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„Die Bühne ist noch leer, aber bald wird sie sich mit Leben füllen“, freut sich Sven Zimmermann. Vor seinem geistigen Auge ist die Technik bereits aufgebaut, die Scheinwerfer sind auf ihn und seine Mitstreiter Janina Srugis-Reese und Heiko Reese gerichtet.
„Vor allem aber sind die Ränge in der Nordmarkhalle bis auf den letzten Platz mit glücklichen Menschen gefüllt. Denn wir tun hier genau das, was uns allen so viel Spaß bereitet – gemeinsam singen.“
Man kennt das Format als Mitsingkonzert, Rudelsingen oder SingAlong. Aber egal welchen Namen es trägt, gemeint ist immer das Gleiche: Man kommt mit größtenteils fremden Menschen zusammen und trällert gemeinsam Hits der vergangenen Jahrzehnte. „Die Idee ist nicht neu. Aber sie ist genial, und viele Menschen haben sich bereits in dieses Format verliebt“, weiß Sven Zimmermann. Längst hat er es ebenfalls für sich entdeckt – nur steht er dabei eben auf der Bühne. „Ich bin aber eigentlich gar nicht wichtig“, betont er. „Ich sorge für Hintergrundmusik und Rhythmus. Außerdem mache ich denen Mut, die sich vielleicht erst einmal nicht so richtig trauen, laut mitzusingen.“ Im Laufe eines Konzerts, das ja eigentlich keines ist, weil man nicht zuhört, sondern Teil des Ganzen ist, wird aus Fremden eine singende Gemeinschaft. „So schnell und so einfach schafft das nur Musik“, ergänzt er.
Singen verbindet
Sven Zimmermann, ehemaliges Mitglied der Band Godewind (Gesang, Gitarre, Bass), wird mit Godewind-Urmitglied Heiko Reese und dessen Frau Janina Srugis-Reese (Sängerin und Chorleiterin) gemeinsam durch das Mitsing-Erlebnis führen. Fotos: Dr. Claudia Kleimann-Balke
Es ist vor allem dieser Gemeinschaftsgedanke, den Sylke Messer-Radtke an Mitsingkonzerten so schätzt. „Singen verbindet, schenkt Freude und macht Spaß“, erzählt die Vizepräsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein. „Wir dachten uns, so ein Mitsingkonzert wäre auch perfekt für unsere LandFrauen. Und wir können doch alle ein bisschen Leichtigkeit im Alltag gebrauchen.“
Seit einigen Wochen laufen im Hintergrund die Vorbereitungen für das Mitsingkonzert. Veranstaltungsort ist die historische Nordmarkhalle in Rendsburg. Im Obergeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes befindet sich eine große Mehrzweckhalle mit charmanter Atmosphäre. Gut 500 Sängerinnen und Sänger finden dort bequem Platz.
Was wollen wir singen?
Nun geht es an die Auswahl der Lieder. „Ich habe eine Liste mit den 50 meistgesungenen Songs meiner vergangenen Mitsingkonzerte zusammengestellt“, erklärt Sven Zimmermann. „Das sei schon mal verraten: Ihr kennt sie alle!“ Ob man 99 Luftballons steigen lassen möchte, sich ein Bett im Kornfeld wünscht, dem Bossa Nova die Schuld gibt oder an der Himmelstür klopfen möchte – es ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Dabei geht es übrigens nicht darum, besonders schön zu singen oder immer den richtigen Ton zu treffen. Das ist beides zweitrangig. „Es geht ganz einfach darum, Spaß zu haben und gemeinsam etwas Schönes zu erleben“, fasst Sylke Messer-Radtke zusammen. „Deshalb haben wir unserem Mitsingkonzert auch einen passenden Titel gegeben: ,Gemeinsam. Mit Herz und Stimme! Das große Mitsing-Erlebnis.‘ Ich finde, das sind doch genau wir LandFrauen.“
Info
Gemeinsam. Mit Herz und Stimme! Das große Mitsing-Erlebnis.
1. November, 14 bis 17 Uhr in der Nordmarkhalle, Rendsburg
von LandFrauen für LandFrauen und alle, die mitmachen möchten
Die Wintergerste ist auf den Ackerbaubetrieben in Schleswig-Holstein weiterhin fest etabliert. Auf einer Fläche von rund 72.800 ha wurde die Frucht in diesem Jahr laut Schätzung des Statistikamtes Nord angebaut. Damit bleibt sie in den Ackerbaubetrieben nach dem Winterweizen die zweite große Marktfrucht. Der Grund dafür liegt vor allem in ihrer stabilen Ertragsleistung im Durchschnitt der vergangenen Jahre, auch wenn der inländische Futtermarkt in den vergangenen Jahren eher geschrumpft ist. In den Landessortenversuchen wurden in allen Naturräumen verschiedene Sorten geprüft, um regionalspezifisch Anbauempfehlungen geben zu können.
Nachdem die Wintergerste im Herbst 2025 unter vergleichsweise warmen und relativ trockenen Bedingungen überwiegend gut bestellt werden konnte, ausgenommen spätere Saaten mit bereits feuchteren Böden, setzte ab Oktober landesweit eine ausgeprägte Regenphase mit hohen Niederschlagssummen ein. Dadurch kam es teilweise zu verschlämmten Bedingungen an der Bodenoberfläche sowie häufiger auftretendem Herbizidstress auf Ackerfuchsschwanzstandorten. Durch die im Dezember eintretende Vegetationsruhe fand bis Mitte März keine weitere Entwicklung statt, sodass im Vergleich zu anderen Jahren einige Flächen mit geringerer Bestockung ins Frühjahr gestartet sind. Insbesondere auf den ausgedünnten Flächen kam es in der Andüngung auf eine startbetonte Düngestrategie an, die in aller Regel die erforderliche Bestandesdichte gesichert hat.
Durch einsetzende Trockenheit ab April war auch die anfangsbetonte Düngung überwiegend von Vorteil. Neben Trockenheit war das Frühjahr auch gekennzeichnet durch eine starke Schwankung der Temperaturen zwischen Tag und Nacht, die südlich des Kanals häufig auch in den Minusbereich fielen. Gleichzeitig war das Frühjahr insgesamt geprägt durch einen geringen Krankheitsdruck, selbst in der Kornfüllung spielte Zwergrost nur eine untergeordnete Rolle. Dabei fiel aber an einigen Standorten ein später Befall von Ramularia auf, der einerseits schwer von vorhandenen Blattflecken zu differenzieren war, andererseits aufgrund des Auftretens zum Ende der Kornfüllung ertraglich vermutlich nur geringfügig ins Gewicht gefallen sein dürfte. Zudem spielte die Trockenheit in Verbindung mit der Hitze und regional oftmals nur wenigen Niederschlägen eine bedeutende und kritische Rolle in der Pflanzenentwicklung.
Am Standort Loit kam der Landessortenversuch Wintergerste verhältnismäßig dünn und schwach bestockt aus dem Winter.
Landessortenversuche in den Regionen
Die Landessortenversuche (LSV) Wintergerste wurden in allen Naturräumen mit jeweils zwei beziehungsweise drei Standorten angelegt. Wie gehabt erfolgte die Anlage jeweils zweistufig, wobei in der unbehandelten Stufe 1 auf Fungizide verzichtet wird, um Krankheitsbonituren zu ermöglichen, und der Wachstumsregler weggelassen oder deutlich reduziert wird, um die Lageranfälligkeit einer Sorte charakterisieren zu können, ohne aber die Beerntbarkeit des Versuchs durch Lager zu gefährden. In der behandelten Stufe 2 (ortsübliche Behandlungsintensität) werden nach einem vereinheitlichten Behandlungsplan Fungizid und auch Wachstumsregler appliziert, wobei aber insbesondere Wachstumsreglermengen an die jeweilige Situation angepasst werden. Der LSV am Standort Sönke-Nissen-Koog musste bereits im Frühjahr abgebrochen werden, nachdem Staunässe den Versuch über Winter geschädigt hatte. In Futterkamp führte ein technischer Defekt während der Ernte dazu, dass der LSV nicht in die Wertung miteinbezogen werden konnte. Somit liegen insgesamt LSV-Ergebnisse von fünf Standorten zur Auswertung vor.
Erträge in den Landessortenversuchen
Von den Marschstandorten stand der Standort Barlt für die Auswertung zur Verfügung. Hier wurde ein Ertragsniveau von 105,3 dt/ha im Mittel über die Bezugssorten gefunden (Tabelle 1). Angesichts der verschlämmten Bedingungen aus dem nassen Winterhalbjahr ist dieses Ergebnis zufriedenstellend. Auf der Geest war mit 75,0 dt/ha in Schuby und 100,7 dt/ha am etwas besseren Standort Groß Offenseth ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis erreicht, insbesondere in Anbetracht der trockenen Bedingungen mit Beginn der Kornfüllung (Tabelle 2). Im Östlichen Hügelland lag das Ertragsniveau auf dem südlichen Standort Kastorf bei 108,4 dt/ ha, was in Teilen auch auf die Trockenheit und Hitze in der Kornfüllung zurückgeführt werden kann (Tabelle 3). Am Standort Loit, der weniger durch Trockenstress wie auch durch Hitze geprägt war, lag das Ertragsniveau mit 117,6 dt/ha am höchsten.
Qualitäten in den Versuchen
Das für die Vermarktung wesentliche Merkmal Hektolitergewicht konnte an allen Standorten ermittelt werden und ist in Tabelle 4 dargestellt. Insgesamt befanden sich die Werte auf einem hohen bis sehr hohen Niveau. Die höchsten Werte im Mittel über alle am Standort Barlt geprüften Sorten lagen bei 72,6 kg/hl. Das entspricht bereits einem guten Zweizeiler-Niveau. Mit 67,2 und 67,7 kg/hl wurde in Schuby und in Groß Offenseth ebenso ein sehr gutes Niveau für sandige Standorte erreicht. In Kastorf lag das Hektolitergewicht mit 66,8 kg/ hl im Vergleich am niedrigsten, was in etwa auch Beobachtungen aus der Praxis entspricht, wonach im Südosten von Schleswig-Holstein teilweise die Qualität der geernteten Partien knapp war. In Loit lag bei besserer Wasserversorgung die Qualität mit 70,1 kg/hl ebenso auf einem sehr hohen Niveau. Hinsichtlich des Erreichung der für die Vermarktung kritischen Schwelle von 63 kg/hl waren alle Sorten erfolgreich. Allerdings liegen einzelne Sorten im Vergleich etwas schwächer. So hat in den vergangenen Jahren im Östlichen Hügelland die Sorte ‚SU Majella‘ trotz besserer Einstufung Schwächen gezeigt. Auch die neue Sorte ‚SU Lenoria‘ zeigt im ersten Prüfjahr tendenziell Schwächen.
Empfohlene Sorten für den Anbau
Für den Anbau empfehlen sich nach wie vor Sorten, die in die jeweilige betriebliche und Anbausituation passen sowie hinsichtlich ihrer Vermarktbarkeit sicher sind. Vorausgesetzt, es soll eine Eigenverwertung über den Futtertrog stattfinden, spielt das Hektolitergewicht eine geringere Rolle. Grundsätzlich sollten Sorten, mit denen gute Erfahrungen gemacht worden sind, weiterhin ihre Anbauberechtigung im Betrieb behalten. Von den aktuell in den Landessortenversuchen geprüften Sorten erhalten die in den Tabellen 5 bis 7 dargestellten eine Empfehlung für den Anbau in den jeweiligen Naturräumen.
Die Kornqualität war in diesem Jahr in den Versuchen durchweg auf einem sehr hohen Niveau.
Die Sorte ‚Esprit‘ erhält mittlerweile aufgrund nachlassender Leistung noch eine auslaufende Empfehlung in allen Naturräumen. Punkten kann sie neben ihren Schwächen bei Zwergrost und einem leichten Rückstand im Ertrag aber mit einer sicheren Kornqualität.
Auch für alle Standorte empfohlen ist ‚Julia‘ aufgrund ihrer konstant hohen Ertragsleistung bei guter Agronomie und guter Gesundheit. Mit leichten Schwächen bei Rhynchosporium und manchmal knappem Hektolitergewicht hat sie jedoch die Resistenz gegen das Gelbmosaikvirus Typ 2 und bietet sich damit einschränkungslos für alle Standorte an.
Auch auf allen Standorten empfohlen ist die neue Sorte ‚KWS Chilis‘, die mit einer Gelbmosaikvirus-Doppelresistenz und der Toleranz gegenüber dem Gelbverzwergungsvirus punktet. Dabei hat sie ein vergleichsweise hohes Ertragspotenzial für einen solchen Sortentyp, zeigt hierfür jedoch ganz klar Schwächen in der Lager- und Strohstabilität, was entsprechend berücksichtigt werden muss. Zudem hat sie ein sicheres Hektolitergewicht.
Auch auf allen Standorten voll empfohlen sind die Hybriden ‚SY Dakoota‘ und ‚SY Loona‘, die über Jahre hinweg konstant hohe Leistung neben der nicht mehr geprüften ‚SY Galileoo‘ gezeigt haben. Gerade ‚SY Loona‘ ist jedoch durch ihre positive Leistung der Trieberhaltung unter Stressbedingungen eher in der Situation, recht dichte Bestände zu erzeugen, was einerseits das Lagerrisiko erhöhen kann und andererseits auf das Hektolitergewicht drückt. Hier sollte die Saatstärke angepasst werden.
Neu in der Empfehlung ist die Sorte ‚SY Colyseoo‘, da sie mit leichten Verbesserungen dem bisherigen Sortentyp der ‚SY Galileoo‘ entspricht, dabei aber mit leicht höherem Leistungsniveau, insbesondere auf der Geest, aber auch in der Marsch.
Weiterhin hat noch die Sorte ‚Goldmarie‘ auf der Geest eine Empfehlung, da sie mit sehr starker Leistung im Ertrag und im Hektolitergewicht überzeugt hat. Dabei muss die höhere Lageranfälligkeit der zweizeiligen Sorte berücksichtigt werden, die gleichzeitig auch weniger empfindlich als andere Zweizeiler auf Wachstumsreglermaßnahmen reagiert.
Die Sorte ‚Charmant‘ hat im Hügelland mit sehr guter Leistung im Ertrag bei akzeptabler Qualität und guter Gesundheit eine Empfehlung, sollte aber trotz mittlerer Standfestigkeit gut mit Wachstumsregler gegen Lager und Strohinstabilität abgesichert werden.
Weiterhin für das Hügelland empfohlen, ist die Sorte ‚RGT Mela‘, die ertraglich sehr interessant ist, aber als längere Sorte auch eher lageranfällig.
Nicht ausdrücklich empfohlen, aber über Jahre hinweg ertragsstabil und trotz ihrer größeren Pflanzenlänge vergleichsweise standfest, ist die Sorte ‚Winnie‘ eine sinnvolle Option für den Anbau im Hügelland.
Von den neu in die Landessortenversuche aufgenommenen Sorten hat bereits im ersten Jahr die Sorte ‚Agathe‘ auf den Geest- und Marschstandorten überzeugt. Insbesondere in der Marsch können die bessere Standfestigkeit und Strohstabilität ein entscheidender Aspekt sein, neben den guten Erträgen und der Kornqualität. Die Sorte bietet sich hier für den Probeanbau an.
Wintergerste ist nach wie vor eine sichere und starke Marktfrucht.
Fazit
Wintergerste bleibt in den Betrieben eine wichtige Kultur und sorgt weiterhin für eine Entzerrung des Erntezeitfensters, ermöglicht durch den frühen Erntezeitpunkt Optionen für einen folgenden Winterraps oder den Zwischenfruchtanbau. Gleichzeitig ist sie über die vergangenen Jahre hinweg vergleichsweise ertragsstabil auf einem hohen Niveau, was ihr die Stellung in den Betrieben sichert. Neben der wirtschaftlichen Anforderung, in Zeiten von schwächelnden Futtermärkten einen guten Absatz zu finden, besteht ein weiteres Problem. Auf vielen schweren Ackerstandorten mit Fokus auf den Marktfruchtanbau und Winterungen könnte der Anbau von Wintergerste ohne den herbiziden Wirkstoff Flufenacet in Zukunft herausfordernder werden. Hier sind Fruchtfolgeanpassungen und alternative Integrierte Konzepte nötig, um bei bestehenden Ungrasproblemen weiterwirtschaften zu können. Hier können auch frohwüchsige, bestockungsstärkere Sorten gegebenenfalls zu späteren Saatterminen einen positiven Beitrag leisten.
Der deutsche VEZG-Preis ist auf ein Mehrjahrestief von 1,40 €/ kg SG gefallen, er hat sich nun immerhin auf diesem niedrigen Niveau stabilisiert. Auch in allen anderen EU-Staaten mit großer Schweineproduktion gaben die Erzeugerpreise deutlich nach. Auf die Frage nach den Ursachen für diese ruinöse Situation ist von einer verhaltenen Nachfrage, bedingt durch die Ferienzeit, die Rede, aber auch von preisgünstigen Lieferungen aus Spanien. Man könnte erwarten, dass die spanischen Schweineerzeuger besonders von dem eingeschränkten Export in Drittländer wegen des dortigen Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen wären. Denn bei einem Selbstversorgungsgrad von fast 200 % ist Export existenziell. Stattdessen steht Spanien im Juli 2026 mit einem korrigierten Schweinepreis von 1,75 €/kg SG an der Spitze des wöchentlichen EU-Schweinepreisvergleichs der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e. V. (ISN), während die ähnlich exportorientierten Dänen mit 1,06 €/kg SG die rote Laterne halten.
Integratoren treiben das Geschäft
Ab etwa 2020 hat Spanien Deutschland als größten Schweinefleischproduzenten der EU abgelöst. In Spanien gibt es eine spezielle Struktur der Schweineproduktion: industrielle Mastanlagen, auf Spanisch „Macrogranjas“, gebaut ab 2020 von Integratoren. Diese Anlagen sind hoch technisiert und automatisiert mit mehr als 2.000 Mastschweinen pro Anlage oder mehr als 750 Zuchtsauen. Sie haben keine eigenen beziehungsweise kaum Flächen, auf denen sie Futter für ihre Tiere anbauen und/oder Gülle ausbringen können. Die Anlagen stehen überall im Land verteilt, aber besonders gehäuft in Murcia (an der Mittelmeerküste), Aragon (Nordzentralspanien) und Katalonien. Die Integratoren bilden die komplette Wertschöpfungskette ab, von der Ferkelerzeugung bis zur Fleischverarbeitung. Dabei setzen sie nicht nur auf die Erzeugung in eigenen Ställen, sondern auch auf die Vertragsproduktion mit Tausenden Familienbetrieben.
Effekte der spanischen Schweineproduktion
Wegen der hohen Umweltbelastung durch Gülle hat die EU-Kommission am 4. Mai der Regierung in Madrid ein Aufforderungsschreiben geschickt, weil ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) bezüglich zu hoher Stickstoffeinträge nicht vollständig umgesetzt worden sei. Es geht um nicht vorschriftsgemäße Ausbringungstechniken der Gülle und zu hohe Stickstoffeinträge. Das Futtergetreide wird zum größten Teil importiert, vor allem vom Schwarzen Meer. Laut spanischem Landwirtschaftsministerium seinen davon im Wirtschaftsjahr 2025/2026 nur 14,4 Mio. t importiert worden, wegen der höheren Inlandsproduktion. Bemerkenswert ist auch, dass 2024 allein aus den Niederlanden knapp 2,4 Millionen Ferkel nach Spanien gefahren wurden.
Spanischer Schweinepreis
Die Konzerne sind offensichtlich bereit, die Erzeugerpreise in Krisenzeiten zu stützen, weil sie in der Vertragsproduktion gutes Geld mit dem Verkauf von Futter und Ferkeln an die Landwirte verdienen. Auch das stark aufgestellte Absatz- und Exportgeschäft nutzt der dortigen Schweinebranche. So ist Spanien keineswegs vom Drittlandsgeschäft abgeschnitten. Mit Exporten von knapp 500.000 t war Spanien von Januar bis Mai 2026 immer noch größter Drittlandsexporteur der EU. Die ASP-Restriktionen betreffen fast ausschließlich die Provinz Barcelona. Der Großteil der Schlachthöfe darf dank eines Regionalisierungsabkommens weiterhin nach China liefern. Hier können die Fleischkonzerne, ähnlich wie auf dem vom Tourismus gestützten Inlandsmarkt, gute Margen für bestimmte Teilstücke erzielen. Und eine Mischkalkulation ermöglicht der Branche, andere Exportartikel wie Schinkenware und Lachse zur Not auch zu Billigpreisen im EU-Binnenmarkt unterzubringen.
Ein gesundes Euter ist eine wesentliche Voraussetzung für eine wirtschaftliche Milchproduktion. Der Gehalt an somatischen Zellen in der Milch ist ein bewährter Indikator für die Beurteilung der Eutergesundheit, dessen detaillierte Betrachtung sich lohnt. Erhöhte Werte weisen auf eine Abwehrreaktion im Euter hin und sind ein Hinweis auf subklinische oder klinische Mastitiden. Diese Erkrankung ist eine der wesentlichen Ursachen für Einbußen in der Milchmenge und -qualität. Verschiedene wirtschaftliche Betrachtungen von Mastitiden zeigen, dass der größte Kostenblock der Erkrankung die verminderte Milchleistung ist. Doch wie eng hängen Zellzahl und Milchleistung tatsächlich zusammen? Und welche Rolle spielen Herdenleistung, Herdengröße, Laktationszahl oder die Rasse?
Um diese Fragestellungen genauer zu betrachten, wurden die Daten der Milchleistungsprüfung 2025 des Landeskontrollverbands Schleswig-Holstein (LKV) ausgewertet: rund 2,6 Millionen Einzelkontrollen von 351.556 Kühen aus 2.046 Betrieben. Einbezogen wurden Zellzahl, Tagesmilchmenge, Rasse, Laktationsnummer, Laktationsstadium, Herdenleistung und Herdengröße.
Zellzahl und Milchleistung
Über alle untersuchten Rassen hinweg zeigt sich: Mit steigender Zellzahl geht die durchschnittliche Tagesmilchmenge zurück (Abbildung 1). Im einfachen Gesamtmodell war ein fünffach höherer Zellzahlwert – der Schritt von 20.000 auf 100.000 Zellen je 1 ml – mit rund 3 kg weniger Milch je Kuh und Tag verbunden. Rassespezifisch lag der geschätzte Rückgang zwischen 2,7 und 3,0 kg. In den höheren Zellzahlklassen schwanken die Durchschnittswerte stärker und zeigen eine leicht steigende Tendenz. Diese Auffälligkeit lässt sich wahrscheinlich statistisch durch Selektionsentscheidungen auf den Betrieben erklären. Vergleichbare Zusammenhänge wurden auch in internationalen Untersuchungen beobachtet. Auch wenn die Auswertung keinen exakten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang für die einzelne Kuh liefert, muss der negative Einfluss hoher Zellzahlen unbedingt beachtet werden.
Die Altersstruktur prägt die Zellzahlverteilung. In der niedrigsten Klasse bis 50.000 Zellen befinden sich 42,5 % der Ergebnisse von Kühen in der ersten Laktation. Nur 15 % entfallen auf Kühe ab der vierten Laktation. In der höchsten Klasse mit über einer Million Zellen verteilen sich die Fälle dann relativ gleichmäßig mit zirka 20 % auf die ersten drei Laktationen. Die vierte und höhere Laktationen weisen mit 38,6 % die meisten Problemfälle auf (Tabelle 1).
Der Zusammenhang mit der Milchmenge ist nicht in jeder Laktation gleich stark ausgeprägt. Bei Erstlaktierenden fiel er schwächer aus als bei älteren Kühen. Besonders auffällig waren die Ergebnisse von Kühen in der zweiten und dritten Laktation. In der Spätlaktation war ein fünffach höherer Zellzahlwert in diesen Gruppen mit rund 4,0 kg weniger Tagesmilchmenge verbunden. Bei Erstlaktierenden lag der entsprechende Wert bei etwa 2,5 kg (Tabelle 2). Das passt zu Studien, die stärkere Milchverluste bei höheren Paritäten und in späteren Laktationsabschnitten beschreiben. Ein möglicher Grund hierfür ist, dass Erstlaktierende normalerweise eine geringere Tagesleistung (und Zellzahl) aufweisen. Zusätzlich steigt mit zunehmender Laktationszahl das Risiko, dass bei Kühen bereits Vorerkrankungen im Euterbereich vorliegen, die gegebenenfalls chronisch geworden sind. Die Beobachtung, dass der Milchrückgang in der vierten Laktation nicht weiter zunimmt, könnte auf einen Selektionseffekt zurückzuführen sein, da in der Regel nur robuste Kühe im Bestand verbleiben.
Spätlaktation verdient besondere Aufmerksamkeit
Das Laktationsstadium beeinflusst sowohl das Leistungsniveau als auch die Zellzahl. Ab dem 200. Laktationstag wurde in fast allen Laktationsgruppen der negative Zusammenhang mit hohen Zellzahlen zum Ende der Laktation stärker. Das bedeutet nicht, dass erhöhte Zellzahlen erst spät problematisch werden. Es zeigt vielmehr, dass derselbe Zellzahlwert je nach Zeitpunkt eine andere Bedeutung haben kann.
Am Anfang steht die Probenahme auf dem Betrieb durch Mitarbeiter des LKV. Foto: Daniela Stadter
Für die Praxis empfiehlt es sich daher, Zellzahlauswertungen nicht nur für die gesamte Herde zu betrachten, sondern Frischmelker, Kühe in der Hauptlaktation und Tiere vor dem Trockenstellen getrennt zu beurteilen. So lassen sich Auffälligkeiten früher erkennen und gezielter einordnen. Ebenso wichtig ist der Blick auf die betroffenen Tiere: Steigen die Zellzahlen bei vielen Kühen gleichzeitig an, deutet dies häufig auf ein aktuelles Herdenproblem hin – beispielsweise auf Mängel der Stallhygiene, Liegeboxenpflege oder im Melkablauf. Sind dagegen immer wieder dieselben Kühe betroffen, stehen eher chronische Eutererkrankungen im Vordergrund. Hier sollte geprüft werden, ob bakteriologische Untersuchungen und gezielte Behandlungen sinnvoll sind. Langfristig sollten chronisch kranke Tiere bei dauerhaft ausbleibendem Therapieerfolg die Herde verlassen.
Hohe Zellzahlen sind deshalb nicht nur ein Hinweis auf die Gesundheit einzelner Kühe, sondern auch ein wichtiges Managementinstrument. Wer Veränderungen früh erkennt und deren Ursache eingrenzt, kann Milchverluste vermeiden und die Eutergesundheit des gesamten Bestandes nachhaltig verbessern.
Rasse spielt eine Rolle – aber eine kleinere
Rasseunterschiede im Leistungsniveau und im Zusammenhang mit der Zellzahl sind statistisch nachweisbar, fallen aber gegenüber den Faktoren Laktationsnummer und Laktationsstadium geringer aus. Die Laktationsnummer und das Laktationsstadium haben demnach einen deutlich höheren Einfluss. Rassevergleiche sollten daher nicht ohne Berücksichtigung von Alter, Laktationsstadium und Haltungssystem bewertet werden.
Einfluss der Betriebsstruktur
Auf Betriebsebene zeigte sich ebenfalls kein einfaches Muster. Die Herdenleistung stand deutlicher mit der durchschnittlichen Zellzahl in Verbindung als die Herdengröße. Leistungsstärkere Herden wiesen in vielen Größenklassen tendenziell niedrigere Herdenjahreszellzahlen auf (Abbildung 2). Die Herdengröße allein erklärte dagegen nur einen sehr kleinen Teil der Unterschiede.
Das belegt nicht, dass eine hohe Leistung die Zellzahl senkt. Es spricht eher dafür, dass leistungsstarke Betriebe Tierbeobachtung, Melkroutine und Eutergesundheitsmanagement häufig konsequent organisieren. Eine große Herde ist nicht von vornherein problematischer; entscheidend ist, ob Abläufe und Betreuung mit der Herdengröße mitwachsen.
Konsequenzen für das Herdenmanagement
Die Auswertung bestätigt die Zellzahl als unverzichtbaren Indikator zur Beurteilung der Eutergesundheit sowie zur Überwachung der Herde und der Einzeltiere. Für eine belastbare Einordnung sollte die Zellzahl jedoch immer im Zusammenhang mit weiteren Faktoren wie Laktationsnummer, Laktationsstadium und dem Zellzahlverlauf der letzten Kontrollen betrachtet werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Kühe in der zweiten und dritten Laktation sowie Tiere in der Spätlaktation, weil dort hohe Zellzahlen besonders eng mit einer geringeren Milchmenge verbunden waren. Zwei Herden mit gleichem Zellzahlmittel können zudem aufgrund einer unterschiedlichen Altersstruktur eine andere Ausgangslage haben.
Wertvolle Unterstützung bei der Überwachung und Bewertung der Eutergesundheit bieten die Auswertungen der Milchkontrolle sowie der Eutergesundheitsbericht, der Kennzahlen zu eutergesunden Tieren, Neuerkrankungen, Heilungsraten und chronisch auffälligen Kühen ausweist. Zusammen mit den Einzeltierverläufen werden Handlungsbedarf und betriebliche Schwachstellen früher sichtbar.
Fazit
Mit steigender Zellzahl sinkt die Milchleistung im Mittel deutlich. Wie stark dieser Zusammenhang ausfällt, hängt wesentlich von Laktationsnummer und Laktationsstadium ab. Rasse und Herdengröße tragen zur Einordnung bei, sind aber nicht die entscheidenden Faktoren. Zellzahlen sind deshalb besonders aussagekräftig, wenn nicht nur der Wert selbst, sondern auch die Kuh dahinter betrachtet wird.
Das Bundeskabinett hat in der vergangenen Woche die Novelle des EEG 2027 sowie das Netzanschlusspaket beschlossen. Der Bundesverband WindEnergie (BWE) warnt vor den Risiken für die Zukunft des Energiesystems und des Wirtschaftsstandorts.
Trotz breiter Vorschläge und Positionen aus der Praxis habe es seit den Leaks im Februar und dem Referentenentwurf kaum Änderungen der Gesetzentwürfe gegeben. Noch nie zuvor habe laut BWE die Bundesregierung den Sachverstand der Praxis so ignoriert wie mit dieser EEG-Novelle und dem Netzanschlusspaket. Der Verband teile den Anspruch, die Systemeffizienz zu steigern und die Systemkosten zu senken. Dies werde mit diesen Gesetzen jedoch nicht gelingen.
Der im Koalitionsvertrag angekündigte verlässliche Rahmen für den Ausbau Erneuerbarer Energien werde mit den geplanten Regelungen nicht geschaffen. Der BWE fordert deshalb im parlamentarischen Verfahren deutliche Nachbesserungen. Er kritisiert zudem, dass die breite Kritik zum Netzanschlusspaket ausgeblendet worden sei und das Gesetz nun wie ein Blockadeinstrument wirke.
Entwürfe stehen Koalitionsvertrag entgegen
„Deutschland braucht mehr Erneuerbaren Strom. Was wir stattdessen bekommen, sind weniger Ausbauperspektiven“, kritisiert BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek. Der Koalitionsvertrag bekennt sich zu einem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien als Grundlage für Wachstum, Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie. „Die aktuellen Entwürfe für EEG und Netzpaket werden diesem Anspruch nicht gerecht. Sie gefährden die Zukunft unseres Energiesystems, den Wirtschaftsstandort Deutschland und unsere Klimaziele gleichermaßen“, erklärt Heidebroek.
Der BWE appelliert an Bundestag und Bundesrat, die Gesetzentwürfe im parlamentarischen Verfahren grundlegend nachzubessern. Es gelte, die Direktbelieferung für den industriellen Mittelstand aufzunehmen, Power-Purchase-Agreements (PPA) zu ermöglichen und die verbindliche Überbauung von Netzverknüpfungspunkten zu gewährleisten. Eine europarechtlich mögliche Ausgestaltung der Contracts for Difference (CfD) mit Marktwertkorridor und Wechselmöglichkeit zwischen CfD und PPA seien zur Umsetzung der Rechenzentrumsstrategie und der Chemieagenda der Bundesregierung nötig. Zusätzliche Bürokratie in Form komplexer Pachtenbegrenzung oder Zusatzregelungen bei der Kommunalabgabe widerspreche dem Anspruch der Bundesregierung, die Wirtschaft von Bürokratie zu entlasten. Massive Risiken entstünden durch das Netzanschlusspaket. Der Redispatch-Vorbehalt stelle ein klares Verhinderungsinstrument dar, sei europarechtlich unzulässig und werde zu Klagen führen. In Kombination mit der überstürzten Einführung einer bundesweiten Wirkleistungsbegrenzung werde dies zum Bumerang für Investitionen, so der BWE.
Die Bundesregierung begründet ihre Pläne damit, dass sie die Systemkosten senken und Energie bezahlbarer machen wolle. Tatsächlich bewirkten die vorgesehenen Eingriffe jedoch das Gegenteil: Sie gefährdeten laut BWE Investitionen in den kostengünstigen Ausbau Erneuerbarer Energien, hielten Abhängigkeiten von fossilen Importen aufrecht und trieben somit die Gesamtkosten des Energiesystems in die Höhe. Impulse für die Digitalisierung und den schnelleren Netzausbau fehlten ebenfalls. Freiheiten für einen marktlichen Ausbau seien nicht zu finden. Vorschläge des BWE und anderer, wie die Systemkosten gesenkt und Versorgungssicherheit und Investitionssicherheit gestärkt werden könnten, seien ignoriert worden. „Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie legt hier Gesetze vor, die das im Klimaschutzprogramm vereinbarte zusätzliche Ausschreibungsvolumen ins Leere laufen lassen. Was nun im Kabinett beschlossen wurde, ist ein Vertrauensbruch”, resümiert Heidebroek.
Auf Kritik folgt weitere Verschlechterung
Auch aus Sicht des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) stellt der Kabinettsbeschluss eine Verschlechterung gegenüber den schon kritisch bewerteten Referentenentwürfen dar. Die fachliche Expertise der Branche sei in einem sehr kurzen, intensiven Beteiligungsprozess zunächst angefordert, dann aber augenscheinlich ignoriert worden, so der BEE. Der Bundestag sei jetzt gefragt, deutliche Nachbesserungen vorzunehmen, um Arbeitsplätze und Wertschöpfung nicht zu gefährden.
BEE: Ausbauziele nicht mehr zu erreichen
Ursula Heinen-Esser, BEE-Präsidentin: „Die Erneuerbaren sichern Wertschöpfung vor Ort, mehr als 430.000 Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette, Investitionen von deutlich über 30 Mrd. € und wirken dämpfend auf die Energiepreise. Mit den beschlossenen Gesetzen in ihrer jetzigen Form sind nicht nur die Ausbauziele nicht mehr zu erreichen, sie laufen auch den erklärten Zielen des Koalitionsvertrages zuwider. Die Branche plädiert seit Jahren für ein zeitgemäßes, flexibles Energiesystem, das neue Geschäftsmodelle ebenso ermöglicht wie ein stärker marktorientiertes Wirtschaften. All das wird mit den nun vorliegenden Beschlüssen nicht erreicht.”
Aus Sicht des Fachverbands Biogas besteht ebenfalls Anpassungsbedarf: „Dieser Kabinettsentwurf setzt sichere, heimische Bioenergieleistung im Gigawattbereich aufs Spiel und bedeutet das Ende für zahlreiche Biogasanlagen. Dabei könnten allein durch die Flexibilisierung des Anlagenbestands bis 2030 12 GW gesicherte, flexible und Erneuerbare Leistung bereitgestellt werden. Dafür brauchen wir ein deutlich größeres Ausschreibungsvolumen, die Anhebung des Flexzuschlags und eine Verlängerung des Vergütungszeitraums”, so Horst Seide.
Auch die Solarenergie sieht ihre Interessen in besonderem Maße berührt. Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, erklärt: „Wenn der Bundestag im Herbst nicht grundlegend nachbessert, drohen Umsatzeinbrüche in Milliardenhöhe, der Verlust Zehntausender Solarjobs und eine deutlich längere Abhängigkeit unserer Volkswirtschaft von immer teurer werdenden Energieimporten.“
Die Bundesregierung hat zentrale energiepolitische Reformen auf den Weg gebracht: Ende Juli passierten die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und das sogenannte Netzpaket das Kabinett. Mit beiden Vorhaben will das federführende Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) nach eigenen Angaben die Energiewende kosteneffizienter gestalten.
Ressortchefin Katherina Reiche (CDU) sprach von einem „Paradigmenwechsel“ bei den Erneuerbaren Energien. „Erstmals seit Einführung der Förderung berücksichtigen wir beim Ausbau systematisch auch, wo neue Anlagen für das Stromnetz sinnvoll sind“, sagte die CDU-Politikerin. Orientiere sich der Zubau stärker am Netz, ließen sich Redispatch-Kosten von jährlich 3 Mrd. € vermeiden. Am Ziel, den Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix bis 2030 auf 80 % zu steigern, hält die Regierung gleichzeitig fest.
Fokus auf günstigeren Freiflächenanlagen
Beim Solarausbau will das BMWE den Fokus künftig auf die vergleichsweise günstigeren Freiflächenanlagen legen. Ein Kernstück der EEG-Novelle ist daher die Neuregelung der Förderung für kleine Dach-PV-Anlagen: Ab 2027 fällt sie zunächst für drei Jahre deutlich geringer aus als bisher, bevor sie ganz ausläuft. Kleine Dach-PV-Anlagen seien gemäß BMWE auch ohne Förderung rentabel. An die Stelle der festen Einspeisevergütung tritt dann ein Direktvermarktungssystem.
Für große, geförderte Erneuerbare-Energien-Anlagen sollen durch neu eingeführte sogenannte Differenzverträge (Contracts for Difference) in Phasen hoher Strompreise „Übergewinne“ abgeschöpft werden, wodurch die Förderkosten gesenkt werden sollen. Ausgenommen davon sind Biomasseanlagen.
Gespart wird im neuen EEG auch bei Agri- und Moor-PV: Der Bonus für diese „besonderen Solaranlagen“ soll laut Gesetzentwurf auf das „notwendige Maß“ verringert werden. Das BMWE will zudem einen Pachtdeckel für durch das EEG geförderte Windenergieanlagen einführen, um deren Projektkosten „spürbar“ zu verringern und dadurch den Förderbedarf zu begrenzen. Laut Reiche dürfte dies die Kosten pro Windenergiestandort um 35.000 € senken.
Redispatch-Vorbehalt und höherer Maisdeckel
Zentraler Teil des Netzpakets ist, dass Erneuerbare-Energie-Anlagen in überlasteten Netzgebieten künftig keine Entschädigung mehr erhalten, wenn sie wegen Netzengpässen abgeregelt werden. Dieser umstrittene „Redispatch-Vorbehalt“ wurde gegenüber einem im Frühjahr geleakten Arbeitsentwurf allerdings abgeschwächt. Das BMWE erwartet dennoch, dass durch das neue Instrument die Systemkosten sinken werden. Laut Reiche solle dadurch allerdings nicht der Ausbau der Erneuerbaren ausgebremst werden. Zudem würden Netzbetreiber in Engpassregionen verpflichtet werden, das Netz „deutlich schneller auszubauen“, erklärte sie.
Laut Reiche solle auch die Bioenergie im Stromsystem der Zukunft eine Rolle spielen. Laut dem Gesetzentwurf soll dafür die installierte Leistung von Biomasseanlagen bis 2030 von 8,5 auf 9,5 GW steigen. Ab 2027 werden die Ausschreibungsmengen für Biogas in Gesamtsumme angehoben. Das Volumen beträgt dabei zunächst jährlich 1.000 MW, ab 2029 dann 750 MW und ab 2031 nur noch 500 MW. Gänzlich gestrichen wird dagegen das Ausschreibungssegment für Biomethananlagen. Das BMWE begründet dies zum einen mit den zuletzt nahezu ausgebliebenen Geboten in diesem Segment, zum anderen damit, dass die „wertvolle Bioenergie“ künftig in anderen Sektoren benötigt werde.
Ferner soll die Anschlussförderung für Güllekleinanlagen verlängert werden und der sogenannte Maisdeckel um 5 %-Punkte auf 30 Masseprozent angehoben werden.
Nachbesserungen im Parlament erhofft
Der Beschluss der Bundesregierung stieß in der Erneuerbare-Energien-Branche erwartungsgemäß auf starke Kritik. Die geplante EEG-Novelle riskiere „sehenden Auges den schrittweisen Abbau gesicherter, heimischer Bioenergieleistung im Gigawattbereich“, sagte die Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie, Sandra Rostek. Ihr zufolge seien die Ausschreibevolumina für den Biogasanlagenbestand „de facto ein Sterbepfad“. Die Zielmarke von 9,5 GW installierter Leistung im Jahr 2035 entspreche bereits der heutigen Leistung der Bioenergie im Stromsektor. Bei gleichzeitig steigenden Flexibilitätsanforderungen sinke die Strommenge deutlich, Hunderte Anlagen müssten stillgelegt werden.
Dass die Biomethan-Ausschreibung komplett entfalle, sei insbesondere angesichts der „umfangreichen Förderung von Erdgaskraftwerken nicht vermittelbar“, so Rostek. „Wir setzen nun auf die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, den Kabinettsentwurf im parlamentarischen Verfahren zu korrigieren“, erklärte sie. Auch der Biogasrat+ kritisierte die gestrichene Biomethan-Ausschreibung scharf: Die im Gesetz vorgebrachte Begründung sei „irreführend und sachlich nicht begründet“.
BSW: „Fatales Signal“ für Energiewende
Auf Nachbesserungen im Parlament hofft auch der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW). Nach Einschätzung des Verbandes stelle Reiches Gesetzgebung ein „fatales Signal“ für die Energiewende und den Wirtschaftsstandort Deutschland dar. „Die vorgesehenen Einschnitte gefährden Investitionen in Milliardenhöhe und setzen Zehntausende Arbeitsplätze entlang der solaren Wertschöpfungskette aufs Spiel“, sagte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Kritisch sei vor allem die Neuregelung für kleine PV-Anlagen.
In Schleswig-Holstein gibt es rund 240 Museen. Davon werden einige nur durch ehrenamtliches Engagement am Leben erhalten wie das Tauchermuseum Flensburg. Als Privatinitiative von Gerda und Peter Kopsch im Oktober 2016 eröffnet, seit Mai 2018 von einem gemeinnützigen Verein unter Vorsitz von Peter Kopsch geführt, ist es das einzige öffentliche Museum dieser Art in ganz Deutschland.
An diesem Freitagmorgen sind die Eheleute Kopsch im Tauchermuseum schon früh auf den Beinen. In wenigen Tagen wird hier eine Schülergruppe im Rahmen einer Ferienaktion zu einem Bastelevent erwartet, und es gibt noch jede Menge zu tun. „Seit März 2022 sind wir in der Batteriestraße 63 Untermieter der Firma Dantronik. Diese hat das Gebäude kürzlich schon verlassen, weil es in etwa anderthalb Jahren abgerissen werden soll“, berichtet Peter Kopsch. Bis es so weit sei, dürfe das Tauchermuseum die komplette Fläche allein weiternutzen.
Danach müsse es ebenfalls umziehen. „Wir hoffen sehr, dass es uns gelingen wird, eine neue Bleibe zu finden und das Museum zu erhalten“, wünscht sich der agile Senior. Doch nun werden erst einmal die frei gewordenen Räumlichkeiten mit Leben gefüllt. Während Ehefrau Gerda (79) geschäftig im Hintergrund werkelt, zeigt der 85-Jährige bei einem Rundgang seine auf 90 m2 zusammengetragenen Sammlerschätze aus aller Welt, die eng mit seinem privaten und beruflichen Werdegang verbunden sind.
Zuerst führt der frühere Rettungstaucherausbilder bei der Berufsfeuerwehr Flensburg in einen Raum mit Kompressoren. Sie werden verwendet, um Tauchflaschen mit Atemluft zu füllen. Für einen sicheren Tauchgang sind sie unerlässlich. Zu jedem Kompressor weiß Kopsch die technischen Details. Speziell freut er sich über einen sogenannten vierstufigen K-14-Verdichter aus dem Hause Bauer, der restauriert und voll funktionstüchtig als Spende über Museumsförderin und Tauchpionierin Erika Bayer (1931-2023) den Weg hierherfand.
Weiter geht’s in einen langen Flur, der an den Wänden dicht mit Exponaten rund ums Tauchequipment, die Unterwasserwelt und die Tauchhistorie bestückt ist. Besonders fällt eine Harpunensammlung ins Auge. Harpunen waren einst treue Begleiter von Sporttauchern, gebaut für Präzision und Abenteuer. Mit dem Aufkommen des Tauchsports in den 1950er Jahren waren sie sehr gefragt, um damit auf Fischjagd zu gehen. „Doch der österreichische Tauchpionier, Meeresforscher und Umweltschützer Hans Hass protestierte erfolgreich gegen dieses sinnlose Töten. Danach wurden Harpunen immer seltener verwendet“, weiß Kopsch. Er traf Hass (1919-2013) sogar persönlich und kann in einer Vitrine Originalstücke aus dessen Nachlass präsentieren, die ihm als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurden.
Umweltschützer und Meeresforscher Hans Hass setzte sich erfolgreich gegen die Fischjagd mit Harpunen ein. Foto: Silke Bromm-Krieger
Nach einigen Schritten erreichen wir das Herzstück des Museums, einen großen Ausstellungsraum, in dem eine Vielzahl von Exponaten, eine Fachbibliothek mit Lesebereich und eine Fotowand auf die Besucher warten. In der „Dräger-Ecke“ gibt es Tauchgeräte des Lübecker Unternehmens zu sehen, die Technikgeschichte atmen und anhand derer man nachvollziehen kann, wie sich die Tauchtechnik über Jahrzehnte rasant verändert hat. Zudem sind überall an markanten Stücken QR-Codes angebracht, die über das Smartphone weiterführende Informationen auf Deutsch, Englisch und Dänisch bereithalten. Doch bevor wir die Besichtigung fortsetzen, legen wir an diesem warmen Vormittag eine kleine Trinkpause ein. Willkommene Gelegenheit für Kopsch, Erlebnisse und Anekdoten aus seinem bewegten Leben zum Besten zu geben.
Ein Blick in den großen Ausstellungsraum mit einer Vielzahl an Exponaten rund ums Tauchen. Foto: Silke Bromm-Krieger
Als er mit 15 Jahren die Schule verließ, wollte der Vater, dass er eine Lehre als Betonbauer machte. Sein Sohn hatte zwar anderes im Sinn, aber folgte. Nach der Gesellenprüfung mit 18 Jahren äußerte er den Wunsch, auf Wanderschaft zu gehen oder sich freiwillig als Kampfschwimmer bei der Bundeswehr zu melden. Doch der Vater legte sein Veto ein. „Damals wurde man erst mit 21 Jahren volljährig. Für meine Pläne hätte ich seine Unterschrift gebraucht. Die bekam ich nicht“, blickt er zurück. Also blieb der zu dieser Zeit in Berlin Wohnende zunächst im Baugewerbe. Dabei war es schon längst um ihn geschehen. Er hatte eine Leidenschaft entdeckt, die ihn fortan nie wieder loslassen sollte: das Tauchen.
Besucher können ein Foto von sich im Taucherhelm machen. Foto: Silke Bromm-Krieger
„Mein älterer Bruder Wolfram nahm mich erstmals 1956 zum Tauchen in den Tauchverein DUC Berlin mit. Meinen ersten 20-minütigen Tauchgang, nur in Badehose, absolvierte ich im 5 m tiefen Sprungbecken des Berliner Olympiastadiums bei 14 °C Wassertemperatur“, erzählt er und verrät schmunzelnd, dass er sich anschließend völlig unterkühlt für zwei Stunden unter die heiße Dusche stellen musste.
Das tat der Liebe zum Tauchen jedoch keinen Abbruch. Bald darauf fand sein erster Freiwasser-Tauchgang in einem Trockentauchanzug im Wannsee statt. Kopsch machte die nötigen Tauchscheine und nahm auch mit Erfolg an Wettkämpfen im In- und Ausland teil. Jahrzehnte später wird er beispielsweise über 40-mal Deutscher Meister im Strecken- und Flossentauchen geworden sein sowie 1970 Vizeweltmeister im Streckentauchen und Flossenschwimmen bei den Internationalen Weltmeisterschaften in Paris.
Vom Hobby zum Beruf
Aber zurück zu den Anfängen. Als er volljährig war, konnte Kopsch endlich an eigene berufliche Ambitionen denken: entweder Kampfschwimmer bei der Bundeswehr werden oder Anheuern bei der französischen Spezialfirma Sogetram, die europaweit Taucherarbeiten aller Art ausführte. „Sogetram meldete sich auf meine Bewerbung als Erstes, und so wurde ich dort Berufstaucher“, bemerkt er. Doch obwohl ihm seine Arbeit gefiel, war ihm nach zwei Jahren klar, dass das ständige Herumreisen zu den verstreuten Einsatzorten nicht mit der Gründung einer eigenen Familie in Einklang zu bringen wäre.
Mittlerweile hatte er eine Freundin, die in Kiel lebte. So wechselte er zur Kieler Taucherfirma Unterwasserkrause, 1965 wurde geheiratet, ein Kind erblickte das Licht der Welt, und es kristallisierte sich schließlich das Ziel heraus, bei der Berufsfeuerwehr Flensburg zu arbeiten und hier eine Rettungstaucher-Sparte aufzubauen. Gesagt, getan. Anfang 1968 trat Kopsch seinen Dienst an und blieb bis zum Ruhestand im Jahr 2000. Er legte die Berufstaucherprüfung, die Tauchlehrerprüfung und die Feuerwehrlehrtaucherprüfung ab. Parallel betrieb er nebenberuflich von 1990 bis 2012 die Förde-Tauchschule Kopsch, ab 1998 mit Shop. In all den Jahren sammelte er von seinen weltweiten Reisen und Tauchabenteuern vielfältige Exponate.
Für die Nachwelt erhalten
Auf Taucherart: Gerda und Peter Kopsch gaben sich am 18. September 1998 unter Wasser das Jawort. Foto: Silke Bromm-Krieger
Als er seine Tauchschule altersbedingt schloss, wollte er, dass seine dort verwahrte Privatsammlung, später ergänzt durch Schenkungen und Dauerleihgaben, für die Nachwelt erhalten bleiben sollte. Die Idee eines öffentlichen Tauchermuseums war geboren und wurde mit Begeisterung in Angriff genommen. Tatkräftig unterstützte ihn dabei seine zweite Ehefrau Gerda. Formvollendet auf Taucherart hatte er ihr am 18. September 1998 in der Flensburger Förde unter Wasser das Jawort gegeben. Kopsch zeigt lächelnd an der Fotowand entsprechende Aufnahmen. Auch einen Videoclip von der Trauung in Neptuns Reich gibt es in der museumseigenen Mediathek.
Zum Ende des Rundgangs betreten wir eine Ausstellungsecke, die der Unterwasserfotografie gewidmet ist. Kopsch hat neben weiteren Kameras auch seinen ersten Unterwasser-Fotoapparat mit Blitzlicht ausgestellt, den er 1960 erwarb.
Der passionierte Taucher hat eine Sammlung unterschiedlicher Unterwasserkameras zusammengetragen. Foto: Silke Bromm-Krieger
Übrigens: Noch heute steigt der Rentner mit Tauchgerät in die Flensburger Förde. Da überrascht es kaum, dass er voller Überzeugung sagt: „Im Wasser fühle ich mich wohler als an Land.“ Er liebe einfach das Dahinschweben und Dahingleiten, die Leichtigkeit im nassen Element und das Eintauchen in eine fremde, faszinierende Unterwasserwelt. Zur Vervollständigung sei erwähnt, dass Peter Kopsch sich unermüdlich auch ehrenamtlich um die Tauchsportgemeinschaft verdient gemacht hat.
So war er 1973 Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Unterwasserclubs Baltic Flensburg und 1976 Mitbegründer des Tauchsport-Landesverbands Schleswig-Holstein. Er war und ist eben ein „Froschmann mit Pioniergeist“, wie ihn der NDR in einem „Nordtour“-Beitrag treffend bezeichnete. Weitere Informationen unter www.tauchermuseum-flensburg.de
Die Insel Sylt ist vor allem für ihre langen Sandstrände bekannt und zählt zu den beliebtesten Reisezielen an der deutschen Nordsee.
Die schleswig-holsteinische Insel verbindet exklusive Urlaubsorte mit einer einzigartigen Natur im Unesco-Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer. Darüber hinaus genießt Sylt einen hervorragenden Ruf für seine kulinarischen Spezialitäten. Insbesondere die Austern der Marke Sylter Royal, die von einem heimischen Fischereibetrieb vor Ort gezüchtet werden, sind deutschlandweit bekannt.
Weniger bekannt ist jedoch, dass auch einige der qualitativ hochwertigsten Miesmuscheln Deutschlands in den Gewässern vor Sylt heranwachsen. Die Nordfriesische Seemuschel GmbH im Süden der Insel ist einer von drei Miesmuschelzucht- und -fischereibetrieben in Schleswig-Holstein. Der Betrieb arbeitet und züchtet diese Meeresdelikatessen in Hörnum auf Sylt und ist an seinen grünen Schiffen gut zu erkennen.
Dredge für die Ernte sowie Sortier- und AbfüllanlagenFoto: Frank Eli
Die Muschelzucht weist in ihrer Arbeitsweise viele Parallelen zur Landwirtschaft an Land auf. Zunächst werden die Saatmuscheln an speziellen Netzkollektoren nahe der Wasseroberfläche gewonnen, bevor sie auf ausgewählten Kulturflächen „gesät“ werden. Dort wachsen sie zwei bis drei Jahre heran, bis sie schließlich geerntet werden können.
Umso erfreulicher ist es, dass diese umweltfreundliche Form der Muschelzucht nicht nur hochwertige Konsummuscheln hervorbringt, sondern künftig auch als Ausbildungsstätte für den Nachwuchs in der Küsten- und Kleinen Hochseefischerei dienen soll.
Aus diesem Anlass waren Mitarbeitende des Fachbereichs Fischerei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein vor Ort, um die Voraussetzungen für die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb zu prüfen. Im Rahmen eines informativen Rundgangs an Bord eines Arbeitsfahrzeugs sowie eines ausführlichen Gesprächs mit einem der künftigen Ausbilder erhielten die Verantwortlichen einen umfassenden Einblick in den Betrieb. Besonders beeindruckend war die moderne technische Ausstattung an Bord, die sich von der Brücke über die Arbeitsbereiche unter Deck bis hin zu den Mannschaftskabinen erstreckte.
Perspektivisch möchte der Betrieb seinen eigenen Fachkräftenachwuchs ausbilden und fördern. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein begrüßt dieses Engagement ausdrücklich und freut sich darauf, nach erfolgreichem Abschluss des Anerkennungsverfahrens einen weiteren zukunftsorientierten Ausbildungsbetrieb für die Küsten- und Kleine Hochseefischerei in Schleswig-Holstein anerkennen zu können.
In diesem Jahr gab es einen besonderen Grund zum Feiern, denn die Landjugend Bargum zelebrierte am 18. Juli ihr 50-jähriges Bestehen und das 30. Bettenrennen. Um beide Jubiläen gebührend zu feiern, wurde eine große Party mit zweiter Bühne und bunten Programmpunkten organisiert.
Am Dienstag vor der Party begann der Aufbau. Es wurden Lichtpfähle gesetzt, Lichterketten gespannt und die Getränkezelte aufgebaut. In den darauffolgenden Tagen wurden Bauzäune aufgestellt, Wasserleitungen verlegt und die Tresenzelte vorbereitet. Um sich auf die Fete einzustimmen und die Gemeinschaft zu stärken, wurde abends gemeinsam auf dem Fetenplatz gegessen. Ein aus Landjugendmitgliedern bestehendes Team kümmerte sich dabei um die Verpflegung.
Der letzte Schliff
Die Teilnehmenden hatten das Design ihrer Betten teilweise an beliebte Popkulturmotive angelehnt. Foto: Stine Friedrichsen, Merle Ingwersen
Restarbeiten wurden am Freitag noch bis spät in den Abend erledigt. Am Sonnabendmorgen hieß es dann früh aufstehen, um ab 7 Uhr auf dem Fetenplatz zu sein, Brötchen zu schmieren und die Spielestationen für das Bettenrennen aufzubauen. In diesem speziellen Rennen treten Teams aus mindestens sechs Personen gegeneinander an. Dabei müssen sie eine Strecke von etwa 1,3 km zurücklegen, währenddessen Minispiele absolvieren und einen Fragebogen ausfüllen. Die Regeln sind simpel: Das Bett muss mindestens 90 cm breit sein, darf keinen Motor haben, und es muss eine Matratze darin liegen. Im vorletzten Spiel, dem eigentlichen Rennen, treten immer drei Betten gegeneinander an. Insgesamt 47 Betten mit kreativ umgesetzten Themen gingen an den Start. Mit dabei waren unter anderem ein Wicki- und ein Harry-Potter-Bett.
Mithilfe sogenannter Bumper-Bälle können sich die Spieler während des Fußballspiels gefahrlos rammen. Fotos: Stine Friedrichsen, Merle Ingwersen
Während um 10 Uhr die ersten Betten losrollten, fand parallel ein Gottesdienst auf dem Fetenplatz statt. Über den Tag wurden Brötchen, Kaffee und Kuchen verkauft. Auch Eis von der Trollebüller Eismanufaktur konnte erworben werden. Für die kleinen Besucher war eine Kinder-Spielwiese mit Hüpfburg und Spielgeräten aufgebaut. Nebenan konnte man von Landjugendlichen mit Kinderschminke in Schmetterlinge, Hunde und vieles mehr verwandelt werden. Ab 18 Uhr wurde auf der Livebühne Musik gespielt. Aufgetreten sind Ceenot 71, Die Andersons, Beauty and the Beats und DJ Chris Levels, während auf der Hauptbühne Soundvillage auflegte. Trotz des immer wiederkehrenden Regens war die Stimmung der Feiernden nicht unterzukriegen. Bis 4 Uhr tanzten 3.500 Menschen zur Musik und hatten Spaß.
Die Betten wurden von den Teilnehmern aufwendig umgebaut und dekoriert: vonClaas über Fred Feuerstein bis hin zu Shaun das Schaaf. Fotos: Stine Friedrichsen, Merle Ingwersen
Ein gelungenes Event
Der Abbau zog sich von Sonntagmittag bis in den Montag. Müde und kaputt, aber zufrieden mit dem, was sie in einer Woche auf die Beine gestellt und den Gästen geboten hat, freut sich die Landjugend Bargum schon auf den nächsten dritten Sonnabend im Juli 2027, wenn es wieder heißt: Bargumer Bettenrennen und Fete.
Der Gütezeichen-Stand beim Wacken Open Air (WOA) ist für viele Metal-Heads fester Bestandteil des Festival-Erlebnisses. Schon seit über zehn Jahren werden am Stand regionale Spezialitäten verkauft und die Erlöse an die Wacken Foundation gespendet.
Den Spendenscheck in Höhe von 2.025 € übergab die Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Ute Volquardsen, an Arne Blaschke, Geschäftsführer der Wacken Foundation.
Das Angebot am Stand des Gütezeichens reichte vom Glückstädter Matjes über Käse aus Sarzbüttel und Holtsee bis zu den traditionellen Gütezeichen-Pellkartoffeln. In diesem Jahr wurde zur Freude der Besucher zusätzlich ein neues, deftiges und vitaminreiches WOA-Gericht mit Kohlwurst aus dem Rewe-Regional-Programm (Haltungsform 3) und Sauerkrautprodukten des Kohlosseums kreiert. Die Aktion verbindet zwei Anliegen: Sie unterstützt die Wacken Foundation und macht zugleich auf die Vielfalt und Qualität der Lebensmittel aus Schleswig-Holstein aufmerksam.
Mit der vollständigen Spende des Verkaufsgewinns unterstützt das Gütezeichen Schleswig-Holstein die Arbeit der Wacken Foundation. Die Stiftung fördert Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker aus dem Rock- und Metalbereich.