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Rund 200 junge Menschen starten in diesem Jahr ihre gärtnerische Ausbildung in Schleswig-Holstein. Etwa ein Drittel von ihnen kam kürzlich zum Azubi-Begrüßungstag im Gartenbauzentrum Ellerhoop zusammen.
Gemeinsam mit ihren Ausbilderinnen und Ausbildern sowie weiteren Begleitpersonen nutzten sie die Gelegenheit, sich über die bevorstehende Ausbildungszeit zu informieren und erste Kontakte zu knüpfen.
Zum Auftakt stellten sich die Berufsschulen aus Ellerhoop, Husum, Kiel, Lübeck und Schleswig vor. Anschließend erhielten die Auszubildenden auf einem Rundgang durch das Gartenbauzentrum Einblicke in die überbetriebliche Ausbildung und lernten die Ausbildungsstätte kennen. Für die Begleitpersonen wurde parallel eine Führung durch das Gartenbauzentrum angeboten.
Neben den Informationen rund um die Ausbildung bot der Begrüßungstag auch Raum für persönliche Gespräche und den Austausch zwischen Auszubildenden, Ausbilderinnen und Ausbildern sowie weiteren Beteiligten.
Bis Mitte August war der Weltrekord der größten Quadrille seit 2019 nicht geschlagen worden. Damals hatten sich 132 Reiter mit ihren Friesen in Mannheim zusammengefunden. Davor hielten für elf Jahre schon einmal die Haflinger diesen Rekord. Zeit für die Liebhaber der robusten Blonden, einen neuen Versuch zu starten.
Seit eineinhalb Jahren bereiteten Jutta und Holger Ludwig den Rekordversuch vor. Ihnen ging es dabei vor allem um die Begeisterung für die Rasse. Jutta Ludwig besitzt selbst einen Haflinger. „Das ist ein Pferd, mit dem man alles machen kann. Er läuft vor der Kutsche, springt, geht ausreiten, mit oder ohne Sattel – er macht einfach alles mit“, berichtet sie begeistert. Die Vielseitigkeit dieser Rasse werde immer noch zu wenig wahrgenommen. So entstand die Idee, den Weltrekord zurück zu den Haflingern und Edelbluthaflingern zu holen.
Über Facebook startete das Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen einen Aufruf, und dieser wurde innerhalb kurzer Zeit weiterverbreitet. So kamen auch einige Haflingerfreunde aus dem Norden auf die Idee, mit ihren vierbeinigen Freunden nach Aachen zu reisen.
Eine von ihnen war Iris Treppner. Die 61-jährige Hamburgerin hat sich vor ein paar Jahren vorgenommen, jedes Jahr eine Challenge zu bestehen. Im vergangenen Jahr machte sie ihren Trainer C. Als sie dann von dem Rekordversuch hörte, war für sie gleich klar: „Das ist meine Aktion für 2026.“
Treppner hat selbst zwei Haflinger und sprach noch Dagmar Ramm an. Die Stallkollegin musste nicht groß überredet werden, mit nach Aachen zu reisen. „Wir haben schon viel zusammen gemacht, zum Beispiel Abteilungswettkämpfe und Jump and Run. Ich war gleich von der Idee begeistert“, erinnert sich Ramm.
Bewerbung per Video
Inzwischen hatten die Ludwigs weiter an ihrer Idee gefeilt. Trotz einiger Ernüchterung waren mehr Mitstreiter dazugekommen und hatten gemeinsam mit dem Ehepaar eine Kür entwickelt. Knapp 20 min lang musste die Quadrille sein. Gefordert waren mindestens zwei Gangarten und mehrere erkennbare Bahnfiguren.
Alle potenziellen Teilnehmer mussten ein Video senden, bevor sie die Teilnahmebestätigung bekamen. Iris Treppner und Dagmar Ramm ritten einen Pas de deux als „Bewerbung“ und bekamen eine Zusage, genau wie Ann-Christin Funda aus Lübeck und Natalie Haars von der Nordseeinsel Pellworm. Die beiden hatten ebenfalls den Aufruf gesehen und sich gleich entschieden mitzumachen. Auch sie bewarben sich mit einem Video, bekamen die Zusage und übten ab dem Frühjahr zu Hause die Kür.
„Es war anstrengend“, resümiert Treppner einen Tag nach dem Rekord und fügt dann schnell hinzu: „Aber im Nachhinein vor allem toll.“ Sie hatte sich in einem separaten Stall eingemietet. Ramm hingegen nutzte wie auch Haars und Funda das Camp vor Ort.
Mit dem Hof Meyer hatten die Organisatoren nur wenige Kilometer entfernt von Aachen einen Austragungsort gefunden. Auf 4 ha wurde ein Camp mit Paddocks, Fahrwegen und einem großen Übungsplatz geschaffen. Das Camp war mit Duschen, Toiletten, Wasseranschlüssen und Licht ausgestattet.
Natalie Haars und ihr Ehemann Christian Grundke waren von Pellworm angereist, Dagmar Ramm und Iris Treppner aus Hamburg (v. li.). Foto: Elke Schulze
Super Organisation
„Die Organisatoren hatten wirklich an alles gedacht“, schwärmt Ramm, und Haars fügt hinzu: „Unfassbar, was da geleistet wurde und wie viele Helfer dabei waren. Ohne die wäre das alles nicht möglich gewesen.“
Während des Camps lebten dort 125 Pferde und ihre Menschen, teilweise von Freitag bis Dienstag. „Es war eine unfassbar entspannte Sache“, sagt Ramm. Obwohl sich die Teilnehmer nicht gekannt hätten, sei es wie ein Treffen mit guten Freunden gewesen. Alle seien hilfsbereit und freundlich gewesen. Die Pferde hätten sich trotz all dieses Trubels sogar zum Schlafen hingelegt.
Am Freitag fand ein freiwilliges Training statt, bei dem etwa 70 Reiter mitmachten. Erst am Sonnabend, einen Tag vor dem Rekord, gab es die erste Probe mit allen Teilnehmern. „Ich war mir die ganze Zeit bewusst, dass ich Teil einer großen und einmaligen Sache bin“, schwärmt Ramm. Auch Natalie Haars erzählt: „Es war sehr aufregend, hat aber richtig gut funktioniert.“ Alle waren begeistert, wie gut jeder auf jeden geachtet habe und wie für jedes Pferd eine Position in der Quadrille gefunden worden sei.
So zum Beispiel für Haars‘ Haflinger. Der erst fünfjährige Wallach kannte noch keine großen Veranstaltungen. Schon im Camp fand seine Besitzerin zwei Reiterinnen von älteren Haflingern, die sie in die Mitte nahmen. Ihr Westwing blieb dann aber ganz cool. Auch der Haflingerwallach von Ann-Christin Funda sah die ganze Geschichte sehr entspannt. Der 16-Jährige ist schon vieles gewöhnt. „Ich bin immer für solche Sachen zu haben“, erzählt seine Reiterin, die auch regelmäßig nach Bad Seberg zum Landesbreitensportturnier fährt. Das erfahrene Paar durfte ganz vorn mitreiten, und Funda war begeistert: „Die Stimmung war wirklich toll.“
Nach dem neu aufgestellten Rekord bekamen alle Teilnehmer eine Medaille. Ann-Christin Funda aus Lübeck freute sich über die Auszeichnung.Foto: privat
Treffen unter Freunden
Weil die Organisatoren der Weltreiterspiele kurz vor der Veranstaltung die Platzmaße eingekürzt hatten und so die Kür nicht mehr passte, entschied sich das Team um die Ludwigs, den eigentlichen Rekord auf dem Hof Meyer durchzuführen. Die Reiter bildeten Vierergruppen und marschierten ein. Zu einer vom Bundesfanfarenkorps Neuss-Furth gemeinsam mit The Fantastic Company eigens komponierten und eingespielten Kürmusik ritten sie mit 152 Haflingern und Edelbluthaflingern aus Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Tschechien und Luxemburg unter den kritischen Augen der Richterin Laura Kuchenbecker vom Rekordinstitut für Deutschland die Quadrille. Kein Pferd durfte die Formation deutlich verlassen. Wie viele Pferde am Ende mitgezählt hatten, verriet Kuchenbecker noch nicht. Auf dem Gelände der Weltreiterspiele in Aachen gab es am Montag noch eine weitere Quadrille. Dort wurde das Ergebnis offiziell verkündet: 147 Pferde waren gewertet worden. Damit hatten die Reiterinnen und Reiter gemeinsam mit ihren Haflingern den Rekord gebrochen. „Die eineinhalb Jahre haben sich gelohnt. Der Rekord ist geschafft, und ich denke, es wird ihn auch keiner mehr packen“, resümiert Holger Ludwig.
Dass sie es wirklich geschafft hatten, konnten viele der Teilnehmer erst später richtig glauben. So auch Natalie Haars: „Während des Rittes war ich konzentriert und habe meine Emotionen zusammengehalten, aber als wir auf dem Rückweg dann die Musik noch einmal angemacht haben, flossen die Tränen.“
Die Sortenfülle der Kiefern bietet für jeden Verwendungszweck die passende Form, Größe und sogar Farbe. Die anspruchslosen und robusten Kiefern haben nur einen einzigen Wunsch: Sie bevorzugen einen offenen, vollsonnigen Standort.
Die Ansprüche der Kiefer (Pinus) an den Boden sind gering. Selbst auf nährstoffarmen und trockenen Böden kommen die Bäume zurecht, auch Kälte wird vertragen. Dank der tiefen Pfahlwurzel sind Kiefern ausgesprochen windfest. Sie brauchen jedoch volle Sonne, denn in schattigen Lagen kümmern sie vor sich hin. Kiefern werden gern als Solitär gepflanzt, fügen sich aber auch gut in Gehölzgruppen oder Rabatten ein. Hohe Bäume können auch nachträglich noch auf feuchterem Boden mit Rhododendron oder Schneeball (Viburnum) unterpflanzt werden. Bei trockenerem Boden bieten sich Hundsrose (Rosa canina) oder Wacholder (Juniperus) an.
Kompakte, gut in Form geschnittene Kiefern machen sich prima in einem Rasenbeet. Foto: Karin Stern
Immer beliebter werden die Zwergformen der Kiefer, die mit gefälligem Habitus und Robustheit überzeugen. Sie passen prima in den Heide- und Steingarten oder ein kleines Rasenbeet. Auch für die Topfkultur finden sich passende Exemplare wie die Berg-Kiefer ‚Benjamin‘ (Pinus mugo). Diese Sorte bildet eine etwa 60 cm hohe und breite Kugel aus und punktet mit langsamem und kompaktem Wuchs. Ansonsten finden sich im Kiefern-Sortiment mit 4 bis 8 m Wuchshöhe natürlich auch stattliche Exemplare für die Grundstücksgrenze, den Hintergrund von Rasenflächen oder die Einzelstellung. Tipp: Vor der Wahl unbedingt die spätere Wuchshöhe mit einplanen. Kiefern lassen sich später nicht mehr in der Höhe kappen und treiben aus altem Holz nicht wieder aus. Der Wuchs lässt sich über das Kürzen der Kerzen (so nennt man den neuen Austrieb) korrigieren. Bergkiefern lassen sich auf diese Weise leicht zu dichten Kissen schneiden. Wer eine zu wuchtig geratene Kiefer auf dem Grundstück zu stehen hat, kann sie einfach aufasten. Der freie Raum unter der Krone lässt sich für einen Sitzplatz nutzen oder mit bodendeckenden Stauden bepflanzen.
Ein guter Termin für die Neupflanzung von Kiefern liegt in der Zeit von Ende August bis etwa Anfang Oktober. Der warme Boden erleichtert das Einwurzeln. Später gepflanzte Exemplare tun sich manchmal mit dem Anwachsen schwer. Es ist ratsam, in den ersten Wochen den Boden ausreichend feucht zu halten. Fällt der Winter etwas trockener aus, sollte in frostfreien Perioden ebenfalls gegossen werden. Die immergrünen Nadeln verdunsten Feuchtigkeit, die über die Wurzeln wieder aufgenommen werden muss.
Kleinwüchsige Kiefern sind auch mit wenig Standraum zufrieden. Foto: Karin SternDie frischgrüne Belaubung wird von einigen Zapfen verschönert. Foto: Karin SternDie Kugelkiefer ,Mops‘ lässt sich im Garten vielseitig verwenden. Foto: Karin SternVon blaugrünen über grüne bis hin zu gelben Nadeln bieten Kiefern viel Abwechslung. Foto: Karin SternKiefern kommen erstaunlich gut mit etwas trockeneren Böden zurecht. Foto: Karin Stern
Nachfolgend nun einige gartenwürdige Kiefernarten:
Zirbelkiefer (Pinus cembra): Die Sorte ‚Compacta Glauca‘ wächst malerisch in pyramidaler Form etwa 2 m hoch und bildet wunderschöne silbrigblaue Nadeln. Die Zwergzirbelkiefer ‚Nana‘ bleibt auch im hohen Alter unter 2 m Höhe. Sie wächst sehr schmal und eignet sich daher prima für den Heidegarten oder Kübel.
Schlangenhautkiefer (Pinus leucodermis): Diese Art verdankt ihren Namen der schlangenhautähnlichen Maserung der drei- bis sechsjährigen Zweige. Die Zwergform ‚Schmidtii‘ wächst kugelig und dicht 50 bis 100 cm hoch. Die Sorte gilt als eine der schönsten Zwergkiefern.
Strauchige Rotkiefer (Pinus densiflora): Die Sorte ‚Pumila‘ eignet sich sehr gut für trockene, durchlässige Böden. Diese Kiefer wächst als vielstämmiger Strauch breit aufrecht und bildet eine markante, schirmförmige Krone. Im Alter erreicht ‚Pumila‘ etwa 2 bis 3 m Höhe. ‚Pendula‘ ist mit ihrem überhängenden Wuchs ein Hingucker an Mauern, Treppen oder im großen Kübel.
Bergkiefer (Pinus mugo): Je nach Sorte erreicht das vielstämmige, teils auch niederliegende Gehölz 2 bis 6 m Höhe. Das Wurzelwerk ist eher flach ausgeprägt. Die Bergkiefer wird gern für Hecken, Böschungen oder zur Einfassung von Wegen verwendet. ‚Gnom‘ zeigt einen kugeligen, dicht geschlossenen Aufbau bei 2 bis 3 m Höhe. ‚Mini Mops‘ bleibt flach und kissenförmig. Mit breitbuschigem Wuchs, kurzen Zweigen und nur 30 cm Höhe passt diese Sorte gut in Tröge. ‚Carsten‘s Wintergold‘ fällt in der kalten Jahreszeit mit hellgelben bis goldgelben Nadeln ins Auge. Im Sommer nehmen die Nadeln eine grüne Farbe an. Erst nach Jahrzehnten erreicht diese Sorte eine Höhe von 2 m.
Säulenkiefer ‚Fastigiata‘ (Pinus sylvestris): schlanke Gartenform der heimischen Kiefer, die im Alter eine Höhe von 10 m erreicht, aber selten breiter als 1,5 m wächst
Weymouthskiefer (Pinus strobus): Die sogenannte Streichelkiefer bildet weiche, blaugrüne Nadeln. Unbedingt in nährstoffreichen, ausreichend feuchten Boden pflanzen. ‚Radiata‘ wird 3 bis 4 m hoch. ‚Krügers Liliput’ überzeugt mit kissenförmigem Wuchs und einer Höhe von 50 bis 70 cm.
Strauchkiefer ‚Kimmerholz‘ (Pinus banksiana) ist mit ihrem skurrilen Wuchs etwas für Liebhaber bizarrer Gehölze. Die kurzen, frischgrünen Nadeln unterstreichen die fantastische Wirkung der bis zu 5 m hohen und breiten Kiefer.
Die Bergkiefer ,Gnom‘ lässt sich zu interessanten Wuchsformen erziehen. Foto: Karin SternSchwarzkiefer ,Fastigiata‘ punktet mit einem schlanken Wuchs. Foto: Karin SternKiefern lassen sich prima miteinander kombinieren. Foto: Karin SternDieses Arrangement bietet im Sommer wie im Winter einen tollen Anblick. Foto: Karin SternBaumschulen bieten Kiefern als veredelte Hochstämmchen an – ein ganz besonderer Hingucker. Foto: Karin SternMit den unterschiedlichen Wuchsformen und -höhen lässt sich gestalterisch spielen. Foto: Karin SternIn Form geschnittene Kiefer, begleitet von kugeligen Zwergexemplaren zu ihren Füßen. Foto: Karin SternEine solche Kiefer verleiht großen Grundstücken einen einzigartigen Charakter. Foto: Karin Stern
Die hohen Temperaturen führen zu einer nun wieder sinkenden Milchanlieferung, auch wenn sich die Mengen nach der ersten Hitzewelle vor einem Monat wieder deutlich erholt hatten. Die Inhaltstoffe sind ebenso weiterhin auf einem sommerlich niedrigen Niveau. Die Milchauszahlungspreise tendieren dabei leicht fester.
Die meisten Meiereien haben ihre Auszahlungspreise allerdings unverändert gelassen oder leicht erhöht. Keine Meierei hat ihre Auszahlungspreise für den Monat Juli nach unten korrigiert. Neun Meiereien und somit die Mehrheit der hiesigen Milchverarbeiter haben ihren Auszahlungspreis um 1 bis 3 ct angehoben. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 36,84 ct/kg, also 0,83 ct über dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich nun zwischen 33,20 und 40,00 ct/ kg und ist damit nach oben hin enger geworden. Auch in Süddeutschland hat sich die Spanne in die gleiche Richtung verschoben. Hier werden jetzt zwischen 32,46 und 40,40 ct/ kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 31,50 und 38,20 ct/kg. Hier sind die Auszahlungspreise komplett unverändert geblieben, dementsprechend hat es auch keine Verschiebung der Spanne gegeben. Bei den westdeutschen Meiereien liegt die Spanne im Bereich von 33,00 bis 38,15 ct/kg und hat sich somit entgegen dem Trend nach unten hin etwas verkleinert.
Industrierahm deutlich freundlicher
Die rückläufige Milchanlieferung ist an den Rohstoffmärkten deutlich spürbar. Die Unsicherheiten über eine ausreichende Rohstoffverfügbarkeit zum Jahresende spielen den Meiereien bei aktuellen Verhandlungen in die Karten. Aufgrund der Trockenheit besonders in den südlicheren Bundesländern und auch in anderen europäischen Milcherzeugerländern ist ein deutlicherer Abfall der Milchanlieferung durch Futterverknappung und verminderte Futterqualität durchaus zu erwarten. Mit Blick auf die ohnehin schon niedrigen Inhaltstoffe tendiert Industrierahm inzwischen deutlich fester und erreicht schon fast wieder die Zahlen von Mitte März. Butter hingegen verharrt weiterhin unverändert auf sehr niedrigem Niveau. Im Käsebereich hat die Hitzewelle die Nachfrage etwas ausgebremst, inzwischen gibt es aber auch hier positive Tendenzen, besonders bei Blockware. Auch auf den Pulvermärkten setzten sich positive Tendenzen fort, wenngleich die Handelsaktivitäten noch einen sommerlich niedrigen Umfang haben. Gerade beim Magermilchpulver werden aktuell nur bestehende Kontrakte bedient. Zu Neuabschlüssen kommt es aktuell nicht, da die Mengen kaum ausreichen, um die aktuellen Kontrakte zu bedienen. Molkenpulver bewegt sich auf dem sehr hohen Niveau unverändert seitwärts bei ebenfalls ruhiger Handelsaktivität.
Trockenheit als Preistreiber?
Der Ausblick auf die nächsten Monate gestaltet sich deutlich freundlicher als noch vor einem Monat. Die Trockenheit hat besonders in den südlicheren Bundesländern den Maisbeständen enorm zugesetzt. Dies gilt aber auch für mehrere Nachbarländer. In Frankreich liegt die Milchanlieferung bereits um 0,5 % unter dem Vorjahresniveau. Die Sorge der Händler und Einkäufer um die Verfügbarkeiten zum Jahresende ist also nicht ganz unbegründet.
Auch vom Weltmarkt gehen bereits verstärkt Anfragen ein. Global gesehen treibt den Akteuren im internationalen Handel auch das angekündigte Wetterphänomen El Niño die Sorgenfalten auf die Stirn, das in diesem Jahr in einer besonders ausgeprägten Form eintreffen soll. Dies könnte zu einer ausgeprägten Dürre besonders in Australien führen und somit die Exportmengen aus Ozeanien deutlich reduzieren. Dies alles sind Aspekte, die den Milchmarkt verunsichern und ihm deutliche Impulse verschaffen können.
Diese positive Tendenz lässt sich auch am in die Zukunft gerichteten ife-Börsenmilchwert ablesen. Dieser weist aktuell das Überschreiten der 40-ct-Marke bereits ab September aus und nicht erst für Richtung Jahreswechsel. Mitte nächsten Jahres liegt dieser Wert bereits bei 45 ct. Somit hat sich die gesamte Kurve deutlich nach oben verschoben. Das sind zwar alles nur Prognosen, dennoch verziehen sich die dunklen Wolken am Milchmarkt-Himmel.
Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein erweitert ihr Sachverständigenwesen um zwei gefragte Fachgebiete.
Präsidentin Ute Volquardsen bestellte und vereidigte heute Sönke Wulff für das Fachgebiet „Garten- und Landschaftsbau – Herstellung und Unterhaltung“ sowie Jörn Wilke für „Bewertungs- und Entschädigungsfragen in Nebenbetrieben – Ökonomie von Biogasanlagen“.
Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige verfügen über eine besondere fachliche Qualifikation und persönliche Eignung. Sie erstellen unabhängige Gutachten für Gerichte, Behörden, Unternehmen und Privatpersonen und tragen dazu bei, komplexe Sachverhalte fachlich fundiert und nachvollziehbar zu beurteilen. Mit den beiden neuen Sachverständigen schließt die Landwirtschaftskammer wichtige Lücken in ihrem Zuständigkeitsbereich als Bestellungskörperschaft.
Mit Sönke Wulff steht nun erstmals ein von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für den Garten- und Landschaftsbau zur Verfügung. Das Fachgebiet wird regelmäßig nachgefragt, etwa bei Mängeln an Pflasterarbeiten, Entwässerungsproblemen oder Streitfragen zur fachgerechten Herstellung und Unterhaltung von Außenanlagen.
Der 63-jährige Lübecker verfügt über jahrzehntelange Berufserfahrung. Seit 1990 ist er Gärtnermeister im Garten- und Landschaftsbau, seit 1996 führt er ein eigenes Unternehmen. Zuvor war er in verschiedenen Fachbetrieben tätig und sammelte berufliche Erfahrungen in Schweden sowie im Tiefbauamt Ratzeburg. Darüber hinaus arbeitete Wulff mehrere Jahre als Ausbilder und engagierte sich im Prüfungsausschuss für Gartenwerker bei der Landwirtschaftskammer. Seine langjährige Berufspraxis und seine bisherige Tätigkeit als freier Sachverständiger bilden eine fundierte Grundlage für die neue Aufgabe.
Auch für die Bewertung von Biogasanlagen kann die Landwirtschaftskammer erstmals einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen benennen. Angesichts des Wandels in der Biogasbranche gewinnt dieses Fachgebiet weiter an Bedeutung.
Jörn Wilke stammt von einem Futterbau- und Bullenmastbetrieb in Quickborn und schloss sein Studium mit dem Master of Science in Agrarwissenschaften ab. Anschließend betreute er als Projektmanager bei der C4 Energie AG mehrere Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Danach arbeitete er bei der Agrarplan GmbH als Biogasberater. Seit September 2025 ist der 31-Jährige als Unternehmensberater für Landwirtschaft, Biogasproduktion und ländliche Wärmenetze selbstständig. Einblicke in die Sachverständigentätigkeit erhielt er zudem durch die Zusammenarbeit mit einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen.
Mit Sönke Wulff und Jörn Wilke stärkt die Landwirtschaftskammer ihr Sachverständigenwesen in zwei wichtigen und zukunftsrelevanten Bereichen. Wer sich für das Sachverständigenwesen beziehungsweise den Werdegang zum öffentlich bestellt und vereidigten Sachverständigen interessiert, kann sich gern an den zuständigen Referenten Björn Wiencken wenden unter bwiencken @lksh.de oder Tel.: 0 43 31-94 53-226. Besonders im Bereich der Bewertung landwirtschaftlicher Unternehmen besteht ein hoher Bedarf. Wer also mindestens Meister mit langjähriger Berufserfahrung ist oder besser noch ein abgeschlossenes landwirtschaftliches Studium vorweisen kann, dem bietet die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger eine interessante Erwerbstätigkeit im Haupt- oder Nebenerwerb mit flexibler Arbeitszeiteinteilung.
Es war viel los auf der Anlage des Holsteiner Verbandes in Elmshorn: Erst gab es eine Fohlenauktion, dann bot der Familientag ein Kinderreitturnier sowie Spiel und Spaß, Mitmachaktionen und Pferde zum Anfassen. Und dann stand noch das Fohlenchampionat auf dem Programm.
Hochkarätige Pedigrees prägten das Lot der Holsteiner Elitefohlenauktion am Freitag. An der Spitze stand ein Hengstfohlen aus dem erfolgreichen Holsteiner Stamm 776: Catalano HaS von Catoki-Uriko wurde für 31.000 € zugeschlagen. Für 20.000 € wechselten Ustino von United Way-Casello und Vinni Blue von Vigado-Chacco Blue die Besitzer. Der Durchschnittspreis belief sich auf rund 9.700 € bei einer Verkaufsquote von 88 %.
Am nächsten Tag eroberte der zweibeinige Nachwuchs den Herbert-Blöcker-Platz. In Führzügel-, Reiter- und Springreiterwettbewerben konnten Kinder ihre ersten Turniererfahrungen sammeln. Auch ein Vormustern auf der Dreiecksbahn für die jüngsten Züchter stand auf dem Programm.
Anschließend wurde es wieder spannend für die Züchter. Rund 35 in ihren Körbezirken vorqualifizierte Fohlen wurden im Championat vorgestellt. Bei den Stutfohlen setzte sich eine Tochter des vierjährigen Holsteiner Verbandshengstes Conchezz aus einer Mutter von Nevados S durch. Das von Manfred von Allwörden aus Grönwohld, Kreis Stormarn, gezogene Fohlen erhielt 27,75 Punkte und überzeugte das Richtergremium mit Typ, Ausdruck und Kraft.
„Unheimlich toller Typ, schönes Auge, viel Kraft. Da kann man nur gratulieren“, befand Antonius Schulze-Averdieck. Der Züchter von Prämienhengsten, internationalen Sportpferden und Auktionspreisspitzen hatte gemeinsam mit zwei weiteren Pferdeexperten das Richten übernommen. Pferdewirtschaftsmeisterin Hella Kuntz ist selbst bis zum Grand Prix erfolgreich und Körkommissarin des Trakehner Verbandes. Tjark Roll ist Agrarwissenschaftler und ehemaliger Holsteiner Jungzüchter. Er war unter anderem im Stall von Reimer Detlef Hennings und als Zuchtberater bei Maas J. Hell tätig. Heute arbeitet er im Gestüt Lewitz in Mecklenburg-Vorpommern. Als Reservesiegerin sahen die Richter ein Stutfohlen von Cahil-Clarcon aus dem Stamm 306. Es wurde gezogen von Bernd Börger aus Sankt Michaelisdonn, Kreis Dithmarschen, und kam auf 27,70 Punkte. Bemerkenswert ist die Passeranpaarung in diesem Pedigree. Beide Vollbrüder des Stutfohlens waren bereits beim Holsteiner Landesfohlenchampionat siegreich, einer von ihnen ist inzwischen gekört. „Ein modern aufgemachtes Fohlen, sehr sportiv, mit einem sehr guten Auftritt. Ein Fohlen, das seinen Weg im Sport mit Sicherheit gehen wird“, so Schulze-Averdieck.
Bei den Hengstfohlen ging der Sieg an einen Sohn von Zirocco Blue-Casall aus der Zucht von Frank Jessen aus Hörup, Kreis Schleswig-Flensburg. Das Fohlen aus dem Stamm 4025 erreichte mit 28,20 Punkten das höchste Ergebnis des gesamten Championats. „Hochelegant, ein Strahlemann, der sich in allen drei Grundgangarten herausragend zu bewegen weiß“, beurteilte Kuntz.
Reservesieger wurde ein Hengstfohlen von Conchezz-Quick Nick I, gezogen von Barbara Tenge-Rietberg aus Kasseedorf, Kreis Ostholstein. Laut Richtergremium präsentierte sich das Fohlen aus dem Stamm 4847 „harmonisch, geschmeidig, mit guten Bewegungen ins Bergauf“.
Den zweiten Reservesieg sicherte sich ein Sohn des Cascadello I-Cellestial, gezogen von Jens Böckenhauer aus Boostedt, Kreis Segeberg. Das Fohlen aus dem Stamm 7126 erhielt 26,35 Punkte und hatte bereits im Vorfeld auf sich aufmerksam gemacht. Erst im Juni war es Preisspitze der Fohlenauktion auf den Pferdetagen und zudem Siegerfohlen seines Körbezirks. Kuntz sah in ihm einen Hengstanwärter: „Ich hoffe, dass er auch so gut springt, wie er sich bewegen kann.“
Nach der Sichtung des gesamten Starterfeldes zog die Fachfrau ein positives Fazit: „Es hat Spaß gemacht hier. Besonders gut gefallen hat mir, dass zahlreiche Fohlen mit sehr viel Kraft ausgestattet sind. Viele Fohlen konnten sich zudem überdurchschnittlich gut bewegen. Das bleibt mir als Dressurreiterin besonders im Gedächtnis.“
pm
Eine der neuesten Hamburger Gartenattraktionen ist eine begrünte Bunkeraufstockung am Heiligengeistfeld in St. Pauli, die nicht nur als Informations- und Erinnerungsstätte dient, sondern auch mit Hotel, Veranstaltungsmöglichkeiten, einem Musikclub, neuen Sportstätten sowie Restaurants und Cafés aufwartet. Der in 58 m Höhe gelegene öffentliche Dachgarten bietet viel urbanes Grün und einen grandiosen Ausblick. Das landschaftsarchitektonische Projekt ist ein gutes Beispiel für die Anpassung an den Klimawandel in Metropolen.
Schon aus der Ferne erweckt der Grüne Bunker auf dem Heiligengeistfeld die Aufmerksamkeit. Der alte Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg wurde durch mehrere pyramidenförmig aufgesetzte Stockwerke erhöht und rundherum begrünt. Auch an den Fassaden klettert das Grün zaghaft, aber beständig weiter nach oben. Für die Besucher der neuen Grünanlage gibt es einen sogenannten Bergpfad, einen bepflanzten, 560 m langen und bis zu 6 m breiten Treppenweg, der sich außen um den Bunker erstreckt und als Aufstiegsmöglichkeit dient. Der Bergpfad, der Dachgarten und zugehörige Einrichtungen sind kostenlos zu besichtigen. Allerdings ist die Zahl der Besucher limitiert, die an den Zugangsgittern erfasst und kontrolliert werden. Maximal 900 Personen dürfen die Anlage gleichzeitig besichtigen. Seit der Eröffnung sind etwa 4.000 Menschen täglich auf dem Bergpfad und dem Dachgarten unterwegs. Zwei neue Außenfahrstühle an der Ostseite des Gebäudes ermöglichen auch den direkten Zugang zum Hochgarten. Schon der Aufstieg ist mit seinen Aussichtsmöglichkeiten auf die Stadt und dem Blick auf die begrünten Außenfassaden der oberen Stockwerke ein besonderes Erlebnis, das im Erreichen des auf dem Oberplateau gelegenen, 1.400 m² großen Dachgartens seinen Höhepunkt findet. Wird man zunächst den Blick über das Gelände des Hamburger Doms und die Stadion- und Sportanlagen des FC St. Pauli am Millerntor schweifen lassen, so blickt man später fast über die gesamte Stadt.
Ausblick vom Grünen Bunker auf das Millerntorstadion des FC St. Pauli
Gebaut wurde der Flakbunker IV in St. Pauli im Jahr 1942 und gehörte zusammen mit dem Bunker VI in Wilhelmsburg zu den größten Bunkern der Stadt. Der Hochbunker auf dem Heiligengeistfeld war mit seiner Grundfläche von 75 x 75 m und einer Höhe von 38 m einer der größten jemals erbauten Hochbunker. Mit den installierten Flakgeschützen diente er einerseits der Flugabwehr, andererseits dem Schutz der Bevölkerung. In dem für 18.000 Schutzsuchende konzipierten Bunker fanden während der starken Bombardierungen Hamburgs 1943 teilweise bis zu 25.000 Menschen Schutz bei Luftangriffen. Gebaut wurde der Bunker in nur 300 Tagen auch durch den Einsatz vieler Zwangs- und Fremdarbeiter.
Nach dem Krieg wurde eine geplante Sprengung des Bunkers wegen der Massivität des Baus mit bis zu 3,8 m dicken Betonwänden nicht realisiert, vor allem um umliegende Gebäude nicht zu gefährden. Zudem fanden in den ersten Nachkriegsjahren viele ausgebombte Hamburger in den improvisiert ausgebauten Wohnungen im Bunker ein Dach über dem Kopf. In späteren Zeiten zogen verschiedene Unternehmen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Medien in den Bunker ein, was dafür sorgte, dass der mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Komplex heute auch als „Medienbunker“ bekannt ist.
Der Michel und die Elbphilharmonie sind gut zu sehen.
Infotafeln zur Geschichte und zur militärischen Bedeutung säumen den Bergpfad an vielen Stellen und behandeln Themen wie die im Krieg provisorisch zugemauerten Fensternischen, die eher für eine geplante Nachkriegsnutzung vorgesehen waren, den Luftschutz der Bevölkerung, den Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen beim Bau, als Flakhelfer eingesetzte Schüler, Reste der Munitionskammern, des Ersatzleitstandes und noch vorhandene Kriechgänge.
Von 2019 bis 2024 wurde der Bunker mit fünf Stockwerken um etwa 20 m aufgestockt und im Juli 2024 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ebenfalls 2024 eröffnet wurde das Hotel Reverb by Hard Rock mit dem Hauptrestaurant „Sala“, der Bar „Karo&Paul“ und dem Café & Bar „Constant Grind“. In der nach einem Widerstandskämpfer benannten Georg-Elser-Halle mit Platz für etwa 2.200 Menschen finden neben Schulsport auch Veranstaltungen und Konzerte statt. Noch geplant ist ein Erinnerungs- und Informationszentrum, das den ehemaligen Schutzbau als Mahnmal würdigen und für die Öffentlichkeit erfahrbar machen soll. Hierum kümmert sich die gemeinnützige Nachbarschaftsinitiative Hildegarden, die bereits diverse Infotafeln entlang des Aufstiegs postiert hat und auch das Urban Gardening fördert. Das geschieht beispielsweise mit Hochbeeten, Kräuterspiralen oder Wildblumenarealen auf einigen Plateaus. Zudem soll eine Gedenkstätte für die Opfer des NS-Regimes entstehen. Das Garten- und Grünanlagen-Erlebnis beginnt bereits auf den ersten Metern des Bergpfades mit zahlreichen Stahlkübeln und Beeten, in denen sich Blütenpflanzen wie Astern, Storchschnabel, Knöterich, Salbei, Stockrosen sowie zahlreiche Gräser finden. Auch erste Gehölze wie Felsenbirne, Feldahorn, Mahonie, Kiefern und Stechhülse (Ilex) säumen den Weg. Efeu rankt an den Wänden hoch, so wie auch im späteren Verlauf weitere Kletterpflanzen wie Wilder Wein, Clematis, Kletter-Hortensie (Hydrangea), Trompeten-Geißblatt (Lonicera brownii) und die Ramblerrose ‚Bobbie James‘. Die in einer Höhe von 35 bis 58 m durchgeführten Begrünungsmaßnahmen, die von der Hamburger Baumschule Lorenz von Ehren durchgeführt wurden, umfassen 7.600 m² begrünte Dachbereiche und 1.700 m² grüne Fassaden. Die 4.700 Bäume, Sträucher, Hecken- und Kletterpflanzen und mehr als 16.000 Stauden mussten per Kran auf die entsprechende Höhe gehoben werden, wobei einige der mehrere Jahre alten Bäume bereits erhebliche Wurzelballen und ein paar Meter Wuchshöhe aufwiesen. Der Anteil immergrüner Pflanzen ist sehr hoch, und es wurden wegen der extremen Bedingungen in so großer Höhe vor allem nordeuropäische und alpine Gehölze ausgewählt, die besonders widerstandsfähig gegen Frost, Trockenheit und Wind sind. Diese Pflanzen wachsen überwiegend in einem speziell entwickelten Substrat unter anderem mit Vulkansteinen, die sehr leicht, aber gut wasseraufnehmend sind.
Die automatische Bewässerung erfolgt aus einem Speicher mit Regenwasser oder aus dem öffentlichen Wassernetz, bevorzugt unterirdisch per Tröpfchenbewässerung. Gegen die Windbelastung werden die Gehölze mit Spanngurten abgesichert und an besonders windexponierten Stellen sowie in höheren Bereichen auch mit Stahlseilen stabilisiert. So finden sich neben Ahornarten wie Spitz-, Feld- und Zoeschener Ahorn immergrüne Wald- und Berg-Kiefern und sogar Raritäten wie der Eisenholzbaum.
Begrünte Fassaden und Ballustraden beim Aufstieg am Bergpfad
Apfelbäume wie die Sorten ‚Finkenwerder Herbstprinz‘, ‚Holsteiner Cox‘, ‚Cox Orange Renette‘, ‚Weißer Winterglockenapfel‘ sind hier anzutreffen. Vielfach verwendete Sträucher sind Prager Schneeball, Europäischer Wacholder, Portugiesischer Kirschlorbeer, Wintergrüne Ölweide, Ilex und Purpur-Weide. Heckenbereiche sind oftmals gebildet aus Feuerdorn, Mahonie oder Wintergrünem Liguster. Besonders gut machen sich auch die überhängenden Gehölze: Heckenkirsche, Kriechmispel, Hängender Sommerflieder, Winterjasmin, Blauraute und Krummholz-Kiefer. Der Grüne Bunker zeigt eine Möglichkeit für die Klimaanpassung und Lösungsansätze für die ökologischen Probleme in Großstädten auf. Hitzeperioden, Starkregen, Trockenheit und Luftverschmutzung betreffen Städte und Ballungsräume in besonderer Weise. Die Erhitzung der Städte wird zu einem zunehmenden Problem für Anwohner. Der Grüne Bunker liefert hier einige mögliche Ansätze zur Verbesserung der Situation. Das Projekt wird von der Technischen Universität (TU) Berlin wissenschaftlich begleitet. Zahlreiche Klima-, Wetter- und Mikroklimadaten am Gebäude und im Stadtteil werden langfristig ermittelt und ausgewertet.
Blumenbereich im Dachgarten
Der Wissenschaftler Marco Schmidt von der TU Berlin ist überzeugt: „Der Bunker St. Pauli wird ein Vorbild und wissenschaftliches Demonstrationsobjekt für die Klimaanpassung in Großstädten weltweit.“ Für das Projekt erhielt der Grüne Bunker bereits 2024 einen der drei ersten Europäischen Gartenpreise des Europäischen Gartennetzwerkes (EGHN) in der Kategorie „Klimaanpassungen in Parks und Gärten“.
Weitere Auszeichnungen für das Projekt sind inzwischen hinzugekommen, so eine bedeutende Auszeichnung der Immobilienbranche mit dem MIPIM-Award 2025 in der Kategorie Best Conversion (beste Umwandlung) auf der weltweit größten Immobilienmesse in Cannes. Im „Time Magazine“ wurde das Hotel Reverb unter die „World’s Greatest Places 2024“ aufgenommen, und die „New York Times“ hat den Hamburger Bunker in ihre prestigeträchtige Liste der „52 Places to Travel 2025“ aufgenommen, womit der Grüne Bunker im Herzen der Hansestadt nun zu den weltweit empfehlenswerten Reisezielen gehört. Damit ist er die einzige empfohlene Destination in Deutschland und eine der wenigen in Europa.
Es offenbart sich der Moment: völlige Stille, der Atem angehalten, die Kamera im Anschlag – das perfekte Bild. Im Green Screen Naturfilmcamp im Wildpark Eekholt, Kreis Segeberg, lernen Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren in einer Woche, wie sie mit dem richtigen Equipment die Natur hautnah einfangen können. Das Bauernblatt hat die Jugendlichen einen Tag lang begleitet und mit den Veranstaltern von Green Screen und dem Wildpark Eekholt gesprochen.
Im Jugendfilmcamp dreht sich alles darum, wie man Tiere in der Natur möglichst perfekt ablichten und dabei eine Geschichte erzählen kann. In einer Woche lernen 26 Jugendliche und junge Erwachsene den Umgang mit Kamera und Equipment, die Bearbeitung des selbst gedrehten Materials und das Storytelling. Am Ende entsteht ein eigener Naturfilm, der den Eltern und Vertretern von Green Screen präsentiert wird und für die Kategorie „Bester Jugendfilm“ des Green Screen Festivals eingereicht werden darf. Dieses Jahr markiert das 17. Jahr in Folge, in dem Jugendliche für diese Lernerfahrung zusammengekommen sind. Einige von ihnen waren bereits mehrere Male dabei, so auch die Gruppe, die die Redaktion begleitete.
Im Jugendfilmcamp dreht sich alles darum, wie man Tiere in der Natur möglichst perfekt ablichten und dabei eine Geschichte erzählen kann. In einer Woche lernen 26 Jugendliche und junge Erwachsene den Umgang mit Kamera und Equipment, die Bearbeitung des selbst gedrehten Materials und das Storytelling. Am Ende entsteht ein eigener Naturfilm, der den Eltern und Vertretern von Green Screen präsentiert wird und für die Kategorie „Bester Jugendfilm“ des Green Screen Festivals eingereicht werden darf. Dieses Jahr markiert das 17. Jahr in Folge, in dem Jugendliche für diese Lernerfahrung zusammengekommen sind. Einige von ihnen waren bereits mehrere Male dabei, so auch die Gruppe, die die Redaktion begleitete.
Fotos: Patrick Mühling
Die drei Jugendlichen Leo Brosig (14), Ellen Schilhabel (17) und Arne Göttsche (15) hatten sich bewusst ein herausforderndes Thema ausgesucht: wilde Tiere im Tierpark. Also Tiere, die nicht regulär im Gehege zu finden sind, sondern nur beiläufig im Park vorbeikommen oder aus anderen Gründen dort ansässig sind. Diese Tiere sind vom Wildpark explizit geduldet und sogar erwünscht.
So finden Fledermäuse auf dem Gelände zum Beispiel in Fledermauskästen einen sicheren Aufenthaltsort. Auch wurde auf eine Begradigung der Osterau verzichtet, sodass der Fluss mitten durch den Park fließen kann und einen Lebensraum für Wasserlebewesen schafft. Für das Filmcamp bietet der Wildpark Eekholt mit seinen naturnah gestalteten 67 ha und etwa 700 Tieren also sowohl Anfänger-Tierfilmenden einfache Drehbedingungen, indem normalerweise scheue Tiere in den Gehegen gefilmt werden können, als auch wild lebende Tiere für diejenigen, die eine Herausforderung suchen.
Die Gruppe um Leo, Ellen und Arne wollte genau das haben und konzentrierte sich daher auf die Vielfalt der wilden Tiere im Park, darunter besonders Wasserlebewesen aus der Osterau, Kolkraben und Fledermäuse.
Vor dem Wildschweingehege wartet Leo Brosig darauf, dass sich Kolkraben zeigen, die vom Schweinefutter angelockt werden. Foto: Patrick Mühling
Die 17-jährige Ellen Schilhabel war in diesem Jahr bereits das fünfte Mal dabei, besitzt eine eigene Kamera und wollte sich an einem kniffligen Thema versuchen. „Unser Film soll zeigen, dass es auch in einem Park, wo Tiere im Gehege leben, wilde Tiere gibt“, sagte sie. „Bis jetzt bin ich mit unserem Film zufrieden und denke, dass er auch eingereicht werden kann.“ Der 15-jährige Arne Göttsche bestätigte ihre Aussage: „In den letzten Tagen lief alles gut. Da haben wir alles bekommen, was wir haben wollten.“
Angeleitet wurde die Wildtier-Gruppe von Naturfilmer Thies Hinrichsen. Der mittlerweile weltweit eingesetzte Kameramann entdeckte seine Begeisterung für das Naturfilmen vor zwölf Jahren im Green-Screen-Camp und machte seine Leidenschaft im Verlauf der letzten Jahre zum Beruf. In der Vergangenheit hat er bereits für die NDR-Serie „Expedition ins Tierreich“ sowie für „Erlebnis Erde“ der ARD gefilmt.
„Wir wissen, die Jugendlichen haben ein straffes Programm in dieser Woche. Unser Ziel ist es, dass sie alle am Freitag einen schönen Film haben, auf den sie stolz sein dürfen.“
Damit das auch gelingt, stand der junge Naturfilmer den Teilnehmenden jederzeit zur Seite, ließ ihnen jedoch genug Raum, um eigenständige Ideen und Herangehensweisen zu entwickeln. „Ich bin einfach total gern draußen und beobachte Tiere. Diese Begeisterung versuche ich an die Jugendlichen weiterzugeben“, so Hinrichsen. Zum Green-Screen-Team gehören zudem die Kamerafrau Bernice Leonhardt und der freie Mediengestalter Philipp Below. „Die beiden sind medienpädagogisch geschult und können die Technik noch besser vermitteln als ich. Dafür habe ich viel Erfahrung darin, wie und wo man korrekt warten kann, um das richtige Motiv zu finden“, weiß Hinrichsen.
Thies Hinrichsen war 2014mit 17 Jahren selbst Teilnehmer Jugend-Filmcamps. Heute ist er erfolgreicher Naturfilmer und bereist die Welt. Foto: Patrick MühlingUte Dröger ist die Ansprechpartnerin für den Wildpark Eekholt und wirkt schon seit dem ersten Camp mit. Lange Zeit leitete sie die Wildparkschule in Eekholt. Foto: Patrick Mühling
Ute Dröger ist zeit des Bestehens die Ansprechpartnerin für das Naturfilmcamp aufseiten des Wildparks Eekholt. Lange Zeit leitete sie die Wildparkschule. „Meine Aufgabe ist es, eng mit dem Team rund um Thies zusammenzuarbeiten, geeignete Materialien an die Jugendlichen weiterzugeben, Interviewpartner zu organisieren und zu erklären, was möglich ist und welche Themenideen nur bedingt oder gar nicht möglich sind“, stellte sich Dröger vor. „Die Recherche hat sich über die Jahre komplett geändert. Früher habe ich noch Bücher und Artikel herausgesucht. Heute muss ich den Kindern und Jugendlichen erklären, dass sie vernünftige Internetquellen heranziehen und auf ChatGPT und Wikipedia verzichten sollten“, sagte sie.
„Motivation für das Thema ist extrem wichtig. Wir haben uns lange überlegt, ob wir das Wildtier-Thema zulassen, aber die Gruppe wollte es unbedingt machen, sodass wir gesagt haben: ‚Okay, ihr nehmt die Herausforderung an.‘ Wir sind gespannt, was draus wird“, sagte Hinrichsen.
Das Jugendfilmcamp kostet 350 € für die gesamte Woche und findet in den Sommerferien statt. Mehr Informationen zum Camp gibt es auf der Webseite von Green Screen unter
Über ihre ersten Arbeitswochen als Pressereferentin des LandFrauenVerbandes (lfv), Demokratiestärkung und die anstehende Norla sprach Dr. Claudia Kleimann-Balke im Interview mit dem Bauernblatt.
Wie gefällt Ihnen Ihre neue Tätigkeit im lfv?
Dr. Claudia Kleimann-Balke: Meine positiven Erwartungen haben sich erfüllt, weil ich viele Freiheiten bekomme, um kreativ zu arbeiten. Schon bei der Vorbereitung auf mein Vorstellungsgespräch war ich davon begeistert, was der LandFrauenVerband alles bietet, etwa die umfangreichen Bildungsprogramme, Workshops und Seminare. Hier meine Ideen einzubringen, macht mir Freude.
Wie sieht Ihr Alltag in der Geschäftsstelle aus?
Die ersten Wochen waren davon geprägt, sich umzuschauen, einzulesen und die Zusammenhänge zu verstehen. Aber ich nehme mir auch Zeit, eigene Akzente zu setzen. Dazu gehören beispielweise Berichte im Bauernblatt über Veranstaltungen des LandFrauenVerbandes, an denen ich teilnehmen durfte, oder über besondere Persönlichkeiten. Es gibt viele Biografien, die mich begeistern und beeindrucken, vor allem vor dem Hintergrund, dass ich von Hause aus Historikerin bin.
Sie haben mittlerweile einige Veranstaltungen des lfv begleitet. Welche Eindrücke haben Sie gewonnen?
Bisher nur positive! Mit LandFrauen ins Gespräch zu kommen, ist immer wertvoll und inspirierend. Beeindruckt hat mich die politische Bedeutung des Verbandes. Zu den Veranstaltungen erscheinen zahlreiche politische und gesellschaftliche Player. Gleich bei meiner ersten Veranstaltung – es war die Vertreterinnenversammlung – habe ich gestaunt, als plötzlich Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) wie selbstverständlich um die Ecke kam und ein Grußwort hielt. Das zeigt, wie sehr er die Arbeit der LandFrauen schätzt. Ebenfalls begeistert hat mich die Teilnahme von Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) am LandFrauenForum in Kiel.
Neben Ernährungs- und Gleichstellungsthemen engagiert der lfV sich in diesem Jahr verstärkt in der Demokratiebildung. Warum?
Dazu fällt mir ein passendes Zitat ein, das ich in einer Rede von unserer Präsidentin Claudia Jürgensen gehört habe: „Unser Kuchen ist politisch.“ Natürlich ist der Verband überparteilich und nicht konfessionell. Aber wir stehen für Demokratie ein und positionieren uns ganz klar gegen Rechtsextremismus und alle anderen menschverachtenden Tendenzen. Die Rückmeldungen zu unserem Projekt der Demokratielotsinnen sind sehr positiv, und unsere Weiterbildung ist ausgebucht.
Welche Bedeutung hat die Norla-Messe für den lfv?
Die Norla ist für den Verband eine ganz bedeutende Messe, sowohl für den Austausch mit dem Ehrenamt, aber auch für die Gespräche mit allen anderen Besucherinnen und Besuchern. Ich persönlich möchte die Möglichkeit dafür nutzen, mehr über die Branche zu erfahren, weil ich nicht aus dem landwirtschaftlichen Bereich komme.
Planen Sie eine Aktion zum internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft?
Wir haben das UN-Jahr bereits im Mai für unser großes Forum für Frauen in der Landwirtschaft genutzt und interessierte Frauen in die Räume der Investitionsbank Schleswig-Holstein nach Kiel eingeladen. In Diskussionsrunden und Workshops standen ihre Belange im Fokus. Die Teilnehmerinnen haben diese Gelegenheit genutzt, um sich auszutauschen, zu vernetzen und inspirieren zu lassen. Während der Norla zeigen wir in unserem Pavillon eine kleine Fotoausstellung über Landwirtinnen aus Uganda und Ghana. Die Fotos zeigen zwei beeindruckende Projekte, für die sich der Deutsche LandFrauenVerband im Rahmen internationaler Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt hat. Außerdem lassen wir schleswig-holsteinische Landwirtinnen zu Wort kommen, die uns in kurzen Statements Einblicke in ihren Alltag geben. Sie spielen auch eine wichtige Rolle bei unserer Rallye. Dabei müssen Fragen rund um unseren Pavillon und die Stände unserer Kooperationspartner beantwortet werden. Allen erfolgreich Teilnehmenden winkt ein leckerer Preis. Und wir verlosen einige richtig tolle Gewinne.
Sie wirken voller Tatendrang, sich auch in den nächsten Wochen, Monaten und vielleicht auch Jahren für den lfv einzusetzen.
Absolut. Ich bin so freundlich und herzlich aufgenommen worden, darf alle Fragen stellen und erfahre große Wertschätzung. Das ist wirklich toll.
Info
Dr. Claudia Kleimann-Balke verstärkt seit Mitte Mai als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen die Geschäftsstelle des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein. Vor rund 20 Jahren ist sie aus dem Ruhrgebiet nach Treia, Kreis Schleswig-Flensburg, gezogen. Dort lebt sie mit Mann und Hund, ist viel mit dem Rad unterwegs und erkundet gern die Gegend mit der Kamera.
Zum Auftakt der Kartoffelhaupternte präsentiert sich der Markt in diesem Jahr unter völlig anderen Vorzeichen als vor zwölf Monaten. Nach der großen Ernte 2025 mit ausgeweiteten Anbauflächen und hohen Hektarerträgen war das Angebot weit über den Bedarf hinausgewachsen. Insbesondere für Industriekartoffeln brachen die freien Preise ein. Noch im Frühjahr waren erhebliche Mengen aus der alten Ernte vorhanden, für die kaum noch Käufer zu finden waren. Kartoffeln wurden als Viehfutter angeboten oder an Biogasanlagen abgegeben.
Nur wenige Monate später hat sich das Bild überraschend gewandelt. Hitze und Trockenheit haben die Ertragserwartungen für die neue Ernte in weiten Teilen Westeuropas deutlich reduziert. Kartoffelverarbeiter, die im Frühjahr kaum Interesse an freien Partien zeigten, suchten zuletzt wieder intensiv nach noch verfügbaren Kartoffeln der alten Ernte. Damit bekam Ware, die zuvor nahezu unverkäuflich war und teilweise bereits für alternative Verwertungen vorgesehen wurde, plötzlich wieder einen erheblichen Wert. In Belgien wurden Mitte Juli für alterntige Frittenkartoffeln teilweise nur 0 bis 2 €/ dt genannt. Wenige Wochen später werden für geeignete Qualitäten aus dem Vorjahr wieder zweistellige Preise bezahlt.
Reduzierte Anbauflächen
Auch für die neue Ernte sind die Vorzeichen fester. Die deutsche Kartoffelfläche ist nach vorläufigen Angaben gegenüber dem Rekordjahr 2025 um gut 11 % auf rund 268.000 ha zurückgegangen. Gleichzeitig hat die Trockenheit vielerorts den Knollenzuwachs gebremst. Besonders kritisch wird die Situation in den großen Verarbeitungsregionen Frankreichs, Belgiens und der Niederlande beurteilt. In Frankreich wird bei Konsumkartoffeln derzeit mit einer um gut 22 % kleineren Ernte gerechnet. Niederländische Proberodungen zeigen unterdurchschnittliche Erträge und vor allem einen geringen Anteil großer Knollen. Gerade diese werden von der Pommes-frites-Industrie benötigt.
In Schleswig-Holstein stellt sich die Situation bislang weniger dramatisch dar. Einzelne Niederschläge haben die Lage etwas entspannt. Dennoch kann sich der norddeutsche Markt der Entwicklung in den Benelux-Ländern und Frankreich kaum entziehen. Bei Speisekartoffeln ist die Ausgangslage deutlich freundlicher als im Vorjahr.
Preise über dem Vorjahr
Die Frühkartoffelsaison läuft aus, und die ersten Partien der Haupternte kommen auf den Markt. Ferienbedingt bleibt die Nachfrage zwar noch ruhig, doch ein ausgeprägter Angebotsdruck ist bislang nicht zu erkennen. Bundesweit liegen die Erzeugerpreise für festkochende Speisekartoffeln Anfang August im Mittel bei gut 31 €/dt und damit deutlich über dem Vorjahresniveau.
Ob dieses Preisniveau während der Haupternte gehalten werden kann, bleibt allerdings offen. Mit zunehmenden Rodungen wächst das Angebot zwangsläufig. Entscheidend werden nun die tatsächlichen Hektarerträge sein. Gerade nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres dürften viele Erzeuger vorsichtiger mit ihrer Vermarktung umgehen. Der bemerkenswerte Preissprung für die letzten Kartoffeln der alten Ernte zeigt jedenfalls, wie schnell sich ein Kartoffelmarkt drehen kann: Was im Frühjahr noch als kaum verwertbarer Überschuss galt, wurde wenige Wochen später wieder zum gesuchten Rohstoff.