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Die Blüten der Wandelröschen werden gern von Insekten besucht. Fotos: Karin Stern
Das Wandelröschen stammt aus den tropischen Regionen Amerikas. Es wird bevorzugt als Kübel- und Topfpflanze kultiviert, macht aber auch in den Randbereichen von Beeten und Rabatten eine gute Figur. Ein besonderer Hingucker sind Hochstämmchen mit kompakter, reich blühender Krone.
Wer leuchtende Sommerfarben wie Gelb, Orange, Rosa, Karminrot oder Weiß bevorzugt, sollte beim Wandelröschen beherzt zugreifen. Die Blütenstände wechseln ständig die Farbe, was sich in der Bezeichnung „Wandelröschen“ ausdrückt. Die Knospen des jeweiligen Blütenstandes öffnen sich immer von außen nach innen. Daher blühen die letzten Knospen in der Mitte des Blütenstandes gerade auf, wenn sich die äußeren Knospen mit zunehmendem Alter schon wieder farblich verändern. Der jeweilige Farbton wird immer dunkler und kann im Abblühen sogar in eine andere Farbe umschlagen. Da die Blütenköpfe aus einer Vielzahl an Einzelröhrenblüten bestehen, zeigen sich immer wieder neue, ganz individuelle Kompositionen aus meist zwei bis drei Farben. Manche Sorten mit gering ausgeprägtem Farbumschlag wirken hingegen fast einfarbig. Das beeindruckende Schauspiel hält von Mai bis Oktober an. Damit zählt das Wandelröschen zu den Dauerblühern auf Balkon und Terrasse.
Zweifarbiger Blütenspaß mit der Sorte ‚Sonia‘Das reich blühende Hochstämmchen ist eine Augenweide.
Einen besonders reichen Blütenflor entwickelt die Pflanze am richtigen Standort und bei optimaler Pflege. Wandelröschen mögen volle Sonne und einen warmen, wind- und möglichst auch regengeschützten Platz. Je schattiger der Standort, desto spärlicher fällt die Blüte aus. Während kühlerer Phasen kann es auch einmal zum Wachstumsstillstand kommen. Steigen die Temperaturen, wächst und blüht das Wandelröschen weiter. Wer laufend Verblühtes entfernt, fördert die Neubildung von Blüten.
Wichtig ist ein hochwertiges, durchlässiges und kalkfreies Kübelpflanzensubstrat (hier sollte man nicht sparen) oder die Auspflanzung in humose, frische, kalkarme und nährstoffreiche Erde. Sinnvoll ist zudem die Gabe eines Langzeitdüngers für blühende Balkonpflanzen. Alternativ empfiehlt sich die flüssige Düngung mit dem Gießwasser bis August. Wandelröschen bevorzugen eine gleichmäßige Wasserversorgung. Da sie etwas kalkempfindlich sind, verwendet man am besten Regenwasser. Tipp: Kein Wasser im Untersetzer stehen lassen, da die tropischen Schönheiten empfindlich auf Staunässe reagieren. In heißen Sommern blühen Wandelröschen besonders üppig. Die Blüten werden gern von Bienen und Schmetterlingen besucht.
Das breite Farbspektrum der Blüten umfasst auch neutrales Weiß.
Der Handel bietet verschiedene Wuchsformen an, sodass für jeden Verwendungszweck die richtige Pflanze zu finden ist. In den letzten Jahren werden verstärkt kompakte, klein bleibende Sorten als Saisonpflanzen angeboten. Sie lassen sich wunderbar mit anderen Topfblühern kombinieren. Hübsch wirken sie auch im Balkonkasten oder als Unterpflanzung für Hochstämmchen. Die zweifarbigen Sorten der Bandana-Serie gelten als die mit den größten Blüten (Sortentipp: ‚Bandana Pink‘). Die Esperanta-Serie hingegen zeichnet sich durch lange Blühzeiten der Einzelblüten und einen reduzierten Samenansatz aus (Sortentipp: ‚Esperanta Compact Red‘ punktet mit leuchtend rot-gelben Blüten, ‚Esperanta Lemon‘ mit hellgelben Blüten). Wer einen bunten Farbenstrauß aus Orange, Gelb, Violett und Rosa bevorzugt, pflanzt ‚Calippo Tutti Frutti‘. Sie ist wohl eine der beliebtesten Sorten.
‚Esperanta Orange‘ zeigt ein klares Orange.Mit ihrer üppigen Blüte wissen Wandelröschen zu beeindrucken.Mit kräftigen Farben imponiert die Sorte ‚Colibri‘.
Auch als Hochstämmchen machen Wandelröschen eine tolle Figur. Sie werden im Gegensatz zu den niedrigen Saisonpflanzen mehrjährig gezogen. Den Winter verbringen sie an einem hellen, frostfreien Ort bei 6 bis 10 °C. In dieser Zeit sollte das Substrat nicht vollständig austrocknen. Zu Beginn des Neuaustriebs im März wird es Zeit für den Erhaltungsschnitt. Dafür werden die Triebe des Hochstämmchens auf eine Länge von 10 bis 15 cm eingekürzt. Dies fördert die Bildung kräftiger, vitaler und vor allem blühwilliger Jungtriebe. Alte Triebe sind blühfaul, daher sollte man beim Schnitt keine falsche Zurückhaltung an den Tag legen.
Mit der Düngung beginnt man erst, wenn der Neuaustrieb vollständig entwickelte Blätter aufweist. Tipp: Im Winterquartier kommt es schnell zum Befall mit Spinnmilben oder Grauschimmel. Man sollte daher regelmäßig kontollieren und auch an den Blattunterseiten auf einen Befall mit der Weißen Fliege achten. Vorbeugend kann der fällige Rückschnitt auch schon beim herbstlichen Einräumen vorgenommen werden. Die Vermehrung des Wandelröschens erfolgt ganz einfach über Kopfstecklinge im Frühsommer.
‚Ponte‘ bringt Rosatöne und Gelb ins Spiel.‚Esperanta Lemon‘ zeigt einen weniger ausgeprägten Farbwechsel und erscheint fast einfarbig gelb.‚Herrenhausen‘ leuchtet kraftvoll und auffällig.
Die Rolle der Frauen in Landwirtschaft und Gesellschaft stärken, Demokratie stabilisieren und sich gegen Verein- nahmungen des ländlichen Raumes durch Rechtsextreme verwahren – das waren die Themen des Forums des Land- Frauenverbandes (LFV) Schleswig-Holstein am vergangenen Sonnabend. Über 300 Delegierte und Gäste waren ins neue Deula-Schulungszentrum in Rendsburg-Süd gekommen.
„Was wir brauchen in bewegten Zeiten, ist der Schulterschluss. Wir dürfen uns im ländlichen Raum nicht abhängen lassen“, sagte LFV-Präsidentin Claudia Jürgensen. Sie trug wie alle Redner und viele Ehrengäste des Tages die „Awareness-Schleife“ des dlv als Zeichen der Solidarität: Die UNO hat 2026 zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt. Dass dieser Schulterschluss auch zur Stärkung der Demokratie unverzichtbar ist, zog sich als roter Faden durch die weiteren Beiträge.
LFV-Präsidentin Claudia Jürgensen: „Wir brauchen einen Schulterschluss.“
Mühsam erkämpfte Gleichberechtigung werde rückgängig gemacht, längst überholt geglaubtes Rollenverständnis der Frau wieder salonfähig, so Jürgensen. „Eure Torten sind der Renner, aber auf Bundesebene ist unser Kuchen politisch“, rief sie den LandFrauen zu.
Wie wichtig die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft ist, strich der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH), Klaus-Peter Lucht, heraus. Bei Ausfällen übernähmen die Frauen selbstverständlich die Aufgaben auf dem Hof. Im Zuge der Diversifizierung „werden wir alle Multiunternehmer, das geht nicht ohne Frauen“. Allerdings hinkt Deutschland beim Anteil weiblicher Betriebsleitender hinter anderen EU-Ländern her. Der Bauernverband müsse „jünger und weiblicher“ werden, so Lucht. „Mit Frauen werden die Diskussionen besser, sie bekommen andere Blickwinkel.“ In den Referaten des Hauptamtes des BVSH seien inzwischen mehr Frauen als Männer beschäftigt.
LandFrauen als Vorbilder
Zur Stärkung der Demokratie setzt Lucht, der sich gegen Extremismus, egal von welcher Seite, aussprach, auf die Mitte der Gesellschaft. „Sie muss sichtbar und hörbar sein. Wir können uns nicht leisten, auf demokratisch denkende Menschen zu verzichten.“ Da seien die LandFrauen seit jeher Vorbilder.
Das Gastreferat mit dem Titel „Demokratie beginnt nebenan: Rechtsextremismus im ländlichen Raum erkennen und begegnen“ hielt Lyn Blees von den Regionalen Beratungsteams (rbt) gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein (www.rbt-sh.de). Deren Beratungen sind dank Förderung kostenlos von vier Büros in Flensburg, Itzehoe, Kiel und Lübeck aus. Zuvor hatte die LFV-Präsidentin das AfD-Strukturpapier „Raus aufs Land“ aus Rheinland-Pfalz erwähnt, in dem aufgefordert worden sei, „den ländlichen Raum einzunehmen“.Man hätte diese Hilfsangebote für ein erfreuliches Konzept halten können, doch diese Leute seien nur darauf aus, Leerräume zu füllen, wo es schlimm aussehe und wo jemand gebraucht werde.
Rechte gehen aufs Land
„Rechtsextreme nutzen den ländlichen Raum als Rückzugs- und Wirkungsraum“, bestätigte Lyn Blees. „Sie finden dort ungestörte Ruhe, Platz und mangelnde Daseinsvorsorge.“ Dies werde umgesetzt durch Immobilienkauf, durch Vereinnahmung von oft einzig verbliebenen sozialen Orten wie Bürgerzentren oder Jugendtreffs oder durch rituelle Feiern fern von belebten Plätzen wie eine Sonnwendfeier am Plöner See oder ein rechtes Wikingertreffen bei Haithabu. Rechtsextreme „kümmerten“ sich um die Anliegen der Bevölkerung, machten sportliche oder gesellige Angebote (Dämmerschoppen, Bratwurststand) oder ließen sich in Vereinsvorstände oder Ortsgremien wählen, um dann nach und nach ihre Inhalte zu propagieren.
Gewalt nimmt zu
BVSH-Präsident Klaus-Peter Lucht: „Mit Frauen werden Diskussionen besser.“
Ein verbindendes Kennzeichen des Rechtsextremismus sei laut Blees die „Ungleichwertigkeitsvorstellung“ von Menschen: „Manche sollen mehr wert sein als andere, es richtet sich gegen das schiere Dasein bestimmter Gruppen.“ Das schlage sich auch nieder in Befürwortung von Diktatur und Verharmlosung des NS-Regimes. In der deutschen Bevölkerung ernteten solche Vorstellungen zwar nur bei 3,3 % komplette Zustimmung, aber bei 20,6 % doch eine teilweise. „Die Ansichten sind gesellschaftlich stark verankert, junge Leute machen da keine Ausnahme.“ Die Folge davon sei die Zunahme rechter Delikte und von Gewalt gegen Migranten oder politische Gegner – zum Beispiel die Brandanschläge auf Büros der demokratischen Parteien in Flensburg Anfang April.
Wie sich dagegen wehren? Sich positionieren für Toleranz, Vielfalt und Gleichberechtigung, wie es etwa der Turnverein Grundhof getan habe, rät Lasse von Bargen von den rbt, und solche Prinzipien in Satzungen verankern. Wenn in Sitzungen rechtsradikale Parolen geäußert würden, die Rede unterbrechen und auf die Tagesordnung verweisen. Bei entsprechenden Sprüchen eine Antwort parat haben, denn „wer schweigt, erweckt den Eindruck, er stimme zu“. Etwa so: „Was meinen Sie genau?“ – „Wann und wo war das?“ – „Was hätte Ihre Meinung für Konsequenzen?“ Wenn einem spontan nichts anderes einfällt, zumindest: „Ich bin nicht dieser Meinung!“
Die anschließenden Fragen aus dem Saal, die eher Ergänzungen waren, zeigten, wie bewusst und ernst den LandFrauen das Thema ist. Eine LandFrau aus Berkenthin empfahl einen Workshop, der ihr bei der Konfrontation mit Parolen geholfen habe. Als Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Schluss das Grußwort hielt, betonte er die Bedeutung der LandFrauen für den demokratischen Zusammenhalt der Gesellschaft (siehe Seite 7).
Für 13 Teilnehmende ging es Mitte April hoch hinaus: Beim Kletterseminar in der KletterBar in Kiel konnten sie verschiedene Disziplinen kennenlernen und sich praktisch ausprobieren. Das Seminar war als Teambuilding-Angebot des Landjugendverbandes angelegt und wurde von zwei professionellen Trainern begleitet.
Begonnen wurde um 10 Uhr im Boulderbereich. Spielerisch näherten sich die Teilnehmenden dem Klettern an und sammelten erste Erfahrungen auf Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Beim Bouldern wird ohne Sicherung in Absprunghöhe von bis zu 4 m geklettert, was vor allem Technik und Körpergefühl fördert.
Das Bouldern bis zu 4 m Höhe fördert besonders Klettertechnik und Körpergefühl. Foto: Levke Wieben
Im Anschluss folgte das Seilklettern in Höhen von bis zu 12 m. Die Teilnehmenden lernten, wie sie Klettergurte korrekt anlegen und sich gegenseitig sichern. Geklettert wurde in Dreiergruppen mit klar verteilten Rollen: Kletterer, Sicherer und eine zusätzliche Absicherung durch eine dritte Person. Ein besonderes Highlight war das Erklettern eines künstlichen Baumes. In der Krone angekommen, konnten sich Mutige auf einem Stumpf ausbalancieren – eine Übung, die nicht nur Kraft, sondern auch Vertrauen erforderte.
Nach einer Mittagspause wurde die Höhe weiter gesteigert: Bis zu 16 m ging es nun beim Seilklettern nach oben. Neu hinzu kam der sogenannte Kletterautomat (Autobelay), der das Sichern übernimmt. Dabei wird man nach einem kurzen freien Fall sanft und kontrolliert herabgelassen. Dieses ungewohnte Gefühl erforderte zunächst etwas Überwindung, wurde aber von vielen Teilnehmenden schnell als spannende Erfahrung angenommen.
Zum Abschluss wurde das Außengelände genutzt. Bei sonnigem Wetter wurden weitere Boulder-Routen geklettert, bis schließlich die Kräfte nachließen. Am Ende des Tages waren sich alle einig: Erschöpft, aber zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken ging es zurück nach Hause.
Beim Seilklettern ging es unter gegenseitiger Sicherung in Höhen von bis zu 16 m. Foto: Paul Weniger
Die Rapskurse haben in den vergangenen Tagen kräftig zugelegt. An der Euronext Paris stieg der Fronttermin Mai Ende voriger Woche auf 559,50 €/t, nachdem er fünf Tage vorher noch bei rund 508 €/t notierte. Auch der August-2026-Kontrakt konnte zwischenzeitlich die Marke von 500 €/t überwinden, fiel zum Wochenschluss jedoch wieder leicht auf 503 €/t zurück. Auch wenn der Anstieg des Mai-Terminkurses eher börsentechnische Gründe vor dem Auslaufen am 30. April hat, stützten die anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus und die daraus resultierenden hohen Rohölpreise vorerst die Nachfrage nach Pflanzenölen für die Biodieselproduktion. Parallel dazu notieren Sojabohnen in den USA nahe einem Zweijahreshoch, während Canola in Kanada ebenfalls deutlich zulegen konnte. Fundamental hat sich am Rapsmarkt dagegen vergleichsweise wenig verändert. Die EU-Ernteprognose wurde zuletzt leicht nach unten korrigiert, gleichzeitig bleiben die Bestände insgesamt ordentlich. Am Kassamarkt zeigt sich weiterhin ein ruhiges Bild, da die alte Ernte weitgehend vermarktet ist und sich der Fokus zunehmend auf die neue Kampagne richtet.
Vorkontrakt 2026: Chance nutzen oder abwarten?
Vor diesem Hintergrund stellt sich für viele Betriebe die Frage, ob das aktuelle Preisniveau bereits für Vorkontrakte der Ernte 2026 genutzt werden sollte. Terminmarktkurse um oder über 500 €/t sind historisch betrachtet attraktiv und ermöglichen trotz gestiegener Betriebsmittelkosten vielfach noch eine Marge. Gerade vor dem Hintergrund hoher Diesel- und Düngerkosten kann eine Teilabsicherung sinnvoll sein, um wirtschaftliche Risiken zu begrenzen.
Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit groß. Die jüngste Rallye ist stark von geopolitischen Faktoren und der Entwicklung der Energiemärkte geprägt. Sollte es zu einer Entspannung im Nahen Osten kommen oder die Rohölpreise nachgeben, könnten auch die Rapskurse schnell wieder unter Druck geraten. Hinzu kommt die hohe Volatilität an den Terminmärkten, die zuletzt immer wieder zu kurzfristigen Rücksetzern geführt hat.
Auf der Angebotsseite sind ebenfalls noch viele Fragen offen. Die Aussaatbedingungen in Nordamerika, die weitere Entwicklung in Australien sowie die Witterung in Europa werden in den kommenden Wochen entscheidend sein. Auch der Sojamarkt bleibt ein wichtiger Taktgeber – insbesondere mit Blick auf die Nachfrage aus China und die Entwicklung der südamerikanischen Ernten.
Gelb leuchtende Ölfelder
Heimische, hübsch blühende Ölfelder sind ein großes Plus in Zeiten der Energiekrise. Im normalen Diesel an deutschen Tankstellen stecken heute in der Regel bis zu 7 % Biodiesel, der aus Raps oder auch aus Altspeisefetten gewonnen wird. Biodiesel hilft den Mineralölunternehmen, die gesetzliche Treibhausgasquote zu erfüllen und CO2-Kosten zu sparen. Ohne Biokraftstoffe müssten mehr CO2-Zertifikate gekauft werden, was Diesel verteuern würde. Das aktuelle Preisniveau bietet eine gute Gelegenheit, zumindest Teilmengen der Ernte 2026 über Vorkontrakte abzusichern. Gleichzeitig spricht die weiterhin hohe Unsicherheit dafür, nicht die gesamte Ernte frühzeitig festzuschreiben. Eine gestaffelte Vermarktung bleibt damit auch in diesem Jahr der sinnvollste Weg, um Chancen zu nutzen und Risiken zu begrenzen.
Internationaler Turnier- und Ausbildungsstall und seit Jahrzehnten renommierte Hengststation – der Name Ahlmann aus Reher ist weit über Schleswig-Holstein hinaus bekannt. Nun wartete Hausherr Dirk Ahlmann mit einer Neuerung auf: Der große Ebbe-Flut-Platz ist fertiggestellt, und seine Einweihung wurde im Rahmen des Turniers Ahlmann Masters gefeiert.
„Das ist für mich schwer zu realisieren, ist mit vielen Emotionen verbunden und einer großen Dankbarkeit“, erklärte Dirk Ahlmann zur Eröffnung des Springplatzes. Dieser sei schon lange sein Traum gewesen. Dankbar sei er auch dafür, dass seine Kinder Pheline und Hannes sich entschlossen hätten, in seine Fußstapfen zu treten, und „dass wir diesen Traum nun gemeinsam leben“. Als Würdigung des Starvererbers Cascadello erhielt der neue Ebbe-Flut-Platz mit den Maßen 50 x 100 m den Namen Cascadello-Arena. Um die Qualität des Platzes unter Beweis zu stellen, bat Familie Ahlmann an vier Tagen zum Turnier-Event.
Sportlicher Höhepunkt war der Große Preis am Sonnabend. Von den 32 Startern qualifizierten sich zehn für das Stechen. Rolf-Göran Bengtsson und der Holsteiner Caillan sahen schon wie die sicheren Sieger aus. Sie fegten in der Bestzeit von 37,95 s durch die finale Aufgabe, doch am letzten Hindernis fiel die Stange. Die Dänin Miamaja Lundblad und Crystal Blue markierten mit 38,48 s eine Bestmarke, die nicht mehr getoppt werden konnte. Auf Platz zwei kam Teike Friedrichsen mit Kasanga VA in fehlerfreien 38,61 s, vor Pheline Ahlmann und Carlon SR in 39,38 s.
Vor dem Großen Preis hatte Familie Ahlmann persönlich den Platz betreten, um sich an die Anwesenden zu wenden. „Mit der Cascadello-Arena verfolgen wir eine Vision“, sagte Hannes Ahlmann. „Wir wollen nicht nur den Generationenwechsel bei uns in der Familie einleiten und auf die nächste Stufe heben, damit wir uns als Team mit unseren Schülern und im Sport weiterentwickeln. Sondern wir wollen darüber hinaus der Region etwas zurückgeben, beste Trainings- und Turnierbedingungen für Profis, Amateure und junge Pferde schaffen und so dazu beitragen, dass Holstein seinen Weg zurück an die Spitze des Springsports findet.“
Im Teamwettbewerb „Spiel ohne Grenzen“ traten 20 Mannschaften in Bullenreiten, Hüpfburg, Parcours für Fußgänger und Skifahren an. Am Ende siegte das Team Ritters. Dirk Ahlmann erklärte: „Wenn ich es nicht schaffe, die ländliche Region für unsere Veranstaltung zu gewinnen, dann werde ich es noch weniger schaffen, die Menschen in der Umgebung für den Pferdesport zu begeistern. Ich wollte sie also abholen und zum Mitmachen animieren.“
Die Familie präsentierte im Rahmen der Veranstaltung ihr aktuelles Hengstlot, inklusive des Ausnahmevererbers Cascadello von Casall-Clearway. An der Hand von Dirk Ahlmann präsentierte sich der 17-Jährige frisch und athletisch. Auch der 90-jährige Besitzer Prof. Bernd Heicke und seine Tochter Claudia Heicke waren dafür anwesend. Ahlmann und sein Mäzen haben gemeinsam eine besondere Idee entwickelt: „Von jeder Stute, die von einem Hengst der Station Ahlmann belegt wird, fließen 10 % der eingenommenen Deckgelder in den Sport zurück“, fasste Dirk Ahlmann zusammen.
In Zukunft soll es auf der Anlage einmal im Jahr ein besonderes Event geben, und der Reitverein Hanerau-Hademarschen wird hier sein Hausturnier durchführen. Außerdem sollen Turniere entstehen, bei denen junge Pferde und Reiter ausgebildet werden können. Ahlmanns wollen Menschen, die neu in den Pferdesport einsteigen, die Basis vermitteln. „Das heißt, wir holen die Nachwuchssportler an der Meldestelle ab, gehen den Parcours ab und begleiten sie während der Prüfungen“, erklärte der Hausherr. So möchte die Familie ihren Teil dazu beitragen, dass der Reitsport weiterhin seine Berechtigung hat. pm
Die Ausbildung und Beratung sind wichtige Kernaufgaben der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH). Die Mitglieder des Fachausschusses diskutierten vor Kurzem im Gartenbauzentrum in Ellerhoop lebhaft darüber, wie die Zukunft in diesem Bereich gestaltet werden sollte. Stephanie Wetekam, Geschäftsführerin der LKSH, sagte unter anderem, dass aus ihrer Sicht weniger Informationen, sondern Entscheidungen bedeutsam seien.
Im Anschluss stellte Frank Möller, Fachbereichsleiter Bildung im Gartenbau, Felix Erbe vor, der seit Kurzem als Ausbildungsberater für die Bereiche Baumschule, Gemüsebau, Friedhofs- und Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau zuständig ist und sich bereits sehr gut eingearbeitet habe. „Es macht mir sehr viel Spaß“, sagte der neue Mitarbeiter der Kammer. „Ich wurde sehr gut aufgenommen und freue mich auf die Herausforderungen innerhalb der verschiedenen Fachrichtungen.“
Sorge bereite allerdings, so Frank Möller, weiterhin die Zukunft der Norddeutschen Fachschule für Gartenbau, die seit 20 Jahren besteht. Dort sei es möglich, nach der abgeschlossenen Ausbildung zum Gärtner oder zur Gärtnerin und einer zweijährigen Berufspraxis in den Fachrichtungen Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau sowie Zierpflanzenbau sich innerhalb eines Jahres zum staatlich geprüften Wirtschafter zur oder Wirtschafterin in der jeweiligen Fachrichtung weiterzubilden. Allerdings habe die Nachfrage im Laufe der Jahre immer weiter abgenommen, sodass mittlerweile die Schließung diskutiert werde: „Für uns wäre es dramatisch, wenn wir die Fachschule verlieren würden.“
Jörg Fieseler, Unternehmens- und Prozessberater der LKSH im Bereich Gartenbau und Baumschulbetriebe, berichtete im Anschluss über seinen Tätigkeitsbereich, der sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert habe: „Unsere Intention als Berater ist es, unseren schönen Beruf weiterzugeben. Den wenigsten ist zum Beispiel bewusst, wie viel Technik mittlerweile von Bedeutung ist.“ Darüber hinaus sei es wichtig, mit der Zeit zu gehen: „Viele Betriebe setzen zum Beispiel keinen Pflanzenschutz ein, aber Sachkunde in diesem Bereich ist dennoch sehr wichtig.“ Vor allem seien aktuelle Kenntnisse erforderlich, sodass die Kammer jedes Jahr entsprechende Fortbildungen anbiete.
Er berät Betriebe aber auch in Prozessen der Betriebsnachfolge und nannte ein Beispiel aus der Praxis: „Drei Kinder übernehmen einen elterlichen Betrieb, und unsere Erfahrung ist, dass in diesem Fall Streit vorprogrammiert ist.“ Für Jörg Fieseler ist die Beratung eine Herzensangelegenheit: „Der Unternehmer trifft die Entscheidung, und wir kümmern uns um die Verbesserung der Fähigkeiten zur Selbstorganisation.“ Als Berater müsse man offen sein und nicht von oben herab agieren: „Einen Besserwisser will keiner haben. Es gilt daher, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.“
Die Inhalte der Beratung und Ausbildung im Gartenbau müssen sich den aktuellen Herausforderungen in diesen Bereichen anpassen. Die notwenigen Entscheidungen treffen die Unternehmer und Unternehmerinnen, aber es hat sich bewährt, dass der Weg dorthin von den Gartenbauberatern und -beraterinnen der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein begleitet wird, wobei die Kommunikation auf Augenhöhe ein sehr wichtiger Faktor ist.
In Australien stellt die hochinfektiöse Augenkrankheit Weidekeratitis, dort bekannt als „Pink Eye“, ein großes Problem in der Rinderhaltung dar. Vor allem Kälber und Jungrinder werden befallen und stehen dann unter erheblichem Leidensdruck.
In Europa hat die Weidekeratitis ihre größte Bedeutung in den Höhenlagen der Schweiz. Starke UV-Strahlung begünstigt die Infektion des Erregers durch kleinste Schädigungen des Auges. Durch die Zunahme der UV-Strahlung in Deutschland, es ist eine Steigerung von 10 % zwischen 1999 und 2022 nachgewiesen worden, steigt nicht nur die Sonnenbrandgefahr für den Menschen, sondern auch die Anfälligkeit der Rinderbestände in unserer Region.
Ein tränendes Auge mit einer ausgeprägten Tränenspur entlang der Wange ist erstes Anzeichen einer Infektion. Die Tiere sind lichtscheu und meiden helles Sonnenlicht. Krampfartiges Schließen der Augenlider aufgrund von Schmerzen, eine Rötung und Schwellung der Bindehaut sind weitere Symptome einer beginnenden infektiösen bovinen Keratokonjunktivitis (IBK), auch als Weidekeratitis bekannt.
Erreger und Symptome
Bei fortschreitender Erkrankung entwickelt sich eine bläulichweiße oder graue Trübung der Hornhaut, oft im Zentrum beginnend. Es bilden sich Geschwüre (Ulcera) auf der Hornhaut, die weißlichgelb erscheinen. Rote Gefäße wachsen zur Heilung über die Hornhaut, was dem Auge ein pinkfarbenes Aussehen verleihen kann und der Grund für die Bezeichnung „Pink Eye“ ist. Der Tränenfluss wird schließlich zu schleimig-eitrigem Ausfluss, der die Lider verklebt. Bei einem schweren, unbehandelten Verlauf kann ein großes Geschwür entstehen, das aus dem Auge heraustritt. Eine Erblindung durch die Zerstörung des Augengewebes ist die Folge. Auch wenn es nur bei einer Trübung der Hornhaut bleibt, ist eine deutliche Schädigung der Sehkraft zu erwarten.
Ohrclip zur Fliegenabwehr als Vorsorgemaßnahme verringert den Infektionsdruck.
Foto: Lisa Höper
Das Anfangsstadium ist schwer von einer mechanischen Verletzung, einem Fremdkörper sowie Infektionen des Auges zum Beispiel durch BoHV-1, Pasteurellen, Mycoplasmen, Listerien und Chlamydien, zu unterscheiden. Bei rascher Ausbreitung in der Tiergruppe ist von einer Infektion mit Moraxella bovis auszugehen.
Der Erreger besiedelt die Binde- und Schleimhäute der oberen Atemwege, oft auch bei gesunden Tieren. Das alleinige Vorkommen des Erregers lässt noch nicht auf eine spätere Erkrankung schließen. Ältere Tiere bilden eine Immunabwehr gegen den Erreger aus und erkranken selten.
Die Übertragung des Erregers erfolgt durch Fliegen oder direkten Tierkontakt, er kann aber auch an Staubpartikeln haften. Während das Hauptvorkommen bei Weidetieren mit hoher UV-Belastung und einer hohen Anzahl an Fliegen zu erwarten ist, treten Infektionen auch im Stall und in den Wintermonaten auf.
Aufwendige Behandlung
Die Behandlung ist meist aufwendig und zeitintensiv. Aufstallen, Separieren und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung sind die ersten Maßnahmen. Eine Behandlungsstrategie wird mit dem Tierarzt festgelegt. Moraxella bovis weist zwar eine Empfindlichkeit gegenüber Tetracyclin auf, die Schwierigkeit besteht aber darin, den Wirkstoff über das Auge an den Erreger zu bringen. Dies gelingt am besten mit antibiotischen Augensalben, die bis zur Heilung mehrfach angewandt werden müssen. Der Aufwand, allein für die ausreichende Fixierung des Kopfes, ist dabei erheblich. Zur Minderung des Leidensdrucks sollten unterstützend schmerz- und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen.
Und wie vorbeugen?
Zur Vorbeugung ist der Einsatz von Insektizid-Ohrmarken und Pour-on-Präparaten zur Fliegenbekämpfung zu empfehlen. Ein Schutz vor UV-Strahlung durch geeignete Schattenplätze ist vorteilhaft.
Impfstoffe gegen Moraxella bovis, die in Australien und der Schweiz zum Einsatz kommen, haben in Deutschland keine Zulassung und könnten durch variierende Erregerstämme nur bedingt schützen. Die Isolierung des Erregers im Bestand und die Herstellung eines Eigenbestandsimpfstoffs kann bei wiederholtem Auftreten der Weidekeratitis eine sinnvolle Maßnahme sein.
Fazit
Die Weidekeratitis ist eine häufige, saisonal auftretende Augenerkrankung beim Rind, die vor allem durch bakterielle Infektionen und begünstigende Umweltfaktoren verursacht wird. Eine frühzeitige Erkennung, gezielte Behandlung und konsequente Präventionsmaßnahmen sind entscheidend, um Tierleid und wirtschaftliche Verluste zu minimieren. Ein gutes Weide- und Hygienemanagement sowie eine effektive Fliegenkontrolle bilden dabei die Grundlage einer erfolgreichen Bekämpfungsstrategie. Die Verwendung eines Eigenbestandsimpfstoffs kann bei erhöhtem Krankheitsdruck eine geeignete Maßnahme sein.
Beginnende Trübung des Auges durch Weidekeratitis. Foto: Josephine Hahn
Es ist eine Herausforderung, die viele Ackerbauern zunehmend beschäftigt: Ein unscheinbares Gras, das sich leise in unsere Felder schleicht, Erträge schmälert und ganze Fruchtfolgen durcheinanderbringen kann. Und gerade jetzt breitet sich das Erdmandelgras schneller aus als je zuvor. Was vor wenigen Jahren noch als Randthema galt, betrifft inzwischen Hunderttausende Hektar. Es trotzt intensiver Bodenbearbeitung und übersteht selbst harte Winter. Wer meint, dieses Schadgras sicher im Griff zu haben, sollte genauer hinschauen – denn Erdmandelgras verfügt über zwei beeindruckende Stärken: eine extrem schnelle vegetative Ausbreitung und eine bemerkenswert robuste Überdauerungsstrategie.
Das Erdmandelgras (Cyperus esculentus) hat in den vergangenen Jahrzehnten eine bemerkenswerte Karriere hingelegt: Vom lange übersehenen Randphänomen entwickelte es sich zu einem der bedeutendsten Problemunkräuter der modernen Landwirtschaft. Die Wärme liebende, mehrjährige Art aus der Familie der Sauergräser kann bis zu 1 m hoch werden. Ihre hellgrünen bis grauen, v-förmigen Blätter und der dreikantige, markhaltige Stängel sind typische Erkennungsmerkmale. Von August bis September – unter günstigen Bedingungen auch schon ab Juli – erscheinen gelbliche bis bräunliche Blütenstände, aus denen winzige, nur 1 bis 1,5 mm große Samen hervorgehen. Ursprünglich in Ostafrika beheimatet, hat sich das Erdmandelgras inzwischen auf rund 250.000 ha allein in Niedersachsen ausgebreitet.
Bundesweit hat die Dynamik der Ausbreitung in den vergangenen Jahren ein außergewöhnliches Tempo erreicht. Während Anfang der 1990er Jahre weniger als 100 ha betroffen waren, rechnen Fachleute für 2025 bereits mit rund 300.000 ha – Tendenz weitersteigend. Besonders der nassfeuchte Jahreswechsel 2023/2024 begünstigte die Vermehrung, nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und der Schweiz.
Auffällig ist, wie schnell sich neue Befallsherde etablieren. Oft beginnt es mit kleinen Vorkommen am Feldrand oder entlang von Gewässern, doch innerhalb kurzer Zeit können daraus dichte Nester entstehen. Verantwortlich dafür ist vor allem die ausgeprägte vegetative Vermehrungsstrategie der Art. Aus einer einzigen Knolle können innerhalb weniger Wochen zahlreiche Tochterpflanzen und neue Knollen entstehen – rechnerisch entspricht das einer Vermehrungsrate von etwa 1:700. Die Rhizome erreichen Längen von bis zu 60 cm und bilden an ihren Enden sowohl neue Pflanzen als auch die charakteristischen „Mandeln“, die im Boden Temperaturen bis –15 °C überstehen. Die Etablierung beginnt bereits bei Bodentemperaturen von 8 bis 10 °C, während die oberirdischen Pflanzenteile bei Frost absterben.
Neben der Mutterpflanze entstehen ziemlich schnell Tochterpflanzen.
Möglichkeiten der Verwechslung
Erdmandelgras ist weltweit verbreitet. Auf allen Kontinenten wird es gesichtet, in Spanien und Teilen Südamerikas sogar als nutzbare Kulturform zur Gewinnung der essbaren Mandeln. Von der landwirtschaftlich genutzten Form unterscheidet sich die problematische Unkrautvariante vor allem durch ihre deutlich höhere Frosttoleranz – ein entscheidender Faktor für ihre Etablierung in Mitteleuropa.
Verwechslungen sind im Feld nicht selten. Besonders häufig wird das Erdmandelgras mit dem Knolligen Zyperngras (Cyperus rotundus) verwechselt. Dessen Knöllchen sind deutlich größer, schmecken bitter und sitzen nicht endständig, sondern in der Mitte der Rhizome. Auch das Hohe Zyperngras (Cyperus longus) und die Behaarte Segge (Carex hirata) können auf den ersten Blick ähnlich wirken. Das Hohe Zyperngras bildet jedoch dickere Rhizome ohne Knöllchen, während die Behaarte Segge durch eine leichte Behaarung der Blätter auffällt und ebenfalls keine Knöllchen ausbildet; zudem besitzt sie getrennte männliche und weibliche Blüten.
Neben der beeindruckenden vegetativen Vermehrung tragen vor allem menschliche Aktivitäten zur raschen Verschleppung des Erdmandelgrases bei. Bodenbewegungen, Ernteprozesse, überbetrieblicher Maschineneinsatz sowie Transport- und Logistikketten sorgen dafür, dass Knöllchen unbemerkt in neue Regionen gelangen. Die Kontamination von Ernte- und Pflanzgut entwickelt sich zunehmend zu einem phytosanitär relevanten Problem. Sie führt zu Nutzungskonflikten, zur Ablehnung von Substraten durch Biogasanlagen, zu Einschränkungen in Verarbeitungsketten und immer häufiger auch zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen Bewirtschaftern und Verpächtern.
Biogasanlagenbetreiber können ihr Risiko minimieren, indem sie nur von bekannten und kontrollierten Flächen Maissilage beziehen und diese Flächen regelmäßig auf Erdmandelgrasauftreten kontrollieren. Weiterhin sollten Verträge mit Lieferanten transparent dokumentieren, woher ihre Gärsubstrate stammen. So bleibt das Erdmandelgras draußen.
Die größten Ausbreitungschancen hat das Erdmandelgras in Hackfrüchten wie Zuckerrübe, Mais und Kartoffeln. Dort wächst es nahezu synchron mit der Kultur, sodass die Konkurrenz um Wasser, Nährstoffe und Licht besonders intensiv ist – mit entsprechend hohen Ertragseinbußen. In konkurrenzstarken Winterraps- und Wintergetreidebeständen ist das Wachstum dagegen deutlich gehemmt, es sei denn, Lücken oder Fahrgassen bieten dem Sauergras Raum zur Etablierung. Erreicht die Pflanze die Samenreife, kommt ein weiterer Verbreitungsweg hinzu: Wird der Mähdrescher nicht gereinigt, können die winzigen Samen über den Drusch leicht auf andere Flächen gelangen.
Bekämpfungsstrategien gegen Erdmandelgras
Aufgrund der besonderen Vermehrungsstrategie des Erdmandelgrases ist eine nachhaltige und vollständige Bekämpfung fast unmöglich. In erster Linie muss die Verschleppung durch Maschineneinsatz und Ernteprodukte auf Nachbarflächen verhindert werden. Die Mandel wird sehr leicht durch die Bodenbearbeitung aus den Befallsnestern in Bearbeitungsrichtung verschleppt. Alle Geräte, die auf mit Erdmandelgras befallenen Flächen eingesetzt werden, sowie das Schuhwerk müssen komplett von anhaftenden Bodenteilchen und Knöllchen sowie gegebenenfalls Samen noch an Ort und Stelle auf der Befallsfläche gereinigt werden. Befallene Flächen müssen immer zuletzt bearbeitet und beerntet werden. Besondere Vorsicht gilt bei überbetrieblichem Maschineneinsatz und für Lohnunternehmer. Auch der Aushub aus Gräben sowie Überschwemmungen können zu einer Verbreitung auf benachbarte Flächen beitragen. Alle Personen, die auf der befallenen Fläche arbeiten, müssen über bekannte Befallsherde informiert werden, damit sie ihre Einsatzplanung darauf ausrichten können. Das Erdmandelgras verschleppt sich nicht nur über Mandeln, sondern auch über Samen. Vögel nehmen die Samen auf, und über deren Ausscheidungen verbreitet sich das Schadgras.
Mutter- und Tochterpflanze sind durch Rhizome miteinander verbunden.
Vorbeugen – Verschleppen ist verboten!
Von herausragender Bedeutung zur Vorbeugung eines Befalles mit Erdmandelgras ist die Betriebshygiene. Grundsätzlich sollte eine weitere Ausbreitung des Erdmandelgrases über Maßnahmen zur Feld- und Maschinenhygiene verhindert werden, wobei die Reinigung von Erntemaschinen wie Kartoffel- oder Rübenrodern im Spätherbst leichter gesagt als getan ist. Maschinen sind nach einem Einsatz auf der Befallsfläche gründlich zu reinigen, „Abrütteln“ reicht nicht. Anstatt Druckluft wäre eine Reinigung durch intensives Abwaschen mit viel Wasser eindeutig zielführender. Es darf kein Substrat von Befallsflächen auf nicht befallene Flächen gelangen.
Ernteprodukte (zum Beispiel Zuckerrüben, Möhren) und Pflanzgut (zum Beispiel Kartoffeln, Gemüsepflanzen, Blumenzwiebeln und -knollen, Baumschulerzeugnisse und Zierstauden) müssen ebenfalls kontrolliert werden, da die Rhizome auch durch die Ernteprodukte hindurchwachsen und dort zu Mandelbildung führen können.
Größere Befallsflächen sollten zuletzt geerntet werden. Langfristig ist zu prüfen, ob die Fruchtfolge auf den Befallsflächen umgestellt werden kann, also statt Hackfrüchten eher eine Getreide-/Raps-Fruchtfolge zu fahren. Tritt Erdmandelgras in Zuckerrüben oder Mais auf, kann mechanisch über flaches Hacken im Rübenzwischenraum versucht werden, das Erdmandelgras abzuschneiden und damit die Pflanze zu schwächen. Bundesweit gibt es bereits Beschränkungen, Zuckerrüben von Befallsflächen zu beernten. Daher sollte im Zweifelsfall frühzeitig mit der aufnehmenden Hand Kontakt aufgenommen werden.
Wirksame, aber arbeitsintensive Maßnahmen
Sind erst einzelne Ecken einer Fläche betroffen, lassen sich Einzelpflanzen händisch tief ausgraben, also bis unter die Pflugsohle (30 cm), und im Restmüll vernichten. Etwas größere Befallsstellen sind zeitnah auszukoffern, bevor weitere Rhizome gebildet werden, und ebenfalls zu vernichten. Befallsstellen sollten markiert und im kommenden Jahr nachkontrolliert werden.
Die Bodenbearbeitung bei Erdmandelgrasbefall wird mit dem Ziel durchgeführt, Knollen auszugraben, auszutrocknen und damit auszuhungern (Schwarzbrache). Zweijährige Schwarzbrache kann die Knöllchen um bis zu 90 % bekämpfen. Hierbei ist darauf zu achten, dass keine zu tiefe Bearbeitung erfolgt, das heißt auch möglichst keine Pflugfurche auf Befallsflächen. Sollte diese jedoch erforderlich sein, dann besser im Frühjahr pflügen, da über Winter Knöllchen in den oberen Bodenschichten absterben können.
Flächig begrenzte Stellen brachliegen lassen (Schwarzbrache). Die Entwicklung vom Erdmandelgras wird bei starker Beschattung gehemmt. In lückenlosen, kräftigen Grünlandbeständen, die mehrmals geschnitten werden, sind die Knöllchenbildung und die Bildung von Tochterpflanzen vermindert oder ganz unterbunden. Fruchtfolgen mit stark beschattenden Pflanzen wie Hanf, Wintergerste und Mais sollten daher bevorzugt werden, die Fahrgassen stellen jedoch immer ein Problem dar. Der Anbau von Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüsekulturen (Wurzelgemüse) ist nicht zu empfehlen, besser sind Getreide, Mais und Grasanbau. Eine Dauerbegrünung sollte mindestens zwei bis drei Jahre andauern.
Nicht ausreichende chemische Verfahren
Die typischen Gräserherbizide zeigen keine nachhaltige Wirkung gegen die Pflanze. Der Einsatz von Glyphosat nach der Ernte und gegebenenfalls vor der Saat ist jedoch möglich. Vorteile von Herbiziden zeigen sich eher zu späteren Anwendungsterminen, wenn das Sauergras ausreichend Blattmasse besitzt. Die wesentliche Frage, ob es nach der deutlichen Kontrolle des Sprosses des Erdmandelgrases zu einem Wiederaustrieb aus intakten Mandeln kommt, wird derzeit noch in Versuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen geprüft.
Ein Blick unter die Erde: Hier sitzt die eigentliche Gefahr, denn es werden die Mandeln/Knöllchen gebildet, die für das enorme Verschleppungs- und Vermehrungspotenzial sorgen.
In Mais sind Kombinationen von Mesotrione plus Terbuthylazin und Mesotrione plus Pyridate, gefolgt von Thiencarbazone (MaisTer) effektiv. Auch die Vorlage von Thiencarbazone im Vorauflauf (Adengo), gefolgt vom ein- bis zweimaligen Einsatz von Mesotrione plus Pyridat, hat gute Wirkungen gezeigt.
Eine sehr späte Aussaat ab Anfang Juni, kombiniert mit einer wiederholten mechanischen Bodenbearbeitung (zum Beispiel Eggen), stellt eine wichtige pflanzenbauliche Maßnahme zur Eindämmung von Erdmandelgras dar. Auf besonders stark befallenen Flächen besteht aktuell die Möglichkeit, Permit (Wirkstoff Halosulfuron) im Rahmen einer aktuellen diesjährigen Notfallzulassung auf einer maximalen Fläche von 100.000 ha einzusetzen. Permit kann zur Bekämpfung von Erdmandelgras beitragen, wenn es im Splittingverfahren mit insgesamt 35 g/ha Wirkstoff ausgebracht wird. Die Anwendung erfolgt innerhalb von sieben bis zwölf Tagen:
• BBCH 14: 15 g/ha
• BBCH 16: 20 g/ha
Diese Behandlung sollte mit einer Vorauflaufmaßnahme wie Adengo oder – bei geringer Bodenfeuchte – Iseran kombiniert werden. Zusätzlich kann eine Nachbehandlung mit MaisTer sinnvoll sein. Eine pflanzenbauliche Wirkungsabsicherung ist entscheidend, da Permit seine volle Wirkung nur im Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen entfalten kann. Da Erdmandelgras in Wellen aufläuft, führt eine einzelne Maßnahme in der Regel nicht zum Erfolg. Die Anwendungsbestimmungen für Permit sind unbedingt zu beachten, insbesondere NG 405: keine Anwendung auf dränierten Flächen.
In Getreide sind florasulamhaltige Herbizide zu bevorzugen. Nach der Ernte sollte eine Stoppelbearbeitung in Verbindung mit glyphosathaltigen Mitteln erfolgen. Besonders sollte auf Befall in den Fahrgassen geachtet werden.
In Zuckerrüben ist ausschließlich Conviso One wirksam (nur in toleranten Sorten). Flaches Hacken im Reihenzwischenraum schneidet das Erdmandelgras ab und schwächt die Pflanze.
Als besonders wirksam erwiesen sich Kombinationen aus Glyphosat + 2,4D, Paraffinöl + Glyphosat, Isoxaflutole + Thiencarbazone + Mesotrione, Thiencarbazone, Foramsulfuron, Halosulfuron + Dash sowie Halosulfuron mit Additiven (Permit + Dash). Auch bestimmte Vorauflauf- und sehr frühe Nachauflaufbehandlungen zeigten, abhängig von der Aufwandmenge, eine sehr gute Wirkung gegen den oberflächlichen Bewuchs.
Die Minderung der Keimfähigkeitshemmung der Mandeln hängt in erster Linie davon ab, ob der Wirkstoff sowohl oberflächlich gut wirkt als auch in die oberen Bodenschichten verlagert werden kann. Eine nahezu vollständige Hemmung wird insbesondere durch Permit + Dash (Splitting), Paraffinöl + Glyphosat, Glyphosat + 2,4D, MaisTer Power und Conviso One erreicht. Zusätzlich zeigen DimethenamidP, Halosulfuron sowie Mesotrione + Clomazone im Vorauflauf und vor allem bei flacher oberflächlicher Einarbeitung eine hohe Wirksamkeit. Wird eine ruhende Mandel jedoch nicht vom Wirkstoff erreicht, kann sie sich später ungehindert weiterentwickeln.
Fazit
Insgesamt zeigt sich, dass die Bekämpfung des Erdmandelgrases nur durch eine Kombination aus präziser Diagnostik, konsequenter Prävention, integrierten mechanischen und chemischen Maßnahmen sowie einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten erfolgreich sein kann. Die Herausforderung liegt weniger in der Kontrolle einzelner Pflanzen, sondern in der langfristigen Reduktion des Knollenvorrats im Boden und der Verhinderung weiterer Ausbreitung. Entgegen möglichen anderslautenden Meldungen wird das Erdmandelgras bislang durch kein bekanntes Verfahren so stark beeinträchtigt, dass langfristig von einer sicheren eradikativen Bekämpfung beziehungsweise Ausrottung ausgegangen werden kann. Wer einmal einen Besatz mit Erdmandelgras hat, wird es nicht wieder los und kann es bestenfalls nur regulieren.
Neun Fakten zu Erdmandelgras
1. Erdmandelgras breitet sich rasant aus und bedroht inzwischen Hunderttausende Hektar landwirtschaftlicher Fläche, da es sowohl vegetativ als auch überdauernd extrem leistungsfähig ist.
2. Eine einzige Knolle kann sich explosionsartig vermehren, da Rhizome bis zu 60 cm lang werden und eine Vermehrungsrate von etwa 1:700 möglich ist.
3. Die Verschleppung durch Maschinen, Ernteprozesse und Logistik ist der wichtigste Treiber der Ausbreitung, weshalb Betriebshygiene oberste Priorität hat.
4. Mechanische Maßnahmen und „Schwarzbrache“ über zwei bis drei Jahre können den Knollenvorrat um bis zu 90 % reduzieren, sofern konsequent flach gearbeitet wird.
5. Chemische Verfahren wirken sehr unterschiedlich; besonders effektiv sind Halosulfuron-Kombinationen (Permit + Dash), Mesotrione-Mischungen und bestimmte Vorauflaufbehandlungen.
6. Die Reduktion der Keimfähigkeit der Mandeln gelingt nur, wenn Wirkstoffe sowohl oberirdisch wirken …
7. … als auch in den Boden verlagert werden, zum Beispiel Permit-Splitting, Paraffinöl + Glyphosat oder Conviso One.
8. Alternative Methoden wie thermische Verfahren, Bodenabsiebung oder Freilandschweine sind bislang kaum praxistauglich, da sie unwirksam oder extrem aufwendig sind. Elektrophysikalische Verfahren können helfen, einen starken Besatz zu regulieren; aufgrund der geringen Flächenleistung und eingeschränkten Verfügbarkeit wird diese Technik nur eine regionale Lösung durch Lohnunternehmer bleiben.
9. Erfolgreiche Bekämpfung gelingt nur durch ein integriertes Gesamtkonzept aus Prävention, Diagnostik, Mechanik, Chemie und enger Zusammenarbeit aller Beteiligten, da das Ziel die langfristige Reduktion des Knollenvorrats ist.
Ende März ging es in Süderbrarup in der Angelnhalle in die nächste Runde der Jungzüchterschausaison. Der Jungzüchterklub Wanderup begrüßte gemeinsam mit den Jungzüchtern aus Nordfriesland 54 Jungzüchter und Oldies, die sich an diesem Tag den wachsamen Augen von Richter Christian Wachtel aus Estedt stellten.
Traditionell spielen die Angler bei der Jungzüchterschau im Norden immer eine zentrale Rolle. Vertreten wurden diese durch einen eigenen Angler-Jungzüchterclub. Ende vergangenen Jahres hatte er sich aufgrund von mangelndem Nachwuchs leider auflösen müssen, sodass die Angler jetzt in den Jungzüchterklub Wanderup integriert sind. An dem Ablauf der Schau hat sich zum Glück jedoch nichts geändert, sodass nach wie vor das Angler Rind eine große Rolle innerhalb der Schau spielt und auch sein eigenes Typtier stellt.
Die Vorsitzende des Wanderuper Jungzüchterklubs, Sina Thomsen, begrüßte die Zuschauer in der Angelnhalle. Der Richter und Ringwoman Sarina Andresen wurden von Ringsprecher Torben Schramm feierlich angekündigt und in den Ring gebeten.
Junge Klassen
Den Anfang der Schau machten in diesem Jahr fünf junge Klassen zwischen zwei und acht Jahren. Die erste Klasse der gut gefüllten Teilnehmerliste konnte sich mit Valentin Michel Vogt und seinem Kalb „Franzi“, das auch das Angler Typtier wurde, der jüngste Teilnehmer der Schau sichern. Der zweijährige Valentin konnte „Franzi“ aus dem Betrieb seiner Eltern, der Andersen-Vogt GbR, flüssig und zügig vorführen. Den zweiten Platz belegte Lisa Volquardsen aus Enge-Sande mit „GOG Frieda“. Sie beeindruckte den Richter neben einer guten Vorführung durch das korrekte Beantworten der Fragen. Das Typtier der Holsteins sicherte sich „Fräulein“ aus der Zucht der Melkhoff Callsen GbR in Lütjenholm.
Stolz präsentiert Rosalie Käthe Vogt ihr Kälbchen.
In der zweiten Klasse konnte Rosalie Käthe Vogt aus Wees an den Erfolg ihres Bruders in der vorherigen Klasse anknüpfen und sich den Klassensieg mit ihrem Kalb „Fanni“ sichern. Der Richter lobte Rosalies aufmerksame Präsentation, die immer offen zum Richter war. Den 1b-Rang belegte Helene Lohmann aus Rheide mit „Flipsi“ am Halfter, die ihr Kalb schon selbstständig führen und auch auf die Fragen des Richters gut reagieren konnte. Das Typtier der Angler wurde „Flöckchen“ von der Meggers Klein Rüde GbR, während dieser Titel bei den Holsteins in der Klasse an „THH Famosa“ von der Thomsen GbR aus Lindewitt ging.
In der dritten Klasse wusste Kai-Leo Hollesen aus Sieverstedt sich mit seinem Kalb „Felix“ am besten zu präsentieren. Der Richter betonte seine routinierte Vorführleistung. Ihm folgte mit Max Volquardsen aus Enge-Sande und „GOG Fatima“ schon fast ein alter Hase unter den jüngeren Kindern. Mit einer sehr ruhigen Vorführleistung wusste Max wie auch schon in den vergangenen Jahren zu überzeugen. Sein Kalb „GOG Fatima“ aus der Gonnsen GbR in Struckum stellte auch das Typtier der Holsteins. Das Angler Typtier der Klasse wurde „Falada“ aus der Zucht der Andersen-Vogt GbR, Wees.
In der vierten Klasse betonte der Richter die Homogenität der Gruppe und lobte das gute Aufstellen und die Qualität der Klasse. Besonders gefiel Richter Christian Wachtel das Aufstellen bei Barne Schwerdtfeger aus Schwedeneck mit „GTR Fleetwood Mac“ aus der Zucht von Jana Tobian in Schwedeneck, der somit Sieger der Klasse wurde und sich auch den Titel des besten Typtiers bei den Holsteins sichern konnte. Ihm folgte auf dem 1b-Rang Ruth Andresen aus Handewitt mit „AGH Flotti“, die sich ebenfalls gut und sicher präsentierte und die Signale des Richters bereits sehr gut umsetzen konnte. Mit „Ferrari“ aus der Zucht der Nissen GbR in Sprakebüll konnte sich ein Braunvieh-Rind den Titel des besten Typtiers der Angler sichern, da die Rasse Braunvieh in diese Kategorie eingeordnet wird.
Anschließend folgte mit Klasse 5 die letzte Klasse der Altersgruppe jung. Den Klassensieg sicherte sich Thea Schwerdtfeger aus Schwedeneck mit „GTR Filine“ aus der Zucht von Jana Tobian, ebenfalls aus Schwedeneck, das sich auch das Typtier der Angler in der Klasse sicherte. Thea konnte dem Richter eine optimale Halfterhaltung präsentieren und zeigte sich diesem die ganze Zeit über sehr aufmerksam. Dies machte den Unterschied zu Metta Louise Petersen aus Humtrup und „Fabella“ auf dem 1b-Rang. Christian Wachtel betonte bei Metta Louise auch ihre tolle Aufmerksamkeit gegenüber Tier und Richter und die sehr gute Arbeit an und mit ihrem Kalb. Die Gonnsen GbR aus Struckum konnte mit „Femke“ ein weiteres Typtier gewinnen.
Es folgte mit der Siegerauswahl in der Altersgruppe jung bereits der erste große Höhepunkt der Schau. Hier setzte sich die souveräne und aufmerksame Thea Schwerdtfeger mit „Fabella“ durch. Der Reservesieg ging an Ruth Andresen aus Handewitt für eine tolle Präsentation.
Mittlere Klassen
Anschließend folgten zwei mittlere Altersklassen, deren Teilnehmer zwischen zehn und 15 Jahren alt waren. Richter Christian Wachtel betonte die steigende und anhaltende sehr gute Qualität der Jungzüchter und erfreute sich an dem großen Engagement der fünften Klasse. Hier belohnte er Josephine Beutin aus Ostenfeld mit „GTR Falerie“ am Halfter mit dem Klassensieg. Josphine konnte ihr etwas schwieriges Rind sehr gut handeln, sie habe das Beste aus dem Tier herausgeholt und mit einer sehr aufmerksamen und tollen Vorführung beeindruckt. „GTR Falerie“ aus der Zucht von Jana Tobian sicherte sich auch das Angler Typtier dieser Klasse. Ihr folgten Juna Barofsky aus Mittelangeln und „GOG Femke“ auf dem 1b-Rang. Juna konnte sich hier besonders beweisen, da sie aufgrund einer Erkrankung ihres eigentlichen Rindes ein für sie fremdes Tier vorführen musste, das sie bestens zu präsentieren wusste. Mit „Flora“ konnte Niklas Petersen aus Bollingstedt das beste Typtier in der Kategorie Holstein in dieser Klasse stellen.
Immer wieder schön – Jungzüchterschau in der Angelnhalle in Süderbrarup.
Die zweite und zugleich schon letzte Klasse der mittleren Altersklassen wurde ganz klar von der Klassensiegerin dominiert. Auf dem 1a-Rang konnte sich Martha Clausen mit „Falke“ platzieren, die den Richter vor allem mit ihrem zügigen und korrekten Aufstellen von sich zu überzeugen wusste. Den 1b-Rang in dieser Klasse belegte Lara Heldt aus Bollingstedt mit „Erdnuss“, die ebenfalls gut aufstellen und sehr gut auf die Rippenabstandsmessung reagieren konnte. Die Typtiere in dieser Klasse kamen mit „Frankreich“ aus der Hollesen GbR in Jardelund für die Angler und mit „AGH Elara“ von der Andresen-Gerdes GbR aus Handewitt für die Holsteins.
In der anschließenden Siegerauswahl mittel konnten noch einmal alle Sieger und Reservesieger ihr Können präsentieren. Christian Wachtel entschied sich, Martha Clausen mit „Falke“ als Siegerin mittel zu küren. Sie führe diese Gruppe an, zeige optimale Präsenz im Ring und gefalle einfach in der Gesamtheit der Vorführung, so die lobenden Worte des Richters. Wie auch schon in der Klasse 6 folgte ihr Lara Heldt mit „Erdnuss“ als Reservesiegerin mittel.
Ältere Klassen
In der Altersklasse alt wurde mit zwei weiteren Gruppen das ohnehin schon sehr hohe Niveau der Jungzüchter in dieser Schau noch einmal gesteigert. Souverän und ruhig wie immer konnte sich Rouwen Schramm aus Wanderup mit „HSG Ava“ am Halfter nicht nur den Titel des besten Typtiers der Klasse sichern, sondern diese Klasse auch im Vorführen für sich entscheiden. Wachtel betonte das korrekte Aufstellen und die sehr gute Reaktion auf seine Signale. Rouwen habe einen fantastischen Job gemacht, so der Richter. Dicht dahinter folgten Johanna Moritz aus Schinkel mit „GTR Elisa“, die mit einer optimalen Halfterhaltung und einer tollen Ausstrahlung beeindrucken konnte. „GTR Elisa“ aus dem Stall von Jana Tobian konnte sich auch als bestes Angler Typtier der Klasse auszeichnen.
Die letzte Klasse der älteren Altersklassen waren Jugendliche von 19 bis 23 Jahren, bei denen schon ein hoher Wissensstand abgefragt wurde. Dies zu präsentieren gelang Georgina Störte aus Süderfahrenstedt mit „OFH Fallada“ am besten. Sie konnte ihr Tier zügig und gut aufstellen und war sehr präsent im Ring. Der 1b-Rang ging an Sarah Chrzanowski aus Scheggerott mit „Diana“, die besonders durch das sehr gute Aufstellen in der Endlinie punkten konnte. „Diana“ aus der Zucht ihres Vaters Karsten Chrzanowski setze sich auch als bestes Typtier der Angler in der Klasse durch. „OFH Eva“ aus der Zucht der Andresen Kattbek GbR in Böklund sicherte sich den Titel als bestes Typtier der Holsteins.
Die Entscheidung um den Sieg in der Altersgruppe alt war für Christian Wachtel sicher nicht einfach. Die vier Jungzüchter präsentierten noch einmal ihr gesamtes Können. Schließlich konnte Rouwen Schramm mit „HSG Ava“ diesen Titel für sich gewinnen, der sein Tier und sich einfach optimal präsentierte. Den Reservesieg sicherte sich Johanna Moritz mit „GTR Elisa“.
Der anschließende Oldie-Wettbewerb lockerte die spannungsgefüllte Stimmung etwas auf. Vor den letzten beiden großen Entscheidungen waren nun die alten Hasen, die die Jungzüchter-Altersgrenze von 25 Jahren teils gerade eben, teils schon weit überschritten hatten, an der Reihe, ihre nicht verlernten Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Hierzu wurde auch der Gewinner aus dem vergangenen Jahr, Hauke Gonnsen aus Struckum, ans Sprecherpult gebeten, um gemeinsam mit Ringsprecher Torben Schramm die Präsentation der Vorführer im Ring zu kommentieren. Mit Humor und Witz wurden die gezeigten Darbietungen besprochen und die Leistungen der Vorführer entsprechend gewürdigt. Wachtel fragte auch den Wissensstand der Teilnehmer ab. Man erkundigte sich also nach Namen, Abstammung und Fressgewohnheiten der Tiere.
Hervor stach in dieser Klasse Nicole Harder aus Haßmoor mit ihrem Braunviehrind „GTR Uljana“, die eine offene und aufmerksame Runde im Ring zeigen konnte und sich somit den Sieg in der Kategorie Oldie sichern konnte. Ihr folgte Anke Peters mit „OFH Eva“ als Reservesiegerin.
Bei der anschließenden Auswahl des besten Holsteintieres der Schau durften alle neun Typtiere der Klassen sich noch einmal präsentieren. Der Richter sortierte zunächst fünf Tiere aus, die den Ring wieder verlassen mussten. Die vier verbliebenen Jungrinder stellten sich in einer Diagonalen auf. Aufgrund der guten Harmonie, des ausbalancierten Typs und der offenen Rippe entschied sich Wachtel für „HSG Ava“, eine „Alpha“-Tochter von Kai Schramm aus Wanderup, als Sieger Typtier Holstein. Der Reservesieg ging an „Flora“ von Niklas Petersen aus Bollingstedt.
Bestes Typtier Angler
Es folgte die Entscheidung über das beste Typtier in der Kategorie der Angler, sodass auch hier sich noch einmal alle Tiere im Ring zeigen durften. Schlussendlich ergab dieser Wettkampf einen Doppelsieg für Züchterin Jana Tobian aus Schwedeneck. „GTR Elisa“, eine „VR Heroo P“-Tochter, als Gand Champion und „GTR Falerie“, die sich den Reservesieg sicherte, ließen ihre Besitzerin und das ganze Team strahlen.
Grand Champion im Vorführen Martha Clausen mit ihrem Rind, Richter Christian Wachtel und Olaf Weick von der RSH eG (v. r.)
Der Höhepunkt der Schau, die Wahl des Grand Champions im Vorführen, war demnach die letzte Entscheidung, die Richter Christian Wachtel an diesem Tag treffen musste. Er lobte das hohe Niveau aller Teilnehmer und die gute Vorbereitung der Jungzüchter. Martha Clausen aus Jardelund wurde mit ihrem Tier „Falke“ als Grand Champion gekürt. Wachtel betonte besonders die sensationelle Vorführleistung und das grandiose Aufstellen des Tieres.
Mit dem Sieg machte sie auch Werbung für die Seminare und Übungswochenenden der Landesjungzüchter, die über das Jahr verteilt angeboten wurden. An diesen Veranstaltungen hat Martha Clausen in den vergangenen Jahren fleißig und engagiert teilgenommen und wird so mit einer großartigen Leistung für ihr großes Engagement belohnt.
Nachdem sich die Milchanlieferung zum Monatswechsel leicht abgeschwächt hatte, ist sie in der vorigen Woche erneut gestiegen. Sie pendelt nun wieder zwischen 5 und 6 % über der Vorjahreslinie. Nichtsdestotrotz ist die Talsohle bei den Auszahlungspreisen durchschritten.
Die Meiereien haben ihren Grundpreis überwiegend unverändert zum Vormonat belassen. Bei vier Meiereien kam es aber schon zu einer Preisanhebung zwischen 1 und 5 c/kg. Lediglich eine Meierei hat ihren Auszahlungspreis weiter abgesenkt. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 33,75 ct/kg und damit 0,58 ct über dem Vormonatsniveau. Somit kann nach sechs Monaten fallender Auszahlungspreise wieder einmal ein steigender Durchschnitt vermeldet werden, auch wenn er nur minimal ausfällt. Die Spanne bewegt sich zwischen 30,20 und 40,00 ct/ kg und hat sich damit deutlich verengt. In Süddeutschland liegt die Spanne in einem nahezu identischen Bereich. Hier werden zwischen 30,46 und 40,40 ct/ kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 30 und 35 ct/ kg. In den westdeutschen Meiereien ist die Spanne im Bereich von 31,50 bis 36,05 ct/ kg und somit unverändert zum Vormonat.
Die Stimmung auf den einzelnen Teilmärkten ist aktuell wieder etwas gedämpfter. Besonders im Butterbereich hat sich die Nachfrage, zum großen Teil auch saisonbedingt, wieder deutlich beruhigt. Dies betrifft vor allem die Blockware. Hier kommt es seit Mitte März kontinuierlich zu wöchentlichen Abschlägen bei den Notierungen an der Butter- und Käsebörse in Kempten. Die Einkäufer verharren hier weiterhin in ihrer abwartenden Haltung in der Hoffnung auf weiter fallende Preise. Abgepackte Butter verhält sich deutlich stabiler. Zwar ist auch hier die Nachfrage nach Ostern zurückgegangen, die Notierungen blieben bisher aber unverändert auf ihrem noch sehr niedrigen Niveau. Weiterhin positive Tendenzen gibt es aus dem Käsebereich zu vermelden. Auch wenn die Notierungen sich hier nur sehr langsam und mühselig erholen, kommt es dennoch von Woche zu Woche zu leichten Aufschlägen bei den Notierungen. Getragen wird dieser positive Trend durch die sehr geringen Lagerbestände und die sehr gute Nachfrage auch nach den Feiertagen. Besonders die südlichen Urlaubsländer rüsten sich für die anstehende Urlaubssaison. Dabei kommt es immer wieder zu verzögerten Auslieferungen und Streichungen bei den Bestellmengen. Das Zugpferd unter den Teilmärkten bleibt weiterhin der Pulverbereich, auch wenn es hier zuletzt Preisabschläge gab. Hier sticht besonders das Molkenpulver mit einer sehr positiven Preisentwicklung hervor. Beim Magermilchpulver hat sich die Nachfrage zwar beruhigt, dies kann aber auch noch mit den Feiertagen zu tun haben. Auf dem Weltmarkt ist die europäische Ware weiterhin konkurrenzfähig.
Der Verbraucher hat im abgelaufenen Jahr erneut mehr Milchprodukte verzehrt als im Jahr davor. Besonders für Käse gab es im zweiten Jahr in Folge deutliche Zuwächse im Pro-Kopf-Verbrauch. Hier ist ein Zuwachs von 0,9 kg pro Kopf und Jahr zu verzeichnen. Die Gesamtmenge ist somit auf 26,4 kg gestiegen, ein seit Beginn der Erfassung im Jahr 1992 noch nicht da gewesener Rekordwert. Splittet man den Käseverbrauch weiter auf, lässt sich ein besonders deutlicher Anstieg im Frischkäsebereich feststellen. Hier kam es zu einem Anstieg von sagenhaften 12,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Dafür gab es im Schmelzkäsebereich leichte Rückgänge der Verbrauchszahlen. Der Butterbereich zeigte im vorigen Jahr erstmals seit vier Jahren wieder einen Anstieg der Verbrauchszahlen um ein Päckchen Butter (250 g) pro Kopf und Jahr. Lediglich für die Konsummilch gab es einen rückläufigen Trend, der bereits seit 2021 anhält. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag hier im vorigen Jahr um 1 kg oder 2,2 % unter dem Vorjahresniveau. Die übrigen Frischmilcherzeugnisse wie Sauermilch, Kefir und Milchmischerzeugnisse waren von dem Rückgang allerdings nicht betroffen. Hier gibt es seit Jahren Zuwächse. Im Joghurt-Segment bewegt sich der Konsum in etwa auf dem Vorjahresniveau.