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Frohe Ostern!

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Ob der Osterhase bereits da war, scheint sich auch diese Rouen-Clair-Ente mit prüfendem Blick zu fragen. Die in Frankreich aus den Wildenten gezüchtete flugunfähige Nutztierrasse zeichnet sich durch ein ruhiges und freundliches Verhalten aus.

Das Bauernblatt-Team wünscht seinen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!

Landtechnik als Lebensgefühl

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Zur Börmer Landmaschinenausstellung (Börla) zog es nach Angaben der Veranstalter am vergangenen Freitag und Sonnabend rund 14.000 Gäste auf das Gelände der Wüstenberg-Gruppe. Bereits zum 51. Mal lud das Unternehmen um die Geschäftsführer Holger und Momme Wüstenberg zu der Messe in den Kreis Schleswig-Flensburg ein, auf der es neben Innovationen aus der Landtechnik verschiedener Hersteller auch jede Menge handfesten Klönschnack gab.

Nach dem 100-jährigen Bestehen von Wüstenberg am Standort Börm im vergangenen Jahr freuten sich Holger und Momme Wüstenberg erneut über den großen Zuspruch über die Region hinaus: „Wir sind schon stolz, hier eine solche Ausstellung auszurichten. So viele gibt es davon nicht mehr“, sagt Holger Wüstenberg. Für ihn ist es das etablierte Angebot aus Technik, regionalen Dienstleistern für den ländlichen Raum und der Gelegenheit zum persönlichen Gespräch, das die Börla auch im Jahr 2026 ausmacht. „Aber die Stimmung ist besser als die Investitionsfreude“, schildert Wüstenberg mit Blick auf die aktuellen Preise an den Märkten für landwirtschaftliche Erzeugnisse. „Wir sind letzlich abhängig von der Einkommenssituation auf den Betrieben. Ein Landwirt, der Geld verdient, investiert auch.“ Holger Wüstenberg ist guten Mutes, doch verweist der Geschäftsführer auch auf gravierende Veränderungen im Bereich Landtechnik in Schleswig-Holstein. Mit welchen Strukturen es das Familienunternehmen zu tun habe, werde am Beispiel Ipso deutlich: Der rumänische Importeur in den Händen einer französischen Milliardärsfamilie gab Mitte Januar die Übernahme der Vertriebspartner Rebo Landmaschinen und B+S Landtechnik bekannt. „Die Stärken, die wir haben, müssen wir weiterhin nutzen“, unterstrich Wüstenberg.

Mit der Serie 8 legt der Hersteller Deutz eine neue Baureihe vor. Das Flaggschiff 8340 TTV hält eine Leistung von 340 PS und 1.398 Nm Drehmoment bereit. Foto: jh
Anschauliche Unfallprävention: Lars Harder und Matthias Hansen (v. li.) von der SVLFG stellten ein förderfähiges System für nachrüstbare Rückfahrkameras mit Personenerkennung vor. Foto: jh
Mit dem Fastrac der 6000er Reihe schließt JCB die Lücke zwischen den Modellen der 4000er und der 8000er Serie. Der Fastrac 6300 bietet 335 PS sowie 11 t Hubkraft hinten und 5 t Hubkraft vorn. Foto: jh


Drei Neuheiten am Markt zogen auf der Börla besonderes Interesse auf sich: Mit der 6000er Reihe schließt JCB die Lücke zwischen Modellen der 4000er und der 8000er Serie. „Diese Leistungsklasse wird in Deutschland und Europa zunehmend wichtiger“, erklärte Philip Miebach von JCB Deutschland. Dem Konzept von Allradlenkung, außen liegenden Scheibenbremsen und einem dritten Aufbauraum sei JCB auch bei diesem Modell treu geblieben. Das optionale System Twin Steer steuert mit zwei integrierten Empfängern im Dach die Vorder- und Hinterachse unabhängig voneinander, wodurch etwa das automatische Fahren im Hundegang verbessert werde.

Neueste Landtechnik von Krone, New Holland, JCB, Deutz und Lemken, aber auch gebrauchte Maschinen gab es auf der Börla zu sehen. Foto: jh

In der von Deutz neu entwickelten Serie 8 arbeiten ein 6,7-l-FPT-Motor und ein überarbeitetes Getriebe, das die bis zu 340 PS Leistung auf den Boden bringt. „Zudem bietet die Kabine über 30 % mehr Volumen. Reifengrößen von bis zu 34“ auf der Vorder- und 44“ auf der Hinterachse sind möglich“, erklärt Pascal Storm, Mitarbeiter von Wüstenberg am Standort Börm. Ab Herbst werde eine Vorführmaschine verfügbar sein. Neu auf dem Markt vorgestellt wurde zudem der Schlepper New Holland T7 SWB mit Leistungen von 180 bis 225 PS und drei zur Verfügung stehenden Getriebevarianten. 

Die Wüstenberg-Gruppe blickt derweil bereits auf einen weiteren besonderen Termin: Am 13. Juni wird das 50-jährige Bestehen am Standort Niebüll mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.

Klimaschutzprogramm: Kritik, aber auch Zustimmung

Dem Deutschen Bauernverband (DBV) fehlt im vom Bundeskabinett beschlossenen Klimaschutzprogramm 2026 zumindest für den Agrar- und Forstbereich der Realismus. Zwar sei die Bundesregierung mit der geplanten Investitionsförderung und den produktionsintegrierten Maßnahmen grundsätzlich auf dem richtigen Weg, erklärte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet. Der Bundesregierung müsse aber klar sein, dass die Lebensmittelproduktion immer mit systembedingten Treibhausgasemissionen verbunden sein werde. Relevant sei vielmehr die Effizienz.

Eine weitere Produktionsverlagerung der hocheffizienten deutschen Landwirtschaft schade dem Klimaschutz, der Wirtschaft im ländlichen Raum sowie der Versorgungssicherheit. „Wir brauchen dringend ein zugestandenes Treibhausgasbudget und Planungssicherheit für die kommenden Jahrzehnte“, mahnte Sabet. Kritisch sieht sie auch die Klimaschutzpläne der Bundesregierung für den Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF). Eine Ausweitung von Waldflächen sowie die gesetzliche Verankerung eines überragenden öffentlichen Interesses für Moorwiedervernässung gingen völlig in die falsche Richtung. Schon heute gehe zu viel produktive Fläche verloren. Das Freiwilligkeitsprinzip im Moorschutz sei unverhandelbar.

„Politischer Mut fehlt“

Für die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fehlt der Bundesregierung im Klimaschutz der politische Mut, die Probleme konsequent anzugehen und die richtigen Anreize für eine strukturelle Transformation zu setzen. So wäre der Umbau der Tierhaltung nach dem Borchert-Konzept ein zentraler Hebel für mehr Klimaschutz, erklärte die AbL. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) begrüßt die angestrebten 1.000 zusätzlichen Projekte jährlich im Bereich alternative Antriebe im Bundesenergieeffizienzprogramm. Zugleich erinnerte der ZVG aus Anlass des Kabinettsbeschlusses an die CO2-Preisbelastung im energieintensiven Unterglas-Gartenbau und mahnte die Umsetzung des Koalitionsvertrages zum Emissionshandel an. Klimaschutz sei ein wichtiges und berechtigtes Anliegen. Unternehmen müssten aber wirtschaftlich überlebensfähig bleiben.

Von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) kam harsche Kritik. Mit dem Programm beerdige die Bundesregierung den Klimaschutz. Es sei nicht nachvollziehbar, dass das Produktions- und Wertschöpfungspotenzial der heimischen Biomasseerzeugung und -verarbeitung erneut nicht als Leitplanke für die Ausgestaltung der Maßnahmen diene. Denn es sei zum Beispiel keine gezielte Förderung der Biokraftstoffnutzung im Schwerlastverkehr und in der Landwirtschaft vorgesehen.

Für den Fachverband Biogas ist die geplante konsequentere Vergärung von Gülle und Mist ein zentraler Hebel, um kurzfristig wirksame Treibhausgasminderungen in der Landwirtschaft zu erreichen und bestehende Biogasanlagen weiter zu optimieren. Allerdings reiche eine Investitionsförderung allein nicht aus, um den Gülleeinsatz in Biogasanlagen signifikant zu steigern. Hier brauche es ergänzend klare Anreize im Erneuerbare-Energien-Gesetz, etwa durch gezielte Zuschläge für den Einsatz ökologisch vorteilhafter Substrate. Zudem würden durch das Programm weitere Klimaschutzpotenziale der Biogasbranche nicht genutzt. Beispielsweise unterstützten die bei der Biogaserzeugung entstehenden Gärprodukte die Erhaltung wichtiger Bodenfunktionen.

Licht und Schatten

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) begrüßte die geplante Intensivierung der Förderung des Waldumbaus. Richtig findet die AGDW auch die angedachte Förderung der Standortkartierung im Privat- und Kommunalwald sowie die Förderung von Klimaanpassungsplänen im Kleinprivatwald. Gerade im Kleinprivatwald sieht man noch viel Potenzial für den klimagerechten Waldumbau schlummern. Weniger zielorientiert sei hingegen die Förderung der Extensivierung alter Laubwälder, da in alten Wäldern in aller Regel die CO2-Bindung reduziert sei.

Die Extensivierungsabsichten der Bundesregierung kommen auch beim Hauptverband der deutschen Holzindustrie nicht gut an. Für den Dachverband ergibt sich der Widerspruch, dass der Holzbau zwar ausdrücklich als die einzige heute breit verfügbare Technologie zur Kohlenstoffspeicherung in Gebäuden anerkannt werde. Gleichzeitig drohten aber Nutzungseinschränkungen in der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Und dadurch werde die Rohstoffbasis für ebendiesen klimafreundlichen Baustoff strukturell geschwächt.

DUH will klagen

Umweltschutzorganisationen reagierten durchweg negativ auf das Klimaschutzprogramm. Für Germanwatch bleibe es damit bei einer vagen Absichtserklärung. Beispielsweise fehlten konkrete Maßnahmen, um die notwendige Reduktion der Tierbestände bei gleichzeitiger Förderung betrieblicher Alternativen voranzubringen. Andere Organisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) monierten „geplante Klein-Klein-Maßnahmen“. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wiederum kündigte eine Klage gegen das Programm an. Trotz einer Klimaschutzlücke und dringenden Handlungsbedarfs gerade in den Sektoren Verkehr, Gebäude sowie Landwirtschaft und Landnutzung lege die Bundesregierung kein Programm vor, das die gesetzlichen Klimaziele realistisch erreiche, so die DUH. Zudem weise das Programm erhebliche fachliche Mängel auf.

Dabei verwies die DUH auf die Stellungnahme des Expertenrats für Klimafragen zum Programm. Dieser geht davon aus, dass die bisher geplanten Maßnahmen „mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen werden, um die Erreichung der Klimaschutzziele sicherzustellen“. Zudem sieht der Expertenrat Anhaltspunkte dafür, dass die Bundesregierung die tatsächliche Emissions-Minderungswirkung des Klimaschutzprogramms deutlich überschätzen könnte. So seien die angegebenen Minderungswirkungen der Maßnahmen für den LULUCF-Sektor nicht nachvollziehbar. Schließlich beklagt der Expertenrat ein „geringes Ambitions- und Innovationsniveau“ bei der Erarbeitung des Programms.

Klimaschutzprogramm nimmt Branche in die Pflicht

Die Landwirtschaft muss beim Klimaschutz mehr Gas geben. Das stellt die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm 2026 klar, das am Mittwoch voriger Woche beschlossen wurde. Zwar unterschreite der Sektor bis 2030 die festgelegten Emissionsmengen. Für die Zeit danach sei mit den beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen aber keine weitere Reduktion zu erwarten. Dann werde die Landwirtschaft „in einem treibhausgasneutralen Deutschland“ der Sektor „mit den höchsten verbleibenden Treibhausgasemissionen sein“. Ziel sei es daher, den Klimaschutz in der Landwirtschaft intensiver zu fördern.

Dabei nimmt die Bundesregierung wenig überraschend die Tierhaltung in den Fokus. Zum einen geht es ihr um eine Verringerung des Konsums von tierischen Erzeugnissen. Zum anderen sollen in der verbleibenden Produktion die Emissionen heruntergefahren werden. Dazu ist geplant, dass bis 2040 etwa 70 % des anfallenden Wirtschaftsdüngers vergoren werden. Um diese Quote zu erreichen, sollen unter anderem die Umrüstung von Biogasbestandsanlagen hin zu einem umfangreicheren Gülleeinsatz und die gasdichte Lagerung von Gärresten staatlich gefördert werden. Daneben will die Bundesregierung die Anschlussförderung für Güllekleinanlagen nach der Erneuerbare-Energien-Verordnung wiederaufnehmen, um bestehende Wirtschaftsdüngermengen in der Vergärung zu halten.

Methanmessprogramm und Elektrifizierung

Der Klimaschutz speziell in der Rinderhaltung soll mit einem Methanmessprogramm zur Erforschung von Minderungsmaßnahmen vorangebracht werden, ebenso durch Forschungsprogramme jeweils zur Züchtung weniger klimaschädlicher Milchkühe sowie zur optimierten Fütterung einschließlich der Gabe von Futtermittelzusatzstoffen.

Auch den Maschineneinsatz in der Landwirtschaft hat die Bundesregierung im Blick. Berlin setzt nicht nur im Straßenverkehr auf Elektrifizierung und Kraftstoffsubstitution, sondern auch im „mobilen und stationären Energieeinsatz“ in der Landwirtschaft. Maschinen für leichte Arbeiten seien bis 2045 vollständig zu elektrifizieren. Für schwerere Arbeiten biete sich der Einsatz von Biodiesel an. Gefördert werden soll die Umstellung beispielsweise durch Investitionsförderung, durch die Aufhebung der steuerlichen Benachteiligung von Biokraftstoffen und durch klare Zulassungsregelungen für den Einsatz alternativer Kraftstoffe in Bestandsmaschinen.

Mehr Windräder bundesweit geplant

Zu den weiteren von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft zählen die Stärkung des hiesigen Eiweißpflanzenanbaus und die Förderung alternativer Proteinquellen. Darüber hinaus soll die einzelbetriebliche Klimabilanzierung für landwirtschaftliche Betriebe weiterentwickelt werden, auch weil der Handel immer häufiger nach produktionsbezogenen Emissionswerten frage. Für Landwirte relevant sein dürfte auch der beabsichtigte massive Ausbau der Erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft. So sollen für Windkraftanlagen an Land bis 2030 zusätzlich 12 GW – entsprechend 2.000 Windrädern – ausgeschrieben werden.

Und auch im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) hat die Bundesregierung weiteren Handlungsbedarf ausgemacht – zumal dieser bereits 2030 seine Emissionsminderungsziele wohl kräftig verfehlt. Angesetzt werden soll bei der Stärkung der Klimaresilienz der Wälder, etwa durch eine umfangreichere Förderung des Waldumbaus und von Maßnahmen für einen besseren Wasserrückhalt im Boden. Ferner soll das 2022 gestartete Förderprogramm Klimaangepasstes Waldmanagement fortgeführt werden, das beispielsweise den Verzicht auf Kahlschläge und zumindest für größere Betriebe die Stilllegung von 5 % der Gesamtwaldfläche vorsieht. Allerdings soll auch die staatliche Förderung für die Nutzung von Holz ausgebaut werden.

Schließlich will die Bundesregierung die Wiedervernässung von Mooren weiter voranbringen. Um dabei wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen, sollen die Wertschöpfungsketten auf nassen Moorböden gestärkt werden, und zwar durch Forschung insbesondere zu Paludiprodukten und durch Marktanreizprogramme.

Für Maßnahmen 8 Mrd. € eingeplant

Die Landwirtschaft und der LULUCF-Sektor sind zwei von insgesamt acht Bereichen, zu denen im Programm unter Beteiligung von insgesamt sieben Bundesministerien Klimaschutzmaßnahmen erarbeitet worden sind. Dafür sollen ab 2027 bis einschließlich 2030 zusätzliche Mittel im Klima- und Transformationsfonds in Höhe von 7,6 Mrd. € sowie zusätzlich 400 Mio. € aus dem Sondervermögen bereitgestellt werden. Für Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), der das Programm im Nachgang der Kabinettssitzung vorstellte, hat das Klimaschutzprogramm 2026 „höchste Priorität“. Man wolle dem Klimaschutz neuen Schub geben, auch um Deutschland unabhängiger zu machen von Öl- und Gasimporten sowie um die Wirtschaft zu modernisieren. Dabei wolle man nicht mit erhobenem Zeigefinger vorgehen, sondern mit der ausgestreckten Hand Klimaschutz konkret ermöglichen, warb Schneider um Akzeptanz für verstärkten Klimaschutz.

Landjugend bringt junge Stimmen nach Berlin

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Mitglieder der Arbeitskreise Jugend macht Politik (AK Jumpo) und Agrar beim Bund der Deutschen Landjugend (BDL) trafen sich Ende März in Berlin. Mit dabei waren auch fünf Vertreterinnen und Vertreter des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein (LJV). Für den AK Jumpo reisten die stellvertretenden Landesvorsitzenden Sören Schatt und Lasse Helmer an. Im AK Agrar engagierten sich Laura Stolley aus dem Agrarausschuss sowie die ehemaligen Ausschussmitglieder Wiebke Wendt und Malte Blöcker.

Die Arbeitskreise bieten jungen Menschen aus dem ländlichen Raum eine wichtige Plattform, um ihre Anliegen sowohl politisch als auch agrarfachlich einzubringen. Ziel ist es, die Stimmen der Jugend hörbar zu machen und in politische Prozesse einzuspeisen. Zum Auftakt des AK Jumpo stand ein Input zum Thema Social-Media-Verbot für Jugendliche auf der Agenda. Die Teilnehmenden diskutierten intensiv und kamen zu dem Ergebnis, dass ein pauschales Verbot nicht zielführend sei. Stattdessen brauche es präventive Maßnahmen, mehr Medienbildung und klare Regeln für Plattformen, um junge Menschen besser zu schützen.

Landjugendliche treffen Abgeordnete

Ein weiterer Programmpunkt, an dem beide Arbeitskreise teilnahmen, war ein Vortrag zum Thema Resilienz. Die Referentin vermittelte grundlegende Zusammenhänge und gab Einblicke in gesellschaftliche Herausforderungen, unter anderem anhand des sogenannten Operationsplans Deutschland der Bundeswehr. Dabei wurde deutlich, welche Aufgaben sowohl zivile als auch militärische Strukturen in Krisenzeiten übernehmen. Ein zentraler Höhepunkt der drei Tage war der Parlamentarische Abend des BDL. Selten kommen so viele junge Engagierte aus dem ländlichen Raum und Bundestagsabgeordnete in dieser Form direkt miteinander ins Gespräch. Statt klassischer Frontalveranstaltung wurde bewusst auf kleine Gesprächsrunden gesetzt: An mehreren Tischen diskutierten die Teilnehmenden auf Augenhöhe und im engen Austausch.

Inhaltlich standen zentrale Zukunftsfragen des ländlichen Raums im Mittelpunkt. Beim Thema Rechtsextremismus in der Landwirtschaft berichteten die Landjugendlichen von konkreten Erfahrungen aus ihren Regionen. Dabei wurde deutlich, dass rechtsextreme Akteure gezielt versuchen, Anschluss im ländlichen Raum zu finden und landwirtschaftliche Themen für ihre Zwecke zu nutzen. Die Landjugend setzt hier bewusst auf Aufklärung, klare Abgrenzung und starke Netzwerke – machte aber auch deutlich, dass dieses Engagement politische Rückendeckung und verlässliche Unterstützung benötigt.

Zentrale Zukunftsfragen des ländlichen Raums standen auf dem Programm in Berlin. Foto: Laura Stolley

Ein weiteres großes Thema war die Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume. Herausforderungen wie eingeschränkte Infrastruktur, mangelnde medizinische Versorgung, schwacher Nahverkehr oder digitale Defizite wurden offen angesprochen. Einigkeit bestand darin, dass politische Zielsetzungen zwar vorhanden seien, es jedoch oft an konsequenter Umsetzung fehle. Besonders wichtig sei es, Wertschöpfung und Arbeitsplätze auf dem Land zu stärken, um jungen Menschen Perspektiven in ihrer Heimat zu bieten. Auch die Situation der Jugendverbandsarbeit wurde diskutiert. Die Landjugend machte deutlich, dass verlässliche Förderstrukturen notwendig seien, um eigenständiges Engagement junger Menschen langfristig zu sichern. Dabei wurde betont, dass Jugendarbeit Freiräume und Vertrauen brauche statt immer stärkerer bürokratischer Vorgaben.

Im agrarischen Bereich standen insbesondere die wirtschaftlichen Herausforderungen im Weinbau sowie die schwierige Hofnachfolge im Fokus. Steigende Kosten, unsichere Erlössituationen und hohe Einstiegshürden erschweren vielen jungen Menschen den Weg in die Landwirtschaft. Die Teilnehmenden machten deutlich, dass es hier dringend verlässliche politische Rahmenbedingungen und Planungssicherheit brauche.

Highlight Auswärtiges Amt

Auch der Umgang mit Sozialen Medien wurde intensiv diskutiert. Die Landjugend sprach sich gegen Verbote aus, forderte jedoch mehr Verantwortung von Plattformen sowie eine stärkere Sensibilisierung im Umgang mit digitalen Inhalten. Gleichzeitig wurde betont, dass auch politische Akteure eine Vorbildfunktion trügen und bewusst mit Informationen umgehen sollten. Neben politischen Diskussionen bot das Programm auch Einblicke in Bundesinstitutionen. Ein besonderes Highlight war der Besuch im Auswärtigen Amt. Dort stellten sich Mitarbeitende den Fragen der Landjugendlichen und ermöglichten einen direkten Einblick in die Arbeit des Ministeriums.

Die drei intensiven Tage in Berlin haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Beteiligung junger Menschen an politischen Prozessen ist. Die Landjugend Schleswig-Holstein nimmt viele Impulse mit nach Hause und wird sich weiterhin aktiv für die Interessen des ländlichen Raums einsetzen.

Frischer Wind zwischen den Meeren

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Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen. Sie vermitteln Informationen über Fort- und Weiterbildungen und übergreifende Veranstaltungen und regen den Austausch und die Vernetzung untereinander an. Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? Dazu hat Tonio Keller, früherer Redakteur beim Bauernblatt, alle zwölf Kreisverbände bereist – heute: der KLFV Rendsburg-Eckernförde, zu dem auch Kiel gehört.

Frischen Wind will der „runderneuerte“ Vorstand in die Kreisarbeit bringen. „Infolge der Corona-Zeit und durch mehrere Wechsel im Vorstand hat manches brachgelegen“, berichtet die neue Kreisvorsitzende Sandra Röschmann. „Ich habe den Eindruck, dass auch die LandFrauen an der Basis aktiver werden, mehrere Ortsvereine melden Mitgliederzuwächse.“ Vielleicht ist eine gewisse Durststrecke überwunden.

Der neue Kreisvorstand (v. li.): Doris Bracker, Katrin Matthießen, Sandra Röschmann, Claudia Jagstorf, Elke Briesemeister, Anna Riesenberg
Foto: Meike Philipsen

Im Januar traten die erste Vorsitzende Meike Philipsen, Geschäftsführerin Angela Hutzfeld und Beisitzerin Doris Voß aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl an. Sandra Röschmann rückte von der zweiten zur ersten Vorsitzenden auf, neue zweite Vorsitzende ist Elke Briesemeister, Geschäftsführerin Anna Riesenberg – der KLFV Rendsburg-Eckernförde hat als Einziger noch satzungsgemäß eine Geschäftsführerin. Claudia Jargstorf führt weiterhin die Kasse, Doris Bracker ist weiterhin Beisitzerin, Katrin Mat­thießen kam als Beisitzerin neu in den Vorstand. Doch Posten werden nicht so wichtig genommen: „Wir sind ein Team, wir entscheiden als Team“, bringt es Röschmann auf den Punkt. „Teamvorstand – das schreckt weniger ab“, findet Briesemeister, „damit kann man auch für das Vereinsengagement werben.“

Bereisung im großen Kreis

Um die Verbindung zur Basis zu stärken, sind demnächst Bereisungen vorgesehen. Ein großes Vorhaben: Mit 21 Ortsvereinen ist der Kreisverband einer der größten im Land, reicht von Schwansen bis Hanerau-Hademarschen, von Erfde bis Kiel. Ja, der OV Bargen-Erfde gehört, obwohl außerhalb der politischen Kreisgrenze, zum KLFV, ebenso die LandFrauen in Kiel. Weitere Vorhaben sind die Überarbeitung der Homepage und „endlich wieder Kreisversammlungen“, so Röschmann und Briesemeister.

Die Aktivitäten auf Ortsebene sind vielfältig. Ein paar Beispiele: Der OV Hamdorf lädt zum „White Dinner“ am Eiderstrand im Mai ein. Die LandFrauen aus Nortorf und Umgebung brechen Ende Mai zu einer kulinarischen Fahrradtour unter dem Motto „Genuss pur entlang schimmernden Seen“ auf. Der OV Hüttener Berge veranstaltet eine Modenschau am Donnerstag, 16. April, in Alt Duvenstedt und nimmt im Juni an einer „sozialen Straßenführung“ in Kiel teil: Ehemalige Obdachlose erzählen, wo und wie sie damals gelebt haben. Vernetzung wird auch auf Ortsebene gepflegt, so treffen sich regelmäßig die OV Legan, Hademarschen, Todenbüttel, Hohenwestedt und Nortorf.

Junge LandFrauen aktiv

Stark vertreten mit etwa 180 Mitgliedern sind im Kreis auch die Jungen LandFrauen (JLF). Sie sind Mitglieder in ihrem jeweiligen Ortsverein, aber als Gruppe dem Kreisverband untergeordnet, haben ein eigenes Orga-Team, in dem Sandra Röschmann selbst dabei ist. Zu ihren Aktivitäten gehören eine Kanutour auf der Schwentine, Stand-up-Paddling am Bistensee oder eine Führung in einem Hegelehrrevier bei Noer mit den JLF Plön. Diese Veranstaltungen sind auch für Ältere offen. Zum Kinoabend komme sogar regelmäßig eine 85-Jährige zu den Jungen LandFrauen, sagt Röschmann.

Dass der KLFV Rendsburg-Eckernförde noch nicht, wie viele Ortsvereine, sein 75-jähriges Bestehen feiern kann, liegt übrigens daran, dass er – so wie die politischen Kreise im Zuge der Kreisreform – 1971 durch die Zusammenlegung der Kreisverbände Rendsburg und Eckernförde entstand. Die Wurzeln der LandFrauenarbeit im Kreis reichen jedoch weit zurück.

KLFV Rendsburg-Eckernförde

21 Ortsvereine

zirka 4.000 Mitglieder

– Aukrug

– Bargen-Erfde

– Bordesholm

– Dänischenhagen

– Eckernförde

– Flintbek

– Gettorf

– Hamdorf

– Hanerau-Hademarschen

– Hohenhude

– Hohenwestedt

– Hohn

– Hüttener Berge

– Kaltenhof-Osdorf

– Kiel

– Legan

– Nortorf

– Rendsburg-Ost

– Rendsburg u. U.

– Schwansen

– Todenbüttel

Moderate Wirkung der Rationszusammensetzung

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Während der Trächtigkeit von Rindern erfolgt wegen der speziellen Struktur der Plazenta keine Übertragung von Makromolekülen über diese auf das Kalb. Zu solchen Makromolekülen zählen auch die Immunglobuline. Daher kommt das Kalb ohne ein funktionierendes Immunsystem auf die Welt, und es muss eine passive Immunität vom Muttertier auf das Kalb unmittelbar nach der Geburt durch das Kolostrum erfolgen. Aus diesem Grund ist Kolostrum reich an Immunglobulinen, insbesondere an IgG, was für die Immunabwehr des neugeborenen Kalbes essenziell ist.

Das neugeborene Kalb kann nur dann einen effektiven Schutz gegen Infektionen erlangen, wenn es möglichst schnell nach der Geburt ausreichend Kolostrum aufnimmt.

Kolostrum: Möglichst viel und schnell

Allgemeinen Empfehlungen zufolge sollten Holsteinkälber zwischen 3 und 4 l hochwertiges Kolostrum (IgG-Konzentration über 50 g/l) möglichst unmittelbar nach der Geburt, aber auf jeden Fall innerhalb der ersten vier Lebensstunden erhalten. Nach Aussage von Godden et al. (2019) sollten Kälber mindestens 150 bis 200 g IgG aufnehmen; für eine ausreichende Übertragung der passiven Immunität sei aber eine Menge von mehr als 300 g IgG besser.

Diese Aussagen implizieren sehr deutlich, dass die Immunglobulinversorgung eines Kalbes immer die Kombination aus der Kolostrumqualität und der tatsächlich aufgenommenen Menge an Kolostrum ist.

Zahlreiche fütterungs-, haltungs- und kuhassoziierte Faktoren beeinflussen beide Merkmale – die Kolostrummenge und die -qualität. Das Ausmaß der Einflussnahme dieser Faktoren aber ist sehr unterschiedlich.

Aktuelle kanadische Feldstudie

Daher zielte eine Feldstudie in der kanadischen Provinz Québec darauf ab, vor allem Einflüsse der Fütterung und ferner der Haltung trockenstehender Kühe sowie kuh­individueller Faktoren auf die Menge und Qualität der Kolostralmilch zu identifizieren.

Dafür wurden Daten von 347 Mehrkalbskühen aus 51 Holstein-Herden analysiert. Jeder Betrieb wurde zwischen März 2023 und Februar 2024 in der Regel zweimal besucht, einmal vor und einmal nach der Kalbung der entsprechenden Kühe. In manchen Betrieben erfolgten auch zwei Besuche vor der Abkalbung.

Während des ersten Betriebsbesuchs wurden von den Kühen, die sich zehn bis 21 Tage ante partum (a. p.; vor der Geburt) befanden, das Körpergewicht mittels Maßband geschätzt, die Körperkondition nach der fünfstufigen Skala von Ferguson et al., 1994 beurteilt und Blutproben für die Bestimmung der NEFA-und Ketonkörper (ßHB)-Konzentrationen genommen. Nach der Abkalbung dieser Kühe erfolgten die Dokumentation der Kolostralmilchmenge und eine Beprobung des Erstkolostrums bezüglich Brix-Prozentwert (mittels Brix-Refraktometer) und IgG-Konzentration.

Charakteristik der Betriebe

Mit der großen Anzahl an Praxisbetrieben verband sich der Wunsch nach zahlreichen und auch unterschiedlichen Ernährungs- und Kolostrum-Management-Praktiken. Das betraf unter anderem auch die der Kolostrumprobensammlung.

Die in diese Studie einbezogenen Betriebe hatten eine mittlere Herdengröße von fast 128 (Standarddifferenz SD: 91) melkenden Kühen. Sie variierte zwischen 40 und 560 laktierenden Kühen (Median: 90 laktierende Kühe). Die Herdendurchschnittsleistung betrug 11.000 kg (SD = 847) Milch pro Kuh, die mittlere Zwischenkalbezeit 396 (SD = 12) Tage und die mittlere Trockenstehdauer 61 (SD = 20) Tage. Insgesamt wurden 494 trockenstehende Kühe zwischen einem und 33 Tagen a. p. in diese Untersuchung einbezogen. Aufgrund von fehlenden Kolostrumproben oder Rationsinformationen belief sich der auswertbare Datensatz dann letztlich auf 347 Kühe (Tabelle 1).

Die Ergebnisse

Je Betrieb wurden zwischen drei und zwölf Kühe (durchschnittlich 6,5) einbezogen, die durchschnittlich 13 Tage a. p. 745 kg wogen und eine Körperkonditionsnote von 3,13 aufwiesen. Ihre mittlere Trockenzeitdauer betrug 60 Tage.

Die Menge an Erstkolostrum belief sich im Durchschnitt bei 5,9 kg, und die erste Melkung erfolgte im Mittel 4,3 Stunden nach der Abkalbung (Tabelle 2). Die IgG-Konzentration im Erstkolostrum lag mit durchschnittlich 56,1 mg/ml (SD = 23,7) in einem sehr guten Bereich, wobei es zwischen den Herden eine große Varianz gab.

In der Literatur wird vielfach als „gut“ ein Brix-%-Wert von mehr als 22 % angesehen. 69 % der Proben fielen in diese Kategorie.

Futterrationen der Trockensteher

Die Futterration für die trockenstehenden Kühe in den letzten Wochen vor der Abkalbung (Vorbereiterration, Close-up) bestand im Mittel der 51 in die Untersuchung einbezogenen Betriebe aus 35,3 % Heu (inklusive Stroh; Stroh wurde in zehn Herden angeboten), 21,7 % Maissilage und 18,3 % Grassilage und beziehungsweise oder Leguminosen-Silage – bezogen auf die Trockenmasse. Der mittlere Kraftfutteranteil betrug 23 % (der Gesamt-TM-Aufnahme). Als eiweißreiche Konzentrate für die Eiweißergänzung wurden in 22 Herden Sojaprodukte und in drei Herden Rapsprodukte eingesetzt sowie in fünf Herden kommerzielle Proteinergänzungen (eiweißreiche Vormischungen).

Die Zusammensetzung der Trockensteherration in den letzten Wochen vor der Kalbung hatte nur einen moderaten Einfluss auf die Kolostrumqualität und -quantität.

Die Variation der Rationsgestaltung war zwischen den Betrieben erwartungsgemäß sehr groß, was sich dann auch in den Rationseckwerten zeigte. Wichtig ist, dabei zu erwähnen, dass die unterstellten Trockenmasseaufnahmen aus den Rationsberechnungen stammten, nicht aber exakt ermittelt wurden.

So zeigten die berechneten Futterrationen einen durchschnittlichen Rohproteingehalt von 14,1 % (SD = 2,1 %), einen Energiegehalt von 1,43 Mcal/kg (umgerechnet 5,98 MJ/kg; Anmerkung: Grundsätzlich lässt sich der US-amerikanische Energiegehalt nicht mit dem deutschen Energiegehalt vergleichen, auch wenn Mcal in MJ umrechenbar ist, da sich die ausgewiesenen Energiegehalte dort immer auf ein Ernährungsniveau von 3 bis 4 beziehen, die bisherigen NEL-Gehalte in Deutschland aber auf ein Ernährungsniveau von 1.), einen aNDF-Gehalt von 47,0 % und einen Stärkegehalt von 13 %, bezogen auf die TM-Basis (Tabelle 3).

IgG-Konzentration im Kolostrum

In dieser Studie wurden die IgG-Gehalte in der Kolostralmilch mittels ELISA analysiert. Dabei zeigten sich für Zweitkalbskühe höchst signifikant geringere kolostrale IgG-Konzentrationen (45,0 mg/ml) im Vergleich zu Kühen in der dritten Abkalbung (55,1 mg/ml) beziehungsweise der vierten oder weiteren Kalbung (58,2 mg/ml).

Erwartungsgemäß wurde darüber hinaus ein statistisch signifikanter und enger negativer Zusammenhang zwischen der kolostralen IgG-Konzentration und der Zeit zwischen der Kalbung und der ersten Melkung (Kolostrumgewinnung) beobachtet.

Im Durchschnitt gaben die Mehrkalbskühe dieser Studie 5,9 kg Erstkolostrum.

Kolostrale Brix-%-Werte

Die Brix-Werte wurden mit einem Refraktometer bestimmt. Wie zu erwarten war, sank der Brix-%-Wert des Kolostrums mit längerer Zeitspanne zwischen dem Kalbetermin und dem Zeitpunkt des ersten Melkens. Wie auch bei der kolostralen IgG-Konzentration wurden ähnliche Beziehungen zwischen dem Brix-%-Wert und der Parität gefunden, das heißt Zweitkalbskühe hatten mit durchschnittlich 22,6 % niedrigere kolostrale Brix-%-Werte als Kühe nach der dritten Kalbung (24,1 %) und Kühe mit vier und mehr Kalbungen (24,6 %). Diese Unterschiede waren stets mathematisch signifikant abgesichert. Zwischen den Brix-%-Werten im Kolostrum von Kühen der dritten und mehr als vierten Laktation hingegen wurde dann aber kein Unterschied mehr festgestellt.

Weiterhin zeigte sich ein sehr enger Zusammenhang zwischen der kolostralen IgG-Konzentration, gemessen mit ELISA, und dem Brix-%-Wert, gemessen mit einem Brix-Refraktometer.

Die beiden angewandten multivariablen Regressionsmodelle für die kolostrale IgG-Konzentration und die Brix-Werte führten zu ähnlichen Ergebnissen, einschließlich der gleichen Variablen. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass statistische Modelle, die entweder kolostrale IgG-Konzentrationen oder aber Brix-Werte zur Beurteilung von Einflussfaktoren auf die Kolostralmilchqualität verwenden, miteinander verglichen werden können.

Kolostrummenge und weitere Merkmale

Die Zeitdauer zwischen dem Kalben und dem ersten Melken war positiv mit der Kolostrummenge korreliert.

Darüber hinaus deutete eine Trockenstehdauer von 65 Tagen und mehr in Richtung einer höheren Kolostrummenge im Vergleich zu einer Trockenstehdauer von weniger als 51 Tagen, jedoch war dieser Unterschied statistisch nicht abgesichert.

Bezüglich des Einflusses der Rationsgestaltung und folglich der Rationseckparameter ergab sich folgendes Bild: Ein geringerer Gehalt an pflanzlichen Gerüstsubstanzen (NDF) in Kombination mit einem höheren Energiegehalt stand im Zusammenhang mit einem höheren Kolostrumertrag.

Obwohl die Kalbesaison in dem angewendeten multivariablen Modell nicht signifikant war, betrug die Kolostrummenge der Kühe, die im Winter kalbten, durchschnittlich 5,52 (SD = 3,23) kg, die der im Frühjahr gekalbten Kühe 7,17 (SD = 4,47) kg und die der im Sommer gekalbten Kühe 6,07 (SD = 3,98) kg. Die geringste Kolostralmilchmenge wiesen mit 4,71 kg (SD = 2,89) die Kühe auf, die im Herbst kalbten und folglich im Sommer trockenstanden.

Beurteilung der Versuchsbedingungen

Zum einen wurde in dieser Studie nur eine geringe Anzahl von Kühen je Betrieb einbezogen. Zum anderen nahmen die Autoren an beziehungsweise unterstellten, dass zwischen der Blutprobennahme bei den Kühen vor der Kalbung und dem Kalbezeitpunkt keine Rationsveränderung stattfand. Weiterhin wurde im angewendeten statistischen Modell je Betrieb eine Trockenmasseaufnahme unterstellt, die aber nicht auf täglichen Aufzeichnungen basierte und daher mit größeren Unsicherheiten behaftet ist. Die mathematischen Modelle basierten auf Beobachtungsdaten in Praxisbetrieben. Potenzielle oder wahrgenommene Ausreißer wurden aus den Datensätzen nicht entfernt, um alle Situationen der Praxis in die Ergebnisse einzubeziehen.

Diese Einschränkungen müssen bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden.

Fazit

Die in dieser Studie ausgewerteten 347 Mehrkalbskühe aus 51 Holstein-Herden in Kanada hatten durchschnittlich 5,9 kg Erstkolostrum mit einem IgG-Gehalt von 56,1 mg/ml und einem Brix-Wert von 23,9 %.

Zweitkalbskühe wiesen niedrigere kolostrale IgG-Konzentrationen auf als ältere Kühe. Zwischen dem IgG-Gehalt und der Zeit zwischen der Abkalbung und der ersten Melkung wurde erwartungsgemäß eine negative Beziehung beobachtet. Ebenfalls zu erwarten war die positive Beziehung zwischen Zeitdauer bis zum ersten Melken und der Kolostrummenge.

Eine Trockenstehdauer von 65 Tagen und mehr tendierte zu einer höheren Kolostrummenge im Vergleich zu einer Dauer der Trockenstehzeit von 51 Tagen oder weniger.

Das Hauptanliegen dieser Studie war es, die Wirkung der Zusammensetzung von Trockensteherrationen auf die kolostralen IgG-Konzentrationen, die Brix-Werte und die Kolostrummenge zu quantifizieren. Dabei stellten die Autoren fest, dass ein geringerer Gehalt an pflanzlichen Gerüstsubstanzen (ADF, NDF) und folglich ein höherer Energiegehalt in der Trockensteherration a. p. (Vorbereiterration) mit einer höheren Kolostrummenge verbunden war.

Das angewendete Modell, in das Rations-, Kuh- und Herdenmanagementfaktoren eingingen, erklärte jedoch nur 34 % der IgG-Konzentration, 40 % der Brix %-Werte und 51 % der Kolostrummenge. Das bedeutet insbesondere für die Rationszusammensetzung während der letzten Wochen vor der Kalbung einen nur moderaten Einfluss auf die Kolostrumqualität und -quantität. Folglich müssen noch weitere Faktoren, zum Beispiel Stallumgebung beziehungsweise Haltung, ebenfalls Einfluss auf die Menge und Qualität der Biestmilch nehmen.

Ernteprognose 2026/2027 deutlich reduziert

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Nachdem die globale Getreideproduktion in der Saison 2025/2026 voraussichtlich den historischen Höchstwert von 2,47 Mrd. t erreichen wird, dürfte die darauffolgende Ernte 2026/2027 wegen der Folgen des Iran-Kriegs spürbar kleiner ausfallen, so lautet die aktuelle Prognose des Internationalen Getreiderates (IGC). Es wird ein Rückgang von 53 Mio. t auf rund 2,42 Mrd. t erwartet, der Verbrauch soll um 17 Mio. t auf 2,44 Mrd. t steigen. Die Matif bildet höhere Preise wegen des knapper werdenden Getreideangebots schon ab: Der aktuelle Weizenkurs zur Lieferung im Mai 2026 liegt bei ungefähr 203 €/t, der Termin Mai 2027 ist mit 227 €/t um gut 24 € höher.

N-Dünger werden knapp und teuer

Laut IGC-Bericht sorgt der Krieg im Nahen Osten dafür, dass steigende Düngerpreise sowie höhere Energiekosten weltweit die Ernten schmälern. Bekanntlich wurden über die Straße von Hormus bis zu ihrer Sperrung rund 20 % des weltweit verschifften Rohöls und Flüssigerdgases transportiert. Dazu ist die Region um den Persischen Golf ein Zentrum für die Produktion von N-Düngern wegen der bisher niedrigen Energiekosten. Bis zu 35 % der weltweiten Harnstoffexporte und 30 % der Ammoniaklieferungen stammten von dort. Allein 10 % der weltweiten N-Dünger kommen aus Katar. Dort steht die weltweit größte Industrieanlage für Flüssiggas und Düngemittel. Als nach iranischen Raketenangriffen die Produktion eingestellt wurde, stoppte auch die Produktion Hunderttausender Tonnen wichtiger Düngemittel und -vorprodukte, die Reparatur wird mindestens ein Jahr dauern. Andere Düngemittelproduzenten wie Russland, China, die USA und Marokko verfügen nur über begrenzte Produktionskapazitäten.

Russland verbietet Export von Ammoniumnitrat

Wer meint, dass man den europäischen Markt für russischen Harnstoff öffnen könnte: Russland hat gerade für einen Monat den Export von Ammoniumnitrat verboten, um die inländische Versorgung für die Frühjahrsaussaat zu sichern. Zu allem Überfluss meldet Yara aus Australien, dass wegen technischer Probleme in dem dortigen Werk umfangreiche Reparaturarbeiten notwendig seien. Damit fehlen vorerst weitere 5 % der globalen Produktionskapazitäten.

Versorgung vorerst gesichert, aber dann …

Laut dem IGC dürfte für viele Getreideproduzenten auf der Nordhalbkugel die Düngemittelversorgung für das Frühjahr 2026 gesichert sein. Sollte sich die Krise jedoch weiter verschärfen, könnten besonders Asien und Afrika betroffen sein, weil sie stark auf Düngemittel aus der Golfregion angewiesen sind. Indien etwa bezieht bis zu zwei Drittel seines Stickstoffdüngers aus den Golfstaaten. Die Aussaat während des Monsuns steht bevor; ein Mangel an Düngemitteln könnte zu einem starken Rückgang der Produktion von Reis, Weizen und anderer Grundnahrungsmittel führen, von denen die 1,45 Milliarden Inder leben. Auch Brasilien deckte seinen Stickstoffdüngerbedarf zu etwa 40 % durch Harnstoffimporte aus der Golfregion. Kommt es zu längerfristigen Engpässen, gefährdet das die brasilianische Maisernte. Viele afrikanische Länder setzen jetzt schon weniger Dünger als erforderlich ein. Preissteigerungen könnten dazu führen, dass dort noch weniger Dünger ausgebracht wird, Ernten geringer ausfallen und der chronische Hunger verschärft wird. 

Die Abschlussbehandlung sichert den Ertrag

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Die außergewöhnlich lange Kälte­periode in den Monaten ­Januar und Februar haben die ­Bestände der Wintergerste und des Winter­roggens auch dank häufiger Schneebedeckung relativ gut überstanden. Dennoch ist von ­einem reduzierten Ausgangsbefall gerade mit Rostkrankheiten und dem Echten Mehltau auszugehen. Neben Sortenwahl und Saattermin bildet der Ausgangsbefall einen wichtigen Multiplikator in der Krankheitsentwicklung, der insbesondere einen ­frühzeitigen Befallsaufbau fördert. Entscheidend für den Krankheitsdruck bleibt dennoch die Witterung in den Monaten April und Mai.

Sowohl der Braunrost im Roggen als auch der Zwergrost in der Wintergerste haben in der jeweiligen Kultur langjährig sowohl in der Befallsstärke als auch bezüglich der Ertragsdepressionen die höchste Bedeutung. Gerade bei einem frühzeitigen Befallsaufbau fallen die Ertragsverluste besonders hoch aus. Strahlungsreiche Witterung in Kombination mit milden Nächten fördert beide Krankheiten. Außerdem müssen vereinzelte Niederschläge hinzukommen, wobei zumindest beim Roggen-Braunrost bereits starker Tau ausreichen kann. Für eine erfolgreiche Keimung der Sporen sind nämlich nur zirka 70 % Blattnässe über einen Zeitraum von zirka sechs bis zehn Stunden nötig. Schwächere Infektionen können bereits bei niedrigen einstelligen Temperaturen erfolgen, weshalb oft Ausgangsbefall im Herbst/Winter oder zum Vegetationsstart im Frühjahr zu finden ist. Für eine rasante Ausbreitung sind jedoch höhere Temperaturen maßgeblich.

Mindestens 15 °C sollten beim Roggen-Braunrost für eine stärkere Infektion vorliegen. Der Temperaturbereich für eine optimale Entwicklung liegt allerdings zwischen 20 und 25 °C in Verbindung mit Nachttemperaturen von über 12 °C. Der Zwergrost in der Gerste ist an milde Temperaturen angepasst, sodass der optimale Temperaturbereich für Infektion und Pilzwachstum bei ungefähr 15 bis 20 °C liegt.

Aktuell findet man Ausgangsbefall von Braunrost im Winterroggen, der dann in ES 30/31 in Kombination mit der Wachstumsregler-Behandlung durch den Einsatz eines tebuconazolhaltigen Produkts gestoppt werden kann.

Rhynchosporium und Niederschläge

Im Krankheitsspektrum sowohl des Winterroggens als auch der Wintergerste spielen die Rhynchosporium-Blattflecken eine wichtige Rolle. Für eine erfolgreiche Infektion sind mindestens zwölf Stunden Blattnässe nötig, und auch die Verbreitung der Sporen erfolgt über Regentropfen, weshalb diese Krankheit für einen stärkeren Befall auf regelmäßige und höhere Niederschläge angewiesen ist.

Speziell in der Wintergerste hat auch die Netzfleckenkrankheit eine Bedeutung, wobei in den letzten Jahren kaum stärkerer Befall auftrat. Eine Ausnahme stellte das Frühjahr 2024 dar, als die Witterungsfaktoren, bestehend aus häufigen Niederschlägen, frühzeitig hohen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung, für diese Krankheit optimal zusammentrafen. Die Verbreitung erfolgt mit dem Wind, womit eine schnelle Durchdringung der Bestände möglich ist.

Feuchtes Mikroklima und milde, strahlungsarme Witterung sind für die Entwicklung des Echten Mehltaus essenziell. In beiden Kulturen treten spezialisierte Untergruppen auf, die dementsprechend in Gersten- und Roggen-Mehltau unterschieden werden. Ertragsverluste durch den Echten Mehltau waren in den vergangenen Jahren selten.

Rhynchosporium-Blattflecken treten in der Gerste und im Roggen auf, die Anfälligkeit der Sorten spielt dabei eine große Rolle, vor allem in der Wintergerste.

Ramularia kaum greifbar

Die Ramularia-Sprenkelkrankheit hat in den vergangenen Jahren in der Gerste eine hohe Bedeutung erlangt und mündete bei stärkerem Befall in deutlichen Ertragsverlusten. Der Befallsdruck nimmt dabei innerhalb Schleswig-Holsteins von Nord nach Süd zu. Viele Aspekte der Epidemiologie sind weiterhin unklar, weshalb eine Prognose dieser Krankheit enorm schwierig ist. Hohe Ertragsrelevanz scheinen Infektionen der Blattetagen Fahnenblatt und F-1 zu haben, die über windverbreitete Sporen bei milden Temperaturen und langer Blattnässedauer erfolgen. Lang anhaltend starke Sonneneinstrahlung macht dann die Symptome meist in der Milchreife sichtbar.

Ramularia in der Wintergerste nimmt besonders bei starker Sonneneinstrahlung Fahrt auf und kann auch die Grannen befallen.

Große Unterschiede zwischen den Sorten

Sortentoleranzen stellen einen enormen Faktor der Krankheitskontrolle dar. Gerade in der Wintergerste bestehen zwischen den Sorten so große Unterschiede in der Anfälligkeit gegenüber den zuvor beschriebenen Krankheiten, dass man oftmals mit der Sortenwahl den Schwerpunkt und die Intensität des Krankheitsgeschehens festlegt. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein veröffentlicht daher jährlich die aktuellen Krankheitsbonituren der Landessortenversuche in der Winter­gerste.

Hohes Resistenzniveau in der Wintergerste

Resistente Isolate der Krankheitserreger kommen in der Wildpopulation vor oder entstehen durch Mutation. Sie widerstehen den Fungiziden und werden durch wiederholte Anwendungen selektiert, bis sie den Wildtyp verdrängen. Die Anwendungshäufigkeit einzelner Wirkstoffe oder Wirkstoffgruppen ist damit der wesentliche Faktor für Resistenzentwicklungen. Stark fortgeschritten sind die Resistenzen sowohl bei der Netzfleckenkrankheit als auch der Ramularia-Sprenkelkrankheit in der Gerste. Gegen die Netzfleckenkrankheit sind aktuell nur die Wirkstoffe Pyraclostrobin (Beispiel-Produkte: Comet, Balaya) und Trifloxystrobin (Produkte: Delaro Forte, Cayunis) aus der Fungizidgruppe der Strobilurine wirksam. Diese sollten nur in anfälligen Sorten oder bei hohem Befallsdruck zum Einsatz kommen.

Bezüglich der Ramularia-Sprenkelkrankheit sind derzeit nur Kombinationen hochwirksam, die das Kontaktfungizid Folpet (Produkte: Folpan 500 SC, Amistar Max) sowie die Azol-Fungizide Mefentri­fluconazol oder Prothioconazol enthalten. Dabei sollte die Aufwandmenge robust gewählt werden. Ein jährlicher Wechsel der zwei Azole ist zur Resistenzverzögerung sinnvoll.

Die fungizide Abschlussbehandlung sollte im Winterroggen erfolgen, bevor der Pollen das Fahnenblatt abdeckt, dabei muss bestehender Ausgangsbefall von Braunrost auf den unteren Blattetagen ernst genommen werden.

Fokus Abschlussbehandlung

In beiden Kulturen hat die Abschlussbehandlung zum Ährenschieben die höchste Bedeutung, sowohl hinsichtlich des Krankheitsdrucks als auch der Ertragssicherung. Auch der Schutz der Blattetagen F-1 und F-2 ist sinnvoll, wobei in gesünderen Sorten mehr als zwei Behandlungen kaum wirtschaftlich sind. In anfälligen Sorten unter starkem Befallsdruck ist besonders zu berücksichtigen, dass die applizierten Fungizide nur die Blattetagen ausreichend schützen können, die zum Zeitpunkt der Behandlung bereits entwickelt sind.

Die Symptome der Krankheit Rhynchosporium sehen im Roggen etwas anders aus als in der Wintergerste.

Sobald die Blattetage F-2 voll entwickelt ist, muss auf Infektionsbedingungen der Rhynchosporium-Blattflecken geachtet werden. Hier reichen in Abhängigkeit vom Infektionsdruck und der Sortenanfälligkeit 0,4 bis 0,6 l/ha eines prothioconazolhaltigen Produktes (250 g/l Wirkstoffgehalt) aus. Der Echte Mehltau in der Wintergerste wird dabei mit erfasst. Auch auf den Zwergrost (Wintergerste) sowie den Braunrost (Winterroggen) muss geachtet werden. Bei sichtbaren Sporenlagern sind 0,6 bis 0,8 l/ ha eines tebuconazolhaltigen Fungizides (250 g/l Wirkstoffgehalt) – mit der Stoppwirkung – eine wirksame Option.

In der Abschlussbehandlung der Wintergerste sollten sowohl der Blattapparat als auch die Grannen Berücksichtigung finden, sodass die Entwicklungsphase des Ährenschiebens hierfür ideal ist. Empfehlenswert sind die Produkte 1,2 l/ha Revytrex, 1,2 l/ha Pioli + 0,6 l/ha Soratel oder 1,2 l/ha Ascra Xpro, jeweils immer in Kombination mit 1,0 bis 1,5 l/ha Folpan 500 SC, um eine ausreichende Absicherung gegen die Ramularia-Sprenkelkrankheit zu gewährleisten. Nur speziell in für Netzflecken anfälligen Sorten sollten den zuvor genannten Kombinationen 0,5 l/ha Comet/Tomec zugemischt werden oder die Wahl auf 1,5 l/ha Delaro Forte + 1,5 l/ha Folpan 500 SC fallen.

Auch im Winterroggen erfolgt die Abschlussbehandlung idealerweise zum Ährenschieben. Elatus Era (0,8 l/ha) oder Pioli + Soratel (1,4 l/ha + 0,7 l/ ha) sind zu bevorzugende Produkte. Bei höherem Befallsdruck und vor allem bei vorhandenem Ausgangsbefall mit Braunrost ist die Zugabe von 0,8 l/ha Orius notwendig.

Weitere Informationen zu der Wirksamkeit zugelassener Fungizide in der Wintergerste beziehungsweise dem Winterroggen finden sich unter folgenden Links: https://t1p.de/wintergerste beziehungsweise https://t1p.de/winterroggen

Ist die Folgewitterung für den Erreger nicht passend, kann so ein Ausgangsbefall von Netzflecken in der Wintergerste in der weiteren Pflanzenentwicklung verschwinden.

Fazit

Die Witterung und die Sortenwahl entscheiden über die Relevanz von Krankheiten und den Krankheitsdruck im Allgemeinen. Rhynchosporium-Blattflecken spielen unter kühlfeuchten Witterungsbedingungen besonders in anfälligen Sorten eine wichtige Rolle. Zwerg- (Gerste) und Braunrost (Roggen) sind auf strahlungsreiche, warme Witterung angewiesen und können besonders hohe Ertragsverluste verursachen. Mit Ausnahme anfälliger Sorten sind insgesamt mehr als zwei Fungizidbehandlungen nicht wirtschaftlich. Insbesondere in der Wintergerste sollte man das Einsparpotenzial durch Sortentoleranzen nutzen. Auch in Hinblick auf die schwierige Resistenzsituation der Ramularia-Sprenkelkrankheit sowie der Netzfleckenkrankheit in der Gerste ist dieser Aspekt hochrelevant.

Eine österliche Betrachtung des Brüggemann-Altars

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Am Wochenende begehen wir das wichtigste Fest der Christenheit: Ostern. Wir feiern die Auferstehung Jesu und den Sieg des Lebens über den Tod. Christiana Lasch-Pittkowski, frühere Schleswiger Dompastorin, lädt aus diesem Anlass ein, einen neuen Blick auf ein altbekanntes Kunstwerk zu wagen. Stellt doch der über 500 Jahre alte Brüggemann-Altar die Passion Christi, ohne die es Ostern nie gegeben hätte, eindrücklich dar. Überraschend: Auch mutige Frauen spielen dort eine bedeutende Rolle.

Christiana Lasch-Pittkowski bewundert die große Erzählkraft und die Detailreiche des Brüggemann-Altars.
Foto: Silke Bromm-Krieger

An diesem Nachmittag sind nur wenige Besucher in den Schleswiger St. Petri-Dom gekommen. Eine andächtige Stille begrüßt den Gast. Die perfekte Gelegenheit, an einem herausragenden Kunstwerk der frühen Neuzeit ungestört innezuhalten: dem Brüggemann-Altar. Ursprünglich für die Kirche des Klosters in Bordesholm geschaffen, deshalb auch als Bordesholmer Altar bezeichnet, hat er hier seit 1666 seinen Platz. Wie oft Christiana Lasch-Pittkowski in den 15 Jahren ihrer Tätigkeit als Dompastorin wohl leise staunend vor ihm gestanden hat? Dass sie von ihm begeistert und fasziniert ist und noch immer neue, spannende Facetten an ihm entdeckt, verrät sie im Bauernblatt-Gespräch. Wir nehmen in einer Stuhlreihe vor dem Altar Platz und lassen unseren Blick eine Weile auf ihm ruhen, konzentrieren uns still nur auf das, was wir sehen. In diesem Moment fallen zarte Lichtstrahlen durch die bunten Domfenster in den Chorraum. Sie werfen kleine Schattenflecke auf die 392 individuell geschnitzten Figuren und filigranen Architekturdetails des Retabels. „Manchmal ist der Schattenwurf so, dass ich einige Figuren und Details nicht erkenne, ein anderes Mal sind sie wieder da“, beobachtete die Theologin. Jahrelang habe sie beispielsweise nicht gesehen, dass Judas, der Jesus verraten hatte und sich daraufhin das Leben nahm, in einer Szene im Hintergrund an einem Baum hängend dargestellt sei. „Erst eine Domführerin machte mich später zufällig darauf aufmerksam.“

Einzigartiges Kunstwerk

Der vom Bildhauer und Bildschnitzer Hans Brüggemann zwischen 1514 und 1521 geschaffene Altar wurde teilweise inspiriert von Holzschnitten Albrecht Dürers. Er hat eine Höhe von mehr als 12,60 m und eine Breite von 7 m und zählt zu den einzigartigen Kunstwerken des Landes. Unter anderen zeigt er in zwölf Einzelszenen und zwei zentralen Hauptszenen die Passion Christi, angefangen links außen mit dem Verrat Christi durch den Judaskuss bis rechts unten zur Auferstehung und der Geschichte vom ungläubigen Thomas. In der Mitte sind auf zwei Flächen die Kreuztragung und die Kreuzigung dargestellt. Diese 14 Szenen sollen nun im Fokus der Betrachtung stehen. Die Pastorin beginnt, die Leidens- und Sterbegeschichte Jesu zu erzählen. Er kam auf einem Esel nach Jerusalem, um mit seinen Jüngern das jüdische Passahfest zu feiern. Viele Menschen und Anhänger freuten sich, dass er da war, doch führende jüdische Kreise wollten ihn tot sehen, wobei ihre Motive vielschichtig waren. So warf man ihm Gotteslästerung vor.

Die Hauptszenen der Passion Jesu zeigen die Kreuztragung (unten) und die Kreuzigung (oben) mit der heiligen Veronika und Maria Magdalena. Foto: Silke Bromm-Krieger

In die betreffende Szene steigt Hans Brüggemann mit dem Judaskuss und der Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane ein. „Er hat die Geschichte nicht wortgetreu aus der Bibel nacherzählt, sondern frei eine eigene Bildsprache und Visualisierung für das Geschehene gefunden“, informiert die Pastorin. Seine filigrane und detailreiche Schnitzarbeit öffne eindrucksvoll Szene um Szene den Zugang des Betrachters zum Mitleiden und Miterleben der Passion Jesu.

In den ersten sechs Szenen, die auf der linken Altarseite untereinander in zwei Dreiergruppen angeordnet sind, steht Jesus nach seiner Festnahme gefesselt vor dem Hohepriester Kaiphas, der in Jerusalem der höchste jüdische Repräsentant unter römischer Aufsicht war. Jesus wird verhört, anschließend mit 49 Schlägen gegeißelt und durch das Aufsetzen einer Dornenkrone verspottet. Schließlich präsentiert ihn der römische Statthalter Pontius Pilatus dem Volk, das will, dass er gekreuzigt wird. Pilatus wendet ein, dass Jesus nichts getan habe, kann sich aber der aufgebrachten Menschenmenge nicht erwehren. Symbolisch wäscht Pontius Pilatus seine Hände daraufhin in Unschuld, während Jesus zur Kreuzigung abgeführt wird. „Bei diesen Szenen, die Darstellungen von Gewalt enthalten, fällt auf, dass keine Frauen zugegen sind“, bemerkt die Pastorin. Im Mittelpunkt stehe die Verhöhnung von Jesu durch die anwesenden Männer. „Das ändert sich jedoch, wenn wir im Mittelschrein unten auf die Kreuztragung und darüber auf die Kreuzigung schauen“, so Lasch-Pittkowski.

Mutiges Zeichen

Unter der Last des Kreuzes, das Jesu am Karfreitag zu seinem Hinrichtungsplatz auf dem Berg Golgatha tragen muss, stürzt er zu Boden. Die heilige Veronika tritt herbei und reicht ihm ein Schweißtuch, mit dem er sich das Gesicht abwischen kann. Sie setzt damit ein mutiges Zeichen der Mitmenschlichkeit und Verehrung. Sie nutzt einen kurzen Augenblick, um ihm eine kleine Wohltat zu spenden. „Das, was sie tat, war für Veronika nicht ungefährlich. Immerhin war Jesus ein vermeintlicher Schwerverbrecher auf seinem Weg zur Hinrichtung“, gibt die Pastorin zu bedenken. Bewaffnete Soldaten waren in unmittelbarer Nähe. Dennoch solidarisierte sie sich unerschrocken mit Jesu und stellte ihr eigenes Ansehen und mögliche Konsequenzen ihres Handelns hinter die Menschlichkeit. „Die Heilige Schrift offenbart uns nichts über diese Frau. In der Bibel kommt sie nicht vor“, betont sie. Historisch sei diese Begebenheit nicht gesichert. Im Hintergrund der Szenerie treten zugleich Maria, die Mutter Jesu, und ihre Begleiter aus einem Tor heraus.

Jesu wird ins Grab gelegt.
Foto: Silke Bromm-Krieger

In der Kreuzigungsszene hängt Jesus mit zwei weiteren Verurteilten sterbend am Kreuz, umgeben von Engeln, die sein Blut in Kelchen auffangen. Daneben bricht Maria in den Armen eines Jüngers zusammen. Der Blick fällt ebenfalls auf Maria Magdalena. Sie gehört zum Kreis der Frauen, die Jesus folgen und ihn unterstützen. Mit langen, lockigen Haaren und einem kunstvoll gestalteten Gewand kniet sie vor ihm, hebt flehend ihre Hände zum Gebet empor. Auch sie bringt sich dadurch in Gefahr. Rechts von ihr kommen zwei Reiter mit Pferden bedrohlich nah, doch sie harrt unbeirrt am Kreuz aus. Wir schauen nun zur rechten Altarseite und ihren sechs Szenen. Nachdem Jesus tot vom Kreuz geholt wurde, sieht man, wie Maria ihren Sohn im Schoß hält. Schmerz und Trauer sind ihr ins Gesicht geschrieben. Sie hält die Augen geschlossen und beweint den Sohn.

Berührende Szene

Eine bewegende Szene, in der sich auch andere betroffene Mütter wiederfinden können: Maria trauert um ihren Sohn Jesus.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Erstaunlich, wie es Brüggemann bei seinen Figuren stets gelingt, menschliche Gefühle wie Leid mit der entsprechenden Mimik und Gestik lebendig, wirklichkeitsnah und dazu räumlich dreidimensional darzustellen. Diese eine Maria-Szene berührt die Pastorin besonders. Bei Beerdigungen habe sie ebenfalls schmerzliche Situationen erlebt, in denen eine Mutter ihr Kind betrauern musste. „Es ist gut, dass Maria in dieser Lage nicht allein ist, sondern mitfühlende Menschen um sich hat, auch wenn sie ihren Schmerz nicht mindern können.“ Nach dieser Szene folgen die Grablegung Jesu, eine Darstellung von Christus in der Vorhölle und die Szene der Auferstehung am Ostersonntag. Während seine Bewacher schlafen, steht Jesus zwischen ihnen. Er hält einen Kreuzstab in der Hand, welcher als Zeichen des Triumphes gedeutet werden kann. Hinten in der Szenerie, kaum wahrnehmbar, stehen drei Frauen, die als Erste sein leeres Grab entdeckt hatten. Brüggemann symbolisiert das Grab durch einen Sarg. In der letzten Szene sehen wir die Begegnung Jesu mit seinen Jüngern und dem ungläubigen Thomas, der seine Finger in ein Wundmal Jesu legt, um sich zu überzeugen, dass er tatsächlich auferstanden ist. „Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben“, meint Jesus daraufhin, was als Zuspruch an alle späteren Gläubigen verstanden werden kann.

Christiana Lasch-Pittkwoski ist davon überzeugt, dass die 14 Szenen auch heute noch aktuell sind. „Das ist ein starkes Zeichen. Jesus ist nicht im Tod geblieben, Gott hat ihn auferweckt. Er steht vor dem Sarg als Sieger. Wie Jesus gelebt hat, was er getan und wie er die Menschen ermutigt und befreit hat, das geht weiter. Bis heute“, unterstreicht sie. Leid und Schmerz, Gewalt und Trauer seien so dominant in unserer Welt, gerade jetzt wieder. „Aber Ostern sagt: Die Liebe, die Menschenfreundlichkeit und das Gute tragen den Sieg davon. Das gibt immer wieder neue Hoffnung“, resümiert sie.

Literatur

Oliver Auge und andere (Herausgeber): „Der Bordesholmer Altar des Hans Brüggemann“, Imhof Verlag, 49,95 €

ISBN: 9 78-3-73 19 13-13-9

Mit 336 Seiten und 234 Abbildungen ist dieser 2023 erschienene Band zur ­interdisziplinären Tagung zum 500-jährigen Bestehen des Altarretabels eine Fundgrube an Wissen und Forschungsergebnissen.

Der Schleswiger Dom beherbergt seit 1666 den Brüggemann-Altar. Gebaut wurde er ursprünglich für eine andere Kirche.
Foto: Silke Bromm-Krieger
Am Ostersonntag feiern wir die Auferstehung Jesu, den Sieg des Lebens über den Tod.
Foto: Silke Bromm-Krieger
Die heilige Veronika reicht Jesus das Schweißtuch. Die Bibel offenbart nichts über diese Frau, die weltweit Kirchen schmückt und für Mitmenschlichkeit steht.
Foto: Silke Bromm-Krieger