Im fortgeschrittenen Frühling offenbaren sich unter Umständen Lücken in bestehenden Pflanzungen, die das Erscheinungsbild trüben. Einige Stauden eignen sich hervorragend, um solche Freiräume in kurzer Zeit harmonisch zu schließen. Noch im Mai oder Juni können diese optimalen Lückenfüller gepflanzt werden.
Die optimalen Arten und Sorten bringen einige Grundvoraussetzungen mit. Sie etablieren sich schnell und wachsen unkompliziert an, ohne dabei die Nachbarn zu bedrängen. Wichtig ist die Verwendung von qualitativ hochwertigen Pflanzen, die sich in der Lücke durchsetzen können. Bei der Pflanzung lockert man den Boden nur kleinräumig, um die Wurzeln der Nachbarpflanzen zu schonen. Auch eine Bodenverbesserung mit Sand bei schweren Böden oder mit Kompost bei leichten Böden sorgt für einen guten Start.
In der Familie der Storchschnäbel findet sich für jeden Standort, gleich ob sonnig oder schattig, ob im Staudenbeet oder unter Gehölzen, ein pflegeleichter und unkomplizierter Vertreter. Dabei lassen die Blütenfarben Weiß, Violett, Rosa und Rot farblich kaum einen Wunsch offen.
Storchschnabel zeigt die kalte Schulter
Genau das Richtige für trockene, sonnig gelegene Standorte ist der Blutstorchschnabel (Geranium sanguineum). Mit seinem breitbuschigen Wuchs bedeckt er schnell den Boden und zeigt dabei Krankheiten, Schädlingen oder Schnecken die kalte Schulter. Die Geraniumhybride ‚Rozanne‘ begeistert mit ihrer Dauerblüte von Juni bis November und hübschem Laub. Sie fühlt sich im Halbschatten am wohlsten. Der anspruchslose Sibirische Storchschnabel (Geranium wlassovianum) ist ein perfekter Lückenfüller für den Gehölzrand. Nach der Blüte von Juli bis September folgt die attraktive, orangerote Herbstfärbung.
Für sonnig gelegene Stellen findet sich eine reiche Auswahl geeigneter Stauden. Steinquendel ‚Triumphator‘ (Calamintha nepeta) blüht auf eher trockenen Böden besonders schön von Juli bis Oktober auf. Hübsch wirkt diese Bergminze mit ihren intensiv duftenden Blättern zwischen Nelken, Bartiris und Spornblume. Mit bis zu 1 m Wuchshöhe strebt die Prachtkerze (Gaura lindheimeri) höher hinaus und überzeugt zudem mit einer weißen oder rosafarbenen Dauerblüte von Juli bis Oktober. Auch den Gelben Lerchensporn (Corydalis lutea) kann man für sonnige bis halbschattige Bereiche aufgrund der langen Blüte von Mai bis Oktober, der hübschen filigranen Blätter und seiner Anpassungsfähigkeit gar nicht genug empfehlen.
Sonnenhut verbreitet
gute Laune
Lerchensporn bevorzugt durchlässige Böden, kommt aber auch an unwirtlichen Stellen wie Mauer- und Treppenfugen gut zurecht. Die charmante Staude eignet sich daher bestens für jene Flecken im Garten, an denen sich andere Pflanzen schwertun. Gute Laune verbreitet der Oktobersonnenhut ‚Takao‘ (Rudbeckia triloba), der bereits im ersten Standjahr prächtig in der Zeit von August bis Oktober blüht. Hübsch wirken auch die filigranen Blüten des Eisenkrauts (Verbena bonariensis). Neben der eigentlichen Art mit 130 cm Höhe bietet der Handel die Sorte ‚Lollipop‘ mit 60 cm Höhe an. Beide Varianten haben eine ausgezeichnete Fernwirkung. Das Eisenkraut ist eine kurzlebige Staude, die sich zuverlässig über Selbstaussaat erhält, wenn man die Blütenstände nicht abschneidet.
Auch für die schattigen Bereiche im Garten finden sich attraktive Stauden, die schnell vorhandene Lücken schließen. So breitet sich die Elfenblume (Epimedium grandiflorum) als robuster und pflegeleichter Bodendecker zügig aus und besticht dabei mit ihren zarten Blütenglocken. Sie schweben über dem attraktiven Laub. ‚Akebono‘ mit hellen, lilarosafarbenen Blüten, ‚Creeping Yellow‘ mit weißen Blüten und ‚Rubinkrone‘ mit violett-weißen Blüten zeichnen sich durch einen reichen Flor sowie Robustheit aus. Eher als Heil- oder Jauchepflanze ist der Beinwell (Symphytum grandiflorum) bekannt. Die Auslesen ‚Blaue Glocken‘ und ‚Miraculum‘ sind nicht so wuchsstark wie die Wildart. Die unkomplizierten Lückenfüller sollten nach der Blüte bodennah zurückgeschnitten werden, dann treiben schöne neue Blätter aus.
Funkien widerstehen Wurzeldruck
Auch die Funkien (Hosta) zählen zu jenen Stauden, die sich im Nachhinein gut in bestehende Pflanzungen einfügen, weil ihnen Wurzeldruck nichts ausmacht. Mit ihren verschiedenen Blattformen und -farben sowie Wuchshöhen bringen sie Abwechslung ins Beet, bieten sich aber auch als Akzentgeber an. Die Bergenie (Bergenia) kommt trotz ihrer Liebe zur Sonne auch an schattigen Standorten sehr gut zurecht. Der wintergrüne, robuste Frühlingsblüher zählt mit den glänzenden, grünen, im Winter teils rötlich überhauchten Blättern zu den Blattschmuckstauden, die einzeln wie auch in der Gruppe ihre Wirkung nicht verfehlen. Als Extra gibt es die hübschen Blütenköpfe von April bis Mai dazu.
Für den extraschnellen Lückenschluss empfehlen sich vorgezogene Einjährige aus dem Gartenmarkt wie Schmuckkörbchen, Mehliger Salbei, Spinnenblume, Löwenmäulchen, Buntnesseln, Vanilleblume, Fleißiges Lieschen, Husarenknopf und einjähriger Sonnenhut. Als Blickfang für kleinere Lücken eignen sich vorgezogene Zierlaucharten wie Allium giganteum. Tipp: Zwischen Stauden mit viel Blattmasse setzen, um die bereits während der Blüte welkenden Blätter zu verdecken. Im Mai noch selbst säen: Ringelblume, Borretsch, Goldmohn, Sonnenblume, Gartenstrohblume.




