Der Herbst ist die Zeit für die Apfelernte. Frühe Apfelsorten sind bereits geerntet, die späteren färben sich jetzt appetitanregend ein. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für die Ernte von Äpfeln?
Die klimatischen Unterschiede zwischen einzelnen Standorten und der alljährlich variable Witterungsverlauf nehmen Einfluss auf die Erntereife des Kernobstes. Daher lässt sich kein pauschaler Termin festlegen. Nicht einmal derselbe Apfelbaum wird jedes Jahr zum gleichen Termin abgeerntet. Ein heißer Sommer kann die Ernte nach vorne schieben, in kühlen Sommern braucht die Reife länger. Hitze und Trockenheit beeinflussen auch die Größe der Äpfel. Die alte Regel, dass Kernobst erntereif ist, wenn sich die Kerne dunkelbraun färben, erweist sich insbesondere bei den frühen Sorten als unzuverlässig. Früh reifende Äpfel sind lange vor der Dunkelfärbung ihrer Kerne erntereif. Ein besseres Merkmal stellt die Farbe der Apfelschale bei rotbackigen Sorten dar. Beim ‚Roten Boskoop‘ oder ‚Melrose‘ sollte die Hälfte des Apfels zur Ernte rot eingefärbt sein. Als bester und zuverlässiger Test gilt der sogenannte Knicktest. Dafür nimmt man eine Frucht in die Hand und knickt sie samt Stiel um fast 90° zur Seite. Wenn sie sich vom Baum löst, ist der richtige Erntezeitpunkt erreicht. Bleibt die Frucht fest am Zweig oder muss man richtig ziehen, lohnt es sich, noch ein wenig zu warten. Sind Sturm oder Frost vorhergesagt, sollte rechtzeitig geerntet werden. Wichtig: Immer mit Stiel ernten, das verlängert die Haltbarkeit im Lager.
‚James Grieve‘ und ‚Gravensteiner‘ reifen bereits ab Mitte bis Ende August, auch ‚Carola’ und ‚Prinz Albrecht von Preußen‘ reifen schon früh. Es ist ratsam, die Früchte innerhalb von sechs bis acht Wochen nach der Ernte zu verzehren, da das Fruchtfleisch während der Lagerung mehlig wird und an Frische sowie Saftigkeit verliert. Herrscht bei der Ernte eine etwas kühlere Wetterlage, reagieren Äpfel eher druckempfindlich. Sensible Apfelsorten wie ‚Ontario‘ sollten nur einschichtig in Obststeigen gelagert werden. Dies vermeidet Druckstellen und erleichtert das spätere Kontrollieren der Äpfel. Als Faustregel gilt: Je früher die Äpfel reif sind, desto schlechter lassen sie sich lagern. Nur Winteräpfel sind echte Lageräpfel. Bekannte Sorten wie ‚Roter Boskoop‘, ‚Kaiser Wilhelm‘, ‚Topas‘ und ‚Cox Orange‘ sind erntereif, wenn sich der Stiel gut vom Baum löst und der Apfel die sortentypische Deckfarbe angenommen hat.
Beim Einlagern lohnt sich ein genauer Blick auf die Früchte. Wurmstichige, beschädigte oder faule Exemplare sind auszusortieren. Fallobst und sehr kleine Äpfel eignen sich sehr gut für die Herstellung von Saft und Apfelbrei.
Für die Lagerung vorgesehene Äpfel werden weder gewaschen noch poliert. Die natürliche Wachsschicht ist ein guter Schutz. Als Lagerkisten eignen sich ganz prima Gemüsesteigen aus dem Supermarkt (zum Beispiel für Radieschen oder Lauchzwiebeln), die meist kostenlos abgegeben werden. Der optimale Aufbewahrungsort ist dunkel und kühl bei etwa 3 bis 10 °C. Alle ein bis zwei Wochen schaut man über die Steigen und sortiert faulende Exemplare aus. Das geht leicht und schnell von der Hand, wenn die Äpfel nur einschichtig in die Kisten gelegt werden. Diese lassen sich dann gestapelt platzsparend aufstellen.




