Die Eröffnung und Begrüßung dieses wichtigen Ausschusses erfolgte durch den Vorsitzenden Hans-Caspar Graf zu Rantzau. Der Sitzungstermin wurde umgestellt, auch die Vertreter der Baumschulen sollten dabei sein. Mitte Mai sind die meisten Pflanzen ausgeliefert, und ihre Teilnahme an Ausschusssitzungen ist leichter möglich. Von ihnen erwartet man sich wichtige Impulse, beispielsweise weil sie die Pflanzen für den Forst liefern.
Kammergeschäftsführerin Stephanie Wetekam, zum ersten Mal in diesem Fachausschuss, stellte sich dem Ehrenamt vor. Es kam mit Sicherheit gut an, dass sie aus Hessen, einem der waldreichsten Gebiete Deutschlands, kommt. Sie teilte dem Ehrenamt die aktuellen Nachrichten aus der Kammer mit. So stehe die Kammer aktuell finanziell auf soliden Füßen. In den vergangenen Jahren sei viel saniert worden. Wetekam ist wichtig, dass die Kammer den Betrieben nütze, sich die Betriebe aber auch einbrächten und sagten, in welchen Bereichen sie Hilfe benötigten. Nur so lasse sich die Kammer voranbringen. Für die Mitwirkung ist die Arbeit in den Fachausschüssen, wie dem für das Forstwesen, eine gute Möglichkeit. Wetekam sprach auch über die zahlreichen Projekte, die der Kammer viel Wissen einbringen. Hier wäre es künftig wünschenswert, wenn eine Person alle Projekte bündeln und die administrativen Aufgaben übernehmen würde. Im Forst wünscht sie sich eine Digitalisierung der Förderung, allerdings sei man noch in der Abstimmung mit dem Land bezüglich der Frage, wer die Digitalisierung durchführe.
Im Anschluss ging es um den Wald bei uns im Land zwischen den Meeren. Die Kammer müsse im Geschäft bleiben, und das gehe, weil die Kammer ein lebendiges Instrument zum Nutzen der Umlagezahler sei, so Graf zu Rantzau. „Wir wollen gestalten und nicht verwalten“, führte der Vorsitzende aus.
Zusätzliche Försterstelle geschaffen
Hans Jacobs, kommissarischer Leiter der Forstabteilung, stellte den Geschäftsbericht 2025 vor. Die Kammer habe unter anderem auf den erhöhten Beratungsaufwand mit einer zusätzlichen Försterstelle reagiert. Der neue Kollege heißt Leon Kitzig und wurde bereits im Bauernblatt (BB 20/2026) vorgestellt. Die Förderung der forstlichen Zusammenschlüsse über den Abschluss von Waldpflegeverträgen habe sich zu einem „Burner“ entwickelt, so Jacobs. Knapp 3.500 Verträge und über 25.000 ha gelte es zu bearbeiten. Das Fördervolumen liegt bei 1,49 Mio. €, die Fördersummen je Forstbetriebsgemeinschaft zwischen 8.000 und 100.000 €. Als forstlicher Dienstleister unterstützt die Kammer die Forstbetriebsgemeinschaften. Weiteres Thema der Betreuung und Beratung ist die Verkehrssicherung von Bäumen an Straßen und bewohnten Grundstücken. Diese rückt nach einem tragischen Unfall in Satrup aktuell in den Fokus. Am Ostersonntag war eine rund 30 m hohe Esche umgestürzt und hatte mehrere Menschen unter sich begraben. Drei Menschen verloren dabei ihr Leben, weitere Personen wurden schwer verletzt.
Positives Ergebnis in den Büchern
Auch für die übrigen Fachbereiche konnte Jacobs gleichbleibende bis steigende Umsätze vermelden, sodass zum Jahresende ein positives Ergebnis zu Buche stand.
Eine prima Neuerung gibt es aus dem Bereich der Aus- und Fortbildung. Hier übernahm der Leiter der Lehranstalt für Forstwirtschaft (LAF), Dr. Jörg Hittenbeck, das Wort. Derzeit sind dort 55 Auszubildende in der Berufsschule beziehungsweise überbetrieblichen Ausbildung. Es fanden 62 Seminare mit knapp 900 Teilnehmern statt. Die Nachfrage nach Motorsägen-Lehrgängen übersteigt derzeit die Kapazität.
Ein Novum ist, dass ein Forstwirtschaftsmeisterlehrgang ins Leben gerufen wurde. Die Teilnehmer müssen nun nicht mehr in andere Bundesländer fahren. Noch eine gute Nachricht hatte Hittenbeck zum Schluss: Ein Förderbescheid für den Neubau eines Schulungszentrums an der LAF wurde bewilligt. Es sei realistisch, dass der Bau 2027 beginnen werde und sich so die Bedingungen für die Auszubildenden verbessern würden.
Theorie und Praxis besser verbinden
Im Anschluss ging es darum, die Ausschussarbeit zu beleben. In einer angeregten Diskussion einigten sich die Mitglieder darauf, vor Ort Termine im Wald oder in einer Forstbaumschule der Sitzung vorzuschalten, um Theorie und Praxis besser zu verbinden.In der Sitzung könnten dann themenspezifisch die betroffenen Fachbereiche genauer vorgestellt oder Zukunftsthemen wie Agroforst oder Containerpflanzungen besser verdeutlicht werden. Mehr Praxis kommt bei den Teilnehmern gut an.
„Die jungen Menschen wollen lernen!“
Drei Fragen an die neue Arbeitslehrerin Annabelle Brandt
Annabelle Brandt hat zum Jahresbeginn in der Lehranstalt für Forstwirtschaft (LAF) in Bad Segeberg angefangen. Die Möllnerin hat nach dem Abitur ihre Ausbildung zur Forstwirtin gemacht und war unter anderem in der Baumpflege als Gutachterin tätig. Sie wird Fortbildungen in der LAF durchführen. Diese war mit 900 Teilnehmern 2025 gut ausgelastet. Aktuell macht Brandt ihren Meister, um die angehenden Forstwirte in der überbetrieblichen Ausbildung (ÜA) zu unterrichten.
Was ist Ihre neue Aufgabe bei uns in der Forstabteilung?
Annabelle Brandt: Hauptsächlich geht es bei mir um die Ausbildung der Forstwirte, und dabei um den praktischen Teil. Die sind ja hier in Bad Segeberg in der überbetrieblichen Ausbildung. Die Inhalte reichen je nach Ausbildungsjahr von der Holzernte über Zaunbau, Pflanzung bis hin zu Jungwuchspflege und Waldrandgestaltung. Die ÜA findet neben den Unterrichtsräumen im Wald im Segeberger Raum statt.
Sie selbst sind 33 Jahre alt und haben überwiegend mit jungen Menschen zu tun. Wie werden Sie mit denen klarkommen?
Ich habe ein souveränes, sicheres Auftreten und freue mich auf die Herausforderung. Vorher im gutachterlichen Bereich hatte ich in Seminaren zu Baumkontrollen überwiegend mit Erwachsenen zu tun. Meine Erfahrung ist, dass man an die Auszubildenden sehr gut herankommt, die sind ja bei uns und wollen etwas lernen. Es ist sehr interessant, mit so vielen unterschiedlichen Charakteren zu arbeiten.
Für Sie schließt sich mit dem Job bei der Kammer der Kreis?
Ich bin schon lange mit der Forstabteilung und dem Ort Bad Segeberg verbunden. Ich habe bei der Stadt Mölln gelernt, und daher kenne ich aus meiner eigenen überbetrieblichen Ausbildung die LAF und einige meiner Kollegen schon. Ich wusste also bei der Bewerbung, was mich erwartet. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Es ist eine tolle Kombination zwischen der Arbeit draußen im Forst und im Klassenzimmer beziehungsweise Büro, gerade deshalb hat man sich den Job ja ursprünglich ausgesucht. imk




