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Biohof Carstens setzt auf kurze Vertriebswege

„Mit Speck fängt man Mäuse“ heißt es im Volksmund. Landwirt Tobias Carstens hat sich ­diesen Erfahrungswert zu eigen gemacht und setzt daher auf Direkt­vermarktung. Auf seinem Biohof in Hamdorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde, leben derzeit 850 Rinder, rund 300 Highlander und 300 Galloways. Inzwischen gibt es 100 verschiedene Produkte, zum Beispiel Schinken und Mettwürste, die er in der eigenen Rauchanlage herstellt und im Hofladen, auf Märkten und direkt an Gastronomiebetriebe verkauft.

Die Mitglieder des Fachausschusses Einkommenskombinationen durften sich ein umfangreiches Bild vom Betrieb machen und auch hinter die Kulissen, zum Beispiel in die Schlachterei, blicken. Kammergeschäftsführerin Stephanie Wetekam lobte die unternehmerische Strategie von Carstens: „Das Aufsplitten der Bereiche kann das Betriebsrisiko deutlich minimieren.“

Galloway-Rinder gelten als sehr robust.

Auf dem Biohof Carstens finden Geburt, Aufzucht, Verarbeitung und der anschließende Vertrieb unter einem Dach statt. Eine Besonderheit ist die Zucht der Rinder. Die Bullen decken auf natürliche Weise, und die Kälber dürfen das erste Lebensjahr mit ihrer Mutter auf die Weide. Wenn die Zeit gekommen ist, werden die Tiere direkt vor Ort geschossen. „Dadurch wird unseren Rindern der Transportstress erspart“, sagte Carstens. Zwei fest angestellte Metzger seien für die Weiterverarbeitung zuständig: „Von der Aufzucht bis zum fertigen Produkt ist bei uns alles selbst gemacht.“ Wichtig seien ihm darüber hinaus kurze Vermarktungswege. Insofern habe er Verkaufsstände auf Märkten in der Region, zum Beispiel in Kiel und Eckernförde, und beliefere Gastronomiebetriebe wie den Kieler Kaufmann in der Landeshauptstadt und den Castello-Kiosk im dortigen Schrevenpark.

Der Landwirt hat eine 100-Stunden-Woche, nimmt sich aber trotzdem Zeit für die Familie, zum Beispiel begleite er derzeit seinen Sohn zum Schwimmunterricht. Tobias Carstens hat darüber hinaus die Zukunft im Blick und aus diesem Grund einen Bauantrag für eine Ferienwohnung eingereicht. Außerdem denke er über weitere Einkommensquellen nach: „Naturschutz könnte doch auch eine Aufgabe von uns Landwirten ­werden.“


Info

Biohof Carstens

840 ha bewirtschaftete Fläche

12 Angestellte

Ausbildungsbetrieb (derzeit ein Lehrling)

2005 gegründet

850 Rinder

250 vermarktete Tiere pro Jahr

100 verschiedene Produkte


Hornlos-Genetik gefragt

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Mit einem lebhaften Bullenmarkt startete die Auktion in Dätgen. Besonders genetisch hornlose Vererber standen im Fokus der Auktion. Auch bei den weiblichen Tieren zeigte sich eine differenzierte Nachfrage.

Mit dem Verkauf der schwarzbunten Bullen begann die Auktion schwungvoll. Auktionator Claus-Peter Tordsen konnte gleich dreimal bei 3.300 € zuschlagen: für den schicken, gut bemuskelten und lackschwarzen „Gladius“-Sohn „OFH Eilan“ aus der Zucht der Andresen GbR, Kattbek, Ostseefjord-Holsteins sowie für zwei genetisch hornlose Bullen der Milchhof Broosch GbR, Techau. Dabei handelte es sich um den homozygot hornlosen „Ekuss PP“, einen „Hydro-P“-Sohn, sowie um „Elano P“ (Vater: „Sir PP“). Beide überzeugten mit korrektem Fundament und guten Inhaltsstoffen auf der Mutterseite. Damit setzte sich die anhaltend starke Nachfrage nach genetisch hornlosen Vatertieren eindrucksvoll fort. Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Bullen betrug 3.120 €.

Verhaltener Markt bei den Färsen

Bei den schwarzbunten Färsen verlief der Markt verhaltener. Der Höchstpreis von 2.800 € wurde zweimal erreicht. Dies gelang zum einen „Dia“ (Vater: „Senator“) aus der Zucht von Karsten Kaack, Ratzbek, die mit bester Euterqualität und insbesondere einem sehr breiten und hohen Hintereuter überzeugte. Zum anderen erzielte auch die genetisch hornlose „Diane P“ (Vater: „Hansen PP“) aus der Zucht des Milchhof Broosch GbR diesen Preis, ebenfalls mit hervorragender Euterqualität und sehr hoher Einsatzleistung. Das weibliche Kontingent der schwarzbunten Färsen wurde durch zwei Kollektionen ergänzt. Zum einen stellte die Engelbrecht GbR, Bokholt-Hanredder, eine sehr milchtypische und leistungsbereite Tierkollektion. Die Zuchtstätte Stefan Voß, Nehms, war ebenfalls mit einer Betriebskollektion vertreten. Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Färsen lag bei 2.388 €.

Tagesspitze bei den Rotbunten

Preissiegerin des Tages war erneut eine Färse aus der Zuchtstätte Philip Ellerbrock, Westerau, Ellerbrock Holsteins. Die rotbunte „ELL Lika“, eine sehr frühe „Redford“-Tochter, erzielte mit 3.800 € den Tageshöchstpreis. Sie überzeugte mit einem Relativzuchtwert Gesamt (RZG) von 149, überragender Einsatzleistung und durchweg hohen Eiweißprozenten auf der gesamten mütterlichen Seite. Der Durchschnittspreis der rotbunten Färsen betrug 2.430 €.

Die teuerste Angler Färse war „Dolores“, eine enorm entwickelte „VR-Vehmaa“-Tochter von Volker Asmussen, Dannewerk, mit 2.800 €. Der Durchschnittspreis der Angler Färsen lag bei 2.700 €. Teuerste Kreuzungsfärse war „Dschungel“ aus dem Bestand von Malte Krohn, Kummerfeld, die für 2.750 € zugeschlagen wurde. Die harmonische Färse überzeugte mit einem sehr guten und flachen Euter.

Fazit

Die Nachfrage nach weiblichen Tieren verlief im Vergleich zur vorangegangenen Auktion deutlich ruhiger, was in einem um zirka 130 € geringerem Durchschnittserlös und einem gewissen Überstand zum Ausdruck kam. Vor dem Hintergrund der aktuellen Milcherzeugerpreise boten die Kaufinteressenten noch gezielter und qualitätsorientierter. Besonders gefragt waren neben Tieren mit ordentlichen Einsatzleistungen auch Tiere aus Betrieben mit dem Status „GVO-frei“, die beim Verkauf Preisvorteile erzielten. Mittelrahmige Tiere mit solidem Fundament fanden ebenfalls guten Zuspruch. In der gegenwärtigen Marktsituation bestehen gute Einkaufsmöglichkeiten für abgekalbte Färsen zur Bestandsergänzung.

Die nächste Auktion der RSH eG findet am 21. Mai im Vermarktungszentrum in Dätgen (direkt an der Autobahnabfahrt Bordesholm gelegen) statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen.

Drei Fragen an den neuen Förster Leon Kitzig

Seit April arbeitet Leon Kitzig als Förster für die Landwirtschaftskammer. Der Segeberger hat nach dem Abitur ein FÖJ im Erlebniswald Trappenkamp gemacht und entschieden, dass er Forstwirtschaft studieren ­wollte.

In Göttingen hat der 27-Jährige den Bachelor in Forstwirtschaften und Waldökologie gemacht und sich im Anwärterdienst in Niedersachsen auf die Arbeit als Förster vorbereitet. Jetzt ist er also im Land zwischen den Meeren tätig. Isa-Maria Kuhn sprach mit ihm.

In der Kammer nennen wir Sie nur kurz den Flexiförster. Was verbirgt sich denn hinter dieser Aufgabe?
Leon Kitzig: Ich bin offiziell flexibler Bezirksförster und unterstütze vor allem die Kollegen an der Westküste und in Hohenwestedt. Ich mache alles, was meine Kollegen auch tun, wie Betreuung und Beratung von Waldeigentümern, Förderung kann auch ein Thema sein. Ich unterstütze nach Absprache, wenn vor Ort Arbeitsspitzen herrschen.

Das hört sich so an, als wäre die Absprache zwischen den Bezirken extrem wichtig.
Das A und O ist die Flexibilität und dass man weiß, was der andere von einem möchte und welche Unterstützung er braucht. Heute hilft uns die Technik weiter bei der Abstimmung: Dynamic Forest, das ist eine Plattform für effiziente digitale Forstverwaltung. Dort sind zum Beispiel Karten und verschiedene Tätigkeiten im Wald hinterlegt.

Aber trotz aller sinnvoller Hilfsmittel sprechen wir jeden Tag miteinander. Es ist sehr viel wert, einen guten Draht zueinander zu haben. Ich bin viel im Auto unterwegs und nutze die Fahrzeit dann gern, um mit den Kollegen zu telefonieren. Die sind sehr offen und freuen sich, so glaube ich, über diese Verstärkung.

Warum die Bewerbung als Förster bei der LKSH?
Nach meiner zweiwöchigen Hospitation als Bezirksförster bei der Landwirtschaftskammer in Niedersachsen habe ich die Entscheidung getroffen, dass dieser Job der richtige für mich ist. Die Arbeit ist genau das, was ich will. Man berät und betreut den einzelnen Waldbesitzer, es macht Spaß, gemeinsam zu planen, was mit dem Wald passieren soll. Ich mag das Organisieren und muss kompromissbereit sein. An einem perfekten Arbeitstag fange ich im Büro an, fahre dann hinaus, treffe Waldbesitzer und halte Rücksprache mit Kollegen. Das Elementare an einem guten Tag ist, dass man rauskommt.

Rainer arbeitet akribisch, ohne zu glänzen

Ein Jahr nach ihrem Start steckt die Bundesregierung im Umfragetief. Laut dem jüngsten Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen bescheinigen 69 % der Befragten der schwarz-roten Koalition eine eher schlechte Arbeit. Nur 26 % Prozent sind zufrieden. Kurz nach Amtsbeginn Ende Mai 2025 äußerten sich insgesamt noch 51 % der Befragten zufrieden mit der Bundesregierung und 32 % unzufrieden.

Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf dem ersten Platz. Er wird auf der Skala von +5 bis −5 mit einem Durchschnittswert von 1,8 bewertet. Mit Abstand folgen der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister und kommende Ministerpräsident Baden-Württembergs, Cem Özdemir (Grüne), mit 1,0 und Außenminister Johann Wadephul (CDU) mit 0,4. Kanzler Friedrich Merz (CDU) weist mit −1,3 einen Tiefstwert aus.

Der derzeitige Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) taucht in der Umfrage der Forschungsgruppe gar nicht auf. Das hielt ihn freilich nicht davon ab, sich selbst ein Zeugnis auszustellen – und das fiel erwartungsgemäß gut aus. Tatsächlich hat er sich einige Fleißpunkte verdient, indem er beispielsweise die im Koalitionsvertrag vereinbarte Agrardiesel-Rückvergütung wiedereingeführt hat. Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht stärkt die Weidehaltung. Auf der Habenseite stehen zudem die Streichung der Stoffstrombilanz und die Beschleunigung von Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel. Der Flaschenhals bleibt hier jedoch die Wirkstoffzulassung auf europäischer Ebene.

Gleichwohl erwirbt Rainer mit seiner unaufgeregten Art den Ruf eines akribischen Arbeiters. Sein Bemühen, Vereinfachungen für die Betriebe zu schaffen, untermauerte der gelernte Metzger mit der Einrichtung einer Stabsstelle Bürokratieabbau. Wohltuend ist auch die vergleichsweise geräuschlose Zusammenarbeit mit dem von Carsten Schneider (SPD) geführten Umweltressort.

Aber gibt es große Baustellen: Der jüngste Entwurf des Landwirtschaftsministeriums für die staatliche Tierhaltungskennzeichnung fällt bei Tierhaltungsverbänden durch. Im Düngerecht fehlt weiterhin ein praxistauglicher Plan für mehr Verursachergerechtigkeit. Und der Strukturwandel in der Nutztierhaltung geht ungebremst weiter. Die Umsetzung der Agrarexportstrategie kann hier nur ein erster Schritt sein. Entsprechend nüchtern fällt auch das Zwischenfazit des Deutschen Bauernverbandes aus: „Diese Bundesregierung bleibt hinter den Erwartungen zurück.“

Der wirtschaftliche Druck auf den Höfen ist aufgrund hoher Kosten, geringer Markterlöse und nicht zuletzt des steigenden Mindestlohns enorm. Um den Agrarstandort Deutschland zu sichern, braucht es daher endlich in allen Produktionsrichtungen faire Vergütungen für Tier-, Umwelt- und Klimaschutzleistungen und mehr Förderung, wenn staatliche Vorgaben die Produktion verteuern – wie in der Sauenhaltung. Rainers Zwischenzeugnis fällt daher durchwachsen aus. Das Hausaufgabenheft ist voll.

Dr. Robert Quakernack, Foto: bb

„ARD Mittagsmagazin“ zu Gast in Futterkamp

Das „ARD Mittagsmagazin“ hat kürzlich in den Schweineställen der Landwirtschaftskammer in Futterkamp gedreht.

Dabei waren die Auflagen für die Tierhalter zur Verbesserung des Tierkomforts und wie die Tierhalter damit noch wirtschaftlich arbeiten können die vorrangigen Themen. Insgesamt 5 min lang waren die beiden Interviews, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern gute Einblicke in das Deckzentrum und die Abferkelung verschafft haben. Futterkamp bekommt immer wieder Anfragen von Medien. Diese beantwortet die Kammer gern, weil so zwischen der Landwirtschaft und den Verbrauchern vermittelt werden kann.

Cup der Bundesländer und Schleswig-Holstein Cup

Von den 17 Wochen, die der Schleswig-Holstein Cup und der Cup der Bundesländer laufen, sind schon zwei Drittel vorbei. Bis Freitag, 26. Juni, können die 3.000 Pferdefreunde aus neun Bundesländern noch Kilometer sammeln.

„Unsere Idee, im Gelände Kilometer zu sammeln, sich mit anderen Teilnehmern, Landkreisen und Bundesländern zu messen und nebenbei für die eigenen Reit- und Fahrwege noch etwas Gutes zu tun, hat einen Nerv getroffen“, freut sich Stacy Bradtke vom Veranstalterteam des Vereins Reit- und Fahrwege Schleswig-Holstein. Denn in diesem Jahr fieberten nicht nur die ausreitbegeisterten Schleswig-Holsteiner auf den Start des Events hin.

Es herrsche wieder eine angenehme Atmosphäre mit aktivem Austausch zwischen den Teilnehmern. In den dazugehörigen Facebook- und WhatsApp-Gruppen seien bereits einige Verabredungen zustande gekommen, ob mit oder ohne Pferd. „Hier lernt man Leute kennen, die man sonst im Privatleben eventuell nie getroffen hätte“, so Bradtke. Damit sei ein Ziel bereits erfüllt: die Gemeinschaft zu stärken und Gleichgesinnte zu vernetzen.

In der bundesweiten Gesamtwertung führen die 800 Teilnehmer aus Schleswig-Holstein eindeutig das Feld an, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die meisten Durchschnittskilometer hat bisher allerdings das neu eingestiegene Bundesland Baden-Württemberg gesammelt, mit Abstand zu Rheinland-Pfalz und Sachsen. Für das kommende Jahr haben bereits einige der noch fehlenden Bundesländer Interesse bekundet. Im besten Fall kann der Cup der Bundesländer 2027 zum ersten Mal deutschlandweit ausgeführt werden.

Die siegenden Landkreise im Schleswig-Holstein Cup hatten sich in den vergangenen Jahren schon während der ersten Wochen herauskristallisiert. In diesem Jahr herrscht ein regelrechter Kampf um die Spitze und die damit verbundenen Preisgelder in den Kategorien Gesamt- und Durchschnittskilometer. Die meisten Gesamtkilometer haben aktuell die Vorjahressieger aus Schleswig-Flensburg, doch die Teilnehmer aus Segeberg sind ihnen dicht auf den Fersen. Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg liegen mit etwas Abstand dahinter. Sollten die aktuell Führenden jedoch schwächeln, könnte sich dies schnell ändern.

Nach Durchschnittskilometern liegt zum ersten Mal das Herzogtum Lauenburg an der Spitze. „Ob sich hier einmal ein ganz neuer Landkreis den Sieg holt?“, fragt Bradtke. Doch die Titelverteidiger aus Nordfriesland sind ihnen extrem dicht auf der Spur und geben sich noch nicht geschlagen. „Wir sind gespannt, was die folgenden Wochen noch bringen. Aber eins ist klar: Der Spaß und das Zusammensein mit dem Partner Pferd kommen hier nicht zu kurz.“

Bradtke fügt noch hinzu: „Auch wenn jeder noch so kleine Kilometer zählt, möchten wir unsere aktuell Platzierten aus den verschiedenen Sparten nicht außer Acht lassen. Wir haben größten Respekt dafür, was sie in neun Wochen bereits geschafft haben. Alle Teilnehmer sind der eindeutige Beweis, wie wichtig gut ausgebaute Reit- und Fahrwege sind. Vor allem wenn man sieht, dass auch unser Nachwuchs bereits sehr aktiv unterwegs ist.“ pm

Dauerhafte Schönheiten für den Pflanzkübel

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Viele Blüten- und Blattschmuckstauden kommen bestens im Topf zurecht. Sie stehen in ihrer Schmuckwirkung einjährigen Kübelpflanzen in nichts nach. Die frühjährliche Teilung der Beetstauden ist nun eine gute Gelegenheit, den Topfgarten kostenlos anzulegen oder zu erweitern.

Viele Stauden bleiben nur durch regelmäßiges Teilen im Frühjahr oder Herbst vital und blühfreudig. Dabei fallen naturgemäß eine Menge neuer Pflanzen an. Jetzt im Frühjahr ist die beste Zeit zum Teilen der Herbstblüher und der wintergrünen Stauden. Im September hingegen teilt man die Frühjahrs- und Frühsommerblüher. Spätestens wenn sich eine Pflanze zu sehr ausgebreitet hat oder in der letzten Saison etwas blühfaul zeigte, wird es Zeit für den Griff zum Spaten. Die anfallenden Teilstücke eignen sich prima zum Bepflanzen von Töpfen, Schalen, Kübeln oder Trögen. Einzeln oder auch in Gruppen arrangiert, ergeben sie einen wunderbaren Blickfang auf Terrasse, Hof oder im Eingangsbereich. Dank der breiten Auswahl geeigneter Stauden findet sich sowohl für die schattige Ecke als auch für den Platz an der Sonne der richtige Kandidat.

Sukkulenten kommen bestens in flachen Schalen zurecht. Foto: Karin Stern
Purpurglöckchen, Fetthenne und Storchschnabel sorgen hier für viel Farbe. Foto: Karin Stern

Gut geeignet für den Umzug in Pflanzgefäße sind Polsterstauden sowie niedrige bis halbhohe und mittelhohe Stauden. Sie gewöhnen sich schnell an die neuen Verhältnisse und wirken im Topf ebenso schön wie im Beet. Manche Arten fallen mit besonderen Blattformen oder -farben und üppigem Blütenreichtum auf. So bieten das rotblättrige Purpurglöckchen (Heuchera) oder die attraktiven Blätter der Fetthenne (Sedum) einen hohen Zierwert. Zudem füllen sie die immer wieder auftretenden Blühpausen im Topfgarten. Auch die Blätter der Taglilien (Hemerocallis) und Schmucklilien (Agapanthus) sorgen vor und nach der Blüte für frisches Grün. Eher natürlich und schlicht wirken dagegen die kleinblumige, aber blütenreiche Bergminze (Calamintha nepeta), die Katzenminze (Nepeta) oder Spornblumen (Centran­thus ruber). Auf der Suche nach auffälligen Solitären bieten sich Funkien (Hosta), Wasserdost (Eupatorium) oder die Prachtspiere (Astilbe) an. Auch Gräser und Farne werden in den letzten Jahren zunehmend im Topf kultiviert.

Schmucklilien fühlen sich im Kübel wohl. Foto: Karin Stern

Für die guten Startbedingungen spielen Topfgröße und Sub­strat eine wichtige Rolle. Generell sollte der Topf besser etwas zu groß als zu klein sein. Das erleichtert nicht nur das Gießen, sondern die Pflanzen können sich optimal entwickeln und sind damit langlebiger. Es ist ratsam, das Abzugsloch des Topfes mit einer Tonscherbe zu bedecken und etwas Kies als Drainageschicht einzufüllen.

Als Substrat eignen sich ein Gemisch aus Gartenerde, Kompost und etwas Sand zu gleichen Teilen oder eine gute Kübelpflanzenerde. Auch die optimale Nährstoffversorgung ist für ein gutes Gedeihen von Bedeutung. Frische Blumenerde ist vorgedüngt. Die Nährstoffe genügen meist für die ersten sechs bis acht Wochen. Genauere Angaben darüber finden sich auf der Verpackung. Bei selbst gemischtem Substrat empfiehlt sich die Verwendung eines Langzeitdüngers für Stauden nach Packungsanweisung. Alternativ bevorzugen manche Gärtner die flüssige Düngung mit dem Gießwasser. Diese sollte jedoch ab August eingestellt werden.

Je nach Pflanzenart und Wurzelwachstum verbleiben die Stauden einige Jahre lang im Kübel, bis es doch zu eng darin wird. In frische Erde wird umgetopft, wenn das Erdvolumen aufgebraucht ist oder die Blühfreude nachlässt. Dies lässt sich wieder mit einer Teilung verbinden, oder man pflanzt die komplette Staude in einen größeren Kübel.

Diese Bergenie wächst in einem alten Holzzuber. Foto: Karin Stern

Wenn auch Beetstauden problemlos winterhart sind, sollten sie als Kübelpflanzen zumindest in der kalten Jahreszeit etwas geschützter aufgestellt werden. Sie sind im Kübel dem Frost ungleich stärker ausgesetzt als im Boden. Bei länger anhaltendem Frost von unter −7 °C kann es sinnvoll sein, die Kübel in einen frostfreien Schuppen zu räumen. Das ist weniger aufwendig und sicherer als das Einpacken in Noppenfolie oder Winterschutzvlies. Es ist zudem darauf zu achten, dass das Substrat auch im Winter nicht völlig austrocknet.

Das Federgras lockert mit seiner filigranen Struktur die Bepflanzung etwas auf. Foto: Karin Stern
Mehrjährige Kräuter wie Schnittlauch oder Rosmarin gedeihen gut in ausreichend großen Pflanzgefäßen. Foto: Karin Stern
Das straff aufrecht wachsende Gras nimmt die Form seines Pflanzkübels auf. Foto: Karin Stern
Pflegeleichte Hingucker auf einer hölzernen Ablage Foto: Karin Stern
Funkien eignen sich prima für die Topfkultur. Dies schützt den frischen Austrieb zudem vor Schnecken. Foto: Karin Stern
Stauden und Einjährige sind hier zu einem bunten Topfgarten arrangiert. Foto: Karin Stern


Quelle: Karin Stern

Einblicke in die landesweite Analyse beim Milchvieh

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Als landesweite Analyse liefert der aktuelle Rinder-Report 2024/2025 auch in diesem Jahr eine fundierte Datengrundlage zur tatsächlichen ökonomischen Situation der Milchviehbetriebe in Schleswig-Holstein. Die Vollkostenauswertung stellt dabei eine Kontrollrechnung dar, die es ermöglicht, nicht nur die Stärken und Schwächen des eigenen Betriebes zu identifizieren, sondern auch dessen Position im Vergleich zum landesweiten Durchschnitt einzuordnen. Auf diese Weise wird eine überbetriebliche Vergleichbarkeit geschaffen sowie eine differenzierte Bewertung verschiedener Betriebsstrukturen und Produktionsansätze ermöglicht.

Die Betriebszweigauswertung (BZA) basiert auf einer Vollkostenauswertung, die sich gezielt auf den Betriebszweig Milch konzentriert. Grundlage hierfür sind sämtliche Kosten und Erlöse, die eindeutig der Milchviehhaltung zugeordnet werden können.

Von entscheidender Bedeutung für die Berechnung ist zudem die Zuteilung der Faktoransätze. Bei der Betrachtung eines einzelnen Betriebes werden die Faktoren Arbeit, Boden und Kapital mit betriebsspezifischen Werten angesetzt. Für die landesweite Vergleichbarkeit werden diese Faktoransätze vereinheitlicht und auf Durchschnittswerte gestützt. Durch diese Standardisierung wird eine marktgerechte Entlohnung der eingesetzten Produktionsfaktoren abgebildet. Für die vorliegende Auswertung wurden folgende Ansätze zugrunde gelegt: ein Lohnansatz von 25 € pro Stunde für den Betriebsleiter, Pachtkosten von 400 €/ha für Ackerland sowie 350 €/ha für Grünland und ein Zinssatz von 4 %.

Die Kenntnis und das Verständnis der eigenen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen stellen eine wesentliche Grundlage für fundierte unternehmerische Entscheidungen dar.

Auswertungen zum Tag der Rinderspezialberatung

Das neue Veranstaltungsformat, das in Kooperation zwischen den Rinderspezialberatungsringen und der Landwirtschaftskammer durchgeführt wurde, prägt nun auch inhaltlich den Rinder-Report. Die thematische Ausrichtung der Auswertung orientiert sich dabei am jeweiligen Jahresschwerpunkt der Veranstaltung. Im Berichtsjahr lag der Fokus auf dem Thema „Optimierte Kälberhaltung – alles Wichtige für eine erfolgreiche Kälberaufzucht“.

Eine gute Aufzucht ist in vielerlei Hinsicht entscheidend für den Betrieb. Die Widerstandsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Tiere im späteren Lebensverlauf wird unter anderem durch eine optimale Aufzucht positiv beeinflusst. Die Leistungsparameter wie Erstkalbealter und Milchleistung spiegeln so die Qualität der Kälberaufzucht (siehe Abbildung). Bei einer optimierten Kälberaufzucht werden Tageszunahmen von über 1.000 g erreicht, um Besamungsgewicht und Zeitpunkt der Erstbesamung zu beeinflussen. Diese Tiere mit einem geringen Erstkalbealter haben das Potenzial dazu, mehr Milchleistung zu erbringen. Jedoch sollte hierbei auch immer die Entwicklung des Einzeltieres berücksichtigt werden.

Die Auswertungen des Wirtschaftsjahres 2024/2025 zeigen außerdem, dass die 25 % leistungsstärksten Betriebe bei einem durchschnittlichen Erstkalbealter von 26,1 Monaten um 5,5 % bessere Reproduktionsraten erzielen als die 25 % schwächeren Betriebe mit einem Erstkalbealter von 27,7 Monaten. Ebenso liegen die Tierarzt-, Medikamenten- und Klauenpflegekosten in den erfolgreicheren Betrieben um 48,96 € pro Produktionseinheit Färse (PE) unter denen der weniger erfolgreichen Betriebe. In den leistungsstärkeren Betrieben wird pro Kalb eine höhere Menge an Vollmilch vertränkt. Insgesamt liegt die verfütterte Menge aus Vollmilch und Milchaustauscher pro Produktionseinheit um etwa 10 kg höher.

Die entstehenden Kosten für die gesamte Aufzucht sollten nicht unterschätzt werden. Es ist hilfreich, sie zu kennen und immer wieder zu hinterfragen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 wurden insgesamt 542 Betriebe in die Auswertung einbezogen. Die durchschnittliche Milchleistung konnte im Vergleich zum Vorjahr erneut gesteigert werden. Erstmals wurde im Durchschnitt die Marke von 10.000 l überschritten. Sie liegt nun bei 10.128 kg ECM pro Kuh.

Positive Entwicklungen sind eine gestiegene Milchleistung, ein gesunkenes Erstkalbealter (EKA) und gute Milchpreise. Negative Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr zeigen insbesondere die Auswirkungen des Blauzungenvirus (BTV-3) gegen Ende des Jahres 2024 und zu Beginn des Jahres 2025. Einige tiergesundheitsbezogene Kennzahlen weisen im Vergleich zum vorherigen Wirtschaftsjahr eine Verschlechterung auf. So sind sowohl die Kuh- als auch die Kälberverluste stark angestiegen. Dies wirkt sich unter anderem auch negativ auf die Bestandsentwicklung aus, die im Vergleich zum Vorjahr in den negativen Bereich gefallen ist und nun bei −0,41 % liegt. Darüber hinaus sind die Tierarzt- und Besamungskosten deutlich gestiegen, insgesamt um nahezu 0,5 ct/kg ECM.

Auch die Arbeitserledigungskosten setzen ihren Aufwärtstrend fort. Neben steigenden Lohnkosten tragen insbesondere höhere Ausgaben für die Innenwirtschaft zur Kostensteigerung bei. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um 16 % gestiegen und liegen nun bei 3,63 ct/kg ECM. Hauptursache hierfür ist der zunehmende Einsatz von Mechanisierung und moderner Technik in den Betrieben. Dazu zählen unter anderem automatische Melksysteme, Fütterungsroboter, Futterschieber sowie verschiedene Sensortechnologien, die zunehmend Einzug in die Praxis halten.

Trotz dieser Herausforderungen wird das kalkulatorische Betriebszweigergebnis (BZE) im aktuellen Wirtschaftsjahr maßgeblich durch den gestiegenen Milchpreis positiv beeinflusst. Im Durchschnitt konnte ein Unternehmergewinn von 5,87 ct/kg ECM erzielt werden. Zwischen den erfolgreichsten 25 % der Betriebe und den weniger erfolgreichen 25 % zeigt sich dabei eine Differenz von 16,33 ct/kg ECM im BZE.

Erkenntnisse aus den Vergleichsgruppen

Im Rinder-Report werden die ausgewerteten Betriebe anhand von fünf verschiedenen Vergleichsgruppen nach ausgewählten Produktionskennzahlen differenziert analysiert. Die Einteilung erfolgt nach Milchleistung, Bestandsgröße, Grundfutterleistung, Reproduktionsrate sowie Melkverfahren.

Die strukturierte Auswertung ermöglicht einen differenzierten Vergleich betrieblicher Kennzahlen, die gezielte Bewertung von Einflussfaktoren sowie das Erkennen wirtschaftlich relevanter Zusammenhänge und Schwellenwerte.

In der Tabelle 2 werden die verschiedenen kalkulatorischen Betriebszweigergebnisse der einzelnen Vergleichsgruppen in aller Kürze dargestellt. Die ausführlichen Auswertungen der Vergleichsgruppen sind unter folgendem Link im Rinder-Report zu finden: https://t1p.de/jreev

In den Vergleichsgruppen, die nach Milchleistung (kg ECM pro Kuh) und Herdengröße differenziert wurden, zeigt sich, dass das kalkulatorische Betriebszweigergebnis insbesondere in Betrieben mit hoher Milchleistung oder größeren Tierbeständen positiver ausfällt. Auffällig ist, dass sich die erzielten Leistungen weitgehend unabhängig von Herdengröße und Milchleistung auf einem vergleichbaren Niveau bewegen und keine wesentlichen Unterschiede erkennbar sind. Deutliche Unterschiede zeigen sich hingegen in den Produktionskosten. Mit steigender Milchleistung und wachsender Herdengröße nehmen sie ab. Dies ist darauf zurückzuführen, dass größere und hochleistende Betriebe effizienter ihre Produktion organisieren und wirtschaften, sodass die Kosten je Liter Milch sinken. Besonders deutlich wird dieser Effekt in den Bereichen Grundfutterkosten, Tierarztkosten sowie beim Lohnansatz. Dieser Effekt ist auch bei der Grundfutterleistung in kg ECM pro Kuh zu sehen.

Die Auswertung der Vergleichsgruppen nach Reproduktionsrate zeigt, dass sich die Ergebnisse nicht eindeutig in eine Richtung entwickeln. Das beste kalkulatorische Betriebszweigergebnis wird nicht von Betrieben mit möglichst niedrigen Reproduktionsraten erzielt. Vielmehr liegt das positivste Ergebnis im Durchschnitt im Bereich zwischen 26 % und 33 %.

Bei der Gegenüberstellung der Melkverfahren, automatisches Melken und Melken im Melkstand, wird deutlich, dass das automatische Melken trotz einer tendenziell höheren Milchleistung mit höheren Kosten verbunden ist als das Melken im Melkstand. Ursächlich hierfür sind insbesondere die höheren Investitions- und Betriebskosten im Bereich der Innentechnik sowie die damit verbundenen erhöhten Gebäudekosten.

Blick in die „Zukunft“ 2025/2026

Der Milchpreis stellt einen wesentlichen Einflussfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg eines Betriebes dar. Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 lag der durchschnittliche Basis-Milchpreis in Schleswig-Holstein bei 50,71 ct/kg. Im laufenden Wirtschaftsjahr ist ein deutlicher Preisrückgang zu beobachten. Seit September 2025 sind die Milchpreise von durchschnittlich rund 50 ct/ kg auf 33,16 ct/kg im Februar gesunken.

Diese Entwicklung wirkt sich negativ auf die erzielten Leistungen der Betriebe aus und unterstreicht die Bedeutung eines fundierten Kostenmanagements. Die genaue Kenntnis der eigenen Kostenstrukturen sowie eine Stärken-Schwäche-Analyse gewinnen in diesem Zusammenhang weiter an Bedeutung.

Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung der Schlachtpreise für Rinder, die, wie bereits im Vorjahr, weitergestiegen sind und vorerst ein hohes Niveau halten. Dadurch kann der Tierverkauf einen zusätzlichen positiven Beitrag zu den betrieblichen Erlösen leisten. Insgesamt bleiben die Agrarmärkte weiterhin von hoher Volatilität geprägt. Vor diesem Hintergrund ist es für landwirtschaftliche Betriebe zunehmend wichtig, ihre wirtschaftliche Resilienz zu stärken und entsprechende Rücklagen zu bilden. Die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre zeigt, dass die Produktionskosten im Vergleich zur Milchpreisentwicklung weniger stark gestiegen sind.

Der Rinder-Report 2024/2025 ist auf Seite der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein unter dem Pfad „Landwirtschaft > Tier > Rind“ zu finden: https://www.lksh.de/fileadmin/PDFs/Landwirtschaft/Tier/Rinder-Report_2025.pdf

Fazit

Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 wurde in Schleswig-Holstein im Durchschnitt ein positives Betriebszweigergebnis von 5,87 ct/kg ECM erzielt. Der Milcherlös sowie die insgesamt erzielten Leistungen sind sehr positiv zu bewerten. BTV-3 hat die Betreibe in diesem Wirtschaftsjahr weitgehend in Gesundheitszahlen und Kosten negativ geprägt. Die weiterhin steigenden Arbeitserledigungskosten, bedingt sowohl durch höhere Löhne als auch durch zunehmende Kosten in der Innentechnik, wirken sich ebenso wie die durch BTV-3 verursachten Mehrkosten steigernd auf die Produktionskosten aus. Sowohl kurzfristige als auch langfristige Entwicklungen, Entscheidungen und externe Einflüsse erfordern auch künftig eine vorausschauende Planung, da weiterhin erheblichen Schwankungen auf den Agrarmärkten zu verzeichnen sind.

Hoch motivierte und professionelle Kuhkenner

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Der Saisonabschluss der Jungzüchterschauen 2026 fand in diesem Jahr in Henstedt-Ulzburg in der Maschinenhalle des Lohnunternehmens von Familie May am 12. April statt. Hierzu lud der Vorstand der Kreise Stormarn, Lauenburg, Segeberg und Ostholstein ein. Eingeladen wurden auch zusätzlich die Kreise Steinburg und Pinneberg. 32 Jungzüchter zwischen vier und 25 Jahren durften in der reich geschmückten Halle bei bedecktem, aber warmem Wetter ihr Können am und mit ihrem Tier unter Beweis stellen.

Unter den wachsamen Augen von Richterin Sarina Andresen aus Oeversee fiel der Startschuss um 11 Uhr. Zeitgleich füllte sich die Halle mit vielen schaubegeisterten Besuchern, die neben einer tollen Schau auch kulinarisch an einem Imbisswagen verwöhnt wurden.

Die Teilnehmer der Jungzüchterschau in Henstedt-Ulzburg

Nach der Begrüßung der ersten Vorsitzenden Marie Huhne konnte die Schau beginnen. Die erste Klasse bestand aus hoch motivierten vier- bis sechsjährigen Jungzüchtern, die teilweise ihre Kälber schon sehr eigenständig durch den Ring führen konnten. Den Klassensieg erlangte Mats Blohm aus Klein Nordende mit seinem Kalb „Fanta“. Die Richterin betonte, wie souverän Mats die Fragen zu seinem Kalb beantworten konnte, und lobte auch die Kopf- und Halfterhaltung. „Fanta“ aus dem Stall von Dirk Blohm in Klein Nord­ende wurde auch das Typtier dieser Klasse. Dicht dahinter konnte sich Mia Dührkopp mit „Fee“ aus der Zucht ihrer Eltern den 1b-Platz sichern. Sie verzauberte Sarina Andresen durch ihr Strahlen und konnte in ihren jungen Jahren ihr Kalb schon sehr selbstständig vorführen. In der zweiten Klasse sicherte sich Fiete Wendt aus Riepsdorf den Klassensieg. Wie auch schon in den letzten Jahren konnte sich Fiete mit „IHC Fenchel“ am Halfter durch seine gute, ruhige und professionelle Vorführart durchsetzen. Auf dem 1b-Platz folgte Teo Spiecker aus Lübeck mit „Fanta“ aus dem Stall von Stefan Bandholz aus Lübeck, das auch das Typtier der Klasse wurde. Teo sei sehr gut in der Lage gewesen, sein etwas unruhigeres Tier zu händeln und eine sehr gute Gesamtpräsentation abzuliefern, betonte die Richterin lobend. Die letzte Klasse der Altersgruppe Jung sei laut Sarina Andresen von einer eindeutigen Spitze dominiert worden. Mia Schnoor aus Hohenfelde mit ihrem Kalb „Ferrero“ beeindruckte durch eine ruhige und souveräne Vorführleistung und konnte sowohl das Auf- als auch das Umstellen sehr gut durchführen. Auf dem 1b-Rang folgte Owe Bandholz aus Lübeck mit seinem Kalb „Filinde“, der das Handwerkszeug in Sachen Jungzüchter schon sehr gut auf sein Kalb anwenden konnte. „Filinde“ aus der Zucht seiner Familie in Lübeck war ein Typtier der Klasse, ebenso wie „Scary Movie“ von Lars Reimers aus Westerhorn.

Die strahlende Siegerin Jung, Mia Schnoor

„Ferrero“ wurde Siegerin Jung

Mit der Siegerauswahl der jungen Klassen stand anschließend der erste Höhepunkt des Tages an. Unter begleitendem Applaus des Publikums kürte Sarina Andresen schließlich Mia Schnoor mit „Ferrero“ zur Siegerin Jung. Sie habe bei der überzeugenden Leistung von Mia keine andere Wahl gehabt, als sie mit dem Sieg zu belohnen, so Sarina Andresen. Die Freude war der neunjährigen Mia deutlich anzusehen, die extra für die Schau mit ihrer Familie und den Haustieren zu ihren Großeltern gezogen war, um in den Osterferien dicht bei den Tieren in Ratzbek zu sein, damit jeden Tag geübt werden konnte. Dieses Engagement hat sich hier sicherlich ausgezahlt. Den Reservesieg konnte Fiete Wendt mit „IHC Fenchel“ für sich gewinnen. Er konnte auch in der Siegerauswahl noch einmal mit einer sehr guten Leistung auftrumpfen.

Große Freude beim Sieger Mittel, Tjark Freyer aus Lübeck

Mittlere Altersgruppe

Mit der Klasse vier folgte die erste Klasse der mittleren Altersgruppe. An die Spitze setzte sich ein starkes Duo, den Sieg konnte schließlich Thea Kirst aus Brande-Hörnerkirchen mit „Fantasia“ für sich entscheiden. Thea habe die Richterin stets im Blick gehabt und auch das Auf- und Umstellen bestens umsetzen können. Dicht dahinter folgte Nick Schnoor aus Hohenfelde mit „Flandern“ aus der Zucht von Karsten Kaack in Ratzbek, das eines der Typtiere in dieser Klasse wurde. Nick beherrsche laut Richterin das Einmaleins des Jungzüchterdaseins und habe mit einer sehr guten Halfterhaltung beeindrucken können. „Flieder“ aus dem Stall von Stefan Bandholz in Lübeck konnte das zweite Typtier der Klasse werden.

Weiter ging es mit Klasse fünf, die sich sehr heterogen präsentierte. Bosse Gerlach aus Lübeck konnte mit „Frida“ die beste und konstanteste Vorführleistung präsentieren. Der Jungzüchter gab mit „Frida“ aus der Zucht von Familie Bandholz aus Lübeck, das auch Typtier der Klasse wurde, ein sehr harmonisches Bild ab und zeigte sich der Richterin gegenüber stets aufmerksam. Auf dem 1b-Platz rangierte Hanna Wehde aus Lübeck mit „Frederike“ am Halfter. Hier lobte die Richterin, dass Hanna sie und das Tier stets korrekt im Blick gehalten habe und ihr Rind sehr gut und richtig habe aufstellen können. „Elfe“ aus dem Stall von Detlev Bähnke in Klein Schlamin konnte sich in dieser Klasse ebenfalls als Typtier auszeichnen.

„Fürstin“ siegt in mittlerer Klasse

In der anschließenden Siegerauswahl der mittleren Klassen wurde Richterin Sarina Andresen erneut stark gefordert, sich zwischen den starken Teilnehmern zu entscheiden. Unter Applaus wurde schließlich Tjark Freyer aus Lübeck mit „Fürstin“ zum Sieger gekürt. Er stelle hier eine ganz klare Spitze dar, an der aus der Gruppe niemand vorbeikomme. Auch im geforderten Tiertausch habe Tjark sein Können unter Beweis stellen können, so die anerkennenden Worte der Richterin. Den Reservesieg sicherte sich Bosse Gerlach aus Lübeck mit „Frida“.

Die Richterin stets im Blick hatte Lisa Nipp.

Die Altersgruppe Alt

Die Altersgruppe Alt bestand in diesem Jahr nur aus einer Klasse. Um trotzdem eine Art Siegerauswahl zu richten, löste Richterin Sarina Andresen dieses Problem geschickt, indem sie eine vorläufige Platzierung bekannt gab und anschließend die besten drei Jungzüchterinnen noch einmal gesondert forderte. Sie lobte das hohe Niveau der drei besten Teilnehmerinnen der Klasse und entschied sich schließlich als Siegerin Alt für Marie Huhne aus Parchtitz mit „HBL Olivia“ am Halfter. Marie habe hier die absolut beste Leistung mit ihrem Tier abrufen können und strahle insgesamt eine wahnsinnige Ruhe und Perfektion aus, so die lobenden Worte von Andresen zu ihrer Entscheidung. Den Reservesieg Alt sicherten sich Mette Meredith Voß und „HaH Biene P“, die ebenfalls eine große Präsenz im Ring zeigen konnten. „HBL Olivia“ aus der Zucht der Vömel GbR aus Parchtitz wurde von Sarina Andresen neben „Solea“ von Dirk Huhne aus Kasseedorf als bestes Typtier der Klasse genannt.

Die vorletzte Entscheidung, die die Richterin an diesem Tag treffen durfte, war die Auswahl des besten Typtieres der Schau. Hierzu durften noch einmal alle Typtiere der Klassen Einzug in den Ring halten. Um einen besseren Überblick zu gewinnen, entschied sich Sarina Andresen zunächst für eine engere Auswahl von fünf Rindern, die sich noch einmal gut präsentieren konnten. Den Sieg sicherte sich am Ende „Mia“, eine „Avatar-Red“-Tochter von Karsten Eggers aus Brunsbek, die die Richterin verzaubert habe, insbesondere durch ihre Harmonie und die sehr guten Übergänge. Die Vömel GbR aus Parchtitz durfte sich mit „HBL Olivia“, einer „Sidekick“-Tochter, über den Reservesieg freuen.

Das schönste Typtier der Schau – „Mai“ von Familie Eggers aus Brunsbek

„HBL Olivia“ wird Grand Champion

Am Ende wurde es noch einmal richtig spannend, und insgesamt sechs Kinder und Jugendliche konnten in der Endauswahl zum Grand Champion in der Kategorie Vorführen ihr Können am und mit dem Tier ein letztes Mal unter Beweis stellen. Den wachsamen Augen der Richterin entging in dieser Entscheidung nichts, sodass alle Kenntnisse noch einmal gezeigt werden mussten. Unter großem Jubel entschied sich Sarina Andresen letztendlich für Marie Huhne mit „HBL Olivia“ am Halfter. Dieses eingespielte Team habe sie absolut überzeugt und ihr keine Wahl gelassen, Marie für ihre perfekte Leistung mit ihrem Rind zu belohnen. Die Begeisterung bei Maries Freunden und Familie zeigte sich in einer erfrischenden Bierdusche für die Siegerin, die über das ganze Gesicht strahlte und somit auch ihren Erfolg aus dem letzten Jahr wiederholen konnte.

Anschließend wurden Loskäufer mit etwas Glück mit Spermagutscheinen der RSH eG, Gutscheinen oder auch einer pinkfarbenen Schubkarre für ihren Einsatz belohnt. Ein gemeinsames Gruppenfoto und die Ausgabe der Geschenke an die Teilnehmer der Schau rundeten diesen schönen Tag ab, der den Jungzüchtern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Grand Champion Marie Huhne mit Dr. Tina Kesselring (RSH eG) und Richterin Sarina Andresen (r.)

Marktöffnung für Schafprodukte

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Mit der Unterzeichnung ist das Freihandelsabkommen zwischen Indien und Neuseeland jetzt offiziell in Kraft. Politisch hatten sich beide Seiten auf die gegenseitigen Zollerleichterungen bereits im Dezember 2025 geeinigt. Laut der Regierung von Neuseeland, wo das Abkommen noch vom Parlament ratifiziert werden muss, reduzieren sich die Zölle für 95 % der gehandelten Produkte; das ist mehr als bei jedem anderen Handelsabkommen, das Indien bislang geschlossen hat.

Neuseelands Premierminister Christopher Luxor sprach von einem „historischen“ Freihandelsabkommen. Aktuell beläuft sich der bilaterale Handel Neuseelands mit Indien auf umgerechnet knapp 2 Mrd. €. Luxor erwartet nach der Ratifizierung eine exponenzielle Steigerung des Handelsvolumens mit weitreichenden Vorteilen über Generationen hinweg. „Unsere Wirtschaft freut sich, dass sich für zusammen 1,4 Milliarden Menschen, deren Wirtschaftsraum auf dem besten Weg ist, der drittgrößte der Welt zu werden, neue Chancen eröffnen“, betonte der Premier.

Erst Ende Januar haben sich Indien und die Europäische Union nach rund zwei Jahrzehnten der Verhandlung auf den Abschluss eines Handelsabkommens geeinigt. Bereits Ende 2023 hatten die EU und Neuseeland ihr zuvor ausgehandeltes Handelsabkommen ratifiziert.

Die Regierung in Wellington erreichte im Rahmen der Zollvereinbarung mit Indien im Agrarbereich die sofortige Abschaffung der indischen Zölle auf Schaffleisch und -wolle sowie für gut 95 % der Forst- und Holzexporte. Für die meisten Meeresfruchtexporte einschließlich Muscheln und Lachs soll es für zunächst sieben Jahre einen zollfreien Zugang geben.

Zudem erhält Neuseeland eine zollfreie Quote für Kiwi-Exporte, die nach sechs Jahren von 6.250 t auf 15.000 t steigen soll. Der Mindestimportpreis soll bei umgerechnet 1,54 €/kg liegen. Des Weiteren erzielte die neuseeländische Seite eine 50%ige Zollsenkung ihrer Apfelquote mit einem Mindestimportpreis von 1,07 €/kg. Nach sechs Jahren steigt das Handelsvolumen von 32.500 t auf 45.000 t. Darüber hinaus werden die Zölle auf neuseeländische Weinexporte innerhalb von zehn Jahren von 150 % auf 25 % beziehungsweise 50 % gesenkt, abhängig vom Wert des Weins. Für Zölle auf Manuka-Honig haben beide Seiten eine Senkung von 66 % auf 16,5 % für fünf Jahre vereinbart.

Indien wiederum, das für sämtliche Exporte zollfreien Zugang zum neuseeländischen Markt genießt, begrüßte den Ausschluss von Milchprodukten, tierischen Produkten – mit Ausnahme von Schaffleisch – und Zucker. age

FAO fordert Taten

Straße von Hormus bleibt geschlossen

Angesichts der weiterhin geschlossenen Straße von Hormus drängt der Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Dr. Qu Dongyu, auf eine koordinierte politische Reaktion. Nach seinen Worten ist dies innerhalb der nächsten 90 Tage dringend erforderlich. Bereits jetzt gebe es dadurch tiefgreifende Auswirkungen auf die Agrar- und Lebensmittelsysteme.

Qu Dongyu Foto: FAO

Ganz oben auf der Agenda sieht Qu dabei die Entwicklung alternativer Handelsrouten, eine bessere Marktüberwachung, die Vermeidung von Exportbeschränkungen für Energie und Düngemittel sowie finanzielle Hilfen für Landwirte. Auch mittelfristig brauche es einen Maßnahmenplan, forderte der FAO-Generaldirektor. Er nannte in dem Zusammenhang eine Diversifizierung von wichtigen Importprodukten und Hilfen für Länder mit einer gefährdeten Nahrungsmittelversorgung. Als langfristige Prioritäten zählt er Strategien für eine nachhaltige Landwirtschaft und Investitionen in Erneuerbare Energien auf. „Wir verfügen über das technische Fachwissen“, betonte Qu. Notwendig sind aus seiner Sicht nun Taten, bevor die Schließung der Straße von Hormus katastrophale Auswirkungen auf die globalen Agrar- und Ernährungssysteme und die weltweite Ernährungssicherheit habe.

Laut dem Generaldirektor war auch die FAO bislang nicht tatenlos. Seit Beginn des Krieges werden demnach Schiffsbewegungen und Frachtraten in Echtzeit überwacht. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit mit den Staaten des Golf-Kooperationsrates, um Panikkäufe zu verhindern. Darüber hinaus seien alternative Handelsrouten analysiert worden, um über sie verderbliche Waren transportieren zu können. Außerdem sei ein Programm für Düngemittel entwickelt worden, bei dem Lieferungen in einkommensschwache Länder priorisiert würden. age