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Im Projekt der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) „Unsere MoorZukunft Oldenburger Graben (UMZOG)“ arbeiten seit August 2024 landwirtschaftliche Betriebe, Verbände und weitere regionale Akteure gemeinsam mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel und dem Lead-Partner FuE-Zentrum FH Kiel GmbH daran, Perspektiven für die Zukunft der Niederung des Oldenburger Grabens zu entwickeln. Ziel ist, ein Konzept zu erarbeiten, das Klima- und Naturschutz wie auch die landwirtschaftliche Wertschöpfung berücksichtigt.
Ein zentraler Baustein der ersten Projektphase war die agrarstrukturelle Analyse der Niederung. In 54 Interviews mit Betriebsleitenden wurden die aktuellen Strukturen, Planungen und Herausforderungen der Betriebe erhoben. Die Ergebnisse zeigen eine Bandbreite an Ausgangssituationen und Zukunftsperspektiven, aber ebenso klare Anforderungen an praktikable Lösungen. Besonders deutlich wurde, dass langfristig tragfähige Konzepte nur gemeinsam mit der Landwirtschaft entwickelt werden können.
Nutzungsoptionen im Fokus
Parallel wird im Projekt intensiv an möglichen Nutzungs- und Entwicklungsoptionen gearbeitet. Im Fokus steht ein zonierter Ansatz: Neben weiter intensiv landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen werden extensivere Nutzungsformen sowie nasse Bereiche mit angepasster Bewirtschaftung wie extensiver Beweidung oder Paludikulturen betrachtet. Entscheidend ist dabei eine moderne, angepasste Wassersteuerung und -führung, die flexibel auf vielfältige Anforderungen reagieren kann.
Die Projektbegleiterinnen des „UMZOG“-Projektes, Ilka Bestmann (li.) und Wiebke FrankFoto: Brigitte Basedau
Nächste Projektphase
Wesentlicher Bestandteil waren bislang die enge Zusammenarbeit in der operationellen Gruppe sowie der kontinuierliche Austausch mit regionalen Akteuren. Im Sinne des Bottom-up-Ansatzes werden die Konzepte gemeinsam mit den beteiligten Akteuren vor Ort erarbeitet. In Workshops und Gesprächen wurden dafür gezielt Bewirtschafter aus der Niederung sowie junge Landwirte eingebunden, um unterschiedliche betriebliche Perspektiven frühzeitig zu berücksichtigen. Dabei waren insbesondere praktische Fragestellungen zur künftigen Bewirtschaftung und zur Umsetzbarkeit wichtig. So konnten verschiedene Sichtweisen zusammengeführt und gemeinsame Ansätze entwickelt werden. In der zweiten Projektphase sollen die Ansätze weiter konkretisiert, wirtschaftlich bewertet und schrittweise umgesetzt werden. Ziel ist die Entwicklung tragfähiger Konzepte, die sowohl praktikabel als auch wirtschaftlich attraktiv für die Betriebe sind. Dazu gehört insbesondere die Entwicklung geeigneter Organisationsstrukturen.
Hochspannungsleitung mit deutlich sichtbarer Bodensackung in der Niederung des Oldenburger Grabens Foto: Wiebke Frank
Das EIP-Projekt „UMZOG“ zeigt, dass kooperative Ansätze eine zentrale Voraussetzung sind, um die Transformation von Niederungsstandorten praxisnah und langfristig tragfähig zu gestalten. Es wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft Schleswig-Holstein durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) gefördert.
Eutererkrankungen zählen zu den teuersten Gesundheitsproblemen im Milchviehbetrieb. Sie kosten Milch, Arbeitszeit und Tierwohl – und sind der häufigste Grund für Antibiotikaeinsatz im Milchviehbetrieb. Ziel muss es daher sein, die Erkrankungshäufigkeiten langfristig zu senken und Antibiotika gezielt und verantwortungsvoll einzusetzen. Ein strukturiertes Vorgehen mit Nutzung vorhandener Daten und digitaler Hilfsmittel ist sinnvoll. Schleswig-holsteinische Milchviehbetriebe können sich dafür in einem Coaching schulen lassen.
Statt den Problemen hinterherzulaufen, lohnt es sich, immer die Lage im Blick zu behalten und bei Abweichungen nach den Ursachen zu forschen. Es gibt fast nie nur eine Ursache – im Regelfall führen viele verschiedene Faktoren zu einer Störung der Eutergesundheit. Diese Faktoren liegen vor allem im Management, in der Fütterung, Haltung, Hygiene et cetera und sind damit auch durch das betriebliche Management zu beeinflussen.
Für Erfolge in der Eutergesundheitsarbeit braucht es ein klares, systematisches Vorgehen: Möchte man mit einer strukturierten Arbeit zur Eutergesundheit beginnen, sollte dafür ausreichend Zeit eingeplant werden. Bei Problemen anfangs etwas mehr, bei guter Herdeneutergesundheit wenigstens vierteljährlich nötig: die Überprüfung aller Daten und Festlegung von Zielen.
Welche Daten werden gebraucht?
Die Milchkontrolldaten (Eutergesundheitskennzahlen) bieten einen guten Blick auf die subklinische Herdeneutergesundheit und geben erste Hinweise, wo genau die Probleme auftauchen (zum Beispiel in der Laktation/in der Trockenstehzeit).
Die zytobakteriologischen Milchprobenbefunde (mindestens von frischen Mastitiden, möglichst weitere zum Beispiel trockenzustellender Tiere) der letzten sechs bis zwölf Monate helfen zu erkennen, welche Mastitiserreger vorrangig in der Herde Ärger bereiten. Da man weiß, welche Erreger wie übertragen werden, kann man dadurch auch Risikobereiche erkennen und angehen.
Die Befunde der klinischen Mastitisfälle: Dazu müssen diese von allen Mitarbeitern sicher im Schweregrad erkannt und zeitnah dokumentiert werden.
Die Hygiene beim Ansetzen des Melkzeugs spielt für die Eutergesundheit eine wichtige Rolle.Auf die Sauberkeit der Zitzen ist besonders zu achten.
Fotos: Ulrike Peschel
Durch die Auswertung dieser Basisdaten können die Eutergesundheitssituation eines Betriebes gut beschrieben und eine Problematik klar abgegrenzt werden. Es kann nun geschaut werden, welche konkreten Risikofaktoren in genau diesem Fall eine Rolle spielen. Werden sie minimiert, wird dies erfolgreich zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Gibt es beispielsweise in einem Betrieb in der Trockenperiode und um den Abkalbezeitpunkt herum zu viele Neuinfektionen durch Umwelterreger wie Streptococcus uberis, dann sollten die Hygiene im Spättrockensteherstall, im Abkalbebereich, die Häufigkeit geburtsnaher Erkrankungen und weitere spezifische Risikofaktoren überprüft werden. Wenn es da Optimierungspotenziale gibt, dann muss ganz konkret besprochen und festgelegt werden, wie beispielsweise eine bessere Hygiene im Abkalbestall erreicht werden kann. Das kann dann zum Beispiel mehr Einstreu sein, verbesserte Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen oder eine geringere Belegung.
Viele Probleme lassen sich so mittel- bis langfristig reduzieren. Gleichzeitig müssen die Daten immer im Auge behalten werden, um neuen Abweichungen schnell entgegensteuern zu können. Zeit und Kenntnisse sind dafür notwendig. Hoftierärztinnen und -ärzte unterstützen dabei. Aber die Hauptarbeit und die Verantwortung für eine kontinuierliche Durchführung der Eutergesundheitsarbeit liegen im Herdenmanagement.
Die Hygiene im Trockensteher- und Abkalbebereich hat Einfluss auf die Neuinfektionsrate.
Für diese strukturierte Eutergesundheitsarbeit kann das digitale Tool Eutergesund eingesetzt werden. Es unterstützt bei der konkreten Zielfestlegung (zum Beispiel Zellzahl senken, Neuinfektionen reduzieren), führt durch die Analyse der relevanten Risikofaktoren und hilft damit, betriebliche Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen. Das Programm gibt weiterhin Hinweise zur evidenzbasierten Mastitistherapie sowie der Minimierung des Antibiotikaeinsatzes und unterstützt bei einem kontinuierlichen Monitoring der Eutergesundheitssituation.
Eutergesundheit durch Coaching verbessern
Im Rahmen des Verbundprojektes „RindforNet_SH“ bietet die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Ökoring einzelbetriebliche Eutergesund-Coachings für schleswig-holsteinische Milchviehbetriebe an. Beim Coaching wird der Betrieb in die Anwendung des Programms eingeführt und über die Folgemonate dabei begleitet. Betriebsinhaber und deren Mitarbeiter können sich an die Autorin dieses Beitrages unter ulrike.peschel@oekoring.bio wenden oder alternativ Kontakt zur zuständigen Referentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Daniela Rixen, unter der E-Mail-Adresse drixen@lksh.de aufnehmen.
Die Ausstellung „Grundwasser lebt!“ ist eine vom Senckenberg-Museum für Naturkunde Görlitz konzipierte Wanderausstellung und widmet sich dem verborgenen Lebensraum unter der Erdoberfläche und seiner Bedeutung für Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft und Klimaanpassung. Bis zum 27. September ist sie im Naturwissenschaftlichen Museum auf dem Museumsberg in Flensburg zu sehen.
Dr. Fabian Geyer, Christian Dierschau, Kerstin Meise und Prof. Willi Xylander (v. li.) bei der Ausstellungseröffnung
Zur Eröffnung füllte sich der Ausstellungsraum zügig. Zahlreiche Gäste aus Stadtgesellschaft, Politik und Fachwelt waren der Einladung gefolgt, unter ihnen Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer (parteilos) sowie Christian Dirschauer vom SSW. Nach den Grußworten lud Prof. Willi Xylander, langjähriger Direktor des Senckenberg-Museums in Görlitz, die Anwesenden zu einem Rundgang durch die Ausstellung ein, erläuterte dabei Zusammenhänge, griff Fragen auf und ordnete Zahlen ein. Zwischenfragen wurden ausführlich beantwortet.
Grundwasser gilt vielfach als reine Ressource. Dass es zugleich ein unverzichtbares und empfindliches Ökosystem darstellt, ist ein Schwerpunkt der Schau. „Wir wollen sensibilisieren, nicht belehren“, sagte Xylander während des Rundgangs. Die Verfügbarkeit von Wasser erscheint im Alltag oft selbstverständlich, Grundwasser ist jedoch endlich und auf Schutz angewiesen. Nur etwa 2,5 % des weltweiten Wassers sind Süßwasser. Ein großer Teil davon ist in Eis gebunden. Was als Grundwasser für die Nutzung durch den Menschen zur Verfügung steht, unterscheidet sich regional stark. Nach Prognosen wird sich der weltweite Wasserverbrauch bis 2050 im Vergleich zum Jahr 2000 mehr als verdoppeln – vor allem durch Bevölkerungswachstum, steigenden Konsum und Bewässerungslandwirtschaft. Bereits heute leben viele Menschen in Regionen mit Wasserstress. Ein Teil des Verbrauchs fließt in südlichen Ländern in Produkte für den Export, etwa in der Bekleidungsindustrie und der Pflanzenproduktion.
Konzepte für eine verstärkte Regenwasserversickerung gewinnen an Bedeutung. Foto: Thore Groth
Der Lebensraum unter der Oberfläche ist dunkel, nährstoffarm, kleinräumig und von konstanten Temperaturen geprägt. Entsprechend spezialisiert sind seine Bewohner. Zu sehen sind unter anderem Grundwasserasseln, Höhlenflohkrebse und weitere wirbellose Tiere, die an diese Bedingungen angepasst sind. Gemeinsam mit Mikroorganismen tragen sie dazu bei, organische Stoffe abzubauen, das Wasser auf natürliche Weise zu reinigen und die Poren für den Wasserfluss offen zu halten. Diese Leistung bleibt meist unsichtbar, ist für die Qualität des Trinkwassers jedoch von zentraler Bedeutung.
Eine virtuelle Unterwasserfahrt, interaktive Stationen sowie ein Escape-Room vermitteln die Inhalte anschaulich und laden dazu ein, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Ein digitales Sammelspiel ermöglicht es insbesondere jüngeren Besuchern, verschiedene Grundwassertiere kennenzulernen und ökologische Zusammenhänge spielerisch zu erfassen.
Das Thema der Ausstellung hat einen unmittelbaren Bezug zum Standort Flensburg: Dessen Grundwasserkörper entstand vor Millionen Jahren durch geologische Prozesse. Im Untergrund prägen Salzstrukturen und Senken das Relief. Dort lagerten sich mächtige Sandschichten ab, deren Poren sich mit Wasser füllten. Heute werden im Stadtgebiet mehrere Grundwasserkörper genutzt, die in unterschiedlichen Tiefen liegen.
Prof. Willi Xylander erläutert die Darstellungen Foto: Thore Groth
Schleswig-Holstein bezieht seine öffentliche Wasserversorgung vollständig aus Grundwasser. Gleichzeitig zeigen Messreihen, dass an etwa jeder dritten Messstelle die Pegelstände sinken, insbesondere nach längeren Trockenphasen. Regenreiche Winter können Defizite oft nur teilweise ausgleichen. Langfristig bleibt die Entwicklung eine Herausforderung. Auch innerhalb des Landes gibt es deutliche regionale Unterschiede, abhängig von Geologie, Nutzung und Niederschlagsverteilung.
Museumsleiterin Kerstin Meise verwies auf eigene Erfahrungen mit extremen Wetterlagen: „Wir haben hier direkt vor der Tür erlebt, wie sensibel unser Umgang mit Wasser ist“, sagte sie mit Blick auf die Flutereignisse in Flensburg im Herbst 2023. Neben klimatischen Veränderungen beeinflussen auch Flächennutzung und Versiegelung die Neubildung von Grundwasser. Wo Niederschläge nicht versickern können, fehlen sie im natürlichen Kreislauf. Konzepte wie die verstärkte Regenwasserversickerung vor Ort – häufig unter dem Begriff „Schwammstadt“ diskutiert – gewinnen daher an Bedeutung.
In einem landwirtschaftlich geprägten Bundesland berührt das Thema Grundwasser zwangsläufig auch die Bewirtschaftung. Nitrat- und Pflanzenschutzmitteleinträge sind seit Jahren Gegenstand fachlicher und politischer Diskussionen. Bundesweit überschreiten rund 27 % der Messstellen den geltenden Nitrat-Grenzwert.
Die Verfügbarkeit von Wasser erscheint im Alltag oft selbstverständlich, doch woher kommt das Wasser und wie wird es aufbereitet? Antworten gibt die Ausstellung. Foto: Thore Groth
Zugleich betonte Xylander, dass der Diskurs differenziert geführt werden müsse. Landwirtschaft sichere die Versorgung und stehe gleichzeitig vor steigenden Anforderungen im Umwelt- und Gewässerschutz. Verbesserte Information zu neuen technischen Entwicklungen, Beratung und angepasste Bewirtschaftungssysteme hätten in den vergangenen Jahren bereits Veränderungen angestoßen. „Es gibt viel Wissen und großes Engagement. Und selbst die, die es falsch machen, wissen meist, dass es nicht richtig ist“, sagte er und verwies darauf, dass Fortschritte Zeit und Dialog erforderten. Auch langlebige Industriechemikalien wie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) rücken zunehmend in den Fokus des Gewässerschutzes. Sie sind mobil, schwer abbaubar und nur mit großem technischen und finanziellen Aufwand zu entfernen. Forschung und Regulierung entwickeln sich hier fortlaufend weiter. Nutzung, wirtschaftliche Interessen und Ressourcenschutz bilden dabei ein dauerhaftes Spannungsfeld – nicht nur in Schleswig-Holstein.
Neben Informationstafeln setzt die Ausstellung auf Beteiligung. Wer sich vertieft mit dem Thema beschäftigen möchte, kann unter Anleitung des Museums in Flensburg im Rahmen eines bürgerwissenschaftlichen Projekts (Citizen-Science) selbst zur Erfassung und Erforschung von Grundwassertieren beitragen.
„Kinder wie Erwachsene lernen besonders gut, wenn sie selbst aktiv werden“, erklärte Meise. Deshalb lege das Museum großen Wert auf Teilhabe und Teilnahme.
Die Ausstellung auf dem Museumsberg macht deutlich, dass Grundwasser mehr ist als eine unsichtbare Reserve. Es ist Lebensraum, Trinkwasserquelle und Grundlage wirtschaftlicher Tätigkeit – auch im Norden. Der verantwortungsvolle Umgang damit bleibt eine gemeinsame Aufgabe von Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.
Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen. Sie vermitteln Informationen über Fort- und Weiterbildungen und übergreifende Veranstaltungen und regen den Austausch und die Vernetzung untereinander an. Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände vorgestellt – heute: der KLFV Plön, zu dem auch Neumünster gehört.
Die Holsteinische Schweiz, die Ostsee, die Probstei – der Kreis Plön begeistert durch wunderschöne Landschaften, wie geschaffen für Ausflüge. Die unternehmen die LandFrauen im KLFV Plön auch ausgiebig, sei es zu Fuß oder mit dem Rad. Doch nicht nur in die Region, auch in die Ferne schweifen sie gern. Alle zwei Jahre unternimmt der Kreisverband eine mehrtägige Radtour, dieses Jahr im September auf Rügen. „Natürlich fahren wir mit dem Bus an“, beruhigt die Kreisvorsitzende Renate Drögemüller aus dem Ortsverein (OV) Ascheberg. Bereits ab dem 30. April geht es für fünf Tage ins Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien.
Einmal im Jahr gibt es eine Kreisfahrt der Ortsvorstände – ein OV lädt jeweils ein und gestaltet das Programm. Es schließen sich aber auch Ortsvereine zu Wander- und Spaziergruppen zusammen. Ascheberg, Kirchbarkau, Probsteierhagen und Wankendorf weiten ihre Fahrt zum Deutschen LandFrauentag Ende Juni in Essen zu einer Rundreise im Ruhrgebiet aus.
Die Wandergruppe der OV Kirchbarkau unterwegs
Foto: Veronika Hofterheide
„Die Wandergruppen sind oft in der Corona-Zeit aus der Not geboren und haben sich erhalten“, sagt die zweite Kreisvorsitzende Veronika Hofterheide. Sie betont, dass es sich dabei nicht nur um Zeitvertreib handele: „Geselligkeit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Unsere Gesellschaft hat viele Alleinstehende, nicht nur ältere Leute, und allein zu reisen gefällt nicht jedem und jeder.“ Auch auf Ortsebene sind die Veranstaltungen zahlreich – Mitsing-, Tanz- oder Quizabende, Keramik bemalen, Kinoabende, Modenschauen, Bowling oder Bosseln, Lesungen, Kräuter-, Pilz- und Vogelführungen, Vorträge über Gesundheitsthemen, ferne Länder, Historie oder interessante Persönlichkeiten. Derzeit stehen einige Jubiläen zum 75-jährigen Bestehen von Ortsvereinen an. „Das sind anspruchsvolle Feste, die mit viel Mühe und Freude vorbereitet werden“, weiß Hofterheide.
Die Jungen LandFrauen (JLF) – im Kreisverband etwa 20 – bringen sich ein mit eigenen Veranstaltungen, die sie meist in Kooperation mit Ortsvereinen durchführen, auch hierbei viele Outdoor-Aktivitäten wie Bogenschießen oder Jumping-Fitness, aber auch Wellness-Wochenenden oder ein Vortrag „Fit mit Fett – Ihr persönlicher Ölwechsel“. Zusammen mit dem KLFV Rendsburg-Eckernförde gibt es eine Führung im Hegelehrrevier Noer Anfang Juni. „Bei den Jungen LandFrauen können immer auch alle anderen mitmachen“, betont Hofterheide.
Gut informiert über die Veranstaltungen ist man über den digitalen Kalender auf der Homepage des Kreisverbandes. Nicht nur dieser und die JLF, auch alle Ortsvereine tragen dort ihre Aktivitäten ein. „In jedem OV gibt es eine Person, die das pflegt“, sagt Kreisschriftführerin Renate-M. Jacobshagen. „Das ist vorteilhaft für Mitglieder in benachbarten OV, so verbreitet es sich besser.“ Analog gibt es weiterhin das Kreisheft mit allen Programmen und Terminen. „Das Haptische wird immer noch geschätzt“, weiß Drögemüller. Wenn man darin schmökert, fallen tatsächlich die vielen Wanderungen, Spaziergänge und Radtouren auf.
Dieses Jahr wird es im November wieder einen KreisLandFrauentag geben, und zwar in Nettelsee. Gastrednerin ist Ellen Dorn vom Schauspielhaus Kiel, die über ihr Theaterleben erzählt. Zum vorigen KreisLandFrauentag waren junge Unternehmerinnen aus dem Kreis eingeladen – eine Tischlerin, die Betreiberin einer Marmeladenmanufaktur und die eines Bauernhofes mit Catering-Service. Überhaupt besuchen die LandFrauen immer wieder produzierende Firmen in der Region: Zwergenwiese in Silberstedt (OV Preetz), Löwe-Scheren in Flintbek (OV Bokhorst).
Auch gesellschaftlich engagieren sich die LandFrauen: Der Kreisvorstand hat einen Sitz im Vorstand der AktivRegion Holsteinische Schweiz, wo er über Fördervergaben mitentscheidet, sowie im frauenpolitischen Beirat des Kreistages, wo es derzeit unter anderem um Bekämpfung häuslicher Gewalt geht.
In der hiesigen Lammfleischvermarktung zählen das Osterfest und das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan traditionell zu den Nachfragehöhepunkten. So führten diese Feierlichkeiten auch in diesem Jahr wieder zu deutlichen Nachfrageimpulsen. Allerdings zeigte sich der Einzelhandel trotzdem nicht zufrieden. Die Umsätze blieben teils deutlich hinter den Erwartungen zurück. Diese Erwartungen beruhen auf den Umsatzmengen aus dem Vorjahr. Der Grund für den diesjährigen Umsatzrückgang wird in den drastisch gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreisen infolge des Iran-Krieges gesehen. Dies dämpft die Kauflaune der Verbraucher für hochpreisige Lammspezialitäten aus deutscher Herkunft.
Erzeugerpreise nach Ostern stabil
Dieser Nachfragerückgang wirkt sich aber aktuell nicht auf die Erzeugerpreise aus. Denn auf der anderen Seite ist auch das Angebot deutlich kleiner als im Vorjahr ausgefallen. So herrscht weiterhin eine relativ ausgeglichene Marktlage vor. Das Gros der „alten“ Schlachtlämmer konnte vor Ostern vermarktet werden, sodass jetzt nur noch vereinzelte Partien zur Verfügung stehen. Daher stehen sich Angebot und Nachfrage auch nach Ostern weiterhin ausgeglichen gegenüber. Somit konnten sich auch die Preise nach Ostern auf dem hohen Niveau von 4,00 € bis 4,10 €/ kg LG halten. Ab der nächsten Woche werden dann vermutlich keine Lämmer aus dem Vorjahr mehr zur Verfügung stehen, und die Notierung wird auf die sogenannten frischen Lämmer umgestellt. Hier wird mit einem Preisaufschlag von 0,30 bis 0,40 €/kg LG auf das bisherige Preisniveau gerechnet.
Nichtsdestotrotz folgt der Rückgang des Fleischkonsums im Schafbereich einem seit 2022 anhaltenden Trend. Im Vergleich zum Vorjahr sind in Deutschland im Jahr 2025 erneut etwa 4.000 t Lammfleisch weniger verbraucht worden. Stark zu schaffen machen den hiesigen Schafhaltern dabei die Fleischimporte aus dem Ausland. Diese stammen überwiegend aus Neuseeland, Großbritannien und Irland und werden hierzulande in preislicher Hinsicht deutlich unter einheimischen Qualitäten angeboten. Allerdings ist der heimische Markt auf diese Importe angewiesen, denn der Selbstversorgungsgrad im Schaffleischbereich wird für 2025 auf nur noch 39 % geschätzt.
Bestände erholen sich
Nachdem die Schafbestände in Deutschland im Jahr 2024 durch die Blauzungenkrankheit erheblich reduziert worden waren, konnte im vorigen Jahr eine leichte Erholung (+ 0,9 %) der Bestände festgestellt werden. Auf EU-Ebene ist dies aber nicht der Fall. Hier weisen die Zahlen für 2025 wie auch die geschätzten Werte für 2026 weitere Rückgänge aus. Davon betroffen sind nahezu alle europäischen Länder. Deutliche Zuwächse gibt es lediglich in Rumänien. Damit hat dieses Land nach Spanien inzwischen den zweitgrößten Schafbestand in der EU. Der Selbstversorgungsgrad stellt sich innerhalb der EU nicht ganz so dramatisch dar wie in Deutschland. Er liegt mit 88 % aber immer noch deutlich unter der 100-%-Marke. Der Pro-Kopf-Verbrauch wird für die nächsten Jahre EU-weit mit stabilen 1,3 kg pro Kopf und Jahr angegeben. Wenn sich dies so bestätigt und die Bestände weiter rückläufig sind oder höchstens stabil bleiben, steht einem längerfristig hohen Preisniveau eigentlich nichts im Wege.
Nach dem langen, aber einmal wieder richtigen Winter bremsten die lokalen Nachtfröste im März anscheinend die Pflanzenentwicklung noch aus, doch im Winterraps sind auch in diesem Jahr die Knospenanlagen bereits seit Mitte März offen sichtbar. Zur Aussaat im Herbst 2025 wurde die Rapsanbaufläche in Schleswig-Holstein weiter reduziert (–4,2 %). Immer mehr zeigt sich, dass der Winterraps eine „Problemfrucht“ ist oder dass der Rapsanbau zunehmend problematischer wird. Umso wichtiger ist es, die Bestände gegen Schädlinge und Krankheiten zu schützen, so gut es geht, um maximale Erträge zu erzielen.
Die Weißstängeligkeit, ausgelöst vom weitverbreiteten Pilz Sclerotinia sclerotiorum, ist eine der wirtschaftlich bedeutendsten Krankheiten im Rapsanbau. Sie tritt je nach Witterung von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark auf, sodass Ertragsverluste von bis zu 30 % auftreten können.
Witterung entscheidend
Entscheidend für einen möglichen Sclerotinia-Befall im Raps ist die Witterung im April und Mai; diese sollte genau beobachtet werden. Für günstige Infektionsbedingungen sind die Bodenfeuchtigkeit, Lufttemperatur und -feuchtigkeit, aber auch der Tau und das Ausgangsinokulum entscheidend. Aus den mehrere Jahre im Boden überdauernden Sklerotien können bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit becherförmige Apothezien (Fruchtkörper) des Pilzes als Verbreitungsorgane ausgebildet werden, aus denen dann die Ascosporen ausgeschleudert werden. Diese können bei zirka 20 Stunden Blattnässe den Raps infizieren (siehe Abbildung 1). Die Ascosporen gelangen in die Triebachseln auf die abgefallenen Blütenblätter als ihr Nährmedium. Von dort aus wächst dann das Pilzmyzel in das Pflanzengewebe der Rapspflanze ein. Später sind dort auch die ersten Symptome zu erkennen. Feuchtwarme Witterung (mehr als 70 bis 80 % Luftfeuchte plus Temperaturen über 15 °C) während der Rapsblüte fördert somit die Infektion des Rapses mit Sclerotinia. Die ausgeschleuderten Ascosporen können durch Wind über weite Distanzen in umliegende Bestände verbreitet werden.
In den bereits mehrjährigen Sklerotiendepots beobachtet der Pflanzenschutzdienst bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) die Apothezienbildung als „Frühwarnsystem“ (siehe Abbildung 2). Aber auch die umliegenden Weizenbestände auf Vorjahresrapsflächen können selbst hinsichtlich Apothezienbildung beobachtet werden.
Abbildung 2: Auswertung eines LKSH-Sklerotiendepots 2022
Quelle: Susanne Hagen, LKSH
Die Versuche eines langjährigen Projektes beim Pflanzenschutzdienst in Schleswig-Holstein und Untersuchungen des Julius-Kühn-Instituts (JKI) zeigten, dass eine Bodentemperatur ab 12 °C und eine gewisse Boden- und Luftfeuchtigkeit (über 70 bis 80 %) durch regelmäßige Niederschläge und UV-Licht optimal für die Bildung von Apothezien sind. Bei höheren Temperaturen keimen die Apothezien schneller und können frühe Infektionen auslösen. Bei niedrigen Temperaturen um die 10 °C werden die Apothezien langsamer ausgebildet, was möglicherweise zu späteren Infektionen führen kann. Bei längerer Trockenheit vertrocknen die Apothezien, bevor sie die Ascosporen ausschleudern können.
Sclerotinia-Befall zeigt sich dann später durch weißes, wattiges Pilzgewebe, meist außerhalb und innerhalb des Stängels, von den Triebachseln ausgehend, was das Pflanzengewebe zersetzt und zu Fäulnis und vorzeitigem Abwelken führt. Oberhalb der Infektionsstelle werden die Triebe und Schoten aufgrund mangelnder Versorgung weiß, notreif und sterben frühzeitig ab, was zu Mindererträgen führt. Das Stängelinnere ist hohl und mit weißem Pilzmyzel gefüllt, worin sich dann die neuen Sklerotien als Überdauerungsorgane bilden.
… dann die Ascosporen ausgeschleudert werden.Aus den Sklerotien gekeimte Apothezien, aus denen …
Diese Sklerotien gelangen mit der Ernte wieder in den Boden und können dort mehrere Jahre überdauern. Daher sollte eine weite Fruchtfolge mit mehreren Jahren Anbaupause zwischen für Sclerotinia anfälligen Kulturen, zum Beispiel Raps, Sonnenblumen und Leguminosen, bestehen.
Behandlungsentscheidung
Bei der Weißstängeligkeit muss eine Behandlungsentscheidung ohne Bekämpfungsschwellen und vor dem Sichtbarwerden von Symptomen getroffen werden. Für einen Behandlungserfolg ist nicht nur die Wahl des passenden Pflanzenschutzmittels von Bedeutung, sondern auch der richtige Zeitpunkt nah am Infektionstermin. Häufig liegt der optimale Behandlungstermin zu BBCH 65, zur Vollblüte, wenn 50 % der Blüten geöffnet sind und erste Blütenblätter abfallen.
Die Rapsblütenbehandlung ist eine notwendige Maßnahme.
Von früheren Behandlungen sollte abgesehen werden, denn der Raps hat oftmals eine sehr lange Blühphase und könnte dann möglicherweise nicht bis zum Ende der Blüte geschützt sein. Die Fungizide wirken protektiv, weshalb der Behandlungstermin nah am Infektionstermin liegen sollte. Eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 300 l/ha und eine mittlere Tropfengröße werden empfohlen, um eine bessere Verteilung und Benetzung im Bestand zu erreichen. Eine tiefe Durchdringung des Bestandes, auch zu den tieferen Seitentrieben, ist wichtig, um diese Triebachseln zu schützen. Außerdem sollte die Fahrgeschwindigkeit auf 4 bis 6 km/h begrenzt werden, um die Rapspflanzen zu schonen und Durchfahrtverluste zu minimieren. Eine Rapsblütenspritzung sollte im Sinne des Bienenschutzes in den Abendstunden bis 23 Uhr erfolgen. Außerdem sind die Pflanzen dann elastischer und richten sich besser wieder auf.
Schon seit Jahren ist zu beobachten, dass die Blütenschädlinge nicht im gleichen Zeitraum wie die Vollblüte auftreten, aber wiederum dann viele Nützlinge, zum Beispiel die Schlupfwespe, vorhanden sind. Auch ist die Bekämpfung der Blütenschädlinge aufgrund der Resistenzsituation schwierig. Eine prophylaktische Mitnahme von Insektiziden sollte daher unterbleiben. Wenn jedoch eine Behandlung gegen die Blütenschädlinge nicht zu vermeiden ist, muss auf den Bienenschutz geachtet und der Kontakt zu den Imkern gesucht werden.
In den Pflanzenschutzversuchen des Pflanzenschutzdienstes bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in den vergangenen zehn Jahren (siehe Tabelle) gab es zwei Jahre (2016 und 2022) mit mittlerem bis stärkerem Sclerotinia- Befall. Aber auch in Jahren mit geringerem Befallsdruck konnten Mehrerträge generiert werden. Bei geringerem Sclerotinia-Infektionsdruck sind die Mehrerträge auch auf physiologische Effekte durch die eingesetzten Fungizide zurückzuführen.
In den Stängeln entstehen neue Sklerotien als Überdauerungsorgane, die dann erneut in den Boden gelangen.
Bei jedoch lang anhaltender Frühjahrstrockenheit vor und während der Blüte sollte abgewogen werden, ob die Fungizid- und Durchfahrtskosten und die damit einhergehenden Durchfahrtsverluste von zirka 1,5 % einen noch kostenfreien Mehrertrag erreichen können.
SkleroPro-Prognose
Als Entscheidungshilfe zur Blütenbehandlung im Raps steht das Prognosemodell SkleroPro in ISIP (https://www.isip.de/isip/ackerbau/raps/sklerotinia) kostenfrei zur Verfügung. Es zeigt schlagspezifisch an, ob eine Blütenbehandlung gegen Sclerotinia sclerotiorum erforderlich ist und wann zu welchem Termin eine Behandlung bestmöglich erfolgen sollte. Auf der Eingabeseite in ISIP müssen schlagspezifische Informationen angegeben werden, wie der Termin des Knospenstadiums (ES 55 = Einzelblüten der Hauptinfloreszenz sichtbar geschlossen) als Beginn der Berechnung, die Fruchtfolge beziehungsweise wann zuletzt eine gegen Sclerotinia anfällige Kultur auf der Fläche stand. Für ökonomische Berechnungen können zudem die Ertragserwartung, der Rapspreis, die Pflanzenschutzmittelkosten und die Überfahrtskosten eingegeben werden. Das Modell ermittelt mithilfe aktueller Witterungsparameter die möglichen Infektionstermine. Das Modell errechnet schlagspezifisch und schadensbezogen die Behandlungsnotwendigkeit von Sclerotinia sclerotiorum während der Rapsblüte. Dabei werden die Kosten der Fungizidbehandlung dem zu erwartenden Ertragsverlust gegenübergestellt. Mit diesem Modell können somit eigene Beobachtung und Handlungsentscheidungen unterstützt werden.
… als Nährmedium für neue Infektionen.Abgefallene Blütenblätter dienen dem Pilz …
Aktuell wird das SkleroPro-Modell weiter überarbeitet, wobei ein mögliches Ausgangsinokulum und die Keimung von Sklerotien und damit Verfügbarkeit von Ascosporen mit berücksichtigt werden. Außerdem ist zukünftig die Eingabe von BBCH 55 nicht mehr notwendig, um mehr Anwenderfreundlichkeit und eine bessere Prognosegenauigkeit zu erzielen.
Fungizidempfehlungen
Zur Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum stehen viele verschiedene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Es handelt sich vor allem um Azole, SDHI, Strobilurine oder deren Wirkstoffkombinationen. Für einen optimalen Anwendungserfolg sollten potente Pflanzenschutzmittel in der vollen Aufwandmenge eingesetzt werden. In Abbildung 3 sind die Empfehlungen für den Fungizideinsatz in die Rapsblüte zur Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum dargestellt (Pflanzenschutzmittel und Aufwandmenge).
Abbildung 3: Empfehlung Fungizideinsatz in der Rapsblüte 2026
Die aktuelle Tabelle der Fungizide im Winterraps steht auf der Homepage der LKSH (https://t1p.de/fungizide_winterraps) zur Verfügung.
Fazit
Die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) ist eine der bedeutendsten Krankheiten im Rapsanbau. Sie tritt je nach Witterung von Jahr zu Jahr jedoch unterschiedlich stark auf. Die Vorhersage von Sclerotinia-Infektionen ist aufgrund des Erregers und der bevorstehenden Witterung schwierig. Der optimale Anwendungstermin liegt oft zum Zeitpunkt der Vollblüte (BBCH 65) und sollte nahe am Infektionsereignis liegen. Das SkleroPro-Modell in ISIP kann bei Behandlungsentscheidungen unterstützen.
An der Landesberufsschule für Fischerei in Rendsburg stellten sich die Anwärter am 23. und 24. März dem ersten Teil der Abschlussprüfungen im Ausbildungsberuf Fischwirt. Abgeprüft wurden sowohl Aspekte der Bestandsbewirtschaftung, Fangtechniken und Motorenkunde als auch die Navigation.
Die Prüfungsinhalte umfassten sowohl theoretische als auch praktische Anforderungen. Dazu gehörte unter anderem die sichere Führung eines Kutters – bei Sonnenschein ebenso wie bei aufziehendem Sturm. Oder wie man die Maschine und die Ausrüstung an Bord so pflegt, dass sie auch bei langen Einsätzen zuverlässig ihren Dienst tun. Man beschäftigte sich mit den unterschiedlichsten Fanggeräten, lernte, was für welche Fischerei geeignet ist und wie man sie mit geschickten Händen instand hält oder selbst herstellt.
Und immer wieder stand die große Leitfrage im Raum: Wie gelingt es, die Schätze des Meeres zu nutzen, ohne sie zu überfordern? Wie sieht eine Fischerei aus, die auch kommenden Generationen noch Möglichkeiten bietet? All diese Themen bildeten ein dichtes Netz aus Wissen und Können – und genau durch dieses Netz mussten sich die Anwärter mit Neugier, Ausdauer und einer guten Portion Seemannsgespür hindurcharbeiten.
Am Ende der Prüfungen überzeugten die Anwärter mit starken Leistungen und zeigten ihr Engagement während der Ausbildung.
Drei Prüflinge erreichten mit der Vollprüfung ihren Abschluss. Für die übrigen Anwärter findet der zweite Teil der Abschlussprüfung Anfang Juni statt.
Zudem meisterten neun angehende Fischwirte ihre Zwischenprüfung und haben damit einen großen Teil der Ausbildung erfolgreich absolviert. Ab August starten sie in ihr letztes Ausbildungsjahr.
Die Landwirtschaftskammer und die Fischereischule gratulieren allen Absolventen herzlich zu ihren Erfolgen.
Die Teilnehmer der Zwischenprüfung (v. li.): Jan Lieske, Morten Detlefsen, Tony Gührcke, Tjorben Andersen, Vincent Junior, Boje Johann Hinz, Timon Sperling, Tjark Petersen, Yannik Noah Sinke Foto: Frank Eli
Mit der Frühjahrsvielseitigkeit starteten die Buschreiter in Bad Segeberg in die Saison. In der A**- und der L**-Prüfung mischten sich wieder einmal Amateure und Profis. Bei bestem Turnierwetter eroberten mehr als 150 Reiter mit knapp 200 Pferden das Gelände im Ihlwald sowie das Viereck und den Parcours auf dem Landesturnierplatz.
Auch in diesem Jahr wurde während der Frühjahrsvielseitigkeit für die Deutschen Jugendmeisterschaften (DJM) gesichtet, die Anfang Juni im niedersächsischen Luhmühlen stattfinden. Angelockt von der Chance, sich zu empfehlen, war eine Vielzahl an Nachwuchsreitern, auch aus den benachbarten Bundesländern, nach Bad Segeberg gekommen, um die L**-Prüfung zu reiten.
Einer davon war Justus von Paepcke aus Lehmkuhlen, Kreis Plön. Der 15-Jährige konnte mit dem ehemaligen Olympiapferd Carjatan S eine Abteilung für sich entscheiden. Mit der zweitbesten Dressur aller Reiter und einem fehlerfreien Gelände setzte er sich trotz eines Fehlers im Parcours durch. Damit stellte das Paar, das im vergangenen Jahr auf dem zweiten Platz gelegen hatte, seine Leistungsfähigkeit einmal mehr unter Beweis.
„Es war super, die Sichtung hier zu haben“, resümierte Tabea Henze. Die Leistungskoordinatorin des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein (PSH) verschaffte sich einen guten Überblick. „Es sind in diesem Jahr auch Teilnehmer dabei gewesen, die in der vergangenen Saison noch im Bundesnachwuchschampionat, also in Klasse A**, geritten sind. Die haben den Sprung auf L** richtig gut geschafft“, freute sie sich. Das sei auch ein Ergebnis der Jugendarbeit der vergangenen Jahre. Nun guckt sie gespannt in Richtung DJM.
Sieg für Körner in Klasse L
Die zweite Abteilung der Klasse L** gewann Tom Nikolas Körner. Der Medizinstudent, der auf dem Gestüt Tasdorf, Kreis Plön, trainiert, hatte erneut seinen erfahrenen Chip Chap ZH gesattelt. „Chip Chap war mit seinen mittlerweile 17 Jahren frischer denn je und hat in allen drei Disziplinen tolle Leistungen gezeigt“, freute sich Körner.
Im Herbst hatte der Reiter in Bad Segeberg den dritten Platz im Geländeritt mit Stilwertung der Klasse L** geholt und sich dabei den Finger gebrochen. „Der ist glücklicherweise wieder gut verheilt“, stellte er klar. Der Hinderniskomplex, an dem der Unfall vor einem halben Jahr passiert war, war wieder mit von der Partie. „Diesmal habe ich ihn besser vorbereitet und geritten, und wir konnten ohne Knochenbrüche ins Ziel kommen“, berichtete Körner, der schon mit einer guten Dressur und einem fehlerfreien Springen am Sonnabend auf Sieg gesetzt hatte.
Zweite wurde seine Stallkollegin Rebecca-Juana Gerken. Mit Cadillac, einem achtjährigen Holsteiner von Cascadello, landete sie vor der Hamburgerin Emma Fischer und Homerun for Glory. Die Juniorin, die im vergangenen Jahr bei der Ponyeuropameisterschaft mit dem Team Bronze geholt hatte, und der elfjährige Holsteiner von Hermes de Lux sind seit dem vergangenen Jahr ein Team und empfahlen sich ebenfalls für die DJM.
Viele Nennungen in Klasse A
Für die A**-Prüfung hatten die Veranstalter wieder einmal die meisten Nennungen erhalten. Hier wurde in drei Abteilungen gewertet, aufgeteilt nach Ranglistenpunkten.
Eine davon gewann Dirk Schrade. „Das war toll mit dem Wetter heute, und dass es nachts ein bisschen geregnet hat, tut der Strecke in Bad Segeberg immer gut“, resümierte er am Sonntag. Der Profi aus Heidmühlen, Kreis Segeberg, hatte zwei Pferde dabei. Mit Bacalar startete er in Klasse L**, zeigte eine der besten Dressurprüfungen, blieb im Parcours fehlerfrei und ließ es dann im Gelände langsam angehen. Die neunjährige Holsteiner Stute von Constanzenhof‘s Barcley war auch schon auf S-Niveau erfolgreich und hatte so einen guten Start in die Saison.
Mia Sophie Klonowski (v. li.), Dirk Schrade und Marie Degner konnten ihre jeweilige Abteilung in der Klasse A** für sich entscheiden. Foto: Photo-Rocket
Schrade, Mannschaftsolympiasieger von 2012, hatte auch noch den sechsjährigen Crossfighter dabei. Der Sohn des Cascadello wurde von seiner langjährigen Sponsorin Freya Rethmeier selbst gezogen. Im vergangenen Jahr hatte Schrade ihn bei den Bundeschampionaten vorgestellt, doch „da war er noch nicht ganz so weit“. Über den Winter habe der Youngster einen Riesensprung nach vorn gemacht. „Das hat er hier super gemacht“, befand Schrade. Crossfighter soll jetzt im „normalen Sport“ laufen, also in Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse L* und gegen Ende des Jahres gern L**.
Die zweite Abteilung gewann die Kielerin Mia Sophie Klonowski mit ihrer Trakehner Stute Daybreaker. Die 14-jährige Reiterin hat damit den Sprung in die Klasse A eindrucksvoll gemeistert. Die dritte Abteilung entschied Marie Degner für sich. Die Reiterin des Pferdesport- und Fördervereins Süseler Baum, Kreis Ostholstein, hatte im vergangenen Jahr eine Turnierpause eingelegt und startet nun mit der achtjährigen italienischen Stute Cloelinda durch.
„Das waren zwei tolle Prüfungen“, befand Matthias Karstens. Der Geschäftsführer des veranstaltenden PSH schränkte allerdings ein: „Die Parcours waren durchaus selektierend.“ So gab es Verweigerungen, Vorbeiläufer und auch Stürze. „Beide Prüfungen waren auf Zweisterneniveau ausgeschrieben. Das ist für viele nach der Winterpause schon eine größere Herausforderung“, erklärte Karstens. Dabei habe der Parcourschef Torben Mölleken nicht am oberen Ende aufgebaut: „Ich denke, er hat ein gutes Mittelmaß gefunden.“
Obst oder Gemüse? Genau genommen gehört Rhabarber zu den Stielgemüsen. Aufgrund seines säuerlichen Aromas wird er bei uns aber fast immer gesüßt und wie Obst verwendet. So hilft er, die obstarme Zeit zwischen den letzten (Lager-)Äpfeln und den ersten Erdbeeren zu überbrücken. Die ausdauernde Staude braucht viel Platz und reichlich Nährstoffe, ist darüber hinaus in der Kultur aber anspruchslos und sollte in keinem Garten fehlen.
Rhabarber zählt zu den Knöterichgewächsen und ist als solches mit Buchweizen und Sauerampfer verwandt. Er gehört zu den Pflanzen, die zuerst als Heilpflanze kultiviert und viel später erst auch als Nahrungspflanze entdeckt wurden. In der chinesischen Medizin wurde Rhabarberwurzel schon um 2700 vor unserer Zeitrechnung genutzt. Allerdings handelte es sich dabei nicht um unseren Gemüserhabarber (Rheum rhabarbarum), wegen seiner Blattform auch Krauser Rhabarber genannt, sondern um den Medizinalrhabarber (Rheum palmatum). In Europa wurde Medizinalrhabarber seit dem 16. Jahrhundert in Klostergärten angebaut. Heute wird die große Staude mit stark gelappten, am Rand spitz zulaufenden Blättern und rosafarbenen bis roten Blütenständen auch als beeindruckende Zierpflanze verwendet.
Beim Medizinalrhabarber steckt die Heilkraft in der Wurzel …Foto: Anke Brosius… aber Blätter und Blüten sind eine Zierde. Foto: Anke Brosius
Von den Maßen her ist der Gemüserhabarber nicht weniger eindrucksvoll. Schon zu Beginn des Austriebs lassen die rundkuppigen Blattknospen ahnen, dass hier Großes wachsen wird. Die Blattstiele können bis zu 1 m lang werden, die gewellten Blätter einen Durchmesser von 60 cm erreichen. Wenn Rhabarber im Mai bis Juni blüht, kann der grünlichweiße Blütenstand bis zu 2 m hoch werden. So zeitig die großen Blätter im Frühjahr austreiben, so früh ziehen sie im Spätsommer bereits wieder ein.
Hier entfaltet sich Großes: Rhabarber im Austrieb. Foto: Anke Brosius
Rheum rhabarbarum stammt ursprünglich vermutlich aus Ostsibirien und der Mongolei. Nach Europa kam er erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts und wurde zuerst in England kultiviert, wo er auch mit dem Bulgarischen Rhabarber (Rheum rhaponticum) gekreuzt wurde. Schon früh waren das Zuchtziel nicht nur dicke und saftige, sondern auch möglichst rot gefärbte Stiele, da rotstielige Sorten weniger Säure enthalten und entsprechend milder schmecken. Trotzdem existieren bis heute auch Sorten (‚Verte de Lina Cavin‘, ‚Gigant‘), deren Stängel weitgehend grün sind. In norddeutschen Gärten ist Rhabarber seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu finden.
Pflanzung gut vorbereiten
In der Regel wird man Rhabarber nicht aus Samen, sondern aus Wurzelablegern anziehen oder erste Jungpflanzen kaufen, zumal ein oder zwei Pflanzen für einen mittelgroßen Haushalt meist genügend Ertrag abwerfen. Bei Vermehrung durch Aussaat ist nicht nur die Qualität der Pflanzen immer für eine Überraschung gut, man muss sich auch mehrere Jahre bis zur ersten Ernte gedulden.
Die Pflanzung erfolgt nach Möglichkeit im Herbst, wobei für jede Pflanze mindestens 1 m2 vorgesehen werden sollte. Rhabarber stellt keine großen klimatischen Ansprüche, er gedeiht im Halbschatten ebenso gut wie in der Sonne. Um dicke, saftige Stiele zu ernten, sollte der Boden allerdings ausreichend feucht und fruchtbar sein. Schwach saure Böden sind günstiger als kalkhaltige. Da die Staude viele Jahre am gleichen Ort bleiben kann, sollte schon bei der Pflanzung auf reichliche Humusversorgung mit gut vererdetem Mist oder Kompost plus Hornspänen geachtet werden. Um den fleischigen Wurzeln das Wachstum in die Tiefe zu erleichtern, sollte der Boden an der Pflanzstelle zudem etwa zwei Spaten tief gelockert werden.
Vegetativ vermehrter Rhabarber kann ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung beerntet werden, wobei man im ersten Erntejahr nicht zu viel nehmen sollte, um die heranwachsende Pflanze nicht zu sehr zu schwächen. Die Ernte beginnt, sobald die ersten Blattstiele und Blätter vollständig entwickelt sind, meist im April, in kühlen Gegenden auch erst ab Mai. Werden die Stiele abgeschnitten, können die Stummel faulen. Besser ist es, sie sorgfältig herauszudrehen. Damit die Pflanze weiterwachsen kann, müssen immer genügend Stängel an der Pflanze verbleiben. Die bei jeder Stangenernte anfallenden Blätter sind ihres hohen Oxalsäuregehalts wegen gänzlich ungenießbar, können aber für den Schneckenfang sowie für Brühen und Jauchen zur Schädlingsregulierung genutzt werden.
Rhabarber schmeckt auch herzhaft
Grünstängelige Sorten eignen sich gut zur Fruchtweinherstellung. Foto: Anke Brosius
Rhabarber schmeckt so sauer, dass auch die Stängel roh kaum genießbar sind, weshalb das Stielgemüse praktisch immer gekocht, gedünstet oder gebacken wird. Die Klassiker sind bei uns Rhabarberkompott oder -kuchen, wobei zum Süßen neben Zucker heutzutage auch gern Bananen verwendet werden. Nicht nur in Ostasien, woher der Rhabarber ursprünglich stammt, gibt es jedoch auch herzhafte Zubereitungsarten. So finden sich in der internationalen Küche Curryrezepte, bei denen Rhabarber mit Zwiebeln, Linsen oder Süßkartoffeln kombiniert wird. Rhabarber-Chutney passt zu gebratenem Fisch oder zu Hackbällchen.
Zur Herstellung von Säften und Fruchtwein eignen sich die Stangen, die neben Oxalsäure auch Zitronen- und Apfelsäure enthalten, ebenfalls gut. Wird Rhabarber blanchiert und das Kochwasser weggeschüttet, sinkt der Oxalsäuregehalt, zugleich aber auch die Menge an Vitaminen. Während zur Verwendung für Rhabarberkuchen milderen Sorten der Vorzug gegeben wird, kann etwas mehr Säure in Marmeladen und Chutneys durchaus erwünscht sein.
Wegen ihres fruchtigen Aromas beliebt ist die Sorte ‚Frambozen Rood‘, deren Stiele rotschalig, innen aber grün sind. Am mildesten schmecken Rhabarbersorten mit rot durchgefärbten Stielen. Traditionell bekannt sind ‚Holsteiner Blut‘ und ‚Elmsjuwel‘, daneben gibt es viele weitere Sorten mit Namen wie ‚Canada Red‘ oder ‚Red Valentine‘.
Rotstielige Sorten sind milder im Aroma. Foto: Anke Brosius
Für eine längere Ernte kann man frühe und späte Sorten kombinieren. Während ‚Red Valentine‘ und ‚Frambozen Rood‘ im Frühjahr eher spät austreiben, starten die rotschalige Rhabarbersorte ‚Rosara‘ und die englische ‚Timperley Early‘ besonders früh durch. Die Stiele der Letzteren sind grün bis blassrot gefärbt, aber so zart, dass sie nicht geschält werden müssen. Insbesondere alte Sorten wie ‚Holsteiner Blut‘ benötigen eine ausreichende Kälteperiode im Winter, um im Frühjahr auszutreiben, und können auf zunehmend milde Winter nicht nur mit verzögertem Austrieb, sondern auch mit mangelhafter Ausfärbung reagieren. Neuere Züchtungen kommen mit weniger Winterkälte aus.
Treibtöpfe verfrühen die Ernte
Wer mit Ungeduld auf die erste frische Ernte wartet, kann sich mit einem Trick behelfen: Das Überstülpen von Treibtöpfen führt nicht nur zu einem früheren, sondern auch zu einem besonders zarten und milden Austrieb. Sehr dekorativ sind spezielle Bleichtöpfe. Man kann aber auch große Blumentöpfe aus Ton verwenden oder ein Brettergerüst bauen, über das Säcke gelegt werden. Bei Blumentöpfen aus Kunststoff muss man auf ausreichende Belüftung achten, damit der austreibende Rhabarber nicht fault. Die Treibgefäße werden im zeitigen Frühjahr über die ersten Triebspitzen gestülpt. Bei einigermaßen sonnigem Frühlingswetter ist eine erste Ernte etwa vier Wochen später möglich. Ab diesem Zeitpunkt sollte man die Treibtöpfe entfernen und die Pflanzen im vollen Licht weiterwachsen lassen.
Vorgetriebener Rhabarber schmeckt besonders zart. Foto: Anke Brosius
Stiele von Blättern, die sich gerade voll entfaltet haben, sind am zartesten und schmecken am mildesten. Im Hausgarten kann man Rhabarber während der Saison jederzeit nach Bedarf ernten, wobei man immer mindestens die Hälfte der Blätter an der Pflanze belassen sollte, um weiteres Wachstum zu ermöglichen. Rhabarberstangen lassen sich in ein feuchtes Tuch eingeschlagen im Kühlschrank oder im kühlen Keller auch einige Tage aufbewahren.
Zwar enthalten die saftigen Stiele relativ viel Vitamin C, zudem Vitamin A, B-Vitamine und Mineralstoffe, aber auch viel Oxalsäure, die dem Körper Kalzium entzieht. Wer an Nierenerkrankungen oder Gicht leidet, sollte deshalb gar keinen Rhabarber essen. Da auch Gartenrhabarber abführende Wirkstoffe enthält, kann bei empfindlichen Personen der Verzehr größerer Mengen zu Durchfall führen. Ansonsten schadet gesunden Menschen ein mäßiger Genuss nicht, zumal die Saison kurz ist. Auch weil der Oxalsäuregehalt im Laufe des Sommers ansteigt, endet die Rhabarbersaison traditionell zu Johanni, am 24. Juni.
Ende Juni ist Schluss
Rhabarber treibt eindrucksvolle Blüten. Foto: Anke Brosius
Dass die Pflanzen danach in Ruhe gelassen werden, verhilft ihnen auch zu neuer Kraft. Schließlich können Rhabarberstöcke bei guter Pflege sieben bis zwölf Jahre auf dem gleichen Platz stehen und Ertrag bringen. Dazu gehört neben ausreichender Wasserversorgung bei anhaltender Trockenheit eine jährliche Düngergabe. Ideal ist gut verrotteter Rindermist im Spätherbst, auf nährstoffreichen Böden kann Kompost genügen. Ob es nötig ist, sich entwickelnde Blüten frühzeitig auszubrechen, ist umstritten und hängt vor allem von der Wuchskraft der Staude ab.
Wenn die Pflanzen nach vielen Jahren trotz guter Pflege im Ertrag nachlassen, ist es Zeit zum Teilen. Dafür werden die Wurzelstöcke im Herbst vorsichtig ausgegraben und mit einem scharfen Spaten so durchtrennt, dass jedes Wurzelstück mindestens eine, besser mehrere Triebspitzen besitzt. Die neuen Rhabarber werden an einem frischen Platz in gut gelockerten und gedüngten Boden so tief gepflanzt, dass die Wurzeln gut mit Erde bedeckt sind.
Europas Bestand an Hausschweinen wird bis Ende dieses Jahres wachsen, während die Bestände an Rindern, Schafen und Ziegen schrumpfen. Davon geht das Statistische Amt der EU (Eurostat) aus. Die Zahl der im vierten Quartal 2026 EU-weit gehaltenen Schweine schätzte die Behörde jetzt auf 61,2 Millionen Stück; das wären 3,2 % mehr als im Vergleichszeitraum 2025.
Das mit 12,0 % größte Wachstum des Schweinebestands erwartet Eurostat in Spanien. Im vierten Quartal 2026 werden dort laut der Prognose 15,8 Millionen Schweine oder rund ein Viertel des europäischen Gesamtbestands gehalten. Und auch für andere große Erzeugerländer prognostiziert Eurostat ein Wachsen der Schweineherde, und zwar für Deutschland um 3,8 % auf 9,5 Millionen Tiere, für Dänemark um 3,1 % auf 8,0 Millionen Tiere und für Frankreich um 2,3 % auf 5,6 Millionen Tiere.
Dagegen rechnen die Statistiker für den Rinderbestand in der EU mit einer Verkleinerung bis zum zweiten Semester 2026 auf 11,4 Millionen Tiere, was 4,2 % weniger wären als im Vergleichszeitraum 2025. In Frankreich und Deutschland sieht Eurostat wenig Bewegung. Hier sollen die Vorjahreszahlen mit 2,63 Millionen und 1,7 Millionen Rindern nur um 0,4 und 0,6 % unterschritten werden. In Irland stehen die Zeichen derweil auf einen deutlicheren Bestandsabbau, geschätzt um 5,2 % auf 0,9 Millionen Tiere. Dagegen scheint Spanien auch in der Rinderhaltung auf Wachstumskurs zu bleiben. Eurostat sagt hier eine Aufstockung um 2,7 % auf 1,1 Millionen Tiere voraus.
Für die Ziegen- und Schafhaltung in der EU zeichnet Eurostat ein stark negatives Zukunftsszenario. Demnach wird der Schafbestand in den Mitgliedstaaten im zweiten Halbjahr 2026 mit insgesamt 12,2 Millionen Tiere um etwa 17,8 % kleiner sein als im Vorjahreszeitraum, auch wegen einer drastischen Herdenverkleinerung in Spanien um 40,4 % auf 2,3 Millionen Tiere. Der Ziegenbestand soll zugleich um 17,1 % auf 1,9 Millionen Tiere schrumpfen. Für Griechenland als wichtigstes Erzeugerland wird von einer Verkleinerung um 2,6 % auf 0,8 Millionen Ziegen ausgegangen.
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) geht in seinem Halbjahresbericht zur EU-Viehhaltung ebenfalls von einer Abstockung des Rinderbestands in den Mitgliedstaaten in diesem Jahr aus. Steigende Kosten, strenge Umwelt- und Tierschutzvorgaben sowie Krankheiten verminderten die Rentabilität der Produktion, so die Einschätzung des USDA. Auch für den EU-Schweinebestand prognostiziert das Ministerium – anders als Eurostat – einen Rückgang. Der Preis werde weiter durch ein Überangebot und Handelsbarrieren unter anderem aufgrund von Seuchen und Zöllen belastet. Das erzwinge eine Verkleinerung der Bestände und einen Rückgang der Schlachtzahlen. age
IGC-Report: Iran-Krieg trübt die Aussichten
Nachdem die Getreideproduktion in der Saison 2025/2026 voraussichtlich einen historischen Hochstand von 2,47 Mrd. t erreichen wird, dürfte die darauffolgende Ernte beeinflusst durch den Iran-Krieg wieder spürbar schlechter ausfallen.
So zeichnet sich für 2026/2027 laut dem aktuellen Report des Internationalen Getreiderates (IGC) bereits eine rückläufige Erntemenge ab. Demnach wird die weltweite Produktion von Weizen und Grobgetreiden voraussichtlich um 53 Mio. t unter dem Rekordwert der Vorsaison liegen und rund 2,42 Mrd. t erreichen. Trotz einer erwarteten leichten Abschwächung im Wachstum des Verbrauchs wird die Nachfrage weiter steigen. Prognosen gehen von einem Anstieg um 17 Mio. t auf insgesamt 2,44 Mrd. t aus.
Laut dem IGC-Bericht sorgten zuletzt die anhaltenden Angriffe der USA und Israels auf den Iran für Besorgnis über mögliche Störungen in den globalen Agrarlieferketten. Besonders im Fokus stehen steigende Düngemittelpreise sowie höhere Energiekosten, was in Kombination die Ernten weltweit schmälern könnte.
Wie die Londoner Experten in ihrem Report erläutern, wurden über die Straße von Hormus bis zu deren Sperrung rund 20 % des weltweit verschifften Flüssigerdgases transportiert. Demnach ist die Region ein wichtiges Zentrum für die Produktion und den Handel von Düngemitteln. Bis zu 35 % der weltweiten Harnstoffexporte und 30 % der Ammoniaklieferungen stammten von dort. Infolge der Sperrung der Schiffspassage sowie der Schließung einzelner Produktionsanlagen sei es zu einem deutlichen Anstieg der Düngemittelpreise gekommen.
Laut dem IGC dürfte für viele Getreide- und Ölsaatenproduzenten auf der Nordhalbkugel die Versorgung für die anstehende Frühjahrssaison zwar noch gesichert sein. Sollte sich die Krise jedoch weiter verschärfen, könnten insbesondere in anderen Weltregionen die Anbauentscheidungen beeinflusst werden. Vor allem Teile Asiens und Afrikas sind dem Report zufolge stark auf Düngemittellieferungen aus der Golfregion angewiesen.
Langfristig, so der IGC, könnte eine anhaltende Störung der Lieferketten dazu führen, dass Landwirte bei höheren N-Preisen ihre Düngestrategie neu ausrichten. Dies hätte potenziell weitreichende Folgen für Ernteerträge und die Qualität landwirtschaftlicher Produkte weltweit, heißt es in dem Report. age