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Was NIR-Sensoren können

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Die Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) vereinfacht die Nährstoff­ermittlung bei Wirtschaftsdüngern. Außerdem besteht das Potenzial für eine exakte und gleichzeitig unkomplizierte Ausbringung. Jedoch fehlt der Technik in einigen Bundesländern die düngerechtliche Anerkennung. In Schleswig-Holstein ist das NIRS-Verfahren als Alternative zur Laboranalyse bei Wirtschaftsdüngern zugelassen.

Ein Landwirt darf nicht frei entscheiden, wie viel Gülle er auf seine Flächen ausbringt. Es gilt, die flächenspezifischen Nährstoffvorgaben zu befolgen und alle Düngevorgänge zu dokumentieren. Um unter diesen Umständen maximale Ernteerträge erzielen zu können, müssen die verfügbaren Nährstoffe möglichst effizient, bedarfsgerecht und in der Regel gleichmäßig ausgebracht werden. Auf diese Weise wird eine abwechselnde Über- und Unterdüngung vermieden. Üblicherweise werden deshalb die Nährstoffgehalte der Gülle ermittelt, indem Proben genommen oder Richtwerte verwendet werden. Jedoch können in beiden Fällen deutliche Abweichungen zu den tatsächlichen Werten auftreten. Beispielsweise können die Nährstoffgehalte in Abhängigkeit von der Gülleart, der Fütterung und der Homogenität extrem schwanken.

Vor diesem Hintergrund ist eine exakte Nährstoffausbringung mit organischen Düngern schwer realisierbar. Das Ertragspotenzial wird nicht ausgeschöpft, und Umweltbelastungen können hervorgerufen werden. Ein Einsatz der NIRS könnte deutliche Verbesserungen herbeiführen: Die Nährstoffermittlung könnte vereinfacht, eine exaktere Ausbringung ermöglicht, der überbetriebliche Nährstoffaustausch gefördert und der Dokumentationsaufwand minimiert werden.

Ablauf einer NIRS- Nährstoffmessung

Die Nährstoffe, die in einer Gülle enthalten sind, können mit der NIRS-Technik während der üblichen Pumpvorgänge bestimmt werden. Dabei werden die Messkomponenten in die Förderleitungen integriert oder über eine mobile Station mit den vorhandenen Rohren oder Schläuchen verbunden. Eine mobile NIRS-Station kann beim Befüllen eines Güllefasses zur Nährstoffmessung zwischengeschaltet werden. Sie besteht im Wesentlichen aus der Nah­infraroteinheit (NIR-Einheit), dem Durchflussmengenmesser sowie dem Bedienterminal (siehe Abbildung 1). Sobald Gülle gefördert wird, werden die Gehalte an Stickstoff (N2), Ammonium (NH4), Phosphor (P2O5), Kali (K2O) und Trockensubstanz ermittelt und über das Terminal ausgegeben. Zudem besteht die Möglichkeit, ein Ausbringziel für einen Nährstoff festzulegen. In diesem Fall wurden 60 kg N/ha gewählt. Daraufhin wird dem Anwender aufgezeigt, dass dafür 13 m3 der vorhandenen Gülle pro Hektar ausgebracht werden müssen.

Funktionsweise der NIRS- Technik

Bei einer NIRS-Messung wird die vorbeifließende Gülle durch ein Fenster in der Rohrleitung mit nah­infrarotem Licht bestrahlt (siehe Abbildung 2). Das einfallende Licht wird von den unterschiedlichen Inhaltsstoffen teilweise absorbiert und reflektiert. Dabei entstehen spezielle Reflektionen. Diese werden vom Sensor erfasst und zum NIR-Detektor weitergeleitet. Durch einen Vergleich mit hinterlegten Daten sowie eine vom Hersteller entwickelte Kalibrierung können die Nährstoffgehalte der Gülle abgeschätzt werden.

Vorteile der NIRS-Technik

Die wesentlichen Vorteile der NIRS-Technik bestehen darin, dass die Nährstoffmessung durchgängig, live und aufwandlos erfolgt. Das bedeutet zum einen, dass ein deutlich größerer Anteil der jeweils relevanten Gülle als bei einer einzelnen Probeentnahme berücksichtigt wird. Außerdem liegen die Nährstoffgehalte direkt vor, sodass sie für eine sofortige Ausbringung oder einen überbetrieblichen Nährstoffaustausch verwendet werden können. Zum anderen entfällt der Aufwand für eine umständliche Probeentnahme.

Darüber hinaus bietet die NIRS-Technik die Möglichkeit, den Güllestrom bei der Ausbringung auf Basis eines Nährstoffwertes zu regeln (siehe Abbildung 3). In diesem Fall liefern ein am Güllefass verbauter Durchflussmengenmesser und die NIR-Einheit Messwerte, auf deren Grundlage die Fahrgeschwindigkeit geregelt wird. Beispielsweise könnte der Fahrer durch eine Eingabe am Isobusterminal festlegen, dass 60 kg N/ha ausgebracht werden sollen. Daraufhin würde während der Ausbringung eine automatisierte Anpassung der Fahrgeschwindigkeit erfolgen. Alternativ kann eine Regelung des Güllestroms über die Pumpendrehzahl oder ein Drosselventil herbeigeführt werden. Während der Ausbringung erfolgt eine automatisierte Dokumentation der verteilten Nährstoffe. In Verbindung mit GPS können Applikationskarten erstellt werden. Auf diese Weise könnte eine nährstoffbasierte und bedarfsgerechte Ausbringung inklusive der Dokumentation nahezu aufwandlos realisiert werden.

Kritische Betrachtung der NIRS-Technik

Für eine Akzeptanz der NIRS-Technik in der Praxis müssen die gemessenen Nährstoffgehalte in einer ausreichenden Genauigkeit vorliegen. Ansonsten kann keine exakte Ausbringung realisiert werden. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) die Genauigkeit von verschiedenen NIR-Sensoren untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass die Messgenauigkeit von den unterschiedlichen Nährstoffen, der Gülleart und den Höhen der Nährstoffgehalte abhängt. Deshalb werden Zertifizierungen einzeln für Stickstoff, Ammonium, Phosphor, Kali und Trockensubstanz bei Rinder-, Schweine-, Mischgülle und Gärresten vergeben. Die jeweilige Zertifizierung erfolgt, wenn drei von fünf Messungen eine maximale Abweichung von 25 % zu einem Referenzwert aufweisen und ansonsten keine Abweichung über 35 % auftritt. Gegenwärtig erreichen NIR-Sensoren für die meisten Inhaltsstoffe eine Zertifikation. Dabei können beim Stickstoffgehalt in der Regel höhere Genauigkeiten erzielt werden.

Im Vergleich dazu können bei Laboranalysen Schwankungen von zirka 15 % auftreten. Jedoch sind die Abweichungen aus den vorangestellten Prozessschritten unbekannt. Dabei bietet insbesondere die Probeentnahme ein großes Fehlerpotenzial. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass Veränderungen der Gülle bis zum Start der Ausbringung nicht erfasst werden.

Vor diesem Hintergrund wird die Genauigkeit von Nährstoffgehalten, die mit zertifizierten NIR-Sensoren ermittelt wurden, bei üblichen Güllearten und unter Praxisbedingungen von der DLG als gleichwertig eingeschätzt. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass bei ungewöhnlichen Güllearten, die von der üblichen Kalibrierung nicht abgedeckt werden, größere Messfehler auftreten können. Außerdem wird die NIRS-Technik nicht als wissenschaftliches Verfahren anerkannt und es sind keine Bedingungen definiert, die den Ablauf, die Genauigkeit und die gleichbleibende Qualität einer Messung sicherstellen. Daher wird eine Dokumentation auf NIRS-Basis in einigen Bundesländern düngerechtlich nicht anerkannt.

Kaufentscheidung und Anschaffungskosten

Aktuell werden NIR-Sensoren für Gülleanwendungen unter anderem von Zunhammer, John Deere, Kotte, m-u-t, Kaweco, Dinamica Generale, Topcon und BSA angeboten. Bei der Kaufentscheidung ist zu berücksichtigen, dass unterschiedliche Messgenauigkeiten bei unterschiedlichen Güllearten sowie Nährstoffen vorliegen können. Daher sollte im Einzelfall entschieden werden, welcher Sensor sich am besten für die betrieblichen Anwendungen eignet.

Für den Erwerb und den Anbau am Güllewagen fallen in der Regel Kosten von zirka 35.000 € an. Dabei besteht unter Umständen eine Förderfähigkeit von zirka 40 %. Die Betriebs- und Wartungskosten liegen schätzungsweise bei 1.000 bis 2.000 € pro Jahr. Vor einem Kauf ist unbedingt sicherzustellen, dass Schlepper, Güllewagen und NIRS-Technik synchronisiert werden können.

Die NIR-Einheit ist in diesem Fall mittig am Verteilrohr des Güllewagens verbaut.

Fazit

Die NIRS-Technik optimiert die Nährstoffermittlung, indem die Nährstoffgehalte flüssiger Wirtschaftsdünger durchgängig und live bestimmt werden. Zudem entfällt der Aufwand für eine Probeentnahme und eine automatisierte Dokumentation wird ermöglicht. Eine exaktere Ausbringung wird herbeigeführt, indem Nährstoffgehalte fuhrenbezogen ermittelt werden, sofort vorliegen und eine nährstoffbasierte Regelung des Güllestroms erfolgen kann. Der überbetriebliche Nährstoffaustausch wird gefördert, indem die Nährstoff­ermittlung einfach, schnell und speziell für ein relevantes Güllevolumen vorgenommen werden kann. Die Messgenauigkeit wird bei üblichen Güllearten und unter Praxisbedingungen von der DLG als gleichwertig eingeschätzt. Ungewöhnliche Güllearten, welche abseits der üblichen Kalibrationen liegen, können zu größeren Messfehlern führen.

Zuckerrüben unterschiedlich entwickelt

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Der Entwicklungsstand der Zuckerrüben in Schleswig-Holstein variiert momentan sehr stark. Viele Bestände im Raum Lübeck und im Naturraum Lauenburg/Stormarn werden in den nächsten Tagen die Reihen schließen. Dagegen haben spät und neu gelegte Rüben im Norden und Westen des Landes erst das zweite Laubblattpaar ausgebildet. Dazu kommt, dass die Rüben, die das zweite Mal gelegt wurden, innerhalb der Fläche sehr unterschiedlich aufgelaufen sind. Häufig fehlte das notwendige Wasser zum Keimen und sogenannte Etagenrüben sind die Folge.

Während die weit entwickelten Bestände überwiegend frei von Beikräutern sind, werden in den kleinen Rüben noch Behandlungen notwendig werden.

Da die Witterung jetzt wieder Splittinganwendungen erlaubt, sollten diese auch konsequent durchgeführt werden.

Eine Maßnahme gegen eine breite Mischverunkrautung, die zweimal im Abstand von zwei bis vier Tagen in entgegengesetzter Fahrt­richtung gefahren werden sollte, könnte folgendermaßen aussehen:

Belvedere Duo kann, wie mehrfach beschrieben, durch Produkte mit Einzelwirkstoffen ersetzt werden. Hat der Windenknöterich bereits Laubblätter, ist ein Zusatz von 0,2 l/ha Vivendi 100 je Teilsplit ratsam. Disteln im Rübenschlag sollten vor dem Erscheinen der Blütenknospen bei wüchsigem Wetter mit 1,2 l/ha Vivendi 100 oder 0,20 l/ha Lontrel 600 beziehungsweise 167 g/ha Lontrel 720 SG behandelt werden. Der Zusatz von 0,5 l/ha Hasten ist zwingend erforderlich. Die Disteln dürfen, um den Wirkstoff aufzunehmen, bei der Behandlung nicht von Debut vorgeschädigt sein.

Erfreulicherweise waren bis Anfang dieser Woche in den Rübenbeständen kaum tierische Schädlinge zu finden, sodass Behandlungen bisher nur selten erforderlich waren. Die Bekämpfungsschwelle, die eine Behandlung erforderlich macht, liegt momentan für die Schwarze Bohnenlaus bei 30 % befallener Pflanzen und für die Grüne Pfirsichblattlaus bei 10 % befallener Pflanzen. Miniergänge der Rübenfliegenlarven waren ebenfalls kaum vorhanden. Der aktuelle Befall ist weiterhin im AgriPortal Consult und in der App Agri­Portal mobile zu finden. Sollte wider Erwarten doch ein Insektizid erforderlich werden, könnten gegen Läuse 300 g/ha Pirimor-Granulat oder ab dem Achtblattstadium der Rüben das systemisch wirkende und ebenfalls die Nützlinge schonende Teppeki mit 140 g/ha in 300 bis 400 l Wasser eingesetzt werden. Gegen die Larven der Rübenfliege ist der Einsatz eines Pyrethroides in der zugelassenen Aufwandmenge sinnvoll. Bitte an die Zeichnung des Zuckerrübenlieferungsvertrages für 2023 denken.

Wenn die Zinsen steigen

Der Zinsmarkt ist in den vergangenen Monaten stark in Bewegung gekommen. So ist die Rendite der zehnjährigen
Bundesanleihen von –0,49 % im August 2021 auf +0,21 % im Februar 2022 um 0,7 %-Punkte angestiegen. Diese Entwicklung spiegeln auch die Kreditzinsen wider, da die am Kapitalmarkt realisierbaren Zinsen die Basis für deren Kalkulation sind.

In die Vergabepraxis für Kredite ist in den vergangenen Jahren viel Bewegung gekommen. Insgesamt sind die Banken heute flexibler, und damit können die Kredite stärker auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden zugeschnitten werden. So ist es heute unter anderem möglich, unter bestimmten Voraussetzungen die Kreditzinsen bei einem Rentenbankdarlehen für 20 Jahre festzuschreiben und bis zu drei tilgungsfreie Jahre zu vereinbaren. Für den Kreditnehmer heißt dies aber auch, sich mehr Gedanken über die Gestaltung seines individuellen Kredits machen zu müssen und dies entsprechend mit der Bank zu verhandeln.

Mehr Optionen zu haben bedeutet leider immer auch, dass die Komplexität der individuellen Entscheidungssituation zunimmt. Eine Frage, die sich für nahezu jeden Kreditnehmer stellt – ob Investition in einen Stall, Hauskauf oder Errichtung eines Bürgerwindparks –, ist die nach der „richtigen“ Zinsbindungsdauer. Dabei weiß jeder Kreditnehmer, dass die Kreditzinsen bei kürzerer Zinsbindungsdauer niedriger sind als bei längerer Festlegung. Allerdings sind die Zinsaufschläge auf die längeren Kreditlaufzeiten über die Zeit nicht konstant, sondern hängen vom Anstieg der Zinsstrukturkurve auf den Kapitalmärkten ab.

Rechnen statt Bauchgefühl

Da niemand den Zinsverlauf in den nächsten 20 Jahren vorhersagen kann, ist bei der Entscheidung über die Zinsbindungsdauer eher das Bauchgefühl gefragt. Dabei lässt sich für jede Kreditkonstellation ein Grenzzins für die Anschlussfinanzierung berechnen, bei dem die Summe der an die Bank gezahlten Kapitaldienste gleich groß ist. Der Kapitaldienst beinhaltet dabei stets die Zins- und Tilgungszahlungen an die Bank. Ein solcher Grenzzins verbessert die Entscheidungsgrundlage und dürfte zumindest für ein besseres Bauchgefühl sorgen.

Ein vereinfachtes Beispiel soll die Aussagefähigkeit des Grenzzinses verdeutlichen: Für die Finanzierung eines Bürgerwindparks muss ein Kredit in zweistelliger Millionenhöhe aufgenommen werden. Es gibt eine Finanzierungszusage der Bank mit einer Laufzeit von 20 Jahren mit 3,05 % Zinsen und einer Zinsbindungsdauer von zehn Jahren mit 2,3 %. Vermutlich würden sich die Leser mehrheitlich für die 20-jährige Zinsbindungsdauer entscheiden, denn wir stehen wahrscheinlich am Anfang einer Periode von Zinserhöhungen, und wer weiß schon, wie der Kapitalmarkt in zehn Jahren aussieht. In Tabelle 1 sind die weiteren Konditionen der Kreditvarianten dargestellt.

Die folgenden Berechnungen basieren auf einer Kreditsumme von 1.000.000 €. Es handelt sich jeweils um ein Annuitätendarlehen. Bei einer 20-jährigen Zinsbindung (Kredit A) mit 3,05 % und jährlichem Kapitaldienst sind in den nächsten 20 Jahren jeweils am Jahresende 67.526,81 € an die Bank zu zahlen. Bei einer zehnjährigen Zinsbindung (Kredit B) mit 2,3 % reduziert sich der jährliche Kapitaldienst auf 62.941,51 €. Allerdings soll mit dem Einverständnis der Bank die Differenz der Kapitaldienste (Zeile 9) zusätzlich in die Tilgung fließen, sodass in beiden Varianten jeweils ein Kapitaldienst in Höhe von 67.526,81 € zu leisten ist. Damit ist in beiden Zinsvarianten die Liquiditätsbelastung des Kreditnehmers in den ersten zehn Jahren identisch (Zeile 10 + 11). Nach zehn Jahren weisen die Kredite jedoch einen unterschiedlichen Schuldenstand aus (Zeile 12) Bei Kredit B ist der Schuldenstand um zirka 65.000 € niedriger. Dies ist darauf zurückführen, dass in der Variante B die jeweils eingesparten Zinsen zusätzlich in die Tilgung gesteckt wurden und die Darlehensschulden somit schneller reduziert werden.

Für den Kredit B stellt sich nun die Frage, wie hoch der Zinssatz ist, der bei der Anschlussfinanzierung zum gleichen Kapitaldienst führt wie bei Kredit A, der mit 67.526,81 vom ersten bis zum 20. Jahr konstant ist. Dieser Zinssatz kann über ein iteratives Verfahren ermittelt werden und beträgt im hier diskutierten Beispiel 5,63 %. Mit anderen Worten: Zahlt man für den Anschlusskredit 5,63 % Zinsen, so ist der gesamte Kapitaldienst in den 20 Jahren in beiden Kreditvarianten identisch und führt auch in jedem einzelnen Jahr zur gleichen liquiden Belastung des Kreditnehmers. Allerdings hat man am Ende der zehnjährigen Zinsbindungsfrist mehr Optionen als nur die Prolongation mit wiederum zehn Jahren Zinsbindung. Werden zu diesem Zeitpunkt sinkende Zinsen am Markt erwartet, so kann der Kredit mit einer kürzeren Zinsbindungsdauer fortgesetzt oder in ein Euribordarlehen umgewandelt werden.

Wie hoch die finanziellen Vor- beziehungsweise Nachteile bei Unter- oder Überschreiten dieses Zinssatzes sind, zeigt Tabelle 2. Die angegebenen Werte sind „Nominalwerte“, das heißt es erfolgt keine Umrechnung in einen Barwert. Sollte der Kreditnehmer das Glück haben, den Kredit nach zehn Jahren zum gleichen Zinssatz von 2,3 % verlängern zu können, spart er in den nächsten zehn Jahren insgesamt 103.413,45 €. Dies sind zirka 10 % des ursprünglichen Darlehensbetrags. Bei einem Anschlusszins von 6 % kostet die Finanzierung zirka 12.000 € mehr als in der Variante A mit dem durchgängigen Zinssatz von 3,05 %.

Info

Prolongation (lateinisch „Verlängerung“) bedeutet die Stundung fälliger Leistungen oder die Verlängerung einer Kreditfrist. (Gabler Wirtschaftslexikon)

Grenzzinssatz individuell berechnen

Der Grenzzins muss für jede Kreditkonstellation individuell berechnet werden, da neben der Zinsbindungsdauer sowohl das Zinsniveau als auch die Zinsdifferenzen einen deutlichen Einfluss auf dessen Höhe haben. In Tabelle 3 sind für einige ausgewählte Konstellationen die Grenzzinssätze dargestellt. In Spalte 1 sind die zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme gültigen Zinssätze für eine zehnjährige Zinsbindungsdauer notiert. Da die Kreditzinsen für eine 20-jährige Bindung höher sind, der Unterschied aber nicht konstant ist, werden die 20-jährigen Kreditzinsen in der Zeile 1 als Aufpreis auf die zehnjährigen Kreditzinsen variiert. Die Ergebnisse zeigen, dass der Grenzzins mit steigendem Zinsniveau und steigender Zinsdifferenz überproportional ansteigt. Bei einer Zinskonstellation von 5 % bei zehnjähriger Bindung mit einem Aufpreis von zwei Prozentpunkten und somit 7 % bei 20-jähriger Zinsbindung (Tabelle 3, Zeile 6, Spalte 3) liegt der Grenzzinssatz bei stolzen 16,88 % und damit außerhalb der historischen Zinserfahrungen der Bundesrepublik Deutschland.

Risiko und Liquidität beachten

Der Grenzzins kann nur ein Faktor bei der Entscheidung über die Zinsbindungsdauer sein. Wichtig ist, dass der Finanzierungszeitraum zum erwarteten Cashflow der Investition und/oder zum freien Cash­flow des Betriebes passt. Auch der Risikograd der Investition ist zu berücksichtigen. Möglicherweise verbietet es sich, zusätzliche Zinsrisiken einzugehen, wenn man es mit sehr volatilen Märkten zu tun hat. 

Fazit

Am Ende ist wie immer der Unternehmer gefragt, der seine persönliche Risikobereitschaft und die Risikotragfähigkeit des Betriebes ausbalancieren muss.

Fachverband Biogas kritisiert Pläne des BMU

Beim Fachverband Biogas (FvB) stößt das vom Bundesumweltministerium (BMU) geplante Aus für Biokraftstoffe vom Acker auf harsche Kritik.

„Der Anbau von Energiepflanzen ist kein Irrweg, sondern eine sinnvolle Möglichkeit, Energie verlässlich und nachhaltig bereitzustellen“, betonte FvB-Hauptgeschäftsführer Dr. Claudius da Costa Gomez zum Auftakt der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft (Ifat) in München. Er erinnerte bei der Pressekonferenz an die Ursprünge des Energiepflanzenanbaus in den 1990er Jahren, als eine sinnvolle Verwertung struktureller Überschüsse im Vordergrund gestanden habe. Heute sei die gesellschaftliche Diskussion eine völlig andere. Gefragt sei mehr Artenvielfalt, der Anbau von Mais auch zur Biogasgewinnung deshalb in die Kritik geraten: „Die Biogasbranche kann aber auch Artenvielfalt, wenn ein anderer Aufwuchs auf den Flächen gewünscht wird.“

So könnten Biogas­anlagen alternativ auch mit Zwischenfrüchten gefüttert werden, die verstärkt im Biolandbau zur Stickstoffbindung aus Leguminosen angebaut würden, so da Costa Gomez. Sollte mehr Artenvielfalt auf dem Acker gewünscht sein, sei die Biogastechnologie genau die richtige zur energetischen Verwertung des dann vielfältigeren Kulturen­spektrums. Notwendig sei dazu allerdings die entsprechende rechtliche Rahmensetzung. „Wir würden uns freuen, wenn Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) rasch die dafür notwendigen politischen Weichen stellt, statt sich weiter hinter der lange geplanten Biomassestrategie zu verstecken“, so da Costa Gomez. Der FvB-Hauptgeschäftsführer nutzte den Ifat-Auftakt, um die aufgebrandete Teller-Tank-Diskussion in die aus Fachverbandssicht richtige Richtung zu lenken. In Europa gibt es nach seiner Einschätzung nicht zu wenige Lebensmittel. Umgekehrt könne aus Deutschland heraus nicht die ganze Welt ernährt werden. „Für den aktuellen Preisanstieg sind andere Faktoren maßgeblich, auch die Spekulation mit Nahrungsmitteln“, ist da Costa Gomez überzeugt. Er empfindet die aktuelle Teller-Tank-Debatte daher als „ausgesprochen überzogen und in der jetzigen Situation nicht richtig“.

Landwirte laden ein

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Landwirtschaft zeigen, wie sie wirklich ist. Darum geht es am Wochenende vom 11. bis 12. Juni beim bundesweiten Tag des offenen Hofes. Dieser Aktionstag ist eine gemeinsame Initiative des Deutschen Bauernverbandes (DBV), des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) und ihrer jeweiligen Landesverbände.

Der Tag des offenen Hofes bietet die Gelegenheit, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und für die Landwirtschaft zu werben.

Laut DBV sagt die Medienwissenschaft: „Der Tag des offenen Hofes ist ein enorm wichtiges Instrument für die landwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit und eine Marke in den ländlichen Regionen. Im Schulterschluss beweisen Landwirte, LandFrauen und Landjugend Dialogbereitschaft, Transparenz und Offenheit. Gleichzeitig informieren sie ihre Gäste direkt und persönlich über die Landwirtschaft.“

Durch den Austausch zwischen Landwirten und Verbrauchern lassen sich Brücken bauen. Wissen wird vermittelt und Vertrauen geschaffen. Die Pandemie lässt die Tage des offenen Hofes glücklicherweise wieder zu. Egal ob großes Hoffest oder kleine Feldführung – jede Aktion ist willkommen, um Menschen aus der Stadt auf dem Land neue Ein- und Ansichten zur heutigen Landwirtschaft zu vermitteln. Mehr Informationen und alle bundesweit teilnehmenden Betriebe sind im Internet zu finden: siehe QR-Code (rechts) und www.offener-hof.de

In Schleswig-Holstein findet der Tag des offenen Hofes am Sonntag, 12. Juni, statt. Das nördlichste Bundesland ist zudem Gastgeber für den Bundesauftakt. Dieser beginnt am 10. Juni um 10 Uhr auf Lödings Bauernhof am See in Buchholz, Kreis Herzogtum Lauenburg. 

Tabelle der teilnehmenden Betriebe

Hoffen auf isolierten Punkteintrag

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals auch im Westen Deutschlands aufgetreten, und zwar in Baden-Württemberg. Betroffen ist ein Betrieb mit 35 Tieren in Freilandhaltung in der Gemeinde Forchheim im Landkreis Emmendingen, nahe der französischen Grenze. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) vergangene Woche am späten Mittwochabend den Nachweis des ASP-Virus bestätigt, nachdem zuvor mehrere Tiere verendet waren.

Mittlerweile wurde der gesamte Bestand getötet und fachgerecht beseitigt. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis die ASP Baden-Württemberg erreicht. Wir sind gut vorbereitet, alle notwendigen Maßnahmen wurden umgehend ergriffen“, erklärte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU).

Zur konkreten Eintragsursache könnten noch keine Angaben gemacht werden. Eine Gensequenzierung des Erregers soll weiteren Aufschluss über dessen Herkunft geben. „Wir müssen aktuell davon ausgehen, dass der Eintrag durch menschliches Handeln verursacht wurde“, so der Minister. Die bisherigen Ausbruchsgebiete im Osten Deutschlands sind mehr als 600 km Luftlinie entfernt.

Sperrzonen eingerichtet

Die Behörden haben um den betroffenen Betrieb umgehend eine Sperrzone eingerichtet. Diese besteht aus einer Schutzzone mit einem Mindestradius von 3 km und einer sich daran nach außen anschließenden Überwachungszone mit einem Radius von mindestens 10 km um den Ausbruchsort. In der gesamten Sperrzone ist das Verbringen von Schweinen in beziehungsweise aus den Betrieben verboten. Dies gilt auch für das Verbringen von frischem Fleisch und Fleischerzeugnissen von Schweinen aus Schlachthöfen oder Wildverarbeitungsbetrieben. Tierische Nebenprodukte sowie Gülle, Mist und Einstreu von Schweinen dürfen ebenfalls nicht aus den Betrieben transportiert werden. Ausnahmen sind nur unter strengen Auflagen möglich. Außerdem müssen alle Schweinehalter strengste Biosicherheitsmaßnahmen einhalten und ihre Tiere dem Veterinäramt melden.

Kadaversuche mit Priorität

Weil es sich bisher nur um einen Seuchenausbruch bei Hausschweinen handelt, gibt es laut Hauk keine Beschränkungen für pflanzliche Produkte wie Futtermittel, Stroh oder andere landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch, Obst und Gemüse. Diese dürfen weiterhin verbracht werden. Dem Minister zufolge kommt es nun entscheidend auf das Monitoring und die Fallwildsuche an, um abzuklären, ob es sich um ein lokales Geschehen im Betrieb handele und keine Wildschweine betroffen seien. Die Suche nach Wildschweinen beziehungsweise deren Kadavern begann mit mehreren Teams und Hunden. Außerhalb von Waldflächen kamen auch Drohnen mit Wärmebildkameras zum Einsatz. Zudem sollen in den Kreisen Offenburg, Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald alle geschossenen und gefallenen Schwarzkittel serologisch untersucht werden. Sollten keine ASP-Wildschweine gefunden werden, wäre die Gefahr eines flächendeckenden Ausbruchs wohl gebannt. Es würde sich dann wie Mitte November 2021 in einem Mastbetrieb im Kreis Rostock um einen isolierten Punkteintrag handeln.

Bereits vor dem Bekanntwerden des ASP-Falls hatte der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) ein düsteres Bild von der Schweinehaltung in dem Bundesland gezeichnet. „Die Schweinehalter in Baden-Württemberg stehen mit dem Rücken zur Wand; die Frustration ist hoch. Zukunftsperspektiven sind schwer erkennbar“, hatte LBV-Präsident Joachim Rukwied auf der Vorstandssitzung des Verbandes in Denkendorf beklagt. Der Strukturbruch gehe unvermindert weiter. Ein einst starker und traditioneller Betriebszweig stehe vor dem Aus.

Hauk appelliere an die Verbraucher und insbesondere an den Handel, die Schweinehalter zu unterstützen und regionales Schweinefleisch zu kaufen. Es gebe wegen der ASP keinen Grund, dies nicht zu tun; das Fleisch sei uneingeschränkt verzehrtauglich. age

Albrecht verabschiedet sich aus Kiel

Mit Ablauf des 2. Juni ist Minister Jan Philipp Albrecht (Grüne) aus seinem Amt im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (Melund) des Landes Schleswig-Holstein ausgeschieden. Er wechselt in den Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) überreichte ihm am Montag in Kiel die Entlassungsurkunde und dankte für die gute und konstruktive Zusammenarbeit.

„Es war mir eine Ehre, dem Land Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren als Minister zu dienen, und eine Freude, mit den Menschen unsere gemeinsame Zukunft zu gestalten“, sagte Albrecht. Er hatte sein Amt als Landwirtschaftsminister am 1. September 2018 angetreten. Bis zur Konstituierung der neuen Landesregierung übernimmt Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) die Amtsgeschäfte im Melund. 

Von Kosten entlasten und GAP flexibilisieren

Angesichts der vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelösten Verwerfungen an den internationalen Agrar- und Energiemärkten fordert der Deutsche Bauernverband (DBV), dass Deutschland und die EU kurz- und langfristige Maßnahmen zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und zur Kostendämpfung auf den Weg bringen. Dafür hält der DBV eine Stabilisierung der europäischen Agrarproduktion für dringend notwendig.

Der stellvertretende DBV-Generalssekretär Udo Hemmerling machte bei der Vorstellung eines Vorschlagspapiers des Verbandes vergangene Woche deutlich, dass es nicht um eine Ausweitung der deutschen oder europäischen Agrarerzeugung gehe. Vielmehr müsse in der aktuellen Lage verhindert werden, dass hier beispielsweise durch Extensivierung und Stilllegung ein zusätzlicher „Importsog“ nach Europa für Ware ausgelöst werde, die dann an anderer Stelle fehle. Auch müsse sichergestellt werden, dass die europäischen Staaten ihre in früheren Jahren üblichen Exportmengen gewährleisten und so ihren Anteil zur globalen Ernährungssicherung beitragen könnten, betonte Hemmerling.

Konkret empfiehlt der Bauernverband in seinem Vorschlagspapier die Einstufung der Gasversorgung für die Ernährungs- und Landwirtschaft als systemrelevant im Notfall einer Versorgungskrise. Dringend erforderlich ist nach seiner Überzeugung auch die Flexibilisierung der Förderung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2023, insbesondere was die Vorgaben für den Fruchtwechsel und die Brachen angeht. Ungeachtet der aktuellen Regierungspläne zur Krisenhilfe erneuerte der Verband zudem seine Forderung nach dem Einsatz der Mittel aus dem EU-Agrarkrisenfonds zur Beitragssenkung in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung.

Der DBV spricht sich darüber hinaus für ein Liquiditätsförderprogramm aus, im Rahmen dessen zinsfreie Betriebsmittelkredite vor allem für Dünge- und Futtermittel sowie Treibstoff vergeben werden sollten. Eine Subventionierung von Düngerkäufen nach polnischem Vorbild lehnt der Verband allerdings ab. Mit Blick auf die Preisexplosion bei Düngemitteln sollte nach seiner Einschätzung eine kartellrechtliche Prüfung der Preisfestsetzung auf dem Düngemittelmarkt vorgenommen werden. Ferner sollte die Deckelung der Düngung in Roten Gebieten auf 80 % des Nährstoffbedarfs für gewässerschonend wirtschaftende Betriebe bei Vorlage der einzelbetrieblichen Düngebilanz entfallen.

Bewässerbare Flächen sind nach dem Vorschlag des DBV voll zu nutzen. Außerdem plädiert der Verband für eine Erhöhung der Regelfeuchte für Getreide, um Energiekosten zu sparen. Auch eine Absenkung des Mindestproteingehalts für Brotgetreide wäre aus seiner Sicht sinnvoll, denn zum einen wäre so ein höherer Masseertrag je Hektar möglich und zum anderen würden Düngemittel eingespart. Ergänzend könnten Biogasanlagen in der Energiekrise mehr Strom erzeugen, wenn staatliche Begrenzungen aufgehoben würden. Auf internationaler Ebene müssen laut DBV der Aufhebung der Blockade der ukrainischen Schwarzmeerhäfen und der Unterstützung beim Wiederaufbau der dortigen Landwirtschaft Priorität eingeräumt werden. age

Die detaillierten DBV-Vorschläge zur Versorgungssicherheit finden Sie HIER.

Guter Lebensrhythmus und Ehrfurcht vor dem Essen

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Dass der aus dem Fernsehen bekannte TV-Doc Dr. Jörn Klasen aus dem Team der Ernährungsdocs bei den LandFrauen des OV Mittlere Treene zu Gast war, empfanden viele als großes Highlight nach der Corona-Zeit. Und so war es vom Vorstand auch geplant.

Der Weg dahin war nicht ganz einfach. Beisitzerin Iris Hand übernahm die Kontaktaufnahme und sollte zunächst in der Arztpraxis ihre Beschwerden beschreiben, um zu Dr. Klasen durchzudringen. Aber dann konnte sie ihn doch auch kerngesund sprechen und einen Termin vereinbaren. Und nun war der Doc in Jübek. Die erste Vorsitzende Kirsten Dietzow begrüßte den Gast in einem bis zum letzten Platz mit Vereinsmitgliedern und auch vielen Gästen besetzten Saal im Hotel Goos zu seinem Vortrag „Runter mit dem Blut­hochdruck“.

Der Hauptgrund für einen zu hohen Blutdruck liege eindeutig im Lebensstil. Nur 5 bis 10 % der Fälle hätten andere Ursachen, stieg Klasen ins Thema ein. Nachdem er auf Ursachen und Folgen des Blut­hochdrucks eingegangen war, kam der Ernährungsdoc auf die Eigenverantwortung zu sprechen. Wer etwas für seine Gesundheit tun wolle, müsse seinen Lebensstil ändern. Eine Ernährung mit wenig Fleisch, Fisch, Weizen, Zucker und vor allem Salz, dafür aber mit viel Obst und Gemüse sei gesundheitsfördernd, so Klasen. Auch der richtige Umgang mit Stress sei wichtig. So plädierte der Mediziner für Entspannung, Achtsamkeit, Meditation, eine künstlerische Betätigung und natürlich ausreichend Bewegung, denn sie förderten ein gesundes Leben. „Wer wirklich seine Gewohnheiten ändern möchte, sollte ein Ernährungstagebuch führen, nur für sich“, empfahl Klasen. Er betonte in seinem fast zweistündigen Vortrag, dass es wichtig sei, einen optimalen Rhythmus für sein Leben zu finden und Ehrfurcht vor dem Essen zu haben.

Radeln gegen den Krebs und für CO2-Einsparung

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Nach zweijähriger Pause war es in diesem Jahr wieder so weit: Bei der Big Challenge traten insgesamt gut 70 Teilnehmer gemeinsam gegen den Krebs in die Pedale. Der OV Bordesholm war mit 17 LandFrauen und Gästen dabei.

In diesem Jahr war das Gestüt von Sophie und Christian Vogg in Tasdorf bei Neumünster Ausgangspunkt der Challenge. Also radelten die 17 LandFrauen und ihre Gäste zunächst nach Tasdorf. Nach der Begrüßung, Einweisung und Bekanntgabe des Tagesablaufes durch Dietrich Pritschau, der gemeinsam mit Klaus Dahmke zur Challenge eingeladen hatte, ging es los auf die 30 km lange Strecke. In Schipphorst hieß Landwirt Heiner Staggen mit seiner Familie die Radler willkommen und bot Erfrischungen an. Von dort führte die Tour über Rendswühren, die Bundesstraße B 430 und Bönebüttel zurück nach Tasdorf. Dort berichtete Dietrich Pritschau, wem die Spenden, die bei der Challenge gesammelt werden, zugutekommen. Sie gingen zu 100 % an das UKSH in Kiel. Mit den Spendengeldern würden dort sowohl die Krebsforschung als auch Therapiemöglichkeiten unterstützt. Die LandFrauen spendeten 250 € und brachten zudem eine Spende über 500 € von der Firma Denport aus Brügge mit.

Die geradelten Kilometer – im Schnitt 60 km pro Person – kamen auch noch einer anderen Sache zugute. Die Bordesholmer LandFrauen beteiligen sich in diesem Jahr zum ersten Mal an der Aktion „Stadtradeln“. In der Gemeinde Bordesholm führt das LandFrauenteam mit 60 aktiven Radlerinnen derzeit die Liste von 38 Teams an.