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Kunst, Kultur und Kliniken an der Küste

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Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen (OV). Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände und der OV Lübeck vorgestellt – heute: der KLFV Nordfriesland.

Auf ihren jährlichen Kunsttag und ihren Literaturtag sind die nordfriesischen LandFrauen besonders stolz. Im vergangenen Jahr lud der Kreisverband in Kooperation mit dem Kunstknotenpunkt Nordwest nach Tondern in Dänemark ein, der Geburtsstadt des Möbeldesigners Hans J. Wegner (1914-2007), auch „Meister der Stühle“ genannt. Der Literaturtag, der immer in der NordseeAkademie Leck stattfindet, widmete sich 2025 der Schriftstellerin Helga Schubert (geboren 1940) und ihrem autobiografischen Werk „Vom Aufstehen“, in dem sie die Zwänge des DDR-Regimes verarbeitet. „Die Literaturtage sind nicht nur Lesungen, wir beschäftigen uns auch mit der Biografie der Autorin“, erklärt die Kreisvorsitzende Magret Albrecht. In diesem Oktober soll es um Simone de Beauvoir gehen. Der Kunsttag soll ein Jahr pausieren und ein neues Format entwickelt werden.

Vor allem mit aktuellen Themen im Gesundheitswesen beschäftigt sich der Kreisverband, ist beteiligt am Tag der offenen Tür in Kliniken. Im vergangenen September lud er zu einem Dialogabend zum Gesundheitsnotstand nach Mildstedt ein. Teilgenommen haben die Chefärztin des Klinikums Husum, Lena Jessen, sowie Bundes- und Landtagsabgeordnete. Von der Podiumsdiskussion gemeinsam mit dem KLFV Dithmarschen zur drohenden Schließung des Perinatalzentrums in Heide wurde bereits berichtet (siehe BB 19/2026). „Wir dürfen nicht zulassen, dass zentrale Versorgungsstandorte an der Westküste geschlossen werden!“, ist der Appell. Gesellschaftlich wirken die LandFrauen auch durch ihre Teilnahme am Kreisfrauenforum und ihren Sitz in den drei AktivRegionen im Kreis. „Wir stärken die Demokratie durch unseren Zusammenhalt und unser regionales Engagement“, findet Albrecht.

Ex-MP und Omas zu Gast

Mit 22 Ortsvereinen und knapp 5.000 Mitgliedern gehört der KLFV Nordfriesland zu den größten in Schleswig-Holstein, erstreckt sich von Ladelund bis Friedrichstadt, fünf Ortsvereine zählen über 300 Mitglieder. Auch die Inseln und Halligen gehören zum Einzugsbereich. Zwar haben nur Föhr und Pellworm einen eigenen Ortsverein, doch „Bewohnerinnen der anderen Inseln sind mitunter Mitglied in Festlands-OV, es werden wechselseitig Veranstaltungen besucht“, weiß Albrecht.

Die Veranstaltungen auf Ortsebene sind vielfältig, mitunter schließen sich einige OV dazu zusammen. So lädt der OV Ostenfeld im September zu einer Lesung mit Daniel Schmidt vom Hamburger Kiez in Mildstedt ein. In Langenhorn trat der „Geschichtenmensch“ Enno Kalisch auf. Auf Nordstrand findet regelmäßig ein Mittsommerfest unter Beteiligung der ganzen Gemeinde und der Landjugend statt. In Dunsum auf Föhr gibt es Whisky-Tasting. Mildstedt hatte bereits sowohl den früheren Ministerpräsidenten Peter-Harry Carstensen (CDU) als auch die Omas gegen Rechts zu Gast. Kochen mit Köchen, Basteln, Spiele, Ausflüge und vieles mehr – all das könnte man hier gar nicht abbilden.

Niemand zu alt für die JLF

Sauerteigschulung der Jungen LandFrauen, v. li.: Jessica Jessen und Marie Bielefeldt (JLF), Daniel Lorenzen (Bäckerei Lorenzen, Joldelund) Foto: JLF

Sehr aktiv sind in Nordfriesland auch die Jungen LandFrauen (JLF). Wichtigstes Standbein ist ihr monatlicher Stammtisch, der wechselnd im ganzen Kreis stattfindet. „Da kommen zu 30 % auch Nichtmitglieder“, freut sich Jessica Jessen von den JLF, so könne man viel erklären und aufklären. Darunter sind Frauen aus allen Altersgruppen, der Durchschnitt könne bei 40 Jahren liegen.

„Vielleicht ist die Hemmschwelle bei uns niedriger, manche glauben vielleicht, sie seien zu jung für den Ortsverein“, mutmaßt Jessen. Ansonsten bieten die JLF Grünpflanzenschulung an, Töpfern, Kniffelturnier, Stricken oder Pole-
Dance.

Sorgen bereitet dem Vorstand, wenn Ortsvereine aufgelöst werden wie jüngst der OV Eiderstedt. In Ohrstedt bestehe diese Gefahr, Niebüll sei hingegen nach einer Durststrecke auf einem guten Weg. Umgekehrt verzeichnen manche OV starken Zuwachs wie Risum-Lindholm mit 34 Neumitgliedern allein im vergangenen Jahr.

„Das Problem ist meist, die Vorstände zu besetzen“, weiß Albrecht. „Man muss dafür nicht perfekt sein“, betont sie, „wir sind da alle mal reingeschubst worden.“ Und sie appelliert: „Ladet uns ein, wenn ihr Probleme habt, wir helfen gern!“

Leguminosen: Hoher Futterwert, schwache Preise

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Die Preisentwicklung der Körnerleguminosen gibt derzeit Rätsel auf. Während die Preise für Soja- und Rapsschrot zuletzt deutlich gestiegen sind, kommt davon bei heimischen Ackerbohnen und Futtererbsen kaum etwas an. Nach Berechnungen auf Basis des Futterwertes wären für Ackerbohnen rund 30 €/ dt und für Futtererbsen etwa 32 €/dt anzusetzen. Tatsächlich liegen die Erzeugerpreise knapp über 20 €/dt. Die Schere zwischen Futterwert und Marktpreis ist damit ungewöhnlich groß. Auch die aktuellen Futtermittelpreise zeigen den gestiegenen Wert von Eiweiß: Die Rapsschrotpreise im Großhandel Hamburg stiegen von 250 €/t im Juli auf 290 €/t im September.

Ein Grund für die schwache Reaktion der Leguminosenpreise liegt in der Struktur des Marktes. Mischfutterhersteller haben einen Teil ihres Eiweißbedarfs über länger laufende Kontrakte abgesichert. Ein kurzfristiger Anstieg der Sojaschrotpreise schlägt deshalb nicht unmittelbar auf die Nachfrage nach Erbsen und Bohnen durch. Hinzu kommt, dass die Vermarktung heimischer Leguminosen für den Handel aufwendig ist. Die Partien sind häufig klein und regional verteilt. Sammlung, Lagerung, Untersuchung und getrennte Erfassung verursachen Kosten. Gleichzeitig fehlen einheitliche Qualitäts- und Erfassungskriterien. Je nach Abnehmer unterscheiden sich Anforderungen etwa an Feuchtigkeit, Besatz, Proteingehalt oder Schädlingsbefall. Schäden beispielsweise durch Erbsenwickler oder Bohnenkäfer beeinträchtigen die äußere Qualität und begrenzen insbesondere höherwertige Absatzmöglichkeiten.

Veggie-Produkte werden importiert

Dabei gibt es durchaus Ansätze für größere Verarbeitungsstrukturen. Die Emsland Group verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich rund 120.000 t Erbsen – allerdings stehen dem etwa 2 Mio. t Kartoffeln gegenüber. Hoffnungen auf zusätzliche Absatzmöglichkeiten haben sich zudem teilweise zerschlagen. Nordzucker hat die geplante Leguminosen-Fabrik in Groß Munzel inzwischen aufgegeben. Das Unternehmen begründet dies mit einem langsamer als erwartet wachsenden Markt für pflanzliche Proteine, zusätzlichen Importen und Überkapazitäten in Europa.

Damit zeigt sich auch die Kehrseite des viel beschworenen Veggie-Booms. Zwar wird über mehr heimisches Eiweiß in Lebensmitteln gesprochen, ein erheblicher Teil der pflanzlichen Proteinprodukte und Zutaten wird jedoch importiert. Ein wachsendes Verbraucherinteresse führt daher nicht automatisch zu höheren Erzeugerpreisen für heimische Leguminosen.

Auch in der Fütterung fehlt bislang ein eigenständiger finanzieller Anreiz. Für gentechnikfreie Milch zahlen Meiereien teilweise Zuschläge. Dafür genügt jedoch gentechnikfreies Sojaschrot. Ein zusätzlicher Bonus für den Einsatz heimischer Ackerbohnen oder Erbsen entsteht daraus nicht.

Stickstoff inklusive

Bleibt die Frage, ob Leguminosen ohne Förderung überhaupt wettbewerbsfähig sind. Ein Vergleich allein über Deckungsbeitrag und Verkaufspreis greift allerdings zu kurz. Ackerbohnen und Erbsen binden Luftstickstoff und verursachen weniger Düngerkosten, erweitern enge Fruchtfolgen, verbessern die Bodenstruktur und können den Stickstoffbedarf der Folgekultur reduzieren.

Diese Vorteile gehören auf die Habenseite der Leguminosen. Trotzdem bleibt das Grundproblem bestehen: Wenn ein Produkt mit einem Futterwert von 30 €/dt am Markt 20 €/ dt erlöst, fehlen wirtschaftliche Signale für eine nachhaltige Ausweitung des Anbaus. Solange Verarbeitung, Bündelung und Nachfrage nach heimischem Eiweiß nicht stärker entwickelt sind, dürfte die Förderung für viele Betriebe ein entscheidendes Argument für den Leguminosenanbau bleiben.

Nährstoffbindung von Zwischenfrüchten

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Zwischenfrüchte binden Nährstoffe, halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt und können so einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz leisten. Untersuchungen aus dem Beratungsgebiet (BG) 9, Angeln und Schwansen, zeigen: Die Leistung der Bestände unterscheidet sich erheblich. Entscheidend ist nicht nur, was in der Mischung steckt, sondern auch, wie gut sich die Zwischenfrucht entwickeln kann.

Nach der Ernte der Hauptfrucht können im Boden noch pflanzenverfügbare Nährstoffe vorhanden sein. Dies betrifft neben dem gewässerschutzrelevanten Stickstoff auch aus ökonomischer Sicht wertvolle Grundnährstoffe wie unter anderem Kali, Magnesium, Phosphor und Schwefel. Bleibt die Fläche ohne aktiven Bewuchs, steigt insbesondere bei entsprechender Sickerwasserrate und milden Temperaturen das Risiko, dass mineralisierter Stickstoff mit dem Sickerwasser aus dem durchwurzelten Bodenraum verlagert wird. Zudem finden die Grundwasserneubildung und die Mineralisierung der Erntereste besonders in der Winterperiode bei entsprechend milden Temperaturen statt. Ein wachsender Zwischenfruchtbestand setzt genau hier an: Er nimmt Nährstoffe auf und überführt sie zunächst in pflanzliche Biomasse. Damit werden Nährstoffe zeitweise konserviert, statt über den Herbst ungenutzt im Boden zu verbleiben. Sie können nach dem Absterben oder der Einarbeitung der Zwischenfrucht wieder in den Stoffkreislauf zurückkehren und pflanzenbaulich genutzt werden.

Zwischenfrüchte spielen sowohl für den Grundwasserschutz als auch für den Biodiversitätsschutz, zum Beispiel über das Blühangebot, eine zentrale Rolle in der Fruchtfolge. Foto: Lilli Stooß

Zwischenfrüchte als Nährstoffspeicher

Die Wirkung beschränkt sich nicht ausschließlich auf Stickstoff. Zwischenfrüchte nehmen auch Kalium, Phosphor, Schwefel und Magnesium auf. Stickstoff ist ein zentraler Baustein für Proteine und das vegetative Wachstum, während Kalium unter anderem den Wasserhaushalt und zahlreiche Enzymprozesse der Pflanze steuert. Phosphor ist wesentlich für die Energieübertragung und den Stoffwechsel, Magnesium bildet das Zentralatom des Chlorophylls, und Schwefel wird für schwefelhaltige Aminosäuren und damit für die effiziente Proteinsynthese benötigt. Tief und intensiv wurzelnde Arten können zudem Bodenbereiche erschließen, die von der Hauptfrucht nur schwach genutzt oder nicht erreicht wurden. Werden diese Nährstoffe nach der Hauptfruchternte in lebender Biomasse gebunden, bleiben sie zunächst im pflanzlich-bodenbürtigen Kreislauf und stehen nach dem Absterben beziehungsweise der Einarbeitung und Mineralisierung wieder für nachfolgende Kulturen zur Verfügung. Gleichzeitig schützt die Bodenbedeckung vor Erosion, was im Hinblick auf den Oberflächengewässerschutz insbesondere für den Nährstoff Phosphat von besonderer Relevanz ist. Wurzeln sowie oberirdische Biomasse der Zwischenfrüchte liefern einen wichtigen Beitrag für die Humusbildung im Boden. Somit eröffnen Zwischenfrüchte ein ganzes Bündel möglicher Wirkungen: Nährstoffkonservierung, Erosionsschutz, Verbesserung der Bodenstruktur und die Förderung biologischer Prozesse im Boden.

Für die Nährstoffbindung ist vor allem die gebildete Biomasse von Bedeutung. Ein gut entwickelter Bestand kann entsprechend große Nährstoffmengen aufnehmen. Umgekehrt bleibt die Wirkung eines lückigen oder spät etablierten Bestandes begrenzt. Die Zwischenfrucht sollte daher nicht als bloßer Lückenfüller behandelt werden, sondern als eigenständiges Fruchtfolgeglied, dessen Etablierung über seine spätere Funktion entscheidet.

Zwischenfruchtbestände in der Praxis

Im Beratungsgebiet 9, Angeln und Schwansen, wurden insgesamt 21 Zwischenfruchtdemobestände vierfach wiederholt, je Demoschlag beprobt und die in der oberirdischen Biomasse enthaltenen Nährstoffmengen im Labor bestimmt. Erfasst wurden Stickstoff (N), Kalium als K2O, Phosphor als P2O5, Schwefel als SO3 und Magnesium als MgO. Für einen ersten Eindruck der Bandbreite der Ergebnisse wird nachfolgend bewusst nur der Stickstoffertrag (N-Ertrag) aller Einzelbestände dargestellt (Grafik 1).

Die Einzelwerte für den Parameter N-Ertrag der oberirdischen Biomasse zeigen eine sehr große Spannweite: Die N-Erträge reichen von sehr niedrigen Werten bis zu rund 200 kg N/ha. Damit wird sichtbar, welches Potenzial Zwischenfrüchte zur Nährstoffbindung entwickeln können. Gleichzeitig zeigt die Bandbreite, wie stark die Leistungsfähigkeit einzelner Bestände unter Praxisbedingungen schwankt. Dies ist sowohl aus Sicht des Gewässerschutzes als auch aus ökonomischer Sicht im Hinblick auf Saatgut- und weitere Betriebskosten von Relevanz. Auch Bestände mit vergleichbarer Artenkombination unterscheiden sich hinsichtlich des N-Ertragspotenzials deutlich. Das unterstreicht, dass neben der Mischungszusammensetzung vor allem die tatsächliche Bestandesentwicklung beziehungsweise -etablierung über die Nährstoffaufnahme entscheidet.

Welche Rolle spielt die Zusammensetzung?

In einer zweiten Auswertung wurden die 21 Bestände danach gruppiert, ob sie aus Kruziferen, Leguminosen oder Mischungen aus Leguminosen und Kruziferen beziehungsweise Mischungen aus Leguminosen und Gräsern zusammengesetzt waren. Von den 21 Beständen enthielten fünf Kruziferen, 15 Leguminosen und zwölf Gräser. Da eine Mischung mehrere dieser Merkmale gleichzeitig erfüllen konnte, sind Mehrfachzuordnungen möglich.

Innerhalb der untersuchten Bestände betragen die N-Aufnahmen im Mittel für Bestände mit Kruziferen etwa 50 kg N/ha, für Bestände mit Leguminosen 77 kg N/ha und für Bestände mit Gräsern 81 kg N/ha. Die zusammengefasste Auswertung zeigt damit deutlich, welche Größenordnungen bei der N-Bindung erreicht werden können und wie stark sich die Gruppenmittelwerte unterscheiden. Weiterhin wird das C/N-Verhältnis dargestellt, das das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff in der organischen Substanz beschreibt. Der Parameter kann als Indikator für die Abbaubarkeit der organischen Substanz herangezogen werden. Je enger das Verhältnis, desto schneller kann der in der Zwischenfrucht gebundene Stickstoff nach der Einarbeitung freigesetzt werden. Die vorliegenden Daten deuten im Mittel auf ein enges C/N-Verhältnis, also das Potenzial für eine rasche Umsetzung hin.

Für den Nährstoff Kalium liegen die gemittelten K2O-Erträge auf ähnlichem Niveau: 11 kg/ha in Beständen mit Kruziferen, 15 kg/ha in Beständen mit Leguminosen und 13 kg/ha in Beständen mit Gräsern (Grafik 2). Die oberirdisch gebundenen Nährstoffmengen für P2O5, SO3 und MgO liegen auf vergleichbarem niedrigen Niveau. Die Ergebnisse machen grundsätzlich deutlich, dass Zwischenfrüchte neben Stickstoff auch relevante Mengen an Kalium aufnehmen und über die Vegetationsperiode in der Biomasse binden können.

Bestandesentwicklung entscheidet mit

Wie viel Nährstoffe ein Zwischenfruchtbestand letztlich aufnimmt, hängt eng mit seiner Entwicklung zusammen. Ein früh und gleichmäßig etablierter Bestand verfügt über mehr Zeit zur Bildung von Blatt- und Wurzelmasse und kann dadurch mehr Nährstoffe aufnehmen. Der Saatzeitpunkt wurde in der vorliegenden Auswertung nicht gesondert betrachtet, ist aus pflanzenbaulicher Sicht aber eine wichtige Stellschraube für die Bestandesleistung.

Die Unterschiede zwischen den Einzelbeständen zeigen deshalb auch die Bedeutung des praktischen Managements. Sorgfältige Saatbettbereitung, eine zügige und gleichmäßige Etablierung sowie günstige Wachstumsbedingungen fördern die Biomassebildung und damit die Nährstoffaufnahme. Hinzu kommen Standort, Witterung, Nährstoffverfügbarkeit und der Konkurrenzdruck durch Ausfallgetreide oder Unkräuter.

Für die Beratung bedeutet das: Die Auswahl konkurrenzstarker Arten ist wichtig, ebenso entscheidend ist ein dichter und vitaler Bestand. Ein gut entwickeltes Gemenge kann sein Potenzial zur Nährstoffbindung besonders gut ausschöpfen. Auch vergleichsweise einfache Mischungen können einen hohen Nutzen entfalten, wenn die Etablierung gelingt.

Was bedeutet das für den Gewässerschutz?

Aus Sicht des Gewässerschutzes zählt zunächst, dass nach der Hauptfruchternte möglichst wenig mineralischer Stickstoff ungenutzt im Boden verbleibt. Ein aktiv wachsender Zwischenfruchtbestand nimmt diesen Stickstoff auf und bindet ihn in der Pflanzenmasse. Damit sinkt das Potenzial einer Verlagerung während der Sickerwasserperiode. Die Praxiserhebung aus dem BG 9 zeigt, welche Größenordnungen bei der Nährstoffbindung erreicht werden können.

Für die Praxis lässt sich daraus eine klare Priorität ableiten: Zwischenfrüchte sollten als leistungsfähiges Fruchtfolgeglied etabliert werden. Welche Mischung zum Standort, zur Fruchtfolge und zum betrieblichen Ziel passt, bleibt eine gezielte Entscheidung in Abhängigkeit von der Fruchtfolgegestaltung des jeweiligen Betriebes. Kruziferen, Leguminosen und Gräser bringen unterschiedliche Eigenschaften mit; abfrierende und winterharte Komponenten unterscheiden sich zudem in ihrem Verhalten über Winter und bei der anschließenden Freisetzung der gebundenen Nährstoffe. Im Hinblick auf den Erosionsschutz beziehungsweise N- und P-Einträge in Oberflächengewässer ist eine Bodenbedeckung über Winter eine entscheidende Maßnahme.

Fazit

Zwischenfrüchte können erhebliche Nährstoffmengen über Herbst und Winter in ihrer Biomasse binden. Die 21 untersuchten Bestände aus dem BG 9 zeigen eine große Leistungsbreite und ein deutliches Potenzial zur Nährstoffkonservierung. Besonders bei Stickstoff und Kalium wird das Potenzial sichtbar. Für die Praxis bleibt entscheidend, einen passenden Zwischenfruchtbestand frühzeitig und sicher zu etablieren. Eine gut entwickelte Zwischenfrucht ist sowohl für die Nährstoffbindung als auch für den Gewässerschutz wertvoller als ungenutztes Wachstumspotenzial auf einer brachliegenden Fläche und trägt zusätzlich zum Erosionsschutz bei.

Spitzenqualitäten beleben die Nachfrage

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Trotz bester Witterungsbedingungen für die Maisernte ­fanden sich zahlreiche Kaufinteressenten zur Auktion der RSH eG in ­Dätgen ein. Die ­angebotenen Tiere konnten aufgrund der ­hervorragenden Qualität bei flottem Marktverlauf durch ­Auktionator Claus-Peter Tordsen zügig zugeschlagen werden.

Gegenüber der August-Auktion war die Preisspitze deutlich breiter bei dieser ersten Auktion des am 1. September beginnenden Geschäftsjahres der RSH. Dreimal gab es Gebote bei 4.000 € oder darüber und sechsmal für 3.000 € und darüber.

Bullen bis 4.000 €

Die Auktion begann mit der dreiköpfigen Kollektion der rotbunten Bullen. Dabei stach der dunkelrot gezeichnete „Simply Red“-Sohn „Feko“ der Zuchtstätte Thomas Schmahl, Milchhof Wesenberg, aufgrund seines überragenden Exterieurs und bemerkenswerter Leistungen auf der Mutterseite deutlich hervor. So war es nicht verwunderlich, dass sich ein hiesiger Käufer diesen Ausnahmebullen für 4.000 € sicherte. Der Durchschnittspreis der rotbunten Bullen betrug 3.000 €. Bei den schwarzbunten Bullen war die Nachfrage verhaltener. Hier wurde von den drei angebotenen Vatertieren nur „Fasco“, ein Sohn von „Diggy Dex“, vermarktet. Er erzielte 3.000 € und stammt aus der Zucht von Karsten Kaack, ­Ratzbek.

Färsen bis 4.350 €

Die angebotenen weiblichen Tiere wurden flott versteigert. Preissiegerin war dabei die „Redford“-Tochter „Evening“, eine abgekalbte, extrem leistungsbereite schwarzbunte Färse, ebenfalls aus der Zucht von Thomas Schmahl, Wesenberg. Bei einer Einsatzleistung von 47 kg präsentierte sie sich mit bestem Fundament sowie körperstark. Hier fiel nach hartem Bieterduell schließlich bei 4.350 € der Hammer. Eine weitere abgekalbte schwarzbunte Färse, vorgestellt von der gleichen Zuchtstätte, „Diamant“, eine körperstarke „Fangio“-Tochter, gefiel auch durch ihr hervorragendes Fundament bei hoher Einsatzleistung. Sie erreichte 4.000 €. Noch weitere drei schwarzbunte Färsen erzielten Gebote von 3.000 € oder darüber. Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Färsen betrug 2.683 €.

Die Rohwedder GbR, Buchholz, stellte mit 3.400 € die teuerste rotbunte Färse. Die „Rambo PP“-Tochter überzeugte durch ihre ebenfalls sehr hohe Einsatzleistung, viel Kraft und Stärke sowie beste Strichplatzierung und nicht zuletzt aufgrund ihrer genetisch homozygoten Hornlosigkeit. Die rotbunten Färsen erzielten durchschnittlich 2.494 €.

Angler und Kreuzungen

Die Kollektion der abgekalbten Angler Färsen erreichte 2.288 € im Mittel. Dabei stellte Volker Asmussen, Dannewerk, mit der besonders harmonischen und genetisch hornlosen „Blavand P“-Tochter „Dusty P“ die teuerste und erzielte für sie 2.600 €. Drei sehr wüchsige und vielversprechende Angler Kälber, geboren Anfang August, angeboten von der Zuchtstätte Michael Petersen, Taarstedt, wurden im Durchschnitt für 467 € verkauft, dabei erreichte „Granate“ (Vater „Claus P“), genetisch hornlos, 550 €.

Drei abgekalbte Kreuzungsfärsen erreichten durchschnittlich 1.967 €.

Fazit

Die Kaufinteressenten nutzen verstärkt die aktuellen Marktchancen zur Bestandsergänzung, was vor dem Hintergrund der zuletzt etwas freundlicheren Milchmarktprognosen sicher betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Dazu bietet die nächste Auktion der RSH eG am 15. Oktober eine weitere gute Gelegenheit. Diese findet im Vermarktungszentrum der RSH eG in Dätgen statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen.

Gesetzentwürfen läuft die Zeit davon

Beim Pachtdeckel für Windräder stellen sich die Länder quer. Der Bundesrat forderte am Freitag vergangener Woche in seiner Stellungnahme zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027), die geplante und bei Eigentümerverbänden unbeliebte Obergrenze für Flächenpachten zu streichen.

Beim Agri-PV-Bonus schwebt den Ländern statt 0,5 ein Wert von 2,5 ct/kWh vor. Auch beim Biogas forderte die Länderkammer deutliche Korrekturen. Für die Jahre 2027 bis 2032 solle das Ausschreibungsvolumen einheitlich bei 2,5 GW liegen. Der Landwirtschaftsausschuss warb dafür, flächenschonende Lösungen gezielt zu stärken, um Konflikten mit der landwirtschaftlichen Produktion entgegenzuwirken.

Ausbauziel für Biomasse bleibt umstritten

Nicht gefolgt ist die Länderkammer einer gemeinsamen Empfehlung des Landwirtschafts- und des Umweltausschusses, wonach statt 9,5 GW installierter Leistung 19,3 GW als Ziel für Biomasseanlagen im Jahr 2035 verankert werden sollten. Die Ausschüsse hatten argumentiert, dass ein bloßes Halten der aktuellen Kapazität angesichts der im Biomassepaket 2025 bereits gekürzten Volllaststunden zu einem Rückgang der tatsächlich erzeugten Strommenge um 35 % führen würde. Die Zielmarke von 9,5 GW entspreche bereits der heutigen Leistung der Bioenergie im Stromsektor, hatte auch das Hauptstadtbüro Bioenergie kritisiert.

Bei der Herbst-Agrarministerkonferenz (AMK) am selben Tag in Würzburg haben die Ressortchefs der Länder ebenfalls einen Beschluss zum Entwurf des EEG 2027 gefasst. Auch sie lehnen den Pachtdeckel für Windenergieanlagen ab und bitten den Bund, auf den Passus sowie die geplanten Sanktionen bei höheren Grundstücksentgelten zu verzichten. Im Beschluss betonen die Agrarressortchefs zudem, dass der Ausbau der PV-Anlagen nicht zulasten landwirtschaftlicher Fläche erfolgen dürfe. Höhere Investitions- und Betriebskosten von Agri-PV- und Moor-PV-Anlagen sowie der zusätzliche Nutzen dieser Anlagen müssten gegenüber klassischen Freiflächenanlagen angemessen berücksichtigt werden. Darüber hinaus setzt sich die AMK dafür ein, verlässliche wirtschaftliche Perspektiven für bestehende und neue Biogas- und Biomethananlagen zu gewährleisten sowie ein eigenständiges Ausschreibungssegment für hochflexible Biomethananlagen vorerst beizubehalten.

Zuvor hatte der Deutsche Bauernverband (DBV) die Agrarminister gebeten, sich für Biogas- und Biomethananlagen einzusetzen, darunter für ausreichend ausgestaltete Ausschreibungsvolumina, wirtschaftlich tragfähige Förderbedingungen sowie die Absicherung bestehender Erzeugungskapazitäten. Konkret will der DBV eine Verdopplung des Ausschreibungsvolumens und einen Flexzuschlag von 150 €/kW. Auch weitere Erneuerbare Energien wie Agri-PV, Dachanlagen und Windkraftanlagen sollten weiterhin zur Wertschöpfung im ländlichen Raum beitragen, so die Verbandsforderung.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte ihren Reformkurs in der ersten Lesung des Gesetzentwurfs im Bundestag am Vortag verteidigt. Es gehe darum, Kosten einzusparen, da diese „explodiert“ seien. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien müsse „marktorientierter, kosteneffizienter und systemdienlicher“ erfolgen, fasste der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium (BMWE), Stefan Rouenhoff (CDU), in seiner Bundesratsrede zusammen.

Widerspruch kam jedoch aus den eigenen Reihen. „Wir müssen Biogas und Bioenergie stärken“, betonte Hans Koller, Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für das EEG und das Energiewirtschaftsrecht. Er warnte ausdrücklich davor, bei Biogas „etwas zu zerschlagen, was die letzten 20, 25 Jahre aufgebaut worden ist“. Zugleich mahnte Koller auch einen sparsamen Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen an. Beim Solarausbau will das BMWE hingegen den Fokus auf die vergleichsweise günstigeren Freiflächenanlagen legen.

AfD will EEG abschaffen

Die AfD-Fraktion forderte mit einem eigenen Gesetzentwurf die komplette Abschaffung des EEG. Auch die Grünen hatten bereits einen eigenen Reformentwurf präsentiert. Ihre Abgeordnete Katrin Uhlig warb im Plenum dafür, diesen zu unterstützen. Sie zeigte sich verwundert darüber, dass Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) in derselben Woche im Kabinett den Fahrplan zur Abkehr von fossilen Energien vorgelegt habe und Kabinettskollegin Reiche nun zwei Gesetze einbringe, „die den Ausbau Erneuerbarer Energien massiv ausbremsen“. Das zweite Gesetz ist das ebenfalls im Bundestag und Bundesrat beratene „Netzpaket“, mit dem der Anlagenzubau mit dem Netzausbau synchronisiert werden soll.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sieht ebenfalls in beiden Gesetzentwürfen einen „erheblichen Widerspruch“ zu dem von der Bundesregierung entwickelten und bei den Vereinten Nationen in dieser Woche vorgelegten Plan, bis 2045 aus den fossilen Energien auszusteigen. Das weitere parlamentarische Verfahren werde laut BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser zur Richtungsentscheidung über die wirtschaftliche Entwicklung und den Klimaschutz. Aus Verbandssicht müssten beide Gesetze deutlich nachgebessert werden, sonst drohe Stillstand in der Energiepolitik mit erheblichen negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsplätze.

In der separaten Debatte zum Netzanschlusspaket machte die SPD-Fraktion deutlich, dass sie den in der Branche scharf kritisierten Redispatch-Vorbehalt, der Anlagenbetreibern in überlasteten Netzgebieten vorübergehend die Entschädigung bei Abregelung streicht, ebenfalls ablehnt. Die Fraktion setzt laut Nina Scheer stattdessen auf den Ausbau von Speichern. Auch Grüne und Linke halten den Redispatch-Vorbehalt für den falschen Weg. Im Bundesrat fand eine komplette Streichung dieses Mechanismus indes keine Mehrheit.

Beihilferechtliche Genehmigung läuft aus

Dass die Länderkammer und die Abgeordneten im Parlament binnen zwei Tagen über beide energiepolitischen Reformen berieten, ist kein Zufall. Beide Gesetzentwürfe sind als besonders eilbedürftig eingestuft. Hintergrund ist, dass das aktuelle EEG 2023 nur bis Ende 2026 beihilferechtlich genehmigt ist. Um einen nahtlosen Anschluss zu ermöglichen, ist vorgesehen, dass das EEG 2027 am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Es wird laut Bundesregierung entsprechend angestrebt, davor das beihilferechtliche Verfahren bei der Europäischen Kommission erfolgreich abzuschließen.

Mitmischen, miteinander reden und Flagge zeigen

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In diesem Jahr stand die Norla ganz im Zeichen der Frauen in der Landwirtschaft. Mit lilafarbenen Astern und Schleifen am Revers wurde auf dem Messegelände sichtbar gemacht, wie stark Frauen die Landwirtschaft prägen und wie wichtig Solidarität untereinander ist. Auch der Landjugendverband Schleswig-Holstein hat sich klar dazu bekannt. Im Landjugendpavillon konnten sich über 40 Landjugendliche, die in der Landwirtschaft tätig sind, an einer Fotowand verewigen und so zeigen: Frauen gehören selbstverständlich zur Landwirtschaft und gestalten sie aktiv mit.

Doch nicht nur mit dieser Aktion war die Landjugend Schleswig-Holstein auf der Norla präsent. Auch 2026 war der Landjugendverband wieder mit seinem Pavillon auf dem Messegelände in Rendsburg vertreten. Über die gesamten Messetage hinweg wurde dort gebacken, geschminkt, diskutiert und vor allem miteinander gesprochen.

Ins Gespräch kommen

Beim täglichen Waffelverkauf und beim Kinderschminken kam die Landjugend mit zahlreichen Besuchern ins Gespräch. Gleichzeitig bot der Stand Raum für Gespräche über die Anliegen junger Menschen im ländlichen Raum. Gerade diese Gespräche machten einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert die Norla für die Landjugend hat. Hier treffen Landwirtschaft, Politik, Verbände und Gesellschaft unmittelbar aufeinander. Für die Landjugend bedeutet das die Möglichkeit, ihre Themen sichtbar zu machen und mit denjenigen ins Gespräch zu kommen, die politische Entscheidungen treffen. Über die Messetage hinweg konnten zahlreiche Gäste aus Politik und befreundeten Verbänden am Landjugendpavillon begrüßt werden. Unter anderem kamen Nelly Waldeck und Umweltminister Tobias Goldschmidt von Bündnis 90/Die Grünen, Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU), Landtagspräsidentin Kristina Herbst und Ministerpräsident Daniel Günther (beide CDU) sowie viele weitere Gäste vorbei. Dabei blieb es nicht bei kurzen Fototerminen oder höflichen Floskeln. Es wurde diskutiert, nachgefragt und über konkrete Themen gesprochen, die junge Menschen auf dem Land und die Landwirtschaft beschäftigen.

Ein besonderes Highlight war der Besuch von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU). Im Gespräch mit ihm konnten die Landjugendlichen ihre Anliegen auch auf Bundesebene einbringen. Für den Verband ist es wichtig, nicht nur in Schleswig-Holstein Gehör zu finden, sondern die Perspektive junger Menschen aus dem ländlichen Raum auch dort zu präsentieren, wo bundespolitische Entscheidungen getroffen werden.

Erfolgreiche Politikaktion

Für zusätzliche Spannung sorgte die alljährliche Politikaktion. Dabei konnten sich verschiedene Politikerinnen und Politiker Redezeit zu den Forderungen der Landjugend erspielen. So mussten sich die Teilnehmenden mit den Positionen des Verbandes auseinandersetzen und konnten gleichzeitig zeigen, wie gut sie die Themen der Landjugend kennen. Die Aktion sorgte dabei nicht nur für Unterhaltung, sondern vor allem für einen direkten Austausch über politische Forderungen und die Zukunft des ländlichen Raumes.

Das Schminken von Kindern und Erwachsenen ist fester Bestandteil der Landjugend auf der Norla. Foto: Thore Groth

Auch abseits des Landjugendpavillons war der Verband präsent. Am Rande der Norla fand der Landesbauerntag statt, wo die Landesvorsitzenden Marlies Muxfeld und Mirco Engelbrecht ein eindrucksvolles Grußwort halten durften. Dabei unterstrichen sie erneut das klare Bekenntnis der Landjugend zur parteipolitischen Unabhängigkeit. Der Verband versteht sich als Stimme junger Menschen im ländlichen Raum, unabhängig davon, welcher Partei sie angehören. Gleichzeitig machte die Landjugend deutlich, dass für Extremismus jeglicher Art kein Platz ist.

Diese Haltung ist fest in der Geschichte des Verbandes verankert. Seit seiner Gründung vor mehr als 75 Jahren ist der Landjugendverband paritätisch besetzt. Gleichberechtigung und die Beteiligung von Frauen und Männern gehören damit nicht erst seit aktuellen gesellschaftlichen Debatten zum Selbstverständnis des Verbandes.

Ein weiterer Höhepunkt der Norla war die Siegerehrung der diesjährigen Strohpuppenaktion. Fünf Landjugendgruppen hatten mit ihren Strohpuppen eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn gemeinsam angepackt wird. Für ihren Einsatz konnten sich die Ortsgruppen über finanzielle Unterstützung freuen. Ermöglicht wurde diese durch die Sponsoren der Aktion, darunter der Giro- und Sparkassenverband und die Rinderzucht Schleswig-Holstein. Die Strohpuppenaktion steht damit beispielhaft für das, was Landjugend ausmacht: Gemeinschaft, Kreativität und die Bereitschaft, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Während des Wettmelkens mussten Fragen beantwortet werden. Foto: Thore Groth

Am Sonntag gab es schließlich noch einen besonderen Termin bei der Sparkasse. Am Messestand der Sparkasse waren während der Norla Eimer gegen eine Spende vergeben worden. Der Erlös kam dem Landjugendverband zugute. Dabei kam erneut eine beachtliche Summe zusammen, für die man sehr dankbar ist; schließlich trägt Unterstützung wie diese auch dazu dabei, dass die Angebote des Verbandes aufrechterhalten werden können.

Gegen 18 Uhr schlossen sich am Sonntag die Messetore. Damit ging eine ereignisreiche Norla zu Ende. Hinter den vielen Gesprächen, Aktionen und Begegnungen stehen vor allem Menschen, die sich für den ländlichen Raum engagieren und ihre Interessen selbstbewusst vertreten. Die Norla 2026 hat einmal mehr gezeigt: Landjugend ist mehr als ein Treffpunkt auf dem Messegelände. Sie mischt sich ein, sucht den Dialog und bringt die Perspektive junger Menschen dorthin, wo über ihre Zukunft gesprochen und entschieden wird. Und genau dafür bietet die Norla jedes Jahr die richtige Bühne.

Vier Tage Landjugend auf der Norla

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Vier intensive Messetage, wechselhaftes Wetter und jede Menge landjugendlicher Einsatz: Auch 2026 war der Landjugendpavillon auf der Norla wieder ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Bei Waffeln und Getränken, „Hau den Lukas“, an der „Bauer sucht Frau“-Fotowand und beim Kinderschminken war an allen Tagen einiges los.

Gleichzeitig bot die Norla viel Raum für Begegnungen und politischen Austausch. Zahlreiche Gäste aus Politik und Verbandswelt schauten am Pavillon vorbei, darunter Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne). Für eine besondere Überraschung sorgte der spontane Besuch von Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul (CDU). Bei der Politikaktion und in vielen Gesprächen zwischendurch konnten die Lajus Themen und Anliegen direkt mit den Gästen diskutieren.

Ein weiterer Höhepunkt war die Siegerehrung der diesjährigen Strohpuppenaktion. Nach wochenlanger Arbeit, kreativen Ideen und der großen Juryrundfahrt wurden auf der Norla die teilnehmenden Landjugendgruppen ausgezeichnet und die Platzierungen bekannt gegeben. So wurde der Pavillon vier Tage lang einmal mehr zu einem Ort des Austauschs, Wiedersehens und Zusammenkommens. Möglich wurde das vor allem durch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die an allen Tagen mit angepackt haben.

Bei Waffeln und Wittenseer tauschte sich Landtagspräsidentin Kristina Herbst (CDU, 2. v. r.) mit dem Laju-Vorstand aus. Foto: ljv
Umweltminister Tobias Goldschmidt (vorn, Mitte) wird von Tessa Nafziger (li.) in das Trettrecker-Rennen eingewiesen. Foto: ljv
Daniel Günther (Mitte) im Gespräch mit den Laju-Vorsitzenden Marlies Muxfeldt und Mirco Engelbrecht. Foto: ljv
Die Sieger des Strohpuppenwettbewerbs wurden am Norla-Sonnabend geehrt. Foto: ljv
Die stellvertretende Ministerpräsidentin Aminata Touré (Grüne) beim Besuch des Landjugend-Pavillons. Foto: Patrick Mühling
Einen Scheck über 3.682,47 € erhielt die Landjugend vom  Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein. Foto: jh
Nelly Waldeck (li.), Landtagsabgeordnete der Grünen, nutzte den Norla-Besuch für ein Gespräch mit dem Laju-Vorstand. Foto: ljv
Politik zu Gast: Abgeordnete der Landes- und Bundespolitik besuchten die Landjugend. Foto: ljv
Liebe auf dem Land: Die „Bauer sucht Frau“-Wand wurde auch in diesem Jahr eifrig zum Kennenlernen genutzt. Foto: jh
Siegerehrung Strohpuppenwettbewerb der Landjugend, Norla 2026; Foto: ljv


Erntekrone 2026: Ein Zeichen für Gemeinschaft und Zukunft

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Tradition, Dankbarkeit und der Blick nach vorn standen in der vergangenen Woche bei der feierlichen Übergabe der Erntekrone 2026 im Mittelpunkt.

Die Präsidentin sowie Vertreterinnen und Vertreter des Vorstands und des Ehrenamts der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein nahmen die Krone aus den Händen des Kreislandjugendverbandes Nordfriesland und des Landesvorstandes der Landjugend entgegen.

Für Kammerpräsidentin Ute Volquardsen hatte die diesjährige Übergabe eine besondere Bedeutung: Die Erntekrone stammt aus Nordfriesland und damit aus ihrer Heimatregion. Sie dankte den Landjugendlichen für die vielen Stunden Arbeit, die in der gebundenen Krone stecken, und würdigte zugleich das Engagement junger Menschen für Landwirtschaft und ländliche Räume.

Die Erntekrone symbolisiert den Dank für die eingebrachte Ernte. Gleichzeitig erinnert sie daran, dass diese trotz moderner Technik, guter Planung und fachlichem Können keine Selbstverständlichkeit ist. Das zeigte auch das Erntejahr 2026. Verschiedene Witterungsbedingungen stellten die Betriebe vor Herausforderungen und sorgten regional für unterschiedliche Ergebnisse.

Der Abend bot zugleich Gelegenheit, den Blick nach vorn zu richten. Denn wer über Ernte spricht, spricht auch über das, was heute für morgen gesät wird. Eine wichtige Rolle kommt dabei der jungen Generation zu. „Landwirtschaft braucht Menschen, die Lust haben, Verantwortung zu übernehmen“, betonte Volquardsen. Junge Menschen entwickelten Betriebe weiter, probierten neue Ideen aus und seien bereit, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig Veränderungen anzustoßen. Die Landjugend leiste hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie bringe junge Menschen aus Landwirtschaft und ländlichem Raum zusammen, schaffe Netzwerke und Freundschaften, ermögliche Weiterbildung und biete Raum, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.

Ute Volquardsen ermutigte die Landjugendlichen deshalb ausdrücklich, sich einzubringen, Fragen zu stellen und auch deutlich zu machen, wo Veränderungen notwendig seien. Denn die Landwirtschaft der Zukunft könne nur gemeinsam mit den Menschen in der Praxis gestaltet werden.

Im Anschluss gab die Kreislandjugend mit ihrem Erntebericht einen Einblick in das zurückliegende Anbau- und Erntejahr in Nordfriesland. Danach stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt.

Die Erntekrone aus Nordfriesland hat nun ihren Platz im Foyer der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gefunden und wird die Kammer durch das kommende Jahr begleiten. Sie erinnert an die Ernte 2026 und die Arbeit, die dahintersteht. Gleichzeitig steht sie für das, was auch in Zukunft entscheidend sein wird: weiter säen, weiter ausprobieren und weiter zusammenhalten.

58. Landesponyturnier in Bad Segeberg

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In diesem Jahr traten die besten Ponyreiter aus Schleswig-Holstein und Hamburg zum 58. Mal an, um die Landesponystandarte weiterzugeben und die neuen Landesmeister zu ermitteln. Auch die diesjährigen Ponychampions des Pferdestammbuchs Schleswig-Holstein/Hamburg stehen nun fest.

„Wir hatten ein tolles Landesponyturnier bei strahlendem Sonnenschein. Einen besseren Herbstanfang hätte es nicht geben können“, befand Tim Streichert am Sonntagabend während der Aufräumarbeiten. Für den zweiten Vorsitzenden des Reit- und Fahrvereins (RuFV) Bad Segeberg ist der Aufmarsch in jedem Jahr der Höhepunkt, aber in diesem Jahr machten ihn auch die vielen „glücklichen Gesichter“ mehr als zufrieden.

Streichert und seinem Team ist es immer wichtig, das Landesponyturnier in jedem Jahr zu verbessern und alles anzupassen. Eine daraus entstandene Neuerung war das Geländeponychampionat der Klasse A*. Auch das sah der Turnierchef positiv: „Wir sind mit der Premiere sehr zufrieden.“ Julia Wiechmann vom Pferdesport- und Förderverein Süseler Baum, Kreis Ostholstein, war ebenfalls begeistert. „Es ist eine supergute Premiere“, sagte sie. Im Sattel der fünfjährigen Donna Vincenza W von Vincenzo SH hatte sie die Prüfung gewonnen. Den Silberrang sicherte sich die ebenfalls fünfjährige ­Mes­cal-Tochter Calina. Die von Uwe Bahn gezogene Ponystute wurde von Laura Stoltenberg-Frick vom Probsteier Reitverein Schönberg, Kreis Plön, vorgestellt. Auf Rang drei kam Nino Nonstop von Wengelo’s Nelson aus der Zucht von Manfred Vogel. Geritten wurde er von Claudia Stelzer.

Am Sonnabend ging es weiter mit dem Championat der dreijährigen Hengste. Hier setzte sich Steendieks Georg Clooney von Golden Grey an die Spitze. Der Fuchsschecke stammt aus der Zucht von Peter Böge aus Schönhorst, Kreis Rendsburg-Eckernförde, und wurde von Bereiterin Mareike Peckholz vorgestellt. Sie saß auch wieder im Sattel von Steendieks Diego de la Vega von Morgensterns Dalai. Der vierjährige Hengst verteidigte seinen Titel aus dem vergangenen Jahr.

Bei den dreijährigen Stuten sicherte sich Grenzhoehes Marietta von Neverland WE den Titel. Die Stute stammt aus der Zucht von Sabine Reimers-Mortensen aus Lutzhorn, Kreis Pinneberg, und steht auch in deren Besitz. Im Sattel saß Linda Boller.

Gold für Samy Lucyga

Im Championat der vierjährigen Stuten und Wallache führte schließlich Raute von der Wiesharde von Dreidimensional AT NRW die Ehrenrunde an. Die Bundeschampionatsfinalistin aus der Zucht von Brit Svea Murmann aus Handewitt, Kreis Schleswig-Flensburg, wurde von Corinna Schwarz präsentiert.

Als Nächstes entschied sich das Championat der Dressurponys. Lia Marleen Dornecker ritt ihre sechsjährige Deutsche Reitponystute Meereen zum Sieg. Die Stute aus der Zucht von Bettina Mangels aus Todenbüttel, Kreis Rendsburg-Eckernförde, ist eine Tochter des Crown Notting Hill, war Prämienfohlen und Prämienstute und wurde schließlich mit der Note 9,1 Reservesiegerin ihrer Leistungsprüfung.

Der 13-jährige Samy Lucyga vom RuFV Birkengrund Schönhorst sicherte sich mit seiner Ms. Moneypenny den Titel des Landesmeisters in der Vielseitigkeit. Foto: RathmannVerlag/Malina Blunck

Die ersten Landesmeister wurden ebenfalls am Sonnabend bejubelt. Der Sieger in der Vielseitigkeit heißt Samy Lucyga, reitet für den RuFV Birkengrund Schönhorst und saß im Sattel von Ms. Moneypenny. Der 13-Jährige und seine Ponystute aus der Zucht von Peter Böge sind seit rund drei Jahren ein Paar und längst ein erfolgreiches Team. „Sie ist mein Herzenspony“, erzählte Samy. Silber gewann Laura Küntzler vom RuFV Südtondern Leck, Kreis Nordfriesland, mit Minnie Mouse. Bronze ging an den Hamburger Maximilian Jasper Hein mit Akebys Träum’ Mit Mir.

Großer Finaltag in Bad Segeberg ist und bleibt aber der Sonntag. Zum ersten Mal wurde an diesem Tag die Siegerschärpe im Eignungschampionat der Reitponys vergeben. Der vierjährige Hengst Freienfeldes Major Bubblegum von Mescal aus der Zucht von Swantje Hinz und seine Reiterin Anna-Marie Frahm verließen den Platz mit dem Titel.

Dankbare Siegerin

In der finalen Ponyspringprüfung der Klasse L mit Stechen blieb Lisa Helena Hübner von der Reitsportgemeinschaft Groß Buchwald, Kreis Rendsburg-Eckernförde, mit dem 13-jährigen Mikabo W von FS Maracaibo zum dritten Mal an diesem Wochenende fehlerfrei. So sicherte sie sich die Goldmedaille in der Landesmeisterschaft der Ponyspringreiter. Die Zwölfjährige war nach ihrem Triumph glücklich: „Ich bin meinem Pony doll dankbar, er hat das richtig toll gemacht. Und genauso dankbar bin ich meinen Eltern, dass sie mir das alles hier ermöglichen.“ Silber gewann Henrike Amalie Mougin aus Grömitz, Kreis Ostholstein, mit ­Mescal II. Isabell Albert vom Reit- und Sportverein Hüttener Berge, Kreis Rendsburg-Eckernförde, bekam Bronze mit GvK Richthofen.

Die neue Ponylandesmeisterin im Springen wurde Lisa Helena Hübner mit ihrem Mikabo W.. Foto: RathmannVerlag/Malina Blunck

Bereits am Vortag hatte sich Züchterin Brit Svea Murmann über den Sieg ihrer Raute von der Wiesharde gefreut. Nun hatte Ruth von der Wiesharde ihren großen Auftritt. Mit Lisa Kroll vom RuFV Südtondern Leck im Sattel sprang die fünfjährige Stute zum Titel im Ponyspringchampionat.

Die neue Landesmeisterin in der Dressur hat in dieser Saison bereits Brillantes mit ihrem Pony geleistet. Die Hamburgerin Sophie Levien und Carlo Carlucci tanzten in Hamburg zum Sieg im Ponydressurderby und wurden im Anschluss als Reservepaar für die Pony-Europameisterschaften im französischen Le Mans nominiert. In Bad Segeberg setzte sich Levien in den drei Wertungsprüfungen mit deutlichem Abstand an die Spitze und wurde zur Landesmeisterin gekürt. „Dieses Jahr war unglaublich. Ich habe immer noch nicht alles realisiert, was passiert ist. Das war jetzt ein sehr schöner Abschied der Saison“, sagte sie. Die Silbermedaille bekam die Fehmaranerin und Vorjahressiegerin Lilly Elisabeth Marquardt mit ihrem Dobby von ­D-Day AT. Bronze gewann Florine Tesdorpf von der Reitgemeinschaft Hof Barkholz mit Notre Petit von Notre Baux.

Sophie Levien gewann mit Carlo Carlucci die Ponylandesmeisterschaft Dressur. Es gratulierten Tim Streichert (v. li.), die Präsidentin des Landesverbandes der Reit- und Fahrvereine Hamburg, Anja Hillert, das Vorstandsmitglied des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein, Dr. Christiane Müller, und der Vorsitzende des RuFV Bad Segeberg, Mario Hinz. Foto: RathmannVerlag/Lena Magens

Abschied von Richter

Den gefeierten und imposanten Höhepunkt bildete der Aufmarsch der Ponyreitabteilungen vor der altehrwürdigen Tribüne auf dem Landesturnierplatz. Im 31. Wettkampf um die Landesponystandarte traten 13 Vereine aus ganz Schleswig-Holstein an. Der Reit- und Fahrverein Neuengörs und Umgebung, Kreis Segeberg, mit Karin David-Studt verteidigte souverän seinen Vorjahrestitel und nahm die Ponystandarte in Empfang. Die Ponyreiter des Fehmarnschen Ringreitervereins folgten auf dem zweiten Platz, Team I von Pferdesport Granderheide, Kreis Stormarn, belegte Rang drei.

Und so endete ein Landesponyturnier, das mit viel Liebe zum Detail und außergewöhnlichem ehrenamtlichen Engagement auf die Beine gestellt wurde.

Eins war den Verantwortlichen noch ganz wichtig: das Gedenken an den ehemaligen Vorsitzenden des RuFV Bad Segeberg und Macher des Landesponyturniers, Manfred Richter. Er war vor Kurzem recht plötzlich verstorben. „Manfred Richter hat der nachfolgenden Generation rechtzeitig Organisationsbereiche übertragen. Damit hat er dafür gesorgt, dass dieses Turnier auch weiter stattfinden kann“, sagte Streichert und machte deutlich, dass es für ihn und das Organisationsteam nicht einfach war, dieses Landesponyturnier ohne Richter durchzuführen. In einer Schweigeminute während des Aufmarsches wurde dem leidenschaftlichen Pferdemann im Rahmen seines liebsten Wettbewerbs gedacht, denn die Abteilungen waren ihm besonders wichtig. pm

Frühbeet ganzjährig verwenden

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Ein Frühbeet fängt die ersten und letzten Sonnenstrahlen des Jahres ein. Es funktioniert wie ein kleines Gewächshaus. Die Scheiben oder Folie lassen die Sonnenstrahlen hindurch und halten die Wärme im Inneren. Wer noch vor Weihnachten frisches Blattgrün ernten möchte, legt am besten gleich los.

Im Oktober lässt sich der freie Platz für die Aussaat von Feldsalat, Winterportulak, Radieschen und Möhren nutzen. Letztlich bestimmt der Witterungsverlauf den Erntetermin, der sich von Dezember bis Mai erstrecken kann.

Wichtig ist in den Herbst- und Wintermonaten das regelmäßige Lüften per Hand. Dies beugt Pilzkrankheiten vor, da die Luft unter Glas sehr feucht werden kann. Verfügt das Frühbeet über automatische Fensterheber, muss dennoch manuell gelüftet werden. Die Kraft der Sonne reicht ab Oktober nicht mehr aus, um die Heber zu betätigen.

Mit den untergelegten Steinen wird hier manuell gelüftet. Foto: Karin Stern

Doch das Frühbeet lässt sich auch anderweitig nutzen, etwa um geerntetes Spätgemüse bis zur Verarbeitung frisch zu halten oder einzulagern. Dafür wird Porree samt Wurzelballen stehend eingegraben. Wurzelgemüse (von Grün befreit) und Kohlköpfe (von Hüllblättern befreit) legt man in eine mit Stroh ausgekleidete Vertiefung und bedeckt das Gemüse mit Erde. Tipp: Bei Problemen mit Wühlmäusen zur Abwehr verzinkten Draht einlegen.

Im Spätherbst lässt sich das Frühbeet eine Zeit lang für die Lagerung von Gemüse nutzen. Foto: Karin Stern

Im Dezember und Januar steht – sofern es die Witterung erlaubt – die Ernte von Feldsalat, Winterportulak und Radieschen an. Zudem ist weiterhin regelmäßig zu lüften, und das eingelagerte Gemüse sollte nach und nach aufgebraucht werden. Kündigt sich starker Frost an, wird das Gemüse besser in den Keller geräumt.

Erfahrungsgemäß klappt es ab Ende Februar mit der Aussaat von Schnittsalat, Rucola, Radieschen, frühem Rettich, frühen Möhren und Kresse. Ob der richtige Zeitpunkt erreicht ist, erkennt man daran, dass der Boden so weit abgetrocknet ist, dass er sich feinkrümelig vorbereiten lässt. Bei der Wahl der Sorten ist darauf zu achten, dass diese für den Anbau unter Glas geeignet sind. Gegen Ende Februar, Anfang März erhält man im Gartenmarkt die ersten vorgezogenen Gemüse- und Salatjungpflanzen. Das erspart die Anzucht auf der Fensterbank, die zudem im Februar ohne künstliche Beleuchtung nicht gelingen dürfte. Spätestens die Märzsonne vertreibt den Winter und erlaubt Aussaat und Pflanzung auch in ungünstigeren Lagen.

Auf den Freilandbeeten herrscht noch Leere, aber aus dem Frühbeet kommt täglich Salat auf den Tisch. Foto: Karin Stern

Manche Gärtner nutzen das Frühbeet für die Anzucht von Gemüse und Sommerblumen in Aussaatschalen. Die Setzlinge kommen dann nach einer Abhärtungsphase Mitte/Ende April ins Freiland. Tipp: Wärme liebende Kulturen wie Gurke, Melone, Tomate oder Paprika zunächst im Haus auf der Fensterbank keimen lassen und frühestens nach dem Pikieren tagsüber bei Sonnenschein ins Frühbeet stellen. Nachts sollten diese empfindlichen Zöglinge wegen der niedrigen Temperaturen besser wieder ins Haus gestellt werden. Andernfalls kann es zu Entwicklungsstörungen kommen.

Im April ist der Kopfsalat erntereif, der Kohlrabi legt noch zu. An den Seitenwänden finden junge Tomatenpflanzen tagsüber ein warmes und helles Plätzchen. Foto: Karin Stern
So vielseitig lässt sich ein Frühbeet mit Kresse, Rucola, Pflücksalat ‚Lollo bionda‘, Kopfsalat und Batavia­salat nutzen. Foto: Karin Stern

Je nach Pflanztermin kann man gegen Ende April bereits den ersten Kopfsalat ernten. Früher dran sind die im zeitigen Frühjahr gesäten Pflücksalate und der Rucola. Der geräumte Platz im Frühbeet lässt sich hervorragend für die Pflanzung der vorgezogenen Salatgurken, Melonen und Buschtomaten nutzen. Anfangs nehmen sie noch nicht so viel Raum ein, sodass die Salate nach und nach geerntet werden können, während sich das Wärme liebende Gemüse etabliert.

Ab Ende Mai, Anfang Juni füllen sie das Frühbeet vollständig aus. Auch Balkonpaprika oder Peperoni lohnen einen Versuch im Frühbeet. Man pflanzt sie jedoch nicht vor Mitte Mai. Tipp: Die Abdeckung des Frühbeets nach der Schafskälte im Juni entfernen und bis zum Herbst beiseitestellen. Denn auch mit automatischen Fensterhebern wird es unter der Abdeckung bei Sonnenschein sehr heiß, sodass der Ertrag von Tomate, Gurke und Co. darunter leidet.

Wer gern Endivien mag, sät im Juli im Freiland aus und setzt die Jungpflanzen Ende August nach der Gurken-, Tomaten- und Melonenernte ins Frühbeet. Auf die gleiche Weise wird mit vorgezogenem Kopf- oder Pflücksalat und Kohlrabi verfahren. Lohnend ist auch die Aussaat von Feldsalat, Spinat, Kresse und Winterportulak für die Herbsternte. Je nach Witterung sollte das Frühbeet im Verlauf des Septembers wieder seine Abdeckung erhalten.

Automatische Fensteröffner erleichtern das regelmäßige Lüften enorm. Foto: Karin Stern

Frühbeete sind als vorgefertigte Bausätze aus Holz, Metall oder Kunststoff erhältlich. Möglich ist auch ein Selbstbau mit Holz, Gewächshausfolie oder Stegdoppelplatten. Letztere isolieren etwas besser, sind allerdings auch teurer. Das Grundprinzip ist ganz einfach: Als Umrandung dienen Bretter, als Eindeckung ein Holzrahmen, auf dem Folie oder Stegdoppelplatten befestigt werden. Unbedingt eine Lüftungsmöglichkeit einbauen! Selbst gebaute Frühbeetkästen aus Kiefernholz wirken optisch sehr ansprechend. Werden sie auf eine Umrandung aus Steinen gestellt, verlängert sich ihre Haltbarkeit. Auch ein Hochbeet lässt sich mit einem Frühbeetkasten versehen. So kombiniert man die Vorteile eines Hochbeets mit der Möglichkeit, die Anbausaison zu verlängern. Tipp: Hier sollte auf eine entsprechende Windsicherung des Frühbeets geachtet werden.

Die Verwendung spezieller Gewächshausfolie empfiehlt sich für selbst gebaute Frühbeete. Foto: Karin Stern
Dieses selbst gebaute Frühbeet wird für den Anbau von Küchenkräutern genutzt. Foto: Karin Stern