflanzenfressende Nutria hat allerdings echtes Sprengpotenzial. Mit einer extremen Vermehrungsrate von zwei bis drei Würfen mit je fünf bis acht Jungen pro Jahr und einer Geschlechtsreife mit nur etwa einem halben Jahr stelle der Einwanderer durch seine Grabtätigkeit besonders für Ufer und Deiche eine Gefahr dar, meinte hierzu auch Olaf Weddern von der Wildtierrettung Segeberger Heide. Dabei zeige sich der immerhin 4 bis 8 kg schwere Pflanzenfresser mit seinen langen, messerscharfen Vorderzähnen durchaus als ernst zu nehmender Gegner, selbst für gestandene Jagdhunde. Der ein wenig tollpatschig und plump wirkende Marderhund, der seinen Weg aus Pelztierfarmen in das Land gefunden hat, verdrängt möglicherweise den Rotfuchs. Der muss sein Revier außerdem inzwischen wieder mit dem Wolf, aber eben auch Marderhund, Waschbär und sogar Goldschakal teilen.
Invasive Arten bereiten nicht nur an Land Sorgen
In den Flüssen und Kanälen vermehren sich ursprünglich in Osteuropa heimische kleine Grundeln explosionsartig. Hinzu kommen Arten wie der Wolga-Zander oder die Pazifische Auster in der Nordsee. All das sorge für Verschiebungen, die besondere Herausforderungen für die Fachverbände der Jäger und Angler darstellten, hieß es auf der Messe. Dem mit gesundem Augenmaß entgegenzutreten, erfordere eine gute und kluge Zusammenarbeit mit den hier engagierten Verbänden und der Landespolitik. Die im Norden Deutschlands einzigartige Messe Outdoor sei daher auch diesbezüglich eine willkommene Gelegenheit, Gespräche auf Augenhöhe zu führen, sagten Vertreter aus der Jägerschaft, der Angler, der Landwirte und aus der Politik.
Ein toller Tag für die ganze Familie, meint Krabbenfischer und Jäger Sven Jensen, der sich von Pellworm aus auf den Weg in die Holstenhallen gemacht hatte und die Messe mit Sohn Fritz (7) und Tochter Emmy (10) besuchte. Bei Hutmacherin Karin Zeisberger wurden die drei fündig.