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Cyanblaue Interventionen

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Wer sich ab kommendem Sonnabend, 9. März, auf den historischen Rundgang in Schloss Gottorf begibt, wird sein (cyan)blaues Wunder erleben. Denn das ist die bevorzugte Farbe von Konzeptkünstlerin Anja Schindler, mit der sie in einen Dialog zu der Ausstellung, den Räumlichkeiten und der Historie tritt und die sie mit ihren gefärbten Objekten widerspiegelt – ein Spiegel der Welt. So lautet auch der Titel der Ausstellung, die bis zum 6. Oktober zu erleben ist.

Zwei Jahre lang hat sich Anja Schindler auf diese Ausstellung vorbereitet, Schriften und Bücher studiert, recherchiert, sich tief in die Geschichte des Schlosses und des Landes zu Zeiten Herzog Friedrich III. eingearbeitet. Insgesamt 20 Installationen über zwei Etagen verwandeln die Gottorfer Dauerausstellung im historischen Rundgang.

Foto: Iris Jaeger

In jedem Raum gibt es etwas Neues zu entdecken, das neugierig macht auf das, was sie mit ihren Interventionen widerspiegelt. „Dadurch wird man auch immer wieder auf Objekte aufmerksam gemacht, die man vorher so noch nicht gesehen hat. Das ist es, was Kunst kann – den Blick zu öffnen und Horizonte zu orten“, sagte Kurator der Ausstellung, Dr. Ingo Borges. „Anja Schindlers Objekte und vielteilige Arrangements in leuchtendem Cyanblau laden zur Auseinandersetzung mit der barocken Glanzzeit des Gottorfer Hofes im 17. Jahrhundert unter Herzog Friedrich III. und seinen Nachfolgern ein“, lautet die Beschreibung.
Von der Mitte des 17. bis ins frühe 18. Jahrhundert war die Residenz der Herzöge und Herzoginnen von Schleswig-Holstein-Gottorf eine in ganz Europa berühmte Stätte des Wissens, der bildenden Kunst, Musik und Gartenkunst. Insbesondere die kostbare Bibliothek, die reiche Kunst- und Wunderkammer, der Terrassengarten mit seiner legendären Pflanzensammlung und der begehbare Riesenglobus zogen Bewunderer an. Die Atmosphäre jener Zeit hat Anja Schindler in eine eigene aktuelle Bildsprache umgesetzt und die barocken Ideen in Form von künstlerischen Interventionen an den Originalschauplätzen neu interpretiert.

Foto: Iris Jaeger

Einst wollte man mit den Kunst- und Wunderkammern die ganze Welt in einen Raum holen, erforschen und verstehen. Die versammelten Objekte spiegelten den (damals bekannten) Kosmos wider. Nun entsteht durch Anja Schindlers Werke ein neuer Spiegel der Welt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treten in Dialog. Besucherinnen und Besucher des Schlosses können sich entlang der leuchtend blauen Kunstinstallationen über zwei Stockwerke auf eine Entdeckungsreise begeben.

Die erste große Installation findet sich in der Gotischen Halle. Mit ihr knüpft Anja Schindler an die ehemalige Nutzung dieses Raumes an: Um 1500 entstanden, wurde der Saal im 17. Jahrhundert als Hofbibliothek genutzt. Eine große und überaus kostbare Büchersammlung wurde hier aufbewahrt. Einen besonderen Schatz der Bibliothek stellte der Gottorfer Codex dar. Dies ist ein vierbändiger Pflanzen- und Blütenatlas von 1649/59 mit 1.180 Pflanzenbildern. Anja Schindler erinnert daran mit ihren in Öl eingelegten Pflanzen-Zeichnungen auf alten Dokumenten und den in Gläsern konservierten Früchten und Pflanzenteilen. Auch auf die Wurzeln der Pflanzen nimmt sie Bezug, „da sie wie Fäden in die Welt gehen“, so die Künstlerin. Cyanblau sei eine Farbe, die es so in der Natur nicht gebe und die somit funktioniere, Dinge hervorzuheben, ihnen Leben einzuhauchen und sie mitunter auch überzeichnet in den Kontext zu stellen, so die Künstlerin, die ihre Objekte damit bemalt, besprüht, lackiert oder sie in die Farbe eintaucht. „Ihre dreidimensionalen Stillleben schlagen eine Brücke vom Barock ins Heute, ihre Arbeiten sind Akkumulationen von Dingen, die abseits ihrer materiellen Realität von der wissenschaftlichen Neugier und dem Forschungsdrang der Vergangenheit zeugen, von einer immerwährenden Suche nach Schönheit. Wir sind zum Staunen und Bewundern eingeladen, ein verlockendes Angebot“, findet Kurator Dr. Ingo Borges.

Foto: Luise Lentfer
Konzeptkünstlerin Anja Schindler
Foto: Iris Jaeger
Foto: Iris Jaeger
Foto: Iris Jaeger
Foto: Luise Lentfer
Foto: Luise Lentfer
Foto: Iris Jaeger
Foto: Iris Jaeger
Foto: Iris Jaeger
Foto: Iris Jaeger
Foto: Iris Jaeger


Uneingeschränkter Spaß

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Menschen mit Handicap zu integrieren ist auf dem GreenTec-Campus im nordfriesischen Enge-Sande längst nicht mehr nur eine gute Absicht, sondern seit vergangenem Jahr Realität. Und das in einer Sportart, die in Schleswig-Holstein noch nicht weit verbreitet ist, für die der GreenTec-Campus aber ebenfalls Vorreiter ist: Padel, ein Mix aus Tennis und Sqash. Das paddelartige Aussehen des Schlägers gab der Sportart den Namen.

Seit mehr als drei Jahren wird in Nordfriesland gepadelt und das Padelfieber greift „da oben im Norden“ immer weiter um sich. Und da sich der GreenTec-Campus mit Geschäftsführer Marten Jensen nicht nur der Nachhaltigkeit und dem Klima- und Naturschutz durch Voranbringen Erneuerbarer Technologien verschrieben hat, sondern auch soziale Faktoren in den Vordergrund stellt, lag es nahe, über Inklusion nicht nur zu reden, sondern sie zu leben.

Beim Padel wird im Doppel auf Kunstrasen gespielt, der mit feinem Quarzsand ausgestreut ist. Die Regeln orientieren sich am Tennis.

„Ausschlaggebend für die Gründung der Inklusions-Padelgruppe war ein Bericht über Inklusion beim Tennis“, erzählt Andrea Jensen, die die Gruppe ins Leben gerufen hat. „Der Padel-Platz ist allseitig umschlossen, so kommt es seltener vor, dass der Ball sehr weit wegfliegt. Und durch den Rückprall bekommen die Spielenden eine zweite Chance. Besonders für inklusive Gruppen ist das ein Riesenvorteil“, so Jensen. Und es wurde mit Melf Nicolaisen extra ein Inklusions-Sportkoordinator eingestellt, der die Gruppe betreut, trainiert und das Inklusions-Angebot weiter ausbauen möchte. „Der Bedarf ist vorhanden und die Nachfrage danach groß“, so Melf Nicolaisen. Zwar habe es mehr als zwei Jahre gedauert, die Außen-Anlage in Enge-Sande als Förderprojekt barrierefrei zu gestalten, aber dieses Frühjahr solle es richtig losgehen. Bis dahin wird, wie schon den ganzen Winter über, in der Padel-Halle in Leck gespielt.

Inklusions-Sportkoordinator und Padel-Trainer Melf Nicolaisen

Kirsten Hahn, Inge ­Malcherczyk und Telse Winkler sind von Anfang an in der Inklusions-Padelgruppe dabei. Die Trainingszeit in der Halle in Leck gehört bei ihnen zu den festen Terminen, die sie nicht missen möchten. Dafür kommt Telse sogar extra aus Husum angefahren. „Weil es einfach viel Spaß macht“, erklärt sie. Vor ihrem Schlaganfall habe sie viel Sport betrieben. Die Bewegung habe ihr gefehlt. Padel sei für sie ein gutes Training, da es ihr Gehirn und somit die Koordination und das Gleichgewicht schule. „Mein Laufen hat sich durch das Training deutlich verbessert. Und wir halten hier zusammen und lachen sehr viel. Somit ist das Padeltraining mein persönliches Sonntagshighlight.“

Ebenso für Kirsten Hahn aus Riesum-Lindholm, die vor zehn Jahren bei einem Verkehrsunfall ihr Bein verloren hat. Als Telse sie gefragt habe, ob sie beim Inklusions-Padel mitmachen wolle, habe sie sofort zugesagt. „Ich habe früher viel Squash gespielt. Somit ist Padel ein tolle Alternative und es macht so viel Spaß“, erklärt sie. Vergangenes Jahr habe sie sogar schon an einem Padel-Turnier teilgenommen. Das sei eine richtig coole Erfahrung gewesen und sie habe durch den Sport wieder neue Leute kennengelernt, mit denen sie sich austauschen könne. „Man kommt hier in Bewegung und es ist schön zu erleben, was man trotz Einschränkung noch alles kann“, so Kirsten Hahn.

Zur Ausrüstung gehören der paddelartige Schläger und Bälle.

Für die Rollstuhlfahrerin Inge ­Malcherczyk wird extra ein Sportrolli gestellt, in dem sie sich auf dem Feld bewegen kann. „Man hat hier sehr schnell Erfolgserlebnisse“, berichtet sie. Denn es gehe hier nicht um Leistung oder strenge Regeln, „sondern gerade zu Anfang war es schon ein Erfolg, den Ball überhaupt einmal zu treffen und zurückzuschlagen“, so Malcher­czyk. „Die Teilnehmenden gewinnen zunehmend an Selbstvertrauen und seit wir vergangenen Sommer angefangen haben, haben alle hier enorme Fortschritte gemacht. Das ist einfach nur toll mit anzusehen“, so Melf Nicolaisen. Jeder könne hier mitmachen und es ausprobieren. Für die Inklusionsgruppe gebe es angepasste Spielvorgaben. Letztlich gehe es aber um den Spaß und die wiedergewonnene Freude an der Bewegung.

Info

Padel ist eine noch junge Sportart, die in Mexiko erfunden wurde. In vielen Ländern Mittel- und Südamerikas und insbesondere in Spanien hat sich Padel bereits als äußerst beliebter Breiten- und Wettkampfsport etabliert. In Nordeuropa hat die Verbreitung von Padel gerade erst begonnen. Padel wird im Wettkampf nur als Doppel gespielt, zu Trainingszwecken gern auch als eins gegen eins. Die Spieler stehen sich auf den durch das Netz geteilten Spielfeldhälften gegenüber. Die Padel-Regeln ähneln im Wesentlichen denen des Tennis-Doppelspiels. Ausführliche Informationen gibt es unter greentec-campus.de/padel oder auf der Homepage des Deutschen Padel Verbands (dpv) unter dpv-padel.de

Regionalplan im Norden gestoppt

Mit Urteil vom 22. März 2023 hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig die Landesverordnung über den Windregionalplan I in einem Normenkontrollverfahren für unwirksam erklärt. Die Landesregierung hatte daraufhin Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Dieses hat nun diese Beschwerde zurückgewiesen. Damit ist der Regionalplan Windenergie für den Planungsraum I (Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie Stadt Flensburg) rechtskräftig aufgehoben.

Innenministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack (CDU) erklärte: „Das Ergebnis des Normenkontrollverfahrens ist bedauerlich. Nun tritt ein, was wir unbedingt vermeiden wollten: Die Windenergienutzung ist vorübergehend im gesamten Planungsraum privilegiert zulässig. Damit müssen und können wir umgehen. Wir werden die Neuaufstellung der Regionalpläne mit Hochdruck vorantreiben und zugleich Maßnahmen ergreifen, um im Planungsraum I die Genehmigungsbehörden zu entlasten.“

Recht auf „Reparatur für Regionalpläne“ überfällig

Genehmigungsbehörde für Windenergieanlagen an Land ist das Landesamt für Umwelt (LfU) in Flintbek. Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) sagte: „Das Gericht hat entschieden. Nun gilt es, den Blick nach vorn zu richten. Für den Planungsraum I werden auf das LfU deutlich mehr Genehmigungsanträge zukommen. Deswegen appelliere ich hiermit an alle Antragsteller, nur sehr reife Windenergie-Neuanträge einzureichen, um das hohe Bearbeitungstempo nicht zu gefährden, das wir derzeit in Schleswig-Holstein haben.“

Zudem müsse Goldschmidt zufolge „solch ein Hin und Her in der Wind-Regionalplanung“ aufhören. Der Bund müsse endlich sicherstellen, dass Regionalplanungen nicht mehr „von heute auf morgen für null und nichtig“ erklärt werden könnten. Ein Recht auf Reparatur für Regionalpläne sei überfällig. „In Zeiten, in denen zur Erreichung unserer Klimaziele und auch der Ausbauziele auf Bundesebene jeder Monat zählt, können wir uns jahrelange Hängepartien schlichtweg nicht mehr leisten“, unterstrich der Umweltminister.

Die beiden zuständigen Ministerien sehen im Jahr 2024 zwei Phasen, in denen die Privilegierung der Windenergie im Planungsraum I eingeschränkt wird beziehungsweise eingeschränkt bleibt.

Phase eins: der Landesentwicklungsplan Windenergie (LEP Wind) ist weiterhin gültig. Darin ist als Ziel der Raumordnung die sogenannte 3H/5H-Regelung festgelegt: Windenergieanlagen müssen zur Wohnbebauung im Außenbereich die dreifache Anlagenhöhe einhalten, zu Siedlungen die fünffache Höhe. Innenministerin Sütterlin-Waack: „Die 3H/5H-Regelung stellt in dieser Phase sicher, dass auch unter der Privilegierung die Siedlungsabstände in der Regel eingehalten werden müssen.“ Nur bei kleinen Anlagen, die eigentlich nicht mehr am Markt sind, könnte es zu einer geringfügigen Unterschreitung kommen.

Neben der Wohnbebauung schließen eine Reihe von Schutzbelangen wie von Straßen, Flugplätzen, Hochspannungsleitungen, Natur- und Wasserschutzgebieten, Wäldern sowie der Nationalpark Wattenmeer eine Windenergienutzung von vornherein aus. Daher sind im Planungsraum I Windenergieanlagen nur auf begrenzter Fläche genehmigungsfähig. Sütterlin-Waack: „Und eine Teilmenge davon sind die von uns im Planungsraum I sowieso geplanten Vorranggebiete.“

Schutzbelange vertieft prüfen

Goldschmidt: „Windenergie bedeutet Klimaschutz, aber eben auch Eingriffe in Landschaft und Natur. Umso genauer werden wir bei den Genehmigungen hinschauen. Viele Schutzbelange, die die Landesplanung in der Abwägung berücksichtigt hätte, müssen wir nun vertieft prüfen. Das werden wir in aller Sorgfalt tun“, stellte Goldschmidt klar. Phase zwei soll noch vor Ende des Jahres beginnen. Das Land ist dabei, den LEP Wind fortzuschreiben. Dabei sollen Ausschlusskriterien, die zur Auswahl von Vorranggebieten dienen, als Ziele der Raumordnung festgesetzt werden. Die Innenministerin erläuterte: „Das gilt insbesondere für die Siedlungsabstände, aber auch für viele andere Schutzbelange. Der neue LEP Wind wird auch im Planungsraum I Wirkung entfalten.“ Mit Inkrafttreten des neuen LEP Wind sinkt der Anteil des Planungsraums I, in dem Windenergieanlagen grundsätzlich genehmigungsfähig wären, auf rund 9 %.

Parallel zur Genehmigungssteuerung treibt die Landesregierung die Neuaufstellung der Regionalpläne Windenergie weiter voran. Im Laufe des Jahres sollen erste Entwürfe in eine Öffentlichkeitsbeteiligung gegeben werden. Eine Planfestsetzung noch vor 2027 wird angestrebt.

„Jeder sollte ZukunftsBauer sein!“

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Die Zukunft bauen – das wollen die ZukunftsBauer! Im Kreis Segeberg sind Cedric Rieken aus Bühnsdorf und Jonas Hauschildt aus Kükels in der Schleswig-Holsteiner Arbeitsgruppe dieses Projektes des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Dem Bauernblatt erzählen sie, was sie zu ZukunftsBauern macht.

Muss man etwas Außergewöhnliches vorweisen, um ZukunftsBauer zu sein? Besonders ausgefeilte Technik einsetzen? Als Profi in den Sozialen Medien vertreten sein? Es ist toll, wenn das jemand kann, doch es genügt, ordentlich seine Arbeit als Landwirt zu machen, gut mit den Tieren und den Ressourcen umzugehen und dabei die Zukunft im Blick zu haben. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken und können zeigen, was wir tun“, sagt Cedric Rieken (30). Jonas Hau­schildt (26) ergänzt: „Nicht nur wir sind ZukunftsBauer, jeder Landwirt sollte es sein!“ Und zeigen, was sie tun – das machen die beiden jungen Landwirte aus dem südöstlichen Kreis Segeberg gern.

Cedric hat im vergangenen Jahr den Schweinemastbetrieb in Bühnsdorf von seinem Vater Karsten übernommen, auch Großvater Hinrich (87) arbeitet noch mit, Mutter Uta organisiert die Bauernhofpädagogik auf dem Hof und den Hofverkauf. Cedric und sein Vater gehen seit Längerem regelmäßig in Schulen und zum Konfirmandenunterricht und erzählen dort von ihrem Betrieb. Schulklassen kommen auch auf den Hof, es gibt Weihnachtsbasteln dort, die Kinder erleben Schweine, Schafe Hühner. „Wenn du die Kinder hast, hast du auch die Eltern“, sagt Cedric.

Derzeit wird ein weiterer Maststall zum Offenstall modernisiert.

Die Ältesten, mit denen er bisher zu tun hatte, waren in der zehnten Klasse, da musste er auch auf kritische Fragen eingehen, zum Beispiel zu Antibiotika. Er zeigte ein Video von einem kranken Schwein auf seinem Hof. „Soll ich es behandeln oder erlösen?“ Wenn die Kinder etwas nicht in Ordnung finden, sagt er zum Beispiel: „Okay, dann verabreden wir, dass ihr Tierwohlfleisch kauft, dann kann ich das ändern.“ – „Ich brauche nichts schönzureden“, findet er. „Wir sollten nicht nur Sonnenscheinbilder zeigen, sondern die Realität.“

Jonas Hauschildt führt zusammen mit seinem Vater Klaus einen Milchviehbetrieb in GbR im 12 km entfernten Kükels. Das Dorf hat nur 400 Einwohner, aber „viele haben so wenig Ahnung von der Landwirtschaft, dass sie nicht mal wissen, was sie mich fragen sollen“, sagt er. „Sie wundern sich, dass ein neuer Güllewagen mit größeren Reifen kommt, und dabei ist der Grund, dass diese viel weniger Bodendruck ausüben. Sie sehen den neuen Stallanbau und denken, dass wir aufgestockt hätten, dabei haben wir jetzt nicht mehr Tiere, sondern mehr Platz.“ So wurde nach Fertigstellung das ganze Dorf zum Grillen am Stall eingeladen.

Jonas Hauschildt und sein Vater Klaus halten rund 130 Milchkühe.

Beim Reden mit den Nachbarn müsse man aber auch gut gewappnet sein, etwa wenn die Frage komme, ob Glyphosat krebserregend sei. „Ich bin kein Biologe, aber ich kann sagen, was passiert, wenn ich keinen Pflanzenschutz einsetze. Wir können nicht überall Profis sein, aber wir können Konsequenzen benennen.“ Durch Jammern bekomme man jedenfalls niemanden überzeugt. Am besten sei es, den eigenen Betrieb als Beispiel darzustellen, statt über „die Landwirte“ zu reden.

In der AG ZukunftsBauer wollen sich Cedric und Jonas als Ansprechpartner auf Kreisebene anbieten, etwa wenn Landwirte in die Öffentlichkeitsarbeit einsteigen wollen. Sie könnten Kollegen vermitteln, die schon Erfahrung haben. Auch für Presse und Lokalpolitik stehen sie zur Verfügung.

Die beiden haben sich übrigens erst über die AG ZukunftsBauer näher kennengelernt – allein das schon ein Netzwerkeffekt!

Betrieb Hauschildt

130 Milchkühe mit weiblicher Nachzucht

170 ha Acker- und Futterbau

Familie, 1 Mitarbeiter, 1 Azubi

Betrieb Rieken

2.300 Schweinemastplätze

135 ha Ackerland

Bauernhofpädagogik, Schulbesuche

Familie und 1 Minijob

Friedrich Graf zu Rantzau ist Mitglied im Denkmalrat

Der Denkmalrat wird von der Obersten Denkmalschutzbehörde ernannt und seine Mitglieder werden auf Vorschlag unterschiedlicher Institutionen berufen. Für die Landwirtschaftskammer ist derzeit Friedrich Graf zu Rantzau, Gut Rastorf, Kreis Plön, im Denkmalrat vertreten.

Graf zu Rantzau hat aufgrund seines privaten Hintergrundes und weiterer Ehrenämter im landesgeschichtlichen Bereich einen großen Erfahrungsschatz im Bereich Denkmalschutz.

Der Denkmalrat ist unabhängig und berät die Denkmalschutzbehörden in Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege. Er tagt in der Regel zweimal jährlich. Die Landwirtschaft hat durch denkmalgeschützte Gebäude, Gründenkmale wie geschützte Parkanlagen oder archäologische Denkmale im Boden Berührungspunkte zum Denkmalschutz und wird daher bei relevanten Vorgängen wie Gesetzesänderungen am Verfahren beteiligt.

Zu einem Gedankenaustausch trafen sich aktuell Friedrich Graf zu Rantzau, Kerstin Ebke und Bernd Irps. Dabei ging es um aktuelle Fragen wie das Sonderprogramm Denkmalpflege und die Frage nach der wirtschaftlichen Nutzung von denkmalgeschützten Gebäuden.

Ein großer Dank geht an den vorherigen Vertreter der LKSH im Denkmalrat, Johann Karstens, Nordhastedt, Kreis Dithmarschen, der leider an der Zusammenkunft nicht teilnehmen konnte.

Einfach mal auf Tour mit Heike Götz

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Direkt an der Kurpromenade von Grömitz trafen sich in der Strandhalle rund 160 Frauen aus allen sieben Ortsvereinen des Kreises Ostholstein in Grömitz. Eingeladen hatte der Teamvorstand des KreisLandFrauenverbandes. Und mit Heike Götz von der NDR-„Landpartie“ hatten sie eine Referentin gefunden, die dafür sorgte, dass die Karten schnell ausverkauft waren.

Die Moderatorin, deren Markenzeichen das rote Fahrrad ist, stellte in Grömitz in einer Lesung für die LandFrauen ihre neue Leidenschaft, das Pilgern, vor. Die 90-minütige Lesung aus ihrem Buch „Einfach losgehen“ verging wie im Fluge. Das Publikum hing der Referentin an den Lippen. Götz berichtete spannend und unterhaltsam von ihrer Pilgerreise von Usedom bis nach Bremen auf dem Jakobsweg Via Baltica. Im Anschluss an die Lesung beantwortete sie sehr offen und zugewandt die vielen Fragen aus dem Publikum.

Heike Götz, hier mit Pamela Lepeschka aus dem Teamvorstand, nahm sich beim Signieren viel Zeit für die LandFrauen. Foto: Kerstin Schulz

Auf einmal Kassenwart – was nun?

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Es war eine kleine Runde, die sich im Detlef-Struve-Haus in Rendsburg zum Kassenseminar der Laju Service GmbH zusammenfand. Die Teilnehmenden waren allesamt frisch und zum Teil auch unverhofft gewählte Kassenwarte und Kassenwartinnen. Sie versprachen sich von dem Seminar einige Tipps und Infos zur ordentlichen Führung einer Landjugendkasse. Die bekamen sie.

Hanna Kühl, ehemalige Landesvorsitzende der Landjugend, und Karen Stender, Geschäftsführerin der Laju Service GmbH, leiteten das Seminar. Zunächst ging es grundsätzlich darum, was einen Verein ausmacht und welche rechtlichen Vorschriften es gibt. Es wurde von Hanna erläutert, wer im Zweifel haftet und was einen eingetragenen von einem nicht eingetragenen Verein unterscheidet. Dazu kam die Themen Gemeinnützigkeit und Steuern. Welche Konsequenzen hat eine Gemeinnützigkeit? Wo liegen die Vor- und Nachteile und welche Bereiche sind steuerbegünstigt beziehungsweise steuerfrei? All diese Fragen wurde besprochen. Zum Thema Gemeinnützigkeit bietet die Laju Service GmbH übrigens am 19. März einen Online-Vortrag an.

Im weiteren Verlauf ging es um Fragen der Kassenführung: Wie heftet man einen Kassenbon oder eine Rechnung richtig ab? Welche Angaben sind zwingend auf einer ordentlichen Rechnung erforderlich? Und wie sieht eigentlich eine richtig ausgefüllte Quittung aus? Zum Theorieteil gab es von Karen Erfahrungen aus der Praxis und Hinweise, worauf zu achten ist, wenn über die Laju Service GmbH eine Veranstaltung abgerechnet wird.

Nach so viel Input gab es eine Stärkung bei Kartoffelsalat und Würstchen. Dabei fand ein lockerer Austausch statt, bevor dann der Praxisteil startete, in dem das gerade Gelernte angewendet wurde.

Anhand von originalen Kassenbüchern wurde eine Kassenprüfung nachgestellt. In den Unterlagen waren diverse Fehler eingeschleust, die die Teilnehmenden finden sollten. Anschließend wurden die „Fundstellen“ besprochen. Die frischgebackenen Kassenwarte waren froh, dass sie nun gut im Thema sind, und können das Seminar, das es auch im nächsten Februar wieder geben wird, nur empfehlen. 

„Auf das, was da noch kommt”

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Plötzlich ist der Arbeitsalltag Vergangenheit. Was ändert sich nun mit dem Tag X? Wie kann man sich auf den Ruhestand vorbereiten und muss man es überhaupt? Um diese und viele weitere Fragen ging es beim offenen Seminar, zu dem der KreisLandFrauenverband Schleswig-Flensburg, Kreisteil Schleswig und die Akademie Sankelmark einluden.

Überschrieben was das Seminar mit dem Songtitel „Auf das, was da noch kommt” (Lotte, featuring Max Giesinger). Die Grundlage für Austausch und Diskussion bildeten fünf Input-Referate. Tagungsleiter Klaus-Uwe Nommensen stellte zunächst das Altersbild im Wandel vor. Oft seien Senioren heute länger vital. Das und die Gesundheit spielten eine große Rolle beim Ausscheiden aus der Arbeitswelt, mit dem eine neue Lebensphase beginne.

Svenja Langemack von der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein zählte Beispiele für Chancen und Herausforderungen des Ruhestandes auf. Im Zuge des demografischen Wandels sei nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch die Lebensqualität der Älteren gestiegen, betonte sie. Der veränderte Tagesrhythmus des Ruhestandes stelle aber trotzdem eine Herausforderung dar. Ein kleiner Filmausschnitt aus dem Streifen „Für immer Sonntag”, zeigte auf ehrliche Weise, dass es eben nicht jeden Tag Sonntag sei und sich nach dem Renteneintritt eine Leere einstellen könne. In den Gesprächen unter den Teilnehmerinnen gab es viele Tipps und Ideen, wie der eigene Ruhestand strukturiert werden könne.

Dabei könne das Ehrenamt eine Hilfe sein, machte Inge Vahland vom Landesnetzwerk Seniortrainer Schleswig-Holstein e. V. deutlich. Um die Grundvoraussetzungen zu erkunden, empfahl Vahland, sich folgende Fragen zu stellen: Was bringe ich mit, was möchte ich Neues erlernen und wie viel Zeit will ich für ein neues Ehrenamt aufwenden?

In der Diskussion kam auch das Thema Finanzen auf, denn Altersarmut ist weiblich. Fabienne Hems, Fachberaterin der S-Nova, erklärte, dass der Gender-Pension-Gap noch schlechter für Frauen ausfalle als der Gender-Pay-Gap. Im Alter noch nachzusteuern sei möglich, bedürfe aber „sehr persönlicher Zuschnitte“, so Hems. Wichtig sei, junge Frauen aufzufordern, früh über private Vorsorge nachzudenken.

Zum Ende der Tagung stand der gesundheitliche Aspekt im Mittelpunkt. Dr. Marie-Luise Strobach, Oberärztin im Zentrum für Alterstraumatologie in Flensburg, betonte, dass für das Gehirn ein aktives Leben wichtig sei. Sie empfahl zudem einen präventiven Lebensstil mit gesunder Ernährung, Bewegung durch Radfahren, Schwimmen oder Muskeltraining. Nach neuesten Erkenntnissen sei auch die Stressreduktion durch Achtsamkeit eine wichtige Vorsorgemaßnahme. Das Präventionsprogramm werde von Krankenkassen angeboten.

Nach den vielen unterschiedlichen Sichten auf den Ruhestand hatten die Teilnehmerinnen auf jeden Fall gute Ideen, wie der Ruhestand mit Leben gefüllt werden kann. Ganz nach dem Song von Lotte und Max Giesinger, in dem es heißt: „Es geht grad erst los, ich will so viel noch sehen.“



Stoffstrombilanz auch für Ackerbaubetriebe

Bereits in der Stoffstrombilanzverordnung (StoffBilV) von 2017 wurde festgehalten, dass sich ab dem 1. Januar 2023 die Bagatellgrenzen zur verpflichtenden Erstellung einer Stoffstrombilanz nach unten korrigieren und damit auch die meisten Ackerbaubetriebe bilanzpflichtig werden.

Ein übersichtlicher Entscheidungsbaum ist unter „Stoffstrombilanz/170 kg N-Obergrenze“ auf der Internetseite lksh.de zu finden. Der Bilanzzeitraum kann zwischen Kalenderjahr und Wirtschaftsjahr gewählt werden. Nach Ablauf des Bezugsjahres stehen sechs Monate für die Erstellung der Bilanz zur Verfügung. Die erste Frist bei Wahl des Kalenderjahres ist für die neu bilanzpflichtigen Betriebe dementsprechend der 30. Juni 2024. Wird das Wirtschaftsjahr als Bezugsjahr gewählt, ist die Bilanz bis 31. Dezember 2024 erstmalig für diese Betriebe zu erstellen. Die Dokumentation ist auf dem Betrieb sieben Jahre lang aufzubewahren. Eine digitale Meldung wird nicht gefordert. Derzeit wird zudem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Novellierung der StoffBilV erarbeitet. Solange diese nicht verabschiedet ist und Gültigkeit erlangt, sind die bisherigen Vorgaben zu beachten.

Schleswig-Holstein-Cup

Der Schleswig-Holstein-Cup ist gestartet. Bis Freitag, 28. Juni, können jetzt wieder Reiter, Fahrer und Säumer ihre Kilometer sammeln.

„Es gibt ein paar Neuerungen“, erzählt Jessica Möller aus dem Vorstand des Vereins Reit- und Fahrwege Schleswig-Holstein. So können die Teilnehmer jetzt ihre Kilometer täglich eintragen und nicht mehr nur einmal die Woche. Neu ist auch, dass der Landkreis mit den meisten Durchschnittskilometern gewinnt. „So haben auch die kleineren Landkreise oder die mit weniger Teilnehmern eine Chance“, erklärt Möller.

Einreichen müssen die Teilnehmer ihre Kilometer immer freitags. „Wie gewohnt veröffentlichen wir dann die Auswertung der vergangenen Woche am Sonntag um 20 Uhr auf allen unseren Kanälen“, informiert Möller, die mit einigen anderen den Cup veranstaltet.

Bisher haben sich 520 Teilnehmer angemeldet und in der ersten Woche schon 8.939,26 km gesammelt. Das sind etwas mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr. Einsteigen kann man aber jederzeit. In diesem Jahr machen noch zwei weitere Bundesländer mit: Hessen (1.940,50 km) und Thüringen (1.117,99 km). Möller und die anderen Organisatoren freuen sich, dass so viele Pferdemenschen Spaß an dem Cup haben.