Der Iran-Krieg schlägt sich auch in den Weltmarktpreisen für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse nieder. Trotz einer insgesamt komfortablen globalen Getreideversorgung sorgten im März vor allem die gestiegenen Preise für Düngemittel und Energie für Unsicherheit auf den Märkten. Das trieb den Lebensmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) im zweiten Monat in Folge nach oben. Erreicht wurde ein Niveau von 128,5 Punkten, womit der Februarwert um 2,4 % übertroffen wurde. Gegenüber März 2025 legte der Index um 1,0 % zu.
Der Getreidepreisindex erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 1,5 %. Die internationalen Weizenpreise stiegen um 4,3 %, unter anderem bedingt durch eine dürrebedingte Verschlechterung der Ernteaussichten in den USA. Zudem wird in Australien wegen der hohen Düngerkosten eine Einschränkung des Weizenanbaus erwartet. Etwas abgeschwächt wurde die Aufwärtsbewegung des Getreidepreises durch günstige Wetterbedingungen in Europa und einen starken Wettbewerb unter den Exporteuren. Die Maispreise stiegen nur um 0,9 %, da eine ausreichende weltweite Verfügbarkeit weiterhin die Märkte belastete.
„Die Preissteigerungen seit Beginn des Konflikts waren moderat, hauptsächlich angetrieben von höheren Ölpreisen und gedämpft durch reichliche weltweite Getreidevorräte“, erklärte FAO-Chefökonom Máximo Torero. Sollte der Konflikt bei hohen Betriebskosten und derzeit niedrigen Margen jedoch länger als 40 Tage dauern, müssten die Landwirte wählen: eine unveränderte Anbaufläche mit weniger Betriebsmitteln bewirtschaften, weniger anpflanzen oder auf weniger wirksame Düngemittel umsteigen.
Um 5,1 % erhöhte sich der Pflanzenölpreisindex; damit liegt er bereits um 13,2 % über dem Vorjahresniveau. Die internationalen Preise für Palm-, Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl stiegen durch die Bank als Folge der starken Verteuerung von Rohöl. Die internationalen Palmölpreise erreichten den höchsten Stand seit Mitte 2022, während sich die Weltmarktpreise für Sojaöl nur geringfügig erhöhten.
Den höchsten Anstieg verzeichnete die FAO beim Zuckerpreisindex, der um 7,2 % stieg. Von den Marktakteuren wird erwartet, dass Brasilien – der weltweit größte Zuckerexporteur – während der kommenden Ernte stärker auf zuckerrohrbasiertes Ethanol angewiesen sein dürfte, um die höheren Rohölpreise auszugleichen. Hinzu kommen Befürchtungen, dass sich eine Eskalation des Nahost-Krieges auf die Zuckerhandelsströme auswirken könnte. Im Zaum gehalten wurde der Gesamtanstieg der Weltzuckerpreise durch eine insgesamt günstige globale Versorgungsprognose für die Saison 2025/2026.
Für den Fleischpreisindex ergab sich ein Plus von 1,0 %. Angetrieben wurde diese Entwicklung durch einen Anstieg der EU-Schweinefleischpreise bei einer anziehenden saisonalen Nachfrage. Die Rindfleischpreise erhöhten sich nur moderat. Etwas nach unten ging es hingegen mit den Preisen für Schaf- und Geflügelfleisch, teilweise aufgrund logistischer Einschränkungen beim Zugang zu den Märkten im Nahen Osten.
Ein Zuwachs um 1,2 % wurde für den Milchpreisindex registriert. Dies war der erste Anstieg seit Juli 2025, hauptsächlich angetrieben durch höhere Preise für Magermilchpulver, Butter und Vollmilchpulver. age
USDA zum Weizenmarkt: Globale Reserven auf Fünfjahreshoch
Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für die globalen Weizenendbestände für 2025/2026 angehoben und übertraf damit die Erwartung der meisten Analysten. In seinem Bericht „World Agricultural Supply and Demand Estimates“ (WASDE) beziffert das Ministerium die betreffende Menge auf voraussichtlich 283,12 Mio. t; im März lag die Prognose bei lediglich 276,96 Mio. t. Mit dem neuen Prognosevolumen würden die Anfangsbestände um 24,03 Mio. t oder 9,3 % übertroffen. Analysten waren im Durchschnitt von einer Anhebung der Voraussage auf nur 277,07 Mio. t ausgegangen.
Auch in seinem aktuellen Bericht über den Weltgetreidemarkt hebt das USDA die Entwicklung der Endbestände in den wichtigsten Exportländern hervor. Dieser zentrale Indikator für die globale Versorgung dürfte bis zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres sogar um rund 30 % auf fast 79 Mio. t steigen – der höchste Stand seit 2009/2010. Die größten Lagerbestände werden dabei in den USA mit 25,52 Mio. t erwartet, was einem Sechsjahreshoch entspräche. Vor diesem Hintergrund rechnet das Ministerium im kommenden Wirtschaftsjahr mit einer insgesamt kleineren Weizenanbaufläche in den USA. Bereits Ende März hatte das USDA in seinem Bericht „Prospective Plantings“ darauf hingewiesen, dass die Landwirte ihre Weizenfläche per saldo um etwa 3 % reduzieren wollten.
Für Russland, den weltweit führenden Weizenexporteur, erwartet das US-Ministerium erntebedingt einen Anstieg der Endbestände um mehr als 40 % gegenüber dem Anfangsniveau auf nahezu 15 Mio. t. Außerdem dürfte die Lagermenge in der EU mit 16,18 Mio. t um mehr als 45 % größer ausfallen als zum Vorjahreszeitpunkt.
Zudem könnten die Reserven der Ukraine das höchste Niveau seit Beginn des russischen Angriffs erreichen – vor allem wegen deutlich rückläufiger Exporte, was insbesondere Lieferungen in die EU betreffen soll. Weitere umfangreiche Weizenvorräte werden laut USDA zudem für die wichtigen Exporteure Kanada, Australien, Kasachstan und Argentinien erwartet. age




