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Schweinebranche zwischen Frust und Zuversicht

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Die ökonomische Situation für Schweine haltende Betriebe hat sich nach den Krisenjahren 2019 bis 2022 deutlich verbessert. Trotzdem ist das Wirtschaftsklima schlecht. Viele Schweinehalter beabsichtigen auszusteigen. Hauptgründe sind immer mehr Bürokratie sowie fehlende Planungssicherheit und Perspektiven. Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) am Dienstag (20. Februar) in Osnabrück berichteten ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes und ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack zur aktuellen Lage und stellten Forderungen an die Politik.

Die Schweinehaltung in Deutschland hat in den vergangenen Krisenjahren eine Ausstiegswelle erlebt. Allein in den vergangenen drei Jahren sei die Schweine­erzeugung um ein Fünftel abgebaut worden, berichtete die ISN. Inzwischen habe sich die ökonomische Situation der Betriebe wieder verbessert. Die Preise für Ferkel und Mastschweine bewegten sich seit dem vergangenen Jahr auf sehr hohem Niveau. Die Preisaussichten seien angesichts der Rückgänge in der Erzeugung in Deutschland und in ganz Europa gut.

Große Kostensteigerungen

Laut ISN ist die Investitionsbereitschaft in die Schweinehaltung äußerst gering. Gründe dafür seien steigende Bürokratie, fehlende Planungssicherheit und die stetig neuen und wechselnden Anforderungen. Diese Gründe führten weiter zum Ausstieg der Betriebe und spiegelten sich auch in den Bauernprotesten der vergangenen Monate wider. Dierkes erklärte: „Auf fast jeden von uns Schweinehaltern kommen hierzulande durch neue Auflagen zusätzliche Kosten von einer oder mehreren Millionen Euro zu.“ Am Ende müssten die Erzeugerpreise daher um mindestens ein Viertel steigen.

Heinrich Dierkes

In dem von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) vorgeschlagenen Tierwohl-Cent sieht er aktuell kein geeignetes Instrument, um mehr Geld auf die Höfe zu holen. Dierkes kritisierte: „Teilvorschläge, wie sie Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir mit der Abgabe auf Fleisch und Fleischprodukte ins Spiel gebracht hat, bringen uns nicht weiter.“ Erst wenn klar geregelt sei, wie das Geld dann auch sicher bei den Schweinehaltern ankomme und nicht im Bundeshaushalt verdampfe, könne ein Schuh daraus werden.

Der ISN-Vorsitzende forderte einen Stopp neuer Rechtsvorgaben, bis die schon beschlossenen Vorgaben fristgerecht umgesetzt seien. Die Fraktionsspitzen müssten zudem beweisen, dass sie es mit dem Lösen der Stallumbaubremse ernst meinten. Dierkes stellte klar: „Nur ein Betrieb, der wirtschaftlich auf beiden Beinen steht, hat die Kraft, zukünftige Herausforderungen und Veränderungen zu stemmen.“

„Berliner Stückwerk“

„Selbst die Rekorderlöse für Mastschweine und Ferkel werden durch steigende Kosten mehr als aufgefressen“, schilderte Staack. Insbesondere die in den kommenden Jahren anstehenden Vorgaben durch Tierhaltungs- und Emissionsauflagen sowie durch den Umbau auf höhere Haltungsstufen machten den Schweinehaltern große Sorgen. Die sähen sich so einem unfairen Wettbewerb gegenüber ihren europäischen Berufskollegen ausgesetzt.

Dr. Torsten Staack

Die Tierhalter brauchten jetzt Klarheit, wie sie ihre Betriebe aufstellen sollten. „Sie können nicht morgen ihre Ställe abdichten, um die Abluft zu filtern, und die gleichen Ställe übermorgen für das Tierwohl wieder öffnen“, unterstrich der Geschäftsführer.

Auch die staatliche Haltungskennzeichnung für Fleisch stelle die ganze Kette vor große Herausforderungen, besonders in der Logistik und der Vermarktung. Staack bezeichnete die Umsetzung als „Berliner Stückwerk“. So wüssten beispielsweise weder die verantwortlichen Bundesländer noch die Wirtschaft, wohin die Tierhalter ihre Haltungsstufen melden müssten und wie die Kontrollen erfolgen sollten. Dabei müssten die Meldungen von den Schweinemästern spätestens zum 1. August abgegeben werden.

Effizienz vermarkten

ISN-Vorstandsmitglied Thomas Asmussen aus Gelting, Kreis Schleswig-Flensburg, sieht insbesondere die heimische Ferkelerzeugung gefährdet. Nach den in Deutschland geltenden Stallbauvorgaben müsse ein Sauenplatz mittlerweile mit rund 10.000 € gerechnet werden. Solch hohe Investitionen seien trotz der aktuellen Preisrallye nur mit Förderung zu realisieren.

Thomas Asmussen ist Mitglied im Vorstand der ISN.

Grundsätzlich sieht er Schleswig-Holstein weiterhin als Gunststandort für die Schweineproduktion an. Asmussen erklärte im Gespräch mit dem Bauernblatt: „Wir haben in den vergangenen Jahren viel in Energieeffizienz investiert.“ Der größte Hebel für Effizienzsteigerungen sei aber die Futterverwertung. Mit Blick auf die Forderungen nach mehr Tierwohl stellte er aber klar, dass die Effizienz der Futterverwertung von Schweinen durch Außenklimareize sinke.

Klar ist für Asmussen, dass die Bedeutung von Effizienz und Nachhaltigkeit bei der Vermarktung wächst. Auch dafür sei es wichtig, eine Branchenkommunikation aufzubauen. „Zehn Jahre ist der Konsum von Fleisch verteufelt worden“, überspitzte er. „Dass der Konsum von Fleisch zu einer gesunden Ernährung dazugehört und dass wir Fleisch effizient und mit hohen Tierwohlstandards erzeugen können, müssen wir der Bevölkerung wieder näherbringen“, betonte der Schweinehalter. 

Drohendes Aus für Wärmenetze im Norden

An die 900 Biogasanlagen produzieren in Schleswig-Holstein Erneuerbaren Strom – viele von ihnen beliefern Nah- oder Fernwärmenetze. Gebaut worden ist ein Großteil der Anlagen zwischen 2005 und 2012. Für sie läuft die 20-jährige EEG-Förderung bald aus, ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb ist damit gefährdet. Durch die 2021 eingeführte Südquote werden die Anlagen im Norden zudem in den Ausschreibungen benachteiligt. So ergeht es aktuell auch der Biogas Andresen GmbH in Sprakebüll, Kreis Nordfriesland, die über eine Genossenschaft 60 Haushalte im Ortskern mit Erneuerbarer Wärme versorgt.

Die Gemeinde zwischen Leck und Schafflund gilt als Vorzeigedorf der Energiewende. Als eine der Ersten bekommt sie dafür nun gravierende Schwierigkeiten. „Es stößt uns auf, wenn bestehende, laufende Systeme torpediert werden, obwohl die Regierung gefordert hat, möglichst bald auf Erneuerbare Energien umzustellen“, erklärte Bürgermeister Jürgen Hansen vorige Woche in einem Pressegespräch. So steht auch der 2005 in Betrieb genommenen Biogasanlage (BGA) von Geschäftsführer Christian Andresen das Ende der EEG-Vergütung bald bevor. „Aktuell wissen wir nicht, wie es weitergeht“, sagt Andresen. Die Ausschreibungen der Bundesnetzagentur geben die Möglichkeit, die Vergütung um zehn Jahre zu verlängern: „Wir haben zweimal versucht, daran teilzunehmen. Obwohl wir in beiden Ausschreibungen im Preiskorridor lagen, haben wir durch die Südquote keinen Zuschlag bekommen.“ Hätte Andresen den Preis noch niedriger angesetzt, sei der Betrieb der BGA nicht mehr wirtschaftlich möglich.

Teuer erkauftes Anlagensterben

Für die anstehende Runde sieht der Geschäftsführer die Gefahr, dass die Mengen der zuletzt dreifach überzeichneten Ausschreibung nicht erhöht und die Preise nicht angehoben werden. „Wir fordern, dass die Südquote beendet wird und die Ausschreibungsmengen für Biogasanlagen, gerade mit einem Wärmenetz, erhöht werden. Sonst haben wir in Schleswig-Holstein ein Biogasanlagensterben, das teuer durch zusätzliche Gaskraftwerke erkauft werden muss.“ Volkswirtschaftlich ergebe dies keinen Sinn, so Andresen. „Die Kommunen sollen sich auf den Weg machen und einen Wärmeplan aufstellen. Hier ist alles fertig und wir stehen vor einem Dilemma.“ Sein Unternehmen bereite sich darauf vor, auch die nächsten zehn Jahre mit der BGA Erneuerbare Wärme zu produzieren: „Wir werden uns mit der weiteren Flexibilisierung der Anlage auseinandersetzen, um auch andere Wärmequellen mit einzusetzen. Wir haben einige Windenergie- und Solaranlagen, die dafür infrage kommen. Dafür wird es in den nächsten Jahren Technologien geben, die dann sinnvoll dieses Wärmenetz ergänzen können.“ Das volkswirtschaftliche Potenzial sei so hoch, dass „da etwas kommen muss“, ist Andresen überzeugt und hofft, dass es bis dahin nicht zu spät ist.

Marcus Hrach, Christian Andresen, Jürgen Hansen und Karl-Richard Nissen (v. li.) Foto: jh

Karl-Richard Nissen war 29 Jahre Bürgermeister in Sprakebüll und hat die Entwicklung der Erneuerbaren in der Gemeinde mitbegleitet. „Wir sind gerade im elften Jahr im Betrieb und müssen uns schon wieder Gedanken machen, wo wir die Wärme herbekommen“, erklärt Nissen. Innerorts heize niemand mehr mit Heizöl, die Anlagen seien alle entfernt worden. „Wenn wir mit höheren Kosten beim Biogas rechnen müssen oder weil wir neue Investitionen in eine Wärmequelle vornehmen, wäre das das Schlechteste, was uns passieren kann.“ Man habe bereits einen Termin mit einem Ingenieurbüro vereinbart, um auszuloten, wie im Fall eines Verzichts auf die Wärme aus Biogas verfahren werden könne.

Für Marcus Hrach, Geschäftsführer des Landesverbands Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (LEE SH), ist die Gemeinde Sprakebüll kein Einzelfall: „Zwischen 2005 und 2010 gab es einen erheblichen Anlagenzubau. Viele haben Wärmenetze angeschlossen. Die kommen jetzt alle in diese Situation.“ Die Anlagen stellten einen erheblichen Faktor der Erneuerbaren Wärmeversorgung im Land dar. „Wir befürchten, dass in Norddeutschland ein Sterben von Biogasanlagen und Biogas-Wärmenetzen bevorsteht, das dringend verhindert werden muss.“

Eine Lösung sieht Hrach in erhöhten Ausschreibungsmengen: „Es muss gewährleistet sein, dass Wärmenetzbetreiber eine Weiterbetriebsperspektive zu einem vernünftigen Preis bekommen. Bei einer dreifachen Überzeichnung ist das nicht mehr gegegeben.“ Folge man der aktuellen Ausschreibungslogik des EEG, würde die Biogasleistung in fünf Jahren bundesweit um die Hälfte reduziert und wäre in zwölf Jahren praktisch nicht mehr existent, so der LEE SH.

Ländlichem Raum droht Problematik ab 2025

Anreiz könne ein neues Ausschreibungssegment für Biogasanlagen mit Wärmenetzanschluss darstellen. Steuere die Bundesregierung jetzt nicht dagegen, komme es ab 2025 zu Problemen bei der Regenerativen Wärmeversorgung im ländlichen Raum. „Ein Sterben Erneuerbarer Wärmenetze kann nicht im Interesse der Politik sein“, so Hrach. Mit der Kraftwerksstrategie der Bundesregierung sollen wasserstofffähige Gaskraftwerke in einem Volumen von 10 GW zentralisiert errichtet werden. Bis 2028 soll ein „technologieoffener Kapazitätsmechanismus“ stehen. Dieser müsse laut LEE SH auch Bioenergie berücksichtigen.

Hiesige Anlagen könnten die Flexibilitätsanforderungen der Kraftwerksstrategie erfüllen, doch müssten sie auch die Möglichkeit haben, in den Ausschreibungen berücksichtigt zu werden. Nach Schätzungen des LEE SH könnte die Leistung von Biogasanlagen bundesweit auf 12 GW verdoppelt werden. Allein die in Schleswig-Holstein installierte Biogasanlagen-Leistung von rund 500 MW könne vervierfacht werden. Für die dann laufenden Speicherkraftwerke seien keine zusätzlichen Substratmengen notwendig, um die angefragte flexible Leistung sicherzustellen.

Ein Abend, der Mut macht

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Es war ein Abend, an dem die Mitglieder des Agrarausschusses viele Fragen loswerden konnten, aber vor allem ein Abend, der Mut machte, sich weiterhin zu engagieren und den eigenen Betrieb weiter voranzubringen. Zu Gast waren beim Agrarausschuss am vergangenen Montag der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Klaus-Peter Lucht, und seine Stellvertreter Dietrich Pritschau und Ludwig Hirschberg.

Wie geht es mit der Landwirtschaft in Deutschland in Zukunft weiter? Diese Frage stellen sich heutzutage viele Landwirte. Doch kaum jemand liefert darauf wirklich eine Antwort. Aus der Politik gibt es dazu kaum eine wegweisende Richtung, sondern eher mehr Gesetze und Bürokratie. Und da von der Politik nicht so wirklich etwas kommt, prescht der Handel auf eigene Faust mit seinen Ideen vor. Doch wer fragt eigentlich die Landwirte, was sie wollen? Die meisten möchten einfach ihrer Arbeit nachgehen und sich nicht mit immer neuen Vorgaben auseinandersetzen müssen.

Damit sie das tun können, gibt es den Bauernverband als Interessenvertretung der Landwirtschaft. Er setzt sich für die Anliegen der Bauern in der Politik ein und beschäftigt sich stetig mit den neuen Gesetzesentwürfen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Gerade junge Landwirte fühlen sich von der Flut an Bürokratie und neuen Gesetzen überrollt und sind oft verunsichert, ob sie beispielsweise den Betrieb der Eltern überhaupt übernehmen und in die nächste Generation führen möchten. Dabei ist es doch eigentlich die Jugend, die mit ihren neuen Ideen die Betriebe nach vorn bringen und fit für die Zukunft machen möchte.

In Gruppen wurde mit den drei Vertretern des Bauernverbandes reihum jeweils 20 min über die aktuellen Themen in den Spezialbereichen Milch, Ackerbau und Schweine diskutiert. Abschließend wurden noch einige Themen in großer Runde besprochen. So konnte einiges voneinander gelernt werden, etwa, welches das beste Kommunikationsformat ist, um die jüngere Generation zu erreichen. Das Wichtigste aber war, dass die Gespräche Mut machten, das Engagement weiterzuführen und sich für den Berufsstand starkzumachen; ganz gleich ob beim Bauernverband, bei der Landjugend oder bei anderen Organisationen.

Die Mitglieder des Agrarausschusses nahmen zudem mit, dass die Zukunft der Landwirtschaft zwar weiterhin ungewiss sei, die Gesprächspartner konnten aber das Gefühl vermitteln, dass sich der Bauernverband für seine Landwirte einsetze und dass es mit der Landwirtschaft in Deutschland weitergehen werde. Laura 

Diskussionsrunde mit Vizepräsident Ludwig Hirschberg
Im Gespräch mit dem Bauernpräsidenten Klaus-Peter Lucht (M.)

Schlachtschweinekurse im Aufwind

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Die Schlachtschweinekurse ziehen seit Mitte Februar wieder an. Trotz der ruhigen Schweinefleischnachfrage zu dieser Zeit reicht das Angebot an lebenden Schweinen nicht für den Bedarf der Schlachtbetriebe aus. Nicht nur hierzulande, auch europaweit wird von knappen Stückzahlen im Schweinehandel berichtet. Von dieser Marktentwicklung profitieren auch die Notierungen für Ferkel und Schlachtsauen.

Am 7. Februar erhöhte sich der Vereinigungspreis für Schlachtschweine von 2,00 auf 2,10 €/IP. Eine Woche später stieg die Notierung nochmals um 5 ct auf 2,15 €/IP. Damit nähert sich der Schweinepreis der Vorjahreslinie. Dagegen war der Schweinepreis im Februar 2022 mit 1,25 €/IP nur etwas mehr als halb so hoch.

Dänemark hinkt hinterher

Der erhöhte Schweinepreis in Deutschland sorgt auch in den europäischen Nachbarländern für Preisaufschläge. Dennoch notieren die Kurse meist noch unter dem Niveau in Deutschland. Zum Wochenbeginn lag man in Österreich und in Spanien mit jeweils 2,28 €/ kg SG über dem hiesigen Niveau. In den Niederlanden (2,07 €/ kg SG), Frankreich (1,98 €/ kg SG), Belgien (1,89 €/kg SG) und Polen (2,10 €/ kg) lagen die Notierungen noch unter den hiesigen Preisen. Im Vergleich dazu fällt der dänische Schweinepreis mit 1,76 €/kg SG hinter die übrigen Notierungen zurück. Auch in den Nachbarländern spricht man von geringen Angebotsmengen, die die Preisentwicklung steuern. Gleichzeitig bleibt der Fleischhandel schwierig. Die Verkaufspreise können nicht mit der Entwicklung im Einkauf mithalten. Interessant ist, dass spanische Exporteure aktuell eher den Fleischabsatz in Deutschland als den in China beobachten.

Deutlicher Strukturbruch

Die Schweinehaltung ist in Deutschland auf dem Rückzug. Auch die auskömmlichen Erzeugerpreise im vorigen Jahr haben diese Entwicklung kaum gebremst. Innerhalb von fünf Jahren ist die Zahl der Schweine haltenden Betriebe bundesweit um ein Drittel zurückgegangen. Wichtig ist, dass sich auch die Anzahl der gehaltenen Schweine um den gleichen Prozentsatz verringert hat wie die Zahl der Betriebe. Besonders drastisch fällt das Minus bei den Sauen und Mastschweinen in Schleswig-Holstein sowie in Ost- und Süddeutschland aus mit einem Rückgang bis 35 %. In den Veredlungshochburgen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind die Tierzahlen hingegen etwas weniger stark gesunken als die Zahl der Betriebe. Es ist zu befürchten, dass sich der Bestandsabbau fortsetzt. Bereits in diesem Jahr müssen die Betriebsleiter Konzepte für die zukünftige Haltung von Zuchtsauen vorlegen. Es fehlen jedoch klare Vorgaben aus der Politik. Für höhere Haltungsstufen kann erst investiert werden, wenn langfristig der Absatz zu rentablen Preisen gewährleistet ist.

Der Strukturwandel trifft auch die Schlachthofbranche. So wird die Vion Food Group ihren Schlachtbetrieb in Perleberg verkaufen und schließt den Standort Emsteck in Niedersachsen. Dies war bislang einer der größten Schlachtbetriebe in Nordwestdeutschland, der jedoch nur noch zum Teil ausgelastet war. Um weitere hohe Verluste zu vermeiden, ist er bereits Mitte Februar geschlossen worden, statt wie vorher geplant erst Ende März.

Überleben am Rand der Erde

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Die Nenzen sind Nomaden und betreiben auf der russischen Jamal-Halbinsel im Nordwesten Sibiriens mobile Weidewirtschaft mit Rentieren. Mit im Gepäck: deutsche Wertarbeit.

Die Anreise zu den Rentierhaltern im Nordwesten Sibiriens ist ein Abenteuer für sich. Drei Tage lang dauert die Reise mit der Eisenbahn von St. Petersburg, das letzte Stück auf der nie vollendeten Polarkreiseisenbahn bis Labytnangi. Dort umsteigen in einen alten russischen Militärtruck für die Eisstraße, die über die 14 m tief zugefrorene Flussmündung der Ob in die Stadt Salechard führt. Weiter mit einem Geländewagen Richtung Norden, die letzten 20 km sind nur noch mit dem Schneemobil befahrbar.

Leben im Zelt

Die Nenzen sind Rentierhalter, sie leben abgeschieden in der Tundra. Als Nomaden bleiben sie nie lange an einem Platz und sind daher sehr schwer zu finden. Wer sie besuchen möchte, braucht einen Guide. Aleksei Iwanowitsch ist einer, er führt ein Reisebüro in Salechard. Nenzen heißt übersetzt „Menschen“ und Jamal bedeutet „Rand der Erde“, so erklärt er.

Nach der langen Anreise durch die menschenleere Landschaft ist es in der Tat, als käme man am Rand der Erde an. Irgendwo im Nirgendwo steht ein Tschum, das traditionelle Zelt der Nenzen. Hier lebt Familie Taybarey: Vater Jacov (50), Mutter Tatjana (55), die Söhne Anatole (30) und Micael (26) sowie Tochter Mariane (24). Das Zelt besteht aus einem Holzgerüst und ist mit Rentierfellen belegt, es steht auf einer leichten Erhöhung im umgebenden Flachland. Das hat seine Gründe. Die Tundra ist im Sommer ein Meer von Sümpfen und Mooren. Die Winter sind lang und kalt, die Sommer kurz und kühl. –63 °C sei die niedrigste Temperatur, die er einmal erlebt habe, erzählt Reiseführer Aleksei. Bloß rund drei Monate währt die Vegetationsperiode, der Permafrostboden taut nur in den warmen Monaten und nur an der Oberfläche auf. Hier wächst nicht viel: einige Bäume, Zwergsträucher, Flechten, Moose, Pilze, Gräser und Kräuter.

300 Kilometer auf Achse

Rentiere fühlen sich nur in der Herde wohl.

Landwirtschaft ist in dieser Gegend nicht möglich, die Nenzen leben von der Rentierhaltung. Es „Haltung“ zu nennen, ist jedoch etwas irreführend, denn die Tiere sind nicht eingezäunt, sondern die ganze Zeit in der freien Natur unterwegs. Sobald sie nichts mehr zu fressen finden, wird weitergezogen. Familie Taybarey ist im Jahr rund 300 km auf Achse, dabei zieht sie mehrmals um, je nach Wetterlage und Futterangebot. Bei anderen Familien können es 700 bis 1.000 km Strecke sein, die sie zurücklegen. Sie folgen in der Regel einem historischen Muster. Die Nomaden kennen die Wanderrouten und die Weidenutzung ihrer Nachbarn und arbeiten zusammen, um das Weideland flexibel zu nutzen. Gab es 1980 noch 363.000 Rentiere auf der Jamal-Halbinsel, sind es inzwischen rund 600.000. Es ist die weltweit größte Rentierzucht, die noch traditionell betrieben wird.

Familie Taybarey besitzt rund 350 Rentiere. Jeden Tag fahren die Männer mit dem Motorschlitten hinaus in den Wald und schauen nach ihren Tieren. Die Weideflächen sind russisches Staatsland, ein Pachtgeld für die Beweidung muss nicht bezahlt werden.

Die Nenzen leben seit Jahrhunderten auf der Jamal-Halbinsel. Sie sind mit ihrer kleinen und kräftigen Statur und ihrer Lebensweise den arktischen Verhältnissen angepasst. Erst seit in der Region Erdgas und Öl gefunden wurden – einige der größten Erdgasvorkommen der Erde, 90 % aller russischen Gasvorräte –, sind seit 1970 Hunderttausende Menschen zugewandert, und es stellen heute Russen die Bevölkerungsmehrheit. Von hier wurde bis zum Angriff Russlands auf die Ukraine und den verhängten Sanktionen Erdgas über die Jamal-Pipeline nach Europa geliefert. Es waren Jobs und bessere Verdienstmöglichkeiten, die Menschen in diesen Teil Sibiriens lockten. „Freiwillig kommt hier keiner her“, meint Aleksei lachend, der 2002 – damals noch für den Rettungsdienst arbeitend – ebenfalls von Moskau zuzog.

Export nach Deutschland

Im Herbst wählen die Tierhalter aus, welche Tiere geschlachtet werden. Ein ausgewachsenes Rentier erreicht ein Gewicht von bis zu 300 kg, die Männchen meist sehr viel schwerer als die Weibchen. Familie Taybarey tut sich dann mit anderen Rentierhaltern in der unmittelbaren Umgebung zusammen, und gemeinsam treiben sie das Schlachtvieh als Herde zum nächsten Schlachthaus. Das letzte Mal waren es 400 Tiere. Auch am Ortsrand von Salechard gibt es mehrere Schlachthäuser mit Fleischverarbeitung, wo Rentierfleisch in Dosen gefüllt und zu Wurst verarbeitet wird. In der 50.000-Einwohner-Stadt gibt es auch zwei Metzgereien, die sich auf Rentierprodukte spezialisiert haben. Dort kostet 1 kg Frischfleisch rund 350 Rbl, umgerechnet 3,60 €. Genauso viel wie „ab Tschum“, ärgert sich Aleksei, der bei Familie Taybarey seinen Jahresvorrat einkaufen wird. „Für Russen ist Rentierfleisch eine Spezialität“, erzählt er. Von Salechard werden Rentierfleischprodukte in die russischen Großstädte und ins Ausland verkauft. Vor den Sanktionen waren Deutschland, Frankreich und vor allem Finnland große Abnehmer.

Rohes Rentierfleisch

Rund zehn Rentiere schlachtet Familie Taybarey für den Eigenverbrauch selbst. Um den Tschum stehen mehrere Holzschlitten. Sie dienen als „Schränke“, jeder mit einer Rentierhaut bedeckt. Auf einen sind die Kleider gepackt, auf einen anderen Lebensmittel, und ein weiterer dient als Kühlschrank. Hier ist das Rentierfleisch gelagert – aufgrund des Dauerfrostes bleibt auch das im Freien gelagerte Fleisch gefroren. In dieser Gegend kann bis Ende Mai Schnee liegen.

Mutter Tatjana und Tochter Mariane zerkleinern Rentierfleisch mit einer Säge. Ein Kühlschrank ist nicht nötig.

Nachmittags sitzen Mutter und Tochter vor dem Zelt im Schnee und teilen mit einer Säge gefrorenes Rentierfleisch in Stücke. Einer der Hunde schaut erwartungsvoll zu. Um Rentierfleisch zart zu bekommen, müsse es acht Stunden gekocht werden, verrät Tatjana. Doch am liebsten isst die Familie das Rentierfleisch roh. Mit der Hand stippen sie die einzelnen Fleischstücke in Salz. Dazu gibt es Graubrot, das sie in warmes, flüssiges Rentierfett tauchen, angereichert mit Speckstücken, natürlich ebenfalls vom Ren. Sohn Anatole zeigt mit den Fingern 3 cm an, so dick ist die Fettschicht eines Rentiers. Wegen der arktischen Kälte legen sie vor allem im Winter sehr viel Fett zu.

Deutsche Wertarbeit

Dreimal am Tag gibt es Essen, es ist sehr fett- und kalorienreich und hält warm. Ab und zu steht auch ein Krautsalat auf dem Tisch, angemacht mit Gewürzgurken, die aus einer kantinengroßen Konservendose mit deutscher Aufschrift kommen.

Im Winter spielt sich das Leben der fünfköpfigen Familie im fensterlosen Zelt ab. In der Mitte steht ein Holzofen. Wenn dort nicht für Mensch oder Hund gekocht wird, stehen große Töpfe darauf, in denen Schnee schmilzt zu Wasser zum Kochen, Trinken und für die Körperpflege. Es sind gleichförmige Tage. Die Frauen heizen den Ofen, hacken Holz, holen Schnee mit einem Plastikschlitten, flicken Mützen, Jacken, Hosen und Stiefel aus Rentierhäuten. Die Männer schauen nach den Tieren, reparieren das Zelt, machen Holz im Wald oder fahren mit dem Motorschlitten einkaufen. Dann bringen sie säckeweise Zucker, Salz, Mehl, Sonnenblumenöl, Reis und Brot mit.

Vater Jacov und seine beiden Söhne Anatole und Micael (v. li.) schwören auf deutsche Wertarbeit.

Sobald es etwas „wärmer“ ist, ein paar Grad über dem Gefrierpunkt, zieht es die Männer nach draußen. Dann sitzen sie in ihrenRentierfellhosen im Schnee und bauen aus Lärchenholz zwei Schlitten. Die müssen noch fertig werden, bevor sie weiterziehen. Solch ein Schlitten könne bis zu 30 Jahre halten, sagen sie. Manchmal fertigen sie auch welche für ihre Kollegen, die nicht das Glück haben, so viele Bäume auf ihrem Weideland zu haben. Einen Schlitten können sie für 20.000 Rbl, umgerechnet 205 € verkaufen.

Seit zehn Jahren arbeiteten sie mit einer Stihl-Kettensäge „made in Germany“, erzählen die Männer stolz. Was hat sie nicht alles schon zurechtgesägt: die Fußbodenbretter im Tschum, die Baumstämme im Wald und das Feuerholz, die Pfähle für das Zeltgerüst und sogar ihre Skibretter. 365 Tage im Jahr ist die Säge im Einsatz, bei jedem Wetter, bei Schnee oder Frost. „Die Menschen in der Tundra schwören auf deutsche Wertarbeit“, übersetzt Aleksei.

Handy-Daddeln auch hier

Die beiden Söhne Micael und Anatole werden einmal mit der Rentierzucht weitermachen, erzählen sie, sie bauen sich gerade eine eigene Herde auf. Am Tisch unterhalten sie sich mit dem Vater über das Wetter und die Tiere. Dass es Krieg mit der Ukraine gibt, haben sie mitbekommen, doch sie hören keine Nachrichten, sie interessierten sich nur für „Tundra-Informationen”, so Micael.

Sobald sie fertig gegessen haben, verschanzen sich die jungen Männer hinter ihren Handys. Ihre Schwester räumt erst noch den Tisch ab, bevor sie ihr Smartphone auspackt, bis die Mutter wieder zur Arbeit ruft. Dann setzt sie sich zu ihr auf den Boden, flickt und stickt und zwirbelt Fäden aus Rentiersehnen. Ihre Aufgabe ist es auch, abends den Tschum für die Nacht herzurichten. Dafür werden Tücher von den Wänden heruntergerollt und zu Schlafabteile verschnürt. Geschlafen wird auf Rentierfellen, darauf kommen dicke Bettdecken.

Aufbruch

In ein paar Tagen wird Familie Taybarey weiterziehen. Die Tiere finden immer weniger zu fressen. Rentiere ernähren sich von Sträuchern, Gräsern, Flechten, Moosen oder Pilzen, je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit. Ein paar Kilometer weiter ist die Schneedecke aufgebrochen und hat einen Teppich an Zwergwacholdersträuchern zum Vorschein gebracht. Jetzt heißt es, das Zelt abbauen, alle Habseligkeiten auf Schlitten packen, Rentiere mit den Motorschlitten aus dem Wald treiben und jene mit Lasso einfangen, die vor die Schlitten gespannt werden sollen. Wenn die sich später mit den Schlitten in Bewegung setzen, dann folgt auch der Rest der Herde. Petra Jacob

Familie Taybarey lebt in einem Tschum, das Zelt besteht aus einem Holzgerüst und Rentierfellen.

„Landjugend ist tolerant, weltoffen und demokratisch“

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Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) verurteilt und bedauert zutiefst den fremdenfeindlichen Vorfall vom 8. Februar im Rahmen des Faschingsumzugs in Landsberg durch Mitglieder einer teilnehmenden Landjugendgruppe. „Wir bitten um Entschuldigung bei allen Menschen mit Migrationshintergrund, den Veranstaltenden und den Bürgerinnen und Bürgern von Landsberg, die durch den Vorfall verunglimpft oder zu Schaden gekommen sind“, so Jan Hägerling, Bundesvorsitzender des BDL.

„Landjugend ist tolerant, weltoffen, antirassistisch und demokratisch“, so Hägerling. Der BDL hat gemeinsam mit seinen Landesverbänden in der Vergangenheit mehrere wissenschaftliche Studien zu Rechtsextremismus in ländlichen Räumen durchgeführt und die Ergebnisse daraus umgesetzt. „Allen, die meinen, in der Landjugend einen Ort für braunes Gedankengut und fremdenfeindliche Umtriebe finden zu können, erteilen wir eine deutliche und klare Absage“, so Hägerling. „Wir sind traditionsverbunden und halten an unseren Werten fest, und die sind weder im Ernst noch im Spaß vereinbar mit braunem Gedankengut, Rassismus und der Missachtung der Würde unserer Mitmenschen.“pm

Stimmen aus Schleswig-Holstein


Ich war erschrocken, als ich von den extrem rechten Äußerungen in Zusammenhang mit der Laju gehört habe. Ich finde es wichtig vom BDL, sofort zu zeigen, dass das nicht unser Statement ist, und sehr gut, dass auch alle Landesverbände deutlich machen, dass die Laju für Zusammenhalt aller Menschen auf dem Land steht und nicht für Diskriminierung und Ausgrenzung. Bei uns ist Platz für alle, aber kein Platz für Extremismus.

Tajo Lass, erster Vorsitzender der Laju SH


Dass der BDL sofort Stellung bezieht, sich klar von den menschenfeindlichen Äußerungen distanziert und deutlich macht, wofür wir stehen, ist ein wichtiges Zeichen in der aktuellen Zeit. Die Landjugend muss Vorbild für junge Menschen sein. Alle Lajus in Schleswig-Holstein sollen wissen: Wenn bei uns etwas Ähnliches passiert wie in Landsberg, kann sich jeder und jede sofort an Tajo oder mich wenden. Wir lassen niemanden allein.

Lena Hagge, erste Vorsitzende der Laju SH

Genussabend und Gespräche an Grünkohl

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Ob norddeutsch oder nordafrikanisch, beim Grünkohl kamen Besucher der aktuellen „Heimaten“-Ausstellung im Freilichtmuseum Molfsee mit Mitgliedern des Vereins Über den Tellerrand Hamburg e. V. ins Gespräch. Dabei mischten (und rührten) die LandFrauen kräftig mit. Als Kooperationspartner des Museums erfüllten sie die Idee, gemeinsam zu kochen, mit Leben.

Die Idee ging auf, bei Snacks und Gesprächen über die verschiedenen Zubereitungsarten des Grünkohls auch über die Frage nachzudenken, ob und inwiefern Heimat sinnlich erfahrbar ist. Das war gemeinsames Anliegen der drei Veranstalter. Der Verein Über den Tellerrand hat bereits gute Erfahrungen mit diesem Format, denn er beschäftigt sich damit, auch durch Kochevents Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenzubringen und durch das gemeinsame Tun einen Austausch anzuregen.

Moderiert von Janina Kriszio, die den Abend vonseiten des Museums begleitete, wurden zunächst die größtenteils schon fertigen Grünkohlgerichte der LandFrauen vorgestellt. Die Mitglieder des Arbeitskreises Molfsee, zumeist ehemalige Präsidentinnen und Kreisvorsitzende, hatten auf traditionelle Gerichte aus Schleswig-Holstein zurückgegriffen, wie Grünkohlsuppe, oder auf Grünkohl, wie er am zweiten Tag gegessen wird: mit hineingestampften Kartoffeln und Spiegeleiern. Damit das Gericht nicht zu trocken ist, gibt es noch eine pikante Senfsoße dazu. Für viele in der Vorstellung gewöhnungsbedürftig, doch beim Probieren ein tolles Erlebnis. Das kernige Grünkohl-Gratin war dann schon nicht mehr so traditionell, aber nicht weniger schmackhaft, und Grünkohl-Chips und Grünkohl-Pesto zeigten, dass Grünkohl auch modern sein kann.

Die Vertreter von Über den Tellerrand hatten Zutaten für eine Grünkohlpfanne mitgebracht, die in Nordafrika beliebt sind. Beim gemeinsamen Zubereiten kamen die Teilnehmenden rege ins Gespräch und alle probieren sich begeistert durch die Grünkohlvielfalt.

Nach einem kurzen Abstecher in die „Heimaten“-Ausstellung und dem gemeinsamen Abwaschen und Aufräumen waren sich alle Besucher einig: Es war ein gelungener Abend, an dem das Zubereiten und der Austausch über den Grünkohl unterschiedlichste Menschen zusammengebracht haben. Und die Frage, ob Heimat sinnlich erfahrbar sei, wurde mit einem klaren Ja beantwortet.

Mi in Nordafrika beliebten Zutaten zubereitet: Grünkohlpfanne mit weißen Bohnen

Grünkohlpfanne mit weißen Bohnen

Zutaten

20 g getrocknete Tomaten

1 Zwiebel

200 g Grünkohl

3 Zehen Knoblauch

2 EL Olivenöl

1 TL Salz

350 g gekochte weiße Bohnen

½ TL schwarzer Pfeffer

½ TL Chiliflocken

für die Tahin-Soße:

50 g Tahin

50 ml Tomateneinweichwasser

1/2 Zitrone, Saft ausgepresst

Salz bei Bedarf

für die Hirse:

120 g Hirse und ¾ TL Salz

Zubereitung

1. Getrocknete Tomaten mit 100 ml kochendem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen.

2. Hirse in 350 ml Wasser aufkochen, 5 min kochen, mit Salz würzen, vom Herd nehmen und 10 min quellen lassen.

3. Zwiebeln in feine Streifen schneiden, Stiele des Grünkohls in etwa 2 cm lange Stücke schneiden, das Grün grob hacken. Tomaten abgießen, das Einweichwasser auffangen. Tomaten in feine Streifen schneiden, Knoblauch fein hacken.

4. Öl in eine heiße Pfanne geben, Zwiebeln 2 min anschwitzen. Mit ½ TL Salz würzen, Tomaten und Knoblauch dazugeben und weitere 2 min braten. Nach und nach Grünkohl unterheben, zusammenfallen lassen und 5-7 min schmoren.

5. Für die Soße Tahin mit der Hälfte des Tomaten-Einweichwassers und Zitronensaft mit dem Schneebesen glatt rühren.

6. Bohnen zum Grünkohl geben, mit dem restlichen Einweichwasser ablöschen, mit Pfeffer und Chili würzen, kurz aufkochen und auf Hirse servieren.Yvonne Harms/Über den Tellerrand Hamburg

Für die Grünkohlpfanne wurden die Zutaten wie getrocknete Tomaten von den Teilnehmenden vorbereitet.
Yvonne Harms (li.) vom Verein Über den Tellerrand, neben ihr Janina Kriszio vom Freilichtmuseum Molfsee

Fotos: Dr. Judith Bühlmeier/lfv
Der Verein Über den Tellerrand hatte die Zutaten für ein besonderes Gericht mit Grünkohl mitgebracht, hier Marcus Reinke.

Stadt und Land – Hand in Hand

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Die Zukunft bauen – das wollen die ZukunftsBauer! Mats Röttger aus Lübeck-Beidendorf ist in der Schleswig-Holsteiner Arbeitsgruppe dieses Projektes des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Dem Bauernblatt erzählt er, was ihn zum ZukunftsBauer macht.

Beidendorf sieht aus wie ein typisches Dorf in ländlicher Umgebung, doch die Innenstadt von Lübeck ist nur 7 km entfernt. „Wir haben hier mit anderer Klientel zu tun als auf dem platten Land“, sagt Mats Röttger. „Wir konkurrieren mit städtischer Kultur und sind näher am allgemeinen Trend.“

Der Hofnachfolger in sechster Generation vor dem Haupthaus von 1855. 

Der 30-Jährige ist seit fünf Jahren fest auf dem Betrieb und wird Hofnachfolger in sechster Generation (alle hießen Heinrich, er mit zweitem Vornamen). Dergestalt in Beidendorf verwurzelt, hatte er jedoch schon immer einen gemischten Freundes- und Bekanntenkreis. Seine Ehefrau Annecke macht gerade ihren Master in Psychologie, die Familie vermietet im Haupthaus Wohnungen an Studenten –„da herrscht ein immenser Bedarf“. All das erweitert ebenfalls das Themenspektrum der Familie.

Um Kontakt mit der stadtrandnahen Bevölkerung zu pflegen, bietet er um Halloween eine Kürbisaktion an – selbst ernten vom Feld und schnitzen mit Schablonen. „Ich will junge Familien der Landwirtschaft näherbringen, und dafür eignet sich der Kürbis sehr gut.“

Die Rheingold-Studie – die Grundlage für das Projekt ZukunftsBauer – kam Mats Röttger sehr entgegen. Sie hat ihn darin bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein, denn die Kommunikation mit der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit ihr liegen ihm am Herzen. „An den Umfragen, die dort durchgeführt wurden, kann man sehr gut ablesen, wo der Trend hingeht“, findet er.

Den sieht er keineswegs negativ: „Bei Zukunftsfragen wie Klimawandel oder Artenschutz braucht man uns Landwirte, denn wir haben die Flächen. Da kann man richtig gut ins Gespräch kommen und mit der Bevölkerung zusammenarbeiten. Wir sollten vor Ort gute Konzepte entwickeln, von denen viele Menschen etwas haben.“ Solche Gespräche könnten durchaus mal in der Dorfwirtschaft aufkommen – im Nachbarort Krummesse gibt es immerhin noch zwei Landgasthöfe.

Wildsamenvermehrung: Ackerwitwenblume Foto: Mats Röttger

Was Röttger dabei vermitteln möchte: „Wir Bauern haben kein Interesse, die Natur kaputt zu machen, denn wir leben von ihr. Der Boden ist unser Kapital und muss intakt bleiben.“ Ja, für den Landwirt gelte dies in besonderem Maße, denn er könne nicht wie die Ausübenden manch anderer Berufe den Ort wechseln, wenn es schwierig werde. „Wir müssen unser Umfeld so gestalten, dass wir gut damit leben können.“ Allerdings funktioniere das nicht von heute auf morgen, darauf müsse man langfristig hinarbeiten und sich darauf einstellen können.

Was Röttger bereits in Angriff genommen hat: Er hat auf einer kleineren Fläche eine Kräuter- und Wildsamenvermehrung für den Artenschutz angelegt. Die Samen vermarktet er unter der geschützten Marke Regio-Saatgut an Kommunen und Privatpersonen. Die Photovoltaikanlage versorgt den Hof mit Strom weitgehend autark – „nicht ganz, weil es noch an geeigneten Speichermedien fehlt“. Vor allem aber ermöglicht sein Hackschnitzelwerk, das mit Holz aus den eigenen Knicks gespeist wird, die Nahwärmeversorgung nicht nur des Hofes, sondern darüber hinaus für einen Großteil des Dorfes mit 120 Einwohnern. „Das schafft Zufriedenheit und Unabhängigkeit für viele. Wir sind breit aufgestellt!“

Was passiert im Silo?

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Die Grundfutterleistung beeinflusst maßgeblich das Betriebs­zweigergebnis und ist abhängig von der Qualität und Schmackhaftigkeit des Grundfutters.

In den meisten Fällen wird das frische Erntegut (Gras, Mais, GPS) durch Silierung haltbar gemacht, doch was passiert eigentlich im Silo? Wodurch entstehen Fehlgärungen und warum werden manche Silagen während der Entnahmephase warm und schimmelig und andere nicht?

Die komplexen mikrobiologischen Vorgänge, die sich während der Silierung beziehungsweise unter Lufteinfluss im Silo abspielen, werden nun mithilfe von zwei Videos zumindest theoretisch erklärt. Denn ein besseres Verständnis der grundlegenden Prozesse hilft, die Stellschrauben im Bereich des Ernte- und Silomanagements in die richtige Richtung zu drehen, also die Silierung gezielt zu steuern und nicht dem Zufall zu überlassen. Das Silo selbst bleibt nach wie vor eine Blackbox, erst über die Gärqualität der fertigen Silage zeigt sich, welche der beteiligten Mikroorganismengruppen den Konkurrenzkampf um die Nährstoffe gewonnen hat.

Die beiden jeweils knapp 10 min langen YouTube-Videos „Was passiert im Silo?“

Teil 1: Während der anaeroben Lagerung und

Teil 2: Während der aeroben Lagerung

sind jetzt online verfügbar.

Essbare Distel mit Zierwert

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Artischocken gehören zu den wenigen Pflanzen, bei denen wir in der Hauptsache die Blüte verzehren. Die essbaren Disteln sind wärmeliebend und werden vor allem im Mittelmeerraum in größerer Menge angebaut. Mit ihren großen, fiederteiligen, graugrünen Blättern und den ausdrucksvollen Blütenständen sind die Pflanzen so attraktiv, dass sie auch im Ziergarten stehen können.

Schon im frühzeitlichen Ägypten vor 3.000 Jahren wurden die verdickten Blütenkörbe verschiedener Distelarten gegessen. Die Artischocke (Cynara cardunculus var. scolymus) stammt vermutlich von einer Wildform der Kardone (Cynara cardunculus) ab. Von Italien aus verbreitete sich ihr Anbau ab dem 16. Jahrhundert in Frankreich, Belgien und England. Besonders gut gedeihen Artischocken in Meeresnähe, weil ihnen das dort ausgeglichenere Klima zusagt.

Als mehrjährige Pflanzen fallen Artischocken aus der normalen Fruchtfolge heraus, außerdem beanspruchen sie viel Platz. Dafür können sie unter günstigen Bedingungen sieben bis zehn Jahre lang Ertrag bringen, am produktivsten sind sie allerdings in den ersten vier Jahren. Die großen Stauden lassen sich aus Samen anziehen oder vegetativ durch Teilung beziehungsweise das Abtrennen von Ausläufern im Frühjahr vermehren. Während Sämlinge oft sehr unterschiedlich ausfallen, lässt sich die Qualität bei vegetativer Vermehrung besser steuern. Manche Sorten lassen sich überhaupt nur über Ableger vermehren. Bei Anzucht aus Samen sollte die Aussaat ab Mitte Februar bis Anfang März erfolgen. Die ideale Keimtemperatur liegt bei 20 bis 22 °C, zu hohe Temperaturen behindern die Keimung. Wenn man die Samen 24 Stunden in lauwarmem Wasser vorquellen lässt, keimen sie zuverlässiger.

Die großen Pflanzen beanspruchen rund 1 m2 Fläche. Foto: Anke Brosius

Die Sämlinge, die nach zwei bis drei Wochen erscheinen, brauchen zum guten Gedeihen viel Licht und weiterhin etwa 20 °C Bodentemperatur. Mit einer Vliesabdeckung, die vor Spätfrösten schützt, können die kräftigsten Jungpflanzen ab Mitte April ins Beet gesetzt werden. Andernfalls kultiviert man sie in großen Tontöpfen im Haus vor und setzt sie erst im Mai nach den letzten Frösten an einen warmen, sonnigen Platz im Freiland. Der Pflanzabstand sollte mindestens 80 cm bis 1 m betragen. Wo Gefahr durch Wühlmäuse droht, welche die fleischigen, inulinhaltigen Wurzeln des Korbblütlers gern fressen, ist eventuell ein großer Drahtkorb als Wurzelschutz ratsam.

Artischocken brauchen einen sonnigen, geschützten Standort und bevorzugen feuchte, tiefgründige, humusreiche Böden. Bei zu viel Nässe, insbesondere bei Staunässe, faulen die Wurzeln. In kühleren Gegenden sind Sandböden, die sich im Frühjahr rasch erwärmen, günstiger als schwere Böden. Starke Hitze und Sommertrockenheit schaden zwar nicht der Pflanze selbst, wohl aber dem Ertrag: Die Blütenknospen werden dann zäh und holzig und somit ungenießbar. In trockenen Sommern sollten die Pflanzen deshalb reichlich gegossen werden. Auch eine dicke Mulchschicht hilft, den Boden feucht zu halten.

Je jünger, desto zarter sind die Knospen. Foto: Anke Brosius

Eine gute Vorkultur für Artischocken sind Leguminosen, die den Boden lockern und mit Stickstoff anreichern. Auch Kompost, gut verrotteter Mist und Pflanzenjauchen sorgen für ausreichende Nährstoffe. Auf mineralische Düngung reagieren die Pflanzen empfindlich. Da Artischocken leicht unter Kalziummangel leiden, können Algenkalk und kalkhaltige Steinmehle von Vorteil sein.

Einige Sorten neigen stark zur Ausläuferbildung. Damit die Pflanze sich kräftig entwickeln kann, sollten diese, soweit man sie nicht zur Vermehrung braucht, entfernt werden und nur zwei bis drei Haupttriebe stehen bleiben. Wer besonders große Knospen ernten will, sollte im ersten Jahr nicht mehr als vier bis fünf Knospen pro Pflanze belassen.

Obwohl Artischockenpflanzen Wärme lieben, brauchen sie für ihre Entwicklung auch kühles und feuchtes Wetter. Manche Sorten werden überhaupt erst durch Temperaturen unter 7 °C zum Ansetzen von Blüten veranlasst. In den Mittelmeerländern wachsen die Artischockenknospen deshalb über Winter heran und werden im Frühjahr geerntet. Bei uns hingegen liegt die Erntezeit der Knospen im Herbst. Spätestens vor dem ersten Frost werden die langen Stängel mit den Blütenknospen abgeschnitten. Sie lassen sich einige Zeit in feuchtem Sand lagern, manchmal wachsen unfertige Blütenknospen hier auch noch nach.

Im Winter vor Nässe schützen

Über Winter können die Pflanzen mit einer Reisig- oder Strohabdeckung vor starken Frösten geschützt werden. Wenn man über jede Pflanze zunächst einen großen Tontopf stülpt und diesen dann mit Laub oder Stroh und eventuell noch einem Vlies oder einer Schilfmatte bedeckt, schützt dies auch vor zu viel winterlicher Nässe, die ungünstiger sein kann als Kälte. Solange sie nicht zu nass stehen, überstehen ältere Pflanzen Fröste bis –10 °C meist schadlos.

Nach erfolgreicher Überwinterung können im zeitigen Frühjahr, sobald die Pflanzen zu treiben beginnen, die Seitenausläufer mit einem scharfen Messer abgetrennt und eingetopft werden. Wichtig ist dabei, so tief an der Basis zu schneiden, dass an jedem Ableger ein Stück Wurzelstock hängt. Das unterstützt eine rasche Bewurzelung und ein kräftiges Wachstum der neuen Jungpflanzen. Im Prinzip lassen sich Artischocken auch einjährig kultivieren. Bei später Aussaat und in rauerem Klima bilden Sämlinge allerdings häufig erst im zweiten Jahr Blütenknospen.

Verwendung in der Küche

Essbar sind bei der Artischocke die Stiele, die verdickten Blütenböden sowie der untere, fleischige Teil der Hüllblätter. Zur Ernte sollte der Blütenkorb voll entwickelt sein, die Blüte sich aber noch nicht geöffnet haben. Je jünger die Knospen geerntet werden, desto zarter und schmackhafter sind sie. Voll erblühte Artischocken lassen sich zwar nicht mehr in der Küche verwenden, sind aber in der Vase sehr dekorativ. Auch Bienen und Hummeln fliegen auf die großen, violetten Blütenstände und sorgen so für die Bestäubung der vielen kleinen Röhrenblüten.

Bei heißem Sommerwetter öffnen sich die Knospen manchmal schneller, als man ernten kann. Foto: Anke Brosius

Eine besonders in Frankreich beliebte Zubereitungsart ist das Kochen der ganzen Knospen mit dem Stielansatz in Salzwasser mit einem Schuss Essig oder etwas Zitronensaft. Die Artischocken sind gar, wenn sich die Blütenblätter leicht auszupfen lassen, je nach Größe nach einer halben bis Dreiviertelstunde. Beim Verzehr wird die Knospe nach und nach entblättert, wobei die einzelnen Blätter in eine Knoblauchmayonnaise oder Kräutervinaigrette getunkt und zwischen den Zähnen abgestreift werden. Je mehr man sich dabei dem Artischockenherz nähert, desto größer wird der essbare Anteil. Am Ende bleibt als Delikatesse der fleischige Blütenboden übrig. Bei manchen Sorten sitzt über dem Blütenboden noch das ungenießbare „Heu“, die unentwickelten Blütenanlagen.

Ganz junge und zarte Artischockenknospen (italienisch: carciofini = Artischöckchen) können – nach dem Abschneiden der holzigen, ungenießbaren Spitzen – im Ganzen oder geviertelt frittiert oder zu Risotto- und Pastagerichten verwendet werden. Traditionell werden so die zuletzt reifenden, kleiner bleibenden Knospen genutzt, man kann aber auch einfach das Ausdünnen unterlassen und so einen reicheren Ansatz kleinerer Blüten erzielen.

Rundköpfige, grüne Artischocken sind meist robuster und liefern gleichmäßigere Erträge. Foto: Anke Brosius
Violette, längliche Sorten gelten als besonders schmackhaft, sind aber klimatisch anspruchsvoller. Foto: Anke Brosius


Unter den Sorten gibt es großköpfige runde, kleinere längliche, grüne und violette Varianten. In kühlerem Klima gedeihen französische Sorten meist besser als italienische, da sie abgehärteter sind. Aus der französischen Bretagne stammen grüne, runde Sorten (‚Camus de Bretagne‘, ‚Castel‘), die besonders zuverlässig tragen und deren Sämlinge sich einheitlicher entwickeln. Weitere im Saatguthandel erhältliche grüne, runde und relativ robuste Sorten sind ‚Green Globe‘ und ‚Imperial Star‘. Violette Sorten wie ‚Petit Violet‘ und ‚Violetto di Toscana‘ sind zwar wärmebedürftiger, gelten aber als schmackhafter und entwickeln in der Regel kein Heu.

Gut für die Leber

Die großen, äußerst bitter schmeckenden Blätter der Pflanzen lassen sich zwar nicht kulinarisch gebrauchen, dafür aber medizinisch. Der in ihnen enthaltene Bitterstoff Cynarin fördert die Fettverdauung und unterstützt besonders die Tätigkeit von Leber und Galle. Für eine Leberkur werden getrocknete Artischockenblattstücke vorteilhafterweise zu gleichen Teilen mit Löwenzahnwurzel und zerstoßenen Mariendistelsamen gemischt. Gegen Blähungen kann man noch etwas Pfefferminze oder Kümmelsamen hinzugeben. Für eine Tasse Tee wird jeweils ein Teelöffel dieser Mischung mit heißem Wasser übergossen und 5 bis 7 min ziehen gelassen. Etwa vier bis sechs Wochen lang trinkt man dreimal täglich eine Tasse vor oder zu den Mahlzeiten.

Extrakte aus Artischockenblättern werden erfolgreich nicht nur gegen Verdauungsbeschwerden, sondern auch bei Erschöpfungszuständen und Schlafstörungen eingesetzt, die aus unregelmäßigem Lebenswandel, etwa bei Schichtarbeit, resultieren. Die Blütenköpfe enthalten die gleichen Wirkstoffe wie die Blätter, jedoch schwächer konzentriert, zudem geht beim Kochen ein Teil der Wirkung verloren. Auch in abgemilderter Form bleiben Artischocken jedoch ein gesundes Delikatessgemüse, dessen Genuss die nachfolgenden Speisen bekömmlicher macht.