Namensgebend für den Ort Burg am Rande der Dithmarscher Geest war der frühmittelalterliche Ringwall der Bökelnburg im Zentrum der Stadt. Den dort befindlichen Alten Friedhof kann man ebenso wie den anliegenden Baumgarten mit verschiedenen Gehölzarten besichtigen. Auch ein Abstecher in das Waldmuseum mit dem nahe gelegenen Waldareal und dem Naturerlebnisraum lohnt sich.
Nur wenige Schritte vom Holzmarkt und dem Marktplatz in Burg entfernt befindet man sich auf der Bökelnburg und dem Alten Friedhof in einer ganz eigenen, ruhigen Welt und kann das Innere des Burgwalls sowie den umgebenden Ringwall erkunden. Große Buchen und andere Gehölze säumen den Weg auf der Wallkuppe, und man kann staunend darüber sinnen, welch besondere Gestaltungsmaßnahmen die Altvorderen bereits vor mehr als 1.000 Jahren in der Landschaft erbracht haben. Bei der Bökelnburg handelt es sich um einen Verteidigungsbau aus frühgeschichtlicher Zeit. Er wurde um das Jahr 800 erbaut und diente mit Holzpalisaden auf dem Wall nicht nur als strategisches Befestigungswerk, sondern auch als Fluchtburg. Der mächtige, 4 bis 5 m hohe Ringwall umfasst einen Innendurchmesser von etwa 100 m und diente der Verteidigung gegen Wikinger, Slawen und Franken. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1032. Damals wurde im Zusammenhang mit einem Slawenüberfall in der Region von der Aufnahme von Flüchtlingen in der Burg berichtet; zudem wird erwähnt, dass die Belagerung nicht erfolgreich war. Der Name Bökelnburg stammt von der niederdeutschen Bezeichnung „Böken“ für Buchen, was auf die Errichtung in einem ehemaligen Buchenwald hinweist. Der Standort der Ringwallburg war nicht zufällig gewählt, sondern wohlüberlegt, befand er sich doch auf einer Geestanhöhe, die hier nach mehreren Seiten abfiel. Zudem verlief hier ein wichtiger Fernhandelsweg, und über die damals noch schiffbare Burger Au konnte man zur Elbe gelangen.
Seit 1818 nutzte die Gemeinde Burg das Innenareal des Ringwalls als Kirchfriedhof. Eine seltene Tordurchfahrtskapelle befindet sich an der Stelle, an der sich früher der einzige, durch Wassergräben gesicherte Zugang zum Wallinneren befand. Heute gelangt man rechts und links der alten Kapelle über Treppen auf den Wall und wieder hinunter. Einige historisch interessante Grabsteine, vor allem mehrfach verwendete sandsteinerne Grabstelen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, sind dort zu finden. Vorbei am Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege am Fuße des Bökelnburgwalls und an der Bökelnburghalle gelangen Besucher zum Baumgarten des Ortes.
Gehölzvielfalt im Burger Baumgarten
Bereits rund um die Veranstaltungshalle und oberhalb des nahe gelegenen Freilichttheaters stehen die ersten interessanten Gehölzarten des Baumgartens, der bereits 1968 auf Beschluss der Gemeinde Burg eingerichtet und im Laufe der Jahre durch weitere Pflanzungen ergänzt wurde. Neben den heimischen Arten Spitzahorn, Eibe, Schwarzkiefer und Stieleiche wachsen hier Urweltmammutbaum, Goldeschenahorn, Strauch-Rosskastanie, Trompetenbäume, Magnolien, Blaue Atlaszeder und weitere Nadelgehölze. Auch Sträucher wie Spiersträucher, Japanischer Hartriegel und blühende Strauchmalven säumen den Weg.
In Richtung Lindenstraße führt der Weg weiter. Dort finden sich neben Douglasie, Stechfichte, Zypressen-Wacholder, Serbischer Fichte, der kleinen Gnomenfichte und dem im Alter riesigen Bergmammutbaum auch einige Zierapfelbäume. Eine schattige Treppe, deren Umfeld aus Ginkgobaum, Japanischer Lärche, Esskastanie sowie alten Exemplaren des Abendländischen und Großen Lebensbaums besteht, führt hinab in die Niederung, die den Zentralbereich des Baumgartens bildet. Ein kleiner Wasserlauf prägt im Zentrum den Taleinschnitt, der mit Rohrkolben, Weidenröschen und dem neophytischen Drüsigen Springkraut bestanden ist. Beiderseits der Feuchtsenke begleiten baumbestandene Wege den Talverlauf. An einer kleinen Brücke laufen die Wege zusammen, die von unterschiedlichsten neu gepflanzten Rhododendren und Bänken gesäumt werden.
Auffallend ist die Gruppe großer Urweltmammutbäume, die mit ihren Sitzmöglichkeiten und dem Blick zur Brücke sowie in die Niederung zum Verweilen einlädt. Weitere Baumarten wie Scharlachweißdorn, Kirschlorbeer, Baumhasel, Sitkafichte, Stechpalme, Sandbirke, Weißrindige Himalayabirke und Nelkenkirsche sind zu entdecken. Im Feuchtbereich stehen ältere Sumpfzypressen, Schwarzerlen und verschiedene Weidenarten. Am Weg wurden einige alleeartige Säuleneichen, Sumpfeichen der Sorte ‚Green Pillar‘, gepflanzt. Vorbei an Bergkiefer, Schlangenhautkiefer, Spitzahorn, Hasel, Kupferfelsenbirne, Tulpenbaum, Baumhasel, Graupappel, Trauerweide und anderen Gehölzen führt der Weg aus dem Baumgarten heraus zur Hauptstraße Hinter der Hohen Burg.
Neben den vorhandenen, teilweise bereits recht alten Bäumen werden seit einigen Jahren kontinuierlich Neupflanzungen vorgenommen, wie der Bauamtsleiter der Gemeinde, Andreas Woköck, betont: „Je nach den jährlich etwas veränderten Bedingungen können wir mal mehr, mal weniger ergänzende Gehölzpflanzungen vornehmen.“ So seien in den vergangenen Jahren beispielsweise Zuckerbirke, Lindenblättrige Birke und Schwarzbirke, aber auch Farnblättrige Buche, Blutbuche, Japanischer Schnurbaum, Trompetenbäume und Japanischer Kuchenbaum in den Bestand des Burger Baumgartens aufgenommen worden.
Waldmuseum und Naturerlebnisraum
Eine weitere Attraktion des Ortes befindet sich mit dem Burger Waldmuseum gut 1 km vom Zentrum entfernt am nordwestlichen Ortsrand. Auf dem 65 m hohen Wulfsboom liegt seit 1968 das Burger Waldmuseum, das anhand von Präparaten, Infotafeln, Dioramen sowie zahlreichen Exponaten und Modellen eindrucksvoll über den Wald und seine Lebewelt informiert. Neben der Biologie und Ökologie des Waldes werden dort auch Aspekte der Geologie, Jagd, Paläontologie, Archäologie der Region sowie des Natur- und Artenschutzes behandelt.
Ein Aufstieg auf den 21 m hohen Aussichtsturm des Museums eröffnet einen weiten Blick in die umgebende Landschaft und verdeutlicht noch einmal die günstige Lage am Geestrand zur angrenzenden Marsch, die bereits vor über 1.000 Jahren zur Errichtung der strategisch günstig gelegenen Bökelnburg geführt hat.
Der umliegende, 30 ha große Wald ist als Naturerlebnisraum ausgewiesen und lädt zu Spaziergängen ein. Dabei werden Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt, zur Waldgeschichte der Region sowie zur erdgeschichtlichen Entwicklung, insbesondere während der Eiszeiten, vermittelt. Am Papenknüll lässt sich ein kleines Heidebiotop besichtigen, außerdem liegen einige archäologische Denkmäler versteckt im Wald. Der Walderlebnispfad informiert spielerisch und kindgerecht über zahlreiche Aspekte der Waldökologie sowie der dort lebenden Tier- und Pflanzenwelt.
Austoben können sich Kinder auf dem angrenzenden Waldspielplatz. Im Sommer lockt das nahe gelegene Waldschwimmbad, im Winter die Rodelbahn auf dem 49,5 m hohen Hamberg. Der Garten der Sinne am Museum bietet mit einem blütenreichen Kräutergarten ein besonderes Dufterlebnis, während auf dem Barfußpfad mit unterschiedlichen Naturmaterialien die Sensorik der Füße trainiert werden kann.



