Start Blog

Frühjahrskörung und -auktion beim Holsteiner Verband

Auf der Verbandsanlage des Holsteiner Verbandes in Elmshorn kamen Züchter, Reiter und Pferdebegeisterte aus dem In- und Ausland zur traditionellen Frühjahrsauktion mit angeschlossener Körung zusammen.

Sechs Dreijährige und ein Vierjähriger wurden in der Fritz-Thiedemann-Halle der Körkommission des Holsteiner Verbandes vorgestellt. Am Ende erteilten Zuchtleiter Stephan Haarhoff sowie Deike Ahsbahs und Matthias Wittke vier Hengsten die begehrte Zuchtzulassung.

Zum einen war das der dreijährige Zuccavisto von Zuccero-Con­thargos (Stamm 3615) aus der Zucht und dem Besitz des Hofs Thormählen aus Kollmar, Kreis Steinburg. Der Schimmel überzeugte mit viel Qualität am Sprung. Aus der Zucht von Thomas Horns aus Bredenbekshorst, Kreis Segeberg, stammt der dressurbetonte Val d’Isére von Va Bene-Ampere. Ausgestellt wurde der Braune aus dem Stamm 4847 von Janina Oppl aus Bayern.

Mit Chrispin von Christian-Dinken stellte die Witt Pferdezucht GbR aus Wellinghusen, Kreis Dithmarschen, ebenfalls einen gekörten Hengst aus. Der Fuchs entspringt dem Stamm 776 und ist eng verwandt mit Cardentos von Cardento, der unter Richard Vogel erste internationale Erfolge gesammelt hat. „Ein moderner Sohn des Christian, hochbeinig, leicht und edel“, beschrieb Stephan Haarhoff den Dreijährigen und bescheinigte ihm ein „tolles Springen“.

Die Anreise aus den Niederlanden lohnte sich zudem für Checco Z von Chacco-Blue-Heartbreaker (Joop Buikema, Zweloo). Auch dieser Dreijährige erhielt das positive Körurteil. Die gekörten Hengste wurden auf einer Ehrenrunde noch kurz gefeiert, bevor sie entlassen wurden.

Auf der 40. Holsteiner Frühjahrsauktion erhielt My Kanlina von Million Dollar-Kannan (Mike Patrick Leichle, Schnarup-Thumby) den höchsten Zuschlag. Die Fünfjährige war eins der auffälligsten Pferde der Kollektion und hatte bereits im Vorfeld zahlreiche Begehrlichkeiten geweckt. Kunden aus Baden-Württemberg war diese sportliche Stute 44.500 € wert.

Für 39.000 € sicherte sich Alessandro Mingoli aus Italien Cierana von Casall-Contendro I (Carsten Harms, Rastede) aus dem Stamm 1752. Die sechsjährige Stute, dekoriert mit Erfolgen in Springen bis 1,10 m, hat mit Cieran, der unter dem Iren Diarmuid Howley erfolgreich ist, einen prominenten Vollbruder.

Zum Preis von 33.000 € wechselten gleich zwei Pferde den Besitzer. Zum einen war das Dincan E von Cancara-Caretino (Gerd Eggers, Stadum) aus dem Stamm 5064. Auch der Vierjährige kann mit prominenter Verwandtschaft aufwarten. Seine Mutter ist die Vollschwester zu Cassandra Orschels Derbysiegerin Dacara E, die ihre sportliche Karriere ebenfalls auf einer Frühjahrsauktion des Holsteiner Verbandes begann. Zum anderen kostete Carlchen 33.000 €. Der Chezarro-Caretino-Sohn (Stamm 2966) ist bei Martin Zuba in Wesselburen, Kreis Dithmarschen, geboren und wird in Zukunft sportlich gefördert. Der Durchschnittspreis betrug rund 22.100 €. pm

Gemüseanbau mit Gelinggarantie

0

Pflücksalat, Möhren und Gurken sind gesunde Naschereien. Auch Anfängern gelingt der Anbau dieser Kulturen. Mit den nachfolgenden Tipps für Aussaat, Pflanzung und Pflege kann man bereits in wenigen Wochen ernten.

Anfängerfehler wie zu dichter Stand oder der wahllose Griff zu irgendeiner Samentüte sollten vermieden werden. Die Angaben zum Platzbedarf auf der Rückseite der Samentüte oder auf dem Etikett von Jungpflanzen sind immer zu beachten. Gemüse braucht ausreichend Platz, viel Sonne und passend dosierte Nährstoffe, sonst haben Krankheiten und Schädlinge leichtes Spiel. Sparen beim Saatgut lohnt sich nicht. Auf tolerante und resistente Züchtungen achten, so erntet man läusefreien Salat, mehltaufreie Gurken, Zucchini ohne Viruskrankheiten und madenfreie Möhren. Auch bei vorgezogenen Jungpflanzen Sorteninfos auf dem Etikett beachten. Angaben wie „früh“ oder „spät“ beziehen sich nicht auf den Aussaattermin, sondern auf die Reifezeit. Frühe Sorten reifen schneller, späte Sorten langsamer.

Zucchini ,Soleil‘ bringt mit gelben Früchten Farbe ins Beet. Foto: Karin Stern

Boden, Beetbreite, Düngung und Standort

Zum Säen und Pflanzen muss der Boden ausreichend abgetrocknet sein. Er sollte eine feinkrümelige Beschaffenheit aufweisen. Tipp: Geduldig sein und nicht von den ersten Sonnenstrahlen zum Loslegen verlocken lassen. Die optimale Beetbreite beträgt 120 cm (gern mit dem Zollstock ausmessen). Im Frühjahr 3 bis 5 l/m² reifen Kompost bei der Beetvorbereitung einarbeiten. Das führt Humus und Nährstoffe zu. Optimal für hungrige Kulturen (sogenannte Starkzehrer, zum Beispiel Zucchini und Gurken) ist ein Gemüselangzeitdünger. Er setzt die Nährstoffe nach und nach frei. Wichtig ist, weder zu viel noch zu wenig zu düngen, sondern immer dem Bedarf entsprechend (siehe Dosierungsanleitung auf der Packung). Gemüsebeete immer an einem sonnigen Standort anlegen.

Salat: Am besten zum Pflücken

Pflücksalat ist sehr ertragreich und kann über einen längeren Zeitraum beerntet werden. Foto: Karin Stern

Pflücksalat bringt drei- bis viermal so hohen Ertrag wie Kopfsalat. Außerdem kann er über einen längeren Zeitraum hinweg beerntet werden. Voraussetzung dafür: Beim Pflücken lässt man die inneren Blätter stehen. Jungpflanzen gibt es im Gartenmarkt. Wer Pflücksalat säen möchte, bringt die Samen dünn aus. Die Saatreihen sollten 30 cm Abstand haben. Später zieht man zu eng stehende, schwache Pflanzen aus, damit die übrigen besser wachsen. Idealerweise stehen die Pflanzen im Abstand von 10 cm in der Reihe. Praktisch sind Saatbänder, in denen die Samen im optimalen Abstand in Papierstreifen stecken. Sie werden etwa 1 cm tief in die Saatrille gelegt, mit Erde bedeckt und gegossen. Die Ernte beginnt vier bis sechs Wochen nach der Aussaat. Tipp: Samentüten mit drei unterschiedlichen Sorten Pflücksalat bringen mehr Abwechslung. Auch der Anbau von Rucola ‚Speedy‘ und Asia-Salat-Mischung gelingt Einsteigern mühelos. Auch Kopfsalat bekommt man im Gartenmarkt als Jungpflanzen. Der Abstand auf dem Beet beträgt 25 x 25 cm. Bei regnerischem Wetter neigen manche Sorten jedoch zur Fäulnis und trüben so den Gartenspaß. Erstaunlich regenfest sind erfahrungsgemäß die Sorte ‚Laurenzio‘ beziehungsweise die Nachfolgersorte ‚Roxy‘.

Mit der Verwendung von Saatbändern läuft Asiasalat gleich im richtigen Abstand auf. Foto: Karin Stern

Fruchtgemüse: Salatgurken und Zucchini

Der Anbau von Gurken klappt auch im Freiland mit der passenden Sorte. Die Mini-Salatgurken ‚Paska‘ oder ‚Printo‘ kommen auch ohne Dach über dem Kopf draußen klar. Im Freiland erfolgt die Aussaat ab Mitte Mai. Dann ist der Boden warm genug. Um früher ernten zu können und die Ernteperiode zu verlängern, kann man die Gurken in Töpfen auf der Fensterbank ab Mitte April vorziehen. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich auch für die Zucchini ‚Mastil‘. Sie bringt bis in den September hinein hohe Erträge hervor. Wer gelbe Früchte bevorzugt, pflanzt ‚Soleil‘. Tipp: Beide Gemüsearten haben einen hohen Nährstoffbedarf, der sich prima mit Tomatenlangzeitdünger stillen lässt. Man mischt ihn nach Packungsanweisung unter die Erde ins Pflanzloch.

Nur die kräftigste Jungpflanze bleibt nach dem Auflaufen der Zucchini im Anzuchttopf stehen. Foto: Karin Stern

Immer gut: Radieschen, Möhren und Buschbohnen

Radieschen wachsen schnell und können fast ganzjährig angebaut werden. Passende Sorten dafür: ‚Sora‘, ‚Raxe‘ und ‚Rundes halbrot-halbweiß‘. Einfach anzubauen sind auch Möhren. Optimal sind Sorten, die nicht von der Möhrenfliege befallen werden, etwa ‚Flyaway‘ und ‚Purple Haze‘. Tipp: Zwischen der Aussaat und dem Auftauchen der ersten grünen Spitzen vergehen bei Möhren bis zu drei Wochen. Im Juni gesäte Möhren keimen wegen der höheren Bodentemperaturen recht schnell. Ab Mitte Mai ist der Boden warm genug für die Aussaat der Buschbohnen. Anders als Stangenbohnen brauchen sie kein Gerüst. Die Pflanzen liefern über mehrere Wochen hinweg viele Hülsen bei wenig Pflegeaufwand. Sorten wie ‚Saxa‘ oder ‚Duplika‘ sind standfest und wenig krankheitsanfällig. Als Farbspielerei erweisen sich violette Bohnen (‚Bluevetta‘). Wenn die Bohnen etwa handhoch gewachsen sind, häufelt man sie mit etwas Erde an. Dann sind sie standfester. Tipp: Bohnen erst ab Mitte Mai im Freiland säen, frühere Aussaaten in Töpfen auf der Fensterbank vornehmen. 

Nur bei ausreichendem Abstand entwickeln sich große Radieschen. Foto: Karin Stern
Zu dichte Reihen dünnt man aus, wenn die Pflanzen etwa handhoch gewachsen sind. Foto: Karin Stern
Für eine Reihe Buschbohnen findet sich immer noch Platz. Foto: Karin Stern


Nahostkonflikt wirkt als Treiber

0

Der Iran-Krieg schlägt sich auch in den Weltmarktpreisen für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse nieder. Trotz einer insgesamt komfortablen globalen Getreideversorgung sorgten im März vor allem die gestiegenen Preise für Düngemittel und Energie für Unsicherheit auf den Märkten. Das trieb den Lebensmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) im zweiten Monat in Folge nach oben. Erreicht wurde ein Niveau von 128,5 Punkten, womit der Februarwert um 2,4 % übertroffen wurde. Gegenüber März 2025 legte der Index um 1,0 % zu.

Der Getreidepreisindex erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 1,5 %. Die internationalen Weizenpreise stiegen um 4,3 %, unter anderem bedingt durch eine dürrebedingte Verschlechterung der Ernteaussichten in den USA. Zudem wird in Australien wegen der hohen Düngerkosten eine Einschränkung des Weizenanbaus erwartet. Etwas abgeschwächt wurde die Aufwärtsbewegung des Getreidepreises durch günstige Wetterbedingungen in Europa und einen starken Wettbewerb unter den Exporteuren. Die Maispreise stiegen nur um 0,9 %, da eine ausreichende weltweite Verfügbarkeit weiterhin die Märkte belastete.

„Die Preissteigerungen seit Beginn des Konflikts waren moderat, hauptsächlich angetrieben von höheren Ölpreisen und gedämpft durch reichliche weltweite Getreidevorräte“, erklärte FAO-Chefökonom Máximo Torero. Sollte der Konflikt bei hohen Betriebskosten und derzeit niedrigen Margen jedoch länger als 40 Tage dauern, müssten die Landwirte wählen: eine unveränderte Anbaufläche mit weniger Betriebsmitteln bewirtschaften, weniger anpflanzen oder auf weniger wirksame Düngemittel umsteigen.

Um 5,1 % erhöhte sich der Pflanzenölpreisindex; damit liegt er bereits um 13,2 % über dem Vorjahresniveau. Die internationalen Preise für Palm-, Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl stiegen durch die Bank als Folge der starken Verteuerung von Rohöl. Die internationalen Palmölpreise erreichten den höchsten Stand seit Mitte 2022, während sich die Weltmarktpreise für Sojaöl nur geringfügig erhöhten.

Den höchsten Anstieg verzeichnete die FAO beim Zuckerpreisindex, der um 7,2 % stieg. Von den Marktakteuren wird erwartet, dass Brasilien – der weltweit größte Zuckerexporteur – während der kommenden Ernte stärker auf zuckerrohrbasiertes Ethanol angewiesen sein dürfte, um die höheren Rohölpreise auszugleichen. Hinzu kommen Befürchtungen, dass sich eine Eskalation des Nahost-Krieges auf die Zuckerhandelsströme auswirken könnte. Im Zaum gehalten wurde der Gesamtanstieg der Weltzuckerpreise durch eine insgesamt günstige globale Versorgungsprognose für die Saison 2025/2026.

Für den Fleischpreisindex ergab sich ein Plus von 1,0 %. Angetrieben wurde diese Entwicklung durch einen Anstieg der EU-Schweinefleischpreise bei einer anziehenden saisonalen Nachfrage. Die Rindfleischpreise erhöhten sich nur moderat. Etwas nach unten ging es hingegen mit den Preisen für Schaf- und Geflügelfleisch, teilweise aufgrund logistischer Einschränkungen beim Zugang zu den Märkten im Nahen Osten.

Ein Zuwachs um 1,2 % wurde für den Milchpreisindex registriert. Dies war der erste Anstieg seit Juli 2025, hauptsächlich angetrieben durch höhere Preise für Magermilchpulver, Butter und Vollmilchpulver. age

USDA zum Weizenmarkt: Globale Reserven auf Fünfjahreshoch

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für die globalen Weizenendbestände für 2025/2026 angehoben und übertraf damit die Erwartung der meisten Analysten. In seinem Bericht „World Agricultural Supply and Demand Estimates“ (WASDE) beziffert das Ministerium die betreffende Menge auf voraussichtlich 283,12 Mio. t; im März lag die Prognose bei lediglich 276,96 Mio. t. Mit dem neuen Prognosevolumen würden die Anfangsbestände um 24,03 Mio. t oder 9,3 % übertroffen. Analysten waren im Durchschnitt von einer Anhebung der Voraussage auf nur 277,07 Mio. t ausgegangen.

Auch in seinem aktuellen Bericht über den Weltgetreidemarkt hebt das USDA die Entwicklung der Endbestände in den wichtigsten Exportländern hervor. Dieser zentrale Indikator für die globale Versorgung dürfte bis zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres sogar um rund 30 % auf fast 79 Mio. t steigen – der höchste Stand seit 2009/2010. Die größten Lagerbestände werden dabei in den USA mit 25,52 Mio. t erwartet, was einem Sechsjahreshoch entspräche. Vor diesem Hintergrund rechnet das Ministerium im kommenden Wirtschaftsjahr mit einer insgesamt kleineren Weizenanbaufläche in den USA. Bereits Ende März hatte das USDA in seinem Bericht „Prospective Plantings“ darauf hingewiesen, dass die Landwirte ihre Weizenfläche per saldo um etwa 3 % reduzieren wollten.

Für Russland, den weltweit führenden Weizenexporteur, erwartet das US-Ministerium erntebedingt einen Anstieg der Endbestände um mehr als 40 % gegenüber dem Anfangsniveau auf nahezu 15 Mio. t. Außerdem dürfte die Lagermenge in der EU mit 16,18 Mio. t um mehr als 45 % größer ausfallen als zum Vorjahreszeitpunkt.

Zudem könnten die Reserven der Ukraine das höchste Niveau seit Beginn des russischen Angriffs erreichen – vor allem wegen deutlich rückläufiger Exporte, was insbesondere Lieferungen in die EU betreffen soll. Weitere umfangreiche Weizenvorräte werden laut USDA zudem für die wichtigen Exporteure Kanada, Australien, Kasachstan und Argentinien erwartet. age

Für die Zukunft des Moores

Im Projekt der Europäischen ­Innovationspartnerschaft (EIP) ­„Unsere Moor­Zukunft Oldenburger Graben (UMZOG)“ arbeiten seit August 2024 landwirtschaftliche Betriebe, Verbände und weitere regionale ­Akteure gemeinsam mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel und dem Lead-Partner FuE-Zentrum FH Kiel GmbH daran, Perspektiven für die Zukunft der Niederung des Oldenburger Grabens zu entwickeln. Ziel ist, ein Konzept zu erarbeiten, das Klima- und Naturschutz wie auch die landwirtschaftliche Wertschöpfung berücksichtigt.

Ein zentraler Baustein der ersten Projektphase war die agrarstrukturelle Analyse der Niederung. In 54 Interviews mit Betriebsleitenden wurden die aktuellen Strukturen, Planungen und Herausforderungen der Betriebe erhoben. Die Ergebnisse zeigen eine Bandbreite an Ausgangssituationen und Zukunftsperspektiven, aber ebenso klare Anforderungen an praktikable Lösungen. Besonders deutlich wurde, dass langfristig tragfähige Konzepte nur gemeinsam mit der Landwirtschaft entwickelt werden können.

Nutzungsoptionen im Fokus

Parallel wird im Projekt intensiv an möglichen Nutzungs- und Entwicklungsoptionen gearbeitet. Im Fokus steht ein zonierter Ansatz: Neben weiter intensiv landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen werden extensivere Nutzungsformen sowie nasse Bereiche mit angepasster Bewirtschaftung wie extensiver Beweidung oder Paludikulturen betrachtet. Entscheidend ist dabei eine moderne, angepasste Wassersteuerung und -führung, die flexibel auf vielfältige Anforderungen reagieren kann.

Die Projektbegleiterinnen des „UMZOG“-Projektes, Ilka Bestmann (li.) und Wiebke FrankFoto: Brigitte Basedau

Nächste Projektphase

Wesentlicher Bestandteil waren bislang die enge Zusammenarbeit in der operationellen Gruppe sowie der kontinuierliche Austausch mit regionalen Akteuren. Im Sinne des Bottom-up-Ansatzes werden die Konzepte gemeinsam mit den beteiligten Akteuren vor Ort erarbeitet. In Workshops und Gesprächen wurden dafür gezielt Bewirtschafter aus der Niederung sowie junge Landwirte eingebunden, um unterschiedliche betriebliche Perspektiven frühzeitig zu berücksichtigen. Dabei waren insbesondere praktische Fragestellungen zur künftigen Bewirtschaftung und zur Umsetzbarkeit wichtig. So konnten verschiedene Sichtweisen zusammengeführt und gemeinsame Ansätze entwickelt werden. In der zweiten Projektphase sollen die Ansätze weiter konkretisiert, wirtschaftlich bewertet und schrittweise umgesetzt werden. Ziel ist die Entwicklung tragfähiger Konzepte, die sowohl praktikabel als auch wirtschaftlich attraktiv für die Betriebe sind. Dazu gehört insbesondere die Entwicklung geeigneter Organisationsstrukturen.

Hochspannungsleitung mit deutlich sichtbarer Bodensackung in der Niederung des Oldenburger Grabens Foto: Wiebke Frank 

Das EIP-Projekt „UMZOG“ zeigt, dass kooperative Ansätze eine zentrale Voraussetzung sind, um die Transformation von Niederungsstandorten praxisnah und langfristig tragfähig zu gestalten. Es wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft Schleswig-Holstein durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) gefördert.

Die Eutergesundheit verbessern

0

Eutererkrankungen zählen zu den teuersten Gesundheitsproblemen im Milchviehbetrieb. Sie kosten Milch, Arbeitszeit und Tierwohl – und sind der häufigste Grund für Antibiotikaeinsatz im Milchvieh­betrieb. Ziel muss es daher sein, die Erkrankungshäufigkeiten langfristig zu senken und Antibiotika gezielt und verantwortungsvoll einzusetzen. Ein strukturiertes Vorgehen mit Nutzung vorhandener Daten und digitaler Hilfsmittel ist sinnvoll. Schleswig-holsteinische Milchviehbetriebe können sich dafür in einem Coaching schulen lassen.

Statt den Problemen hinterherzulaufen, lohnt es sich, immer die Lage im Blick zu behalten und bei Abweichungen nach den Ursachen zu forschen. Es gibt fast nie nur eine Ursache – im Regelfall führen viele verschiedene Faktoren zu einer Störung der Eutergesundheit. Diese Faktoren liegen vor allem im Management, in der Fütterung, Haltung, Hygiene et cetera und sind damit auch durch das betriebliche Management zu beeinflussen.

Für Erfolge in der Eutergesundheitsarbeit braucht es ein klares, systematisches Vorgehen: Möchte man mit einer strukturierten Arbeit zur Eutergesundheit beginnen, sollte dafür ausreichend Zeit eingeplant werden. Bei Problemen anfangs etwas mehr, bei guter Herdeneutergesundheit wenigstens vierteljährlich nötig: die Überprüfung aller Daten und Festlegung von Zielen.

Welche Daten werden gebraucht?

Die Milchkontrolldaten (Eutergesundheitskennzahlen) bieten einen guten Blick auf die subklinische Herdeneutergesundheit und geben erste Hinweise, wo genau die Probleme auftauchen (zum Beispiel in der Laktation/in der Trockenstehzeit).

Die zytobakteriologischen Milchprobenbefunde (mindestens von frischen Mastitiden, möglichst weitere zum Beispiel trockenzustellender Tiere) der letzten sechs bis zwölf Monate helfen zu erkennen, welche Mastitiserreger vorrangig in der Herde Ärger bereiten. Da man weiß, welche Erreger wie übertragen werden, kann man dadurch auch Risikobereiche erkennen und angehen.

Die Befunde der klinischen Mastitisfälle: Dazu müssen diese von allen Mitarbeitern sicher im Schweregrad erkannt und zeitnah dokumentiert werden.

Die Hygiene beim Ansetzen des Melkzeugs spielt für die Eutergesundheit eine wichtige Rolle.
Auf die Sauberkeit der Zitzen ist besonders zu achten.

Fotos: Ulrike Peschel

Durch die Auswertung dieser Basisdaten können die Eutergesundheitssituation eines Betriebes gut beschrieben und eine Problematik klar abgegrenzt werden. Es kann nun geschaut werden, welche konkreten Risikofaktoren in genau diesem Fall eine Rolle spielen. Werden sie minimiert, wird dies erfolgreich zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Gibt es beispielsweise in einem Betrieb in der Trockenperiode und um den Abkalbezeitpunkt herum zu viele Neuinfektionen durch Umwelterreger wie Streptococcus uberis, dann sollten die Hygiene im Spättrockensteherstall, im Abkalbebereich, die Häufigkeit geburtsnaher Erkrankungen und weitere spezifische Risikofaktoren überprüft werden. Wenn es da Optimierungspotenziale gibt, dann muss ganz konkret besprochen und festgelegt werden, wie beispielsweise eine bessere Hygiene im Abkalbestall erreicht werden kann. Das kann dann zum Beispiel mehr Einstreu sein, verbesserte Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen oder eine geringere Belegung.

Viele Probleme lassen sich so mittel- bis langfristig reduzieren. Gleichzeitig müssen die Daten immer im Auge behalten werden, um neuen Abweichungen schnell entgegensteuern zu können. Zeit und Kenntnisse sind dafür notwendig. Hoftierärztinnen und -ärzte unterstützen dabei. Aber die Hauptarbeit und die Verantwortung für eine kontinuierliche Durchführung der Eutergesundheitsarbeit liegen im Herdenmanagement.

Die Hygiene im Trockensteher- und Abkalbebereich hat Einfluss auf die Neuinfektionsrate.

Für diese strukturierte Eutergesundheitsarbeit kann das digitale Tool Eutergesund eingesetzt werden. Es unterstützt bei der konkreten Zielfestlegung (zum Beispiel Zellzahl senken, Neuinfektionen reduzieren), führt durch die Analyse der relevanten Risikofaktoren und hilft damit, betriebliche Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen. Das Programm gibt weiterhin Hinweise zur evidenzbasierten Mastitistherapie sowie der Minimierung des Antibiotikaeinsatzes und unterstützt bei einem kontinuierlichen Monitoring der Eutergesundheitssituation.

Eutergesundheit durch Coaching verbessern

Im Rahmen des Verbundprojektes „RindforNet_SH“ bietet die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Ökoring einzelbetriebliche Eutergesund-Coachings für schleswig-holsteinische Milchviehbetriebe an. Beim Coaching wird der Betrieb in die Anwendung des Programms eingeführt und über die Folgemonate dabei begleitet. Betriebsinhaber und deren Mitarbeiter können sich an die Autorin dieses Beitrages unter ulrike.peschel@oekoring.bio wenden oder alternativ Kontakt zur zuständigen Referentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Daniela Rixen, unter der E-Mail-Adresse drixen@lksh.de aufnehmen.

Verborgener Lebensraum unter der Erdoberfläche

0

Die Ausstellung „Grundwasser lebt!“ ist eine vom Senckenberg-Museum für Naturkunde Görlitz konzipierte Wanderausstellung und widmet sich dem verborgenen Lebensraum unter der Erdoberfläche und seiner Bedeutung für Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft und Klimaanpassung. Bis zum 27. September ist sie im Naturwissenschaftlichen Museum auf dem Museumsberg in Flensburg zu sehen.

Dr. Fabian Geyer, Christian Dierschau, Kerstin Meise und Prof. Willi Xylander (v. li.) bei der Ausstellungseröffnung

Zur Eröffnung füllte sich der Ausstellungsraum zügig. Zahlreiche Gäste aus Stadtgesellschaft, Politik und Fachwelt waren der Einladung gefolgt, unter ihnen Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer (parteilos) sowie Christian Dirschauer vom SSW. Nach den Grußworten lud Prof. Willi Xylander, langjähriger Direktor des Senckenberg-Museums in Görlitz, die Anwesenden zu einem Rundgang durch die Ausstellung ein, erläuterte dabei Zusammenhänge, griff Fragen auf und ordnete Zahlen ein. Zwischenfragen wurden ausführlich beantwortet.

Grundwasser gilt vielfach als reine Ressource. Dass es zugleich ein unverzichtbares und empfindliches Ökosystem darstellt, ist ein Schwerpunkt der Schau. „Wir wollen sensibilisieren, nicht belehren“, sagte Xylander während des Rundgangs. Die Verfügbarkeit von Wasser erscheint im Alltag oft selbstverständlich, Grundwasser ist jedoch endlich und auf Schutz angewiesen. Nur etwa 2,5 % des weltweiten Wassers sind Süßwasser. Ein großer Teil davon ist in Eis gebunden. Was als Grundwasser für die Nutzung durch den Menschen zur Verfügung steht, unterscheidet sich regional stark. Nach Prognosen wird sich der weltweite Wasserverbrauch bis 2050 im Vergleich zum Jahr 2000 mehr als verdoppeln – vor allem durch Bevölkerungswachstum, steigenden Konsum und Bewässerungslandwirtschaft. Bereits heute leben viele Menschen in Regionen mit Wasserstress. Ein Teil des Verbrauchs fließt in südlichen Ländern in Produkte für den Export, etwa in der Bekleidungsindustrie und der Pflanzenproduktion.

Konzepte für eine verstärkte Regenwasserversickerung gewinnen an Bedeutung.
Foto: Thore Groth

Der Lebensraum unter der Oberfläche ist dunkel, nährstoffarm, kleinräumig und von konstanten Temperaturen geprägt. Entsprechend spezialisiert sind seine Bewohner. Zu sehen sind unter anderem Grundwasserasseln, Höhlenflohkrebse und weitere wirbellose Tiere, die an diese Bedingungen angepasst sind. Gemeinsam mit Mikroorganismen tragen sie dazu bei, organische Stoffe abzubauen, das Wasser auf natürliche Weise zu reinigen und die Poren für den Wasserfluss offen zu halten. Diese Leistung bleibt meist unsichtbar, ist für die Qualität des Trinkwassers jedoch von zentraler Bedeutung.

Eine virtuelle Unterwasserfahrt, interaktive Stationen sowie ein Escape-Room vermitteln die Inhalte anschaulich und laden dazu ein, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Ein digitales Sammelspiel ermöglicht es insbesondere jüngeren Besuchern, verschiedene Grundwassertiere kennenzulernen und ökologische Zusammenhänge spielerisch zu erfassen.

Das Thema der Ausstellung hat einen unmittelbaren Bezug zum Standort Flensburg: Dessen Grundwasserkörper entstand vor Millionen Jahren durch geologische Prozesse. Im Untergrund prägen Salzstrukturen und Senken das Relief. Dort lagerten sich mächtige Sandschichten ab, deren Poren sich mit Wasser füllten. Heute werden im Stadtgebiet mehrere Grundwasserkörper genutzt, die in unterschiedlichen Tiefen liegen.

Prof. Willi Xylander erläutert die Darstellungen
Foto: Thore Groth

Schleswig-Holstein bezieht seine öffentliche Wasserversorgung vollständig aus Grundwasser. Gleichzeitig zeigen Messreihen, dass an etwa jeder dritten Messstelle die Pegelstände sinken, insbesondere nach längeren Trockenphasen. Regenreiche Winter können Defizite oft nur teilweise ausgleichen. Langfristig bleibt die Entwicklung eine Herausforderung. Auch innerhalb des Landes gibt es deutliche regionale Unterschiede, abhängig von Geologie, Nutzung und Niederschlagsverteilung.

Museumsleiterin Kerstin Meise verwies auf eigene Erfahrungen mit extremen Wetterlagen: „Wir haben hier direkt vor der Tür erlebt, wie sensibel unser Umgang mit Wasser ist“, sagte sie mit Blick auf die Flutereignisse in Flensburg im Herbst 2023. Neben klimatischen Veränderungen beeinflussen auch Flächennutzung und Versiegelung die Neubildung von Grundwasser. Wo Niederschläge nicht versickern können, fehlen sie im natürlichen Kreislauf. Konzepte wie die verstärkte Regenwasserversickerung vor Ort – häufig unter dem Begriff „Schwammstadt“ diskutiert – gewinnen daher an Bedeutung.

In einem landwirtschaftlich geprägten Bundesland berührt das Thema Grundwasser zwangsläufig auch die Bewirtschaftung. Nitrat- und Pflanzenschutzmitteleinträge sind seit Jahren Gegenstand fachlicher und politischer Diskussionen. Bundesweit überschreiten rund 27 % der Messstellen den geltenden Nitrat-Grenzwert.

Die Verfügbarkeit von Wasser erscheint im Alltag oft selbstverständlich, doch woher kommt das Wasser und wie wird es aufbereitet? Antworten gibt die Ausstellung.
Foto: Thore Groth

Zugleich betonte Xylander, dass der Diskurs differenziert geführt werden müsse. Landwirtschaft sichere die Versorgung und stehe gleichzeitig vor steigenden Anforderungen im Umwelt- und Gewässerschutz. Verbesserte Information zu neuen technischen Entwicklungen, Beratung und angepasste Bewirtschaftungssysteme hätten in den vergangenen Jahren bereits Veränderungen angestoßen. „Es gibt viel Wissen und großes Engagement. Und selbst die, die es falsch machen, wissen meist, dass es nicht richtig ist“, sagte er und verwies darauf, dass Fortschritte Zeit und Dialog erforderten. Auch langlebige Industriechemikalien wie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) rücken zunehmend in den Fokus des Gewässerschutzes. Sie sind mobil, schwer abbaubar und nur mit großem technischen und finanziellen Aufwand zu entfernen. Forschung und Regulierung entwickeln sich hier fortlaufend weiter. Nutzung, wirtschaftliche Interessen und Ressourcenschutz bilden dabei ein dauerhaftes Spannungsfeld – nicht nur in Schleswig-Holstein.

Neben Informationstafeln setzt die Ausstellung auf Beteiligung. Wer sich vertieft mit dem Thema beschäftigen möchte, kann unter Anleitung des Museums in Flensburg im Rahmen eines bürgerwissenschaftlichen Projekts (Citizen-Science) selbst zur Erfassung und Erforschung von Grundwassertieren beitragen.

„Kinder wie Erwachsene lernen besonders gut, wenn sie selbst aktiv werden“, erklärte Meise. Deshalb lege das Museum großen Wert auf Teilhabe und Teilnahme.

Die Ausstellung auf dem Museumsberg macht deutlich, dass Grundwasser mehr ist als eine unsichtbare Reserve. Es ist Lebensraum, Trinkwasserquelle und Grundlage wirtschaftlicher Tätigkeit – auch im Norden. Der verantwortungsvolle Umgang damit bleibt eine gemeinsame Aufgabe von Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

In die Ferne schweifen – und in die Region

0

Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen. Sie vermitteln Informationen über Fort- und Weiterbildungen und übergreifende Veranstaltungen und regen den Austausch und die Vernetzung untereinander an. Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände vorgestellt – heute: der KLFV Plön, zu dem auch Neumünster gehört.

Die Holsteinische Schweiz, die Ostsee, die Probstei – der Kreis Plön begeistert durch wunderschöne Landschaften, wie geschaffen für Ausflüge. Die unternehmen die LandFrauen im KLFV Plön auch ausgiebig, sei es zu Fuß oder mit dem Rad. Doch nicht nur in die Region, auch in die Ferne schweifen sie gern. Alle zwei Jahre unternimmt der Kreisverband eine mehrtägige Radtour, dieses Jahr im September auf Rügen. „Natürlich fahren wir mit dem Bus an“, beruhigt die Kreisvorsitzende Renate Drögemüller aus dem Ortsverein (OV) Ascheberg. Bereits ab dem 30. April geht es für fünf Tage ins Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien.

Einmal im Jahr gibt es eine Kreisfahrt der Ortsvorstände – ein OV lädt jeweils ein und gestaltet das Programm. Es schließen sich aber auch Ortsvereine zu Wander- und Spaziergruppen zusammen. Ascheberg, Kirchbarkau, Probsteierhagen und Wankendorf weiten ihre Fahrt zum Deutschen LandFrauentag Ende Juni in Essen zu einer Rundreise im Ruhrgebiet aus.

Die Wandergruppe der OV Kirchbarkau unterwegs
Foto: Veronika Hofterheide

„Die Wandergruppen sind oft in der Corona-Zeit aus der Not geboren und haben sich erhalten“, sagt die zweite Kreisvorsitzende Veronika Hofterheide. Sie betont, dass es sich dabei nicht nur um Zeitvertreib handele: „Geselligkeit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Unsere Gesellschaft hat viele Alleinstehende, nicht nur ältere Leute, und allein zu reisen gefällt nicht jedem und jeder.“ Auch auf Ortsebene sind die Veranstaltungen zahlreich – Mitsing-, Tanz- oder Quizabende, Keramik bemalen, Kinoabende, Modenschauen, Bowling oder Bosseln, Lesungen, Kräuter-, Pilz- und Vogelführungen, Vorträge über Gesundheitsthemen, ferne Länder, Historie oder interessante Persönlichkeiten. Derzeit stehen einige Jubiläen zum 75-jährigen Bestehen von Ortsvereinen an. „Das sind anspruchsvolle Feste, die mit viel Mühe und Freude vorbereitet werden“, weiß Hofterheide.

Die Jungen LandFrauen (JLF) – im Kreisverband etwa 20 – bringen sich ein mit eigenen Veranstaltungen, die sie meist in Kooperation mit Ortsvereinen durchführen, auch hierbei viele Outdoor-Aktivitäten wie Bogenschießen oder Jumping-Fitness, aber auch Wellness-Wochenenden oder ein Vortrag „Fit mit Fett – Ihr persönlicher Ölwechsel“. Zusammen mit dem KLFV Rendsburg-Eckernförde gibt es eine Führung im Hegelehrrevier Noer Anfang Juni. „Bei den Jungen LandFrauen können immer auch alle anderen mitmachen“, betont Hofterheide.

Gut informiert über die Veranstaltungen ist man über den digitalen Kalender auf der Homepage des Kreisverbandes. Nicht nur dieser und die JLF, auch alle Ortsvereine tragen dort ihre Aktivitäten ein. „In jedem OV gibt es eine Person, die das pflegt“, sagt Kreisschriftführerin Renate-M. Jacobshagen. „Das ist vorteilhaft für Mitglieder in benachbarten OV, so verbreitet es sich besser.“ Analog gibt es weiterhin das Kreisheft mit allen Programmen und Terminen. „Das Haptische wird immer noch geschätzt“, weiß Drögemüller. Wenn man darin schmökert, fallen tatsächlich die vielen Wanderungen, Spaziergänge und Radtouren auf.

Dieses Jahr wird es im November wieder einen KreisLandFrauentag geben, und zwar in Nettelsee. Gastrednerin ist Ellen Dorn vom Schauspielhaus Kiel, die über ihr Theaterleben erzählt. Zum vorigen KreisLandFrauentag waren junge Unternehmerinnen aus dem Kreis eingeladen – eine Tischlerin, die Betreiberin einer Marmeladenmanufaktur und die eines Bauernhofes mit Catering-Service. Überhaupt besuchen die LandFrauen immer wieder produzierende Firmen in der Region: Zwergenwiese in Silberstedt (OV Preetz), Löwe-Scheren in Flintbek (OV Bokhorst).

Auch gesellschaftlich engagieren sich die LandFrauen: Der Kreisvorstand hat einen Sitz im Vorstand der AktivRegion Holsteinische Schweiz, wo er über Fördervergaben mitentscheidet, sowie im frauenpolitischen Beirat des Kreistages, wo es derzeit unter anderem um Bekämpfung häuslicher Gewalt geht. 

KLFV Plön

12 Ortsvereine

fast 2.000 Mitglieder

– Ascheberg

– Bokhorst

– Hessenstein

– Kirchbarkau

– Neumünster

– Plön

– Preetz

– Probsteierhagen

– Schönberg

– Schönkirchen

– Selent

– Wankendorf

Iran-Krieg dämpft Lammfleischnachfrage

0

In der hiesigen Lammfleischvermarktung zählen das Osterfest und das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan traditionell zu den Nachfragehöhepunkten. So führten diese Feierlichkeiten auch in diesem Jahr wieder zu deutlichen Nachfrageimpulsen. Allerdings zeigte sich der Einzelhandel trotzdem nicht zufrieden. Die Umsätze blieben teils deutlich hinter den Erwartungen zurück. Diese Erwartungen beruhen auf den Umsatzmengen aus dem Vorjahr. Der Grund für den diesjährigen Umsatzrückgang wird in den drastisch gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreisen infolge des Iran-Krieges gesehen. Dies dämpft die Kauflaune der Verbraucher für hochpreisige Lammspezialitäten aus deutscher Herkunft.

Erzeugerpreise nach Ostern stabil

Dieser Nachfragerückgang wirkt sich aber aktuell nicht auf die Erzeugerpreise aus. Denn auf der anderen Seite ist auch das Angebot deutlich kleiner als im Vorjahr ausgefallen. So herrscht weiterhin eine relativ ausgeglichene Marktlage vor. Das Gros der „alten“ Schlachtlämmer konnte vor Ostern vermarktet werden, sodass jetzt nur noch vereinzelte Partien zur Verfügung stehen. Daher stehen sich Angebot und Nachfrage auch nach Ostern weiterhin ausgeglichen gegenüber. Somit konnten sich auch die Preise nach Ostern auf dem hohen Niveau von 4,00 € bis 4,10 €/ kg LG halten. Ab der nächsten Woche werden dann vermutlich keine Lämmer aus dem Vorjahr mehr zur Verfügung stehen, und die Notierung wird auf die sogenannten frischen Lämmer umgestellt. Hier wird mit einem Preisaufschlag von 0,30 bis 0,40 €/kg LG auf das bisherige Preisniveau gerechnet.

Nichtsdestotrotz folgt der Rückgang des Fleischkonsums im Schafbereich einem seit 2022 anhaltenden Trend. Im Vergleich zum Vorjahr sind in Deutschland im Jahr 2025 erneut etwa 4.000 t Lammfleisch weniger verbraucht worden. Stark zu schaffen machen den hiesigen Schafhaltern dabei die Fleischimporte aus dem Ausland. Diese stammen überwiegend aus Neuseeland, Großbritannien und Irland und werden hierzulande in preislicher Hinsicht deutlich unter einheimischen Qualitäten angeboten. Allerdings ist der heimische Markt auf diese Importe angewiesen, denn der Selbstversorgungsgrad im Schaffleischbereich wird für 2025 auf nur noch 39 % geschätzt.

Bestände erholen sich

Nachdem die Schafbestände in Deutschland im Jahr 2024 durch die Blauzungenkrankheit erheblich reduziert worden waren, konnte im vorigen Jahr eine leichte Erholung (+ 0,9 %) der Bestände festgestellt werden. Auf EU-Ebene ist dies aber nicht der Fall. Hier weisen die Zahlen für 2025 wie auch die geschätzten Werte für 2026 weitere Rückgänge aus. Davon betroffen sind nahezu alle europäischen Länder. Deutliche Zuwächse gibt es lediglich in Rumänien. Damit hat dieses Land nach Spanien inzwischen den zweitgrößten Schafbestand in der EU. Der Selbstversorgungsgrad stellt sich innerhalb der EU nicht ganz so dramatisch dar wie in Deutschland. Er liegt mit 88 % aber immer noch deutlich unter der 100-%-Marke. Der Pro-Kopf-Verbrauch wird für die nächsten Jahre EU-weit mit stabilen 1,3 kg pro Kopf und Jahr angegeben. Wenn sich dies so bestätigt und die Bestände weiter rückläufig sind oder höchstens stabil bleiben, steht einem längerfristig hohen Preisniveau eigentlich nichts im Wege.

Ertragsabsicherung gegen Weißstängeligkeit

0

Nach dem langen, aber einmal wieder richtigen Winter bremsten die lokalen Nachtfröste im März anscheinend die Pflanzenentwicklung noch aus, doch im Winterraps sind auch in diesem Jahr die Knospenanlagen bereits seit Mitte März offen sichtbar. Zur Aussaat im Herbst 2025 wurde die Rapsanbaufläche in Schleswig-Holstein weiter reduziert (–4,2 %). Immer mehr zeigt sich, dass der Winterraps eine „Problemfrucht“ ist oder dass der Rapsanbau zunehmend problematischer wird. Umso wichtiger ist es, die Bestände gegen Schädlinge und Krankheiten zu schützen, so gut es geht, um maximale Erträge zu erzielen.

Die Weißstängeligkeit, ausgelöst vom weitverbreiteten Pilz Sclerotinia sclerotiorum, ist eine der wirtschaftlich bedeutendsten Krankheiten im Rapsanbau. Sie tritt je nach Witterung von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark auf, sodass Ertragsverluste von bis zu 30 % auftreten können.

Witterung entscheidend

Entscheidend für einen möglichen Sclerotinia-Befall im Raps ist die Witterung im April und Mai; diese sollte genau beobachtet werden. Für günstige Infektionsbedingungen sind die Bodenfeuchtigkeit, Lufttemperatur und -feuchtigkeit, aber auch der Tau und das Ausgangsinokulum entscheidend. Aus den mehrere Jahre im Boden überdauernden Sklerotien können bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit becherförmige Apothezien (Fruchtkörper) des Pilzes als Verbreitungsorgane ausgebildet werden, aus denen dann die Ascosporen ausgeschleudert werden. Diese können bei zirka 20 Stunden Blattnässe den Raps infizieren (siehe Abbildung 1). Die Ascosporen gelangen in die Triebachseln auf die abgefallenen Blütenblätter als ihr Nährmedium. Von dort aus wächst dann das Pilzmyzel in das Pflanzengewebe der Rapspflanze ein. Später sind dort auch die ersten Symptome zu erkennen. Feuchtwarme Witterung (mehr als 70 bis 80 % Luftfeuchte plus Temperaturen über 15 °C) während der Rapsblüte fördert somit die Infektion des Rapses mit Sclerotinia. Die ausgeschleuderten Ascosporen können durch Wind über weite Distanzen in umliegende Bestände verbreitet werden.

Abbildung 1: Lebenszyklus Sclerotinia sclerotiorum

Quelle: Dr. Nazanin Zamani-Noor, JKI

In den bereits mehrjährigen Sklerotiendepots beobachtet der Pflanzenschutzdienst bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) die Apothezienbildung als „Frühwarnsystem“ (siehe Abbildung 2). Aber auch die umliegenden Weizenbestände auf Vorjahresrapsflächen können selbst hinsichtlich Apothezienbildung beobachtet werden.

Abbildung 2: Auswertung eines LKSH-Sklerotiendepots 2022

Quelle: Susanne Hagen, LKSH

Die Versuche eines langjährigen Projektes beim Pflanzenschutzdienst in Schleswig-Holstein und Untersuchungen des Julius-Kühn-Instituts (JKI) zeigten, dass eine Bodentemperatur ab 12 °C und eine gewisse Boden- und Luftfeuchtigkeit (über 70 bis 80 %) durch regelmäßige Niederschläge und UV-Licht optimal für die Bildung von Apothezien sind. Bei höheren Temperaturen keimen die Apothezien schneller und können frühe Infektionen auslösen. Bei niedrigen Temperaturen um die 10 °C werden die Apothezien langsamer ausgebildet, was möglicherweise zu späteren Infektionen führen kann. Bei längerer Trockenheit vertrocknen die Apothezien, bevor sie die Ascosporen ausschleudern können.

Sclerotinia-Befall zeigt sich dann später durch weißes, wattiges Pilzgewebe, meist außerhalb und innerhalb des Stängels, von den Triebachseln ausgehend, was das Pflanzengewebe zersetzt und zu Fäulnis und vorzeitigem Abwelken führt. Oberhalb der Infektionsstelle werden die Triebe und Schoten aufgrund mangelnder Versorgung weiß, notreif und sterben frühzeitig ab, was zu Mindererträgen führt. Das Stängelinnere ist hohl und mit weißem Pilzmyzel gefüllt, worin sich dann die neuen Sklerotien als Überdauerungsorgane bilden.

… dann die Ascosporen ausgeschleudert werden.
Aus den Sklerotien gekeimte Apothezien, aus denen …

Diese Sklerotien gelangen mit der Ernte wieder in den Boden und können dort mehrere Jahre überdauern. Daher sollte eine weite Fruchtfolge mit mehreren Jahren Anbaupause zwischen für Sclero­tinia anfälligen Kulturen, zum Beispiel Raps, Sonnenblumen und Leguminosen, bestehen.

Behandlungsentscheidung

Bei der Weißstängeligkeit muss eine Behandlungsentscheidung ohne Bekämpfungsschwellen und vor dem Sichtbarwerden von Symptomen getroffen werden. Für einen Behandlungserfolg ist nicht nur die Wahl des passenden Pflanzenschutzmittels von Bedeutung, sondern auch der richtige Zeitpunkt nah am Infektionstermin. Häufig liegt der optimale Behandlungstermin zu BBCH 65, zur Vollblüte, wenn 50 % der Blüten geöffnet sind und erste Blütenblätter abfallen.

Die Rapsblütenbehandlung ist eine notwendige Maßnahme.

Von früheren Behandlungen sollte abgesehen werden, denn der Raps hat oftmals eine sehr lange Blühphase und könnte dann möglicherweise nicht bis zum Ende der Blüte geschützt sein. Die Fungizide wirken protektiv, weshalb der Behandlungstermin nah am Infektionstermin liegen sollte. Eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 300 l/ha und eine mittlere Tropfengröße werden empfohlen, um eine bessere Verteilung und Benetzung im Bestand zu erreichen. Eine tiefe Durchdringung des Bestandes, auch zu den tieferen Seitentrieben, ist wichtig, um diese Triebachseln zu schützen. Außerdem sollte die Fahrgeschwindigkeit auf 4 bis 6 km/h begrenzt werden, um die Rapspflanzen zu schonen und Durchfahrtverluste zu minimieren. Eine Rapsblütenspritzung sollte im Sinne des Bienenschutzes in den Abendstunden bis 23 Uhr erfolgen. Außerdem sind die Pflanzen dann elastischer und richten sich besser wieder auf.

Schon seit Jahren ist zu beobachten, dass die Blütenschädlinge nicht im gleichen Zeitraum wie die Vollblüte auftreten, aber wiederum dann viele Nützlinge, zum Beispiel die Schlupfwespe, vorhanden sind. Auch ist die Bekämpfung der Blütenschädlinge aufgrund der Resistenzsituation schwierig. Eine prophylaktische Mitnahme von Insektiziden sollte daher unterbleiben. Wenn jedoch eine Behandlung gegen die Blütenschädlinge nicht zu vermeiden ist, muss auf den Bienenschutz geachtet und der Kontakt zu den Imkern gesucht werden.

In den Pflanzenschutzversuchen des Pflanzenschutzdienstes bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in den vergangenen zehn Jahren (siehe Tabelle) gab es zwei Jahre (2016 und 2022) mit mittlerem bis stärkerem Sclerotinia- Befall. Aber auch in Jahren mit geringerem Befallsdruck konnten Mehrerträge generiert werden. Bei geringerem Sclerotinia-Infektionsdruck sind die Mehrerträge auch auf physiologische Effekte durch die eingesetzten Fungizide zurückzuführen.

In den Stängeln entstehen neue Sklerotien als Überdauerungsorgane, die dann erneut in den Boden gelangen.

Bei jedoch lang anhaltender Frühjahrstrockenheit vor und während der Blüte sollte abgewogen werden, ob die Fungizid- und Durchfahrtskosten und die damit einhergehenden Durchfahrtsverluste von zirka 1,5 % einen noch kostenfreien Mehrertrag erreichen können.

SkleroPro-Prognose

Als Entscheidungshilfe zur Blütenbehandlung im Raps steht das Prognosemodell SkleroPro in ISIP (https://www.isip.de/isip/ackerbau/raps/sklerotinia) kostenfrei zur Verfügung. Es zeigt schlagspezifisch an, ob eine Blütenbehandlung gegen Sclerotinia sclerotiorum erforderlich ist und wann zu welchem Termin eine Behandlung bestmöglich erfolgen sollte. Auf der Eingabeseite in ISIP müssen schlagspezifische Informationen angegeben werden, wie der Termin des Knospenstadiums (ES 55 = Einzelblüten der Hauptinfloreszenz sichtbar geschlossen) als Beginn der Berechnung, die Fruchtfolge beziehungsweise wann zuletzt eine gegen Sclerotinia anfällige Kultur auf der Fläche stand. Für ökonomische Berechnungen können zudem die Ertragserwartung, der Rapspreis, die Pflanzenschutzmittelkosten und die Überfahrtskosten eingegeben werden. Das Modell ermittelt mithilfe aktueller Witterungsparameter die möglichen Infektionstermine. Das Modell errechnet schlagspezifisch und schadensbezogen die Behandlungsnotwendigkeit von Sclerotinia sclerotiorum während der Rapsblüte. Dabei werden die Kosten der Fungizidbehandlung dem zu erwartenden Ertragsverlust gegenübergestellt. Mit diesem Modell können somit eigene Beobachtung und Handlungsentscheidungen unterstützt werden.

… als Nährmedium für neue Infektionen.
Abgefallene Blütenblätter dienen dem Pilz …

Aktuell wird das SkleroPro-Modell weiter überarbeitet, wobei ein mögliches Ausgangsinokulum und die Keimung von Sklerotien und damit Verfügbarkeit von Ascosporen mit berücksichtigt werden. Außerdem ist zukünftig die Eingabe von BBCH 55 nicht mehr notwendig, um mehr Anwenderfreundlichkeit und eine bessere Prognosegenauigkeit zu erzielen.

Fungizidempfehlungen

Zur Bekämpfung von Scleroti­nia sclerotiorum stehen viele verschiedene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Es handelt sich vor allem um Azole, SDHI, Strobilurine oder deren Wirkstoffkombinationen. Für einen optimalen Anwendungserfolg sollten potente Pflanzenschutzmittel in der vollen Aufwandmenge eingesetzt werden. In Abbildung 3 sind die Empfehlungen für den Fungizideinsatz in die Rapsblüte zur Bekämpfung von Sclerotinia sclero­tiorum dargestellt (Pflanzenschutzmittel und Aufwandmenge).

Abbildung 3: Empfehlung Fungizideinsatz in der Rapsblüte 2026

Die aktuelle Tabelle der Fungizide im Winterraps steht auf der Homepage der LKSH (https://t1p.de/fungizide_winterraps) zur Verfügung.

Fazit

Die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) ist eine der bedeutendsten Krankheiten im Rapsanbau. Sie tritt je nach Witterung von Jahr zu Jahr jedoch unterschiedlich stark auf. Die Vorhersage von Sclerotinia-Infektionen ist aufgrund des Erregers und der bevorstehenden Witterung schwierig. Der optimale Anwendungstermin liegt oft zum Zeitpunkt der Vollblüte (BBCH 65) und sollte nahe am Infektionsereignis liegen. Das SkleroPro-Modell in ISIP kann bei Behandlungsentscheidungen unterstützen.

Prüfungen im Ausbildungsberuf Fischwirt

An der Landesberufsschule für Fischerei in Rendsburg stellten sich die Anwärter am 23. und 24. März dem ersten Teil der Abschlussprüfungen im Ausbildungsberuf Fischwirt. Abgeprüft wurden sowohl Aspekte der Bestandsbewirtschaftung, Fangtechniken und Motorenkunde als auch die Navigation.

Die Prüfungsinhalte umfassten sowohl theoretische als auch praktische Anforderungen. Dazu gehörte unter anderem die sichere Führung eines Kutters – bei Sonnenschein ebenso wie bei aufziehendem Sturm. Oder wie man die Maschine und die Ausrüstung an Bord so pflegt, dass sie auch bei langen Einsätzen zuverlässig ihren Dienst tun. Man beschäftigte sich mit den unterschiedlichsten Fanggeräten, lernte, was für welche Fischerei geeignet ist und wie man sie mit geschickten Händen instand hält oder selbst herstellt.

Und immer wieder stand die große Leitfrage im Raum: Wie gelingt es, die Schätze des Meeres zu nutzen, ohne sie zu überfordern? Wie sieht eine Fischerei aus, die auch kommenden Generationen noch Möglichkeiten bietet?
All diese Themen bildeten ein dichtes Netz aus Wissen und Können – und genau durch dieses Netz mussten sich die Anwärter mit Neugier, Ausdauer und einer guten Portion Seemannsgespür hindurcharbeiten.

Am Ende der Prüfungen überzeugten die Anwärter mit starken Leistungen und zeigten ihr Engagement während der Ausbildung.

Drei Prüflinge erreichten mit der Vollprüfung ihren Abschluss. Für die übrigen Anwärter findet der zweite Teil der Abschlussprüfung Anfang Juni statt.

Zudem meisterten neun angehende Fischwirte ihre Zwischenprüfung und haben damit einen großen Teil der Ausbildung erfolgreich absolviert. Ab August starten sie in ihr letztes Ausbildungsjahr.

Die Landwirtschaftskammer und die Fischereischule gratulieren allen Absolventen herzlich zu ihren Erfolgen.

Die Teilnehmer der Zwischenprüfung (v. li.): Jan Lieske, Morten Detlefsen, Tony Gührcke, Tjorben Andersen, Vincent Junior, Boje Johann Hinz, Timon Sperling, Tjark Petersen, Yannik Noah Sinke Foto: Frank Eli