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Gemeinsam. Mit Herz und Stimme!

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Noch leere Plätze in der Nordmarkhalle

„Die Bühne ist noch leer, aber bald wird sie sich mit Leben füllen“, freut sich Sven Zimmermann. Vor seinem geistigen Auge ist die Technik bereits aufgebaut, die Scheinwerfer sind auf ihn und seine Mitstreiter Janina Srugis-Reese und Heiko Reese gerichtet.

„Vor allem aber sind die Ränge in der Nordmarkhalle bis auf den letzten Platz mit glücklichen Menschen gefüllt. Denn wir tun hier genau das, was uns allen so viel Spaß bereitet – gemeinsam singen.“

Man kennt das Format als Mitsingkonzert, Rudelsingen oder Sing­Along. Aber egal welchen Namen es trägt, gemeint ist immer das Gleiche: Man kommt mit größtenteils fremden Menschen zusammen und trällert gemeinsam Hits der vergangenen Jahrzehnte. „Die Idee ist nicht neu. Aber sie ist genial, und viele Menschen haben sich bereits in dieses Format verliebt“, weiß Sven Zimmermann. Längst hat er es ebenfalls für sich entdeckt – nur steht er dabei eben auf der Bühne. „Ich bin aber eigentlich gar nicht wichtig“, betont er. „Ich sorge für Hintergrundmusik und Rhythmus. Außerdem mache ich denen Mut, die sich vielleicht erst einmal nicht so richtig trauen, laut mitzusingen.“ Im Laufe eines Konzerts, das ja eigentlich keines ist, weil man nicht zuhört, sondern Teil des Ganzen ist, wird aus Fremden eine singende Gemeinschaft. „So schnell und so einfach schafft das nur Musik“, ergänzt er.

Singen verbindet

Sven Zimmermann, ehemaliges Mitglied der Band Godewind (Gesang, Gitarre, Bass), wird mit Godewind-Urmitglied Heiko Reese und dessen Frau Janina Srugis-Reese (Sängerin und Chorleiterin) gemeinsam durch das Mitsing-­Erlebnis führen. Fotos: Dr. Claudia Kleimann-Balke

Es ist vor allem dieser Gemeinschaftsgedanke, den Sylke Messer-Radtke an Mitsingkonzerten so schätzt. „Singen verbindet, schenkt Freude und macht Spaß“, erzählt die Vizepräsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein. „Wir dachten uns, so ein Mitsingkonzert wäre auch perfekt für unsere LandFrauen. Und wir können doch alle ein bisschen Leichtigkeit im Alltag gebrauchen.“

Seit einigen Wochen laufen im Hintergrund die Vorbereitungen für das Mitsingkonzert. Veranstaltungsort ist die historische Nordmarkhalle in Rendsburg. Im Obergeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes befindet sich eine große Mehrzweckhalle mit charmanter Atmosphäre. Gut 500 Sängerinnen und Sänger finden dort bequem Platz.

Was wollen wir singen?

Nun geht es an die Auswahl der Lieder. „Ich habe eine Liste mit den 50 meistgesungenen Songs meiner vergangenen Mitsingkonzerte zusammengestellt“, erklärt Sven Zimmermann. „Das sei schon mal verraten: Ihr kennt sie alle!“ Ob man 99 Luftballons steigen lassen möchte, sich ein Bett im Kornfeld wünscht, dem Bossa Nova die Schuld gibt oder an der Himmelstür klopfen möchte – es ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Dabei geht es übrigens nicht darum, besonders schön zu singen oder immer den richtigen Ton zu treffen. Das ist beides zweitrangig. „Es geht ganz einfach darum, Spaß zu haben und gemeinsam etwas Schönes zu erleben“, fasst Sylke Messer-Radtke zusammen. „Deshalb haben wir unserem Mitsingkonzert auch einen passenden Titel gegeben: ,Gemeinsam. Mit Herz und Stimme! Das große Mitsing-Erlebnis.‘ Ich finde, das sind doch genau wir LandFrauen.“

Info

Gemeinsam. Mit Herz und Stimme! Das große Mitsing-Erlebnis.

1. November, 14 bis 17 Uhr in der Nordmarkhalle, Rendsburg

von LandFrauen für LandFrauen und alle, die mitmachen möchten

Tickets 18 € (zuzüglich Vorverkaufsgebühr) über:

landfrauen-sh.de, eventfrog.de

Durchschnittliche Ernte bei hoher Qualität

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Die Wintergerste ist auf den Ackerbaubetrieben in Schleswig-Holstein weiterhin fest etabliert. Auf einer Fläche von rund 72.800 ha wurde die Frucht in diesem Jahr laut Schätzung des Statistikamtes Nord angebaut. Damit bleibt sie in den Ackerbaubetrieben nach dem Winterweizen die zweite große Marktfrucht. Der Grund dafür liegt vor allem in ihrer stabilen Ertragsleistung im Durchschnitt der vergangenen Jahre, auch wenn der inländische Futtermarkt in den vergangenen Jahren eher geschrumpft ist. In den Landessortenversuchen wurden in allen Naturräumen verschiedene Sorten geprüft, um regionalspezifisch Anbauempfehlungen geben zu können.

Nachdem die Wintergerste im Herbst 2025 unter vergleichsweise warmen und relativ trockenen Bedingungen überwiegend gut bestellt werden konnte, ausgenommen spätere Saaten mit bereits feuchteren Böden, setzte ab Oktober landesweit eine ausgeprägte Regenphase mit hohen Niederschlagssummen ein. Dadurch kam es teilweise zu verschlämmten Bedingungen an der Bodenoberfläche sowie häufiger auftretendem Herbizidstress auf Ackerfuchsschwanzstandorten. Durch die im Dezember eintretende Vegetationsruhe fand bis Mitte März keine weitere Entwicklung statt, sodass im Vergleich zu anderen Jahren einige Flächen mit geringerer Bestockung ins Frühjahr gestartet sind. Insbesondere auf den ausgedünnten Flächen kam es in der Andüngung auf eine startbetonte Düngestrategie an, die in aller Regel die erforderliche Bestandesdichte gesichert hat.

Durch einsetzende Trockenheit ab April war auch die anfangsbetonte Düngung überwiegend von Vorteil. Neben Trockenheit war das Frühjahr auch gekennzeichnet durch eine starke Schwankung der Temperaturen zwischen Tag und Nacht, die südlich des Kanals häufig auch in den Minusbereich fielen. Gleichzeitig war das Frühjahr insgesamt geprägt durch einen geringen Krankheitsdruck, selbst in der Kornfüllung spielte Zwergrost nur eine untergeordnete Rolle. Dabei fiel aber an einigen Standorten ein später Befall von Ramularia auf, der einerseits schwer von vorhandenen Blattflecken zu differenzieren war, andererseits aufgrund des Auftretens zum Ende der Kornfüllung ertraglich vermutlich nur geringfügig ins Gewicht gefallen sein dürfte. Zudem spielte die Trockenheit in Verbindung mit der Hitze und regional oftmals nur wenigen Niederschlägen eine bedeutende und kritische Rolle in der Pflanzenentwicklung.

Am Standort Loit kam der Landessortenversuch Wintergerste verhältnismäßig dünn und schwach bestockt aus dem Winter.

Landessortenversuche in den Regionen

Die Landessortenversuche (LSV) Wintergerste wurden in allen Naturräumen mit jeweils zwei beziehungsweise drei Standorten angelegt. Wie gehabt erfolgte die Anlage jeweils zweistufig, wobei in der unbehandelten Stufe 1 auf Fungizide verzichtet wird, um Krankheitsbonituren zu ermöglichen, und der Wachstumsregler weggelassen oder deutlich reduziert wird, um die Lageranfälligkeit einer Sorte charakterisieren zu können, ohne aber die Beerntbarkeit des Versuchs durch Lager zu gefährden. In der behandelten Stufe 2 (ortsübliche Behandlungsintensität) werden nach einem vereinheitlichten Behandlungsplan Fungizid und auch Wachstumsregler appliziert, wobei aber insbesondere Wachstumsreglermengen an die jeweilige Situation angepasst werden. Der LSV am Standort Sönke-Nissen-Koog musste bereits im Frühjahr abgebrochen werden, nachdem Staunässe den Versuch über Winter geschädigt hatte. In Futterkamp führte ein technischer Defekt während der Ernte dazu, dass der LSV nicht in die Wertung miteinbezogen werden konnte. Somit liegen insgesamt LSV-Ergebnisse von fünf Standorten zur Auswertung vor.

Erträge in den Landessortenversuchen

Von den Marschstandorten stand der Standort Barlt für die Auswertung zur Verfügung. Hier wurde ein Ertragsniveau von 105,3 dt/ha im Mittel über die Bezugssorten gefunden (Tabelle 1). Angesichts der verschlämmten Bedingungen aus dem nassen Winterhalbjahr ist dieses Ergebnis zufriedenstellend. Auf der Geest war mit 75,0 dt/ha in Schuby und 100,7 dt/ha am etwas besseren Standort Groß Offenseth ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis erreicht, insbesondere in Anbetracht der trockenen Bedingungen mit Beginn der Kornfüllung (Tabelle 2). Im Östlichen Hügelland lag das Ertragsniveau auf dem südlichen Standort Kastorf bei 108,4 dt/ ha, was in Teilen auch auf die Trockenheit und Hitze in der Kornfüllung zurückgeführt werden kann (Tabelle 3). Am Standort Loit, der weniger durch Trockenstress wie auch durch Hitze geprägt war, lag das Ertragsniveau mit 117,6 dt/ha am höchsten.

Qualitäten in den Versuchen

Das für die Vermarktung wesentliche Merkmal Hektolitergewicht konnte an allen Standorten ermittelt werden und ist in Tabelle 4 dargestellt. Insgesamt befanden sich die Werte auf einem hohen bis sehr hohen Niveau. Die höchsten Werte im Mittel über alle am Standort Barlt geprüften Sorten lagen bei 72,6 kg/hl. Das entspricht bereits einem guten Zweizeiler-Niveau. Mit 67,2 und 67,7 kg/hl wurde in Schuby und in Groß Offenseth ebenso ein sehr gutes Niveau für sandige Standorte erreicht. In Kastorf lag das Hektolitergewicht mit 66,8 kg/ hl im Vergleich am niedrigsten, was in etwa auch Beobachtungen aus der Praxis entspricht, wonach im Südosten von Schleswig-Holstein teilweise die Qualität der geernteten Partien knapp war. In Loit lag bei besserer Wasserversorgung die Qualität mit 70,1 kg/hl ebenso auf einem sehr hohen Niveau. Hinsichtlich des Erreichung der für die Vermarktung kritischen Schwelle von 63 kg/hl waren alle Sorten erfolgreich. Allerdings liegen einzelne Sorten im Vergleich etwas schwächer. So hat in den vergangenen Jahren im Östlichen Hügelland die Sorte ‚SU Majella‘ trotz besserer Einstufung Schwächen gezeigt. Auch die neue Sorte ‚SU Lenoria‘ zeigt im ersten Prüfjahr tendenziell Schwächen.

Empfohlene Sorten für den Anbau

Für den Anbau empfehlen sich nach wie vor Sorten, die in die jeweilige betriebliche und Anbausituation passen sowie hinsichtlich ihrer Vermarktbarkeit sicher sind. Vorausgesetzt, es soll eine Eigenverwertung über den Futtertrog stattfinden, spielt das Hekto­litergewicht eine geringere Rolle. Grundsätzlich sollten Sorten, mit denen gute Erfahrungen gemacht worden sind, weiterhin ihre Anbauberechtigung im Betrieb behalten. Von den aktuell in den Landessortenversuchen geprüften Sorten erhalten die in den Tabellen 5 bis 7 dargestellten eine Empfehlung für den Anbau in den jeweiligen Naturräumen.

Die Kornqualität war in diesem Jahr in den Versuchen durchweg auf einem sehr hohen Niveau.

Die Sorte ‚Esprit‘ erhält mittlerweile aufgrund nachlassender Leistung noch eine auslaufende Empfehlung in allen Naturräumen. Punkten kann sie neben ihren Schwächen bei Zwergrost und einem leichten Rückstand im Ertrag aber mit einer sicheren Kornqualität.

Auch für alle Standorte empfohlen ist ‚Julia‘ aufgrund ihrer konstant hohen Ertragsleistung bei guter Agronomie und guter Gesundheit. Mit leichten Schwächen bei Rhynchosporium und manchmal knappem Hektolitergewicht hat sie jedoch die Resistenz gegen das Gelbmosaikvirus Typ 2 und bietet sich damit einschränkungslos für alle Standorte an.

Auch auf allen Standorten empfohlen ist die neue Sorte ‚KWS Chilis‘, die mit einer Gelbmosaikvirus-Doppelresistenz und der Toleranz gegenüber dem Gelbverzwergungsvirus punktet. Dabei hat sie ein vergleichsweise hohes Ertragspotenzial für einen solchen Sortentyp, zeigt hierfür jedoch ganz klar Schwächen in der Lager- und Strohstabilität, was entsprechend berücksichtigt werden muss. Zudem hat sie ein sicheres Hektolitergewicht.

Auch auf allen Standorten voll empfohlen sind die Hybriden ‚SY Dakoota‘ und ‚SY Loona‘, die über Jahre hinweg konstant hohe Leistung neben der nicht mehr geprüften ‚SY Galileoo‘ gezeigt haben. Gerade ‚SY Loona‘ ist jedoch durch ihre positive Leistung der Trieberhaltung unter Stressbedingungen eher in der Situation, recht dichte Bestände zu erzeugen, was einerseits das Lagerrisiko erhöhen kann und andererseits auf das Hektolitergewicht drückt. Hier sollte die Saatstärke angepasst werden.

Neu in der Empfehlung ist die Sorte ‚SY Colyseoo‘, da sie mit leichten Verbesserungen dem bisherigen Sortentyp der ‚SY Galileoo‘ entspricht, dabei aber mit leicht höherem Leistungsniveau, insbesondere auf der Geest, aber auch in der Marsch.

Weiterhin hat noch die Sorte ‚Goldmarie‘ auf der Geest eine Empfehlung, da sie mit sehr starker Leistung im Ertrag und im Hektolitergewicht überzeugt hat. Dabei muss die höhere Lageranfälligkeit der zweizeiligen Sorte berücksichtigt werden, die gleichzeitig auch weniger empfindlich als andere Zweizeiler auf Wachstumsreglermaßnahmen reagiert.

Die Sorte ‚Charmant‘ hat im Hügelland mit sehr guter Leistung im Ertrag bei akzeptabler Qualität und guter Gesundheit eine Empfehlung, sollte aber trotz mittlerer Standfestigkeit gut mit Wachstumsregler gegen Lager und Strohinstabilität abgesichert werden.

Weiterhin für das Hügelland empfohlen, ist die Sorte ‚RGT Mela‘, die ertraglich sehr interessant ist, aber als längere Sorte auch eher lageranfällig.

Nicht ausdrücklich empfohlen, aber über Jahre hinweg ertragsstabil und trotz ihrer größeren Pflanzenlänge vergleichsweise standfest, ist die Sorte ‚Winnie‘ eine sinnvolle Option für den Anbau im Hügelland.

Von den neu in die Landessortenversuche aufgenommenen Sorten hat bereits im ersten Jahr die Sorte ‚Agathe‘ auf den Geest- und Marschstandorten überzeugt. Insbesondere in der Marsch können die bessere Standfestigkeit und Strohstabilität ein entscheidender Aspekt sein, neben den guten Erträgen und der Kornqualität. Die Sorte bietet sich hier für den Probeanbau an.

Wintergerste ist nach wie vor eine sichere und starke Marktfrucht.

Fazit

Wintergerste bleibt in den Betrieben eine wichtige Kultur und sorgt weiterhin für eine Entzerrung des Erntezeitfensters, ermöglicht durch den frühen Erntezeitpunkt Optionen für einen folgenden Winterraps oder den Zwischenfruchtanbau. Gleichzeitig ist sie über die vergangenen Jahre hinweg vergleichsweise ertragsstabil auf einem hohen Niveau, was ihr die Stellung in den Betrieben sichert. Neben der wirtschaftlichen Anforderung, in Zeiten von schwächelnden Futtermärkten einen guten Absatz zu finden, besteht ein weiteres Problem. Auf vielen schweren Ackerstandorten mit Fokus auf den Marktfruchtanbau und Winterungen könnte der Anbau von Wintergerste ohne den herbiziden Wirkstoff Flufenacet in Zukunft herausfordernder werden. Hier sind Fruchtfolgeanpassungen und alternative Integrierte Konzepte nötig, um bei bestehenden Ungrasproblemen weiterwirtschaften zu können. Hier können auch frohwüchsige, bestockungsstärkere Sorten gegebenenfalls zu späteren Saatterminen einen positiven Beitrag leisten.

Schweinemarkt: Höchste Erzeugerpreise in Spanien, warum?

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Der deutsche VEZG-Preis ist auf ein Mehrjahrestief von 1,40 €/ kg SG gefallen, er hat sich nun immerhin auf diesem niedrigen Niveau stabilisiert. Auch in allen anderen EU-Staaten mit großer Schweineproduktion gaben die Erzeugerpreise deutlich nach. Auf die Frage nach den Ursachen für diese ruinöse Situation ist von einer verhaltenen Nachfrage, bedingt durch die Ferienzeit, die Rede, aber auch von preisgünstigen Lieferungen aus Spanien. Man könnte erwarten, dass die spanischen Schweineerzeuger besonders von dem eingeschränkten Export in Drittländer wegen des dortigen Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen wären. Denn bei einem Selbstversorgungsgrad von fast 200 % ist Export existenziell. Stattdessen steht Spanien im Juli 2026 mit einem korrigierten Schweinepreis von 1,75 €/kg SG an der Spitze des wöchentlichen EU-Schweinepreisvergleichs der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e. V. (ISN), während die ähnlich exportorientierten Dänen mit 1,06 €/kg SG die rote Laterne halten.

Integratoren treiben das Geschäft

Ab etwa 2020 hat Spanien Deutschland als größten Schweinefleischproduzenten der EU abgelöst. In Spanien gibt es eine spezielle Struktur der Schweineproduktion: industrielle Mastanlagen, auf Spanisch „Macrogranjas“, gebaut ab 2020 von Integratoren. Diese Anlagen sind hoch technisiert und automatisiert mit mehr als 2.000 Mastschweinen pro Anlage oder mehr als 750 Zuchtsauen. Sie haben keine eigenen beziehungsweise kaum Flächen, auf denen sie Futter für ihre Tiere anbauen und/oder Gülle ausbringen können. Die Anlagen stehen überall im Land verteilt, aber besonders gehäuft in Murcia (an der Mittelmeerküste), Aragon (Nordzentralspanien) und Katalonien. Die Integratoren bilden die komplette Wertschöpfungskette ab, von der Ferkelerzeugung bis zur Fleischverarbeitung. Dabei setzen sie nicht nur auf die Erzeugung in eigenen Ställen, sondern auch auf die Vertragsproduktion mit Tausenden Familienbetrieben.

Effekte der spanischen Schweineproduktion

Wegen der hohen Umweltbelastung durch Gülle hat die EU-Kommission am 4. Mai der Regierung in Madrid ein Aufforderungsschreiben geschickt, weil ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) bezüglich zu hoher Stickstoffeinträge nicht vollständig umgesetzt worden sei. Es geht um nicht vorschriftsgemäße Ausbringungstechniken der Gülle und zu hohe Stickstoffeinträge. Das Futtergetreide wird zum größten Teil importiert, vor allem vom Schwarzen Meer. Laut spanischem Landwirtschaftsministerium seinen davon im Wirtschaftsjahr 2025/2026 nur 14,4 Mio. t importiert worden, wegen der höheren Inlandsproduktion. Bemerkenswert ist auch, dass 2024 allein aus den Niederlanden knapp 2,4 Millionen Ferkel nach Spanien gefahren wurden.

Spanischer Schweinepreis

Die Konzerne sind offensichtlich bereit, die Erzeugerpreise in Krisenzeiten zu stützen, weil sie in der Vertragsproduktion gutes Geld mit dem Verkauf von Futter und Ferkeln an die Landwirte verdienen. Auch das stark aufgestellte Absatz- und Exportgeschäft nutzt der dortigen Schweinebranche. So ist Spanien keineswegs vom Drittlandsgeschäft abgeschnitten. Mit Exporten von knapp 500.000 t war Spanien von Januar bis Mai 2026 immer noch größter Drittlandsexporteur der EU. Die ASP-Restriktionen betreffen fast ausschließlich die Provinz Barcelona. Der Großteil der Schlachthöfe darf dank eines Regionalisierungsabkommens weiterhin nach China liefern. Hier können die Fleischkonzerne, ähnlich wie auf dem vom Tourismus gestützten Inlandsmarkt, gute Margen für bestimmte Teilstücke erzielen. Und eine Mischkalkulation ermöglicht der Branche, andere Exportartikel wie Schinkenware und Lachse zur Not auch zu Billigpreisen im EU-Binnenmarkt unterzubringen.

Eutergesundheit im Fokus behalten

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Ein gesundes Euter ist eine wesentliche Voraussetzung für eine wirtschaftliche Milchproduktion. Der Gehalt an somatischen Zellen in der Milch ist ein bewährter Indikator für die Beurteilung der Eutergesundheit, dessen detaillierte Betrachtung sich lohnt. Erhöhte Werte weisen auf eine Abwehrreaktion im Euter hin und sind ein Hinweis auf subklinische oder klinische Mastitiden. Diese Erkrankung ist eine der wesentlichen Ursachen für Einbußen in der Milchmenge und -qualität. Verschiedene wirtschaftliche Betrachtungen von Mastitiden zeigen, dass der größte Kostenblock der Erkrankung die verminderte Milchleistung ist. Doch wie eng hängen Zellzahl und Milchleistung tatsächlich zusammen? Und welche Rolle spielen Herdenleistung, Herdengröße, Laktationszahl oder die Rasse?

Um diese Fragestellungen genauer zu betrachten, wurden die Daten der Milchleistungsprüfung 2025 des Landeskontrollverbands Schleswig-Holstein (LKV) ausgewertet: rund 2,6 Millionen Einzelkontrollen von 351.556 Kühen aus 2.046 Betrieben. Einbezogen wurden Zellzahl, Tagesmilchmenge, Rasse, Laktationsnummer, Laktationsstadium, Herdenleistung und Herdengröße.

Zellzahl und Milchleistung

Über alle untersuchten Rassen hinweg zeigt sich: Mit steigender Zellzahl geht die durchschnittliche Tagesmilchmenge zurück (Abbildung 1). Im einfachen Gesamtmodell war ein fünffach höherer Zellzahlwert – der Schritt von 20.000 auf 100.000 Zellen je 1 ml – mit rund 3 kg weniger Milch je Kuh und Tag verbunden. Rassespezifisch lag der geschätzte Rückgang zwischen 2,7 und 3,0 kg. In den höheren Zellzahlklassen schwanken die Durchschnittswerte stärker und zeigen eine leicht steigende Tendenz. Diese Auffälligkeit lässt sich wahrscheinlich statistisch durch Selektionsentscheidungen auf den Betrieben erklären. Vergleichbare Zusammenhänge wurden auch in internationalen Untersuchungen beobachtet. Auch wenn die Auswertung keinen exakten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang für die einzelne Kuh liefert, muss der negative Einfluss hoher Zellzahlen unbedingt beachtet werden.

Die Altersstruktur prägt die Zellzahlverteilung. In der niedrigsten Klasse bis 50.000 Zellen befinden sich 42,5 % der Ergebnisse von Kühen in der ersten Laktation. Nur 15 % entfallen auf Kühe ab der vierten Laktation. In der höchsten Klasse mit über einer Million Zellen verteilen sich die Fälle dann relativ gleichmäßig mit zirka 20 % auf die ersten drei Laktationen. Die vierte und höhere Laktationen weisen mit 38,6 % die meisten Problemfälle auf (Tabelle 1).

Der Zusammenhang mit der Milchmenge ist nicht in jeder Laktation gleich stark ausgeprägt. Bei Erstlaktierenden fiel er schwächer aus als bei älteren Kühen. Besonders auffällig waren die Ergebnisse von Kühen in der zweiten und dritten Laktation. In der Spätlaktation war ein fünffach höherer Zellzahlwert in diesen Gruppen mit rund 4,0 kg weniger Tagesmilchmenge verbunden. Bei Erstlaktierenden lag der entsprechende Wert bei etwa 2,5 kg (Tabelle 2). Das passt zu Studien, die stärkere Milchverluste bei höheren Paritäten und in späteren Laktationsabschnitten beschreiben. Ein möglicher Grund hierfür ist, dass Erstlaktierende normalerweise eine geringere Tagesleistung (und Zellzahl) aufweisen. Zusätzlich steigt mit zunehmender Laktationszahl das Risiko, dass bei Kühen bereits Vorerkrankungen im Euterbereich vorliegen, die gegebenenfalls chronisch geworden sind. Die Beobachtung, dass der Milchrückgang in der vierten Laktation nicht weiter zunimmt, könnte auf einen Selektionseffekt zurückzuführen sein, da in der Regel nur robuste Kühe im Bestand verbleiben.

Spätlaktation verdient besondere Aufmerksamkeit

Das Laktationsstadium beeinflusst sowohl das Leistungsniveau als auch die Zellzahl. Ab dem 200. Laktationstag wurde in fast allen Laktationsgruppen der negative Zusammenhang mit hohen Zellzahlen zum Ende der Laktation stärker. Das bedeutet nicht, dass erhöhte Zellzahlen erst spät problematisch werden. Es zeigt vielmehr, dass derselbe Zellzahlwert je nach Zeitpunkt eine andere Bedeutung haben kann.

Am Anfang steht die Probenahme auf dem Betrieb durch Mitarbeiter des LKV. Foto: Daniela Stadter

Für die Praxis empfiehlt es sich daher, Zellzahlauswertungen nicht nur für die gesamte Herde zu betrachten, sondern Frischmelker, Kühe in der Hauptlaktation und Tiere vor dem Trockenstellen getrennt zu beurteilen. So lassen sich Auffälligkeiten früher erkennen und gezielter einordnen. Ebenso wichtig ist der Blick auf die betroffenen Tiere: Steigen die Zellzahlen bei vielen Kühen gleichzeitig an, deutet dies häufig auf ein aktuelles Herdenproblem hin – beispielsweise auf Mängel der Stallhygiene, Liegeboxenpflege oder im Melkablauf. Sind dagegen immer wieder dieselben Kühe betroffen, stehen eher chronische Eutererkrankungen im Vordergrund. Hier sollte geprüft werden, ob bakteriologische Untersuchungen und gezielte Behandlungen sinnvoll sind. Langfristig sollten chronisch kranke Tiere bei dauerhaft ausbleibendem Therapieerfolg die Herde verlassen.

Hohe Zellzahlen sind deshalb nicht nur ein Hinweis auf die Gesundheit einzelner Kühe, sondern auch ein wichtiges Managementinstrument. Wer Veränderungen früh erkennt und deren Ursache eingrenzt, kann Milchverluste vermeiden und die Eutergesundheit des gesamten Bestandes nachhaltig verbessern.

Rasse spielt eine Rolle – aber eine kleinere

Rasseunterschiede im Leistungsniveau und im Zusammenhang mit der Zellzahl sind statistisch nachweisbar, fallen aber gegenüber den Faktoren Laktationsnummer und Laktationsstadium geringer aus. Die Laktationsnummer und das Laktationsstadium haben demnach einen deutlich höheren Einfluss. Rassevergleiche sollten daher nicht ohne Berücksichtigung von Alter, Laktationsstadium und Haltungssystem bewertet werden.

Einfluss der Betriebsstruktur

Auf Betriebsebene zeigte sich ebenfalls kein einfaches Muster. Die Herdenleistung stand deutlicher mit der durchschnittlichen Zellzahl in Verbindung als die Herdengröße. Leistungsstärkere Herden wiesen in vielen Größenklassen tendenziell niedrigere Herdenjahreszellzahlen auf (Abbildung 2). Die Herdengröße allein erklärte dagegen nur einen sehr kleinen Teil der Unterschiede.

Das belegt nicht, dass eine hohe Leistung die Zellzahl senkt. Es spricht eher dafür, dass leistungsstarke Betriebe Tierbeobachtung, Melkroutine und Eutergesundheitsmanagement häufig konsequent organisieren. Eine große Herde ist nicht von vornherein problematischer; entscheidend ist, ob Abläufe und Betreuung mit der Herdengröße mitwachsen.

Konsequenzen für das Herdenmanagement

Die Auswertung bestätigt die Zellzahl als unverzichtbaren Indikator zur Beurteilung der Eutergesundheit sowie zur Überwachung der Herde und der Einzeltiere. Für eine belastbare Einordnung sollte die Zellzahl jedoch immer im Zusammenhang mit weiteren Faktoren wie Laktationsnummer, Laktationsstadium und dem Zellzahlverlauf der letzten Kontrollen betrachtet werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Kühe in der zweiten und dritten Laktation sowie Tiere in der Spätlaktation, weil dort hohe Zellzahlen besonders eng mit einer geringeren Milchmenge verbunden waren. Zwei Herden mit gleichem Zellzahlmittel können zudem aufgrund einer unterschiedlichen Altersstruktur eine andere Ausgangslage haben.

Wertvolle Unterstützung bei der Überwachung und Bewertung der Eutergesundheit bieten die Auswertungen der Milchkontrolle sowie der Eutergesundheitsbericht, der Kennzahlen zu eutergesunden Tieren, Neuerkrankungen, Heilungsraten und chronisch auffälligen Kühen ausweist. Zusammen mit den Einzeltierverläufen werden Handlungsbedarf und betriebliche Schwachstellen früher sichtbar.

Fazit

Mit steigender Zellzahl sinkt die Milchleistung im Mittel deutlich. Wie stark dieser Zusammenhang ausfällt, hängt wesentlich von Laktationsnummer und Laktationsstadium ab. Rasse und Herdengröße tragen zur Einordnung bei, sind aber nicht die entscheidenden Faktoren. Zellzahlen sind deshalb besonders aussagekräftig, wenn nicht nur der Wert selbst, sondern auch die Kuh dahinter betrachtet wird.