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Hohe Bodentemperaturen und aufkommende Niederschläge im Mai ließen den Mais zunächst zügig davonwachsen, Schäden durch Fritfliegen sind kaum auszumachen. Die kühle Witterung Ende Mai ließ den Mais vielerorts etwas vergilben, Sturm und Hagel verletzten junge Maispflanzen. Nach wie vor ist Silomais die Nummer eins der Pflanzen in der Milchviehfütterung und in der Biogaserzeugung. Die Anbaufläche liegt 2022 nach ersten Schätzungen der Ernteberichterstatter und -berichterstatterinnen des Statistikamtes Nord aus dem April bei rund 170.600 ha, demnach ist die Maisanbaufläche leicht gesunken (–4 %), dagegen ist der Anbau von Sommerweizen und Sommergerste deutlich ausgedehnt worden. Weitere Infos dazu unter www.statistik-nord.de => Statistische Berichte: Ernte Feldfrüchte und Grünland.
Pferdewiehern, Kinderlachen, Vogelgezwitscher und Bienensummen – das ist der Sound, der Andrea Block-Stoltenberg glücklich macht. Die Reitpädagogin lebt auf einem alteingesessenen Hof in Schönkirchen vor den Toren Kiels. Mit dem Bäuerinnenblatt sprach sie über ihre Arbeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Die Sonne scheint und die 24 Pferde und Ponys im Offenstall wollen an diesem Morgen nur eins: raus auf die Weide. Andrea Block-Stoltenberg öffnet die Tore und im Pulk rennen ihre Lieblinge über den Hofplatz hinaus ins Grüne. Lebensfreude pur! Die Reitpädagogin steht mittendrin und lächelt zufrieden. Nun kann sie sich Zeit für einen Hofrundgang nehmen. Los geht’s!
Auf dem Ackerbaubetrieb, der seit Generationen in Besitz der Familie ihres Mannes Hans-Jürgen Stoltenberg ist, hat die Mutter einer 15-jährigen Tochter und eines 18-jährigen Sohnes 2006 eine Reitschule eingerichtet. Ab 2018 baute sie den Bereich Bauernhofpädagogik auf. Zudem wurde sie im gleichen Jahr Gründungsmitglied und Vorsitzende des Fördervereins Landerleben, der Kindern aus prekären Verhältnissen die Teilnahme an Natur- und Tierprojekten ermöglicht.
Schon immer sei sie eine echte Pferdenärrin gewesen, verrät die 49-Jährige. „Mein erstes eigenes Shetlandpony bekam ich im Grundschulalter. Es hieß Monika“, blickt sie zurück. Später ritt sie Turniere, Schwerpunkt Dressur, und machte den Trainerinnenschein. Nachdem sie eine Ausbildung zur Steuerfachgehilfin absolviert hatte, stand die Familiengründung auf dem Plan. Leander und Annabelle kamen zur Welt. Eines war klar: Auch sie sollten von klein auf mit Pferden aufwachsen und reiten lernen. „Doch da das allein nur halb so viel Spaß macht, hatte ich die Idee, mehr Kinder auf den Hof zu holen, damit sie in einer Gemeinschaft tolle Pferdeabenteuer erleben können“, erzählt Block-Stoltenberg.
Die eigene Reitschule
Da traf es sich gut, dass ihr Schwiegervater, der früher aktiver Springreiter war, die Maschinenhalle auf dem Betrieb bereits bei der Errichtung so konzipiert hatte, dass sie mit ihren Maßen auch als Reithalle taugte. „Nachdem er die Tierhaltung aufgegeben hatte, wurde die Halle nicht mehr gebraucht. So konnte ich sie kurzerhand umfunktionieren.“ Schnell scharte sie einen Kreis von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen um sich, die regelmäßig zum Reitunterricht kamen. Mittendrin wuselte ihr eigener Nachwuchs.
„Mit der Familienphase hatte ich zunächst meine Tätigkeit aufgegeben. Nun baute ich mir mit der Reitschule eine neue berufliche Existenz auf“, erklärt die zweifache Mutter. Während eines reitpädagogischen Lehrgangs lernte sie eine andere Teilnehmerin kennen, die mit in das Vorhaben einstieg. Von Vorteil sei gewesen, dass sie bei ihrer Arbeit in der Nähe ihrer Kinder sein konnte und für diese stets greif- und ansprechbar war. „Abends, wenn sie schliefen, gymnastizierte ich unsere Pferde, das Babyphon immer dabei“, erinnert sie sich schmunzelnd.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelang ihr auch deshalb, weil Ehemann Hans-Jürgen, der auf dem Hof als Landwirt für den Ackerbau verantwortlich ist, sie nach Kräften unterstützte. „Wir lebten unseren Kindern von Anfang an ein modernes Rollenbild vor, teilten uns solidarisch die Haushaltspflichten“, stellt sie heraus.
Andrea Block-Stoltenberg (2. v. li) freut sich über ihr engagiertes Team, bestehend aus Katharina Pries (v. li.), Julia Möller und Leah Müller mit Hofhund Henry und Pferd Smoky. Foto: Hof Stoltenberg
Heute sei sie froh und dankbar, dass sie außerdem ein wunderbares Team von drei Mitarbeiterinnen an ihrer Seite habe. „Allein könnte ich die vielfältigen Aufgabenfelder nicht wuppen. Ich bin eine absolute Teamplayerin“, sagt sie voller Überzeugung und fügt hinzu: „Wenn in unserem Frauenteam mal was mit unseren Kindern ist, wenn sie krank sind, die Schule ausfällt oder ein Ärztinnenbesuch ansteht, haben wir untereinander Verständnis. Zusammen organisieren und schaffen wir das.“
Landleben entdecken
„In der Reitschule fiel auf, wie sehr die Kinder es genossen, auf unserem Hof zu sein. Viele blieben nach der Reitstunde noch den ganzen Nachmittag, spielten mit den Katzen oder im Stroh und halfen bei den täglichen Erledigungen im Stall. Also beschloss ich 2018, den Bereich Bauernhofpädagogik mit ins Hofangebot aufzunehmen, und besuchte entsprechende Fortbildungen“, erklärt Andrea Block-Stoltenberg.
Im sogenannten Jahreszeitenkurs können Kinder aus der Umgebung einmal monatlich den Hof besuchen und in die Welt des Landlebens eintauchen. Beim Angebot „Komm mit aufs Land“ lernen sie während eines dreistündigen Besuchs den Lernort Bauernhof näher kennen. Kindergärten, Grundschulen und Familien nutzen diese Gelegenheit gern.
Mittlerweile sind wir beim Rundgang durch das weitläufige Gelände am Trainingsparcours und dem Gemüsegarten angekommen. Nur ein paar Schritte entfernt stehen Bienenkästen, vor denen es leise summt und schwirrt. Ein Teich liegt idyllisch dahinter. Der Hahn kräht, der Hofhund liegt dösend im Gras, die Kaninchen im Gehege an der nahe gelegenen Spiel- und Werkscheune knabbern am frischen Löwenzahn. Wir halten einen Moment inne, während der Blick über die Felder nebenan schweift. Einfach schön! „Was meinen Sie, wie spannend es die Kinder finden, wenn wir mit den Ponys einen Ausritt durch unsere blühenden Rapsfelder machen. Ein unvergessliches Erlebnis!“, schwärmt Block-Stoltenberg.
Naturerleben für alle
Doch dann wird sie ernst und berichtet von der Erzieherin eines Kindergartens im sozialen Brennpunkt Kiel-Gaarden, die vor knapp vier Jahren mit einem Wunsch zu ihr kam. Wie gern würde sie ihren Kindergartenkindern aus prekären Familien heilsame Erlebnisse auf einem Bauernhof mit Pferden ermöglichen. Deren Eltern könnten für derlei Freizeitaktivitäten aber meist nichts vom knappen Familienbudget abzweigen, bedauerte sie.
Andrea Block-Stoltenberg dachte nach und handelte: Die Idee des Fördervereins Landerleben war geboren. „Natur- und Tierprojekte für alle Kinder und Jugendlichen anzubieten, unabhängig von Herkunft und Geldbeutel der Eltern, diese Motivation vereinte die Gründungsmitglieder. Gerade in dieser schnelllebigen Zeit, in der die Medien den Alltag bestimmen, wollten wir einen Gegenpol setzen, sie mit Natur und Tieren vertraut machen“, erklärt sie. Die Erfahrung zeige, dass dadurch schon nach kurzer Zeit überraschende Entwicklungsfortschritte bei den Kindern zu beobachten seien, dass sie an Selbstvertrauen hinzugewännen, ihre Motorik und Sinne schulten, zur inneren Ruhe fänden und Fähigkeiten entdeckten, die bis dahin oft unbemerkt in ihnen schlummerten.
Übrigens: Die acht Gründungsmitglieder des Fördervereins waren ausschließlich Frauen, die in den vergangenen Jahren zu einer unschlagbaren Gemeinschaft zusammengewachsen sind. Bei Festen und Dorfereignissen im Amt Schrevenborn sind sie häufig mit einem Infostand und Spielangeboten vertreten, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. „Wir fördern nicht nur eigene Projekte. Alle Menschen in der Region, die förderfähige Natur- und Tierprojekte anbieten, auch Kindergärten oder Schulen, können sich für eine finanzielle Unterstützung bei uns melden“, macht sie deutlich. Spender seien ebenfalls willkommen.
Was sie an ihrer Arbeit besonders schätzt? Da muss die quirlige Reitpädagogin keine Sekunde überlegen: „Es ist für mich ein Geschenk, tagtäglich solch eine sinnhafte Arbeit mit Menschen und Tieren machen zu dürfen. Mit Kindern in die Welt der Pferde und des Landlebens einzusteigen, ihnen für ihr eigenes Leben etwas Positives mitzugeben, macht mich glücklich.“
Die mittlerweile fast abgelaufene Düngesaison werden die Landwirte lange in Erinnerung behalten. Während sich die Preise für Kalkammonsalpeter in den Vorjahren im Bereich von 150 bis 250 €/t bewegten, stiegen in diesem Frühjahr die Forderungen über 1.000 €/t. Für Harnstoff, der sonst zwischen 200 und 300 €/t gekostet hat, mussten plötzlich 1.250 €/t bezahlt werden. Nachdem der Hauptbedarf an Düngemitteln für das laufende Jahr ausgebracht wurde, können sich diese Preisforderungen nicht mehr durchsetzen. Aktuell werden für KAS etwa 650 €/t und für Harnstoff zirka 850 bis 900 €/t verlangt. Damit liegen die Forderung zwar unter den jüngsten Preisspitzen, bleiben jedoch mit Blick auf die Vergangenheit sehr hoch. Die übrigen Düngemittelsorten zeigen dagegen wenig Preisschwäche. Dies gilt vor allem für phosphat- und schwefelhaltige Düngemittel. Die Forderungen für Kali sind in den vergangenen Wochen sogar weitergestiegen.
Preise überzogen?
Viele Düngemittelhersteller weisen in ihren jüngsten Quartalsmeldungen sehr hohe Gewinne aus. Dies sorgt bei den Landwirten für Unmut. Man fordert eine Überprüfung der Preisaufschläge durch das Kartellamt.
Die hohen Preise haben mittlerweile die Nachfrage nach Harnstoff und KAS deutlich reduziert. Um den Absatz wieder in Schwung zu bringen, mussten die Düngemittelhersteller die Preise spürbar verringern. Dazu kommt, dass auch die Preise für Erdgas, den wichtigsten Kostenfaktor in der Düngemittelproduktion, gefallen sind. Dennoch bleibt die Nachfrage in dieser Situation verhalten. Sowohl die Landhandelsunternehmen als auch die Landwirte beobachten die Kursentwicklung der Ware für die kommende Saison. Zuletzt wurde KAS, der bereits jetzt abgenommen wird, besonders günstig angeboten.
Die Kurse für Erdgas sind Ende Mai mit knapp 90 €/MWh nicht einmal halb so hoch wie der Spitzenwert von 230 €/MWh Mitte März. Doch obwohl dies im langfristigen Vergleich immer noch teuer ist, gibt es Spielraum für weitere Preisabschläge für N-haltige Düngemittel. Gegen einen stärkeren Rückgang der Preise spricht jedoch ein anderer Aspekt: nämlich der extrem schwache Euro, der die in Dollar abgewickelten Importe erheblich verteuert.
Die Notierung für KAS frei Ostseehafen lag Mitte April noch bei zirka 950 €/t und hat dann wöchentlich etwa 70 €/t verloren. Besonders deutlich ist der Importpreis für Harnstoff gefallen. So kostet Harnstoff in den USA mittlerweile nur noch 570 US-$/t. Das sind 300 US-$ weniger als Mitte März. Ägypten bietet seinen Harnstoff derzeit für 750 € an und damit 250 US-$ günstiger als im März. Indien hat Mitte Mai eine große Menge Harnstoff am Weltmarkt gekauft. Damit dürfte die Nachfrage aus dieser Weltregion etwas abnehmen.
Phosphat, Kali und Schwefel bleiben teuer
Dagegen wurden für den wichtigsten Phosphordünger – Diammoniumphosphat (DAP) – unverändert knapp 1.000 €/t verlangt. Die Preise für Kornkali bleiben ebenfalls unverändert hoch bei rund 610 €/t. Sie sind seit März sogar um 200 € gestiegen, obwohl gerade Kali in Deutschland nicht besonders knapp ist. Doch auch hier machen der Weltmarkt und das Exportembargo gegen Weißrussland und Russland die Preise.
Neben den hohen Energiepreisen zeigen auch die fehlenden Düngemittellieferungen aus dem Schwarzmeerraum Wirkung. Russland als einer der weltweit größten Exporteure von Düngemitteln versucht jetzt, trotz der westlichen Sanktionen seine Lieferungen wieder aufzunehmen. Es gibt einen Vorschlag aus dem Kreml, Weizenlieferungen aus den Häfen der Ukraine wieder zuzulassen, wenn im Gegenzug russische Düngerexporte erlaubt würden. Schon jetzt erhalten hiesige Landhändler dubiose Offerten jenseits der üblichen Vermarktungswege. Dahinter wird oftmals Dünger aus Russland vermutet, der über Drittländer angeboten wird. Anscheinend versucht man auch am Weltmarkt, noch schnell Verkäufe zu tätigen, bevor die Preise für Stickstoffdünger weiterfallen.
Marktlage für die Woche vom 30.5. bis 5.6.2022
Getreide: Die Weizen-Matif-Kurse haben ihre jüngsten Höchststände wieder verlassen, liegen jedoch noch über der Marke von 400 €/t.
Raps: Der Handel mit alterntiger Ware ist kaum noch Thema. Die Kurse für die neue Ernte steigen mit höheren Roh- und Pflanzenölpreisen.
Futtermittel: Die US-Sojakurse haben zuletzt ein Dreimonatshoch erreicht. Regenfälle behindern die US-Sojabohnenaussaat.
Kartoffeln: Der Handel mit alterntiger Ware läuft aus. Die Kurse können sich behaupten. Die Frühkartoffelimporte nehmen zu.
Schlachtrinder: Auch in der Vorwoche hat sich die Talfahrt der Schlachtrinderkurse fortgesetzt. Die Fleischnachfrage bleibt ruhig.
Schlachtschweine/-sauen: Trotz fehlender Impulse vom Fleischmarkt konnte sich der Erzeugerpreis erneut behaupten.
Ferkel: In der Vorwoche wurden die offiziellen Ferkelkurse um 5 €/Stk reduziert. Dazu kommen oft weitere Preisabschläge.
Milch: Bei steigender Milchanlieferung bewegen sich die Kurse für Butter und Käse weiter nach oben. MMP wird etwas günstiger.
Schlachtlämmer/-schafe: In der Vorwoche wurden die Lämmerpreise erneut etwas reduziert. Die Nachfrage bleibt sehr ruhig.
Markttendenz für die Woche vom 6. bis 12.6.2022
Getreide: Die europäische Getreideerntemenge wurde zuletzt wieder etwas höher geschätzt als bisher erwartet wurde.
Raps: Die mögliche Einschränkung der Biodieselproduktion und das geplante Ende des Palmölexportverbotes durch Indonesien dämpfen die Preiserwartung bei Raps.
Futtermittel: Aufgrund der weiterhin hohen Preise für Futtermittelkomponenten bleiben auch die Forderungen für Mischfutter sehr hoch.
Kartoffeln: Erste Frühware aus dem Unterfolienanbau wird ab Hof oder auf Wochenmärkten angeboten.
Schlachtrinder: Die Nachfrage bleibt ruhig. Eine neue Preisbasis wird wohl erst nach der kurzen Pfingstwoche erreicht werden.
Schlachtschweine/-sauen: Die kurzen Schlachtwochen sorgen für erhöhte Angebotsmengen. Die Schlachter erhöhen den Preisdruck.
Ferkel: Die jüngsten Preisabschläge haben die Nachfrage nur wenig belebt. Die Nachfrage der Mäster bleibt abwartend.
Milch: Hierzulande und EU-weit bleiben die Notierungen hoch. Am Weltmarkt zeigt sich eine preisliche Trendwende nach unten.
Schlachtlämmer/-schafe: Viele Schlachter nehmen nur begrenzte Stückzahlen ab. Weitere Preisabschläge sind möglich.
Nachdem die gesamte Schweinefleischbranche bereits 2020 vor großen Herausforderungen stand, hielt diese Situation auch im vergangenen Jahr 2021 an. Sowohl die Zahl der in Deutschland gehaltenen Schweine als auch die Zahl der Schlachtstandorte befinden sich weiterhin im Abwärtstrend. Die Fleischbranche sieht sich selbst am Beginn einer Konsolidierungsphase, um sich auf die Veränderungen auf den Absatzmärkten einzustellen.
Die Schweineschlachter in Deutschland hatten 2021 das zweite Jahr in Folge mit einem abnehmenden Lebendangebot zu kämpfen und konnten ihre Kapazitäten nicht voll ausschöpfen. Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mitteilte, waren davon auch die Großschlachter betroffen. Laut dem ISN-Schlachthofranking kamen bei den Top Ten der Branche insgesamt 42,04 Millionen Schweine an die Haken; das waren 1,73 Millionen Stück oder 4,0 % weniger als im Vorjahr. Ihr Marktanteil sank von 82,2 auf 81,1 %, weil die Gesamtschlachtungen in Deutschland laut ISN „nur“ um 2,7 % auf 51,85 Millionen Tiere zurückgingen.
Das Unternehmen Tönnies blieb mit 15,99 Millionen zerlegten Schweinen klarer Marktführer in Deutschland, obwohl das Aufkommen gegenüber 2020 um 1,9 % rückläufig war. Dies war allerdings weniger als im Bundesmittel, weshalb der Marktanteil des Branchenprimus um 0,2 Prozentpunkte auf 30,8 % wuchs. Auf den zweiten Platz des ISN-Rankings schob sich die Westfleisch vor. Zwar kamen bei den Genossen aus Westfalen im Vorjahresvergleich mit 7,26 Millionen Schweinen 2,8 % weniger Tiere an die Haken, doch war der Rückgang ebenfalls geringer als bei den Wettbewerbern. Der Marktanteil blieb konstant bei 14,0 %.
Weniger Schlachtungen
Zu den Verlierern gehörte die Vion, an deren deutschen Standorten die Anlieferung von Schlachtschweinen gegenüber 2020 um 7,9 % auf 7,0 Millionen Stück abnahm. Der Anteil an den bundesdeutschen Gesamtschlachtungen fiel von 14,3 auf 13,5 %. Auf dem vierten Platz landete Danish Crown mit seinem Standort Essen/Oldenburg, wo das Schlachtaufkommen um 5,2 % auf 2,94 Millionen Stück zurückging.
Auch die mittelständischen Schlachtbetriebe auf den Rängen fünf bis zehn im Ranking waren von dem kleineren Lebendangebot betroffen; in der Summe gingen deren Schlachtungen um rund 450.000 Tiere auf 8,85 Millionen Stück zurück. Während dabei die Müller-Gruppe und Tummel laut ISN-Umfrage auf dem Vorjahresniveau schlachten konnten, werden bei Steinemann und bei Willms Fleisch deutliche Rückgange von 8,9 % beziehungsweise 20,1 % verzeichnet.
Absatzmärkte verschoben
Nach eigenen Angaben hatten die Schlachtunternehmen ähnlich wie die Schweine haltenden Betriebe mit gestiegenen Kosten zu tun, zum Beispiel für Energie, Personal oder Corona-Sonderausgaben. Gleichzeitig fiel die Fleischnachfrage 2021 an den deutlich verschobenen Absatzmärkten insgesamt verhalten aus. Ursachen waren unter anderem der coronabedingt geringere Absatz im Außer-Haus-Bereich, jedoch auch der anhaltende Trend zu einem allgemein geringeren Fleischkonsum. Deutschlandweit sank nämlich der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 kg auf 31 kg. Allerdings haben die begrenzten Absatzmöglichkeiten von Nebenprodukten in Drittländer wegen der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland laut Aussage der Schlachtunternehmen die Kalkulationen ebenso deutlich belastet.
„Nach den vergangenen zwei Krisenjahren stehen die Zeichen in der Schlachtbranche auf Konsolidierung – man befindet sich am Anfang einer elementaren Umbauphase, um sich neu aufzustellen“, erläuterte ISN-Marktanalyst Klaus Kessing. Der heimische Markt rücke nach dem Wegfall wichtiger Exportmärkte weiter in den Vordergrund; die größeren Schlachtunternehmen stellten sich auf eine schwächere Nachfrage und die zielgenauere Bedienung der Marktsegmente mit besonderen Anforderungen ein. Am Ende werde dies wohl bedeuten, so Kessing, dass die Zahl der Schlachthaken weiter verringert werde und auch weitere Zusammenschlüsse kleinerer und mittlerer Betriebe denkbar seien.
ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack mahnte an, trotz schwieriger Situation der ebenfalls kostenbelasteten Schlachtbetriebe die desaströse Lage der Schweinehalter zu verbessern. „Das bedeutet zwangsläufig, dass die Ferkelerzeuger und Schweinemäster dringendst auskömmliche Preise erhalten müssen, damit die Grundpfeiler der gesamten Kette nicht komplett aus dem Boden gerissen werden“, so Staack. Die Schlachter müssten die höheren Kosten stärker an die Fleischabnehmer weitergeben.AgE
„Die Tradition der Knickpflege in Schleswig-Holstein“ soll als immaterielles Kulturerbe (IKE) anerkannt werden. Einen entsprechenden Antrag hat das Kulturministerium des Landes (Bimi) im Bewerbungsverfahren der Deutschen Unesco-Kommission (DUK) bei der Kultusministerkonferenz eingereicht. „Knicks prägen seit Jahrhunderten die schleswig-holsteinische Landschaft. Die Tradition der Knickpflege gehört deshalb auf die Liste des immateriellen Kulturerbes“, sagt Kulturministerin Karin Prien (CDU).
In der Antragsbegründung heißt es: „Knicks sind historisch über mehrere Jahrhunderte gewachsene Naturelemente, die nur aufgrund einer traditionellen Form der Pflege in ihrer gewachsenen Struktur erhalten geblieben sind. Das Wissen um die Knickpflege ist über Generationen weitergegeben worden und wird auch heute noch aktiv an alle Akteure, die daran mitwirken, gezielt vermittelt.
Die Knicks in Schleswig-Holstein wurden im Zuge einer Agrarreform der dänischen Regierung im 18. Jahrhundert angelegt. Dabei wurden zuvor gemeinschaftlich genutzte Flurstücke „verkoppelt“, also persönlich zugeordnet. Die Knicks dienten den Bauern als Weidebegrenzungen und Brennholzvorrat. Heute liegt ihre Bedeutung mehr im Erosionsschutz und Biotoperhalt. Der Name kommt daher, dass die Hölzer regelmäßig auf den Stock gesetzt – „geknickt“ werden. Die Gesamtlänge der Knicks in Schleswig-Holstein wird auf rund 55.000 km geschätzt.
Auch wenn sich die Funktion der Knicks verändert und erweitert haben mag, erfüllen sie bis heute wichtige ökologische und wirtschaftliche Aufgaben und dienen wegen ihrer landschaftsprägenden und als typisch für Schleswig-Holstein wahrgenommenen Erscheinung als wichtige Identitätsmarker der grünen Infrastruktur des Landes.“ Im Herbst entscheidet das Expertenkomitee der DUK, ob der Antrag empfohlen wird.
Zweijährige Sommerblumen brauchen von der Keimung bis zur Samenbildung zwei Vegetationsperioden. Sie bilden im ersten Jahr die Blätter aus, und nach dem Winter entwickeln sich die Blüten. Im Frühjahr und Sommer füllen sie mit einer überwältigenden Farbenpracht die Blütenlücke zwischen Frühjahrs- und Sommerstauden. Zu den typischen Zweijährigen gehören Hornveilchen, Bellis, Islandmohn, Bartnelken, Fingerhut und Königskerze. Jetzt beginnt die Aussaatzeit, die sich von Juni bis Anfang Juli erstreckt.
Hornveilchen eignen sich perfekt für die Kübelpflanzung.
Früh genug ausgesät, kommen manche Zweijährige wie Stiefmütterchen oder Hornveilchen sogar noch im Jahr der Aussaat in die Blüte. Ab dem Spätherbst zeigen sich die ersten Farbtupfer und bleiben den Winter über erhalten, sofern Frost und Schnee nicht dazwischenkommen. Der Hauptflor zeigt sich anschließend im Frühjahr. Bei der Aussaat sind zwei Faktoren wichtig: die auf der Samentüte angegebene Keimtemperatur und der Zeitpunkt der Aussaat. Bei zu heißem Wetter erhalten die Aussaatschalen und -töpfe einen hellen und kühlen Platz im Haus, bis sich das erste Grün zeigt. Dann dürfen die Keimlinge ins Freie, jedoch zunächst nicht in die pralle Mittagssonne. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist der Juni. Dennoch gelingt die Aussaat auch noch im Juli und August. Entscheidend ist, dass die Pflanzen kräftig entwickelt in den Winter gehen.
Für die Aussaat kommt neben der Vorkultur in Schalen und Töpfen auch die Direktsaat im Freiland infrage. Wer die Vorkultur bevorzugt, sät in Aussaaterde aus und hält das Substrat bis zur Keimung ausreichend feucht. Sobald die Keimlinge zwei Laubblätter entwickelt haben, pikiert man sie in hochwertige Blumenerde. In diesen Töpfen bleiben die Zweijährigen, bis sie groß genug für das Umpflanzen an den gewünschten Standort sind. Empfehlenswert ist zudem die Aussaat in Reihen auf dem Jungpflanzenbeet mit späterem Umpflanzen.
Stockrosen wirken in der Gruppe oder vor einer Mauer besonders imposant.
Bei der Aussaat an Ort und Stelle muss meist nach dem Auflaufen ausgedünnt werden. So erhalten die Rosetten und Blattbüschel genügend Raum für ihre Entwicklung. Als Faustregel brauchen hohe Arten wie Stockrosen etwa 30 cm Abstand, mittelhohe Arten wie Bartnelken etwa 20 cm Abstand und niedrige Zweijährige wie Stiefmütterchen etwa 10 cm Abstand voneinander. Das Umpflanzen sollte bis Ende August abgeschlossen sein, damit die Pflanzen noch vor dem Winter gut einwurzeln können.
Im kommenden Jahr beschränkt sich die Pflege der Zweijährigen auf das Abschneiden der welken Blütenstände noch vor der Samenbildung. Damit wird die erneute Blütenbildung angeregt und der Blütenflor verlängert. Naturnahe Gärtner lassen die Blütenstände gerne stehen und überlassen die Vermehrung der Natur. Diese Form der Selbstaussaat klappt in den meisten Fällen gut. Allerdings lassen sich so weder Standort noch Anzahl der Keimlinge beeinflussen. Alternativ zur eigenen Aussaat bietet der Handel im Frühjahr vorgezogene Pflanzen an.
Hohe Zweijährige
Muskatellersalbei ist eine beeindruckende Schönheit.
Die Nachtviole (Hesperis matronalis) zeichnet sich durch hübsche Blüten aus, die von Mai bis Juli in den Abend- und Nachtstunden einen angenehmen Duft verströmen. Sie bevorzugt halbschattige bis schattige Standorte mit frischem bis mäßig feuchtem Boden. Die Königskerze (Verbascum) mag einen vollsonnigen Platz mit magerem und trockenem Boden. Die meisten Arten blühen hellgelb von Mai bis August. Auch die Nachtkerze (Oenothera biennis) fühlt sich auf jedem sonnigen Plätzchen wohl. Ihre zitronengelben Blüten locken am Abend viele Nachtfalter an. Fingerhut (Digitalis) mag es dagegen lieber halbschattig bis schattig. Besonders schön wirken die schmalen Blütenkerzen vor einem dunklen Heckenhintergrund.
Die Marienglockenblume (Campanula medium) sollte in keinem Garten fehlen, der einen sonnigen Standort mit kalk- und nährstoffreicher Erde bietet. Sie schließt Lücken in Beeten und Rabatten und ist mit ihren verschiedenfarbigen Blüten von Juni bis Juli eine beliebte Schnittblume. Die Stockrose (Alcea rosea) wirkt besonders imposant als Gruppe vor Mauern oder Zäunen. Die bis zu 2 m hohen Pflanzen blühen unermüdlich von Juli bis September. Leider erkranken sie häufig an Malvenrost. Manche Gärtner entfernen die befallenen Blätter, andere greifen zu Pflanzenschutz oder sie ertragen den Anblick.
Die Königskerze beeindruckt mit ihrem Habitus.
Farbenfrohe Mittelhohe und Niedrige
Tausendschön (Bellis perennis), Vergissmeinnicht (Myosotis), Goldlack (Erysimum cheiri), Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana) und Hornveilchen (Viola cornuta) sind gleichermaßen bekannte wie beliebte Vertreter der Zweijährigen. Sie bringen viel Farbe in den Frühlingsgarten und machen sich gut als Beeteinfassung oder Lückenfüller zwischen Zwiebelblumen. Vergissmeinnicht wirken besonders schön in Begleitung von Tausendschön, Tulpen und Narzissen. Der wärmebedürftige Goldlack braucht einen sonnigen, geschützten Platz. Dies gilt auch für den Muskatellersalbei (Salvia sclarea) mit seinen auffälligen Blütenrispen in Weiß, Rosa oder Violett. Während der Blüte von Juni bis August verströmen sie einen starken Duft.
Zweijährige für Kübel und Kästen
Für diesen Zweck eignen sich besonders die niedrig bleibenden Arten der frühlingsblühenden Zweijährigen. Handhoch wachsende Vergissmeinnicht, Stiefmütterchen, Hornveilchen und Tausendschön machen eine gute Figur im Kasten. Attraktiv wirkt auch die Bartnelke ‚Indianerteppich‘ mit ihren nur 25 cm Wuchshöhe.
Als fünfte Frau in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Veranstaltung hat die Hamburgerin Cassandra Orschel im Sattel der Holsteiner Stute Dacara E das Deutsche Spring-Derby gewonnen. Im Deutschen Dressur-Derby holte sich Kathleen Kröncke mit Hampton Court bereits zum zweiten Mal den Titel der Derby-Siegerin.
Das hat es seit 1975 nicht mehr gegeben: eine Frau als Siegerin im Deutschen Spring-Derby, präsentiert von Idee Kaffee. Absolut überwältigt, überglücklich und auch ein bisschen fassungslos stand Cassandra Orschel im Einritt, als von allen Seiten die Glückwünsche auf sie einstürmten.
Mit der elfjährigen Holsteiner Stute Dacara E hatte sie im Umlauf nur einen Springfehler verbucht und war mit drei weiteren Reitern im Stechen angetreten. Dort traf sie auf den Europameister und dreifachen Derby-Sieger André Thieme mit Contadur, der zwar die schnellste Zeit lieferte, aber bei hohem Risiko zwei Springfehler hinnehmen musste und letztlich auf Rang drei landete. Platz zwei ging an Frederic Tillmann – Bruder von Derby-Sieger Gilbert Tillmann – mit dem achtjährigen Comanche. Auf Platz vier erreichte Sandra Auffarth mit Nupafeed‘s La Vista erneut ein tolles Ergebnis. Ihr hervorragender Stil wurde mit dem Anrecht-Investment-Stilpreis belohnt.
Nun reiht sich die gebürtige Hamburgerin Cassandra Orschel, die allerdings für Polen startet, in die Riege der Derby-Sieger ein. Das haben in der mehr als 100-jährigen Derby-Geschichte vor ihr erst vier Frauen geschafft: 1934 Irmgard von Opel, 1949 Käthe Schmidt-Metzger, 1970 Marion Mould und 1975 Caroline Bradley. „Wenn man das erste Mal beim Derby dabei ist und vor so einer Kulisse reiten darf, ist man mit so einer Runde – ganz gleich mit welchem Ergebnis – glücklich“, strahlte die 29-Jährige immer noch ungläubig über das blaue Band der Derby-Siegerin, das über ihre Schultern gelegt wurde.
Die Holsteiner Stute Dacara E aus der Zucht von Gerd Eggers aus Stadum, Kreis Nordfriesland, war fünfjährig über die Holsteiner Auktion in den Stall von Cassandra Orschel gewechselt, zeigte sich anfangs allerdings schwierig. „Aber ich habe mich trotzdem in sie verliebt und wollte sie unbedingt haben“, erinnert sich Orschel. „Ich habe sie dann behutsam aufgebaut und ausgebildet. Ich wollte hier eigentlich ein anderes Pferd reiten, aber im Training zeigte sich, dass Dacara E diese Aufgaben ‚mit dem Finger in der Nase‘ löst“, lachte Orschel. „Und da wollte ich es unbedingt hier probieren.“
Zweiter Derby-Sieg für Kathleen Kröncke
Etwas überrascht war Frederic Tillmann von seinem zweiten Platz: „Comanche ist sehr unerfahren. Das war schon ein bisschen gewagt, mit ihm hier zu starten, aber er hat eine super Einstellung, sehr viel Vermögen, ist sehr brav und will alles richtig machen. Das hat er heute auch gezeigt.“
André Thieme war im Umlauf sehr nah an einer Nullfehlerrunde, doch eine Unsicherheit am Buschoxer ließ diesen Traum platzen. „Contadur ist ein tolles, vorsichtiges Pferd, aber an diesem einen Sprung stehen ihm seine Qualität und Vorsichtigkeit leider etwas im Weg. Den Rest des Parcours hat er gekämpft wie ein Löwe und hat sich für mich echt zerrissen“, resümierte der Reiter.
Albert Darboven freute sich sehr, „dass endlich eine junge Dame gewonnen hat. Ihr Ritt hat mir sehr gut gefallen und ihr Pferd hat mir sehr gut gefallen“, lautete das Lob. Der Hamburger Sport- und Innensenator Andy Grote (SPD) hatte selbst zu Pferd die Siegerin in die Arena eskortiert und genoss die Atmosphäre in Klein Flottbek sehr: „Ich freue mich, dass das Derby wieder gestartet ist, dass es hier voll war, dass wir diese Atmosphäre hatten, dass alle begeistert waren“, schwärmte er. „Da geht einem als Sportsenator schon das Herz auf.“
Kathleen Kröncke genoss die Ehrenrunde nach ihrem bereits zweiten Sieg im Deutschen Dressur-Derby. Foto: Thomas Hellmann
Kathleen Kröncke – vielen besser bekannt als Kathleen Keller – hat sich nach 2011 erneut das blaue Band für den Sieg im Almased 62. Deutschen Dressur-Derby gesichert. Ihr eigener Sportpartner war Hampton Court und auch die Pferde ihrer Konkurrenten wusste die 32-Jährige in Szene zu setzen. Im Finale verwies sie Frederic Wandres, der Dom Perignon mit in den Pferdewechsel brachte, und Hendrik Lochthowe auf die Plätze. „Ich habe wirklich nicht damit gerechnet“, strahlte Kröncke nach ihrem Triumph. „Freddy und Hendrik sind so gute Reiter. Die Pferde der beiden waren toll zu reiten und haben es mir sehr leicht gemacht.“
Bestes Pferd war Bricco Brione von Hendrik Lochthowe, der mit allen drei Reitern Ergebnisse über 70 % lieferte. „Er hat mit den beiden gezeigt, wie gut er zu reiten ist und er war dieses Wochenende wirklich motiviert und auf den Punkt vorbereitet“, schwärmte Lochthowe von seinem langjährigen Sportpartner. „Ich freue mich riesig, dass die beiden so gut mit ihm zurechtgekommen sind.“
Christian Ahlmann gewinnt den Großen Preis
Strahlende Siegerin im Deutschen Pony-Dressur-Derby wurde Viktoria von Braunmühl vor Sophie Luisa Duen und Coralie Zumbansen. „Es war eine tolle Herausforderung“, erzählte Viktoria von Braunmühl. Mit ihren Ponys NK Cyrill, Cosmopolitan NRW und Amicelli lieferten die drei U16-Reiterinnen ein tolles Finale mit Ponywechsel, aus dem NK Cyrill als bestes Pony hervorging. Auch im Finale des U25-Dressur-Derbys war der Pferdewechsel zu meistern. Der Sieg ging hier an Alina Schrader vor Lilli Richter und Vivien Koecher. Als bestes Pferd ging Vivien Koechers Reine Freude aus der Prüfung hervor.
Neben den Derby-Entscheidungen waren auch der Longines Global Champions Tour Grand Prix of Hamburg und das CG Elementum Championat von Hamburg Highlights der Veranstaltung. Im Großen Preis von Hamburg flog Dominator 2000 Z mit seinem Reiter Christian Ahlmann zum Sieg. „Den Namen hat ihm sein Züchter gegeben und der passt. Er ist sehr selbstbewusst, das war er sicher schon als Fohlen“, lachte Ahlmann im Interview mit dem NDR. Dominator 2000 Z kam bereits vierjährig in seinen Stall: „Er ist einfach ein Traumpferd. Er ist zwar jetzt schon zwölf, aber er hatte noch nicht so oft die Chance, sich zu zeigen. Das ist unser erster richtig großer Sieg und ich hoffe, dass uns jetzt nichts mehr dazwischenkommt, um seine sportliche Karriere noch genießen zu können.“
Zwei Paaren gelang ein fehlerfreies Stechen mit exakt derselben Zeit und so teilten sich Europameister André Thieme mit DSP Chakaria und der Ire Michael Pender mit HHS Calais die silberne Schleife.
Hans-Dieter Dreher in seinem Element
Ein packendes Stechen lieferte die Entscheidung im CG Elementum Championat von Hamburg. Nach einer ständig wechselnden Führung setzte sich schließlich Hans-Dieter Dreher mit Vestmalle Des Cotis an die Spitze der Konkurrenz. „Es war ein wahnsinnig schnelles Stechen mit langen Wegen, wir mussten alles riskieren. Mein Pferd ist sehr sensibel und ehrgeizig. Ich bin froh, dass es heute für den Sieg gereicht hat“, freute sich der 50-Jährige. Wie ein Sieg fühlte sich hingegen der zweite Platz für Janne Friederike Meyer-Zimmermann an, die sich mit Chesmu KJ nur knapp hinter Dreher einreihen musste: „Chesmu springt immer ein bisschen höher als er muss und er weiß, was er kann. Ich bin beeindruckt, wie er die Aufgaben im Parcours gelöst hat“, strahlte die Pinnebergerin. Überglücklich war auch Mario Stevens. Mit seinem erst neunjährigen Wallach Starissa hat er offensichtlich einen Hochkaräter unter dem Sattel, der ihn auf Platz drei trug: „Er ist ein ganz besonderes Pferd. Er springt in der Halle, auf Sand, auch hier auf Gras und vor dieser Kulisse. Ich bin beeindruckt, wie er das gemacht hat.“
Rund 90.000 Zuschauer fanden nach den coronabedingten Ausfällen 2020 und 2021 den Weg in den Derby-Park – und das, obwohl das Wetter alles andere als einladend war. „Das macht mich sehr glücklich“, so Derby-Chef Volker Wulff. „Ich habe das Derby noch nie so verregnet erlebt, aber die Hamburger kommen trotzdem. Wir hatten fast genauso viele Zuschauer wie 2019, da hatten wir sehr schönes Wetter.“ Nun soll das Warten nicht wieder so lange dauern: Das nächste Deutsche Spring- und Dressur-Derby wird vom 17. bis 21. Mai 2023 stattfinden. Tickets sind ab sofort buchbar.
Mehr als 100 strahlende Gesichter und eine tolle Gemeinschaft: Nach zwei Jahren Corona-Pause fand in diesem Jahr der sechste Landesjugendtag auf der Anlage des Holsteiner Verbandes in Elmshorn statt, organisiert vom Jugendteam des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein (PSH).
Lang war die Pause, doch die Geduld hatte sich gelohnt, denn unter dem Motto „Junges Ehrenamt – fit für die Zukunft“ hatten Jugendliche aus Schleswig-Holstein und Hamburg beim Landesjugendtag die Möglichkeit, sich in vielen verschiedenen Workshops fortzubilden und Ideen für ein Ehrenamt in ihrem Verein zu sammeln. So war bei der Reiterfitness oder beim Hobby Horsing sportliche Aktivität gefragt, aber auch der kreativen Ader konnte bei der Gestaltung eines Jugendteamhindernisses oder beim Thema Fotografie Raum gegeben werden.
Die Notfallversorgung von Pferden war Thema eines Workshops.
Was beim Miteinander mit dem Partner Pferd am Boden zu beachten ist und welche Elemente in den Abzeichenprüfungen abgefragt werden, lernten die Teilnehmer ebenso wie das Vorstellen und Mustern eines Pferdes. Notfälle können immer passieren, darum ist es gut, wenn dann alle wichtigen Handgriffe zur Versorgung des Pferdes sitzen. So erfuhren die Jugendlichen in Theorie und Praxis, wie Puls, Atmung und Temperatur beim Pferd gemessen werden, aber auch wie ein Verband richtig angelegt wird.
Um die Anatomie des Pferdekopfes und die richtige Zäumung ging es im Workshop „Passt das Gebiss eigentlich meinem Pferd oder Pony?“. Die Teilnehmenden konnten selbst erfahren, wie sich der Druck eines Gebisses auf verschiedenste Punkte des Pferdekopfes auswirkt und wie ein passendes Gebiss liegen muss. Ohne Social Media geht in der heutigen Zeit nichts mehr, daher bekamen die Jugendlichen Tipps und Ideen für ihre eigenen Accounts und durften unter anderem eigene Reels erstellen. Im Workshop der Sportjugend Schleswig-Holstein waren sie mit viel Spaß in den Gruppenspielen aktiv.
„Es macht Freude, in die strahlenden Augen zu schauen. Die Jugendlichen hatten alle gemeinsam viel Spaß und es war für jeden etwas dabei. Sie konnten viel lernen und viele haben neue Freunde gefunden“, sagte Dörte Kühl, stellvertretende Landesjugendwartin des PSH. Es sei toll, welch umfangreiches Programm das PSH-Jugendteam auch in diesem Jahr wieder zusammengestellt habe. Natürlich sei das nicht ohne das ehrenamtliche Engagement der Referenten und Veranstalter möglich gewesen.
Bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) kommt es in der Geschäftsführung zum Wechsel. Der langjährige Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhard Grandke verlässt die DLG auf eigenen Wunsch zum 30. September. Zur Nachfolge sollen auf der Gesamtausschusssitzung am 5. September Dr. Lothar Hövelmann und Freya von Czettritz als neues hauptamtliches Führungsduo vorgeschlagen werden.
Der DLG zufolge soll Hövelmann neben seiner Funktion als Geschäftsführer des Fachzentrums Landwirtschaft zum Hauptgeschäftsführer der DLG berufen werden. Von Czettritz soll als Vorstandsvorsitzende der DLG-Holding GmbH die wirtschaftlichen Aktivitäten der Landwirtschafts-Gesellschaft verantworten. Für ihre bisherigen Funktionen werde eine Nachfolge zum nächstmöglichen Zeitpunkt gesucht, so die DLG. Bis dahin bleibe von Czettritz Bereichsleiterin und Projektleiterin der Agritechnica. Grandke werde den Übergang gemeinsam mit Hövelmann und von Czettritz gestalten.
Hövelmann studierte Agrarwissenschaften in Bonn und promovierte dort. Bei der DLG stieg er 1998 als Projektleiter Pflanzenproduktion ein, 2003 übernahm er die Leitung des Fachgebiets Nachhaltige Landwirtschaft, 2008 die Geschäftsführung des DLG-Fachzentrums Landwirtschaft. In den Vorstand wurde Hövelmann 2015 berufen.
Von Czettritz stammt von einem Saatzuchtbetrieb. Die studierte Betriebswirtin verantwortet seit 2009 die Landtechnikausstellung Agritechnica, seit 2016 leitet sie den Bereich Messen Pflanzenbau bei der DLG mit den internationalen Leitmarken Agritechnica, DLG-Feldtage, DLG-Waldtage, PotatoEurope und Agritechnica Asia.age
Über 70 aufgetriebene Fleischrinder aus neun Rassen und sehr viele gespannte Besucher – das zeugte von einem wirklich regen Interesse auf allen Seiten: Der Fleischrinderzuchtverband Schleswig-Holstein (FRZ) scheint mit dieser erstmalig im Mai auf dem Messegelände in Rendsburg ausgerichteten Schau den Nerv derjenigen getroffen zu haben, die für die Fleischrinderzucht brennen oder an Mutterkuhhaltung interessiert sind.
Über 70 schicke Jungtiere aus neun Rassen stellten sich dem Publikum bei optimalem Wetter zur Präsentation.
Neben den hervorragenden Vertretern der Intensivrassen Blonde d’Aquitaine, Charolais und Limousin zeigten sich die mittelintensiven Angus und Hereford, die Robustrassen Galloway und Highland Cattle sowie das Rind der seltenen Rasse White Park in bester Qualität. Bei den Dextern ging es sogar um einen Bundeswettbewerb: Hier waren Züchterinnen und Züchter aus fünf Bundesländern angereist, um ihre Jungbullen und Färsen zu zeigen.
Als Preisrichter konnte Paul Bierstedt von der Rinderzucht Berlin-Brandenburg (RBB) gewonnen werden.
Angus
Ein Bulle war aufgetrieben: Der gut entwickelte „AM Alister“ von André Martens aus Schackendorf wurde gleich nach der Schau von seinem neuen Käufer übernommen und in den Deckeinsatz geschickt.
In der ersten Gruppe dominierte bei den Färsen „AM Rosalie“ (1a) von André Martens aus Schackendorf, Kreis Segeberg, ein schickes, funktionales Rind, vor der brillant vorgeführten „Pineta” von Familie Kühl aus Fockbek, Kreis Rendsburg-Eckernförde. So blieben für die jüngeren Färsen aus Tüttendorf-Blickstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde, „Sonne“ und „Mary“, nur der 1c- und 1d-Platz. Bei der zweiten Gruppe hatte der Richter, der sonst sein Urteil immer noch einmal überprüfte, ehe er es verkündete, von Anfang an keine Zweifel: „Pialotta“ von Hof Kamerun, Hennstedt im Kreis Steinburg, war hier die Kompletteste, gefolgt von „Fabienne20“ von Hof Christelhoi in Mittelangeln. „Unica“ von Hof Kamerun (1c) und „AM Blümi“ von Schackendorf (1d) rundeten das Bild ab. Bei der Siegerauswahl zwischen den 1a- und 1b-Tieren beider Gruppen wurde die kompakte „Pialotta“ an die Spitze gesetzt und errang den Landessieg; der Titel der Landesresevesiegerin ging an „AM Rosalie“ von Schackendorf – ein toller Erfolg für die beiden Betriebe.
Blonde d‘Aquitaine
Da müssen sich die Gratulanten ganz schön strecken, damit sie auf dem Bild zu sehen sind: Martin Rockel präsentierte seinen eineinhalbjährigen Blonde-d‘Aquitaine-Bullen „Rahm“, der zum Mr. Schleswig-Holstein gekürt wurde.
„Rahm“, ein „Loubart“-Nachkomme und der einzige Bulle seiner Klasse, zeigte sich in seinen Vorzügen so hervorragend, dass der Richter ihn zum Mr. Schleswig-Holstein kürte.
Charolais
Mit der sehr schönen „Jakobus“-CH-Tochter „Maja“ von der Albrecht GbR aus Tetenhusen, Kreis Schleswig-Flensburg, freute sich der Richter, eine gelungene Nachzucht eines Besamungsbullen aus seinem Zuchtgebiet zu sehen.
Dexter
In der ersten Bullengruppe erschienen die knapp einjährigen Bullen. Der kompakte „Barney“ aus der Zucht von Dähmlow aus Lindholz und im Besitz von Familie Grot aus Sanitz (beide Mecklenburg-Vorpommern) mit viel Rassetyp machte hier das Rennen und setzte sich vor den mächtigeren „Festus“ von Gerald Stumpf aus Satow (Mecklenburg-Vorpommern). Den 1c-Platz eroberte „Carlson“ von Familie Reinsch aus Bispingen (Niedersachsen), der nach der Schau seinen Besitzer wechselte. „Idris“ von Jörn Rundshagen aus Ahrensburg (Schleswig-Holstein) landete so auf 1d. In der zweiten Bullengruppe setze sich „Maximus Grossensee“ aufgrund der guten Beinstellung vor die typvollen Bullen „Pepe“ (1b) und „Pirat“ (1c) der Familie Projahn aus Arendsee (Sachsen-Anhalt), sodass „Neptun“ vom Kronwald aus der Zucht von Klingberg, Nossendorf, und im Besitz von Familie Grot (beide Meckenburg-Vorpommern) auf dem 1d-Platz landete.
In der dritten Bullengruppe wurden die älteren Bullen (zirka 21 Monate) aufgetrieben: Der „Große Fritz“ von Gerald Stumpf aus Satow erhielt hier den 1c-Platz hinter „Kenni“ (1b) von Familie Reinsch aus Bispingen. Dominieren konnte „Karl von der Landwehr“ von Familie Wünnemann aus Bergkamen (Nordrhein-Westfalen), ein korrekter Bulle mit genügend Masse, der in dieser Gruppe vom Richter auf den 1a-Platz gestellt wurde und bei der Endausscheidung vor „Maximus Grossensee“ sogar den Bundessieg errang.
Bei den Dexterfärsen fand ein Wettbewerb auf Bundesebene statt, an dem elf Züchterinnen und Züchter aus fünf Bundesländern beteiligt waren. Zuerst starteten die fünf jüngsten Färsen: zwei erst acht Monate alte Färsen von Familie von Marées aus Bleckede (Niedersachsen), von denen die anmutige „Clara“ aufgrund ihres Rassetyps und ihrer Breite und Tiefe bei sehr femininem Ausdruck vor der Kielerin „Kiara vom Wellsee“ (1b) den 1a-Platz errang. So blieb für „Pia aus Bleckede“ der 1c-Platz vor „Bailey“ und „Bella“ von der Schäfers Ranch aus Klappholz, Kreis Schleswig-Flensburg, die sich trotz ihrer soliden Qualität in dieser Gruppe nicht durchsetzen konnten.
In der zweiten Gruppe war ein Rind, das zunächst gar nicht hervorstach, bei genauerem Hinsehen nach Auskunft des Richters das korrekteste: „Labine Grossensee“ aus der Zucht von Hundsdoerfer-Pokupic erfreute ihren Besitzer Walter Reulecke mit dem 1a-Platz. In dieser Gruppe errangen die Floreks aus Kosel mit „Lara van de Beek Wischen“ den 1b-Platz vor „Line vom Wellsee“ (1c) und „Themis Grossensee“ (1d).
In der dritten Gruppe der Dexterfärsen konnten sich die älteren Färsen „Hyazinth Grossensee“ (1d), „Lexi“ (1c) und „Pocahontas“ (1b) (beide Familie Projahn, Arendsee, Sachsen-Anhalt) nicht durchsetzen gegen „Taiga van de Beek Wischen“ von Familie Florek aus Kosel, Kreis Rendsburg-Eckernförde: Diese breite, tiefe und trotzdem feminine Färse war hier die kompletteste und errang nicht nur vor „Labine Grossensee“ den Landessieg, sondern am Ende den Bundesreservesieg gleich hinter der jungen „Clara“ von Familie von Mareés, die sich zur Bundessiegerin krönte.
Galloway
Von den zwei Jungbullen der Familie Danker aus Bothkamp setzte sich der dunfarbige „Hannes“ vor den schwarzen „Hein“; beide Bullen sind etwa ein Jahr alt und werden sicher später noch auf Schauen zu sehen sein.
Die etwa einjährigen Färsen starteten zu viert: Die soliden Dithmarscher Färsen „Lieselotte vom Lindenhof“ der Zuchtgemeinschaft (ZG) Haalck (1d) und „Joanna“ von der ZG Plähn (1c) hatten es hier schwer gegen die weiße „Underwood vom Bebensee“ von Mechthild Bening (1b) und die fast perfekte „Cosima von der Fuhlenau“ der Zuchtstätte Harder aus Groß Vollstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde; 1a und später Landessiegerin – mehr geht nicht!
Als Siegerin der zweiten Gallowayfärsengruppe wurde sofort „Tiffany vom Bebensee“ ausgemacht, die mit ihren Vorzügen bei der Ausscheidung zum Landessieg später den Reservesiegertitel erhielt. Den 1b-Platz in dieser Gruppe belegte „Natascha“ von der ZG Plähn vor „Hera vom Fieler Moor“ (1c) von Christoph Rohrmoser aus Hemmingstedt, Kreis Dithmarschen, und den Färsen „Mira“ und „Mara“ aus dem Besitz von Familie Dirks aus Duvensee, Kreis Herzogtum Lauenburg. In der dritten Gruppe der Gallowayfärsen war Dithmarschen vorn: „Conny vom Lindenhof“(1a) und „Line vom Lindenhof“ (1b) belohnten die stetige Ausstellungsbereitschaft von Carsten Haalck aus Linden mit den vordersten Plätzen, gefolgt von „Corona von der Fuhlenau“ (1c; Familie Harder, Groß Vollstedt) und „Biene vom Fieler Moor“ (1d; Familie Rohrmoser, Hemmingstedt).
Hereford
Zwei sehr gut entwickelte Färsen aus dem Betrieb von André Rusch aus Lütjenwestedt-Königswill, Kreis Rendsburg-Eckernförde, wurden in den Boxen präsentiert: Auch wenn sie aufgrund einer Verletzung des Züchters nicht in den Ring gingen, kann man stolz sein auf solche Nachzucht!
Highland Cattle
Die erste Gruppe der Highlandbullen wurde angeführt von „Duncan vom Großsolter Moor“, einem breiten, korrekten Tier aus dem Betrieb Springholz, das schon mit gut einem Jahr eine tolle Ausstrahlung zeigte und den 1a-Platz belegte; dicht gefolgt von „Dadou von Dreimühlen“, der ihm nur wenig nachstand. Den 1c-Platz belegte der jüngere „Boyd vom Marienkoog“. In der zweiten Gruppe lief ebenfalls ein „Dreimühlen“-Bulle, der aber zurückstehen musste (1b) hinter „Piet ut Heidbarg“ (1a), der etwas mehr Tiefe aufwies und insgesamt harmonischer wirkte. Dieser Bulle wurde in der folgenden Ausscheidung Landesreservesieger, nur noch getoppt von dem Großsolter „Duncan“ aus der ersten Gruppe, der damit den Titel des Landessiegers errang.
Die Highland-Cattle-Züchter traten mit zwei Färsengruppen an: Der 1a-Preis der ersten Färsengruppe ging an die sehr gut entwickelte „Sobhrach 1. vom Bestethal“ der Hahn und Lange GbR, Rümpel, und zwar noch vor „Ginetta von Dreimühlen“ vom Betrieb Rohrmoser aus Tetenbüll, Kreis Nordfriesland, (1b) und „Magaidh 1. vom Bestethal“. In der zweiten Gruppe dominierte die bestechend schöne, äußerst korrekte „Anna vom Lütten Diek“ aus der Zucht des „Baron von Buchholtz“ von Heiko Krause aus Norderstedt – hier belegten die Bestethal-Färsen „Bean 3.“ und „Elisabeth“ den 1b- und 1c-Platz vor „Havanna von Dreimühlen“ (1d; Rohrmoser) und „Gala vom Marienkoog“ von Martin Kluge aus Galmsbüll, Kreis Nordfriesland, (1e). Der überaus gute Entwicklungszustand der beiden 1a-Färsen führte am Ende dazu, dass sie den Landessieg („Anna vom Lütten Diek“) und den Landesreservesieg („Sobhrach vom Bestethal“) der Highland-Cattle-Färsen insgesamt errangen.
Limousin
Die beiden Bullen aus der Lucanus Rockel GbR aus Fargau-Pratjau, Kreis Plön, wurden hochgelobt; hier rangierte der größere „Jupiter” vor dem kleineren „Ludwig”. Der Betrieb Hahn aus Kiel zeigte drei richtig gut entwickelte Färsen unterschiedlicher Altersstufen: Nach diesem Kriterium wurden sie jedoch nicht rangiert, sondern sogar umgekehrt: Die jüngste „Elisa“ bekam den 1a-Platz, die zweitälteste „Erle“ den 1b- und die älteste „Drossel“ den 1c-Platz.
White Park
Die Rasse White Park war würdig auf der Flora vertreten und wurde von Horst Derjong aus Brinjahe, Kreis Rendsburg-Eckernförde, präsentiert. Seine dreijährige Färse „Ela von der Wisbeker Dreangel“ zeigte sich gut gezeichnet und absolut ruhig dem Publikum. Bleibt zu hoffen, dass diese vom Aussterben bedrohte Rasse weitere Freunde findet.
Bestes Rind und bester Bulle
Ein weiteres Highlight war der rasseübergreifende Wettbewerb zur Kür von Miss und Mr. Schleswig-Holstein: Der Titel Miss Schleswig-Holstein wurde an die Highland-Cattle-Färse „Anna vom Lütten Diek“ (Heiko Krause, Norderstedt) vergeben.
Besonders beeindruckte der enorme Blonde-d‘Aquitaine-Bulle „Rahm“ von der Lucanus-Rockel GbR und sicherte sich so den Titel Mr. Schleswig-Holstein.
Die neue Landessiegerin der Highland-Färsen „Anna vom Lütten Diek“ und Besitzer Heiko Krause (r.) aus Norderstedt freuten sich zusätzlich über den Titel Miss Schleswig-Holstein, v. li.: Dr. Walter Reulecke, Zuchtleiter und Geschäftsführer FRZ, Richter Paul Bierstedt (RBB), Bernd Irps, stellvertretender Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer SH, Lothar Möhding, stellvertretender Bürgermeister der Stadt RendsburgFoto: Karen Grot
Fazit
Die Wettbewerbe dieser Schau waren auf hohem Niveau. Auch in diesem Jahr haben die Fleischrinderzüchterinnen und -züchter wieder Bullen, Kühe und Färsen in hervorragender Qualität aufgetrieben, um diese Schau gemeinsam auszurichten. Das Konzept ist aufgegangen, und die Schau war ein voller Erfolg. Ganz besonders erfreulich aber war die Teilnahme so vieler Jungzüchterinnen und Jungzüchter, die mit Begeisterung dabei waren und der Schau ein wirklich junges Gesicht gaben. Eine detaillierte Tabelle der prämierten Tiere findet sich im Internet unter www.lksh.de unter Aktuelles.