Pflücksalat, Möhren und Gurken sind gesunde Naschereien. Auch Anfängern gelingt der Anbau dieser Kulturen. Mit den nachfolgenden Tipps für Aussaat, Pflanzung und Pflege kann man bereits in wenigen Wochen ernten.
Anfängerfehler wie zu dichter Stand oder der wahllose Griff zu irgendeiner Samentüte sollten vermieden werden. Die Angaben zum Platzbedarf auf der Rückseite der Samentüte oder auf dem Etikett von Jungpflanzen sind immer zu beachten. Gemüse braucht ausreichend Platz, viel Sonne und passend dosierte Nährstoffe, sonst haben Krankheiten und Schädlinge leichtes Spiel. Sparen beim Saatgut lohnt sich nicht. Auf tolerante und resistente Züchtungen achten, so erntet man läusefreien Salat, mehltaufreie Gurken, Zucchini ohne Viruskrankheiten und madenfreie Möhren. Auch bei vorgezogenen Jungpflanzen Sorteninfos auf dem Etikett beachten. Angaben wie „früh“ oder „spät“ beziehen sich nicht auf den Aussaattermin, sondern auf die Reifezeit. Frühe Sorten reifen schneller, späte Sorten langsamer.
Boden, Beetbreite, Düngung und Standort
Zum Säen und Pflanzen muss der Boden ausreichend abgetrocknet sein. Er sollte eine feinkrümelige Beschaffenheit aufweisen. Tipp: Geduldig sein und nicht von den ersten Sonnenstrahlen zum Loslegen verlocken lassen. Die optimale Beetbreite beträgt 120 cm (gern mit dem Zollstock ausmessen). Im Frühjahr 3 bis 5 l/m² reifen Kompost bei der Beetvorbereitung einarbeiten. Das führt Humus und Nährstoffe zu. Optimal für hungrige Kulturen (sogenannte Starkzehrer, zum Beispiel Zucchini und Gurken) ist ein Gemüselangzeitdünger. Er setzt die Nährstoffe nach und nach frei. Wichtig ist, weder zu viel noch zu wenig zu düngen, sondern immer dem Bedarf entsprechend (siehe Dosierungsanleitung auf der Packung). Gemüsebeete immer an einem sonnigen Standort anlegen.
Salat: Am besten zum Pflücken
Pflücksalat bringt drei- bis viermal so hohen Ertrag wie Kopfsalat. Außerdem kann er über einen längeren Zeitraum hinweg beerntet werden. Voraussetzung dafür: Beim Pflücken lässt man die inneren Blätter stehen. Jungpflanzen gibt es im Gartenmarkt. Wer Pflücksalat säen möchte, bringt die Samen dünn aus. Die Saatreihen sollten 30 cm Abstand haben. Später zieht man zu eng stehende, schwache Pflanzen aus, damit die übrigen besser wachsen. Idealerweise stehen die Pflanzen im Abstand von 10 cm in der Reihe. Praktisch sind Saatbänder, in denen die Samen im optimalen Abstand in Papierstreifen stecken. Sie werden etwa 1 cm tief in die Saatrille gelegt, mit Erde bedeckt und gegossen. Die Ernte beginnt vier bis sechs Wochen nach der Aussaat. Tipp: Samentüten mit drei unterschiedlichen Sorten Pflücksalat bringen mehr Abwechslung. Auch der Anbau von Rucola ‚Speedy‘ und Asia-Salat-Mischung gelingt Einsteigern mühelos. Auch Kopfsalat bekommt man im Gartenmarkt als Jungpflanzen. Der Abstand auf dem Beet beträgt 25 x 25 cm. Bei regnerischem Wetter neigen manche Sorten jedoch zur Fäulnis und trüben so den Gartenspaß. Erstaunlich regenfest sind erfahrungsgemäß die Sorte ‚Laurenzio‘ beziehungsweise die Nachfolgersorte ‚Roxy‘.
Fruchtgemüse: Salatgurken und Zucchini
Der Anbau von Gurken klappt auch im Freiland mit der passenden Sorte. Die Mini-Salatgurken ‚Paska‘ oder ‚Printo‘ kommen auch ohne Dach über dem Kopf draußen klar. Im Freiland erfolgt die Aussaat ab Mitte Mai. Dann ist der Boden warm genug. Um früher ernten zu können und die Ernteperiode zu verlängern, kann man die Gurken in Töpfen auf der Fensterbank ab Mitte April vorziehen. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich auch für die Zucchini ‚Mastil‘. Sie bringt bis in den September hinein hohe Erträge hervor. Wer gelbe Früchte bevorzugt, pflanzt ‚Soleil‘. Tipp: Beide Gemüsearten haben einen hohen Nährstoffbedarf, der sich prima mit Tomatenlangzeitdünger stillen lässt. Man mischt ihn nach Packungsanweisung unter die Erde ins Pflanzloch.
Immer gut: Radieschen, Möhren und Buschbohnen
Radieschen wachsen schnell und können fast ganzjährig angebaut werden. Passende Sorten dafür: ‚Sora‘, ‚Raxe‘ und ‚Rundes halbrot-halbweiß‘. Einfach anzubauen sind auch Möhren. Optimal sind Sorten, die nicht von der Möhrenfliege befallen werden, etwa ‚Flyaway‘ und ‚Purple Haze‘. Tipp: Zwischen der Aussaat und dem Auftauchen der ersten grünen Spitzen vergehen bei Möhren bis zu drei Wochen. Im Juni gesäte Möhren keimen wegen der höheren Bodentemperaturen recht schnell. Ab Mitte Mai ist der Boden warm genug für die Aussaat der Buschbohnen. Anders als Stangenbohnen brauchen sie kein Gerüst. Die Pflanzen liefern über mehrere Wochen hinweg viele Hülsen bei wenig Pflegeaufwand. Sorten wie ‚Saxa‘ oder ‚Duplika‘ sind standfest und wenig krankheitsanfällig. Als Farbspielerei erweisen sich violette Bohnen (‚Bluevetta‘). Wenn die Bohnen etwa handhoch gewachsen sind, häufelt man sie mit etwas Erde an. Dann sind sie standfester. Tipp: Bohnen erst ab Mitte Mai im Freiland säen, frühere Aussaaten in Töpfen auf der Fensterbank vornehmen.




