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Gütezeichen-Spende an die Wacken Foundation

Der Gütezeichen-Stand beim Wacken Open Air (WOA) ist für viele Metal-Heads fester Bestandteil des Festival-Erlebnisses. Schon seit über zehn Jahren werden am Stand regionale Spezialitäten verkauft und die Erlöse an die Wacken Foundation gespendet.

Den Spendenscheck in Höhe von 2.025 € übergab die Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Ute Volquardsen, an Arne Blaschke, Geschäftsführer der Wacken Foundation.

Das Angebot am Stand des Gütezeichens reichte vom Glückstädter Matjes über Käse aus Sarzbüttel und Holtsee bis zu den traditionellen Gütezeichen-Pellkartoffeln. In diesem Jahr wurde zur Freude der Besucher zusätzlich ein neues, deftiges und vitaminreiches WOA-Gericht mit Kohlwurst aus dem Rewe-Regional-Programm (Haltungsform 3) und Sauerkrautprodukten des Kohlosseums kreiert. Die Aktion verbindet zwei Anliegen: Sie unterstützt die Wacken Foundation und macht zugleich auf die Vielfalt und Qualität der Lebensmittel aus Schleswig-Holstein aufmerksam.

Mit der vollständigen Spende des Verkaufsgewinns unterstützt das Gütezeichen Schleswig-Holstein die Arbeit der Wacken Foundation. Die Stiftung fördert Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker aus dem Rock- und Metalbereich.

Ladelunder Springtage

Zum sechsten Mal lud der Reit- und Fahrverein (RuFV) Wilhelminenhof Ladelund, Kreis Nordfriesland, zu seinen Springtagen. Für die vielfältigen Prüfungen bis zur Klasse S* waren mehr als 1.000 Nennungen eingegangen.

Am ersten Turniertag standen zwei Qualifikationen für die Bundeschampionate in Warendorf auf dem Programm. Antonia-Selina Brinkop aus Neumünster setzte sich in beiden Prüfungen der Klasse M* an die Spitze. Bei den Fünfjährigen gewann sie mit ihrem Holsteiner Vize-Landeschampion Casallon KA mit der Note 8,3. Mit dem Holsteiner Hengst Now or Never siegte sie bei den Sechsjährigen mit einer 8,6.

Vieca Sofie Bade hatte ebenfalls doppelten Grund zu feiern. Sie gewann die beiden wichtigsten Prüfungen am Sonnabend. Im M**-Springen lieferte die 18-Jährige aus Braderup, Kreis Nordfriesland, mit ihrer langjährigen Sportpartnerin Chades of Grey die schnellste fehlerfreie Zeit und platzierte den Holsteiner Wallach Caretto an vierter Stelle. Im ersten schweren Springen des Turniers wurde es Platz eins mit Caretto und Platz zwei mit Chades of Grey.

Den ganzen Sonntag regnete es in weiten Teilen Schleswig-Holsteins. Dennoch verfolgten zahlreiche pferdebegeisterte Zuschauer in Ladelund den Großen Preis und bejubelten die Sieger, Thore Stieper aus Hohenaspe, Kreis Steinburg, und Criminal Blue. Für das Stechen der S*-Springprüfung hatten sich fünf Paare empfohlen. „Meine Stute ist grundschnell“, sagte Stieper. „Ich habe den ersten Sprung nicht so erwischt, wie ich es haben wollte, und dachte: Wenn du hier noch eine Chance haben willst, musst du die Wendung nehmen.“ Er lobte seine Sportpartnerin: „Sie ist ein unheimlich aufmerksames Pferd. Sie macht es mir wirklich leicht. Ich hätte nicht gedacht, dass es reicht, aber manchmal hat man das Glück auf seiner Seite.“ Björn Behrend wurde mit der Holsteiner Stute Klarima-Sofia Zweiter vor Vieca Sofie Bade mit Caretto.

Stieper und Criminal Blue hatten zuvor schon die Punktespringprüfung der Klasse S* gewonnen. Die beiden absolvierten die schwere Aufgabe fehlerfrei und mit großer Souveränität. „Es war ein sehr gerechter Parcours. Man konnte hier und da mal eine schnelle Wendung nehmen, und für die Pferde war es ein super Springen, vor allem als Vorbereitung für den Großen Preis“, so der 21-Jährige.

Jörg Friedrichsen, erster Vorsitzender des RuFV Wilhelminenhof Ladelund, zog am Ende der Springtage ein positives Fazit: „Wir sind rundum zufrieden. Das Wetter hat mitgespielt bis auf heute Nachmittag, aber das sind wir gewohnt. Wir haben guten Sport gesehen und auch die Premiere unseres Showprogramms, des Triple-Fun-Cups mit einem Quadfahrer, einem Springreiter und einem Läufer, kam bei Zuschauern, Teilnehmern und Sponsoren richtig gut an.“ pm

Zier- und Heilpflanze Ballonwein

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Der Ballonwein ist in seinem ursprünglichen tropischen Verbreitungsgebiet aufgrund seiner starken Ausbreitungskraft nicht überall beliebt. In unseren Breiten ist die an sich grazile und dekorative Kletterpflanze jedoch nicht winterhart und kann bedenkenlos zur einjährigen Berankung kleinerer Gerüste, Spaliere und Fassaden verwendet werden, wo der ungewöhnliche Fruchtschmuck die Blicke auf sich zieht.

Der Ballonwein (Cardiospermum halicacabum), auch Ballonrebe oder Herzsame, wird den Seifenbaumgewächsen (Sapindaceae) zugeordnet, einer sehr vielfältigen Pflanzenfamilie, deren Mitglieder vor allem ihr Gehalt an Saponinen verbindet. So gehört zu den Seifenbaumgewächsen beispielsweise die Blasenesche (Koelreuteria), deren aufgeblasene Fruchtkapseln denen des Ballonweins ähneln, aber auch Rosskastanie und sogar Ahorn werden nach neueren, molekularbiologischen Untersuchungen zu den Seifenbaumgewächsen gezählt.

Cardiospermum halicacabum stammt aus tropischen Gebieten Nord- und Südamerikas, Indiens und Afrikas. Heute ist die Rankpflanze weltweit in den Tropen eingebürgert und verwildert. Bei uns ist die – auch von Natur aus nur ein- bis zweijährige – Art dafür nicht ausreichend winterhart. Auch die Samen, die reichlich produziert werden, brauchen zum Keimen tropisch warmes Klima.

Vom Sommer bis zum Herbst bilden sich fortwährend neue Blüten und Früchte. Foto: Anke Brosius

Die doppelt gefiederten Blätter der zierlichen Kletterpflanze sitzen zusammen mit den Ranken wechselständig an den grünen Trieben. Die kleinen, weißen Blüten erscheinen zahlreich ab Juni. Sie sind selbstfruchtbar, werden aber auch von vielerlei Insekten besucht. Nach der Bestäubung bilden sich grüne, ballonförmig aufgeblasene Früchte, die 4 bis 5 cm groß werden und in denen rund 4 mm große, kugelrunde Samen heranreifen. Jede Frucht besteht aus drei Fruchtkammern, die jeweils einen Samen enthalten.

Bei Reife wird die Fruchthülle trocken und braun, und die Früchte fallen ab. Zu diesem Zeitpunkt sind die erbsengroßen Samen dunkelbraun bis schwarz und weisen einen cremeweißen, herzförmigen Fleck auf. Von dieser Zeichnung leitet sich die Bezeichnung „Herzsame“ für die Pflanze ab, was der Übersetzung des botanischen Namens Cardiospermum entspricht. Auch die Früchte haben ein (verkehrt) herzförmiges Aussehen.

Hilfreich bei Hautkrankheiten

Genutzt wird Cardiospermum vorwiegend als Heilpflanze. Vor allem Samen und Wurzeln der Ballonrebe enthalten das Glykosid Cardiospermin, daneben Saponine, Flavonoide und Alkaloide. Sie werden zur Herstellung einer juckreizstillenden, die Haut beruhigenden Salbe verwendet, die insbesondere bei allergisch-entzündlichen Reaktionen, Schuppenflechte und Neurodermitis hilft. Die Blätter werden für ölige Einreibungen bei trockener Haut und rheumatischen Erkrankungen gebraucht. In der Homöopathie wird aus dem blühenden Kraut eine Tinktur hergestellt, die ebenfalls bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, Rötungen und Schwellungen, Juckreiz und Neurodermitis sowie bei rheumatischen Schmerzen der Gelenke Anwendung findet. In der traditionellen indischen und afrikanischen Medizin wird Cardiospermum darüber hinaus gegen Verdauungs- und Atemwegsbeschwerden genutzt.

Bei Vollreife fallen die Früchte ab. Foto: Anke Brosius

Frühzeitig und warm vorziehen

Die optimale Keimtemperatur für Ballonrebensamen liegt bei 30 °C und mehr. Diese Temperaturen sind bei uns normalerweise kaum erreichbar, mindestens 20 bis 22 °C sollten es allerdings schon sein. Entsprechend ist in den meisten Regionen eine Voranzucht im Haus unabdingbar. Nur in sehr mildem Klima kann man alternativ die direkte Aussaat ins Freiland Ende April bis Mai, wenn der Boden genug erwärmt ist, erwägen.

Im Haus empfiehlt es sich, die Pflanzen ab Februar oder März anzuziehen. Die Samen werden etwa 1 cm tief in kleine Töpfe gelegt. Lässt man sie zuvor einige Stunden in warmem Wasser vorquellen, keimen sie zuverlässiger. Etwas Geduld braucht es trotzdem, denn drei bis vier Wochen können vergehen, bis sich die ersten Keimblättchen zeigen. Nach dem Aufgehen sollten die jungen Pflanzen weiterhin warm und hell stehen; nach den Eisheiligen beziehungsweise nach den letzten Frösten können sie ausgepflanzt werden.

Hinsichtlich Kletterhilfe sind die Ranken nicht wählerisch. Foto: Anke Brosius

Wichtig ist ein geschützter, warmer Standort, der sonnig bis halbschattig liegen kann. Ballonwein bevorzugt durchlässigen, leichten, gern auch sandigen Boden, der allerdings auch nicht austrocknen darf. Staunässe wird nicht vertragen. Der Pflanzabstand sollte 40 bis 50 cm betragen. Bei mäßigem Wasserbedarf gedeiht die Ballonrebe auch gut im Kübel. Weil die Triebe 2 bis 3 m hoch wachsen können, benötigen sie in jedem Fall eine entsprechende Kletterhilfe. Das kann ein Spalier sein; die hübsche Pflanze eignet sich aber auch gut zur Berankung von Trennwänden, Balkongittern und Zäunen oder auch dazu, eine Hauswand neben der Terrasse zu begrünen.

Bei warmer, mäßig feuchter Witterung wachsen die Pflanzen zügig heran. Die ersten Blüten und ballonförmigen Früchte bilden sich meist schon ab Juni oder Juli bei einer Wuchshöhe von 20 bis 30 cm. Die Pflanzen wachsen aber bis zum Herbst weiter und setzen immer neue Blüten und Früchte an, aus denen im trockenen Zustand die gemusterten Samen geerntet werden können.

Die reifen Samen eignen sich nicht nur zur Dekoration, sondern auch zum Basteln von Ketten und Armbändern oder als Spielmaterial für Brettspiele. Die ganzen getrockneten Ballonfrüchte werden in der Floristik für Kränze und Trockensträuße verwendet. Die frischen Blätter werden wie diejenigen vieler tropischer Pflanzen in Afrika und Indien auch als Gemüse genutzt.

Die dekorativen „Herzsamen“ sind vielfältig verwendbar. Foto: Anke Brosius

Nicht mit verwandter Art verwechseln

Nicht verwechseln sollte man den Ballonwein mit dem Großblütigen Herzsamen (Cardiospermum grandiflorum), einer starkwüchsigen, mehrjährigen und teilweise verholzenden Kletterpflanze, die aufgrund ihrer Ausdauer größere Flächen und ganze Hecken überwuchern kann und deshalb auf der EU-weiten Beobachtungsliste invasiver Neophyten steht. Da Cardiospermum grandiflorum allerdings genauso wenig frosthart ist wie Cardiospermum halicacabum, ist die Ausbreitungsgefahr nördlich der Alpen zumindest gegenwärtig wohl als ziemlich gering einzuschätzen. Entsprechend dem Artnamen sind die Blüten des Großblütigen Herzsamens größer, und die ganze Pflanze ist wüchsiger, ansonsten sind sich beide Arten äußerlich sehr ähnlich.

Holsteiner Jungzüchter bei der Weltmeisterschaft

Bei den Weltmeisterschaften für Jungzüchter der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) auf dem Niedersächsischen Landgestüt Celle gehörten die Holsteiner Jungzüchter zu den erfolgreichsten Zuchtverbänden. Bewertet wurden die Teilnehmer in den Disziplinen Theorie, Exterieurbeurteilung, Freispringen und Mustern.

Für das beste Holsteiner Ergebnis sorgte das Juniorenteam mit Marta Becker, Lara Bicker, Birte Reimers und Mike Wille. Mit konstant starken Leistungen über alle Prüfungen hinweg wurden sie Vizeweltmeister. Auch die Senioren Gina Knaak, Mirja Matern, Mirja Rudnik und Eva-Maria Speck überzeugten. Sie beendeten den Mannschaftswettbewerb auf Rang acht und trugen gemeinsam mit den Ergebnissen der Junioren entscheidend zum dritten Platz der Holsteiner im Verbändevergleich bei. Ihre guten Resultate in Theorie und Mustern flossen maßgeblich in dieses starke Gesamtergebnis ein.

Die Weltmeisterschaft war auch ein Wochenende des Austauschs und der Gemeinschaft. Der Teamgedanke, die gegenseitige Unterstützung und die gemeinsamen Erlebnisse machten die Tage in Celle für die Holsteiner Jungzüchter zu einer besonderen Erfahrung. pm

Erst umdenken, dann umlegen

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Wer mit der Motorsäge Bäume fällt, trifft Entscheidungen mit unmittelbaren Folgen. Denn jeder Baum ist anders: Wuchsform, Krone, Äste, Stammverlauf, Gesundheitszustand und Umgebung bestimmen, wie sicher eine Fällung ausgeführt werden kann. Deshalb ist die Baumbeurteilung keine Nebensache, sondern die wichtigste Maßnahme vor Beginn der Fällarbeiten. Sie ist die Gefährdungsbeurteilung von Motorsägenführenden. Was dabei nicht erkannt wird, erhöht das Unfallrisiko.

Vor der Fällung muss der Baum möglichst vollständig angesprochen werden. Ein kurzer Blick vom Arbeitsstandort reicht dabei nicht aus. Stammverlauf, Krone und Umfeld können je nach Blickrichtung unterschiedlich wirken. Besonders bei Laubbäumen sind Schwerpunktlage, Zwiesel, Starkäste oder Totholz nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Deshalb gilt: Abstand nehmen, den Baum möglichst von allen Seiten betrachten und die Fallrichtung erst festlegen, wenn die entscheidenden Merkmale beurteilt wurden. Zu den bewährten Baummerkmalen zählen:

– Baumhöhe

– Baumkrone und Äste

– Stammverlauf

– Gesundheitszustand

– Stammdurchmesser

– Nachbarbäume und Umgebung

Auch die Baumart muss bekannt sein, denn Holzeigenschaften, Fäuleanfälligkeit und das Risiko des Aufreißens unterscheiden sich deutlich.

Baumhöhe bestimmt den Fällbereich

Die Baumhöhe ist eines der wichtigsten Merkmale. Sie muss vor Beginn der Fällarbeiten bekannt sein, damit der Fallbereich festgelegt werden kann. Als Richtwert gilt: Der abzusichernde Fallbereich beträgt die doppelte Baumlänge. Nur mit einer realistischen Einschätzung der Baumhöhe lassen sich Sicherheitsabstände zu Kolleginnen und Kollegen, Stromleitungen, Gebäuden oder Maschinen bestimmen.

Eine einfache Methode ist die sogenannte Stockpeilung. Dabei wird ein gerader Stock mit ausgestrecktem Arm senkrecht gehalten. Durch Veränderung des Standortes werden Stockenden, Baumwipfel und Stammfuß in Deckung gebracht. Anschließend sind wegen der Augenhöhe noch einige Schritte nach hinten einzuplanen. Die Entfernung zum Baum entspricht dann ungefähr der einfachen Baumlänge.

Krone, Äste und Schwerpunkt einschätzen

Der Gesundheitszustand des Baumes – vor allem erkennbar an Stamm und Kronenzustand – zeigt, wie der Baum sicher zu fällen ist. Fotos: SVLFG

Die Krone beeinflusst maßgeblich die Schwerpunktlage des Baumes. Bei Nadelbäumen mit einstämmiger Wachstumsform und regelmäßigen Astquirlen ist die Einschätzung oft einfacher. Die Krone von Laubbäumen dagegen ist sehr variabel. Im belaubten Zustand können Totholz und Schwerpunktlage schwer zu erkennen sein; zugleich lässt sich die Vitalität dann besonders gut beurteilen. Absterbende Laubbäume sollten deshalb im Laub erkannt und markiert werden, damit sie später im laublosen Zustand wiedergefunden werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Äste und Astkontakte zu Nachbarbäumen. Greifen Kronen ineinander, kann der Baum hängen bleiben. Ausladende Äste können beim Fallen zurückschleudern oder Baumteile der Nachbarbäume lösen. Bei ausgeprägtem Kronentotholz ist erschütterungsarm zu arbeiten, weil herabfallende Äste eine erhebliche Gefahr darstellen.

Stammverlauf zeigt Spannung und Fällverhalten

Der Stammverlauf gibt wichtige Hinweise darauf, ob ein Baum als Vorhänger, Seithänger oder Rückhänger einzuschätzen ist. Er ist gemeinsam mit der Kronenausprägung entscheidend für die Schwerpunktlage. Risse, Beschädigungen oder Veränderungen am Stamm müssen vor der Fällung erkannt werden. Ebenso wichtig ist die Wahl der Rückweiche und des Rückweichplatzes.

Ist die Schwerpunktlage unklar oder spricht sie gegen eine sichere motormanuelle Fällung, können andere Arbeitsverfahren erforderlich sein, etwa eine seilwindenunterstützte Fällung. Die Baumbeurteilung entscheidet somit auch darüber, welche Technik und welche Arbeitsmittel einzusetzen sind.

Fäule und verminderte Standfestigkeit

Der Gesundheitszustand beeinflusst unmittelbar, wie der Baum geschnitten werden darf. Schäden am Stammfuß, Rindenschäden, offengelegtes Holz, Fruchtkörper von Pilzen, Schleimfluss oder auffällige Wuchsformen können Hinweise auf Fäule sein. Bei Fichten kann ein flaschen- oder glockenartiges Erdstammstück auf Rotfäule hindeuten. Bei Eschen ist das Eschentriebsterben besonders kritisch, weil es mit verminderter Standfestigkeit sowie abgestorbenen, brüchigen Ästen einhergehen kann.

Ist Fäule erkennbar, dürfen Wurzelanläufe nicht seitlich beigearbeitet werden, weil dadurch möglicherweise das verbliebene tragfähige Holz geschwächt wird. Gegebenenfalls sind die Schnitte höher anzulegen. Ein senkrechter Prüfschnitt am Stammfuß kann vor Beginn der eigentlichen Schnittführung Hinweise auf den Zustand im Stamminneren geben.

Werkzeug und Schnittanlage

Der Stammdurchmesser bestimmt die Auswahl der Motorsäge, die Schienenlänge, das Hauungswerkzeug und die Fällhilfe. Auch die Maße der Schnittanlage – Fallkerb, Bruchleiste und Bruchstufe – müssen zum Durchmesser passen. Ungeeignetes oder zu schwach dimensioniertes Werkzeug erhöht die Belastung und kann zu unsicheren Arbeitssituationen führen.

Umgebung nicht vergessen

Eine sichere Fällung endet nicht am Stammfuß. Vor Beginn der Arbeit ist auch das Umfeld zu beurteilen: Kontakt zu Nachbarbäumen, Hindernisse in Fällrichtung, stehendes Totholz, Geländeform, Wege, Gebäude, Maschinen und Personen. Der fallende Baum kann Nachbarbäume mitreißen, Hindernisse hochschleudern oder durch Erschütterung Schadholz lösen. Deshalb gehört die Beurteilung der geplanten Fällrichtung und des gesamten Umfeldes immer zur Baumbeurteilung.

Fazit

Eine fachkundige Baumbeurteilung ist der Schlüssel zu sicherer Waldarbeit. Sie klärt, ob und wie ein Baum gefällt werden kann, welche Arbeitsmethode geeignet ist und welche Gefährdungen für Beschäftigte und Umfeld bestehen. Wer Baumhöhe, Krone, Äste, Stammverlauf, Gesundheitszu-stand, Stammdurchmesser und Umgebung sorgfältig beurteilt, reduziert Unfallrisiken deutlich. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Erst beurteilen, dann fällen.

Russland nimmt Schwarzmeerhäfen verstärkt ins Visier

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Mit Sorge blickt die Ukraine auf den neuerlichen Beschuss seiner Schwarzmeerhäfen und der Getreidefrachter durch Russland. Der Kreml werde alles tun, um die Getreidekorridore zu blockieren, zeigte sich Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag vergangener Woche vor Medienvertretern in Kiew überzeugt. Am Vortag habe kein einziges Schiff den Schwarzmeerkorridor passieren können, und es sei davon auszugehen, dass Russland die Angriffe noch verstärken werde.

„Wir wussten bereits vor einigen Monaten, was die Russen vorhaben“, sagte Selenskyj. Für die Landwirtschaft sei die derzeitige Situation eine große Herausforderung, auf die man sich aber schon vorbereitet habe. Seit Anfang Juli hat Russland die Hafeninfrastruktur im Gebiet Odessa und auch zivile Frachtschiffe verstärkt ins Visier genommen. Am 14. Juli wurde ein unter der Flagge der Marshall Islands fahrendes Schiff angegriffen. Zwei Besatzungsmitglieder wurden getötet.

Laut Außenminister Andriy Sybiha hat die Ukraine aufgrund der russischen Angriffe die Einberufung einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. „Russland hält die globale Ernährungssicherheit als Geisel. In den vergangenen Tagen hat Russland mindestens drei zivile Frachtschiffe bombardiert“, so Sybiha. Mehrere Dutzend Besatzungsmitglieder seien getötet oder verletzt worden. Das sei „bewusster wirtschaftlicher und humanitärer Terror“.

Der stellvertretende Landwirtschaftsministerium Taras Vysotskyi wies darauf hin, dass die jüngsten russischen Angriffe zu einer vorübergehenden Aussetzung der Schiffsanrufe für landwirtschaftliche Fracht in den ukrainischen Schwarzmeerhäfen geführt hätten. „Dies ist eine Entscheidung der Schiffseigner. Die Ukraine als Staat hat keine Beschränkungen verhängt“, betonte der Vizeminister. Er hob hervor, dass sich die aktuelle Situation erheblich von der Aussetzung des Seeverkehrs zu Beginn des Krieges unterscheide.

Laut Vysotskyi verfügt die Ukraine derzeit noch über genug Lagermöglichkeiten. „Die Speicherkapazität ist ausreichend, insbesondere im Vergleich zur Situation in den Jahren 2022 und 2023“, so der Vizeminister. Bei Bedarf werde man erneut Partnerländer darum bitten, spezielle Getreidelagersäcke mit einer Gesamtkapazität von 10 bis 12 Mio. t bereitzustellen.

Zudem habe die Ukraine alternative Exportrouten entwickelt und die Infrastruktur aufgebaut, um das Getreide über die Donauhäfen und mehr als 15 eisenbahnverbundene Trockenhäfen zu transportieren, erklärte Vysotskyi. Derzeit würden diese alternativen Strecken und die Infrastruktur weit unter ihrer Kapazität betrieben. Der stellvertretende Ressortchef appellierte an die ukrainischen Landwirte, jetzt keine überstürzten Entscheidungen zu treffen. Sie sollten es vermeiden, ihr Getreide vorschnell zu verkaufen.

Das dänische Unternehmen ­Maersk hat bereits die Getreidetransporte über den Hafen von Tschornomorsk südwestlich von Odessa ausgesetzt, da die dortige Infrastruktur unter russischem Beschuss stand. Unterdessen versicherte das Kiewer Ministerium für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr, dass der Seehafen von Tschernomorsk sowie andere Häfen in Groß-Odessa normal betrieben würden. Der ukrainische Seekorridor sichere den Export ukrainischer Produkte und die Erfüllung internationaler Verträge. age

Mercosur-Handelsabkommen:

Polen hat profitiert

Stefan Krajewski Foto: Imago

Polen hat vom Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten profitiert. Bereits im ersten Monat der vorläufigen Anwendung konnte der EU-Mitgliedstaat seine Handelsbilanz etwas verbessern. Das zeigen vorläufige Zahlen, die das Landwirtschaftsministerium in Warschau vorgestellt hat. Demnach hat die polnische Agrar- und Ernährungswirtschaft im Mai Waren im Wert von 5,9 Mio. € in den südamerikanischen Staatenblock geliefert; im Vorjahresmonat waren es 4,6 Mio. € gewesen. Zugleich gingen die Importe aus dem Mercosur laut Ministerium wertmäßig zurück, und zwar um 13,3 % auf etwa 141 Mio. €. Bei den Südamerikanern besonders gefragt waren den Ressortangaben zufolge Brot und andere Backwaren, Schokolade und weitere kakaohaltige Lebensmittelzubereitungen sowie geröstetes und ungeröstetes Malz.

Landwirtschaftsminister Stefan Krajews­ki sprach von „guten Nachrichten“, betonte aber im selben Atemzug, dass Polen das Abkommen weiterhin konsequent ablehne. Als einziger Mitgliedstaat habe man Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof eingelegt. Laut Krajewski werde sein Ministerium die Auswirkungen des Abkommens auf die Landwirte permanent im Auge behalten und bei Bedarf eingreifen.

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten wird seit dem 1. Mai auf vorläufiger Basis angewendet. Während die Mitgliedstaaten die Vereinbarung bereits abgesegnet haben, liegt die endgültige Abstimmung im Europaparlament auf Eis, bis der EuGH in der Sache entschieden hat. Polen hatte das Abkommen während der Verhandlungen auf EU-Ebene stets abgelehnt und bis zuletzt versucht, im Rat eine Blockade zu organisieren. Warschau begründet seine Position vor allem mit ungleichen Wettbewerbsbedingungen durch abweichende Produktions-, Umwelt- und Sozialstandards in Südamerika. age

Wachstumsrisiko für junge Bäume minimieren

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Brombeerrechen nach der Arbeit Foto: Dr. Jörg Hittenbeck

Im Folgenden sollen die Vorteile, die Anwendung, die Grenzen sowie die Kosten des Brombeer-Rechens für die nachhaltige Kultur- und Jungwuchspflege im Wald hervorgehoben werden.

Bei der Wiederanpflanzung eines neuen Waldes sind eine ordentlich durchgeführte Pflanzung und die spezifische Baumartenwahl je nach Standort und klimatischen Bedingungen nur der erste Schritt. Anschließend sollten sich die Waldbesitzenden und Forstleute Gedanken um die Kultur- und Jungwuchspflege machen. Gerade die gut und sehr gut mit Nährstoffen versorgten Böden in Schleswig-Holstein, Folge steigender Stickstoffeinträge in den vergangenen Jahren, lassen Himbeere, Adlerfarn und Brombeere zu einem Wachstumsrisiko für die jungen Bäume werden. Diese Vegetation konkurriert mit den jungen Bäumen um Licht und Wasser. Wenn der Mensch in dieser Situation nicht eingreift, kümmern die Pflänzchen vor sich hin oder gehen ganz unter. Zum Einsatz kommt an dieser Stelle bisher häufig der Freischneider.

Aus Süddeutschland ist nun seit einigen Jahren eine „einfache“ Alternative auf dem Markt, der sogenannte Brombeer-Rechen. Dieser wurde an der Bayerischen Waldbauernschule ausführlich von Forstwirt-Auszubildenden getestet. Mittlerweile ist die Lehranstalt für Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer in Bad Segeberg mit diesem Werkzeug ausgestattet, um den Rechen ausgiebig zu testen.

Der Brombeer-Rechen ist ein manuelles Werkzeug zur Pflege von Jungpflanzen im Wald, insbesondere zur Bekämpfung von Brombeeren und anderen Beikräutern, die junge Bäume überwuchern und deren Wachstum behindern können. Das Werkzeug ist patentrechtlich geschützt und wird als Alternative zum motorisierten Freischneider empfohlen.

Benutzerfreundlichkeit und Pfleglichkeit

Die Handhabung ist sehr ergonomisch gestaltet und ermöglicht eine schonende Arbeitshaltung. Es kommt nicht zu schädlichen Abgasen, da kein Benzin benötigt wird. Des Weiteren ist die Übungsschwelle sehr gering. Daher ist das Werkzeug auch für weniger erfahrene Anwender geeignet.

Der Einsatz des Rechens reduziert das Risiko, junge Kulturpflanzen versehentlich zu beschädigen oder zu entfernen. Auch wird ein gezieltes Freistellen ermöglicht, und die Naturverjüngung kann gezielt als Ersatz für ausgefallene Pflanzen gefördert werden.

Praxisvergleiche zeigen, dass der Arbeitsfortschritt mit dem Brombeer-Rechen schneller sein kann als mit dem Freischneider, ohne Verlust von Kulturpflanzen.

Umweltverträglichkeit und Schonung der Bodenfauna

Durch die manuelle Arbeitsweise werden Kleintiere wie Igel und andere Bodenbewohner nicht gefährdet oder verletzt.

Erhalt der Biodiversität: Beim Einsatz des Brombeer-Rechens wird der Begleitwuchs (zum Beispiel Blühpflanzen) lediglich geknickt, nicht entfernt. Diese Pflanzen können weiterblühen und bieten Lebensraum sowie Nahrung für Insekten und andere Tiere.

Während ein Freischneider alles abschneidet und damit Blühpflanzen und Lebensräume zerstört, lässt der Brombeer-Rechen viele Pflanzen am Leben und fördert so die Artenvielfalt.

Kosten des Brombeer-Rechens

Es entstehen deutlich geringere Anschaffungskosten als für einen Freischneider (weniger als ein Viertel) und keine laufenden Kosten für Treibstoff und Wartung.

Anwendung und ihre Grenzen

Die verholzten Triebe von Brombeeren werden durch das Herunterdrücken geknickt, was deren Wachstum schwächt. Der ideale Anwendungszeitraum ist im Frühjahr, bevor die Kulturpflanzen überwachsen werden. Dabei ist eine Anwendung pro Jahr meist ausreichend. Zu spätes Arbeiten (Juli/August) kann zu Schäden an den Kulturpflanzen führen.

Der Brombeer-Rechen eignet sich nur für starre beziehungsweise verholzende Triebe (zum Beispiel Brombeere, Brennnessel, Springkraut). Für elastische Pflanzen wie Gräser ist das Werkzeug ungeeignet. Wichtig ist, den Begleitwuchs zu knicken, nicht abzutrennen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Deshalb sollte immer eine stumpfe Metallleiste montiert sein, die genau diese Schädigung hervorruft. Damit können auch schwache Gehölztriebe, etwa von Haselnuss oder Holunder, gebrochen werden.

Fazit

Der Brombeer-Rechen ist eine kostengünstige, umweltfreundliche und effektive Ergänzung für die Kulturpflege im Wald. Er bietet Vorteile in Ergonomie, Naturschutz und Kosten, hat aber auch spezifische Grenzen. Die Wahl des Werkzeugs sollte immer an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden.

Beispiel für die Anwendung: Ein Waldbesitzer kann mit dem Brombeer-Rechen im Frühjahr gezielt Brombeerranken um junge Eichenpflanzen herum herunterdrücken, ohne diese zu beschädigen. Dadurch wird das Wachstum der Brombeeren gehemmt, und die Jungpflanzen erhalten mehr Licht und Platz zum Wachsen.

Demokratie beginnt nebenan

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Mit der Qualifizierung zur Demokratie-Lotsin begegnet der LandFrauenVerband wachsendem Antifeminismus, Rechtsextremismus und generell demokratiefeindlichen Strömungen.

Unsere Arbeit in den LandFrauenvereinen ist gelebte Demokratie“, betont LandFrauenpräsidentin Claudia Jürgensen. Gemeinsam mit Vertreterinnen aus Haupt- und Ehrenamt des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein hat sie eine Proberunde durch die neue Qualifikation zur Demokratie-Lotsin gedreht – sozusagen im Schnelldurchlauf. „Demokratie ist so wertvoll. Wir alle müssen sie schützen. Als Verband ist es uns wichtig, Frauen im Einsatz für Demokratie zu stärken und ihnen geeignete Hilfsmittel und Know-how an die Hand zu geben.“

Was ist gut an Demokratie? Lena Haase, Claudia Jürgensen und Frauke Krohn (v. li.) haben mit der Beantwortung dieser Aufgabe kein Problem.

Der Tag steht ganz im Zeichen der Demokratie – und derer, die sie nicht wertschätzen, diffamieren, mit Füßen treten oder missachten. Für Lyn Blees und Lasse von Bargen ist das tägliches Geschäft, denn sie gehören zu den Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein (RBT SH). Sie beraten da, wo viele fassungslos und hilflos sind, schulen Institutionen und Privatpersonen. In Workshops und Seminaren bilden sie Engagierte weiter und zeigen ihnen Handlungsoptionen auf. Gemeinsam mit dem LandFrauenVerband Schleswig-Holstein und dem Kieler Antigewalt- und Sozialtraining e.V. (KAST) bieten sie ab November die dreiteilige Qualifikation zur Demokratie-Lotsin an. In drei Modulen geht es, knapp zusammengefasst, um das Erkennen von demokratiefeindlichen Strömungen, Antifeminismus und speziell Rechtsextremismus, sowie das Einstehen für Menschenrechte. Dabei werden auch die Gründe beleuchtet, die Menschen dazu bewegen, sich rechtsextremer Ideologie oder rechtsextremen Einstellungen zuzuwenden. Untermauert und veranschaulicht werden die theoretischen Einheiten durch praxisnahe Übungen und offene Diskussionen.

Auf dem Workshop-Tisch liegen 30 Fotos verschiedener Symbole. Sie sind auf Plakate gedruckt, an Hauswände gesprayt oder auf Jacken gestickt. Viele hat man schon gesehen, nutzt sie möglicherweise selbst – nicht ahnend, dass sie ihre harmlose Bedeutung längst zugunsten demokratiefeindlicher und speziell rechtsextremer Ideologie eingebüßt haben. So haben sich rechtsradikale Gruppierungen beispielsweise das Handzeichen für „alles okay“ angeeignet. „Sie nutzen bewusst harmlose Zeichen wie dieses (Daumen und Zeigefinger zu einem Kreis geformt und die drei übrigen Finger abgespreizt) und deuten es für ihre Zwecke um. In ihren Kreisen steht es für ,White Power‘ – und niemand kann ihnen die Verwendung in der Öffentlichkeit verbieten, weil es ursprünglich keinen rechtsextremen Hintergrund hat“, erklärt Lyn Blees. In der Übung suchen die Teilnehmerinnen passende Paare, und schnell wird klar, dass viele Symbole im Alltag gar nicht wahrgenommen oder als rechtsextrem erkannt werden. „An vielen bin ich vermutlich bereits vorbeigegangen, ohne sie zu bemerken“, erzählt Anette Störtenbecker. „Die Übung hat mich dafür sensibilisiert. In Zukunft werde ich sicher genauer hinsehen.“

Eine weitere Praxiseinheit versetzt die Teilnehmerinnen in verschiedene unangenehme Situationen, die alle im Zusammenhang mit abwertenden Denkansätzen und Rechtsextremismus stehen: Eine abwertende Bemerkung über Homosexuelle an der Bushaltestelle oder die rassistische Äußerung während der Versammlung des Ortsvereins. Die Frage, die sich stellt, ist: Wie geht man damit um? Dafür gibt es leider keine Patentlösung. Vielmehr muss man versuchen, die Situation richtig einzuschätzen, Haltung zu zeigen, ohne rechten Haltungen eine Bühne zu bieten und vor allem sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. In der Qualifikation werden deshalb angemessene Handlungsstrategien vermittelt und in praktischen Übungen erprobt.

Häufig muss man zweimal hinsehen, um zu erkennen, welches Symbol im rechtsextremistischen Zusammenhang steht. Fotos: Dr. Claudia Kleimann-Balke

„Diese Fallbeispiele haben mir richtig gut gefallen“, sagt Claudia Jürgensen. „Sie machen klar, wie nah das Problem ist und dass Rechtsextremismus längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Mich macht das sehr betroffen. Es ist wichtig, etwas dagegen zu unternehmen. Wir wollen Antworten geben und handeln können – wegzusehen kommt nicht infrage.“

Hohe Dieselpreise – teure Ernte

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Die Freude über die zum Erntebeginn gestiegenen Getreide- und Rapspreise wird durch deutlich höhere Betriebsmittelkosten getrübt. Neben höheren Forderungen für Düngemittel hat vor allem der Dieselpreis binnen weniger Wochen wieder kräftig angezogen. Für viele Ackerbaubetriebe kommt dies zur ungünstigsten Zeit, denn während der Ernte laufen Mähdrescher, Schlepper und Transportfahrzeuge nahezu im Dauereinsatz. Anders als in vielen Wirtschaftsbereichen gibt es in der Landwirtschaft bislang kaum technische Alternativen zum Dieselmotor. Die steigenden Kraftstoffkosten schlagen deshalb unmittelbar auf die Produktionskosten durch.

Auffällig ist, dass sich der Dieselpreis zuletzt deutlich stärker erhöht hat als der Rohölpreis. Während Rohöl unter den Höchstständen des Frühjahrs notiert, haben sich die Dieselpreise wieder dem damaligen Niveau angenähert. Ursache hierfür ist weniger der Rohölmarkt als vielmehr die angespannte Versorgung mit Dieselkraftstoff. Mehrere Raffinerien im Nahen Osten arbeiten weiterhin eingeschränkt. Gleichzeitig haben russische Exportbeschränkungen und Schäden an russischen Raffinerieanlagen durch ukrainische Angriffe das weltweite Angebot verknappt. Russland hat seine Dieselexporte daraufhin gestoppt. Analysten berichten zudem von ungewöhnlich niedrigen Dieselvorräten in Europa. Entsprechend sind die Raffineriemargen – also der Preisaufschlag zwischen Rohöl und Diesel – auf außergewöhnlich hohe Werte gestiegen.

Muss der Staat eingreifen?

Deutschland hat wegen seiner hohen Steuern die höchsten Dieselpreise in Europa. Aktuell wird eine Preisobergrenze für Diesel und Benzin diskutiert. Markt­experten sehen dies kritisch, da dadurch der Preis seine Steuerungsfunktion für Angebot und Nachfrage verliert. Es nützt kein günstiger Preis, wenn kein Diesel mehr vorhanden ist. Zudem gibt es Stimmen, die hohe Preise für importierte, fossile Brennstoffe begrüßen, da dadurch die Energie- und Verkehrswende Rückenwind bekomme. Aktuell ist besonders Europa betroffen, da der Kontinent einen Teil seines Dieselbedarfs durch Importe deckt. Fällt dieses Angebot teilweise aus, lässt sich die Versorgung kurzfristig nur schwer ersetzen. Zusätzliche Raffineriekapazitäten lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen schaffen. Die Lage könnte sich in den kommenden Wochen weiter zuspitzen. Die europäischen Dieselvorräte drohen bis zum Jahresende auf ein Mehrjahrestief zu fallen. Auch wenn das Rohölangebot wieder steigt, sorgen die weltweit knappen Raffineriekapazitäten vorerst weiterhin für Engpässe im Dieselangebot.

Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies einen deutlichen Kostenanstieg in einer arbeitsintensiven Phase des Jahres. Gleichzeitig verteuern sich auch Transportleistungen und andere dieselabhängige Dienstleistungen.

Ob sich die höheren Kraftstoffkosten dauerhaft auf die Produktionskosten auswirken, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der internationalen Energiemärkte ab. Sollten sich die Dieselvorräte durch neue Importwege wieder normalisieren oder zusätzliche Raffineriekapazitäten verfügbar werden, könnte sich der Preisauftrieb abschwächen. Bis dahin müssen sich die Betriebe jedoch auf ein deutlich höheres Kostenniveau einstellen. Höhere Erzeugerpreise für Getreide und Raps können diese Mehrbelastung nur teilweise ausgleichen.

Geänderte Frist für den seitlichen Rückschnitt in der Knickpflege beachten

Zum Beginn der Erntesaison möchten wir daran erinnern, dass das seitliche Aufputzen des Knicks erst ab Herbst zulässig ist. Die seit einigen Jahren bestehende Frist für den seitlichen Rückschnitt ist zudem seit dem vergangenen Jahr um zwei Wochen vorgezogen worden.

Der seitliche Rückschnitt darf nun bereits ab dem 17. September erfolgen und ist nur noch bis zum 14. Februar (15. Februar in Schaltjahren) erlaubt.

Die Frist für das Auf-den-Stock-Setzen von Knicks bleibt unverändert und gilt weiterhin vom 1. Oktober bis zum 28. Februar (29. Februar in Schaltjahren). Damit gelten künftig für die beiden Pflegemaßnahmen unterschiedliche Zeiträume. Die üblichen Regelungen für den seitlichen Rückschnitt müssen weiterhin eingehalten werden. Die Gehölze dürfen nur bis auf einen Abstand von 1 m vom Knickwallfuß und bis zu einer maximalen Höhe von 4 m zurückgeschnitten werden. Die Maßnahme ist außerdem nur alle drei Jahre und frühestens drei Jahre nach einem Auf-den-Stock-Setzen zulässig.

Während der Sommermonate bleiben die händische Herausnahme einzelner Zweige sowie das händische Freischneiden von Feldeinfahrten oder Weidezäunen zur Sicherstellung der Stromdurchleitung zulässig. Für weitere Informationen und Beratung steht der Fachbereich Umwelt und Gewässerschutz gern zur Verfügung unter: knick@lksh.de