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Drohendes Aus für zahlreiche Anlagen im Land

In Deutschland droht die Stilllegung vieler Biogasanlagen, weil Parameter und Perspektiven nicht passen. Dies hat der Präsident des Fachverbandes Biogas (FvB), Thomas Karle, hervorgehoben. „Das müssen wir dringend ändern“, appellierte Karle am Dienstag bei der Vorstellung der aktuellen Branchenzahlen an die Politik. Gebraucht werde eine „kluge Energiewende“ mit einer planbaren Investitionssicherheit, weg vom Schlingerkurs.

Nach Angaben des Fachverbandes beläuft sich der gesamte Biogasanlagen-Park in Deutschland – also die Vor-Ort-Verstromung sowie die Biogasaufbereitung – auf 9.605 Anlagen. Diese erzeugten zusammen mehr als 80,6 TWh Energie; das entspreche gut einem Drittel der gesamten in Europa aus diesem Energieträger produzierten Menge. Nach den Worten von FvB-Vizepräsident Christoph Spurk müsse Deutschland aufpassen, dass es diese Vorreiterrolle im Bereich Biogasanlagen nicht leichtfertig aufs Spiel setze. Es sei schwer nachzuvollziehen, dass in den vergangen vier Jahren fast alle EU-Staaten eine Biogas- und Biomethanstrategie entwickelt hätten, um ihre Volkswirtschaften nachhaltiger und resilienter zu machen, sich der Technologieführer Deutschland diesem europäischen Prozess aber völlig verweigere. „Das schadet unserem Industriezweig“, kritisierte Spurk. Es gehe immerhin um einen Branchenumsatz in Höhe von 8 Mrd. €; mit dem wachsenden Auslandsmarkt seien es sogar 9,6 Mrd. €. Zudem hingen 67.300 Arbeitsplätze direkt oder indirekt an der Biogasnutzung, vor allem im ländlichen Raum.

Elektrische Leistung gestiegen

Laut FvB gab es Ende 2025 in Deutschland 9.315 Biogasanlagen, die vor Ort verstromten. Hinzu kamen 290 Anlagen, die Biogas zu Biomethan aufbereiten. Die Vor-Ort-Verstromungsanlagen hätten zusammen eine installierte elektrische Leistung von 6.816 MW bei 3.316 MW Bemessungsleistung. Die Differenz der beiden Zahlen ergebe die Überbauung beziehungsweise Flexibilisierung, die für die bedarfsgerechte Stromerzeugung relevant sei.

Anlagen werden zunehmend flexibler

Auffällig sei, dass sich die installierte elektrische Leistung der Biogasanlagen weiter sehr positiv entwickelt habe, hob Karle hervor. Diese Tendenz zeige, dass die Biogasanlagen immer flexibler würden und dadurch eine immer wichtigere Rolle für das Stromnetz spielten. Das werde sowohl politisch als auch gesellschaftlich gefordert. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 29 TWh Biogasstrom erzeugt worden, was dem Bedarf von 8,8 Millionen Haushalten entspreche.

Die bei der Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk (BHKW) anfallende Wärmemenge lag nach Angaben des FvB 2025 bei 32,3 TWh. Davon seien 18,7 TWh außerhalb der Biogasanlage genutzt worden, also in Wohnungen, öffentlichen Einrichtungen oder Industrieprozessen. Diese Wärmemenge entspreche dem jährlichen Bedarf von 1,4 Millionen Haushalten. Karle bedauert, dass diese Leistung in der aktuellen Diskussion um das Potenzial von Biogas häufig übersehen werde.

Biogasaufbereitung immer wichtiger

Signifikant an Bedeutung gewinne dem Fachverband zufolge die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan. Ende 2025 habe sich die Gesamt­erzeugung der Anlagen bundesweit auf 12,8 TWh belaufen. „Eine Steigerung auf 14,5 TWh wäre problemlos möglich“, so der FvB. Zusammen mit dem aktuell importierten Biomethan in Höhe von 3,5 TWh könnten kurzfristig 16,3 TWh Biomethan genutzt werden, was 6,3 % des Erdgasverbrauchs für Wohnungen entspreche. Das wäre relevant für die „Biotreppe“ beziehungsweise die Grüngasquote des Gebäudemodernisierungsgesetzes.

Nicht vergessen werden dürfe laut FvB, dass bei der Biogaserzeugung auch hochwertiger organischer Dünger entstehe. Die Gesamtmenge der Gärprodukte liege bei 96 Mio. t. Diese könnten entweder direkt in flüssiger Form oder nach einer entsprechenden Aufbereitung verwendet werden. Die Summe an Stickstoff aus Gärprodukten beläuft sich dem Verband zufolge pro Jahr auf 735.000 t; an Phosphoroxid sind es 478.000 t und an Kaliumoxid 725.000 t.

Laut FvB existierten 2025 in Schleswig-Holstein 759 Biogas- und Biomethananlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 575 MWel und einer elektrischen Bemessungsleistung von knapp 300 MWel. Die Nettostromproduktion der Anlagen in Schleswig-Holstein habe dabei 2,55 TWh betragen. Dem Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein zufolge bereiten sieben der 759 Anlagen im Land Biomethan auf.

Die detaillierten Branchenzahlen sind auf der Internetseite des FvB abrufbar unter https://t1p.de/vnba5

Den besten Überblick hat man von oben

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Teil eines zielführenden Wildmanagements der großen wiederkäuenden Schalenwildarten wie Rot- und Damwild ist unter anderem der behördlich bestätigte Abschussplan. Diese Grundlage einer passenden Bejagung soll sich eng am vorhandenen Bestand der entsprechenden Arten ausrichten. Doch wie kann der Bestand erfasst werden? Moderne Drohnentechnik bietet gute Möglichkeiten der Wildzählung.

Drohnen-Realbild von fünf Stück Damwild
Foto: Thore Schlüter

Die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer bietet als Dienstleistung auch die Befliegung mit Drohnen an. Über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Technik wurde schon im Bauernblatt berichtet (siehe Ausgabe 33/2025). Dass über die klassischen forstlichen Probleme aus dem Waldschutz oder dem Waldbau hinaus auch der Bereich der Wildbewirtschaftung von Luftbildern erheblich profitieren kann, wurde durch eine Befliegung zur Erfassung des Damwildbestandes eines Hegerings im Osten des Landes im Februar 2026 deutlich.

Methoden der Wildzählung

Früher war es üblich, den Bestand der örtlich vorkommenden Wildarten über eine Kombination aus bodengebundener Zählung vom Weg oder vom Hochsitz aus und der Entwicklung der Abschüsse aus den vergangenen Jahren herzuleiten. Gelegentlich wurden auch Losungsinventuren zur Ergänzung durchgeführt. Letztere Methode lässt aber nur Aussagen über eine Zu- oder Abnahme des Wildbestands zu. Insgesamt sind die Ergebnisse dieser Bestandsermittlungen durch viele Unsicherheitsfaktoren geprägt. Daher führten sie häufig zu einer Unterschätzung, seltener zu einer Überschätzung der Anzahl des Wildbestandes. Im Ausland, wo es zum Beispiel in Skandinavien oder Afrika notwendig ist, auf sehr großer, oft menschenleerer Fläche ohne Infrastruktur Tiere zu zählen, kommt schon länger die Zählung aus der Luft zum Einsatz. Hierfür werden Helikopter oder Kleinflugzeuge genutzt. Als deutlich günstigeres, störungsarmes und sehr gezielt einsetzbares Gerät für eine Beobachtung aus der Luft steht heute die Drohnentechnik zur Verfügung. Sie ist in unserer norddeutschen Kulturlandschaft sehr gut einsetzbar und bietet die Möglichkeit, mit hochauflösenden Kameras und mit Wärmebildtechnik Wild von oben gut zu erfassen.

Die Wärmebildtechnik in Kombination mit Drohnen wird schon einige Jahre verstärkt zur Suche von Jungwild vor der Grünlandmahd eingesetzt. Dabei ist es wichtig, dass zwischen den gesuchten Wildkörpern und der Umgebung ein Temperaturunterschied besteht, der groß genug ist, den Wildkörper auf dem Wärmebild deutlich sehen zu können. Die Erfassung von Wildbeständen insgesamt ist daher bei kalter Witterung besonders erfolgversprechend. In Kombination mit Schnee und einem laubfreien Vegetationszustand lassen sich Tierkörper in vielen Lebensräumen sogar ohne Wärmebild gut aus der Luft erkennen. Schwierigkeiten können natürlich auftreten, wenn sich die zu zählenden Tiere in dichten, immergrünen Nadelwaldbereichen aufhalten. Hier ist eine leistungsstarke Wärmebildtechnik dann unerlässlich. Diese zeigt zum Beispiel auch Schwarzwildkessel unter großen, schneebedeckten Brombeerbüschen an.

Drohneneinsatz planen

Eine Wildzählung mit der Drohne bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung. Zunächst müssen ein geübter Drohnenführer und eine geeignete Drohne mit der passenden Bildgebung zur Verfügung stehen. Dann muss der richtige Zeitpunkt gewählt werden. Der Spätwinter, insbesondere bei Frost oder Schnee bietet sich hier an. Je früher man an einem Tag beginnt, desto mehr Flächen können beflogen werden. Um einen ganzen Tag zur Befliegung zu nutzen, müssen die Akkus der Drohne regelmäßig getauscht und im Fahrzeug wieder aufgeladen werden. An dem beschriebenen Einsatztag wurden im ständigen Austausch drei Akkus und ein Schnellladegerät genutzt.

Der nächste Planungsschritt betrifft den Ort der Befliegung. Dabei sind vor allem Bereiche sinnvoll, auf denen sich das gesuchte Wild am Tag üblicherweise aufhält, die aber andererseits nur schwer vom Boden aus abgesucht werden können, ohne das Wild dabei zu beunruhigen. Im Fall des hier beschriebenen Einsatzes waren es vor allem Gehölzstrukturen, Geländesenken oder Moorflächen. Hierfür wird eine sorgfältige Vorplanung der Befliegungsbereiche gemacht, die möglichst lückenlos aneinander anschließen. Die Reichweite der eingesetzten Drohne betrug zirka 700 bis 1.500 m im Radius, sodass ungefähr 300 ha große Teilbereiche gebildet wurden. Möglichst mittig in diesem Sektor wird der Start- und Landeplatz gewählt. Je höher und freier dieser liegt, desto größer ist die Reichweite des Funksignals.

Vor dem Einsatz der Drohne müssen vorab alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden. Dies betrifft die Absprachen im Hegering, die Information der Grundeigentümer, Jagdvorsteher und Jagdausübungsberechtigten mit einer Widerspruchsmöglichkeit, die generelle Flugerlaubnis für die Drohne am betreffenden Ort zur festgelegten Zeit und eventuell auch weitere Genehmigungen. So musste im beflogenen Gebiet eine Sondererlaubnis zum Überfliegen eines Naturschutzgebietes eingeholt werden, und eine Flugverbotszone war zu meiden. Diese Abstimmungen können eine erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Daher sollte man den Einsatz frühzeitig planen.

Befliegung: So geht’s

Der Drohnenführer Thore Schlüter mit der Drohne im Landeanflug Fotos (2): Dr. Borris Welcker

Während der Befliegung selbst ist darauf zu achten, dass eine gute Flughöhe gewählt wird. Die maximal zulässige Höhe sind 120 m. Es wurde auf zirka 70 m Höhe geflogen, um einerseits einen guten Überblick zu haben, andererseits der Wärmebildkamera aber auch ein sicheres Erfassen von Wärmequellen zu ermöglichen. Während der gesamten Befliegung liefert die Drohne nebeneinander zwei Bilder desselben Ausschnittes. Links ist das Wärmebild zu erkennen, rechts das Realbild. Zeigt das Wärmebild als vorrangiges Suchinstrument eine helle Struktur, kann dann über das Realbild angesprochen werden, worum es sich dabei handelt. Dabei wird möglichst mit dem Kamerazoom gearbeitet, um sich mit der Drohne dem Tier nicht zu sehr von oben zu nähern. So ist es fast immer möglich, zu erkennen, um welche Art es sich handelt, ohne dass das Tier beunruhigt und dadurch flüchtig wird. Zum einen möchte man den Energiesparmodus des Wildes gerade im Spätwinter ja nicht stören, zum anderen könnten durch Flucht bedingte Ortswechsel das Gesamt-Zähl­ergebnis verfälschen. Um Wild auch im Fall einer Flucht möglichst nicht doppelt zu erfassen, könnten auch am Boden, auf geeigneten Hochsitzen oder an anderen Punkten mit gutem Überblick Beobachter postiert werden, die mit Angabe von Zeitpunkt und Bewegungsrichtung mögliches Wild zählen und dokumentieren. Dies ist aber aufwendig und bei fachgerechter Befliegung meist auch überflüssig.

Die Drohne zeichnet ihre Flugbahn durchgehend auf, sodass eine Linienstruktur auf die Landschaftskarte gezeichnet wird, die im Anschluss auch zur besseren Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse gegenüber Jagdpächtern, Jagdgenossen und der Jagdbehörde dienen kann. Wurde Wild der „Zielart“ erfasst, wird der Standort in dieser Linie markiert, und das von beiden Kameras gelieferte Bild abgespeichert. Neben dem zu zählenden Damwild wurden natürlich auch andere Wildarten, vor allem Rehwild und Schwarzwild, in erheblicher Zahl gefunden. Die Unterscheidung der Wildarten aus der Vogelperspektive bedarf etwas Übung, ist dann aber meist problemlos möglich. Gelegentlich werden auch Fehl-Wärmequellen angezeigt, zum Beispiel Wasseraustritte. Aber auch solche Fehler können über das Realbild schnell identifiziert werden.

Auswertung der Bilder

Die Auswertung der Bilder kann dann im Warmen erfolgen. Bereits im Gelände wurde anhand der aufgezeichneten Flugbahnen der Drohne kontrolliert, dass alle wichtigen Bereiche auch beflogen wurden. Die markierten Fundorte und Fotos des erfassten Wildes können dann in aller Ruhe ausgewertet und die Tiere auf den Fotos insgesamt gezählt werden.

Die Wildzählung, die Anlass zu diesem Beitrag war, war sehr erfolgreich. Es konnte festgestellt werden, dass auf der Fläche des Hegerings von mehreren Tausend Hektar mehr Damwild stand, als zunächst angenommen wurde. Dabei waren wie erwartet auch Unterschiede zwischen Gebieten mit starker und zurückhaltender Bejagung festzustellen. Doch es gab auch Überraschungen: Während einige vielversprechende Wälder fast leer waren, standen Damwildrudel im Schutz kleiner Knickstrukturen oder auch mitten auf dem Acker in Senken – Hauptsache, sie konnten von den Wegen aus nicht gesehen werden.

Fazit

Wildzählung mit der Drohne bietet gute Möglichkeiten, einen besseren Überblick über den Gesamtbestand einer großen wiederkäuenden Schalenwildart zu bekommen. Hierbei ist die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer gern behilflich. Interessierte können sich per E-Mail an die Bezirksförsterei Ostholstein, Thore Schlüter, wenden: tschlueter@lksh.de

15 Jahre Engagement für die LandFrauen

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Seit dem 1. März 2011 ist Dr. Gaby Brüssow-Harfmann in der Geschäftsstelle des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein tätig – ein Anlass, auf 15 Jahre engagierte Arbeit für die Interessen von Frauen im ländlichen Raum zurückzublicken.

Gestartet ist sie als Bildungsreferentin mit den Schwerpunkten Frauenpolitik, Seminartätigkeiten („Fit & Engagiert“, heute „Aktiv im Ehrenamt“) sowie der Betreuung des Facharbeitskreises Frauen- und Sozialpolitik. Von Beginn an begleitete Dr. Gaby Brüssow-Harfmann außerdem die Qualifizierung im Bereich Kräuterkunde. Im Jahr 2018 übernahm sie gemeinsam mit Ninette Lüneberg die Team-Geschäftsführung im Landesverband.

Seit 15 Jahren setzt sich Dr. Gaby Brüssow-Harfmann im Landesverband für die Belange der Frauen ein.

Darüber hinaus ist Dr. Brüssow-Harfmann seit vielen Jahren eine wichtige Ansprechpartnerin rund um die Vereinsarbeit und organisiert mit großem Engagement die landesweiten Gesundheitsaktionen des LandFrauenverbandes.

„Mein Herz schlägt für Frauen- und Gesundheitsthemen und für gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. Ich wünsche mir weiterhin einen starken Landesverband, der unsere Themen auf Landesebene anspricht und die Interessen der Frauen im ländlichen Raum vertritt“, sagt Brüssow-Harfmann.

Der LandFrauenverband Schleswig-Holstein dankt ihr für 15 Jahre Einsatz, Fachkompetenz und Herzblut für die LandFrauen­arbeit im Land.

Valentinstag mit Herz und Humor

Zweite Single-Party in der Festscheune

Am 14. Februar wurde es lebendig in der Festscheune von Thomas Schmidt-Wiborg: Fast
80 Singles aus der Region kamen zusammen, um gemeinsam die zweite Single-Party zu feiern. Die Veranstaltung, organisiert von den Jungen LandFrauen Dithmarschen, bot den idealen Rahmen für ungezwungene Begegnungen, gute Gespräche und vielleicht sogar den Beginn von etwas Neuem.

Von Candybar (Foto) bis Beerpong – die Jungen LandFrauen haben bei der Single-Party-Dekoration keine Mühen gescheut. Foto: K. Timmermann

Nach einem lockeren Begrüßungsgetränk folgte die offizielle Eröffnung durch die Jungen LandFrauen Dithmarschen mit einer klaren Einladung an alle Teilnehmenden: „Traut euch, jeden anzusprechen – alle Singles tragen ein Namensschild.“ Um das Eis zusätzlich zu brechen, wurden zu Beginn sogenannte Wort-Matches verteilt. So musste beispielsweise der Pfeffer sein passendes Salz finden – ein spielerischer Einstieg, der schnell zu ersten Kontakten führte. Ein besonderes Highlight war der Gratis-Kurze, der über eine Kurzerrutsche „versenkt“ werden konnte. Auch dieses Angebot sorgte für viel Spaß, Gelächter und weitere Gesprächsanlässe. Im Laufe des Abends wurde ausgiebig getanzt, beim Beerpong gespielt oder in Strandkörben entspannt geplaudert. Zahlreiche Telefonnummern wechselten den Besitzer – und tatsächlich gibt es bereits erste Rückmeldungen, dass Teilnehmende miteinander schreiben oder sich verabredet haben. Für die passende musikalische Begleitung sorgte DJ Hassan, der mit seinem Mix die Tanzfläche füllte. Einige der neu entstandenen „Paare“ wurden zudem auf Polaroid-Fotos festgehalten – als charmante Erinnerung an einen besonderen Abend.

Das Fazit der Veranstalterinnen fällt durchweg positiv aus: Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr gut, die Stimmung war ausgelassen und offen. Nun bleibt die spannende Frage, ob – wie schon bei der ersten Single-Party – auch dieses Mal wieder dauerhafte Paare entstehen. Die Chancen dafür standen an diesem Valentinstag jedenfalls ausgesprochen gut. Katharina Timmermann

Rapspreis im Höhenflug

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Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar sind die Energiepreise geradezu explodiert. Der Rohölpreis stieg am Beginn der zweiten Woche nach dem Angriff um zirka 40 % auf über 100 US-$/ bbl. Der Energieminister von Katar teilte nun mit, dass er im Falle einer Fortsetzung des Krieges davon ausgehe, dass alle Energieproduzenten am Golf innerhalb weniger Wochen ihre Exporte einstellen müssten, was die Ölpreise auf 150 US-$/bbl treiben werde. Vor allem die Sperrung der Seestraße von Hormus, durch die Rohöl vom Persischen Golf auf den Weltmarkt per Tanker transportiert wird, hat 20 % des weltweit gehandelten Öls blockiert. Übrigens stehen dort auch große Düngemittelfabriken, 30 % des weltweit produzierten Harnstoffs werden dort durchgeschleust. Zudem hat der Iran als Reaktion auf Angriffe auf Energieanlagen durch Israel und die USA begonnen, Ölförderanlagen und Raffinerien in Kuwait, Katar, Bahrain und Saudi-Arabien anzugreifen. Wenn der US-amerikanische Präsident Donald Trump von einer kurzen Dauer des Angriffs ausgegangen ist, scheint sich dies nicht zu bewahrheiten, denn ein Nachgeben des Irans beziehungsweise ein Austausch des Mullah-Regimes ist nicht in Sicht.

Ölsaaten ziehen deutlich an

Dieser Preisanstieg für fossile Energien, auch der Preis für Flüssiggas ist in der ersten Februarwoche um über 50 % gestiegen, bewirkt höhere Pflanzenölkurse. Alle Sojaölkontrakte erreichen aktuell an der Börse in Chicago Laufzeithöchststände. Händler gehen davon aus, dass sie weitersteigen. Dies zog auch Sojabohnen nach oben, Raps folgte ihnen. An der Matif notierte der Raps-Frontmonat Mai am 9. März bei 521,25 €, plus 7 % oder 34 € innerhalb von zehn Tagen. Allerdings kommt dieser Anstieg nur Besitzern von Raps der Ernte 2025 zugute, das dürften in den wenigsten Fällen Landwirte sein, da fast die gesamte Ernte 2025 inzwischen im Handel oder den Ölmühlen liegt oder schon verarbeitet ist. Relevant für die Ernte 2026 ist der Kontrakt August 2026. Er lag am 9. März bei 504,25 €/t, immerhin plus 30,5 €/t beziehungsweise 6,4 % gegenüber dem 27. Februar. Das aktuelle Preishoch könnte genutzt werden, Teilmengen der neuen Ernte zu verkaufen.

Fundamentale Unterstützung

Auch andere Nachrichten unterstützen die Rapskurse. So hat die kanadische Statistikbehörde prognostiziert, dass die dortigen Landwirte die Canola­flächen reduzieren. Auch die jüngste Zollsenkung Chinas für kanadischen Raps von insgesamt 85 % auf 15 % sollte die Lieferungen Kanadas nach China beleben und von der EU ablenken.

Höhere Betriebsmittelkosten

Durch den Iran-Krieg sind die Düngerpreise vor allem für
N-Dünger sprunghaft gestiegen, nicht nur wegen des fast verdoppelten Kurses für Erdgas, sondern auch wegen der deutlich gestiegenen Frachtkosten. Die höheren Dieselpreise kommen auch angesichts der bevorstehenden Frühjahrsarbeiten auf den Feldern zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Größere Frostschäden in den Feldbeständen sind nicht zu verzeichnen. Mit dem Wetterumschwung sind in weiten Teilen des Landes die Flächen inzwischen gut befahrbar, sodass die Düngemaßnahmen zügig voranschreiten. Auch können in den kommenden Wochen regional Pflanzenschutzmaßnahmen im Raps beginnen. Allerdings wird auf leichteren Böden von zunehmendem Bodenwassermangel berichtet. Niederschläge wären dringend erforderlich, sind laut aktuellen Wetterprognosen aber vorerst noch nicht in Sicht.

Gemeinsam die Landwirtschaft weiterentwickeln

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Anfang März hatten wir die Gelegenheit, gemeinsam mit der neuen Geschäftsführerin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH), Stephanie Wetekam, ins Gespräch zu kommen. Sie hat ihr Amt zum 1. Januar übernommen und nutzte den Abend, um sich persönlich vorzustellen und mit der Landjugend in den Austausch zu treten.

Zu Beginn stellten sich alle Teilnehmenden kurz vor, um einen Eindruck davon zu bekommen, wer an diesem informativen Treffen teilnahm. Doch natürlich wäre es keine typische Vorstellungsrunde der Landjugend gewesen, wenn nicht auch eine besondere Frage dazugehört hätte: „Mit welcher Schuhgröße betrittst du den Stall?“ So wurde schnell deutlich, dass an diesem Abend sowohl Personen mit Schuhgröße 37 als auch mit Schuhgröße 48 vertreten waren.

Im Anschluss stellte Stephanie Wetekam sich und ihren beruflichen Werdegang genauer vor. Eine besondere Rolle spielt dabei ihre eigene landwirtschaftliche Praxis: Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem erwachsenen Sohn führt sie einen landwirtschaftlichen Betrieb in Hessen mit Ackerbau, Windenergie und Biogasanlage. Dadurch kennt sie viele der Herausforderungen, vor denen auch Betriebe in Schleswig-Holstein stehen – etwa die Frage, wie es mit bestehenden Biogasanlagen künftig weitergehen kann und welche Konzepte langfristig tragfähig sind.

Wie kann die Landwirtschaft gestärkt und weiterentwickelt werden? Beim Austausch gab es gemeinsame Ideen. Foto: Laura Stolley

Beratungsangebote auf dem neuesten Stand

Passend dazu hatte sie einen kurzen Impulsvortrag mitgebracht, der unter dem Titel „Deine Zukunft, Dein Betrieb, Deine Kammer“ stand. Dabei betonte sie besonders, dass die Landwirtschaftskammer vor allem für die landwirtschaftlichen Betriebe da sei und diese aktiv unterstützen wolle. Ein wichtiger Punkt des Abends waren die Beratungsangebote der Landwirtschaftskammer. Vorgestellt wurden unter anderem die sozioökonomische Beratung bei Betriebsübergaben sowie das umfangreiche Weiterbildungsangebot der Kammer. Dabei wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch neue Themen angeregt werden könnten, damit Landwirtinnen und Landwirte in allen Bereichen auf dem neuesten Stand blieben.

Anpassungspotenzial bei der Zwischenprüfung?

Im anschließenden Austausch wurde zudem über die Ausbildung im Beruf Landwirt/-in gesprochen. Seitens der Landjugend wurde angeregt, die Zwischenprüfung künftig in irgendeiner Form in die Bewertung einfließen zu lassen. Aktuell dient sie in Schleswig-Holstein lediglich als Standortbestimmung für die Auszubildenden und hat keinen Einfluss auf die Abschlussnote. Die Entscheidung darüber liegt jedoch beim Kultusministerium und wird voraussichtlich auch bei der nächsten Anpassung der Ausbildungsverordnung nicht verändert.

Ein weiterer Punkt, in dem schnell Einigkeit herrschte, war die Idee eines Grüner-Kamp-Straßenfestes. Ziel wäre es, alle Organisationen und Institutionen, die ihren Sitz in der Agrarhochburg rund um den Grünen Kamp in Rendsburg haben, in lockerer Atmosphäre zusammenzubringen. Die Landjugend würde sich sehr gern an einem solchen Straßenfest beteiligen und begrüßt die Idee eines ungezwungenen Netzwerktreffens mit guten Gesprächen und Austausch.

Für zusätzliche Interaktivität sorgte eine Mentimeter-Umfrage, die Stephanie Wetekam vorbereitet hatte. Dabei ging es sowohl um die Herausforderungen junger Landwirtinnen und Landwirte als auch um die Sichtbarkeit der Landwirtschaftskammer. Deutlich wurde, dass die LKSH grundsätzlich wahrgenommen wird, einige Angebote jedoch noch nicht ausreichend bei den Zielgruppen ankommen. Hier möchte die Kammer künftig neue Wege gehen und die Kommunikation weiterentwickeln.

Virtueller Einblick in landwirtschaftliche Betriebe

Ein weiteres Highlight des Abends brachte Jane Kröger aus der Abteilung Bildung der Landwirtschaftskammer mit: Virtual Reality (VR)-Brillen mit interaktiven Filmen, die einen virtuellen Einblick in landwirtschaftliche Betriebe ermöglichen. Die Nutzerinnen und Nutzer können verschiedene Szenarien auf dem Betrieb erleben und so einen sehr realistischen Eindruck von den Grünen Berufen bekommen. Diese Technik wird bereits auf Messen und in Schulen eingesetzt, um Interesse an landwirtschaftlichen Berufen zu wecken. Darüber hinaus existieren bereits weitere Filme, etwa zu Themen wie Klauenpflege oder dem Einsatz von Brunst­erkennungssystemen. Dadurch können Inhalte zunächst im Klassenraum vermittelt werden, bevor sie später praktisch am Tier umgesetzt werden. Auch für die überbetriebliche Ausbildung sollen diese digitalen Möglichkeiten künftig verstärkt genutzt werden.

Beratung künftig auch per Avatar?

Grundsätzlich wurde deutlich, dass sich die Landwirtschaftskammer in den vergangenen Jahren kontinuierlich modernisiert hat – sowohl am Standort Futterkamp, an dem in den kommenden Jahren unter anderem ein neuer Milchviehstall entstehen soll, als auch im Bereich der Beratung. Perspektivisch ist beispielsweise ein digitaler Beratungsavatar zum Thema Düngung in Schleswig-Holstein geplant, der über die Webseite der Kammer erreichbar sein wird. Auch die Homepage selbst soll im kommenden Jahr neu gestaltet werden.

Einen interaktiven virtuellen Einblick auf landwirtschaftliche Betriebe gab es durch die VR-Brille. Foto: Laura Stolley

Von der Landjugend wünscht sich die neue Geschäftsführerin vor allem eines: offenen Austausch. Themen, Ideen, Inhalte, aber auch Kritikpunkte sollten gern direkt an sie herangetragen werden. Denn nur gemeinsam könne man stärker werden und die Landwirtschaft weiterentwickeln. Außerdem ermutigte sie die Landjugendlichen, sich aktiv in die Ausschüsse der Landwirtschaftskammer einzubringen. Wer daran Interesse hat, kann sich bei der Geschäftsstelle der Landjugend melden, um den Kontakt herzustellen.

Während des Gesprächs bezeichnete sich Stephanie Wetekam augenzwinkernd selbst als „Integrationsbeauftragte zwischen Hessen und Schleswig-Holstein“. Die beiden Bundesländer könnten sicherlich voneinander lernen und voneinander profitieren.

Wir von der Landjugend Schleswig-Holstein wünschen der neuen Geschäftsführerin der Landwirtschaftskammer alles Gute für ihre neue Aufgabe. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und hoffen, dass die „Integration“ gelingt, damit wir gemeinsam die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein auf ein noch stärkeres Fundament stellen können.


Agrarausschuss im Austausch mit dem Bauernverband

Der nächste Austausch steht bereits in Kürze an: Wie in jedem Jahr möchten wir mit dem Vorstand des Bauernverbandes Schleswig-Holstein ins Gespräch kommen. In diesem Jahr begrüßen wir Präsident Klaus-Peter Lucht und Vizepräsident Malte Jacobsen. Gemeinsam wollen wir über aktuelle Themen sprechen, diskutieren und unsere Sicht als Junglandwirtinnen und Junglandwirte einbringen. Das Themenspektrum ist dabei sehr vielfältig: von der Schließung des Schlachthofes in Perleberg über die aktuelle Entwicklung des Milchpreises bis hin zur ehrenamtlichen Tätigkeit im Bauernverband. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, ganz persönliche Fragen mitzubringen – alles, was euch schon lange unter den Nägeln brennt, kann in einem offenen Austausch angesprochen werden.

Wir treffen uns am Donnerstag, 19. März, um 19 Uhr im Detlef-Struve-Haus, Grüner Kamp 19-21, 24768 Rendsburg im Raum Schleswig.

Wir freuen uns über deine Anmeldung bis zum 16. März unter

https://link.landjugend-sh.de/Agrarausschuss&Bauernverband

Fachbereich Rinderhaltung: Neuer Referent in Futterkamp

Seit Februar ist Hauke Seydler neuer Referent im Fachbereich Rinderhaltung im Lehr- und Versuchszentrum in Futterkamp. Bis vor Kurzem hat er einen Betrieb mit Ackerbau und Rinderhaltung im Kreis Plön bewirtschaftet, der nun an die nächste Generation übergehen soll.

Bei der Kammer werden Sie unter anderem Unterricht im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung geben. Was können die jungen Menschen von Ihnen lernen?
Hauke Seydler: Durch meine langjährige Erfahrung kann ich ihnen nicht nur das theoretische Wissen vermitteln, sondern auch praktische Kenntnisse näherbringen. Wir hatten auch immer Auszubildende, daher ist mir der Umgang mit jungen Menschen vertraut und wichtig.

Wie wichtig ist die Kammer, in Ihrem Fall das Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp, für die Betriebe?
Die Ergebnisse der Versuche tragen dazu bei, die Haltung und Leistungsfähigkeit in der Milchviehhaltung zu verbessern. Die Möglichkeit in der überbetrieblichen Ausbildung Theorie und Praxis in einem Lehrgang anzubieten, ist eine gute Ergänzung zur Ausbildung auf den Betrieben und dem Unterricht in den Berufsschulen.

Sie haben mit über 50 Jahren noch einmal den Beruf gewechselt. Andere denken da schon an Rente. Sind Sie ein extrem flexibler Mensch, oder sind Landwirte Ihrer Meinung nach im Allgemeinen anpassungsfähig und haben Lust auf Neues?
Landwirte müssen sich ständig neuen Gegebenheiten anpassen. Wir haben uns als Familie entschieden, dass ich mich im Zuge der Hofnachfolge aus der täglichen Arbeit zurückziehe und mein Nachfolger mehr Verantwortung übernimmt. Da ich immer gern als Ausbilder tätig war, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen, dies als meinen neuen Arbeitsschwerpunkt anzunehmen. Ich freue mich auf die neuen Erfahrungen, die ich dabei sammeln kann.

Ein Ausflug in die Vergangenheit

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In Schleswig-Holstein gibt es rund 240 Museen. Darunter befinden sich auch Heimatmuseen, die oft nur durch den Einsatz von Ehrenamtlichen am Leben erhalten werden. In loser Folge stellt das Bauernblatt sie vor. Kürzlich ging es nach Hoisdorf. Hier eröffnete die Gemeinde in einer Hofanlage aus dem 18. Jahrhundert das Stormarnsche Dorfmuseum.

„Ein wahrer Schatz!“ „Sehr schönes, liebevoll geführtes Museum!“ „Unbedingt anschauen!“ Die Internet-Bewertungen für das Dorfmuseum sind voller Lob. 24 engagierte Ehrenamtliche sind hier im Einsatz, um eine Sammlung von Objekten aus der Landwirtschaft, dem dörflichen Handwerk und dem ländlichen Haushalt zu präsentieren.

Marianne Lentz und Klaus Bustorf laden zu einem Besuch des Stormarnschen Dorfmuseums ein.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Weiterhin zeigen sie die Einrichtung des früheren Hoisdorfer Tante-Emma-Ladens sowie Mobiliar und Utensilien der ehemaligen Dorfschule. Zudem gibt es eine vorgeschichtliche Abteilung. Über 100 heimische Vögel aus der Sammlung und Fertigung des Präparators Hans-Ewald Brennecke, Exponate des Dichters Hermann Claudius (1878-1980) sowie des Bildhauers Richard Kuöhl (1880-1961) runden das Angebot ab. Unter den etwa 10.000 Ausstellungsstücken aus dem 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts befinden sich manch seltene Sammlerschätzchen. Das Außengelände mit einem Kräutergarten, einer Schau landwirtschaftlicher Geräte und Remise ist für Besucher ebenfalls zugänglich.

An diesem Tag laden die Ehrenamtlichen Marianne Lentz und Klaus Bustorf zu einem Rundgang durch die 600 m² große Ausstellungsfläche ein. Bustorf bittet in den Großen Raum, der ehemals ein Viehstall war und gleich hinter dem Haupteingang liegt.

Die heute kurios anmutende Tassenform war vor allem in der deutschen Kaiserzeit bei bärtigen Männern beliebt.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Der Reedereikaufmann im Ruhestand war von 2006 bis 2022 Leiter des Hauses und kennt es wie seine Westentasche. Zielsicher geht der 89-Jährige zu einer Vitrine, in der sich seltene Barttassen befinden. Barttassen? Der Senior schmunzelt und löst das Rätsel auf, was es mit diesen seltsam anmutenden Trinkgefäßen auf sich hat. „Eine Barttasse war eine Tasse für Männer, die innen, oberhalb der Stelle, an der man beim Trinken den Mund ansetzt, einen waagerechten Steg hatte. Dieser sollte den Bart und das Wachs, das zur Schnurrbartmodellierung verwendet wurde, vor der Verschmutzung durch das Getränk oder dem Aufweichen durch heißen Dampf schützen“, erzählt er. Viele patriotisch gesinnte Männer hätten es anno dazumal Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) gleichgetan. Sie trugen prächtige, nach oben gezwirbelte Schnauzbärte. Die Barttassen wurden meist aus Porzellan hergestellt, reich verziert und mit Sprüchen versehen wie „Deinen schönen Bart zu schützen, soll dir diese Tasse nützen.“.

Vom Großen Raum erreichen wir die Diele. Sie vermittelt einen Eindruck von Aspekten des ländlichen Lebens, der Milchwirtschaft und der Haus- und Vorratswirtschaft. Ebenso steht dort das Modell der Rohlfshagener Kupfermühle, das auf einen für Stormarn und den Umkreis von Hamburg im 18. und 19. Jahrhundert wichtigen Industriezweig aufmerksam macht. An der Längsseite ist eine Schmiedewerkstatt mit Amboss, Esse, Blasebalg und Originalwerkzeugen aufgebaut. Diese verweist auf die ursprüngliche Nutzung des Anwesens. Es wurde 1756 von einem Hugenotten namens Martin Friedrich Duwejer als Dorfschmiede errichtet. Ab 1855 diente es als landwirtschaftliches Gehöft, das 1974 in Erbpacht von der Gemeinde erworben wurde. Nach Sanierungs- und Umbauarbeiten öffnete es 1978 als Stormarnsches Dorfmuseum seine Tore. Die geräumige Diele des niederdeutschen Fachhallenhauses ist heute auch Veranstaltungsraum und Ort für standesamtliche Trauungen.

Gute Stube: Der Wohnkomfort auf dem Lande konnte sich schon um 1900 sehen lassen.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Marianne Lentz berichtet, dass früher von hier zwei Ställe für Pferde abgingen. Jetzt sind dort „gute Stuben“ untergebracht, deren Mobiliar überwiegend aus der Zeit um 1900 stammt. In einer gibt es einen typischen gusseisernen Ofen aus der Carlshütte in Büdelsdorf. Bustorf nimmt eine danebenstehende „Feuerkieke“ in die Hand, einen durchlöcherten Behälter aus Metall. „In ihn wurden glühende Holzkohlen gelegt. Die Frauen nahmen ihn dann als wärmende Fußbank mit in den Gottesdienst“, erklärt er. In Haus und Hof oder bei Kutschfahrten war das Utensil gegen Fußkälte ebenso gefragt.

Am östlichen Ende der Diele gelangt man in den früheren Wohnbereich. Hier befindet sich die Hermann-Claudius-Stube. „Sie erinnert mit ihrer Raumaufteilung, den roten Wänden und Original-Einrichtungsgegenständen, Büsten und Bildern an das Arbeitszimmer des Schriftstellers in seinem Haus im benachbarten Grönwohld“, weiß Lentz. Die Lehrerin und Museumspädagogin im Ruhestand beschäftigte sich intensiv mit seinem Wirken und Werk. „Hermann Claudius war ein Urenkel des deutschen Dichters, Lyrikers und Journalisten Matthias Claudius (1740-1815). Er war dem Dorfmuseum eng verbunden, hat dessen Gründung und Entwicklung mit großem Interesse verfolgt und sich durch Lesungen und Gespräche aktiv an der Museumsarbeit beteiligt“, informiert die 84-Jährige. Sogar der Festakt zu seinem 100. Geburtstag fand im Museum statt. Einige Wochen vor seinem 102. Geburtstag starb er.

Über eine Treppe in der Hermann-Claudius-Stube erreichen wir eine weitere Abteilung des Museums. Auf dem ehemaligen Kornboden hat es Claus Möller, Museumsleiter von 1984 bis 2006, geschafft, auf kleinstem Raum ein Gesamtbild der Vor- und Frühgeschichte schlaglichtartig zusammenzufassen. Besonders im Fokus stehen Ausgrabungen, die der prähistorische Archäologe Dr. Alfred Rust (1900-1983) vornahm. Er entdeckte international relevante Funde im Ahrensburger Tunneltal. Eine Besonderheit ist außerdem der 4.100 Jahre alte Riesenbecher, ein 42 cm hohes Tongefäß, in dem während der Jungsteinzeit die Asche eines Menschen bei Börnsen im Kreis Herzogtum Lauenburg begraben wurde. Wir gehen zurück zum Großen Raum im Erdgeschoss, von dem man in das Obergeschoss gelangt. Dort befinden sich Exponate des Dorflebens aus der Zeit bis in die 1950er Jahre.

Laut Schulregeln um 1900 waren im Klassenraum Sprechen, Plaudern, Lachen, Flüstern oder neugieriges Umhergaffen unerwünscht.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Es fallen der historische Kolonialwarenladen und ein Klassenraum der alten Dorfschule ins Auge. Doch auch die Themen Herstellung von Textilien, altes Kinderspielzeug oder die Hausschlachtung werden behandelt. Über ein paar Stufen kommt man auf den ehemaligen Heuboden mit landwirtschaftlichen Geräten. An dieser Stelle wird über die Feldarbeit des Bauern von der Saat bis zur Ernte und das dörfliche Handwerk aufgeklärt. Außerdem kann man einen Ausflug in die heimische Vogelwelt unternehmen. „Unser Museum hat wohl die umfangreichste Sammlung von Präparaten heimischer Vögel in Schleswig-Holstein“, stellen die Ehrenamtlichen heraus.

Am Ende des zweistündigen Rundgangs, der angesichts der überwältigenden Menge an Exponaten und Infotafeln nur ausschnittsweise wiedergegeben werden kann, möchte Lentz einen kurzen Einblick hinter die Kulissen geben. „Träger des Museums ist die Gemeinde Hoisdorf. Über sie läuft die Finanzierung. Alles weitere leisten wir ehrenamtlich“, bemerkt sie. Nachdem es mit Adolf Christen, der in den 1950er Jahren mit anderen den Grundstein für die Sammlung legte, Claus Möller und Klaus Bustorf drei ehrenamtliche Leiter gab, übernehme seit einiger Zeit jeweils für ein Jahr ein dreiköpfiges Leitungsteam diese Aufgabe. Aktuell gehörten ihm Christiane Mertens, Maria Görlich und Hartmut Buthmann an. Die Mitarbeitenden seien in acht Teams organisiert, die sich um unterschiedliche Bereiche kümmern. „Wir sind eine tolle Gemeinschaft von Menschen zwischen 55 und über 90 Jahren und haben auch einen jungen Mann mit dabei. Über mehr Aktive würden wir uns freuen“, unterstreicht Marianne Lentz. Sie und Klaus Bustorf betonen, wie viel Freude ihnen ihr sinnstiftendes Ehrenamt macht. Bewahren, Sammeln, Forschen, Ausstellen, Vermitteln und Einordnen – diesen Grundsätzen der Museumsarbeit haben sie und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter sich mit Kopf und Herz verschrieben. Weitere Informationen unter
www.museum-hoisdorf.de

Schräg gegenüber vom Museum befand sich bis 1984 im Haus Thie 5 Mery Denkers Dorfladen. Er spielte für soziale Kontakte eine wichtige Rolle.
Foto: Silke Bromm-Krieger
Dieser Herd stammt aus der Küche eines großen Haushalts. Er war der Stolz der Hausfrau und wurde sorgfältig sauber gehalten.
Foto: Silke Bromm-Krieger
Die alten Kasperlepuppen und weiteres Spielzeug begeistern besonders die kleinen Besucher.
Foto: Silke Bromm-Krieger
In der Ausstellung sind auch Care-Pakete aus Amerika Thema, die nach 1945 das hungernde Nachkriegsdeutschland erreichten.
Foto: Silke Bromm-Krieger
Die „Feuerkieke“ diente als Heizung zum Mitnehmen. Sie kam oft als wärmende Fußbank im Gottesdienst zum Einsatz.
Foto: Silke Bromm-Krieger
In der dunklen Schusterwerkstatt gab es eine mit Wasser gefüllte „Schusterkugel“, die das Licht der dahinterstehenden Petroleumlampe wie in einem Brennglas bündelte und aufs Arbeitsstück warf.
Foto: Silke Bromm-Krieger


Maisaussaat vorbereiten

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Neben ordentlichen Feldarbeiten zur Maisbestellung stellen Entscheidungen zu Sortenwahl, Saattermin, Bestandesdichte und Ablagetiefe entscheidende Weichen für den Anbauerfolg. Allem voran dürfen die vorherrschende und voraussichtliche Witterung sowie damit verbunden die Befahrbarkeit der Böden und die Feldaufgangszeiten nicht außer Acht gelassen werden.

Sind die vorgesehenen Ackerflächen ausreichend abgetrocknet und können, ohne zu verdichten, befahren werden, können Gülledüngung und Bodenbearbeitung erfolgen. Ein Saatbett mit gut strukturiertem Bodengefüge und ausreichenden Feinerdeanteilen ist zur Maisaussaat wichtig; die Krume sollte frei von groben Kluten und Verkrustungen sein. Jedoch ist die Bestrebung wichtig, das Saatbett nicht zu fein herzurichten, um Verschlämmung und Verkrustung durch Starkniederschläge oder Bodenabtrag durch Wind entgegenzuwirken. Die Saatkörner sind auf gut abgesetzten, festen Bodenhorizont mit Anschluss an Keimwasser in angepasster Tiefe ausreichend rückverfestigt abzulegen. Optimale Bodenbedingungen mit ordentlicher Durchlüftung, Wasserführung und Erwärmung zum Zeitpunkt der Aussaat gewährleisten eine gute Keimung und ein gleichmäßiges Auflaufen des Maises. Fehlt es an Luft im Boden, wurde die Saat nicht in den feuchten Bodenhorizont abgelegt und/oder ist der Boden bei der Aussaat zu kalt, ist ein verzögertes und unregelmäßiges Auflaufen der Pflanzen zu beobachten.

Zügiges Auflaufen der Maispflanzen anstreben

Liegen in 5 cm Bodentiefe nachhaltig mindestens 8 °C Bodentemperatur vor und sind auch keine Kälteperioden in Sicht, kann die Maisaussaat beginnen. Bei früher Aussaat steigt die Gefahr von Kälteeinbrüchen mit nächtlich auftretenden Bodenfrösten, Pflanzenausfälle sind vor und nach dem Auflaufen der jungen Maispflanzen nicht ausgeschlossen. Vor allem leichte Sandböden neigen zu starken Auskühlungen bei niedrigen Temperaturen. Grundsätzlich sind nicht frühe Aussaattermine anzustreben, sondern kurze Auflaufphasen der Maispflanzen. Schnell aufgelaufene Pflanzen wachsen oftmals zügig weiter, sodass zusätzlich auch Schäden durch Vogelfraß und Fritfliegen bis zum Vierblattstadium reduziert werden können.

Für zügige und gleichmäßige Feldaufgänge sind Aussaattiefen an Wetterbedingungen und Bodengegebenheiten anzupassen. Eine mittlere Aussaattiefe von 5 cm wird angenommen, vorausgesetzt das Saatgut wird in den feuchten Bodenhorizont abgelegt. Je feuchter und wärmer der Boden ist, umso flacher kann der Mais gesät werden. Auch bei schwerer Erwärmung des Bodens kann die Ablage um 1 cm flacher erfolgen. Bei sehr leichtem Boden hingegen kann das Saatkorn 1 cm tiefer abgelegt werden. Werden nachhaltig günstige und warme Witterungsbedingungen vorausgesagt und liegen voraussichtlich zum Auflaufen des Maises gute und warme Bodenbedingungen vor, kann ebenfalls flacher abgelegt werden.

Das Saatbett für die Maisaussaat sollte man nicht zu fein herzurichten, um Verschlämmung und Verkrustung durch Starkniederschläge oder Bodenabtrag durch Wind entgegenzuwirken.

Aussaat nicht zu früh wählen

Im vergangenen Jahr war der April ungewöhnlich warm und sonnig, sehr früh wurden die erforderlichen Bodentemperaturen von 8 °C im Aussaatmonat erreicht. Auf der Versuchsstation Schuby der Landwirtschaftskammer wurde ein Versuch mit drei verschiedenen Aussaatzeiten angelegt, als frühester Saattermin wurde der 15. April 2025 gewählt (siehe Tabelle 1); die Ernte erfolgte an einem Tag. Zwei Tage nach der Maisaussaat Mitte April setzte über die Osterfeiertage Regen ein, in Rendsburg fielen bis zum Ostermontag 44 l/m². Im weiteren Verlauf war es bis über die Mitte des Monats Mai hinweg warm, sonnig und trocken. In der letzten Maidekade wurde es kühler, Niederschläge traten regional sehr unterschiedlich auf. In Rendsburg fielen vom 22. Mai bis 1. Juni insgesamt 76 l/m². Der Juni war durchwachsen: Niederschläge, niedrigere Temperaturen und sonnige Tage wechselten sich ab. Während normal gesäter Mais dem Juniwetter trotzte und im Wuchs nicht stockte, blieb spät gesäter Mais deutlich zurück, Wachstumsdepressionen wurden sichtbar. Die ersten Julitage waren hochsommerlich mit Temperaturen über 30 °C und Gewitterneigung. Im Anschluss war es überwiegend grau, dichte Bewölkung brachte auch Niederschläge mit, die Temperaturen lagen noch über dem langjährigen Mittel. Normal gesäter Mais hatte eine gute Jugendentwicklung, die Juliwitterung wurde ordentlich fürs Längenwachstum genutzt. Die weibliche Blüte begann für normal gesäten Mais Anfang der dritten Juliwoche, besondere Auffälligkeiten zur Blüte wurden nicht beobachtet. Ein Tiefdruckgebiet am 22. Juli brachte neben ausgeprägtem Sommersturm auch regional sehr unterschiedlich Niederschlag mit, in Rendsburg fielen an einem Tag 55 l/m². Auch die letzten drei Julitage waren mit insgesamt 55 l/m² in Rendsburg sehr nass. Die Temperaturen im August steigerten sich bis zur Monatsmitte auf über 30 °C, die Niederschläge ließen deutlich nach. Der zum Teil hoch aufgewachsene Mais nutzte die hochsommerlichen Tage für die Kornfüllung. Ab dem letzten Monatsdrittel im August wurden die Nächte kühler. Der September zeigte sich tagsüber warm und trocken. Am 16. September fielen im Land ergiebige Niederschläge, in Rendsburg wurden 63 l/m² gemessen, begleitet von böigem Wind. Es folgte ruhiges Septemberwetter bis zu den ersten Oktobertagen, am 4. und 5. Oktober traten anhaltende Niederschläge von insgesamt 87 l/m² auf, gemessen in Rendsburg. Zur Ernte Anfang Oktober waren bis Anfang Mai gesäte Maisbestände auf leichten Standorten bereits über den optimalen Erntezeitpunkt hinaus, wie Tabelle 1 zeigt. Doch war eines der Versuchsziele auch, dem letzten Aussaattermin noch die Möglichkeit zu geben, zur Ernte ordentlich auszureifen. Die Verluste zwischen den Aussaatterminen im Jahr 2025 zeigen, dass Ernte und Aussaat anzupassen sind. Neben Ertrags- und Qualitätseinbußen zu den aufgeführten Aussaatterminen sind weitere Probleme bei Konservierung und Fütterung zu erwarten.

Feldaufgang entspricht nicht ausgesäten Körnern

Für zertifiziertes Saatgut schreibt das Saatgutverkehrsgesetz eine Mindestkeimfähigkeit von 90 % vor, damit ist die Vertriebsfähigkeit einer Saatgutpartie gegeben. Das heißt, bei der Bemessung der Aussaatstärke sind Saatgutzuschläge notwendig, um entsprechende Feldbestände zu realisieren. Auszählungen von Pflanzenzahlen in verschiedensten Maissortenversuchen landesweit zeigen, dass die realisierten Bestandesdichten nicht mit der ausgesäten Körneranzahl übereinstimmen und Feldaufgänge selten höher als 95 % liegen. In der Praxis ist für Saatgutpartien mit guter Qualität von einer Keimfähigkeit von etwa 95 % auszugehen, wobei zu beachten ist, dass Keimfähigkeiten unter Laborbedingungen festgestellt werden und nicht zwingend auf die Praxis übertragen werden können. Das Saatgut sollte zusätzlich über gute Triebfähigkeit verfügen, gerade bei niedrigen Temperaturen mit langen Feldaufgangszeiten und bei zu tief gewählter Ablage. Tabelle 2 zeigt für anzustrebende Bestandesdichten pro Quadratmeter die jeweilige Saatstärke am erwarteten Feldaufgang bei 75 cm Reihenweite auf. Saatgutzuschläge von 5 % und 10 % sind aufgeführt, ebenso die benötigten Saatguteinheiten pro Hektar. Höhere Zuschläge von 10 % bis 15 % sind anzustreben, wenn die Keimfähigkeit des Saatgutes unter 95 % liegt und/oder schwierige Bedingungen beim Feldaufgang zu erwarten sind. Außerdem sind Kornabstände in der Reihe in Tabelle 2 aufgeführt, die sich aus dem zu erwartenden Feldaufgang und der anzustrebenden Bestandesdichte bei 75 cm Reihenweite ergeben.

Standortangepasste Pflanzenzahl wählen

Auch wenn hierzulande in den letzten Jahren ausreichend Niederschläge während der Vegetation der Maispflanzen gefallen sind, gilt es, die anzustrebende Pflanzenzahl an die Wasserversorgung des Bodens anzupassen und vorausschauend die Maiserträge bei eintretenden trockenen Witterungsbedingungen mit tendenziell niedriger Bestandesdichte abzusichern. Umfangreiche und jahrelang gemeinsam durchgeführte Bestandesdichtenversuche der Landwirtschaftskammern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zeigen länderübergreifend, dass mit zunehmender Bestandesdichte ein Längenwachstum der Maispflanzen einhergehen kann, die Stängel oftmals dünner sind, der Kolbenansatz höher ist und die Lagerneigung mit höheren Bestandesdichten wächst. Zusammengefasste Versuchsergebnisse aus Schleswig-Holstein der Jahre 2019 bis 2025 zeigen, dass Ertragszuwächse nicht parallel mit höheren Pflanzenzahlen ansteigen; zudem sind Einbußen in den Qualitäten zu beobachten (siehe Tabelle 3).

Sortentyp von gewähltem Silomais kennen

Die Landwirtschaftskammer empfiehlt, die anzustrebende Pflanzenzahl pro Quadratmeter auch auf den Silomais-Sortentyp abzustimmen. In Tabelle 4 sind die im letzten Jahr geprüften Maissorten der Landessortenversuche Schleswig-Holstein nach Längenwachstum aufgelistet. Als richtungsweisend gilt, dass mit Blick auf die Wasserversorgung des Bodens die anzustrebende Pflanzenzahl umso niedriger zu wählen ist, je massenwüchsiger die anzubauende Maissorte ist. Bei guter Wasserversorgung des Bodens werden nicht mehr als zehn Pflanzen pro Quadratmeter von kleinwüchsigeren und kompakteren Sorten empfohlen, um in Trockenzeiten keinen Pflanzenstress hervorzurufen. Bei schlechter Wasserversorgung mit langjährig häufiger beobachteten Trockenschäden im Mais liegt die Empfehlung bei maximal sieben Pflanzen pro Quadratmeter für großwüchsige, massebetonte Sorten.

Stabile Nachfrage und differenzierte Zuschläge

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Trotz des Winterwetters mit eisigen Temperaturen verzeichnete die Zuchtviehauktion der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) eG Mitte Februar in Dätgen eine rege Beteiligung. Gegenüber der Januar-Auktion war das Angebot deutlich erweitert worden. Insbesondere bei den weiblichen Tieren zeigte sich eine vollständige Markträumung.

Den Auftakt der Auktion bildeten wie gewohnt die Bullen. Den teuersten rotbunten Bullen stellte erneut die Zuchtstätte Wichmann, Haby, mit dem harmonischen „Eibo PP“, genetisch reinerbig hornlos und Sohn von „Vision PP“, der mit 2.800 € zugeschlagen wurde.

Bei den schwarzbunten Bullen erzielte der „Real Syn“-Sohn der Thies/Gröhn GbR, Stuvenborn, mit 3.800 € den höchsten Zuschlagpreis. Er überzeugte durch sehr hohe genomische Zuchtwerte sowie korrektes Exterieur und überragende Eiweißwerte auf der mütterlichen Seite. Die Bullenkäufer bieten sehr gezielt, dabei sind neben der Abstammung insbesondere die Leistungsdaten, Zuchtwerte und nicht zuletzt die äußere Erscheinung die vorrangigen Kriterien. Ein rotbunter und zwei schwarzbunte Bullen blieben im Überstand.

Die vorgestellte weibliche Verkaufskollektion war durch die Kreiskollektion des Kreisvereins Ostholstein ergänzt worden. Die Gebote erfolgten unter Berücksichtigung der aktuellen Milchauszahlungspreise flott und marktgerecht, sodass erneut alle weiblichen Tiere vom Auktionatorenduo Claus-Peter Tordsen und Karsten Winder zugeschlagen und vermarktet werden konnten.

Den Tageshöchstpreis erzielte – nun schon zum wiederholten Mal – Philipp Ellerbrock, Westerau, Ellerbrock-Holsteins, der eine heterozygot hornlose „Member PP“-Tochter mit Rotfaktor aus der renommierten „ELL Laila“ VG 87 vorstellte. Die sehr gute Einsatzleistung und überdurchschnittliche genomische Zuchtwerte in Verbindung mit einem überaus starken Exterieur führten zu einem spannenden Bieterduell, das letztlich ein hiesiger Käufer mit 4.000 € für sich entschied, was vom Publikum mit Applaus bedacht wurde. Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Färsen betrug 2.269 €.

Die acht rotbunten Färsen erzielten im Mittel 2.319 €. Hier war „Cecilia“ aus der Zucht von Jörg Göttsche, St. Margarethen, mit 2.700 € der Topseller. Diese genetisch hornlose Färse mit vielversprechenden genomischen Zuchtwerten ist eine Tochter des RSH-Vererbers „Elektro P“, von dessen überragenden Vererbungsqualitäten sich kürzlich die Besucher der Verbandsschau Neumünster am Abend anhand der dort vorgestellten Nachzucht ein Bild machen konnten.

Für die Angler Färsen lag der Durchschnittspreis bei 2.433 €, hier war Jürgen Melchertsen, Norgaardholz, mit „Douglas“, einer Tochter von „Blavand P“, am erfolgreichsten. Diese leistungsbereite und mit bestem Euter ausgestatte Färse wurde bei 2.500 € zugeschlagen. Aus dieser Zuchtstätte stammte auch die teuerste Braunvieh-Färse „Desiree“ (Vater „Piaggio“), bei ihr fiel der Hammer ebenfalls bei 2.500 €.

Die drei angebotenen Kreuzungsfärsen erreichten durchschnittlich 1.983 €, wobei Hartmut Schwarzlos, Tangstedt, mit 2.100 € die teuerste stellte.

Die nächste Auktion der RSH eG findet am 19. März im Vermarktungszentrum der RSH eG in Dätgen (direkt an der Autobahnabfahrt Bordesholm) statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen.

Fazit

Zu dieser Absatzveranstaltung ist festzuhalten, dass die Nachfrage weiterhin stabil ist und die Verkaufserlöse von den aktuellen Milchauszahlungspreisen beeinflusst sind. Die komplette Markträumung bei den weiblichen Tieren ist ein starkes Indiz für diese Einschätzung. Qualitätstiere sind weiter gefragt. Neben den vielfach genannten Einflussfaktoren auf den Verkaufserlös, zum Beispiel eine ordentliche Einsatzleistung und ein ansprechendes Exterieur, honorieren die Kaufinteressenten insbesondere Färsen, deren Kalbung nicht allzu lange zurückliegt. Vor dem Hintergrund der noch freundlichen Preise für abgehende Altkühe, sind potenzielle Kaufinteressenten aktuell gut beraten, in ihren Beständen zu selektieren und den Zukauf der Bestandsergänzung jetzt vorzunehmen.

Neue Förderangebote für landwirtschaftliche Betriebe

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Während Problemunkräuter wie Ackerfuchsschwanz oder Ackerkratz­distel im ertragsorientierten Marktfruchtbau zurück­gedrängt werden müssen, gibt es unter den Ackerwildpflanzen auch konkurrenzschwache Arten, die unter bestimmten Bedingungen als bunte Begleiter des Ackerbaus geduldet werden können. Da es in Schleswig-Holstein bisher kein spezielles Förderprogramm für den Erhalt von Ackerwildkräutern gibt, hat der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) zusammen mit den Lokalen Aktionen in diesem Jahr ein neues Modellprojekt „Gemeinschaftlicher Ackerwildkrautschutz“ gestartet. Es wird durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen der Umsetzung der Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein – Kurs Natur 2030 gefördert.

Im Rahmen des dreijährigen Projektes (2026 bis 2028) können landwirtschaftliche Betriebe auf freiwilliger Basis und jahrweise flexibel zwischen verschiedenen einjährigen Vertragsangeboten wählen. Die einzelnen Maßnahmen und die dazugehörigen Förderungen sind in der Tabelle auf der folgenden Seite erläutert. Da flächige Bewirtschaftungsanpassungen nicht immer möglich sind, wird für Ackerrandbereiche mit aktuellen Vorkommen besonders seltener Arten auch eine kleinflächige Maßnahme angeboten (Nummer 8 in der Tabelle). Die Angebote richten sich sowohl an konventionell als auch an ökologisch wirtschaftende Betriebe.

Ackerwildkraut-Wettbewerb

Im Rahmen eines Ackerwildkraut-Wettbewerbs wird zusätzlich eine erfolgsorientierte Maßnahme angeboten. Für den Erhalt der Förderung müssen hierbei keine Auflagen eingehalten werden. Maßgeblich ist allein der Nachweis wertgebender Ackerwildpflanzenarten, die auch im Schlaginneren vorkommen sollten (siehe Ökoregelung 5 „Kennarten im Dauergrünland“). Betriebe, die über aussichtsreiche Äcker verfügen, können diese für das laufende Jahr online für den Wettbewerb anmelden (siehe unten). Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden allen Teilnehmenden mitgeteilt und die Prämien für die Gewinneräcker zum 1. November ausgezahlt. Für die Teilnahme an dem Ackerwildkraut-Wettbewerb gibt es die folgenden Vorgaben:

Online-Anmeldung potenziell artenreicher Ackerflächen bis Mitte April für das jeweilige Anbaujahr (Link zur Anmeldung siehe unten),

standardisierte Erfassung wertgebender Ackerwildkräuter durch externe Kartierung (nach Voranmeldung beim Betrieb) im Auftrag des DVL,

eine Ackerfläche je Betrieb, in der Regel maximal 3 ha (limitiertes Projektbudget), größere Schläge dürfen angemeldet werden,

keine Brache, Blühfläche, Acker-/Kleegrasfläche oder Wiese,

keine Flächen mit bestehenden Vertragsnaturschutzauflagen,

Förderung: 550 €/ha beziehungsweise 450 €/ha und Jahr für Ökobetriebe.

Stoppelbrachen bieten im Herbst gefährdeten, spät blühenden Ackerwildkräutern die Chance, sich noch ausreichend zu entwickeln.

Wo sind geeignete Standorte?

Viele Ackerwildpflanzen haben nur unter nährstoffarmen Bedingungen gute Entwicklungsmöglichkeiten und können daher vor allen auf ertragsarmen Grenzertragsböden gefördert werden. Neben sehr sandigen und trockenen Standorten kommen hierbei auch nasse und zur Verdichtung neigende Böden infrage. Vorkommen besonderer seltener Arten können sich außerdem auf den basenreichen Böden im Bereich Nordostwagrien/Fehmarn entwickeln. Ackerflächen, die bereits in der Vergangenheit nur extensiv gedüngt und wenig mit Herbiziden behandelt wurden, haben ein besonders hohes Potenzial für artenreiche Ackerwildkrautbestände. Standorte, an denen aus landwirtschaftlicher Sicht unerwünschte konkurrenzstarke „Problempflanzen“ dominieren (zum Beispiel Quecke, Disteln), sind hingegen auch für den Ackerwildkrautschutz nur schwierig zu bewirtschaften.

Winterroggen im Weite-Reihe-Anbau: Lichte Getreideäcker fördern besonders die Entwicklung vieler konkurrenzschwacher Ackerwildpflanzen.

Wo kann man sich bei Interesse melden?

Die Landesarbeitsgemeinschaft DVL-Schleswig-Holstein steht mit den Lokalen Aktionen und DVL-Regionalbüros für alle Fragen zu den Angeboten des „Gemeinschaftlichen Ackerwildkrautschutzes“ zur Verfügung. Die Naturschutzberaterinnen und -berater unterstützen kostenlos bei der betriebsindividuellen Auswahl und praxistauglichen Ausgestaltung der einzelnen Maßnahmen. Weitere Informationen zur Anmeldung für den Wettbewerb und zu den neuen Förderangeboten des Baukastensystems finden sich auf der Projektseite https://bit.ly/3OsTkfP


Hinweis

Die Maßnahmen des „Gemeinschaftlichen Ackerwildkrautschutzes“ werden nur für Ackerflächen angeboten, die ein besonderes Potenzial für das Vorkommen von wertgebenden Ackerwildkräutern aufweisen (geeignete Standortbedingungen, aktuelle oder dokumentierte Funde von Arten). Die Flächeneignung wird im Rahmen der fachlichen Beratung festgestellt. Da die Fördermittel begrenzt sind, kann der Umfang der Teilnahmeflächen in Abhängigkeit von der Nachfrage begrenzt werden.