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Zwischen Matif und Mähdrescher

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Die Vermarktung der neuen Ernte beginnt auf vielen Betrieben längst vor dem ersten Drusch. Besonders bei Raps wird ein erheblicher Teil der Ware bereits früh über Vorkontrakte oder feste Liefervereinbarungen abgesichert. Die Ölsaat verlässt in Norddeutschland häufig direkt zur Ernte die Betriebe und wird nur vergleichsweise selten langfristig eingelagert. Auch Wintergerste wird vielfach früh vermarktet. Sie ist meist die erste Kultur im Ernteablauf und muss auf vielen Betrieben den Lagerraum für den nachfolgenden Weizen räumen. Nur ein Teil des Getreides wird daher tatsächlich über mehrere Monate eingelagert.

Neben der betrieblichen Strategie spielen wirtschaftliche Gründe eine zentrale Rolle. Viele Betriebe benötigen unmittelbar nach der Ernte Liquidität für Betriebsmittel, Pachten oder Investitionen. Entsprechend wird häufig eine gestaffelte Vermarktung vorgenommen: Ein Teil der Ware wird vorab kontrahiert oder direkt ab Feld verkauft, während lagerfähige Partien später vermarktet werden sollen.

Herausforderungen in der Erntelogistik

Zugleich verändern sich jedoch die Rahmenbedingungen in der Erfassung und Logistik fortschreitend. Gerade in Norddeutschland stoßen viele Landhandelsstandorte während der Ernte an personelle und technische Grenzen. Lange Öffnungszeiten bis in die späten Abendstunden oder Anlieferungen am Wochenende, wie sie in engen Erntefenstern auf den Betrieben häufig notwendig wären, lassen sich unter den heutigen Rahmenbedingungen vielfach kaum noch darstellen. Arbeitszeitregelungen, fehlendes Personal und steigende Betriebskosten setzen den Erfassungshandel zusätzlich unter Druck.

Hinzu kommt, dass sich die Struktur im Landhandel weiter verändert. Kleinere Standorte werden geschlossen oder Kapazitäten auf wenige größere Erfassungsstellen konzentriert. Parallel dazu steigen auf den Betrieben Schlagkraft und Transportleistung kontinuierlich an. Moderne Mähdrescher ernten in kurzer Zeit große Mengen, die anschließend zügig abgefahren und erfasst werden müssen. Nicht jeder Standort kann diese Mengenströme heute noch störungsfrei aufnehmen.

Genau hier entstehen während kritischer Erntephasen vermehrt Engpässe. Wenn Wartezeiten an den Annahmestellen entstehen oder Anlieferungen zeitlich begrenzt werden, gerät die gesamte Erntelogistik unter Druck. Für die Betriebe bedeutet das zusätzliche Transportfahrten, mehr Gespanne und höheren Personalbedarf. Vor allem aber geht wertvolle Zeit verloren. Gerade bei Weizen und Roggen entscheiden oftmals wenige Stunden über Fallzahl, Proteingehalt oder Backqualität. Können günstige Druschbedingungen nicht konsequent genutzt werden, steigen die Risiken für Qualitätsverluste deutlich an. Viele Betriebe reagieren darauf inzwischen mit flexibleren Zwischenlösungen. Temporäre Lagerflächen auf befestigten Betonplatten, mobile Lagerkonzepte oder das Einlagern von Feuchtgetreide gewinnen an Bedeutung, um die Ernte zunächst vom Feld zu bekommen und die Druschlogistik aufrechtzuerhalten. Solche Lösungen verursachen zwar zusätzliche Kosten und erhöhen die Anforderungen an das spätere Handling, sie verschaffen den Betrieben jedoch mehr Unabhängigkeit von den Annahmekapazitäten des Handels.

Die Lagerbelüftungstrocknung ist die energieeffizienteste Form der Gereide­trocknung. Foto: Albert Spreu

Lagerung wird strategisch wichtig

Parallel dazu richtet sich der Blick vieler Marktteilnehmer stärker auf die Terminmärkte. Insbesondere die Notierungen an der Matif in Paris gelten für Weizen und Raps als wichtige Orientierung zur Preisbildung vor der Ernte. Wetterentwicklungen, internationale Warenströme und geopolitische Einflüsse werden dort frühzeitig eingepreist und sorgen teilweise für erhebliche Kursschwankungen.

Damit steigen auch die Anforderungen an eine flexible Vermarktung. Wer Preisbewegungen nutzen und Ware zu unterschiedlichen Zeitpunkten vermarkten möchte, benötigt funktionierende Lager- und Trocknungskapazitäten auf dem Betrieb. Damit werden Getreidetrocknung und Lagertechnik zunehmend zu strategischen Bausteinen moderner Vermarktungsstrategien.

Mit wachsenden Anforderungen an die betriebseigene Lagerung rückt zeitgleich die Energiefrage stärker in den Mittelpunkt. Gerade in Norddeutschland wurde die Energieeffizienz in der Getreidetrocknung über viele Jahre zwar diskutiert, spielte in der Praxis jedoch häufig nur eine untergeordnete Rolle. Der Grund dafür lag vor allem in der Wirtschaftlichkeit. Energieeffiziente Trocknungstechnik war in der Anschaffung meist deutlich teurer, während die Einsparungen auf Gesamtbetriebsebene vergleichsweise gering erschienen.

Ebenso waren Heizöl und Flüssiggas trotz hoher Preise über lange Zeit ausreichend verfügbar, sodass vielerorts an bewährten Systemen festgehalten wurde. Vor allem die klassische Lagerbelüftungstrocknung hat sich deshalb in Norddeutschland stark etabliert. Sie gilt bis heute als das energieeffizienteste Verfahren zur Getreidetrocknung.

Energieeffizienz gewinnt an Bedeutung

Im Gegensatz zu thermischen Hochtemperaturverfahren nutzt die Lagerbelüftung im Wesentlichen das natürliche Wasseraufnahmevermögen der Luft. Dadurch liegen die spezifischen Energieverbräuche deutlich niedriger als bei klassischen Durchlauftrocknern. Damit verbunden bietet das Verfahren weitere Vorteile: geringe Investitionskosten, vergleichsweise einfache Technik und niedrigen Überwachungsaufwand. Gerade für Marktfruchtbetriebe mit großem Weizen- und Rapsanteil ist die Lagerbelüftung daher vielerorts weiterhin die wirtschaftlich attraktivste Lösung. Allerdings besitzt das Verfahren auch klare verfahrenstechnische Grenzen. In der Praxis gelten Getreidepartien oberhalb von etwa 19 % Kornfeuchte und Ölsaaten oberhalb von etwa 12 % Feuchte nur noch eingeschränkt als lagerbelüftungsfähig. Vor allem in küstennahen Regionen treten jedoch regelmäßig höhere Erntefeuchten auf. Eine reine Lagerbelüftung stößt dann schnell an ihre Grenzen.

Schnelltrocknungszellen mit Schrägböden und Mischtraverse. Foto: LM Getreidetechnik

Für Körnermais ist dieses Verfahren praktisch nicht ausreichend. Die Kultur wird in Norddeutschland häufig mit Kornfeuchten zwischen 25 und 35 % geerntet und muss thermisch getrocknet werden. Gleichzeitig gewinnt Körnermais aus pflanzenbaulicher Sicht zunehmend an Bedeutung. Frühreife Sorten, höhere Ertragsstabilität sowie Vorteile in der Fruchtfolge sprechen vielerorts für eine Ausweitung des Anbaus. Damit rückt die Frage nach bezahlbarer Trocknungsenergie sukzessive in den Mittelpunkt. Die Energiekrise der vergangenen Jahre hat gezeigt, wie empfindlich die Wirtschaftlichkeit vieler Trocknungssysteme auf steigende Energiepreise reagiert. Bereits während der Corona-Zeit und nochmals mit Beginn des Jahres 2022 kam es zu sprunghaften Preissteigerungen für fossile Energieträger. Daneben ist ab 2027 durch die Ausweitung des europäischen CO2-Zertifikatehandels mit weiteren Belastungen für Heizöl und Gas zu rechnen. Die Wärmekosten aus Heizöl liegen inzwischen nicht mehr bei wenigen Cent, sondern bewegen sich vielfach bereits im Bereich von 10 bis 11 ct/kWh. Weitere Preissteigerungen gelten als wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund gewinnen alternative Wärmequellen mit wachsender Dynamik an Bedeutung.

Neue Konzepte für die Trocknung

Besonders dort, wo Biogasanlagen vorhanden sind oder Nahwärmenetze genutzt werden können, bieten sich Systemkopplungen an. Auch Holzfeuerungen auf Basis von Hackschnitzeln werden vielerorts wieder intensiv diskutiert. Technisch lassen sich damit insbesondere stationäre Trocknungsanlagen wirtschaftlich betreiben. Parallel dazu dürfte jedoch auch die Nachfrage nach Hackgut in den kommenden Jahren weiter steigen. Andere Ansätze wie Hochtemperaturwärmepumpen oder direkte elektrische Beheizung spielen in der Praxis bislang kaum eine Rolle. Entweder fehlen marktreife Systeme in den notwendigen Leistungsgrößen, oder die Investitionskosten liegen deutlich über dem wirtschaftlich darstellbaren Bereich.

Damit verändert sich die Betrachtung der Getreidetrocknung grundlegend. Ging es in der Vergangenheit vor allem um ausreichende Trocknungsleistung während kurzer Erntefenster, rücken heute Energieeffizienz, Systemkopplungen und flexible Anlagenkonzepte immer stärker in den Mittelpunkt. Besonders Kombinationen aus thermischer Vortrocknung und anschließender Lagerbelüftung gelten häufig als zukunftsfähige Lösung, um Energieverbrauch, Arbeitsaufwand und Vermarktungsflexibilität miteinander zu verbinden. Perspektivisch dürfte sich die Entwicklung in der Getreidetrocknung weiter beschleunigen. Die Anforderungen an Schlagkraft, Energieeffizienz und Vermarktungsflexibilität steigen gleichermaßen. Zudem werden die Erntebedingungen durch kürzere Druschfenster und stärkere Wetterextreme anspruchsvoller. Damit geraten viele bestehende Anlagen vermehrt an technische und wirtschaftliche Grenzen.

Schnelltrocknungszelle mit Rührsystem, optimal zur Körnermaistrocknung. Foto: Albert Spreu
Satztrocknung von Körnermais. Foto: Albert Spreu

Vor allem bei Investitionen in neue Trocknungs- und Lagertechnik wird deshalb eine ganzheitliche Betrachtung wichtiger. Häufig reicht es nicht mehr aus, lediglich den bestehenden Durchlauftrockner durch ein neues Modell zu ersetzen. Vielmehr müssen Feuchtgetreidemanagement, Zwischenlagerung, Trocknung, Kühlung und spätere Vermarktung als Gesamtsystem verstanden werden. Gerade bei höheren Feuchten oder wechselnden Fruchtarten stoßen einzelne Verfahren oftmals an ihre Grenzen. Deshalb gewinnen Systemkopplungen zunehmend an Bedeutung. Die Kombination aus thermischer Vortrocknung und anschließender Lagerbelüftung bietet oft die Möglichkeit, Energieverbrauch und Trocknungskosten deutlich zu reduzieren und dabei hohe Druschleistungen abzusichern. Insbesondere Betriebe mit perspektivischem Körnermaisanbau sollten geplante Investitionen sorgfältig prüfen und sich frühzeitig fachlich beraten lassen. Körnermais stellt deutlich höhere Anforderungen an Trocknungsleistung, Energieversorgung und Anlagenlogistik als klassische Marktfrüchte. Fehler in der Dimensionierung oder der Verfahrensauswahl wirken sich hier unmittelbar auf Wirtschaftlichkeit und Arbeitsabläufe aus.

Gerade vor dem Hintergrund steigender Energiekosten wird die Wahl des passenden Gesamtkonzeptes zukünftig zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Aber auch klassische Marktfruchtbetriebe stehen immer deutlicher vor der Frage, wie zukünftige Trocknungskonzepte aussehen sollen. Für viele Betriebe dürfte die Lagerbelüftungstrocknung weiterhin die wirtschaftlich sinnvollste Grundlösung bleiben. Daneben zeigt die Praxis, dass in kritischen Jahren zusätzliche thermische Trocknungskapazitäten oder flexible Zwischenlager notwendig werden können, um Qualität und Erntefluss abzusichern. Die Kombination unterschiedlicher Verfahrenstechniken wird daher in Zukunft eher zum Regelfall als zur Ausnahme werden. Klar ist aber auch: Energieeffizienz wird in den kommenden Jahren in allen Bereichen der Landwirtschaft weiter an Bedeutung gewinnen, so auch in der Getreidetrocknung. Steigende CO2-Kosten, volatile Energiemärkte und höhere Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit erhöhen den Druck auf bestehende Systeme. Dennoch bleibt die weitere Entwicklung schwer vorhersehbar. Sollten die Preise für fossile Energieträger wider Erwarten wieder deutlich sinken, ist durchaus davon auszugehen, dass viele landwirtschaftliche Betriebe weiterhin auf vorhandene Trocknungstechnik zurückgreifen und größere Investitionen zunächst zurückstellen werden. Die bestehenden Anlagen sind vielerorts abgeschrieben, technisch etabliert und unter wirtschaftlich entspannteren Rahmenbedingungen weiterhin konkurrenzfähig. Unabhängig davon zeigt sich bereits heute, dass moderne Getreidetrocknung weit mehr ist als reine Konservierungstechnik. Sie entwickelt sich in wachsendem Maße zu einem strategischen Baustein der Betriebsorganisation, der Erntelogistik und der Vermarktung. Genau darin dürfte eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre liegen.

Belüftungsstelen ermöglichen optimale Belüftung, Trocknung und Lagerung. Quelle: Carl von Gehlen Spezialmaschinen

Die optimale Lüftung entscheidet

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Am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp (LVZ) der Landwirtschafts­kammer drehte sich Ende April alles um ein Thema, das in der Schweinehaltung oft unterschätzt wird: die Stalllüftung. Unter dem Motto „Die optimale Lüftung entscheidet“ kamen Teilnehmende aus Praxis, Beratung und Tierarztpraxen zusammen – eine Mischung, die bereits zeigt, wie zentral das Thema für die gesamte Branche ist. Durch den Tag führte Philipp Rohmeier vom Förderkreis Stallklima. Dank des Netzwerks Fokus Tierwohl war die Veranstaltung kostenfrei.

Der Seminartag begann mit einem theoretischen Block, in dem schnell deutlich wurde, dass Stallklima weit mehr umfasst als die Frage, „wie warm oder kalt es ist“. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Lüftung, Heizung, Kühlung und einer funktionierenden Steuerung. Erst wenn diese Komponenten ineinandergreifen, entstehen stabile Bedingungen für Tier und Technik.

Mithilfe von Nebel wurden die verschiedenen Lüftungssysteme veranschaulicht. 

Stallklima verstehen

Dabei wurde schnell klar, wie viele Faktoren auf das Stallklima einwirken. Äußere Einflüsse wie Jahreszeiten, tägliche Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit, Wind oder Sonneneinstrahlung lassen sich nicht steuern, müssen aber mitgedacht werden. Selbst die Ausrichtung des Stalls spielt eine Rolle, da einzelne Gebäudeseiten unterschiedlich stark aufgeheizt werden. Hinzu kommt die Dämmung, die entscheidet, wie stark sich diese äußeren Einflüsse im Inneren bemerkbar machen.

Neben äußeren Bedingungen beeinflussen vor allem die Tiere selbst das Klima im Stall. Belegdichte, Gruppengröße, Genetik und Leistungsniveau bestimmen maßgeblich, wie viel Wärme und Feuchtigkeit entstehen. Auch Haltungssystem, Fütterung und eingesetzte Technik tragen ihr Teil dazu bei.

Besonders spannend war der Blick auf den physiologischen Hintergrund: Der Wärmehaushalt der Tiere wirkt sich direkt auf Stoffwechsel, Atmung, Kreislauf und Wasseraufnahme aus. Ziel ist es daher, eine Umgebung zu schaffen, in der sich die Tiere im Komfortbereich bewegen – ohne zusätzlichen Energieaufwand zur Temperaturregulation.

Technik und Steuerung

Ein Schwerpunkt lag auf der Lüftungstechnik selbst. In heutigen Schweineställen dominiert die mechanische Lüftung, allen voran die Unterdrucklüftung. Sie gilt als energieeffizient und gut steuerbar – vorausgesetzt, sie ist richtig geplant und eingestellt.

Entscheidend ist dabei die Luftführung. Nur wenn die frische Luft gleichmäßig verteilt und verbrauchte Luft zuverlässig abgeführt wird, funktioniert das System wie gewünscht. Auch unterschiedliche Abluftsysteme und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile wurden beleuchtet. Ein weiterer Punkt: die Bauweise. Materialien mit hoher Wärmespeicherfähigkeit können Temperaturschwankungen abpuffern und so für ein stabileres Stallklima sorgen. Das zeigt, dass Lüftung nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern immer im Zusammenhang mit der gesamten Gebäudehülle steht.

Moderne Klimaregler ermöglichen heute eine automatische Steuerung vieler Parameter und arbeiten mit hinterlegten Temperaturkurven. Trotzdem wurde deutlich betont, dass die Technik nicht das Auge des Tierhalters ersetzt. Gerade nach der Erstbelegung eines Stalls ist es wichtig, Einstellungen regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen. Auch wirtschaftliche Aspekte kamen zur Sprache. Eine etwas großzügigere Dimensionierung von Lüftungsanlagen verursacht oft nur geringe Mehrkosten, kann sich aber langfristig durch eine effizientere Nutzung auszahlen. Ergänzend wurden Kühl- und Befeuchtungssysteme vorgestellt, die insbesondere in Hitzephasen entscheidend sein können.

Für Ställe mit Auslauf gelten besondere Anforderungen. Hier müssen unterschiedliche Klimabereiche geschaffen und getrennt gesteuert werden. Eine klare Struktur im Stall ist dabei die Grundlage, um die verschiedenen Zonen sinnvoll zu managen.

Luft sichtbar gemacht

Nach dem Mittagessen ging es in den praktischen Teil: Hygieneschleuse, Duschen, betriebseigene Kleidung anlegen und anschließend direkt in den Stall. Dort wurde es dann anschaulich: Mithilfe eines Nebelgerätes konnten alle Teilnehmenden die Luftführung des jeweiligen Lüftungskonzeptes sehen. Plötzlich war nicht mehr nur Theorie im Raum, sondern konkret zu sehen, wie sich die Luft tatsächlich bewegt.

Die Unterschiede zwischen Verdrängungs- und Strahllüftung wurden dabei besonders deutlich. Während die Verdrängungslüftung mit ruhigen, gleichmäßigen Luftbewegungen arbeitet, zeigte die Strahllüftung deutlich höhere Geschwindigkeiten und gezielte Luftstrahlen, die sich erst im Raum verteilen müssen.

Im Wartestall wurde außerdem der Coanda-Effekt dargestellt. Die Nebelbilder zeigten eindrucksvoll, wie Luftströme aus den Wandventilen an Oberflächen haften und ihnen folgen. Dieses Prinzip wird gezielt genutzt, um Frischluft entlang von Decken oder Wänden zu führen und Zugluft im Tierbereich zu vermeiden. Ganz anders verhielt sich die Luft in Systemen mit diffuser Decke: Hier war kaum Bewegung sichtbar. Genau das ist gewollt – die Luft wird langsam und großflächig eingebracht. Der direkte Vergleich machte deutlich, wie unterschiedlich Lüftungskonzepte funktionieren können.

Besonders praxisrelevant war die Darstellung häufiger Lüftungsfehler. Ein Beispiel ist sogenannte Falschluft: Strömt Luft von einer ungewollten Stelle oder zu schnell ein, verteilt sie sich nicht gleichmäßig, sondern bildet gerichtete Strömungen. Einzelne Stallbereiche werden dann unzureichend versorgt.

Auch das „Abwandern“ von Luft durch Undichtigkeiten wurde demonstriert – ein Problem, das oft unbemerkt bleibt, aber die gesamte Durchlüftung verschlechtern kann. Solche Effekte sind in der Praxis schwer zu erkennen, haben aber direkte Auswirkungen auf die Tiergesundheit und die Leistung.

Ein weiterer Punkt war das Zusammenspiel von Zu- und Abluft. Änderungen in der Abluftrate zeigten unmittelbar, wie empfindlich das System reagiert. Ein ausgewogenes Verhältnis ist entscheidend für stabile Strömungsverhältnisse.

Zum Abschluss des Tages wurde auch der neue Deck-Wartestall mit Außenklimareizen untersucht. Dafür wurde mit geöffnetem sowie geschlossenem Windschutznetz gearbeitet. Der Unterschied war deutlich: Ohne Schutz kam es zu schnellen, windrichtungsabhängigen Luftbewegungen. Mit Windschutz war die Luftführung deutlich langsamer und gleichmäßiger. Die Windbrechlast der Windschutznetze wurde so sehr gut sichtbar.

Fazit

Das Seminar machte deutlich, dass eine funktionierende Stalllüftung weit mehr ist als die richtige Temperatureinstellung am Klimaregler. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Stallbau, Technik, Luftführung und der täglichen Kontrolle durch den Tierhalter. Gerade kleine Fehler in der Luftführung können große Auswirkungen auf Tiergesundheit, Leistungen und das Verhalten der Tiere haben. Besonders wertvoll war der starke Praxisbezug. Durch die Nebelversuche konnten die Teilnehmenden direkt sehen, wie unterschiedlich ­Lüftungssysteme arbeiten und wo typische Schwachstellen entstehen. Mitgenommen haben die Teilnehmenden vor allem, wie wichtig die regelmäßige Kontrolle der eigenen Lüftungsanlage ist – nicht nur über die Technik, sondern auch über die Beobachtung der Tiere und der Luftbewegungen im Stall. Ebenso wurde deutlich, dass eine gut geplante und sauber eingestellte Lüftung langfristig sowohl Tierwohl als auch Betriebserfolg verbessert.

Kraftort voller Spiritualität und Frieden

Die St. Marienkirche steht im Dorf Kirchnüchel im Kreis Plön inmitten einer sanft hügeligen Landschaft 116 m über dem Meeresspiegel. Damit ist sie das höchstgelegene Gotteshaus in Schleswig-Holstein. Anlässlich des Pfingstfestes stellt Pastorin Anja Haustein die frühere Wallfahrtskapelle vor, die erstmalig 1259 erwähnt wurde.

Pastorin Anja Haustein am Flammen-Antependium des Lesepults
Foto: Silke Bromm-Krieger

An diesem Sonntag hat sich die St. Marienkirche fein herausgeputzt. Kleine Blumensträuße zieren die Sitzbankreihen. Auf dem Altar stehen duftende Löwenmäulchen und Rosen. Rote Antependien hängen passend zum Anlass am Altar und Lesepult. Eben war das Gotteshaus noch bis auf den letzten Platz besetzt. Sieben aufgeregte Konfirmanden erlebten im Kreise der Familien ihren feierlichen Einsegnungsgottesdienst. Während die „Konfis“ nun zu Hause weiterfeiern, nimmt sich Pastorin Anja Haustein Zeit für eine Führung.

Seit zehn Jahren ist die Geistliche für Kirchnüchel und Blekendorf im Einsatz. Die zwei selbstständigen Kirchengemeinden werden von ihr im Rahmen einer Verbundpfarrstelle betreut und verwaltet. Gemeinsam betreten wir durch die Turmhalle den Kircheninnenraum. Hier ist es nach all dem Trubel herrlich still. Sieben kunstvoll gestaltete Glasfenster lassen Sonnenstrahlen hinein und tauchen ihn in ein warmes Licht. Was für eine friedvolle Atmosphäre!

Kirche zu Pfingsten, St. Marienkirche Kirchnüchel, Kreis Ostholstein, Anja Haustein
Fotos: Silke Bromm-Krieger

Anja Haustein lenkt die Aufmerksamkeit auf die ersten beiden Fenster im hinteren Kirchenschiff, die wie die anderen in der Ätz- und Schmelzglastechnik gestaltet sind. Dadurch haben die Farben eine besonders prächtige Strahlkraft. Rechter Hand ist die Berufung des Moses am brennenden Dornbusch, gegenüber Stammvater Noah nach der Sintflut mit den Zeichen der Gnade Gottes in Form einer Taube und eines Regenbogens zu sehen. Es sind Fenster des Künstlers Max Schegulla (1918-2008), die Schiff und Altarraum schmücken. Nach einer Renovierung ab Mitte der 1960er Jahre stiftete der damalige Besitzer des benachbarten Gutes Grünhaus, der Hamburger Bankdirektor Wilhelm Huth, die 1971 fertiggestellten Fenster. „Marc Chagalls Fensterschöpfungen in der Synagoge der Universitätsklinik in Jerusalem inspirierten den Künstler zu diesen Glasgemälden“, weiß die Pastorin. Zunächst sei nur ein Fenster hinter dem Altar geplant gewesen, aber dann kamen Sponsor, Künstler und der damalige Pastor Rudolf Fitzner in einen so fruchtbaren Gedankenaustausch, dass daraus schließlich sieben Fenster mit der Darstellung biblischer Überlieferungen geworden seien. Wir schauen uns die drei Rundfenster an der Südseite des Altarraums an, die an die Verehrung der Mutter Jesu in der St. Marienkirche erinnern.

Über dem Durchgang zum Mausoleum befinden sich drei Rundfenster, die biblische Geschichten um Jesus und die Gottesmutter erzählen. Foto: Silke Bromm-Krieger

Im linken Fenster findet Maria den zwölfjährigen Jesus im Tempel, im rechten ist sie mit Jesus auf der Hochzeit zu Kana, darüber in der Mitte wird sie mit dem Jünger Johannes unter dem Kreuz Jesu dargestellt. Ein weiteres Fenster vis-à-vis zeigt Jesu Begegnung mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Das Fenster hinter dem Altar ist stark blau getönt, es thematisiert den Gnadenstrom, der vom Thron des Gotteslammes ausgeht. Da die Werke von Max Schegulla nicht gegenständlich, sondern eher abstrakt gestaltet sind, braucht es für eine eingehendere Betrachtung ein geübtes Auge und eine gute Vorstellungskraft. Hau­stein beginnt voller Begeisterung, die Geschichten aus der Bibel zu erzählen, die den Fenstermotiven zugrunde liegen.

Stundenlang könnte man ihr zuhören, doch es gibt noch so viel mehr zu erkunden. Also widmet sie sich nach einer Weile anderen Objekten. „Als es das Fenster über dem Altar noch nicht gab, stand hier ein alter Kanzelaltar. Nur Fragmente davon blieben erhalten. Zum einen das ehemalige Altarbild von 1867, das vorn in der Turmhalle steht, das Predella-Bild hinter dem Altar und zwei Engel sowie die Altarbekrönung, eine Jahwesonne, die nun unter dem Fenster mit der Noah-Geschichte ihren Platz gefunden haben“, informiert sie.

Ein Kleinod unter den Kunstschätzen in Holstein ist das Mausoleum der Grafen Brockdorff mit einer altarhaften Rückwand.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Da wir gerade im Altarraum stehen, macht sie außerdem auf das dort Ende des 17. Jahrhunderts in direkter Anbindung entstandene Mausoleum der Grafen Brockdorff auf Kletkamp aufmerksam. Seit Erwerb des Gutes Grünhaus 1635 hatten sie das Patronatsrecht in Kirchnüchel inne. Durch eine Glastür gelangen wir in einen Vorraum, von dem aus man in die ab 1692 erbaute Gruftkapelle schauen kann. Sie ist mit einem schmiedeeisernen Tor verschlossen. Die Gruftanlage für den Grafen Cai Lorenz Brockdorff (1646-1725) war das letzte Werk des Bildhauers Thomas Quellinus (1661-1709). Neben dem Durchgang zum Mausoleum fällt rechts vor dem Altar ein Taufbecken aus Stein und Holz von 1680/90 mit einem Deckel von 1866 in den Blick. Die Pastorin hebt ihn vorsichtig an und erzählt, dass für die Taufen immer noch eine kostbare Taufschale aus Messing eingesetzt werde. Langsam nähern wir uns einem Kleinod, das schon im Mittelalter Gläubige aus allen Himmelsrichtungen anzog. „Es war lange nicht mehr da und wurde erst 1969 aus dem Landesmuseum zurückgeholt“, berichtet sie.

Eine winzige Madonna mit dem Jesuskind zog Pilger in vorreformatorischer Zeit an. Sie suchten bei ihr geistlichen Trost und Heilung von Krankheiten.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Wir treten zur Nordseite des Chorbogens. Dort hängt eine goldfarbene Mandorla, eine mandelförmige Glorie, an der Wand. In ihr ist eine zarte, nur 7 cm hohe, elfenbeingeschnitzte Madonna mit dem Jesuskind aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts hinter Glas eingefasst, die auf die mittelalterliche Marienverehrung an diesem Ort hinweist. Sie fand wohl einst als Schenkung aus adligem Hause den Weg dorthin. Im Hintergrund der Figur ist das zugehörige perlenbestickte Samtmäntelchen drapiert. Pilger sollen sich früher demütig vor ihr verneigt haben mit der Bitte um Trost, Hilfe oder ein Wunder.

Bis zur Reformation war die St. Marienkirche ein viel besuchtes Wallfahrtsziel. Noch heute lassen sich Besucher von der Ausstrahlung der winzigen Figur berühren. Davon zeugen ergreifende Zeilen, die sie in einem ausliegenden Gästebuch hinterlassen haben. Die Marienkraft und der Friede, der von ihr ausgeht, werden in den Eintragungen positiv hervorgehoben. Eine Besucherin vermerkte, sie spüre im Gotteshaus die Spiritualität vieler Jahrhunderte. Die St. Marienkirche sei ein „wundervoller Kraftort“, schrieb eine andere.

Dass sie auf einem Hügel als Wallfahrtskapelle überhaupt errichtet wurde, hängt mit einer Quelle in der Nähe zusammen, die schon in wendischer Zeit für heilig und heilkräftig gehalten und nach der Christianisierung mit der Jungfrau Maria in Verbindung gebracht wurde. Die sogenannte Marienquelle befindet sich wahrscheinlich südlich gegenüber der Marienkirche hinter dem mittlerweile geschlossenen Gasthaus „Marienquelle“ von 1867 auf einer Weide.

Da wir in Kürze das Pfingstfest feiern, soll auch darüber ein Wort gesagt sein. „Pfingsten gilt als die Geburtsstunde der christlichen Kirche und Anfang der weltweiten Mission. Es ist nach Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest des Kirchenjahres. Mit ihm wird der Heilige Geist gefeiert, der die Jünger Jesu 50 Tage nach dessen Tod am Kreuz ergriffen hat. Dadurch konnten sie neue Sprachen sprechen und Gottes Wort in allen Nationen verbreiten“, erklärt die Pastorin. Gern zeigt sie die vorhandenen pfingstlichen Symbole in der Kirche, die für das Erscheinen des Heiligen Geistes stehen: das Feuer und die Taube.

Laut Anja Haustein gehört zur liturgischen Ausstattung zu Pfingsten ein rotes Altar-Antependium mit einer Taube, die den Heiligen Geist symbolisiert.
Foto: Silke Bromm-Krieger

„Zur Konfirmation und zu Pfingsten schmücken wir Lesepult und Altar mit roten Antependien, das Lesepult mit einem Flammenmeer-Motiv und den Altar mit einer Taube“, bemerkt sie. Auch auf dem alttestamentarischen Noah-Bild im hinteren Kirchenschiff ist eine Taube verewigt. Doch die Taube am Altar sieht anders aus, sie ist in Bewegung geraten und stürzt sich geradezu hinab auf die versammelte Gemeinde. „Ich glaube, dass die Darstellungen aus dem alten und neuen Testament miteinander korrespondieren. Die Taube in der Schöpfungsgeschichte steht für Frieden, Versöhnung, Hoffnung und Neuanfang, die Pfingsttaube für Glaube, Gottvertrauen und Liebe“, denkt Haustein laut nach.

Was Pfingsten uns heutzutage sagen könne? „Die Bibel berichtet ja von einem Sprachenwunder. Alle verstanden sich plötzlich, hörten einander zu, trotz unterschiedlicher Herkunft. Dieses ‚Hörwunder‘ wünsche ich mir auch für heute, dass die Menschen sich verstehen und auch bei unterschiedlicher Meinung einander zuhören. Im Namen Gottes sind wir alle eingeladen, aufeinander zuzugehen, offen immer wieder Neues zu entdecken, und in Gemeinschaft Toleranz und Zusammenhalt zu leben.“

Landjugend diskutiert Zukunftsthemen

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Die zweite Landesausschusssitzung (LAS 2) des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein fand am 10. Mai im Detlef-Struve-Haus in Rendsburg statt. Vertreterinnen und Vertreter aus den Kreislandjugendverbänden kamen zusammen, um sich über aktuelle Themen des Verbandes, vergangene Veranstaltungen und kommende Projekte auszutauschen. Neben Rückblicken auf Seminare und Veranstaltungen standen vor allem Zukunftsthemen der Landjugendarbeit im Mittelpunkt.

Positiv zurückgeblickt wurde unter anderem auf das Kassenseminar, das Rhetorikseminar sowie das Teamklettern in Kiel. Gleichzeitig warb der Landesvorstand für kommende Veranstaltungen wie den Deutschen Landjugendtag in Hameln, das Teamtraining in Plön, den Strohpuppenwettbewerb oder die bevorstehende Norla in Rendsburg.

Zukunftsthemen der Landjugend standen im Mittelpunkt der LAS 2. Foto: Paul Weniger

Auch die Landjugend Kiel war vertreten und berichtete über die diesjährige Norla-Fete, die erneut in „Kühls Gasthof“ stattfinden wird. Gleichzeitig wurden Ideen und Verbesserungsvorschläge gesammelt, um die Veranstaltung weiterzuentwickeln und noch attraktiver zu gestalten.

Einer der größten Tagesordnungspunkte war das Thema Versicherungen. Der Landesverband prüft derzeit die Möglichkeit, den Kreis- und Ortsgruppen künftig ein umfassendes Versicherungspaket anzubieten. Dieses würde unter anderem Veranstaltungen der Landjugenden absichern, von großen Festen bis hin zu kleineren Gruppenabenden. Die vorgestellten Überlegungen wurden ausführlich diskutiert. Gerade die Möglichkeit, Veranstaltungen unkomplizierter und umfassender absichern zu können, wurde von vielen Teilnehmenden positiv aufgenommen. Ein konkreter Entwurf soll nun weiter ausgearbeitet und zunächst auf der kommenden Landesausschusssitzung vorgestellt werden, bevor später auf der Landesversammlung über eine mögliche Umsetzung abgestimmt wird.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen standen mit einem Gruppenfoto und einer kleinen Teameinheit auch Gemeinschaft und Austausch im Mittelpunkt. Anschließend fand außerdem eine sogenannte Mini-KAS statt. Dabei hatten die Kreisverbände die Möglichkeit, sich ohne Landesvorstand und Geschäftsstelle intern auszutauschen und eigene Themen zu besprechen. Dieses Format wurde insgesamt positiv bewertet.

Zum Abschluss der Sitzung wurden zwei bestehende Projektgruppen (PG) ruhend gestellt. Gleichzeitig entstanden neue Gruppen. Die PG Verbandsentwicklung soll unter anderem Prozesse und Strukturen weiterentwickeln sowie den Landesverband auf Ortsgruppenebene sichtbarer machen.

Eine kurze Teameinheit nach dem Gruppenfoto sorgte für zusätzliches Gemeinschaftsgefühl und frische Ideen. Foto: Paul Weniger

Mit der neuen PG Theater beginnen außerdem die Vorbereitungen für das Theaterstück auf der Grünen Woche 2028 in Berlin, für das Schleswig-Holstein verantwortlich sein wird. Gesucht werden hierfür nicht nur Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern auch Helfende für Technik, Organisation und Bühnenbau.

Außerdem wurde die PG Jugendpolitik gegründet. Ziel ist es, als Verband sprachfähiger gegenüber Politik und Öffentlichkeit zu werden und gemeinsame Positionen zu entwickeln. Da die Gruppe dauerhaft und nicht nur projektbezogen arbeiten soll, wurde sie direkt in den Arbeitskreis Jugendpolitik umgewandelt.

Die neuen Gruppen freuen sich ausdrücklich über weitere Interessierte und Mitwirkende aus den Orts- und Kreisgruppen. Die LAS2 zeigte erneut, wie vielfältig die Arbeit des Landjugendverbandes ist: von Bildungsarbeit und Veranstaltungen bis hin zu Zukunftsfragen und neuen Projekten.

Einblick in eine extensive Teichwirtschaft

Der Fachausschuss für Natur- und Umweltschutz hielt seine turnusgemäße Frühjahrssitzung auf Anregung der Vorsitzenden, Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten, auf dem Betrieb der Familie und Fischzucht Knutzen in Hohenlockstedt ab. Damit vertiefte der Ausschuss seine Diskussionen um Ostsee- und Gewässerschutz aus den vorherigen Sitzungen.

Die Vorsitzende Sabine Schwarten und das Betriebsleiterehepaar Knutzen begrüßten im Beisein der Kammergeschäftsführerin Stephanie Wetekam und der Kammerpräsidentin Ute Volquardsen die Mitglieder des Ausschusses und gaben eine kurze Einführung in die Thematik der Teichwirtschaft sowie in die Struktur des Betriebes.

Stephanie Wetekam stellte sich, ihren bisherigen Werdegang und ihre Vorstellungen zur Weiterentwicklung der Landwirtschaftskammer vor. Zum Thema Natur- und Umweltschutz erwähnte sie insbesondere die Herausforderungen und die damit verbundenen Aufgaben der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH). Natur- und Umweltschutz stellten einen Zukunftsbereich dar, an dem die Landwirtschaft nicht vorbeikomme. Die LKSH müsse weiterhin gute Kooperationen mit Politik, Wissenschaft und Verbänden eingehen, zudem müssten Innovationen begleitet werden.

Ute Volquardsen berichtete anschließend über aktuelle Entwicklungen in der Arbeit der LKSH. In der Abteilung Pflanzenbau, Pflanzenschutz und Umwelt seien einige personelle Neubesetzungen erfolgt sowie erfolgreich Projekte akquiriert und angeschoben worden. Für den neu aufgestellten Nitratmessdienst werden weiterhin Flächen und Flächenbewirtschafter gesucht, die sich an den Messungen beteiligen möchten.

Fachlich machte Richard Bonse den Einstieg in das Thema Ostsee- und Gewässerschutz. Er ist aktiver Landwirt sowie Vorsitzender des Ostseebeirates Eckernförder Bucht und Baltic-Probstei. In den Ostseebeiräten wurden zahlreiche Sitzungen und Termine sowie von der LKSH veranstaltete Feldtage durchgeführt. Derzeit wird ein Maßnahmenkatalog fertiggestellt; zum Ende des Jahres soll ein erster Umsetzungsbericht vorgelegt werden. Verschiedene Maßnahmen wurden nach ihrem N- und P-Einsparungspotenzial bewertet. Die Maßnahmen sind bislang freiwillig. Bonse schloss seinen Vortrag mit dem treffenden Statement: „Wer nicht mitmacht, braucht sich am Ende auch nicht über Ordnungsrecht zu beschweren“, und appellierte zur Teilnahme.

Mit Gewässerschutz und Gewässerqualitäten ging es weiter im Vortrag von Johannes Radtke, Mitarbeiter beim Landesangelverband Schleswig-Holstein, der sich außer um angelspezifische Themen auch um umfangreiche gewässerbiologische Arbeiten kümmert. Der Fokus des Vortrags lag auf der Biodiversität und Qualität der Fließgewässer Schleswig-Holsteins, da diese einen entscheidenden Einfluss auf den Ostseeschutz haben. Radtke stellte die Meerforelle als „Schirmart der Biodiversität“ und ihre Ansprüche an die Lebensraumqualität vor. Wenn diese erfüllt seien, bestehe Lebensraum für zahlreiche weitere Organismen. Teilweise werde mit künstlicher Brut und Besatz im Herkunftsgewässer nachgeholfen. Radtke betonte jedoch, dass dies nur eine Übergangslösung darstelle und der Fokus auf der Wiederherstellung der kleineren Fließgewässer liegen müsse.

Anschließend erfolgte unter Führung der Familie Knutzen ein Rundgang über die Fischzuchtanlage. Der Betrieb umfasst etwa 30 ha Teichfläche, die sehr extensiv bewirtschaftet werden. Vorrangig werden Karpfen gezüchtet und zusammen mit weiteren Fischarten im hofeigenen Laden vermarktet. Zudem besteht eine Angelmöglichkeit für Gäste. Ein großes Problem ist der Fraß durch Prädatoren, der aktuell bis zu 50 % Ertragsverlust in der Teichwirtschaft bedingt. Der Betrieb hat sich durch ein Seminarhaus mit Bildungsangeboten und Veranstaltungen ein weiteres Standbein geschaffen. Abschließend fand eine rege Diskussion statt.

Deutsches Spring- und Dressurderby

Im Sattel von Comanche hat Frederic Tillmann das 95. Deutsche Springderby in Hamburg gewonnen, auf den Tag genau 13 Jahre nach seinem Bruder Gilbert Tillmann. Isabell Werth gewann alle drei Fünfsterneprüfungen in der Dressur und sicherte sich mit Viva Gold ihren sechsten Derbysieg.

Zum zehnten Mal war Frederic Tillmann im Deutschen Springderby am Start, zum fünften Mal mit dem zwölfjährigen DSP Comanche. Schon zweimal wurde er Zweiter, einmal Vierter. Jetzt hat es endlich mit dem Sieg geklappt.

Als 14. der 32 Starter ritt Tillmann in den Derbyparcours. Das Paar schaffte eine schwierige Hürde nach der anderen, und 164,30 s später stand fest: Das war die 166. Nullrunde in der Geschichte des Derbys. Komplette Fassungslosigkeit im Gesicht des Reiters. Danach begann das lange Warten. In den nächsten 72 min schaffte es niemand ohne Fehler durch den Parcours. Doch dann war Simon Heineke, Bereiter im Stall Moorhof in Wedel, Kreis Pinneberg, als letzter Reiter an der Reihe. Der 33-Jährige trat mit dem Holsteiner Wallach Cordillo an, der bereits 2019 unter Nisse Lüneburg Derbysieger geworden war, und sorgte mit einem fehlerfreien Ritt dafür, dass auch das 95. Deutsche Springderby im Stechen entschieden wurde.

Tillmann musste vorlegen. Zügig fing er an, nahm seinen Comanche vor den Bahnschranken und der Mauer extrem zurück und blieb in 54,84 s fehlerfrei. „Ich war jetzt das dritte Mal im Stechen beim Derby“, resümierte er. „Ich habe es zweimal zuvor schon nicht so gut zu Ende gebracht, aber aus diesen Fehlern habe ich gelernt. Heute hat alles geklappt. Aber die 2 min, die ich dann noch warten musste, bevor ich das Ergebnis von Simon erfuhr, das waren die schlimmsten.“ Heineke leistete sich zwei Hindernisfehler und kam auf Platz zwei. Das bedeutete den Sieg für Frederic Tillmann.

„Natürlich bin ich sehr happy“, sagte Heineke. „Auch wenn ich es Cordillo gern noch einmal ermöglicht hätte, mit seinen 18 Jahren hier vielleicht als Derbysieger vom Platz zu gehen.“ Der Wallach war bereits zum sechsten Mal im Deutschen Springderby dabei, das vierte Mal mit Simon Heineke. „Aber insgesamt bin ich einfach nur glücklich und dankbar.“

Turnierchef Matthias Rath resümierte: „Gerade dieser Derby-Abschluss war noch einmal etwas ganz Besonderes. Bis zum Schluss haben alle mitgefiebert: Gibt es ein Stechen oder nicht? Dass dann ausgerechnet der letzte Reiter das Stechen noch erreicht, hat die Spannung perfekt gemacht.“

Sensation knapp verpasst

Auf Platz drei reihte sich André Thieme ein, der wie bei seinem Sieg im vergangenen Jahr mit Paule unterwegs war. Das Paar beendete den 1.250 m langen Parcours mit einem Abwurf. Der Fehler passierte ausgerechnet am niedrigsten Hindernis von allen, am Aufsprung des großen Walls. „Ich kann gar nicht sagen, dass ich mir zu sicher war, aber ich war nach Sprung drei ein bisschen geschockt“, beschrieb Thieme seinen Ritt. „Diese irischen Wälle springt Paule normalerweise ohne Probleme, doch heute hat er dort kurz gezögert. Dabei sind wir etwas aus dem Rhythmus gekommen und sogar leicht gestolpert. Danach hatte ich über den Wassergraben und die Palisade eigentlich wieder ein richtig gutes Gefühl. Im Nachhinein weiß ich selbst nicht genau, warum ich den Wall dann so eng auf der Innenbahn angeritten bin.“

Eine historische Sensation wäre greifbar gewesen: Noch nie hat ein Reiter in Hamburg den Großen Preis und das Derby im selben Jahr gewonnen. Für das Stechen im Grand Prix von Hamburg, ein Springen über 1,60 m, hatten sich acht Reiter qualifiziert. Thieme ging mit seiner Stute DSP Chakaria als vorletzter Starter in den Parcours und siegte in 39,59 s. Das waren rund 1,5 s weniger, als die zweitplatzierte Emilie Conter aus Belgien auf Portobella van de Fruitkorf brauchte. Platz drei ging ebenfalls an eine Belgierin, Gudrun Patteet im Sattel von Sea Coast Qarvaljo d’Or. „Ich war hier schon Zweiter und Dritter im Großen Preis. Jetzt musste es mal klappen“, sagte Thieme anschließend.

Den Sieg im Championat von Hamburg sicherte sich der Ire Cian O’Connor mit Genghis Khan. Die beiden meisterten das Springen über 1,55 m in 45,20 s. „Schon im ersten Umlauf musste man die Zeit im Hinterkopf behalten, um sich optimal für die zweite Runde zu positionieren“, erklärte der viermalige Olympiateilnehmer. „Hinter der Planke gab es eine längere Galoppstrecke, ansonsten lief alles recht flüssig. Wenn man den vorletzten Sprung gut erwischt hat, konnte man auf den letzten noch einen Galoppsprung weniger reiten. Das ist mir gelungen.“ Für den zehnjährigen Genghis Khan war der Sieg der Abschluss seiner Turnierauftritte in Hamburg. „Heute Abend geht er zurück in seinen Heimatstall nach Belgien, morgen darf er erst einmal auf die Weide“, erklärte O’Connor.

Platz zwei ging an den Schweizer Edouard Schmitz auf seinem Olympiapartner von Paris, Gamin van’t Naastveldhof. Der Niederländer Arne van Heel, der für den Holsteiner Verband im Sattel des Verbandshengstes Keaton HV saß, setzte sich auf Platz drei, nur 0,01 s vor Mario Stevens auf Starissa FRH.

Zum sechsten Mal siegte Isabell Werth (Mitte) im Deutschen Dressurderby. Ingrid Klimke (4. v. li.) und Moritz Treffinger (4. v. r.) folgten auf den Plätzen zwei und drei. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Siege für Isabell Werth

Im 66. Deutschen Dressurderby sicherte sich Isabell Werth zum sechsten Mal das begehrte Blaue Band. Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt gewann im Sattel des zehnjährigen Hengstes Viva Gold OLD die Kür der Fünfsternetour und schaffte damit den Gesamtsieg in der Derbywertung. „Ein Derbysieg ist superbesonders“, freute sie sich.

Für den Oldenburger Dunkelfuchs von Vivaldi war es eine Premiere: Viva Gold absolvierte in Hamburg seine erste internationale Kür überhaupt und begeisterte auf Anhieb mit einem Spitzenresultat von 84,365 %. Die anspruchsvolle Choreografie zu Hits von Neil Diamond meisterte der Hengst scheinbar mühelos. „Ich bin total zufrieden, echt happy”, strahlte Werth. „Dieses Pferd ist sensationell, und er wurde hier in Hamburg von Tag zu Tag besser.”

Platz zwei in der Kür ging an Ingrid Klimke mit ihrer Fürstenball-Tochter First Class. Die Reitmeisterin erreichte 77,040 % und zeigte sich nach der Prüfung entsprechend zufrieden: „Hinter Isabell im Grand Prix Dritte und heute in der Kür Zweite zu werden, ist ja eigentlich schon ein Sieg. Ich freue mich sehr für First Class, die sich immer weiter entwickelt, besonders in der Kür. Sie kennt die Musik, ich kann mich tausendprozentig auf sie verlassen, und sie wächst dabei immer über sich hinaus.“

Rang drei sicherte sich Moritz Treffinger mit Fiderdance und 76,525 %. Für den Bereiter des Gestüts Bonhomme in Brandenburg ging mit dem Start in Hamburg ein lang gehegter Traum in Erfüllung: „Ich habe das Turnier jahrelang nur im Fernsehen verfolgt. Dieses Jahr zum ersten Mal selbst hier vor Ort reiten zu dürfen, ist eine riesige Ehre.“

Erstmals wurde das Deutsche Dressurderby ohne Pferdewechsel geritten. Stattdessen floss der CDI5*-Grand Prix als erste Teilprüfung in die Wertung ein. Der Derbysieger wurde durch die Addition der Prozentpunkte aus dem Grand Prix und der Kür ermittelt. Die höchste Gesamtsumme gewann. Wie in der Kür belegten Ingrid Klimke und Moritz Treffinger die Plätze zwei und drei. Isabell Werth konnte auch den Grand Prix für sich entscheiden, allerdings im Sattel von Wendy de Fontaine. In einer fehlerfreien, harmonischen Runde ritten die beiden zu 81,043 %. Mit Viva Gold kam sie außerdem auf den zweiten Platz (75,783 %) vor der Norwegerin Isabel Freese im Sattel von Total Hope OLD (73,978 %).

Die dritte Fünfsterneprüfung, der Grand Prix Special am Sonnabend, floss nicht in die Derbywertung ein. Hier feierten Werth und Wendy de Fontaine einen weiteren Erfolg: Mit 80,021 % setzten sie sich vor Isabel Freese auf Total Hope OLD an die Spitze. Dritte wurden Leonie Richter und Lord Europe mit 70,553 %.

Rath äußerte sich positiv über den neuen Modus: „Jeder, der dieses Wochenende miterlebt hat, wird sagen müssen: Das Konzept ist super aufgegangen, auch vom gesamten Zeitplan her. Bereits am Freitag war das Dressurstadion komplett voll. Dass wir nun an drei Tagen ein volles Haus haben, ist definitiv der richtige Weg.“

Hamburgerin vorn

Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg sicherte sich Sophie Levien gemeinsam mit ihrem elfjährigen Wallach Carlo Carlucci den Sieg im Deutschen Ponydressurderby. Bereits in den beiden Qualifikationen hatte die Nachwuchsreiterin jeweils den Sieg davongetragen. Im Finale mit Pferdewechsel bewies sie erneut Nervenstärke und großes reiterliches Feingefühl.

Für die junge Reiterin aus Hamburg, die sich in ihrem letzten Ponyjahr befindet, war es bereits die dritte Teilnahme am Ponyderby. Im vergangenen Jahr hatte sie das Finale knapp verpasst. Umso größer war nun die Freude über den verdienten Triumph. Besonders bemerkenswert: Es war Leviens erste Prüfung mit Pferdewechsel. Entsprechend gespannt blickte sie dem Finale entgegen. „Es war tatsächlich aber leichter als gedacht“, sagte sie anschließend. „Alle drei Ponys waren sehr gut und reell geritten, dadurch ließ sich alles angenehm nachreiten.“ Die Plätze zwei und drei gingen an die Schwestern Lilli und Lisa von Helldorff aus Niedersachsen. Die Auszeichnung für das beste Pony erhielt der Palomino-Wallach Dreamlike von Lisa von Helldorff.

Sophie Levien meisterte den Pferdewechsel und wurde Gesamtsiegerin im Ponydressurderby. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Sowohl im Deutschen Springderby als auch im Grand Prix Special der Dressurreiter wurde ein Harmonie- und Fairnesspreis verliehen. Im Springen ging die mit 10.000 € dotierte Auszeichnung an Clara Blau mit ihrem Paul. Das Paar hatte sich zwar zwei Abwürfe geleistet, aber die 25-Jährige war von ihrem Herzenspferd völlig begeistert und strahlte: „Ich habe mich über jedes Hindernis gefreut, das er so toll gesprungen ist. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht.“ In der Dressur stimmten die Zuschauer für Helen Langehanenberg und ihre Stute Daniela.

Turnierchef Matthias Rath und Christian Flessing, zweiter Vorsitzender des Norddeutschen und Flottbeker Reitervereins, zogen am Derbysonntag ein positives Fazit: „Das Wetter war in diesem Jahr zwischendurch schon eine Herausforderung“, sagte Rath. „Aber auch wenn es nicht nur nieselt, sondern richtig regnet: Die Menschen bleiben sitzen. Sie sind so begeistert von dem Sport, von der Atmosphäre, die sie selbst gestalten. Das ist großartig. So kommen wir dieses Jahr in etwa auf dieselbe Besucherzahl, die wir 2025 ohne Regen erreicht haben, etwa 94.000. Damit sind wir absolut happy.“

Flessing sagte: „Wir sind sehr froh und zufrieden, wie sich das Derby in den vergangenen beiden Jahren weiterentwickelt hat. Gerade die Veränderungen im Dressurprogramm machen sich bemerkbar. Die Tribünen an der Dressurarena waren nahezu durchgehend bis auf den letzten Platz besetzt. Das begeistert uns total.“ Es gebe Überlegungen, den Zuschauerbereich im Dressurstadion auszubauen. Aktuell hat die Sitzplatztribüne eine Kapazität von rund 1.000 Plätzen. „Wir sind natürlich platzmäßig begrenzt, aber ein paar Ideen haben wir schon.“ pm

Landesgartenschauflächen in Norderstedt heute

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Am Rande Hamburgs liegt die nach Einwohnerzahl viertgrößte Stadt Schleswig-Holsteins, Norderstedt, in der im Jahre 2011 die Landesgartenschau stattfand. Seither wurde das 75 ha große Stadtparkareal erhalten und weiterentwickelt und bietet heute eine vielfältige und gepflegte Grün- und Erholungsanlage, die für Gartenfreunde, Erholungssuchende, Sportler, Wanderer, Naturfreunde und viele andere gleichermaßen interessant ist.

Neben den Landesgartenschauen in Schleswig (2008) und Eutin (2016) gab es eine dritte vom 21. April bis 9. Oktober 2011 in Norderstedt, zu der rund 600.000 Besucher ihren Weg fanden. In der Nachnutzung wurden viele der Attraktionen und Arealentwicklungen erhalten, umgestaltet und weiter ergänzt. Auch die ursprüngliche Dreiteilung in Seepark, Waldpark und Feldpark wurde für den Stadtpark beibehalten.

Bei der Ankunft fällt das monumentale Gebäude des ehemaligen Kalksandsteinwerkes auf, in dem sich seit 2012 das Kulturwerk am See befindet, ein kulturelles Zentrum Norderstedts für Theater, Konzerte, Ausstellungen, Tagungen, Kongresse, Seminare und wichtiger Treffpunkt der Kulturszene der Stadt. Hier am Haupteingangsbereich zum Park befinden sich außer den umfänglichen Parkmöglichkeiten auch die Musikschule, eine Station der Schule im Grünen mit dem Bildungsangebot für Kindergärten, Schulen und Kindergruppen und die erste Spielmöglichkeit für Kinder mit dem Wasserspielplatz. Zudem bieten die „Spotz Seeterrassen“ nicht nur ein umfängliches kulinarisches Angebot, sondern auch einen herrlichen Blick aufs Wasser.

Im ehemaligen Kalksandsteinwerk befindet sich heute das Kulturwerk am See, ein Haus für Kunst, Kultur und Veranstaltungen. Foto: Hans-Dieter Reinke

Der Seepark

Es ist das Wasser des 25 ha großen Stadtparksees, der, in ehemaligen Kiesgruben angelegt, seit 2011 der Hauptteil des Seeparks ist. Er ist mit eine Gesamtfläche von 39 ha der größte der drei Parkteile. Vor allem die spektakulären Fahrten und gelegentlichen Stürze der Fahrer auf der Wasserski- und Wakeboardanlage sind von der Uferpromenade, den Bänken und der Terrasse am See gut zu beobachten. Die Promenade wird gesäumt von Alleen mit Birken, Kiefern und Eichen sowie einem flankierenden Staudenband mit ganzjährig wechselnden Farb- und Blütenbildern. Ein kleiner Aussichtssteg führt seebrückenartig ein kleines Stück in das Gewässer. Anliegende Flächen werden zum Teil für wechselnde Ausstellungen, beispielsweise mit großformatigen Fotografien, genutzt und unterstreichen das kulturelle Angebot des Stadtparks. Im nördlichen Zentralbereich des Sees befindet sich das Strandbad, das mit 4.000 m² Strand und 25.000 m² Schwimm- und Planschbereichen aufwarten kann.

Auf der Wasserski- und Wakeboardanlage des Stadtparksees gibt es spektakuläre Fahrten, Sprünge und Stürze zu sehen. Foto: Hans-Dieter Reinke

Die 2,1 km lange Looprunde mit Brückenaussichtssteg und Loop-Effektbeleuchtung umrundet das Gewässer und bietet vielfach schöne Ausblicke über den See und zu den angrenzenden Parkbereichen. Noch eindrucksvoller gestaltet sich der Ausblick für die Kinder, wenn sie die Spielgeräte des Kletternestes am südlichen Seeufer erklommen haben. Die Riesenschaukeln am Westufer sind viel besuchte, beschwingte Attraktionen, die nicht nur Kinder begeistern. Hundefreunde finden ebenfalls am südöstlichen Seebereich eine Hundeauslaufzone; ansonsten besteht Leinenpflicht für die den Park besuchenden Hunde. Am Rand des Seewegs im Süden befindet sich auch ein historisches Denkmal: Die massiven Betonklötze stammen aus der Zeit des Nationalsozialismus und dienten der Wehrmacht, die das Gelände als Truppenübungsplatz nutzte, als Geschützwiderlager. Der Seeparkteil geht dann nach Westen allmählich in den 25 ha großen Waldpark über.

Der Waldpark

Dieser Parkabschnitt lädt vor allem zu ausgedehnten Wanderungen durch bewaldete Areale ein, die von Birken und Eichen dominiert werden. Unterbrochen wird das Gelände durch größere Pfeifengras- und Heidebestände sowie Moor, die zum Teil mit Stegrundwegen versehen sind, wie beim Birkenloop, dem Moorloop und dem Heideloop. Neben einem Aussichtspunkt und dem Heidepilz befinden sich im Waldpark verteilt sieben Staudenpflanzungen, die auch während der Landesgartenschau bereits die Besucher zu interessanten Entdeckungen in diesem Teil des Stadtparks einluden.

Die Staudenlichtung „Trollengaukelei“ ist eine von sieben Staudenbeetanlagen im Waldpark. Foto: Hans-Dieter Reinke

Diese sogenannten Staudenlichtungen werden vor allem durch die Aktivitäten und die Teilnahme von aktuell etwa 60 freiwilligen und ehrenamtlichen Stauden- und Gartenliebhabern erhalten und betreut. Sie kümmern sich um die Bepflanzung, Pflege und den Erhalt der Staudenlichtungen, die über die waldigen Areale des Stadtparks verteilt sind. Diese haben wohlklingende Namen: Elfentanz, Teufelsspiegel, Trollengaukelei, Feengeflüster, Glockengrund, Glücksquelle und Hexenküche. Sie sind mit unterschiedlichen Zusammenstellungen Schatten liebender Stauden und Arealgestaltungen versehen. Auf dem Waldspielplatz kann vor allem geklettert werden, und in der Waldbühne finden in besonderer Atmosphäre regelmäßig Freilichtveranstaltungen statt.

Der Feldpark

Im westlichsten Teil des Stadtparks schließt sich der dritte der Parkteile an, der etwa 11 ha große Feldpark. Er ist vor allem geprägt durch zahlreiche Möglichkeiten für Aktivitäten, aber auch durch das große Arboretum, den Bauernhof und weitere Gartenattraktionen.

Seit dem Jahr 2016 gehört ein Kletterpark im nördlichen Feldpark zum Stadtparkareal dazu und bietet in luftiger Höhe von 1,5 bis 8,5 m bis zu 75 Elemente auf sechs Parcours. Auch Veranstaltungen und Kurse im Bogenschießen gehören zum Programm dazu. Weitere Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten ergeben sich auf dem FitnessFeld mit acht Stationen für Kraft- und Ausdauertraining, dem StreetballSoccerplatz, auf dem Slack­lineParcours, auf der Feldparkwiese, dem Feldparkspielplatz und auf dem Spotz Adventure Golfplatz mit seinen 18 neongrün-gelben Bahnen. In dem Bauernhof mit seinen Schweinen, Ziegen, Schafen und Hühnern lässt sich einiges über alte Haus- und Nutztierrassen in Erfahrung bringen, und Beobachtungen der Tiere sind möglich.

Auch der AdventureGolf Parcour bietet Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten. Foto: Hans-Dieter Reinke

Besondere Treffpunkte und Orte der Begegnung sind der Biblische Wein- und Obstgarten Bustan, der zur Erkundung der sieben Früchte der Bibel sowie weiterer Pflanzen des Südens einlädt, und der Interkulturelle Garten, der von Menschen unterschiedlicher Kulturen mit Pflanzen aus ihren Heimatländern gestaltet wurde.

Ebenfalls im Feldpark zu finden sind einzelne Birkeninseln mit unterschiedlichen exotischen Birkenarten, die Lions-Werkstatt, die für unterschiedliche Events im Grünen nutzbar ist, und der 6.000 m2 große Naturerlebnisraum für Kinder, Wilde Welt, in dem die Natur und ihre Lebenswelt auf spielerische Art entdeckt werden können. Die Obstbaumwiese bietet über 50 Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume 35 alter und eher seltener Obstsorten, wie die Apfelsorten ‚Roter Berlepsch‘, ‚Danziger Kantapfel‘ und ‚Kaiser Alexander‘ sowie die Kirschsorte ‚Werdersche Braune‘ oder die Pflaume ‚Stanley‘. An die Obstbaumwiese schließt sich der Kräuter-Erlebnisgarten an. Hier finden sich außer Oregano, Zitronenmelisse, Schnittlauch, Salbei und Lavendel auch Wurmfarn, Blaubeere, Herzgespann und das Kraut der Unsterblichkeit, Jiaogulan. Anschließend folgt das Blütenband, in dem auf einer Fläche von 4.000 m² fast 5.000 Stauden gepflanzt wurden, die zu allen Zeiten der Vegetationsperiode ein faszinierendes Blütenmeer bieten.

Im von Wegen gesäumten Blütenband des Feldparks blühen während der gesamten Vegetationsperiode Stauden, Gräser, Rosen und anderes. Foto: Hans-Dieter Reinke

Ein besonderes Highlight für Gehölzfreunde ist das Norderstedter Arboretum im Feldpark. Es wurde bereits in den 1980er Jahren angelegt, sodass viele der mehr als 150 Baumexemplare bereits deutlich über 40 Jahre alt sind. Neben den heimischen Baumarten Eiche, Ahorn, Linde, Kornelkirsche, Rotbuche und anderen sind auch zahlreiche fremdländische und oft in Parkanlagen anzutreffende Arten vertreten, beispielsweise die Große Küstentanne, Himalaya-Zeder, Tulpenbaum, Amur-Korkbaum, Kanadische Hemlocktanne, Riesenmammutbaum, Chinesische Walnuss und viele weitere. Die einzelnen Arten sind durchgängig beschildert mit deutschen und wissenschaftlichen Namen und Angaben zu Herkunft sowie einigen Besonderheiten. Es gibt eine Übersichtstafel mit den ­Standorten.

Man kann den täglich von 5 bis 22 Uhr geöffneten Park auch anhand der interaktiven Erlebnistouren zum Thema Nachhaltigkeit erkunden und an 17 Stationen Aufgaben lösen und Fragen beantworten. Auch ein digitaler Spaziergang ist möglich, oder man besucht die zehn Stationen, die einen Lehrpfad zum Thema Kinderrechte gestalten. Hinzu kommen wechselnde Ausstellungen, Märkte, Gartenthemen und ein buntes Veranstaltungsprogramm im Stadtpark wie das Frühlingsfest im Park, der ParkSportTag oder das Fest der Internationalen Straßen- und Zirkuskünste.

Förderung zu alternativen Antriebssystemen gestartet

Ein neues Förderprogramm für alternative Antriebe in der Agrarwirtschaft legt die Landwirtschaftliche Rentenbank in Abstimmung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) auf. Für das Programm stellt die Rentenbank in den kommenden drei Jahren insgesamt 72 Mio. € bereit. Start ist am 20. Mai.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Sonderkulturanbau. Gerade dort stünden viele Betriebe wegen des steigenden Mindestlohns unter erheblichem wirtschaftlichen Druck, teilte das BMLEH am Mittwoch voriger Woche mit. Innovative Technik könne helfen, Arbeitsprozesse zu erleichtern, Betriebe zu entlasten und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Zugleich erleichtere es die Förderung, in klimafreundliche Antriebslösungen in der landwirtschaftlichen Praxis einzusteigen.

Gefördert wird die Anschaffung mobiler Maschinen mit batterieelektrischem Antrieb oder zur Nutzung Erneuerbarer Biokraftstoffe wie Biodiesel, Pflanzenöle oder Biomethan. Dazu zählen unter anderem autonome Feldroboter, Geräteträger oder Multifunktionsmaschinen für Sonderkulturen sowie in Kombination mit dem Maschinenkauf die notwendige Lade- und Tankinfrastruktur auf dem Hof. Die Förderung erfolgt über zinsgünstige Darlehen im etablierten Hausbankenverfahren der Rentenbank mit einer Laufzeit von drei bis maximal zehn Jahren. Bei Infrastrukturvorhaben sind Laufzeiten von bis zu 15 Jahren möglich. Der Darlehensbetrag muss mindestens 25.000 € betragen und kann bis zu 100 % der förderfähigen Ausgaben abdecken. Der Höchstbetrag liegt bei 1 Mio. € je Antragsteller.

Anreiz für Investitionen in neue Technologien

Innovative alternative Antriebe seien in vielen Bereichen bereits verfügbar, ihre Anschaffung sei für Betriebe bislang jedoch häufig mit deutlich höheren Einstiegskosten verbunden, erläuterte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU). Mit der Förderung setze man gezielte Anreize für Investitionen in neue Technologien. „Wir helfen, die höheren Einstiegskosten innovativer Technik abzufedern, und bringen sie schneller in die landwirtschaftliche Praxis“, betonte Rainer. Für die Betriebe bedeute das mehr Planungssicherheit, mehr Unabhängigkeit von fossilen Kraftstoffen und volatilen Energiemärkten sowie mehr Klimafreundlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Diese Förderung sei kein kurzfristiges Entlastungsinstrument, „sondern eine strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Landwirtschaft“.

Kosten senken, Effizienz steigern

Für Rentenbankchefin Nikola Steinbock sind Innovationen bei Antriebssystemen ein Hebel, um durch optimierten Ressourceneinsatz die Energieeffizienz in den Betrieben zu erhöhen, die laufenden Betriebskosten zu senken und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beizutragen. Entscheidend sei, dass diese Innovationen in der Breite der Betriebe zum Einsatz kämen und in großer Stückzahl produziert würden. Durch die hohe Produktions- und Nutzungsmenge entstünden Skaleneffekte, die neue, emissionsmindernde Technologien günstiger und damit für die Betriebe wirtschaftlich attraktiver machten. Unterstützt werde die Markteinführung solcher Technologien mit Mitteln aus dem Zweckvermögen des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Molkenpulver boomt

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Wegen veränderter Ernährungsgewohnheiten und dem Boom von Abnehmmedikamenten wie der „Abnehmspritze“ ist in letzter Zeit der Markt für Molkenpulver deutlich gewachsen. Molke entsteht bekanntlich als flüssiges Nebenprodukt bei der Herstellung von Käse. Sie trennt sich nach Zugabe von Enzymen (Lab) zur Milch vom Käsebruch, aus dem Käse hergestellt wird. Diese fettarme und proteinhaltige Flüssigkeit wird weiterverarbeitet und in Pulverform getrocknet, wodurch das proteinreiche Nahrungsergänzungsmittel Molkenproteinpulver mit mindestens 80 % Protein entsteht. Früher wurde Molke wegen des Eiweißgehaltes in der Schweinemast verfüttert. Es wird auch traditionell nahezu fettfreier Molkenkäse, zum Beispiel Ricotta, daraus hergestellt, auch wurde oder wird Molke verschiedenen Erfrischungsgetränken zugesetzt.

… dank Abnehmspritzen

Einst als billiges Schweinefutter abgetan, hat sich Molke – heute vor allem unter dem englischen Begriff für Molke als „Whey“ bekannt – in den USA zu einem der begehrtesten Rohstoffe der Lebensmittelindustrie entwickelt. Treiber des Wandels ist der Boom von GLP-1-Abnehm­medikamenten. Abnehmspritzen ahmen das Darmhormon GLP-1 nach, senken den Blutzucker, zügeln den Appetit und verlangsamen die Magenentleerung. Aus den USA wird nun berichtet, dass die Nachfrage nach Molke geradezu explodiert, weil die Nutzer von GLP-1-Medikamenten zunehmend nach Wegen suchen, den Nachteilen oder Nebenwirkungen von GLP-1, wie dem Abbau von Muskelmasse, entgegenzuwirken. Nun steigen die Preise für Molke geradezu rasant, die Industrie kämpft mit Produktionsengpässen und kann die Nachfrage kaum decken, was Meiereien und Lebensmittelhersteller zu Investitionen bewegt.

Proteinpulver im Kraftsport

Auch ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein sowie der durch Social Media getriebene Proteintrend in den Fitnessstudios heizen die Nachfrage zusätzlich an, viele Kraftsportler benutzen Molkenprotein in Form von Proteinpulver als Nahrungsergänzungsmittel zum Muskelaufbau. Dieses als Whey-Protein bekannte Nahrungsergänzungsmittel soll aufgrund seines hohen Gehalts an essenziellen Aminosäuren die Muskelproteinsynthese nach dem Training durch Reduktion der Regenerationszeit unterstützen. Reines Molkenprotein ist übrigens wegen seiner Herkunft aus Milch von Natur aus glutenfrei, was bei Proteinpulver aus Getreide wie Weizen, Gerste und Roggen nicht der Fall ist. Ein weiterer Vorteil des molkenbasierten Proteins ist der gute Geschmack, der es von anderen nicht aus Molke hergestellten Proteinprodukten abhebt.

Meiereien bauen Kapazitäten aus

Die durch GLP-1 angeheizte Nachfrage schlägt sich auch in den Preisen nieder. Der Kurs für Molkepulver hat sich an der Matif von 1.020 €/t Anfang Februar auf aktuell zirka 1.500 €/t erhöht, deutlich stärker als für andere milchbasierte Produkte wie Milchpulver oder Käse. Es mangelt anscheinend an Kapazitäten, um Molke in die vom Markt geforderten Produkte umzuwandeln. Der niederländische Konzern FrieslandCampina will mehr als 90 Mio. € in den Ausbau des Geschäfts mit hochwertigen Molkenproteinen stecken. Das Unternehmen hat bereits den US-Hersteller Wisconsin Whey Protein übernommen. Dieser lukrative zusätzliche Markt sollte auch helfen, die Milchauszahlungspreise deutscher Meiereien positiv zu beeinflussen.

Frische Ideen, neue Projektgruppen

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Auf der zweiten Landesausschusssitzung (LAS 2) des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein kamen am 10. Mai Vertreterinnen und Vertreter der Kreislandjugendverbände in Rendsburg zusammen. Neben vielen aktuellen Themen aus der Landjugendarbeit standen dabei auch die Projektgruppen (PG) und Arbeitskreise (AK) des Verbandes im Mittelpunkt. Gleich drei neue Gruppen wurden auf den Weg gebracht und freuen sich nun über weitere Mitwirkende in den PG und AK.

Zunächst wurden zwei bestehende Projektgruppen ruhend gestellt. Sowohl die PG 72-Stunden-Aktion als auch die PG Jubiläum sind eng an Projekte gebunden, die nur in größeren zeitlichen Abständen stattfinden. Solche Projektgruppen pausieren im Verband traditionell nach Abschluss ihrer Arbeit, bis die nächsten Aktionen anstehen. Doch ganz nach Landjugend-Manier blieb es nicht lange ruhig. Stattdessen wurden direkt neue Ideen entwickelt und neue Gruppen gegründet.

Gruppenarbeit, Austausch und das Entwickeln neuer Ideen und Projekte spielen in den Arbeitskreisen und Projektgruppen eine wichtige Rolle. Foto: Thore Groth

Mit der neuen PG Verbandsentwicklung möchte der Verband einen Blick auf die Zukunft der Landjugendarbeit werfen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie der Verband langfristig attraktiv, zukunftsfähig und arbeitsfähig bleiben kann. Themen wie Mitgliedergewinnung, Beteiligung, moderne Kommunikation oder die Unterstützung von Ortsgruppen sollen dabei ebenso eine Rolle spielen wie die zukünftige Ausrichtung des Verbandes. Gleichzeitig soll die Projektgruppe auch dabei helfen, den Landesverband auf Ortsgruppenebene sichtbarer und greifbarer zu machen. Auch die Frage, wie Ehrenamt weiterhin attraktiv gestaltet werden kann, soll in der Projektgruppe diskutiert werden.

Projektgruppe „Theater“ zur Grünen Woche 2028

Kreativ und bühnenreif wird es in der neuen PG Theater. Hintergrund ist die Grüne Woche 2028 in Berlin. Dort richtet traditionell jeweils ein Landjugendverband ein großes Theaterstück aus, und 2028 ist Schleswig-Holstein an der Reihe. Bereits auf der Bundesmitgliederversammlung in Heide erhielt der Verband den Zuschlag für das Theaterstück. Nun beginnen die ersten Planungen. Gesucht werden dafür nicht nur Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern ebenso helfende Hände für Technik, Bühnenbau, Organisation oder kreative Ideen. Erfahrungen aus dem von Schleswig-Holstein organisierten Theaterstück zum Deutschen Landjugendtag 2024 hätten gezeigt, dass jede helfende Hand gebraucht werde und sich unterschiedlichste Talente einbringen könnten, so die erste Vorsitzende Marlies Muxfeldt.

Arbeitskreis Jugendpolitik

Ebenfalls neu aufgestellt wurde die PG Jugendpolitik, die direkt im Anschluss einstimmig in einen dauerhaften Arbeitskreis umgewandelt wurde. Hintergrund ist unter anderem die kommende Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Während Projektgruppen im Landjugendverband meist zeitlich begrenzt und an einzelne Projekte gebunden sind, soll der neue AK Jugendpolitik dauerhaft bestehen bleiben und sich regelmäßig mit aktuellen politischen Themen und Fragestellungen beschäftigen. Ziel des Arbeitskreises ist es, die Interessen junger Menschen im ländlichen Raum künftig noch klarer und strukturierter vertreten zu können. Dabei geht es nicht um Parteipolitik, sondern um eine sprachfähige Interessenvertretung der Landjugend. Themen wie Positionspapiere, politische Aktionen oder Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verbänden sollen künftig stärker vorbereitet und begleitet werden. Der Arbeitskreis soll dabei helfen, gemeinsame Positionen und Forderungen des Verbandes zu entwickeln. Begleitet wird der Bereich künftig von Sören Schatt, dem ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein.

Mit den neuen Projektgruppen und dem Arbeitskreis wurden auf der LAS 2 wichtige Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Gleichzeitig lebt die Landjugend weiterhin davon, dass „neue“ Menschen Ideen mitbringen und sich einbringen möchten. Interessierte – egal ob mit viel Erfahrung oder ganz neu dabei – sind deshalb jederzeit willkommen und können sich gern in der Geschäftsstelle melden.