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Von Siek nach Lütjensee: Ein Islandpferdehof zieht um

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In diesem Herbst dürfte sich mancher Spaziergänger im Kreis Stormarn über eine große Gruppe von Islandpferdereitern gewundert haben. Sie waren Teil eines Hofumzugs, bei dem insgesamt 85 Pferde an den neuen Standort des Islandpferdehofs Silkinat gebracht wurden.

Für Familie Silkinat und ihr Team bedeutete der Umzug des Islandpferdehofs weit mehr als nur den Transport der Pferde. Schon vorher war einiges an Logistik nötig, um Hengsthütten, Weidetore, Sattelschränke, Kleingeräte und Maschinen an den neuen Standort zu bringen. Mit dem Umzug der Pferde sollte der Hofbetrieb in Siek enden und nahtlos in Lütjensee beginnen. Auch die Betreiberfamilie lebt inzwischen auf dem Hof.

„Es gab ein paar Tage, an denen wir in Siek waren und quasi keine Weidetore mehr hatten“, erinnert sich Pauline Schröder, Trainerin des Islandpferde-Reiter- und Züchterverbandes (IPZV) und Pferdewirtin im Team. „Da mussten wir uns kurzfristig anders behelfen.“

Islandpferde statt Brillenschafe

Das neu bezogene Gelände dürfte vielen noch als früherer Biohof der Familie Fielmann bekannt sein. Die Anlage mit den roten Backsteinbauten, dunkler Holzverschalung und ziegelgedeckten Satteldächern stand zuletzt leer. Nun bevölkern Islandpferde die Flächen, auf denen zuvor unter anderem Rotbunte Husumer Schweine, Brillenschafe und Limousin-Rinder lebten. Von der vorherigen Nutztierhaltung zeugen im künftigen Berittstall noch alte Fressgitter, die auf den Abbau warten. Die ehemalige Maschinenhalle dient inzwischen als Reithalle. Im alten Hofladen entstand ein Aufenthaltsraum.

Beim Hofrundgang berichtet Hofbetreiberin Katharina Silkinat, wie es zu dem Standortwechsel kam. „Der Hof in Siek war für uns der Einstieg in die Selbstständigkeit“, erzählt sie und räumt ein, dass sie lange gezögert habe, ob sie diesen Schritt überhaupt wagen solle. Ihr Mann Marcel Silkinat, mit dem sie den Hof gemeinsam betreibt, habe ihr gut zugeredet. Sie hätten bald gemerkt, dass das Betriebskonzept trage. Die Nachfrage nach Einstellplätzen und den weiteren Angeboten sei hoch geblieben. Gleichzeitig habe der Standort in Siek, den sie sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb teilten, ihnen vor allem räumliche Grenzen gesetzt. Schon nach etwa einem Jahr hätten sie begonnen, sich nach einem größeren Hof umzusehen.

Hier wurden Paddocks neu angelegt und Raufen gebaut, bevor die Islandpferde einziehen konnten. Foto: Karen Diehn

Alle Einsteller zogen mit

„Wir haben uns etliche Betriebe hier in der Gegend angesehen. Das blieb natürlich nicht unbemerkt“, erinnert sich Katharina Silkinat, die unter anderem Qualifikationen als IPZV-Trainerin, Sportrichterin und Prüferin nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Islandpferdereiter (API) mitbringt. Bis feststand, dass der Wechsel nach Lütjensee auf den Fielmann-Hof tatsächlich möglich sein würde, gab es eine Phase, in der Familie Silkinat ihren Einstellern noch nicht sagen konnte, wohin es gehen sollte. „Da brauchte es eine Menge Vertrauen.“ Letztendlich hätten aber alle Pferdebesitzer hinter ihnen gestanden und seien mit umgezogen.

Rund einen Monat nach dem Umzug läuft der Betrieb am neuen Standort bereits weitgehend normal, auch wenn die Umbauten weitergehen und manches noch nicht seinen endgültigen Platz gefunden hat. Während beispielsweise die mitgebrachten Sattelschränke der Einsteller längst wieder eingeräumt sind, fehlen Boxentrenngitter. Außerdem müssen die Wasserleitungen repariert werden. „Die sind überall vorhanden, haben aber wohl trotz Isolierung und Heizung irgendwann einmal Frost bekommen“, berichtet Katharina Silkinat.

Ein weiteres Projekt sei die Befestigung der Paddockflächen, und bis zur nächsten Weidesaison müsse weiteres Weideland eingezäunt werden. Am alten Standort bewirtschafteten die Silkinats rund 10 ha, am neuen sind es rund 30 ha. Flächen für eine Oval- und Passbahn sowie einen Longierzirkel sind hier bereits vorgesehen.

Wichtig war dem Team vor allem, dass die Versorgung der mittlerweile rund 60 Pensionspferde am neuen Standort reibungslos weiterlief. Die Tiere leben in verschiedenen Gruppen und Haltungsformen. Darunter sind acht Hengste, die teilweise gemeinsam mit Wallachen im eigenen Offenstall mit Paddock und Weidestück gehalten werden.

„Einige Routinen müssen sich noch finden“, so Pauline Schröder. „Die Wege hier sind viel länger.“ Gerade mit Blick auf die nasskalte Jahreszeit freut sich die Trainerin über die neue Reithalle: Beritt und Unterricht können nun wetterunabhängig stattfinden. „Manchmal komme ich mir vor wie in einer Blase und kann gar nicht realisieren, dass wir jetzt hier sind“, sagt Katharina Silkinat und lacht. Pauline Schröder pflichtet ihr bei: „Man kann es kaum fassen.“

Bartblumen bei der Kammer im Test

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19 Sorten, drei Jahre, elf Prüfstandorte und sechsmal die Bestnote: Die Bundesgehölzsichtung der Bartblumen (Caryopteris) unter Beteiligung des Gartenbauzentrums der Kammer in Ellerhoop hat ihre Spitzenreiter gefunden.

Die Sorten ,Blauer Spatz’, ,Kojuccbb Blue Balloon‘, ,Blue Knight’, ,Lissteph Stephi‘, ,Lissilv Sterling Silver‘ und ,Janice Sunny Blue‘, die alle der Hybridart Caryopteris x clandonensis zugeordnet werden, erhielten drei Sterne (***) und damit das Prädikat „ausgezeichnet“. Sie dürfen künftig das Gütezeichen „Premiumgehölz der Bundesgehölzsichtung“ tragen.

Seit 2023 standen die 19 Bartblumen-Sorten an den elf Standorten der Bundesgehölzsichtung auf dem Prüfstand. Kürzlich nahm der Arbeitskreis auf seiner Jahrestagung beim Bundessortenamt in Hannover die abschließende Bewertung vor.

Das Ergebnis zeigt deutliche Unterschiede im Sortiment: Neben den sechs ausgezeichneten Sorten wurden sechs weitere mit zwei Sternen (**) als „sehr gut“ bewertet. Eine Sorte erhielt einen Stern (*) und damit die Bewertung „gut“. Sechs Sorten wurden als „entbehrlich“ eingestuft.

Welche Sorten mit welchen Eigenschaften punkten, werden die ausführlichen Berichte der Bartblumen-Sichtung zeigen. Sie erscheinen ab Anfang 2027 in der Fachpresse und anschließend auf der Webseite des Arbeitskreises Bundesgehölzsichtung.

WBFSH-Züchter des Jahres 2026

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Immer zum Ende des Jahres kürt der Weltsportpferdezuchtverband (World Breeding Federation for Sport Horses, WBFSH) die Züchter des Jahres in den Kategorien Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Wie schon im Vorjahr gingen gleich zwei der Titel nach Deutschland.

Zum zweiten Mal in Folge darf sich Stephan Kurz aus Baden-Württemberg über den Titel des WBFSH Dressage Breeder of the Year freuen. Springpferdezüchter des Jahres ist Timm Peters aus Bargenstedt, Kreis Dithmarschen. Sein Bull Run’s Jireh springt unter der US-Amerikanerin Kristen Vanderveen von Erfolg zu Erfolg. In diesem Jahr gewann der Wallach von Uriko aus der Conella von Colman unter anderem in Doha den CSI5*-Grand-Prix und siegte in Rom über 1,60 m.

Timm Peters ist ein etablierter Züchter, aus dessen Familienbetrieb bereits zahlreiche erfolgreiche Sportpferde sowie gekörte Hengste hervorgingen. Im vergangenen Jahr wurde er als Holsteiner Züchter des Jahres geehrt, nun folgt der Titel als WBFSH-Springpferdezüchter des Jahres. „Für meine Familie und mich ist diese Auszeichnung etwas ganz Besonderes“, sagt er. „Vor 26 Jahren habe ich die Zucht von meinem Vater übernommen, und seitdem durften wir schon den einen oder anderen Erfolg, aber auch einige Rückschläge erleben. Mit Jireh nun dieses weltweit beachtete Ranking anzuführen, erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit.“

Im Ranking der Zuchtverbände für Springpferde ordnet sich der Holsteiner Verband als bester deutscher Zuchtverband auf Platz drei ein. Die vorderen Plätze gehen an den französischen Zuchtverband Selle Français und das Stutbuch Zangersheide aus Belgien.

Auch in der Vielseitigkeit behaupten sich Holsteiner Pferde erfolgreich auf internationaler Ebene. Im WBFSH-Ranking finden sich sechs Vertreter unter den 26 bestplatzierten Pferden. Damit belegen die Holsteiner und ihre Züchter im diesjährigen Gesamtranking der Stutbücher in der Vielseitigkeit den Silberrang.

Mit dem zweiten Platz des Züchterrankings in der Vielseitigkeit wurde Fritz Maschmann aus Wrohe, Kreis Rendsburg-Eckernförde, für die Erfolge seines Diabolo von Diarado-Aljano belohnt. Genau wie Bull Run’s Jireh ist der Wallach ein Vertreter des Holsteiner-Stamms 890. Unter William Coleman aus den USA gehört er seit mehreren Jahren zur Weltspitze. In diesem Jahr gewannen die beiden mit der Mannschaft die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Aachen und belegten im Einzel einen starken vierten Platz. pm

Zwiebelblumen für Insekten

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Mit Zwiebelblumen startet das Frühjahr wunderbar bunt. Einige Arten bieten von Februar bis Juli Hummeln, Bienen und anderen Nützlingen eine wertvolle Nahrungsquelle. Noch ist Pflanzzeit, um besonders insektenfreundliche Arten in den Boden zu bringen.

Die Frühlingsanemone öffnet ihre Blüten von März bis April nur bei Sonnenschein. Foto: Karin Stern

In bestehende Staudenbeete lassen sich kleinere Zwiebelblumen wie Anemonen (Anemone blanda) und Blausternchen (Scilla) prima am Rand oder zwischen niedrigen Stauden auch nachträglich noch einbringen. Großkronige Narzissen (Narcissus) oder die langen Stängel des Zierlauchs (Allium) machen sich gut zwischen höheren Stauden. Optisch reizvoll sind größere Gruppen von Frühjahrsblühern. So kommt ihre Farbenpracht eindrucksvoll zur Geltung.

Bei Problemen mit Wühlmäusen empfiehlt sich die Pflanzung in Kübel, Kästen oder Kisten. Für besonders üppige Ergebnisse sorgt die sogenannte Lasagne-Methode. Dabei pflanzt man die Zwiebeln in mehreren Schichten übereinander. Ganz unten im Topf platziert man die großen Zwiebeln wie Narzissen. Die mittlere Pflanzschicht besteht aus mittelhohen Tulpen und die oberste Schicht aus den kleinen Zwiebeln von Krokus oder Traubenhyazinthe. Tipp: Die einzelnen Schichten versetzt pflanzen.

Krokusse bieten Insekten schon im zeitigen Frühjahr einen gedeckten Tisch. Foto: Karin Stern

Große Rasenflächen bieten Raum für Krokus (Crocus), Winterling (Eran­this) und Schneeglöckchen (Galanthus). Im Laufe der Zeit bilden sie hübsche Blütenteppiche. Diese Ausbreitung über Tochterzwiebeln und Selbstaussaat nennt man Verwildern. Das sieht nicht nur gut im Gras aus, sondern bringt auch viel Farbe unter Laubbäume und Gehölze. Dafür eignen sich auch Blausternchen (Muscari), verschiedene Wildtulpen (Tulipa sylvestris) und Schneeglanz (Chionodoxa). Sie bevorzugen allesamt lockeren, humosen Boden an einer Stelle, die im Frühjahr ausreichend Sonne abbekommt. Einmal gepflanzt, kann man diese zum Verwildern geeigneten Arten einfach sich selbst überlassen. Sie wollen möglichst ungestört wachsen. Tipp: Die Zwiebeln lagern nach der Blüte Nährstoffe ein. Daher wird mit dem ersten Rasenschnitt gewartet, bis das Laub vollständig vertrocknet ist.

Doch auf welche Arten fliegen denn nun Insekten ganz besonders? Zu den frühen Nahrungsquellen zählt der Türkische Winterling (Eranthis cilicica). Seine leuchtend gelben Blüten erscheinen im Februar etwas später als die von Eran­this hyemalis und sind zudem etwas größer. Diese Art verträgt auch etwas mehr Trockenheit, verlangt jedoch einen halbschattigen Standort. Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) hingegen möchten gern im lichten Schatten stehen. Die zarten Frühlingsblüher wachsen etwa 10 cm hoch und blühen ab Februar. Schnee und Eis lassen das zauberhafte Schneeglöckchen dank der pflanzeneigenen „Heizung“ kalt. Mithilfe der Zwiebel produziert das Schneeglöckchen Wärme und bringt damit sogar Schnee zum Schmelzen.

Blausternchen samen sich sehr willig aus. Foto: Karin Stern
Das satte Gelb der Winterlinge lockt so manche Hummel an. Foto: Karin Stern
Wildtulpen sind erstaunlich langlebig. Sie erscheinen alljährlich wieder. Foto: Karin Stern


Unter den früh blühenden Wildkrokussen empfehlen sich besonders Elfen-Krokus (Crocus tomasianius), der Toskanische Krokus (Crocus etruscus) und der Balkan-Krokus (Crocus chrysathus). Dessen Sorte ‚Prins Claus‘ erfreut mit einer reinweißen Blüte und verbreitet sich willig, ebenso wie der trockenheitsverträgliche Elfen-Krokus. Er liebt frühjahrshelle Stellen unter Gehölzen.

Weiß und blau blühende Frühlingsanemonen in Gemeinschaft mit weiß blühenden Narzissen Foto: Karin Stern

Von März bis April erscheinen die Frühlingsanemonen (Anemone blanda). Bei Sonnenschein öffnen sich die Blüten von ‚Blue Shades‘ (blau) und ‚White Splendour‘ (weiß). Durch Selbstaussaat entstehen schnell dichte Teppiche auf locker-humosem Boden unter Laubgehölzen. Mit der früh blühenden Tenby-Narzisse (Narcissus pseudonarcissus ssp. obvallaris) lassen sich beeindruckende Narzissen-Wiesen gestalten. Die goldgelben Blüten zeigen sich von März bis April. Zeitgleich erblühen die weißen Blütensterne der Gnomen-Tulpen (Tulipa turkestanica). In der Mitte zeigen sie einen auffälligen gelben Fleck. Die grazile Wildtulpe punktet mit bis zu zwölf Einzelblüten an einem Stiel. Eine hübsche Ergänzung dazu sind Blausternchen (Scilla bifolia). Die beste Wirkung erzielen größere Gruppen unter Laubgehölzen, deren lichten und kühlen Schatten sie lieben.

Die blauen Blütenglocken der Hasenglöckchen ziehen viele Insekten an. Foto: Karin Stern
Lerchensporn bringt bunte Farben in den Frühling. Foto: Karin Stern
Traubenhyazinthen breiten sich im Laufe der Jahre gerne aus, wenn man sie aussamen lässt. Foto: Karin Stern


Das Hasenglöckchen (Hyacintho­ides non-scripta) setzt den blauen Blütenreigen fort. Richtig bunt hingegen wird es mit den verschiedenen Sorten des Gefingerten Lerchensporns (Corydalis solida). Schon früh im Jahr zeigt sich das graugrüne, farnartige Laub. Die Blüten in Lila, Rot, Rosa oder Weiß öffnen sich im April. Bald nach der Blüte zieht der Lerchensporn komplett ein, versamt sich aber vorher zuverlässig. Auf diese Weise breitet sich auch die Armenische Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) aus. Zu den spät blühenden Insektenmagneten zählt der Zierlauch ‚Purple Sensation‘ (Allium aflatunense). Seine kugeligen Blütenköpfe schweben von Mai bis Juni auf bis zu 100 cm hohen Stielen über dem Beet. Der Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon) zieht im Juli unzählige Schmetterlinge an. Tipp: Diese Art wirkt in großer Stückzahl im vollsonnigen Staudenbeet am schönsten. 

Nicht kleckern, sondern klotzen: Riesenlauch beeindruckt mit seiner Ausstrahlung. Foto: Karin Stern

Milchpreisvergleich

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Die Milchanlieferung in Deutschland bewegt sich inzwischen nur noch knapp über der Vorjahreslinie. Seit Jahresbeginn liegt die Milcherzeugung allerdings weiterhin um 4,8 % über dem Vorjahresniveau. Die Meiereien haben ihre Auszahlungspreise für September nochmals angehoben. Von den 15 in unserem Milchpreisvergleich aufgeführten Meiereien erhöhten 14 ihre Grundpreise. Die Zuschläge bewegten sich zwischen 0,55 und 3,00 ct/kg.

Der Durchschnittspreis stieg damit um 1,30 ct auf 39,06 ct/kg. Die Spanne reicht nun von 37,20 bis 43 ct/kg. Damit hat sich insbesondere das obere Ende der Preisspanne nochmals nach oben verschoben. In Süddeutschland werden zwischen 37,00 und 41,30 ct/kg gezahlt, in Ostdeutschland zwischen 33,00 und 40,00 ct/kg. Bei den westdeutschen Meiereien bewegt sich die Spanne zwischen 37,90 und 40,90 ct/kg. Im Durchschnitt liegen die norddeutschen Meiereien damit weiterhin auf einem vergleichsweisen hohen Niveau.

Uneinheitliche Teilmärkte

Die Entwicklung an den Märkten für Milchprodukte zeigt weiterhin deutliche Unterschiede. Während die Preise für Milchfett unter Druck stehen, zieht die Nachfrage nach Milcheiweiß weiter an. Industrierahm verbilligte sich Mitte Oktober auf durchschnittlich rund 4,60 €/kg Fett. Gleichzeitig erreichte Magermilchkonzentrat mit knapp 3,30 €/ kg Trockenmasse den höchsten Stand seit Oktober 2022. Auch die Preise für Magermilchpulver entwickelten sich fest. Am Spotmarkt für Rohmilch zeigte sich dagegen eine schwächere Tendenz. Hier fiel der Preis Anfang Oktober um 1,4 ct auf 40,2 ct/kg.

Der Buttermarkt präsentiert sich weiterhin zweigeteilt. Abgepackte Butter wird vom Lebensmitteleinzelhandel umfangreich abgerufen. Das niedrige Verbraucherpreisniveau unterstützt den Absatz. Für ein 250-g-Päckchen deutsche Markenbutter werden im Preiseinstiegssegment derzeit lediglich 1,19 € verlangt. Das sind 30 ct weniger als vor einem Jahr. Mit Blick auf die bevorstehende Weihnachtsbäckerei dürfte die Nachfrage in den kommenden Wochen weiter zunehmen. Anders sieht es mit Blockbutter aus. Hier halten sich die Käufer mit Neuabschlüssen zurück. Zugleich stehen ausreichende Mengen zur Verfügung, darunter auch größere Bestände gefrosteter Ware. Die Notierung in Kempten blieb Mitte Oktober mit 4,05 bis 4,25 €/kg unverändert.

Deutlich freundlicher entwickelt sich dagegen der Käsemarkt. Die Nachfrage nach Schnittkäse ist weiterhin hoch. Insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel ruft umfangreiche Mengen ab. Gleichzeitig begrenzen die saisonal sinkenden Milchanlieferungen das Angebot. Die Bestände in den Reifelagern sind klein und zusätzliche Mengen für kurzfristige Abschlüsse kaum verfügbar. Die Hersteller gehen daher mit höheren Preisforderungen in die Verhandlungen für die kommenden Monate. Mitte Oktober lagen die Notierungen für Schnittkäse in Blockform bei 3,45 bis 3,75 €/kg und für Brotware bei 3,65 bis 3,85 €/kg. Allerdings schränkt das inzwischen gestiegene europäische Preisniveau die Wettbewerbsfähigkeit im Export teilweise ein.

Milchterminmarkt vor einem Wechsel

Auch am Milchpulvermarkt zeigt sich eine feste Tendenz. Insbesondere Magermilchpulver profitiert von der guten Nachfrage nach Milcheiweiß. An der EEX erreichte der Magermilchpulverkontrakt am 19. Oktober einen Schlusskurs von 3.525 €/t. Der entsprechende Butterkontrakt lag bei 4.175 €/t. Am europäischen Milchterminmarkt steht eine grundlegende Veränderung bevor. Die Leipziger EEX wird ihr Geschäft mit Milchprodukten schrittweise an die amerikanische CME Group abgeben. Bereits bis Ende 2026 sollen dort neue europäische Terminkontrakte für Butter, Mager- und Molkenpulver sowie Flüssigmilch eingeführt werden. Die bisherigen EEX-Kontrakte bleiben zunächst handelbar. Bis Ende 2027 soll die Übertragung abgeschlossen sein. Mit dem Wechsel erhoffen sich die Börsenbetreiber eine stärkere internationale Vernetzung und zusätzliche Handelsaktivitäten.

„Vom Stolz und von der Demut“

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„Vom Stolz und von der Demut“, so lautet der Untertitel des neuen Buches „Jagdethik“, das zwei Jäger unterschiedlicher Generationen verfasst haben. Auf 137 Seiten versucht es, Antworten auf eine Vielzahl von Fragen zu Gesellschaft, Jagd und Wild anzubieten.

Dabei ist die Entstehungsgeschichte des Werkes allein eine spannende und das Ergebnis eine Einladung, die nicht nur für angehende oder gestandene Jägerinnen und Jäger gemeint ist, sondern auch ein Blick durch ein offenes Fenster in die unzähligen Fragen zur Jagd in einer modernen Gesellschaft.

Fragen aus zwei Perspektiven

Verantwortlich für das Werk zeichnen die Ricklingerin Katharina Babinski und Stefan Eggers aus Neumünster. Gemeinsam betreten die beiden Autoren das Spannungsfeld der Jagd mit all seinen Fragen in einer Gesellschaft, wie sie heute in Deutschland zur Tagesordnung gehören. Die Themen reichen von politischen Rahmenbedingungen über die Reflexion des eigenen jagdlichen Handelns bis zum Umgang mit kritischen Stimmen in den Medien. Dass Katharina Babinski, Mutter von zwei Kindern und als Ergotherapeutin im psychosozialen Bereich arbeitend, gerade erst mit 34 Jahren im Frühjahr 2026 ihr Grünes Abitur bestanden, also ihre Jägerprüfung abgelegt hat, tut der Sache keinen Abbruch. Das Verstehen menschlichen Handelns und Wirkens gehört zum Alltag der Therapeutin. Für die junge Jägerin und Autorin war das Eintauchen in die Grüne Welt eine neue Erfahrung. Fast acht Monate Ausbildung bis zum Grünen Abitur, im Vorfeld Erfahrenes und das jagdliche Erleben hätten allerdings Fragen aufgeworfen, die nach Antworten strebten, sagt Babinski.

Die Fragen der frischgebackenen Jägerin seien berechtigt und stimmig, meint Mitautor Stefan Eggers aus Neumünster. Der 62-jährige ehemalige Sportschütze ist als waffenkundiger Berater und Munitionsfachmann nicht nur bei Kunden eines Neumünsteraner Jagdgeschäftes ein bekanntes Gesicht. Seit 15 Jahren unterrichtet Eggers erfolgreich an der Jagdschule Segeberg. Die Lebensstrecke seines Jägerlebens liegt bei etwa 200 erlegten oder als Verkehrsunfallwild erlösten Rehen, Wildschweinen und Stücken Damwild. Hinzu kommen Erlebnisse im Ausland oder bei der Niederwildjagd, etwa auf Enten, Fasane, Füchse und Marderhunde. Ständiger Begleiter ist sein heute 12,5-jähriger Münsterländer Jagdhund „Jeffery“. Selbst mit vielen Fragen zur Jagd aus einem bewegten Jägerleben im Gepäck, notiert auf Spickzetteln, verstand Eggers die vielen offenen Fragen der Jungjägerin.

Die gemeinsame Antwort ist ein Streifzug durch die vielen Fragen zur Jagd in all ihren Facetten, in dem durchaus deutlich wird, dass Veränderung in einer modernen Gesellschaft auch für Jagd, Jäger und Wild in einer lebendigen Kulturlandschaft Chancen birgt. Deswegen hat sich Katharina Babinski auf den Weg und an die Feder gemacht, um Antworten zu finden und zu formulieren.

Neue Generation von Jägerinnen

Das Buch zeigt auch die unterschiedlichen Perspektiven zweier Jägergenerationen. Katharina Babinski stammt aus einer Familie ohne jagdlichen Bezug und fand über andere junge Jägerinnen in die Welt der Grünröcke. Daneben Stefan Eggers, der auf die jahrzehntelange Erfahrung eines aktiven Jägerlebens blicken darf. Die Fragen nach Reflexion und Prüfung des eigenen jagdlichen Handelns sind von Katharina Babinski ehrlich gestellt. Die Anforderungen an das fachliche Handeln seien hoch, und die Notwendigkeit eines offenen und klaren Dialoges mit einer jagdfernen Gesellschaft, die ihre Spitzen in den Social-Media-Kanälen finde, gehöre ebenso zum Inhalt wie viele Fragen zur Jagdethik, der sogenannten Waidgerechtigkeit und ihren ungeschriebenen Gesetzen, formuliert es Babinski. „Für Ethik gibt es wohl kein Patentrezept“, sagt die Autorin, die den Themen ohne erhobenen Zeigefinger eine angemessene Tiefe gibt.

So steht etwa die Frage im Raum, wer Vorrang haben sollte, Wald oder Wild etwa, was im Forstbetrieb, wenn es um Pflanzungen junger Bäume geht, keine einfach zu beantwortende Frage ist. Und überhaupt: Welches Reh soll erlegt werden? Hauptsache, der Abschussplan ist erfüllt? Oder haben die „Alten“ recht, wenn sie mittelalte Rehe schonen, viele junge Rehe schießen und darüber hinaus nur den einen oder anderen alten Bock erlegen? Die Antwort sei unter den Zeichen der Zeit und abhängig vom Revier nicht einfach, weiß Eggers. Einen gesunden, dem Lebensraum angepassten Wildbestand einer Art zu hegen und zu bejagen habe sich allerdings bewährt und zeige sich durch gesundes und auch körperlich starkes Wild.

Und wie sieht es mit der Waidgerechtigkeit nicht nur beim Wild, sondern auch unter den Jägern selbst aus? Das hat sich Katharina Babinski gefragt. Immerhin seien die Gesetze der Deutschen Waidgerechtigkeit ungeschriebene Gesetze, die auch noch im Lauf der Zeit wandelbar sein sollten, so wie auch das sogenannte Brauchtum der Jäger. Jagdethik, das seien viele Fragen und ein Fach für sich, das auch so direkt in der Ausbildung nicht unterrichtet werde, sagt Eggers. Deswegen sei es eine gute Idee, die Gedanken und auch Fragen einmal zu Papier zu bringen. Zunächst war dies als Konzept für eine Unterrichtseinheit gedacht und ist jetzt durch Katharina Babinskis Einsatz als Buch zu haben.

Für viele der Fragen gibt es im Buch eine Vielzahl von Anregungen, die trotz klarer Benennung nicht als erhobener Zeigefinger gemeint seien, meint Stefan Eggers. „Sicherer Umgang mit der Waffe und ein klarer Blick auf das eigene Handeln sind dabei unabdingbar“, so Eggers. „Jagdethik – vom Stolz und von der Demut“ sei eine Einladung an angehende Jägerinnen und Jäger und auch an gestandene Waidfrauen und -männer sowie an Interessierte, sagen die beiden Autoren. Erschienen ist das Buch bei Books on Demand, ISBN: 978-3-6963-6798-5, zum Preis von 22,90 €.

Digitale Teilhabe beginnt vor Ort

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Wie funktioniert das Smartphone? Wie lassen sich Fotos verschicken? Wie kaufe ich ein Bahnticket oder vereinbare einen Termin beim Hausarzt? Die meisten von uns erledigen solche Aufgaben mit dem Smartphone oder Tablet im Handumdrehen.

Doch für den einen oder die andere sind diese alltäglichen Dinge erhebliche, teils unlösbare Herausforderungen. Die Digitalen Patinnen unterstützen diese Menschen dabei, die digitale Welt Schritt für Schritt zu entdecken.

„Unser Angebot ist ganz niedrigschwellig“, erzählt Monika Kunde, Digitale Patin aus Bad Schwartau. „Wir arbeiten in kleinen Gruppen. Die Hemmschwelle, etwas zu fragen, ist da deutlich reduziert. Jeder kann sagen, wenn etwas nicht verstanden wurde.“ In der gemeinsamen Qualifizierung des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein und des Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein (BKZ.SH) lernen engagierte LandFrauen, ihr Wissen verständlich weiterzugeben und eigene Schulungen anzubieten. So wird digitale Kompetenz zu gelebter Nachbarschaftshilfe – für mehr Sicherheit, Selbstständigkeit und Teilhabe im Alltag.

Netzwerken

Beim Netzwerktreffen in Neumünster hatten die Patinnen die Gelegenheit, sich auszutauschen und sich über aktuelle Themen zu informieren. Diesmal stand das Thema KI auf dem Programm. Den Einstieg gestaltete Maxim Schmuck vom BKZ.SH mit einer kleinen Umfrage – natürlich über ein digitales Tool: Wenn du Künstliche Intelligenz hörst, welches Wort fällt dir als Erstes ein? Die meistgenannte Antwort lautete „Vorsicht“ und spiegelt damit auch wider, dass sich die überwiegende Zahl der Teilnehmerinnen bisher kaum mit KI beschäftigt hat, weil sie sich unsicher fühlen. „Dabei nutzen die meisten Menschen tagtäglich KI“, weiß Maxim Schmuck. „Beispielsweise als Sprachassistenten, Autokorrektur und Texterkennung, bei der Gesichtserkennung am Smartphone oder beim Navi im Auto – da überall steckt KI drin.“

Mit Blick auf die sich anscheinend in letzter Zeit häufenden Meldungen über KI-Systeme, die sich verselbstständigen und damit dystopische Ängste schüren, passt das Hauptthema des Netzwerktreffens perfekt. „KI lernt unglaublich schnell. Gleichzeitig werden die Systeme immer leistungsfähiger, Anwendungen zugänglicher und benutzerfreundlicher.“ Es ist also kein Wunder, dass dieses Thema derzeit auf großes gesellschaftliches Interesse stößt. Schließlich hat es konkrete Auswirkungen auf die Art, wie wir leben und arbeiten. Die Beschäftigung mit KI beim Netzwerktreffen soll Berührungsängste abbauen – durch Informieren, Ausprobieren und kritisches Prüfen.

Pro und Kontra

Dabei wird schnell klar, dass KI zwei Seiten hat. „Sie hilft dabei, schnell einen Anfang zu finden“, beschreibt Maxim Schmuck. „Sie erklärt Dinge in Ruhe, bringt Ordnung in Gedanken, Texte und Ideen. Das kann Zeit sparen und Spaß machen.“ Im Ehrenamt kann KI etwa beim Schreiben von Einladungen und Texten unterstützen. Auch die Planung für Aktionen und Ausflüge kann sie erleichtern. Auf der anderen Seite muss man auch die Risiken kennen. „KI lernt mit unseren Daten und ist schon aus diesem Grund nicht neutral. Stereotype und Vorurteile können weitergegeben werden“, betont Maxim Schmuck. Auch Fake News, KI-generierte Fotos und Deepfakes begegnen uns heute an vielen Stellen. Wachsamkeit und Sensibilität sind gefragt – und seriöse Quellen, bei denen man im Zweifelsfall eine Meldung überprüfen kann.

Die Digitalen Patinnen gingen mit viel Input nach Hause und sind in ihrer Arbeit für mehr digitale Teilhabe bestärkt. „Ich arbeite seit vielen Jahren für die Selbstermächtigung von Frauen. Dazu gehört heute auch Digitalität. Sie ist der Schlüssel zur Welt“, betont Angelika Wagner. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man immer weiter lernen muss. Sonst wird man irgendwann abgehängt.“

Gewinnerinnen der LandFrauenrallye

Welches Produkt verarbeiten die Frauen in Ghana? Ab wann kümmerte sich Alwine Stave um den Hof? Diese und neun weitere Fragen rund um das Thema Frauen in der Landwirtschaft galt es bei der Rallye der LandFrauen auf der Norla zu beantworten. Die Informationen dazu waren im LandFrauenpavillon und bei einigen Kooperationspartnern zu finden.

Foto: LFV.SH

Alle richtig ausgefüllten Fragebögen wanderten in den Lostopf. Während der Sitzung des Gesamtvorstandes des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein Ende September in Flensburg wurden die vier Gewinnerinnen gezogen. Vizepräsidentin Sylke Messer-Radke, Kerstin Tewer (Neubauer Touristik), Präsidentin Claudia Jürgensen und Oliver Gröpper (Neubauer Touristik; v. li.) fungierten als Glücksbringer. Die vier Gewinne (drei Reisegutscheine in Höhe von 300, 200 und 100 € sowie zwei Eintrittskarten für das Mitsing-Erlebnis „Mit Herz und Stimme“ am 1. November in der Rendsburger Nordmarkhalle) sind bereits auf dem Weg zu den Gewinnerinnen. Herzlichen Glückwunsch!

Dr. Claudia Kleimann-Balke

Schweineproduktion in Deutschland am teuersten

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Die Schweineerzeugung kostete in Deutschland 2025 rund 2,05 €/ kg Schlachtgewicht. Damit liegen die deutschen Erzeuger weit über dem internationalen Durchschnitt und auch deutlich über den wichtigsten europäischen Wettbewerbern. Das ist das Fazit der InterPIG-Auswertung für 2025. Diese Expertengruppe analysiert jährlich die Produktionskosten in mehreren Ländern. Für 2025 ergibt sich ein durchschnittliches Kostenniveau von rund 1,85 €/kg SG über alle untersuchten Länder. Das sind 2 ct weniger als im Vorjahr. Ursache sind vor allem etwas niedrigere Futterkosten. Die übrigen Kostenblöcke veränderten sich nur wenig. Das Kostenniveau der Schweineerzeugung bleibt damit global hoch. Es handelt sich um Modellvergleiche der Produktionskosten, nicht um unmittelbar gemessene Ergebnisse einzelner Betriebe. Besonders kostengünstig produzierten Brasilien (Santa Catarina 1,43 €; Mato Grosso 1,15 €), Kanada (Westkanada 1,58 €; Ostkanada 1,49 €) und die USA mit 1,57 €. Die Kostenvorteile dieser drei Länder sind insbesondere auf günstigere Futter- und Arbeitskosten sowie niedrigere Aufwendungen für Gebäude und Kapital zurückzuführen. Besonders Brasilien nutzt die Kostenvorteile bei Futtermitteln, um seine Schweineproduktion weiter auszubauen. Es hat 2025 mit 60,69 Millionen Tieren einen neuen Höchstwert bei der Zahl der Schweineschlachtungen erreicht, 4,3 % mehr als im Vorjahr. Haupttreiber dieser Entwicklung war ein starker Export wegen der möglichen niedrigen Preise.

Dänemark am kostengünstigsten

Innerhalb Europas liegt Deutschland an der Spitze mit 2,05 €, dann folgen Spanien (1,83 €), die Niederlande (1,82 €), Belgien (1,81 €), Frankreich (1,80 €), Portugal (1,79 €) und Dänemark (1,73 €). Ein besonders großer Abstand besteht zu Dänemark, das 2025 im europäischen Vergleich besonders kostengünstig produzierte. Die Produktionskosten lagen dort um 32 ct unter dem deutschen Wert. Bei einem Schlachtgewicht von 100 kg entspricht dies einem Vollkostenunterschied von 32 € je Schlachtschwein. Gegenüber Spanien beträgt die Differenz 22 € je Schwein bei gleichem Schlachtgewicht. Diese Zahlen verdeutlichen, wie erheblich sich strukturelle Kostenunterschiede im europäischen Wettbewerb auswirken können.

In Deutschland höchste Gebäudekosten

Hauptbelastungen für deutsche Schweinehalter sind besonders hohe Gebäude- und auch Kapitalkosten. Dabei sind in Deutschland die Anforderungen an Stallbauten und Haltungsverfahren, die sich aus den höheren Haltungsanforderungen der geänderten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung ergeben, der wichtigste Grund. Die Berechnungen von InterPIG berücksichtigen grundsätzlich die Kosten eines Neubaus nach den jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen. Damit werden nicht nur die laufenden Kosten bestehender Gebäude betrachtet, sondern auch die Investitionen, die langfristig zur Fortführung der Produktion erforderlich wären. Die Berücksichtigung solcher Investitionen ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, weil eine dauerhaft tragfähige Produktion ihre Vollkosten einschließlich Kapitalbindung und Abschreibungen decken muss. Auch ist zu beachten, dass die tatsächlichen Kosten einzelner Betriebe je nach Gebäudealter, Investitionsstand, Leistungsniveau und Betriebsorganisation erheblich abweichen können. Dass in Deutschland überhaupt noch Schweine gemästet werden, liegt daran, dass die Mast größtenteils in abgeschriebenen Ställen erfolgt. Bei den derzeitigen Preisen ist an Stallneubauten kaum zu denken.

Mehr als eine Erntekrone im Gepäck

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Mitglieder des Landesvorstandes und des Agrarausschusses des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein sowie Geschäftsführerin Karen Stender hatten die Gelegenheit, die wenige Wochen zuvor gebundene Erntekrone an den Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat des Deutschen Bundestages zu übergeben.

Die Anreise nach Berlin erfolgte teils mit der Bahn, teils mit dem Auto, in dem auch die Erntekrone transportiert wurde. Bereits am Anreisetag erwartete die Gruppe ein abwechslungsreiches Programm. Nach einem Vortrag auf der Besuchertribüne des Bundestages folgte bei bestem Wetter die Besichtigung der Reichstagskuppel. Anschließend stand ein Austausch mit dem schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten Leif Bodin (CDU) aus dem Wahlkreis Nordfriesland/Dithmarschen-Nord auf dem Programm. Im Mittelpunkt standen insbesondere die Themen Infrastruktur und Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Dabei wurden unterschiedliche Meinungen, Wahrnehmungen und Erfahrungen ausgetauscht.

Ein besonderer Höhepunkt war die anschließende exklusive Führung durch die unterirdischen Gänge des Berliner Regierungsviertels. Begleitet wurde die Gruppe von Christiane Hartwich, die bereits seit mehr als 20 Jahren für Bundestagsabgeordnete in Berlin tätig ist und mit ihrem Berliner Charme und der einen oder anderen Anekdote für eine lebendige und unterhaltsame Führung sorgte. Das weit verzweigte unterirdische Erschließungssystem verbindet unter anderem das Reichstagsgebäude direkt mit dem Paul-Löbe-Haus und dem Jakob-Kaiser-Haus. Dabei boten sich spannende und vor allem nicht alltägliche Einblicke in den politischen Kosmos Berlins.

Am frühen Morgen des darauffolgenden Tages wurde die Erntekrone nach vorheriger Anmeldung mit dem Auto über die Tiefgarage in den Bundestag und schließlich in den Sitzungssaal des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gebracht. Die übrigen Teilnehmenden stießen vor dem Sitzungssaal dazu. Bereits auf dem Weg dorthin konnten im Paul-Löbe-Haus einige bekannte Gesichter aus der Politik entdeckt werden.

Gemeinsam mit Lars Ruschmeyer, dem Bundesvorsitzenden des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), nahm die Delegation zunächst an einem Austausch mit interessierten Abgeordneten und Ausschussmitgliedern teil. Im Mittelpunkt standen die Junglandwirteförderung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik, die ländliche Infrastruktur, unter anderem am Beispiel Schleswig-Holsteins, sowie der mögliche Wegfall von Minijobs und die damit verbundenen Folgen für landwirtschaftliche Betriebe. Insbesondere beim Generationswechsel in der Landwirtschaft forderte die Landjugend verlässliche Förderbedingungen, weniger Bürokratie und eine bessere Absicherung wirtschaftlicher Risiken für junge Betriebsleiter.

Schleswig-Holsteiner in Berlin: Die Landjugend-Delegation im Austausch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Leif Bodin (vorn, Mitte) Foto: ljv
Tessa Nafziger machte im Ausschuss deutlich, wie wichtig verlässliche Perspektiven für die nächste Generation in der Landwirtschaft sind. Foto: Gräschke/BDL
Von der Kuppel bis zum Keller: Zum Besuch des Bundestages gehörte auch ein Rundgang durch das Reichstagsgebäude. Foto: ljv


Im Anschluss folgte die offizielle Erntekronenübergabe. Tessa Nafziger, Agrarausschusssprecherin des Landjugendverbandes, überreichte die Erntekrone an den Ausschussvorsitzenden Hermann Färber (CDU). Dabei machte sie deutlich, wie wichtig verlässliche Perspektiven für die nächste Generation in der Landwirtschaft sind: „Wer einen Hof übernehmen soll, muss nicht nur Landwirtin oder Landwirt werden wollen, sondern braucht vor allem eine Perspektive, die wirtschaftlich trägt.“

Nach der Übergabe verblieb die Erntekrone aus Schleswig-Holstein im Sitzungssaal des Ausschusses. Sie soll an die Traditionen, die Leistungen und die Herausforderungen der Landwirtschaft erinnern. Mit der Übergabe richtete der Landjugendverband einen klaren Appell an die Politik: „Kümmern wir uns heute um die Landwirtschaft von morgen!“

Zugleich bot die Übergabe die Gelegenheit, die Anliegen junger Menschen aus Schleswig-Holstein unmittelbar in die politische Diskussion einzubringen. Ein besonderer Dank galt dem BDL, der diesen Austausch ermöglichte.

Fit für den Forst der Zukunft

Erstmals legt das Land Schleswig-Holstein eine Waldstrategie vor – als langfristigen Handlungsrahmen für die Entwicklung der Wälder im nördlichsten Bundesland. Zweieinhalb Jahre arbeiteten Akteure des Forstministeriums an der neuen Waldstrategie, die am Montag in einem Waldgebiet der Försterei Bordesholm in Emkendorf vorgestellt wurde. Das 50-seitige Strategiepapier zielt auf stabile und nachhaltig bewirtschaftete Mischwälder, die sich an das veränderte Klima anpassen können.

Mit der erstmals entwickelten Waldstrategie, an der neben Fachleuten der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten auch private Waldbesitzer beteiligt waren, will das Land Orientierung für die Entwicklung der Wälder in den kommenden Jahrzehnten geben. „Genau diesen langfristigen Blick brauchen wir in der Waldpolitik“, betonte Forstministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU). Sie stellte zugleich klar, dass damit keine neuen Vorgaben für die privaten Waldeigentümer verbunden seien: „Die Waldstrategie verstehen wir als Handreichung und Angebot an die Waldeigentümer im Land.“

Schmachtenberg sprach zudem von einem Leitbild, das den Wald als multifunktionell begreife – vom Lebensraum für Tiere und Pflanzen über die wirtschaftliche Funktion rund um den Nachwachsenden Rohstoff Holz und den Erholungsraum für die Menschen bis hin zum Klimaschutzbeitrag. Hintergrund ist auch der letzte Platz Schleswig-Holsteins im Ranking der  Waldanteile: Mit 11,5 % Fläche und rund 182.000 ha ist es das waldärmste Bundesland in Deutschland.

Mit einem Bündel von Maßnahmen will das Forstministerium den Waldanteil auf 12 % steigern. Der Schutz und die Nutzung von Waldflächen sollen dabei zusammen gedacht werden. Die Hälfte des schleswig-holsteinischen Waldes befinde sich in Privatbesitz, machte Forstabteilungsleiterin Ina Abel deutlich. Viele dieser Wälder sind klein, manche messen gerade einmal 10 ha. „Wichtig ist, den Wasserhaushalt zu verbessern und so die Bäume resistent gegen Trockenheit zu machen“, sagte Abel. Zudem sollten die Waldeigentümer angeregt werden, bislang isolierte Waldflächen miteinander zu verknüpfen und zu arrondieren, wie Referatsleiter Jonas Krause formulierte.

Die Beratung der privaten Waldbesitzer ist dem Forstministerium wichtig: 1,4 Mio. € sollen dafür in die Hand genommen werden. Dabei geht es um die Anpflanzung widerstandsfähiger Baumarten und die Weiterentwicklung von Waldflächen – immer mit Blick auf die Bodenstruktur. Auf Geestböden schlägt die Waldstrategie einen mehrschichtigen Wald mit 60 bis 80 % Traubeneiche, 10 bis 30 % Buche und Hainbuche sowie bis zu 20 % Baumarten wie Bergahorn, Flatterulme oder Kirsche vor. „Das ist ein Beispiel für eine nachhaltige und klimaangepasste Waldbewirtschaftung“, so Jonas Krause.

Forstabteilungsleiterin Ina Abel will den Wasserhaushalt auch kleiner Wälder verbessern. Foto: Sven Tietgen
Will mehr Wald in Schleswig-Holstein schaffen: Forstministerin Cornelia Schmachtenberg Foto: Sven Tietgen
Revierleiter Jörn Winter prognostiziert langfristig das Aus der hiesigen Fichtenbestände. Foto: Sven Tietgen


Die Landesforsten sehen sich dabei ein Stück weit in der Vorbildfunktion. Denn Mitte des 18. Jahrhunderts begann die nachhaltige Waldbewirtschaft inklusive Wiederaufforstung. „Um 1750 war die Waldfläche im Land auf 2,5 % heruntergerockt“, berichtete Jörn Winter von der Försterei Bordesholm. Der Revierleiter stellte zudem die „BaEm mobile“-App der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) vor, die klimaangepasste Baumartenempfehlungen für den Waldbau liefert. Die kostenfreie App ermöglicht durch GPS-Ortung oder manuelle Kartenauswahl eine standortspezifische Waldbewirtschaftung mit Entwicklungszielen, die auf der örtlichen Standortswasserbilanz und Trockenstressrisiken basieren. „Gerade für private und kleine Waldeigentümer im Land kann diese App eine unschätzbare Hilfe sein“, betonte Jörn Winter. Langfristig dürften aus Sicht des Revierleiters die Fichten in der Waldbewirtschaftung nicht mehr von Bedeutung sein. „In 100 Jahren wird es diese Baumart wohl nicht mehr geben“, prophezeite Winter. Einen deutlichen Mehrwert aus ökologischer Sicht stellten Eichen dar, führte der Revierleiter weiter aus. Nadelbäume spielen aber bereits jetzt in Schleswig-Holstein eine eher untergeordnete Rolle.

Aktuell bestehen die Waldflächen zu 91 % aus Mischwäldern, 68 % aller Wälder im Land werden von Laubbäumen geprägt. Aus Sicht der Forstministerin ist das Land in der Entwicklung der Wälder bereits auf einem guten Weg. „Diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen, mehr Wald schaffen und bestehende Wälder zu stabilen, standortgerechten Mischwäldern weiterentwickeln“, betonte Schmachtenberg. Ansetzen wolle sie dafür bei verpflichtenden Ausgleichsmaßnahmen von Bau- und Infrastrukturvorhaben. Zukünftig könnten dort Aufforstungen die Liste potenzieller Ausgleichsmaßnahmen anführen. Zudem könnten Landwirte unterstützt werden, nicht mehr benötigtes Grünland in neue Waldflächen umzuwandeln.