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Internationale Bildung im Programm Erasmus+

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Nachdem die letzten Gäste aus Schweden Bad Segeberg am 13. März 2020 verlassen hatten, dauerte es genau drei Jahre, bis der gegenseitige Austausch mit der Partnerschule in Schweden wieder vollständig aufgenommen werden konnte. Sechs junge Schweden verbrachten jetzt drei Wochen in Deutschland und
haben hoffentlich viel über die Arbeit im Wald und die deutsche Forstwirtschaft gelernt.

Am 13. März 2023 begannen fünf Schüler und eine Schülerin des Naturbruksgymnasiet Svenljunga gemeinsam mit zwei Lehrern ihren Deutschlandaufenthalt für drei Wochen an der Lehranstalt für Forstwirtschaft in Bad Segeberg. Schwerpunkt war die gemeinsame Arbeit mit den Auszubildenden zum Forstwirt des dritten Ausbildungsjahres. Im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung stand die Entwicklung von Waldrändern auf dem Lehrplan und wurde gemeinsam von deutschen und schwedischen Schülern umgesetzt.

Als besonderes Highlight gab es noch einzelne starke Fichten und Buchen zu fällen – in Dimensionen, die in ihrer schwedischen Heimat eher selten sind und dort zudem fast immer unter besonderem Schutz stehen. Dabei wurde deutlich, dass es in der Arbeitstechnik hier und da Unterschiede gibt, die Grundprinzipien aber vergleichbar sind.

Einblick in die deutsche Forstwirtschaft

Aber auch die deutschen Auszubildenden haben vom Besuch der Schweden profitiert. So arbeiteten die schwedischen Lehrer mit den hiesigen angehenden Forstwirten weiter an den Forstmaschinensimulatoren. Die deutschen Auszubildenden konnten dabei an den ersten Kontakt mit den Simulatoren aus dem November des vergangenen Jahres anknüpfen und die Zeit an den virtuellen Maschinen nutzen, um ihre ersten Erfahrungen in der Großmaschinenbedienung zu vertiefen. Für fünf der deutschen Auszubildenden geht es ab Ende April zusätzlich für sieben Wochen zum Austausch nach Svenljunga. Hier kommt zum Lernen an Simulatoren auch die Ausbildung auf echten Maschinen in den schwedischen Wäldern hinzu.

Vom Brocken aus konnte die ganze Kalamität der abgestorbenen oder bereits abgeholzten Waldflächen besichtigt werden.

Für die schwedischen Schüler war die gemeinsame Zeit mit den Auszubildenden der Lehranstalt immer wieder durch kleinere Exkursionen in die Umgebung Segebergs unterbrochen. Dazu zählte ein Besuch auf dem Wertholzplatz in Daldorf, wo die Schweden sehen konnten, welche Möglichkeiten in der Wertholzproduktion liegen. Denn hier unterscheidet sich die deutsche Waldbewirtschaftung deutlich von der schwedischen, die eher auf Massenproduktion als auf Wertholzproduktion setzt. Eine weitere Exkursion in ein schleswig-holsteinisches Laubholzsägewerk machte für die Gäste noch einmal das Verwendungspotenzial des hochwertigen Laubholzes deutlich, und in den Wäldern des Gutes Nehmten wurden Forstinventur und Waldbauplanung vorgestellt.

Besichtigung von Schadholzflächen

Das zweite Wochenende ihres Deutschlandaufenthaltes verbrachten die sechs Schweden gemeinsam mit einem deutschen Lehrer auf einer Skihütte im Harz, um sich von dort aus den Nationalpark Harz und die Bewältigung der extremen Schadholzflächen, mehrheitlich durch Borkenkäfer, anzusehen. Einen guten Anfang stellte dabei ein Aufstieg auf den Brocken dar, der entgegen dem typischen Märzwetter (27,6 Nebeltage!) sogar einen Blick in Ferne bot.

Hier wurde das Ausmaß der Kalamität überdeutlich. In alle Richtungen fiel der Blick auf abgestorbene oder bereits vollständig abgeerntete Fichtenbestände. Es zeigten sich ganze Berge vollständig entwaldet. Auch in Schweden gibt es Borkenkäfer, aber aufgrund der kürzeren Vegetationsperiode und der Witterung können sie sich dort bisher noch nicht so schnell vermehren. Für die Gäste aus dem mehrheitlich mit Fichten bestockten Schweden war das sehr eindrucksvoll.

Ein Ranger informierte die Gruppe beim Aufstieg über die Idee und den bisherigen Werdegang des Nationalparks und zeigte dabei auch die natürlichen Entwicklungen auf. Angesichts der vorher flächig mit Fichten bestockten Areale wird auch die kommende Waldgeneration von Fichten geprägt sein. Bei einem genaueren Blick werden jedoch auch verschiedene Laubhölzer und die unterschiedlichen Strukturen in den neu aufwachsenden Fichten deutlich. Seitens des Nationalparks sieht man daher positiv in die Zukunft.

Begrenzung der Borkenkäferverbreitung

Am Folgetag ging es in das staatliche Forstamt Riefensbek, wo die Bewältigung der Kalamität aus forstbetrieblicher Sicht im Fokus stand. Im Bereich des Forstamtes sind in den zurückliegenden fünf Jahren, beginnend mit dem Dürrejahr 2018, weite Teile der Fichtenbestände dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Anders als im Nationalpark versucht man hier, möglichst viel von dem Holz zu nutzen und eine weitere rasante Verbreitung des Borkenkäfers zu begrenzen. Dazu sind die abgestorbenen und befallenen Fichten zu ernten und aus den Beständen zumindest an den Waldweg zu bringen. Angesichts der vielfach nicht befahrbaren Hanglagen hatten die schwedischen Gäste daher die Möglichkeit, einen Seilkran sowie den Einsatz eines Yarders in den Hängen des Forstamtes zu besichtigen.

Yarder-Einsatz im Forstamt Riefensbek zum Schutz der Flächen vor Erosion

Der abgebildete Yarder (oben) arbeitet dabei häufig in Bereichen, die theoretisch noch mit Harvester oder Forwarder befahren werden könnten. Hintergrund ist die besondere Bedeutung des Harzes für die Wasserversorgung bis nach Bremen und Hamburg. Durch die Befahrung mit großen Forstmaschinen kommt es häufiger zum Eintrag von Bodenmaterial in das oberflächlich ablaufende Wasser und damit zum Eintrag in die größeren Stauseen. Der Einsatz von Yarder und Seilkran ist eine kostenintensive Möglichkeit, die Holzernte besser für die Wasserspende zu gestalten. Unterstützt wird der Betrieb dabei durch die Harzwasserwerke.

Thema Wiederbewaldung

Neben der Holzernte wurde auch die Wiederbewaldung der Flächen besprochen. Auch im Forstbetrieb geht man von einer nächsten Waldgeneration mit natürlich verjüngten Fichten aus. Aber um das Risiko von neuerlichen Kalamitäten beziehungsweise deren Ausprägung zu reduzieren, setzt man im Forstamt auf die gezielte Einbringung von Baumarten, bei denen man nach heutigem Wissen davon ausgeht, dass sie mit einem fortschreitenden Klimawandel besser zurechtkommen. Ziel ist es, schneller als mit der natürlichen Waldentwicklung stabile Mischbestände für zukünftige Generationen zu schaffen.

In ihrer letzten Woche nahmen die Gäste noch am praktischen Teil des Berufswettbewerbs der Landjugend in der Sparte Forstwirtschaft teil.

Fazit

Mit dem Monat März endete auch für die sechs jungen Schweden ein abwechslungsreicher Aufenthalt in Deutschland. Alle Beteiligten freuen sich auf die Fortsetzung in Schweden. Der regelmäßige Austausch im Bereich der forstlichen Ausbildung ist ein Kernprojekt der Internationalisierungsstrategie im Bildungsbereich der Grünen Berufe. Die Landwirtschaftskammer hat als akkreditierte Organisation im EU-Förderprogramm Erasmus+ die Möglichkeit, auch andere Berufszweige im Aufbau ähnlicher Projekte zu unterstützen. Der Gewinn an Eindrücken, Wissen und Erfahrungen aus Auslandsprojekten ist den Einsatz dafür wert.

Milchgeldpreise vorerst unter Druck

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Die Kurse für Milchprodukte in den Geschäften stehen aktuell wieder unter Druck. Noch im vorigen Jahr waren es vor allem die Preisaufschläge für Butter, Käse und Milch, die für eine hohe Inflation der Lebensmittelpreise sorgten. Die überhitzte Marktsituation beruhigt sich mittlerweile. Dies hat jedoch die Folge, dass auch die Milchgeldauszahlungspreise mittlerweile wieder unter dem jüngsten Rekordniveau liegen. Die Erzeugerpreise für den Auszahlungsmonat März werden sich im Mittel weiter Richtung 40 ct/kg bewegen. Einige Meiereien liegen mit dem Grundpreis bereits unter dieser Marke. Obwohl man davon ausgeht, dass die Kurse auch in den kommenden Monaten weiter zurückgehen, gibt es auch Hoffnung auf eine mögliche stabilere Entwicklung. Der vom ife-Institut für den Monat März aus den Verkaufspreisen von Butter und Magermilchpulver ermittelte Rohstoffwert Milch gibt nur noch leicht nach – auf 38,6 ct/ kg. Der Börsenmilchwert für den April liegt noch etwas niedriger, bei 37,9 ct, und für Mai werden 38,4 ct errechnet. Bis zum Herbst steigen die Börsenmilchwerte wieder über 40 ct.

Spotmilchpreise reduziert

Noch deutlicher als die Erzeugerpreise sind die Preise für die zwischen den Meiereien gehandelte Spotmilch gefallen. So liegen die Spotmilchpreise in Norddeutschland gerade mal bei 28,50 ct/ kg, auch als Folge der gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,7 % erhöhten Milchanlieferungsmenge. Zeichen für eine gewisse Marktstabilisierung kommen unter anderem auch von den Großhandelspreisen für Butter. An der Terminbörse in Leipzig (EEX) wurden im ­vorigen Herbst zeitweise über 7.000 €/t notiert. Bis Ende Januar sind die Butternotierungen auf zirka 4.400 €/t gefallen, konnten sich jedoch seitdem auf zirka 4.700 €/t erholen. Ähnliches gilt für die EEX-Magermilchpulverkurse, die sich seit Ende Januar auf einer neuen Preisbasis stabilisiert haben – auch wenn es seit Anfang April zu weiteren Preisabschlägen gekommen ist. Besonders problematisch ist der Preisdruck bei Käse. Hier liegen die Edamer-Preise im Großhandel aktuell nur bei knapp 430 €/100 kg und damit 20 € niedriger als im Februar und rund 100 € niedriger als zum Beginn des Jahres. Das heißt: Von der Käseverwertung geht offensichtlich weiter Preisdruck aus. Auch auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade ist der Durchschnittspreis über alle Produkte Anfang April um 4,7 % gefallen.

Demnächst wieder rückläufige Milchproduktion?

Angesichts der rückläufigen Entwicklung der Milchviehbestände ging man noch vor einem Jahr von einer ebenfalls reduzierten Milchproduktion aus. Zum Jahresende sorgten jedoch die günstige Witterung und die hohen Auszahlungspreise für hohe Produktionsmengen. Der Strukturwandel in der Milchviehhaltung hat sich kurzfristig verlangsamt, Betriebsaufgaben wurden hinausgezögert, um die hohen Milchpreise noch mitnehmen zu können. Nach Aussage der ZMB-Geschäftsführerin Monika Wohlfahrt ist mehr als die Hälfte der Milcherzeuger in Europa über 55 Jahre alt. Nicht alle dieser Betriebe haben einen Nachfolger. Neugründungen von Milcherzeugerbetrieben wird es kaum geben und die bestehenden Betriebe werden die Kuhzahlen nicht in der Größenordnung erhöhen, um die rückläufigen Bestände aufzufüllen. Auf der anderen Seite sinkt jedoch auch die Milchnachfrage. Trotz steigender Bevölkerungszahl in der EU sinke der Pro-Kopf-Verbrauch von Milch. Der Konsummilchabsatz in Deutschland sei auf das Niveau von 2019 zurückgekehrt. Derzeit bewirken die neuen Verkaufsabschlüsse der Meiereien mit dem LEH noch keine Stabilisierung der Auszahlungspreise. Die ZMB-Geschäftsführerin sieht für das laufende Jahr einen mittleren Erzeugerpreis in Höhe von zirka 40 ct/ kg für konventionell erzeugte Milch. Die Vergütung für Biomilch steht aktuell auch unter Druck. In Schleswig-Holstein erhielten ökologisch wirtschaftende Betriebe im Februar im Durchschnitt 64,3 ct/kg für Biomilch. Dies ist ein Rückgang von 1 ct gegenüber dem Vormonat, so eine Auswertung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).

Gründungsziel erreicht, Restbedarf bleibt

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Diesen Sonnabend ist es so weit. Der 15. April wird der Tag der Energiewende mit Ansage. Dann sollen die letzten drei verbliebenen Atommeiler Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland noch am Netz bleiben, danach wird die Nutzung der Kernenergie zur Stromgewinnung in Deutschland nach 60 Jahren Geschichte sein. Bis zum Ausstieg aus der Kernenergie war es ein weiter Weg mit einigen Kehrtwendungen.

So fing es an: Unter Dr. Helmut Kohl (CDU) als Bundeskanzler fanden in den 1990er Jahren die ersten Energiekonsensgespräche zwischen Vertretern von Bund und Ländern, Wirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbänden statt. Themen waren die künftige Kernkraftnutzung und Abfallentsorgung. Nach ergebnislosem Ende nahm nach der Ära Kohl die Koalition aus SPD und Grünen unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) 1998 die Energiekonsensgespräche in gleicher Konstellation wieder auf. Im Jahr 2000 wurde der Atomkonsens beschlossen, der heute erster Ausstieg genannt wird. Im April 2002 trat unter Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die erste Novellierung des Atomgesetzes in Kraft. Aus dem Atomfördergesetz wurde ein Atomausstiegsgesetz. Die Laufzeiten der Atomkraftwerke (AKW) wurden auf eine Gesamtlaufzeit von etwa 32 Jahren begrenzt, Neubauten waren nicht mehr erlaubt.

Eine weitere Novelle des Atomgesetzes folgte im Oktober 2010 im Kabinett Merkel II, diesmal unter Bundestagsmehrheit von CDU/CSU und FDP. Vereinbart wurde eine Laufzeitverlängerung für Anlagen, die vor 1980 in Betrieb gegangenen sind, um weitere acht Jahre. Dahinter stand eine Übereinkunft mit den vier AKW-Betreibern E.on, RWE, Vattenfall und EnBW, mit deren Vorständen die Regierung in der Nacht vom 5. zum 6. September 2010 per Konferenzschaltung verhandelte. Schönheitsfehler war, dass die Kanzlerin diesen Hintergrund verschwieg, als sie am 6. September vor die Presse trat. Die Laufzeitverlängerung wurde als Bestandteil eines „Energiekonzepts“ der Bundesregierung präsentiert.

Die Kehrtwende erfolgte am 6. Juni 2011. Das Kabinett Merkel II beschloss als Reaktion auf die Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima das Aus für acht Kernkraftwerke und einen stufenweisen Atomausstieg bis 2022. Damit wurden die im Herbst 2010 beschlossenen Laufzeitverlängerungen zurückgenommen. Der zweite deutsche Atomausstieg wurde mittels erneuter Novellierung des Atomgesetzes fixiert. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der Energiekrise hatte die Ampel-Koalition für eine Laufzeitverlängerung plädiert. Der Bundestag hat am 11. November 2022 die Laufzeiten für die letzten drei aktiven Atomkraftwerke um dreieinhalb Monate bis zum 15. April 2023 verlängert.

Damit haben die Grünen am Sonnabend ihr Gründungsziel erreicht. Bezahlt wird in CO2 und mit dem Reservebetrieb der Kohlekraftwerke und der Suche nach Endlagern. Im Norden staut sich die Windenergie, für deren Transport Übertragungsnetze fehlen, und im Süden wurden keine ausreichenden Kapazitäten aufgebaut. Die Union beklagt diesen Zustand vehement und war doch über vier (!) Legislaturperioden selbst dafür verantwortlich. In Europa werden neue Meiler zu den zahlreichen bestehenden hinzugebaut. Im Zuge der Taxonomie wurde die Atomkraft bei privaten Finanzinvestitionen als „nachhaltig“ eingestuft. Die EU will bei staatlichen Förderungen Atomkraft den Erneuerbaren Energien gleichstellen.

Das darf nicht davon abhalten, die Zukunft in Erneuerbarer Energie zu sehen. Die Landwirtschaft war von Anfang an dabei und hat mit ihrem Pionier-Gen ihren Anteil an der Entwicklung reklamiert. Sehr früh wurden dezentrale Energielösungen vorgestellt, die bis heute erfolgreich sind. Windkraft und Photovoltaik (PV) halten eine Schlüsselstellung, Grüner Wasserstoff ist in der Entwicklungsphase. Viel von dem, was an Bedarf dazwischen liegt, wird auch in Zukunft von der Landwirtschaft gedeckt werden.  mbw

Greenpeace will‘s wissen

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Das Gesetz schreibt seit dem 1. Januar 2023 vor, dass Letztvertreiber und Befüller von Lebensmitteln und Getränken – also auch Hofcafés oder Direktvermarktungsläden – diese im To-go-Segment auch sichtbar in einer Mehrwegverpackung anzubieten haben, die nicht teurer als die Einwegverpackung sein darf. Greenpeace hat jetzt ein Meldeportal eingerichtet, wo Bürgerinnen und Bürger vermeintliche Verstöße dagegen einstellen können.

Das zunehmende Angebot von Essen und Getränken zum Mitnehmen führt zu einem steigenden Anfall von Einwegverpackungen. Die Zielrichtung der in jüngster Zeit mehrfach verschärften Regelungen des Verpackungsgesetzes sind dementsprechend die To-go- und Fast-Food-Verpackungen.

Eine Bepfandung der Mehrwegverpackung ist erlaubt (und wird empfohlen). Die Mehrwegverpackung ist vom Letztvertreiber zurückzunehmen, andere als von ihm in Verkehr gebrachte Verpackungen müssen aber nicht angenommen werden.

In Ausnahmefällen greift eine Erleichterung für kleine Verkaufsstellen wie Imbisse oder Kioske, aber gegebenenfalls auch für bestimmte Hofläden mit höchstens fünf Beschäftigten und einer Ladenfläche von nicht mehr als 80 m2 (bei Lieferung von Waren zählen hierzu alle Lager- und Versandflächen) beziehungsweise für Verkaufsautomaten. Werden beide Voraussetzungen bezüglich Mitarbeiterzahl und Verkaufsfläche eingehalten, muss in solchen kleinen Verkaufsstellen nicht zwingend eine Mehrwegalternative angeboten werden, wenn dem Kunden ermöglicht wird, Mehrwegbehältnisse zur Befüllung selbst mitzubringen. In der Verkaufsstelle ist dann durch deutlich sicht- und lesbare Informationstafeln oder -schilder auf die Möglichkeit, die Waren in eigenen Mehrwegverpackungen zu erhalten, hinzuweisen (zum Beispiel: „Kundenbehälter akzeptiert“).

Die Umweltschutz-NGO Greenpeace will nun jedoch bei der Umsetzung der Verpackungsvorgaben und deren behördlicher Kontrolle Defizite ausgemacht haben und sieht sich daher genötigt, mit der Bereitstellung eines neuen Meldeportals den Druck auf die Verwaltung zu erhöhen. Am 29. März ist eine Plattform gestartet, über die jeder Bürger (vermeintliche) Verstöße unmittelbar an die zuständige Landesbehörde melden kann. In Schleswig-Holstein ist dies die Untere Abfallentsorgungsbehörde bei der Kreisverwaltung.

In dem Portal können Bürger die Adressdaten des Geschäfts eingeben, das nach Ansicht des Meldenden die Vorgaben zu den Mehrwegalternativen nicht eingehalten hat, und damit die zuständige Behörde auf Verstöße hinweisen. Diese wird aufgrund der Postleitzahl automatisch ermittelt und erhält eine „Vollzugsaufforderung“ per E-Mail – ebenso geht in cc eine Nachricht an eine E-Mail-Adresse von Greenpeace. Ziel ist es laut Greenpeace, dass die Überwachungsbehörde den behaupteten Verstoß prüft und unterbindet und, falls dieser nachweisbar fortbesteht, mit Bußgeld ahndet.

Kritisch äußerte sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) gegenüber der Zeitung „Die Welt“, man brauche keine private Mehrweg-Polizei. Anprangern und Denunziantentum seien fehl am Platz. Der Vollzug der neuen Mehrwegvorgaben liege im Verantwortungsbereich der zuständigen Behörden. Kooperation statt Konfrontation müsse das Motto lauten.    Dr. Lennart Schmitt, BVSH

Konzerne investieren in die Landwirtschaft der Ukraine

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Warschau und Kiew haben sich auf eine Aussetzung von Getreide­ausfuhren nach Polen geeinigt, weil es zu Preiseinbrüchen und Marktstörungen in Polen kam.

Bis zur nächsten Ernte werde die Ukraine den Export von Weizen, Mais, Raps und Sonnenblumenkernen nach Polen aussetzen, teilte der neue polnische Landwirtschaftsminister Robert Telus mit.  Ein Transit von Getreide und Ölsaaten durch Polen sei zwar weiterhin möglich, werde aber „sehr genau kontrolliert“, so Telus. Sein ukrainischer Kollege Mykola Solsky erklärte, die genauen Modalitäten würde in der kommenden Woche festgelegt. Infolge der blockierten Seewege gelangt viel Getreide aus der Ukraine über den Landweg in die europäischen Nachbarländer, darunter Polen. Weil häufig kein Weiterexport stattfindet, sorgen volle Silos für sinkende Preise. Das treibt Polens Bauern auf die Barrikaden. Sie organisierten landesweite Proteste und drohten mit Blockade der Grenzübergänge. Telus‘ Vorgänger war deshalb vor Ostern zurückgetreten. 

Polen sowie die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien hatten Ende März die EU-Kommission aufgefordert, wegen der zunehmenden ukrainischen Einfuhren ihren Landwirten zusätzliche Hilfen zu gewähren.

Verschiedene Länder und einige der weltweit größten Agrarkonzerne spenden oder leihen ukrainischen Landwirten Hunderte von Millionen Dollar. Dies sei ein erster Vorstoß von Kiews Verbündeten zum Wiederaufbau des Landes, auch wenn die Anzeichen für ein baldiges Ende des Krieges fehlten, so das Wall Street Journal.

Saatgutkonzerne wie Bayer und Corteva planen in den nächsten Jahren in der Ukraine Investitionen, um den Wiederaufbau der Landwirtschaft zu unterstützen. Bayer will 60 Mio. € in den Ausbau einer Saatgutaufbereitungsanlage im ukrainischen Pochuiky investieren. Corteva beabsichtigt, die Maissaatgutproduktion in den nächsten fünf Jahren um 30 % zu steigern. Die Saatgutunternehmen haben die Ukraine auch für die diesjährige Ernte unterstützt. Bayer hat nach eigenen Angaben Geräte zur Verfügung gestellt, um Felder von Minen zu befreien, sowie Mais- und Gemüsesaatgut im Wert von 2 Mio. US-$ gespendet. Getreidehändler wie Cargill, Archer Daniels Midland (ADM) und Bunge beabsichtigen, weiterhin Getreide aus dem Land zu verschiffen. Durch den Aufkauf und den Export von Getreide erhielten die Landwirte Geld für ihre nächste Ernte, so ein Sprecher von ADM.   bb

BVSH formuliert Forderungen zur Agrarpolitik

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Der Landeshauptausschuss des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH) kam am Donnerstag vor Ostern im Rendsburger Detlef-Struve-Haus zu seiner Frühjahrssitzung zusammen. Neben der Erörterung des Agrar- und Umweltprogramms des BVSH standen grundsätzliche Themen der Agrar- und Verbandspolitik auf der Tagesordnung sowie eine Abschlussbetrachtung der Agrarministerkonferenz (AMK) in
Büsum.

Der Ablauf der Frühjahrs-AMK am 23. und 24. März in Büsum wurde von den Mitgliedern des Landeshaupthausschusses lebhaft diskutiert. Mit einem Dank für die zahlreiche Unterstützung bei der AMK durch die Landwirtinnen und Landwirte aus den Kreisen eröffnete Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, die Sitzung. Die starke Präsenz der Vertreterinnen und Vertreter des Berufsstandes sei auch in Berlin wahrgenommen worden, und dies nicht nur beim Deutschen Bauernverband (DBV). Das Bild einer gut besuchten Kundgebung sei angekommen und auch von der Politik und aus den Ministerien gespiegelt worden, so Lucht.

Aus den Reihen des Landeshauptausschusses kam zuvor die Frage auf, ob mit den bei der Demo anwesenden Landwirtinnen und Landwirten ausreichende Aufmerksamkeit erreicht werden konnte. Auch wurde die Situation angesprochen, dass mit BVSH und Land schafft Verbindung (LsV) zwei landwirtschaftliche Organisationen vor Ort waren, wobei LsV erneut auf eine hohe Schlepperpräsenz und -demonstration setzte.

BVSH-Vizepräsident Ludwig Hirschberg                                                                Foto: mbw
Heinrich Mougin (li) und Thomas Hansen (re), Vorstand BVSH                                                  Foto: mbw
Thilo von Donner                                                                  Foto: mbw
Stephan Gersteuer, Generalsekretär BVSH                                                    Foto: mbw
Abstimmung beim Landeshauptausschuss                                                  Foto: mbw
BVSH-Präsident Klaus-Peter Lucht                                                                                          Foto: mbw


Hohe Erwartungen an die AMK in Büsum

Thilo von Donner betonte, dass es aus seiner Sicht dem BVSH positiv gelungen sei, ein komplett rundes Bild abzugeben und dass gegenüber der Politik die Botschaften übermittelt werden konnten. Damit seien die Ziele erreicht worden. Generalsekretär Stephan Gersteuer erläuterte die gemeinsame Planung des AMK-Auftritts, der von Haupt- und Ehrenamt organisiert wurde. Er bedankte sich für die gute Beteiligung.

Die Politiker nähmen jeden Ball auf und drehten die Aussagen zurecht, merkte Vizepräsident Ludwig Hirschberg an und erinnerte daran, dass Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) im TV-Interview minutenlang das Symbol des nach unten gedrehten Stiefels vor der umgekehrten Landesflagge monierte und sich zu keinerlei Sachaussage gegenüber der Landwirtschaft hinreißen ließ, schließlich sei auch dieses Bild in den Nachrichten erschienen. Damit sei am Ende keinem geholfen.

Vorstandsmitglied Heinrich Mougin erinnerte an die Kommunikationsbereitschaft unter den Landwirten und innerhalb des Verbandes, die auch gegenüber den verschiedensten Gesellschaftsgruppen gezeigt werde. Das sei auch in Büsum so gewesen. Hier hätten sich die Publikumsmedien neben Özdemir allerdings stark auf die Krabbenfischerei konzentriert. Er appellierte, weiter präsent zu sein und Überzeugungsarbeit zu leisten.

Beim Verbändegespräch im Rahmen der AMK hatte Klaus-Peter Lucht die Gelegenheit, mit Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir zu sprechen. In einem nur kleinen Zeitfenster, das für den Austausch eingeräumt wurde, habe er die brennenden agrarpolitischen Themen straff darstellen können, so Lucht. Einigkeit zwischen den Verbänden bestand vor allem in den Aspekten und Forderungen einer Weideprämie für Milchkühe und dass Biodiversifizierungsmaßnahmen in der Fläche diskutiert werden müssten. Ebenso herrschte Einigkeit über die enttäuschende Schlussbilanz, die Lucht knapp zusammenfasste: „Das Ergebnis der AMK kann kein Ergebnis für uns sein, und gerade nicht im Tierbereich.“ Man könne nicht nachlassen, den Forderungskatalog gegenüber der Politik zu platzieren.

Einschränkungen durch Nationalpark Ostsee

Ablehnend äußerte sich Lucht vor dem Landeshauptausschuss gegenüber den Plänen des Umweltministeriums (MEKUN) für einen Nationalpark Ostsee. Am 21. März 2023 fand in Kiel die erste öffentliche Veranstaltung des MEKUN zum Konsultationsprozess Nationalpark Ostsee statt. Das Ministerium hatte Gäste aus den verschiedensten Bereichen eingeladen, unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von Umweltverbänden, Fischerei, Tourismus, Wassersport, Kreisen und Kommunen, Bundesbehörden, Wissenschaft sowie politischen Parteien. Dabei stellten Vertreter des MEKUN eine Potenzialkulisse vor, die einen Suchraum beschreibt, in dem ein zukünftiger Nationalpark Ostsee liegen könnte. Die Vertreter des BVSH hätten diese erste Veranstaltung gleich genutzt, sich zu Wort zu melden, so Lucht, der davor warnte, dass ein Nationalpark Ostsee in den Einzugsgebieten zu weiteren Einschränkungen für die Landwirtschaft führe werde. Die kritische Haltung werde auch von den übrigen Wirtschaftsverbänden vorgetragen.

Bei einer Einladung zum Gespräch von Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) an Lucht stand die Anwendung des Vorkaufsrechts des Landes zugunsten des Naturschutzes auf der Agenda. Lucht betonte erneut, solange die Stiftung Naturschutz keine Bereitschaft zum Flächentausch zeige, was als Kompromisslösung für die betroffenen Betriebe angesehen werde, müsse zu diesem Thema stärker argumentiert werden. Darüber hinaus appellierte er weiter für die Einsetzung von Niederungsbeiräten in den betroffenen Regionen.

Agrar- und Umweltprogramm des BVSH

Im Rahmen der Sitzung wurde der Entwurf eines Agrar- und Umweltprogramms für das Land Schleswig-Holstein diskutiert. Das Agrar- und Umweltprogramm des Bauernverbandes richtet sich an das Land Schleswig-Holstein, das heißt an den Landtag und die Landesregierung, und mit den meisten Vorschlägen an das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) und das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN). Ebenso werden europapolitische und bundespolitische Entscheidungen und Regelungen angesprochen, weil sie auch im Landtag, in den Ministerkonferenzen der Länder und im Bundesrat behandelt und dort zum Teil entschieden werden. Zudem wurde auf das dem Land zustehende Gesetzesinitiativrecht auf Bundesebene hingewiesen.

Der Entwurf des Agrar-und Umweltprogramms des BVSH wurde zuvor in der Klausurtagung des Landesvorstandes mit den Kreisvorsitzenden beraten und jetzt mit Änderungen und Ergänzungen in der Sitzung am 6. April vom Landeshauptausschuss beschlossen.   mbw

Ernte 2023: Soja- und Sonnenblumenanbau wächst

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Der EU-Dachverband der Getreidehändler (Coceral) erwartet eine höhere Maisernte als im Vorjahr, korrigiert aber seine Erwartung gegenüber der Dezemberprognose. Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Italien werden im Vorjahresvergleich wohl deutlich mehr Mais ernten. Die Weichweizenproduktion der EU dürfte gegenüber 2022 um 2 % zulegen, die Gerstenerzeugung könnte 52,5 Mio. t erreichen. Das Rapsaufkommen wird etwas über dem Vorjahresniveau erwartet sowie deutlich mehr Sonnenblumensaat und Sojabohnen.

Coceral hat seine Prognose zur diesjährigen Getreideernte in der EU jetzt auf 280,06 Mio. t herabgesetzt. Im Dezember hatte der Verband noch 2,45 Mio. t mehr erwartet. Das hohe Erntepotenzial bleibt trotzdem mit der neuen Schätzung. Die Vorjahresmenge würde damit um 13,63 Mio. t übertroffen.

Mehr EU-Mais erwartet

Als Hauptgrund für die im Vorjahresvergleich größere Getreideernte wird die voraussichtliche Ausweitung der Maiserzeugung um 9,79 Mio. t auf 62,10 Mio. t angeführt. Die Dezemberprognose lag für diese Getreideart sogar noch bei 64,54 Mio. t. Für Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Italien werden deutlich größere Ernten erwartet, nachdem die Ernte 2022 durch schwere Dürre und Hitze beeinträchtigt wurde. Dagegen dürfte das französische Maisaufkommen mit voraussichtlich 10,54 Mio. t in etwa auf dem Vorjahresniveau verharren, weil die Landwirte den Anbau wegen der hohen Inputkosten wahrscheinlich zugunsten von Sonnenblumen einschränken werden.

Weizenfläche korrigiert

Die ­EU-Weichweizenproduktion 2023 taxieren die Brüsseler Fachleute nun auf voraussichtlich 129,47 Mio. t, gegenüber 128,90 Mio. t in der vorherigen Prognose. Damit würde die Vorjahresmenge um 2,67 Mio. t übertroffen. Ähnlich wie bei Mais werden größere Ernten insbesondere für Spanien, Italien, Ungarn und die Balkanländer erwartet.

Die hiesige Weichweizenfläche zur Ernte 2023 taxiert der Dachverband auf 2,89 Mio. ha, nachdem er bei seiner ersten Prognose noch von 3,05 Mio. ha ausgegangen war. Das deutsche Weichweizenaufkommen sieht Coceral nun bei 22 Mio. t; die Dezemberprognose hatte um 880.000 t höher gelegen. Dagegen setzte der Handel seine Prognose für die französische Weichweizenproduktion um 210.000 t auf 34,34 Mio. t herauf. Seine Voraussage für das diesjährige Gerstenaufkommen in der gesamten EU passte der Dachverband um 770.000 t auf 52,47 Mio. t nach unten an. Im vergangenen Jahr hatten die Landwirte in der Gemeinschaft insgesamt 51,44 Mio. t Gerste gedroschen.

Rapsfläche etwas größer

Mit Blick auf die diesjährige EU-Erzeugung von Ölsaaten rechnet Coceral nun mit 33,84 Mio. t. Im Dezember hatten die Fachleute lediglich 32,38 Mio. t erwartet. Die Ernte 2022 beziffern sie auf 31,27 Mio. t. Im Einzelnen werden 2023 wahrscheinlich 19,86 Mio. t auf Rapssaat entfallen, nachdem im Dezember mit nur 18,98 Mio. t gerechnet worden war. Die Vorjahresmenge würde damit um 110.000 t übertroffen. Die Anbauflächen seien im Vergleich zum Vorjahr etwas ausgeweitet worden, während die Erträge gegenüber dem guten Vorjahresniveau voraussichtlich leicht zurückgehen dürften, hieß es. Vor allem die Landwirte in Deutschland dürften flächenbedingt mehr Raps von den Feldern holen. Die betreffende Menge wird auf 4,39 Mio. t beziffert; das wären 100.000 t mehr als im Vorjahr. Damit wäre die Bundesrepublik weiterhin die Nummer zwei der EU-Rapserzeuger. Dagegen wird für Frankreich  –  den größten Produzent der Gemeinschaft – mit einem ertragsbedingten Minus von 100.000 t auf 4,42 Mio. t Rapssaat gerechnet. Noch deutlicher dürfte die polnische Ernte schrumpfen, und zwar um voraussichtlich 250.000 t auf 3,47 Mio. t Raps.

Mehr Sonnenblumen

Außerdem passte der Handel seine Voraussage für die EU-Produktion von Sonnenblumensaat um 620.000 t auf 11,23 Mio. t nach oben an. Im vergangenen Jahr hatten die Landwirte in der Union ertragsbedingt lediglich 9,35 Mio. t Sonnenblumensaat eingebracht. Der größte Zuwachs wird nun für Ungarn erwartet, nämlich um 990.000 t auf 2,24 Mio. t Sonnenblumensaat. Damit würde das Land im EU-Vergleich vom vierten auf den zweiten Platz vorrücken. Außerdem wird für Rumänien, den weiterhin größten Erzeuger der Union, ein Zuwachs um 340.000 t auf 2,79 Mio. t prognostiziert. Derweil würde Bulgarien trotz einer voraussichtlichen Steigerung des Aufkommens um 180.000 t auf 2,07 Mio. t Sonnenblumensaat vom zweiten auf den dritten Rang abrutschen. Indes sehen die Händler Frankreich mit einer Ernte von 1,94 Mio. t Sonnenblumensaat nur noch auf dem vierten Platz, obwohl das Land seine Ernte damit gegenüber 2022 um 160.000 t steigern würde.

Außerdem passte Coceral seine Prognose für die EU-Sojabohnenernte 2023 um 50.000 t auf 2,75 Mio. t nach unten an; das wären aber 580.000 t mehr als im Vorjahr. Die Fachleute rechnen mit einem Durchschnittsertrag von 27,8 dt/ha, nach nur 22,5 dt/ha im vergangenen Jahr. Größter EU-Erzeuger dürfte Italien mit voraussichtlich 1,20 Mio. t Bohnen bleiben; damit würde das Aufkommen von 2022 um 400.000 t übertroffen. age

Mehr Sicherheit bei Baumarbeiten

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Werden Seile in Bäume eingeschossen, kann ein Auslöser an der Schleuder nicht nur für eine bessere Trefferquote sorgen. Ein solcher „Trigger“ reduziert zudem das Unfallrisiko und die körperliche Anstrengung.

Bei bestimmten Forst- und Baumarbeiten muss ein Seil in den Baum eingebracht werden. Hierfür hat sich die sogenannte Wurfbeutelschleuder etabliert. Mit ihr wird eine Wurfleine, die an einem Wurfbeutel befestigt ist, in den Baum geschossen. Über die Wurfleine wird dann ein Aufstiegs- oder Baumzugseil eingezogen.

Das Zielen mithilfe eines Auslösers ist ergonomischer, stressfreier und sicherer. Fotos: SVLFG

Durch einen Auslöser (Trigger) an der Schleuder entfallen Kraftaufwand sowie Fingerbelastung und die Treffgenauigkeit wird verbessert. Im Ergebnis wird das Unfallrisiko durch diese technisch kontrollierte Auslösung vermindert.

Einen solchen Trigger bietet der Hersteller Notch als Produktergänzung seit 2018 als Einziger an. Bedenken, ob diese Vorrichtung waffenrechtliche Folgen für das Arbeitsgerät beziehungsweise dessen Verwendung haben kann, sind unbegründet. Es ist unstrittig, dass bei Gegenständen, die ihrem Wesen nach ausdrücklich als Arbeitswerkzeuge bestimmt sind und in der Regel auch dafür genutzt werden, kein waffenrechtlicher Bezug gegeben ist. Voraussetzung hierfür ist unter anderem die vom Hersteller festgelegte bestimmungsgemäße Verwendung des Produkts.

Ausführliche Informationen hierzu und weitere Sicherheitstipps stellt die SVLFG auf ihrer Internetseite www.svlfg.de/fa-wurfbeutelschleuder zur Verfügung.

Schleswig-Holsteiner befürworten Energiewende

96 % der Bürger im nördlichsten Bundesland sprechen sich für den Ausbau Erneuerbarer Energien aus. Die ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Netzwerkagentur Erneuerbare Energien (EE.SH). Sina Clorius, Projektmanagerin bei der EE.SH, und Marcus Hrach, Geschäftsführer des Landesverbands Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein, stellten die Studienergebnisse vergangene Woche in Kiel vor.

Die Umfrage zeigt, welche Voraussetzungen die Akzeptanz von Ökostromanlagen in der eigenen Nachbarschaft fördern. 49 % der Befragten antworteten mit „Wenn ich damit günstiger Energie bekäme“, während 34 % der Umfrageteilnehmer sich finanzielle Mittel für die eigenen Kommunen wünschen. 17 % der Befragten sehen die Einbindung in den Planungsprozess als akzeptanzfördernd an.

„Eine überwältigende Mehrheit in Schleswig-Holstein will die Erneuerbaren; das zeigen die Ergebnisse der Umfrage“, sagte Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne). Deutlich werde aber auch, dass die Menschen die klare Erwartung hätten, von den Erneuerbaren in ihrem Alltag zu profitieren. Daraus ergäben sich für die Politik klare Arbeitsaufträge. „Wir müssen endlich die energiepolitischen Rahmenbedingungen so ausgestalten, dass die Erneuerbaren ihr Potenzial als wirksame Strompreisdämpfer voll ausspielen können. Schleswig-Holstein muss sich zu einer echten Klimawirtschaftsregion entwickeln, in der möglichst viele Menschen von der Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien profitieren“, so Goldschmidt.

Eine Netzentgeltreform sowie eine Neuordnung der Abgaben und Umlagen seien längst nicht mehr nur Themen für Energiespezia­listen. Hier gehe es um knallharte Akzeptanzfragen. „Es kommt Bewegung in die Sache und die Bundesregierung hat zeitnahe Verbesserungen zugesagt. Klar ist aber auch: Wir bleiben hartnäckig, bis die Reformvorschläge endlich auf dem Tisch liegen“, sagte der Minister mit Blick auf die Reformankündigungen aus Berlin.

Wer bereits in der Nähe einer Windenergie- oder Solaranlage wohnt, akzeptiert sie eher als jemand ohne Vorerfahrung. Dies ergab die Frage, ob Menschen eine Energieanlage in direkter Nachbarschaft befürworten und ob sie bereits in der Nähe einer solchen Anlage wohnen, aufgeschlüsselt nach Anlagentypen von Windenergieanlage über Solar und Biogas bis hin zur Geothermie. Beispiel Wind: 52 % würden eine Anlage in ihrer Umgebung befürworten. Alle Befragten, die ohnehin in Nachbarschaft eines Windparks wohnen, stehen zu 65 % solchen Anlagen positiv gegenüber.

Den höchsten Zuspruch bekommen Dach-Solaranlagen: 82 % finden sie „gut“ oder „sehr gut“. Unter den Befragten, die bereits in der Nähe einer solchen Anlage wohnen, sind sogar 90 % dafür.

Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage sind im Internet abrufbar unter ee-sh.de

Reanimation mit Helene Fischer

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Schnell kann es bei Arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft sowohl bei Transporten auf öffentlichen Straßen als auch beim Einsatz von Technik auf dem Betrieb und im Gelände oder in der Tierhaltung zu Unfällen kommen. Aber wie reagieren? Welche Maßnahmen müssen schnell ergriffen werden? Um gut vorbereitet zu sein, wenn ein Splitter im Auges steckt, ein Zahn ausgeschlagen ist oder sogar Gliedmaßen abgetrennt sind, trafen sich 15 Landjugendliche in Rendsburg zu einem besonderen Agrarausschusstreffen, bei dem es um die Erste Hilfe ging.

Zu Gast war eine junge Medizinstudentin, mit der die Landjugendlichen gleich auf einer Wellenlänge waren. Zunächst ging es um die theoretischen Grundlagen der Ersten Hilfe und darum, wie wichtig Ersthelfer sind, denn im Notfall zählt jede Minute. Dann folgten vielen praktischen Übungen. Dazu gehörte unter anderem der Rautekgriff, mit dem bewusstlose Personen schnell und einfach vom Unfallgeschehen weggezogen werden können. Geübt wurden auch die stabile Seitenlage und das richtige Entfernen eines Helmes. Die Herzdruckmassage inklusive Beatmung zur Reanimation wurde ausgiebig an Übungspuppen erprobt. Dabei war es gut zu erfahren, dass es auf Spotify die Playlist „Songs zum Lebenretten“ gibt mit Titeln wie „Atemlos“ von Helene Fischer, „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees oder „Highway to Hell“ von AC/DC. Es war amüsant zu sehen, wie Helene Fischer mit ihrem Schlager half, für die Reanimation den richtigen Takt zu finden. Die Referentin hatte zudem einen Defibrillator im Gepäck und demonstrierte die richtige Anwendung, die durch die Sprachausgabe des Geräts in den entsprechenden Schritten für jeden verständlich erklärt wird. Das erleichtert die Handhabung für jede Helferin und jeden Helfer.

Anschließend wurde noch auf für die Landwirtschaft und Landjugend typische Verletzungen eingegangen. Für Kopfschütteln sorgten Beispiele, die zeigten, wie mangelhaft ohne Erste-Hilfe-Kenntnisse mitunter mit Verletzten umgegangen wird. Es konnten auch viele neue Erkenntnisse gesammelt werden. So bekamen die Teilnehmenden unter anderem den Tipp, ausgeschlagene Zähne in Milch zu lagern. So könnten diese auch noch Tage später wieder eingesetzt werden. Auch beim Umgang mit abgetrennten Gliedmaßen könne einiges falsch gemacht werden, so die Referentin. Zu kaltes Lagern könne kontraproduktiv sein. Besser sei die Lagerung in einer verschlossenen Tüte oder in einem Gefäß in Eiswasser.

Egal ob Landwirt und/oder Landjugendlicher, abschließend konnten alle bestätigten, dass ein Erste-Hilfe-Kurs empfehlenswert ist. Man lernt jedes Mal etwas Neues dazu und kann im Notfall tatsächlich helfen, Leben zu retten.