Nachdem sich die Milchanlieferung zum Monatswechsel leicht abgeschwächt hatte, ist sie in der vorigen Woche erneut gestiegen. Sie pendelt nun wieder zwischen 5 und 6 % über der Vorjahreslinie. Nichtsdestotrotz ist die Talsohle bei den Auszahlungspreisen durchschritten.
Die Meiereien haben ihren Grundpreis überwiegend unverändert zum Vormonat belassen. Bei vier Meiereien kam es aber schon zu einer Preisanhebung zwischen 1 und 5 c/kg. Lediglich eine Meierei hat ihren Auszahlungspreis weiter abgesenkt. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 33,75 ct/kg und damit 0,58 ct über dem Vormonatsniveau. Somit kann nach sechs Monaten fallender Auszahlungspreise wieder einmal ein steigender Durchschnitt vermeldet werden, auch wenn er nur minimal ausfällt. Die Spanne bewegt sich zwischen 30,20 und 40,00 ct/ kg und hat sich damit deutlich verengt. In Süddeutschland liegt die Spanne in einem nahezu identischen Bereich. Hier werden zwischen 30,46 und 40,40 ct/ kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 30 und 35 ct/ kg. In den westdeutschen Meiereien ist die Spanne im Bereich von 31,50 bis 36,05 ct/ kg und somit unverändert zum Vormonat.
Die Stimmung auf den einzelnen Teilmärkten ist aktuell wieder etwas gedämpfter. Besonders im Butterbereich hat sich die Nachfrage, zum großen Teil auch saisonbedingt, wieder deutlich beruhigt. Dies betrifft vor allem die Blockware. Hier kommt es seit Mitte März kontinuierlich zu wöchentlichen Abschlägen bei den Notierungen an der Butter- und Käsebörse in Kempten. Die Einkäufer verharren hier weiterhin in ihrer abwartenden Haltung in der Hoffnung auf weiter fallende Preise. Abgepackte Butter verhält sich deutlich stabiler. Zwar ist auch hier die Nachfrage nach Ostern zurückgegangen, die Notierungen blieben bisher aber unverändert auf ihrem noch sehr niedrigen Niveau. Weiterhin positive Tendenzen gibt es aus dem Käsebereich zu vermelden. Auch wenn die Notierungen sich hier nur sehr langsam und mühselig erholen, kommt es dennoch von Woche zu Woche zu leichten Aufschlägen bei den Notierungen. Getragen wird dieser positive Trend durch die sehr geringen Lagerbestände und die sehr gute Nachfrage auch nach den Feiertagen. Besonders die südlichen Urlaubsländer rüsten sich für die anstehende Urlaubssaison. Dabei kommt es immer wieder zu verzögerten Auslieferungen und Streichungen bei den Bestellmengen. Das Zugpferd unter den Teilmärkten bleibt weiterhin der Pulverbereich, auch wenn es hier zuletzt Preisabschläge gab. Hier sticht besonders das Molkenpulver mit einer sehr positiven Preisentwicklung hervor. Beim Magermilchpulver hat sich die Nachfrage zwar beruhigt, dies kann aber auch noch mit den Feiertagen zu tun haben. Auf dem Weltmarkt ist die europäische Ware weiterhin konkurrenzfähig.
Der Verbraucher hat im abgelaufenen Jahr erneut mehr Milchprodukte verzehrt als im Jahr davor. Besonders für Käse gab es im zweiten Jahr in Folge deutliche Zuwächse im Pro-Kopf-Verbrauch. Hier ist ein Zuwachs von 0,9 kg pro Kopf und Jahr zu verzeichnen. Die Gesamtmenge ist somit auf 26,4 kg gestiegen, ein seit Beginn der Erfassung im Jahr 1992 noch nicht da gewesener Rekordwert. Splittet man den Käseverbrauch weiter auf, lässt sich ein besonders deutlicher Anstieg im Frischkäsebereich feststellen. Hier kam es zu einem Anstieg von sagenhaften 12,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Dafür gab es im Schmelzkäsebereich leichte Rückgänge der Verbrauchszahlen. Der Butterbereich zeigte im vorigen Jahr erstmals seit vier Jahren wieder einen Anstieg der Verbrauchszahlen um ein Päckchen Butter (250 g) pro Kopf und Jahr. Lediglich für die Konsummilch gab es einen rückläufigen Trend, der bereits seit 2021 anhält. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag hier im vorigen Jahr um 1 kg oder 2,2 % unter dem Vorjahresniveau. Die übrigen Frischmilcherzeugnisse wie Sauermilch, Kefir und Milchmischerzeugnisse waren von dem Rückgang allerdings nicht betroffen. Hier gibt es seit Jahren Zuwächse. Im Joghurt-Segment bewegt sich der Konsum in etwa auf dem Vorjahresniveau.




