Als eigenwillige und pflegeleichte Zimmerpflanzen entfalten Kakteen während der Blütezeit einen ganz besonderen Zauber. Doch auch ohne Blüten begeistern sie mit verschiedensten Formen und Größen.
Kakteen gehören zur großen Familie der Sukkulenten. Die runden oder säulenförmigen Körper sind häufig mit einer wachsartigen Schicht überzogen oder behaart. In ihrer Heimat, den trockenen Gegenden Mexikos und Argentiniens, bietet dies einen wichtigen Schutz vor Verdunstung und Sonneneinstrahlung. Die mehr oder weniger vorhandenen Stacheln dienen zum Schutz vor Fressfeinden. Nicht nur die teils skurrilen Gestalten machen Kakteen für die Fensterbank interessant, sie bringen auch überraschend bunte Blüten hervor, wenn die Bedingungen stimmen. Als beste Standorte für Kakteen eignen sich alle hell gelegenen Fenster des Hauses. Hier sollten sie jedoch keine Zugluft abbekommen. Nordfenster sind meist wegen des fehlenden Sonnenlichtes nicht optimal.
Die Wachstumsperiode dauert allgemein von März bis Ende September. In diesem Zeitraum ist der Bedarf an Wasser, Dünger und Licht erhöht. Beim Gießen ist Fingerspitzengefühl angebracht. Das Substrat sollte vor der nächsten Wassergabe immer gründlich abtrocknen. Frischen Dünger mögen Kakteen gar nicht. Es empfiehlt sich ein spezieller Kakteendünger mit einem sehr niedrigen Stickstoffgehalt und ausreichend Mineralstoffen. Während der Wachstumsphase wird er alle zwei bis drei Wochen nach Dosierungsanleitung gegeben. Umtopfen erfolgt nach Bedarf im März oder April entweder in Kakteenerde oder ein Gemisch aus Blumenerde, Sand und Blähton. Anstelle von Blähton kann man auch Lava-Urgesteinsmehl verwenden. Beide Varianten stellen die notwendige Durchlässigkeit des Substrates sicher. Tipp: Beim Umpflanzen (Handschuhe tragen!) sehr vorsichtig mit den Wurzeln umgehen und den Kaktus auf gleicher Höhe wie im alten Topf einpflanzen. Kakteen verbringen den Sommer gerne an einem warmen Platz im Freien, am besten unter Dach. Dies schützt vor Vernässung. Trockenheit ist für die genügsamen Kakteen kein Problem, Nässe dagegen schon. Zu wenig Licht vertragen die Sonnenkinder ebenfalls nicht. Als Faustregel leitet sich daraus ab, Kakteen einen möglichst hellen Standort zu geben und große Gießabstände einzuhalten.
Von Oktober bis März dauert die Winterruhe. Sie ist für die Blütenbildung notwendig. Kakteen aus den Gattungen Melocactus, Gymnocalycium und Parodia erhalten während dieser Zeit nur wenige Tropfen Wasser alle drei bis vier Wochen und keinen Dünger. Der beste Platz für die Winterpause ist hell und kühl, keinesfalls direkt über einem Heizkörper. Die meisten anderen Gattungen nehmen mit Temperaturen zwischen 8 und 15 °C vorlieb. Im März beginnt dann erneut die Wachstumsphase. Dann gewöhnt man die Kakteen wieder an höhere Temperaturen und etwas mehr Feuchtigkeit. Dennoch zeigt sich nicht bei jedem Zögling in den folgenden Wochen eine Blüte. Manche Kakteen bilden nach zwei Jahren erstmalig Blüten, andere lassen sich zehn Jahre und länger Zeit.
Kakteen selbst auszusäen, ist gar nicht so schwierig. Am Samenständer finden sich geeignete Arten. Die Aussaat erfolgt in Kakteenerde nach den Anweisungen auf der Rückseite der Samentüte. Auch hier ist etwas Geduld bis zur ersten Blüte notwendig. Mit zwei bis vier Jahren sollte man etwa rechnen. Alternativ zur Aussaat vermehrt man Kakteen über Stecklinge. Dies funktioniert bei Arten, die Seitentriebe bilden, besonders leicht und sicher. Mit einem scharfen Messer trennt man einfach ein Segment ab. Nachdem die Schnittstelle ein paar Stunden lang abgetrocknet ist, steckt man das Kaktusstück etwa 2 cm tief in Anzuchterde. Diese sollte immer leicht feucht gehalten werden. Hilfreich kann es sein, die Stecklinge eine Zeit lang in ein Zimmergewächshaus zu stellen. Dies sorgt für die notwendige Luftfeuchtigkeit. Kakteen erweisen sich meist als sehr langlebige Hausgenossen. Mit Krankheiten und Schädlingen gibt es bei guter Pflege kaum Probleme. Dennoch kann es hin und wieder zu einem Befall mit Schild- und Wollläusen sowie Spinnmilben kommen.




