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Beratung spart Zeit und Geld

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Bestimmt hat schon jedes Mitglied im Bauernverband mit seiner Kreisgeschäftsstelle zu tun gehabt, und sicherlich ist ihm oder ihr dort bei dem Anliegen geholfen worden. Doch was umfasst eigentlich das gesamte Spektrum einer Kreisgeschäftsstelle, und wie sieht ihr Alltag aus? Das Bauernblatt hat sie besucht, heute: die Kreisgeschäftsstelle Rendsburg-Eckernförde im Detlef-Struve-Haus am Grünen Kamp in Rendsburg-Süd.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde ist der flächenmäßig größte in Schleswig-Holstein, und entsprechend gibt es im Kreisbauernverband (KBV) so ziemlich alles, was im Norden Landwirtschaft ausmacht, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. 2006/07 wurde der Kreisverband zusammengelegt aus den beiden KBV Rendsburg und Eckernförde. Der Altkreis Eckernförde gehört zum Östlichen Hügelland mit Schwerpunkt Ackerbau, während im Altkreis Rendsburg mit vorwiegend Geest die Milchviehwirtschaft vorherrscht. Der Vorstand des KBV ist daher bewusst gemischt besetzt.

Geschäftsführer Lennart Blunk berichtet aus aus dem Alltag der Geschäftsstelle, in der sich er und die beiden Mitarbeiterinnen und Vorzimmerdamen Heike Gehrt und Dörte Scheer (Plattdeutsch-Muttersprachlerinnen und norddeutsche Frohnaturen) um die Belange der Mitglieder kümmern.

Beispiel Photovoltaik

„Viel passiert im Bereich Photovoltaik“, sagt Blunk, „die Landwirte kommen mit Vertragsvorlagen von den Betreibern, die wir in Zusammenarbeit mit unserer Hauptgeschäftsstelle prüfen.“ Da komme es vor, dass der Eigentümer die PV-Anlage wolle, aber der gegenwärtige Pächter die Fläche nicht verlieren wolle. Nicht selten sind beide Partner Landwirt und Verbandsmitglied.

„Eine Auflösung während der Pachtlaufzeit geht natürlich nur im Einvernehmen, dennoch stehen beide unter Druck, wie es nach deren Ablauf weitergehen soll. Es herrscht nun mal eine Flächenkonkurrenz“, sagt Blunk. „Der Bauernverband mahnt, nicht auf besten Ackerstandorten PV zu bauen, aber einzelbetrieblich sind solche Entscheidungen nachzuvollziehen.“

Beispiel Sammelantrag

Jede Saison aufs Neue stehen die Sammelanträge an – Zeiten des Hochbetriebs in den Geschäftsstellen. Dessen ungeachtet appelliert Blunk, die Hilfe des KBV in Anspruch zu nehmen. „Die Vorgaben sind so kompliziert, dass viele nicht mehr durchsteigen und Beratung brauchen.“

Der Betriebsleiter beschäftige sich einmal im Jahr damit, das berge das Risiko, dass Fehler unterliefen, allein was das Einzeichnen betreffe, wie die Flächen bewirtschaftet werden. „Nur mal so grob geht nicht.“ Auch könne übers Jahr bereits eine neue Agrarreform greifen, die noch nicht im Bewusstsein angekommen sei. Die Geschäftsstelle bekomme alle Informationen von den Landesämtern und sei in die politische Entwicklung eingebunden. „Wer hier herkommt, kann sich darauf verlassen, dass das dann so richtig ist.“

Eine Beratung bringe überdies Zeitersparnis. „Wir sitzen hier eine oder höchstens zwei Stunden zusammen, dann kann der Betriebsleiter wieder seinen anderen Aufgaben nachgehen. Eine bessere Stundenlohnersparnis kann man gar nicht haben!“ Wer es allein versucht, sitzt zum Teil Tage daran.

Beispiel Pachtvertrag

Auch beim Abfassen von neuen Pachtverträgen lauern Fallstricke. Zentraler Punkt sind die Flächenzuschnitte. „Bei selbst ausgefüllten Formularen werden oft alte Flurbezeichnungen übernommen. Manchmal stimmen die nicht“, weiß Blunk. Das könne die Geschäftsstelle prüfen, indem sie auf geeignete Portale zugreife.

Wichtig sei auch: Was passiert, wenn der Pachtvertrag ausläuft? „Wenn beide Seiten nichts unternehmen, verlängert er sich automatisch mit zwei weiteren Jahren Kündigungsfrist“, erklärt Lennart Blunk. „Wollen die Vertragspartner das? Wäre etwa ein Jahr Verlängerung angemessener?“ Überhaupt sei das Ende des Vertrags bereits bei Beginn zu bedenken. Zum Beispiel beginnt vielleicht ein Pachtvertrag über Ackerland am 1. April. Nimmt man volle Jahre Laufzeit, dann endet er an einem 31. März. „Weizen war im August abgeerntet, Mais vielleicht Mitte Oktober. Der Landwirt bestellt nicht wieder, wenn er die Fläche am 31. März abgibt und danach nicht mehr ernten kann. Dann aber zahlt er ein halbes Jahr Pacht für nichts. Die Einstellung ,Wir werden uns schon einig werden‘ passt nicht immer.“ Auch kämen Streitfälle zwischen Verpächter und Pächter vor bezüglich der Pflege der Fläche – Spülung der Drainage etwa oder Ausbreitung von Jakobskreuzkraut.

Beispiel Knickpflege

Auch zur Knickpflege im Pachtvertrag weiß Blunk ein Beispiel. Zuständig dafür ist der Pächter der Fläche, zumal wenn, wie üblich, diese an Bedingungen für die Prämie geknüpft ist. Nun will der Eigentümer die Knickpflege selbst ausführen, weil er das Brennholz nutzen möchte. „Knickpflege ist kompliziert, da kommt es leicht zu Verstößen“, warnt Blunk. Dafür aber belange das Amt in jedem Fall den Bewirtschafter, was Prämienkürzungen von bis zu 20 % nach sich ziehen könne. „Da geht es nicht um 100 Euro!“ Die Entschädigung in einem solchen Fall müsse mit in den Pachtvertrag.

Kreisgeschäftsführer Lennart Blunk mit seinen Mitarbeiterinnen Dörte Scheer und Heike Gehrt (v. r.) Foto: Michael Müller-Ruchholtz

Vorwürfe zur Knickpflege entkräftet

Einer, der sehr froh ist über die Beratung der Kreisgeschäftsstelle Rendsburg-Eckernförde in Sachen Knickpflege, ist Christian Mahrt, Betriebsleiter der Saatzucht von Kameke-Streckenthin auf Gut Windeby bei Eckernförde.

Die besagte Erle hat inzwischen wieder schön ausgeschlagen.

Vor etwa eineinhalb Jahren fand eine Begehung seines abgenommenen Knicks in Ravenshorst in der Nachbargemeinde Goosefeld durch Beauftragte der EU-Kommission statt. Bei einem etwa 50 Jahre alten, oft geknickten Erlenbusch bemängelten sie, dass er nicht dicht über dem Boden abgenommen wurde. Auch hätten die Stämme in 1 m Höhe den zulässigen Umfang von 1 m überschritten und seien als Überhälter zu werten. Dies hatte eine Prämienkürzung von 3 % für die Fläche zur Folge.

„Es handelt sich nicht um einen Baumstamm, sondern um mehrere verzweigte Stämme, die man nicht über dem Boden hätte schneiden können, ohne sie zu zerstören“, erklärt Mahrt. „Auch hatten sie in einem Meter Höhe nicht die beanstandete Dicke.“ Er übergab die Angelegenheit der Kreisgeschäftsstelle in Rendsburg, die sich zusammen mit der Rechtsabteilung der Sache annahm. „Mit Fotos und Luftaufnahmen konnten sie die Vorwürfe vollständig entkräften. Vor zwei Monaten wurde das Verfahren eingestellt, die Prämienabzüge zurückerstattet“, freut sich Christian Mahrt. Die Rückzahlung eines Ordnungsgeldes, das Christian Mahrt bereits hatte zahlen müssen, stehe allerdings noch aus. „Im Zweifel wird sich die Geschäftsstelle auch darum kümmern“, ist er sich sicher. 

Unbekannter Salbeireichtum

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Salbei ist weit mehr als das bekannte Küchenkraut. Mit Ausnahme Australiens und der Antarktis ist Salbei auf allen Kontinenten der Erde zu Hause. Mehr als 900 Arten sind es weltweit, damit ist die Gattung Salvia eine der artenreichsten. Die meisten Salbeiarten wachsen ausdauernd als immergrüne Halbsträucher oder Stauden, allerdings sind nicht alle bei uns winterhart. Über die Kräuterspirale hinaus lassen sich die verschiedenen Formen im Garten gestalterisch sehr vielfältig einsetzen.

Wiesensalbei eröffnet im Frühsommer den Salbeiblütenreigen. Foto: Anke Brosius

Salbei gehört zu den Lippenblütlern. Die meisten Arten besitzen aufrechte, ährige Blütenstände. Während der einheimische Wiesensalbei (Salvia pratensis) und der Steppensalbei (Salvia nemorosa) schon ab Mai oder Juni blühen, sind viele Salbeiarten Spätsommerblüher und haben ihren Höhepunkt im Juli und August, manche blühen bis spät in den Herbst hinein. Als Blütenfarbe überwiegen zwar unterschiedliche Blautöne, etliche Arten und Sorten blühen aber auch rot, rosa, weiß oder hellgelb. Bei vielen Salbeiformen ist auch das Blatt sehr attraktiv.

Der bei uns wohl bekannteste ist der Küchensalbei (Salvia officinalis), der schon im antiken Griechenland als Würz- und Heilpflanze geschätzt war und den vermutlich die Römer über die Alpen brachten. Inzwischen sind viele Sorten und Farben verbreitet: der breitblättrige, robuste Salbei ‚Berggarten‘, rotblättriger Purpursalbei (,Purpurascens’), Sorten mit weiß-grün oder gelb-grün panaschierten (‚Icterina‘) oder sogar dreifarbigen Blättern (‚Tricolor‘). Die Sorte ‚Alba‘ blüht weiß, ‚Rosea‘ rosafarben. Alle Sorten von Salvia officinalis können gleichermaßen als Gewürzkraut und Heilpflanze verwendet werden.

„Salbei“ kommt von „heilen“

Der botanische Gattungsname Salvia leitet sich vom lateinischen salvare = heilen ab. Während bei uns vor allem Salvia officinalis als Heilpflanze bekannt ist, werden in anderen Weltgegenden auch viele andere Salbeiarten als Heilkraut, in der Küche oder zum Räuchern bei Ritualen genutzt.

Die Wurzel des Rotwurzelsalbeis wird in der chinesischen Medizin verwendet. Foto: Anke Brosius

Salvia officinalis wirkt antibakteriell, entzündungswidrig, krampflösend und schweißhemmend. Innerlich findet das Kraut vor allem in Erkältungsteemischungen und bei übermäßigen Schweißausbrüchen sowie zum Abstillen Verwendung, äußerlich bei Mund- und Zahnfleischentzündungen, zum Gurgeln bei Halsentzündungen und als Waschung bei verschiedenen Hautkrankheiten. Zuweilen werden auch Wiesensalbei und Muskatellersalbei (Salvia sclarea) als Heilpflanzen genutzt, beide wirken etwas schwächer als S. officinalis. Der Muskatellersalbei war vor allem im europäischen Mittelalter als Küchenkraut und Arzneipflanze beliebt. Bei Hildegard von Bingen findet sich die Verwendung einer Abkochung aus dem Kraut bei Vergiftungen beschrieben. Die zweijährige, duftende Pflanze liebt warme Plätze und passt gut in Steppengärten und sonnige Staudenbeete. An ihr zusagenden Stellen vermehrt sie sich durch Selbstaussaat.

Auch der Steppensalbei (Salvia nemorosa) braucht einen sonnigen Standort und durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Besonders beliebt sind Hybriden wie ‚Mainacht‘ und ‚Ostfriesland‘, deren schwarzblaue beziehungsweise dunkel­violette Blüten sich bereits ab Juni, manchmal sogar schon im Mai öffnen. Bei rechtzeitigem Rückschnitt blüht der Steppensalbei im September ein zweites Mal.

Der aus Nordamerika stammende Blaue Salbei (Salvia azurea) wird auch Spätherbstsalbei genannt, weil seine himmelblauen Blüten oft noch im Oktober und November leuchten. Damit ist er einer der Letzten im Salbeireigen. Anders als viele seiner Verwandten verlangt S. azurea frischen und lehmigen Boden. Auf sandigen Böden ist die Art oft nicht ausreichend winterhart.

Fülle an Aromen

Um die unterschiedlichen Duftnoten der verschiedenen Salbeiarten zu erschnuppern, muss man an den Blättern reiben. Dann entfalten sich je nach Art und Sorte herbe, würzige, fruchtige oder ganz unbeschreibliche Aromen. Der Geschmack der Blätter ist bei den meisten Salbeiarten recht herb, was an den enthaltenen Bitterstoffen liegt. Neben Salvia officinalis sind auch die Blätter (und Blüten) anderer Arten essbar, etwa die des Ananassalbeis (Salvia elegans), der auch „Honigmelonensalbei“ genannt wird. Die großen Blätter zeichnen sich diesen Namen entsprechend durch ihr fruchtiges Aroma aus. Zur Blüte kommt Ananassalbei erst im Spätsommer, blüht dafür aber häufig bis in den November hinein leuchtend rot.

Der Pfirsichsalbei ‚Nachtvlinder‘ blüht bis zum Spätherbst. Foto: Anke Brosius
Die Blätter des Fruchtsalbeis (Salvia dorisiana) passen gut zu Süßspeisen. Foto: Anke Brosius
Fruchtige Aromen: Ananassalbei ­‚Pineapple Scarlet‘. Foto: Anke Brosius
Der Blutsalbei Salvia coccinea passt in einjährige Sommerblumenbeete. Foto: Anke Brosius


Auch der Pfirsichsalbei (Salvia greggii) blüht bis zum Spätherbst in leuchtenden Farben. Der Pfirsichsalbei liebt vollsonnige Standorte, ist gut hitze- und trockenheitsverträglich und übersteht leichte Fröste bis etwa –7 °C. Der Fruchtsalbei (Salvia dorisiana), der im mittelamerikanischen Regenwald zu Hause ist, kommt bei uns nicht immer zur Blüte. Dafür sind die großen, hellgrünen, aromatisch duftenden Blätter sehr attraktiv und geben Frucht- und Blattsalaten sowie Süßspeisen eine besondere Note.

Blühender Salbei zieht reichlich Bienen und Hummeln an. Der südamerikanische Sumpfsalbei (Salvia uliginosa) ist bei Hummeln sogar so beliebt, das er auch „Hummelschaukel“ genannt wird. Trotz seines Namens braucht der Sumpfsalbei, der bis zu 1,80 m Höhe erreichen kann, zwar feuchten, humosen, nicht zu schweren Boden, verträgt aber wie alle Salbeiarten keine Staunässe. Der aus Kalifornien stammende Kolibrisalbei (Salvia spathacea) heißt so, weil seine honigsüß duftenden Blüten in seiner Heimat von Kolibris besucht werden. Auch beim brasilianischen Strauchsalbei (Salvia guaranitica) übernehmen Kolibris die Bestäubung.

Überwinterung im Kübel

Viele tropische und subtropische Salbeiarten sind bei uns nicht winterhart, können im Kübel aber mehrjährig gezogen werden. Dazu gehören neben Salvia elegans und Salvia dorisiana auch der Mexikanische Strauchsalbei (Salvia leucantha) und Salvia guaranitica. Beide brauchen humusreichen, durchlässigen, aber ausreichend feuchten Boden und im Sommer einen sonnigen Standort. Bei frostfreier Überwinterung entwickeln sie sich Jahr für Jahr zu immer üppigeren Büschen. Der ebenfalls aus Mexiko stammende Hüllblattsalbei (Salvia involucrata) blüht erst ab September, zeigt dann aber bis zum ersten Frost ausdrucksvolle Blüten in kräftigem Pinkrot.

Beim Schopfsalbei leuchten nicht die Blüten, sondern die Hochblätter, hier die Sorte ‚Marble Arche Rose‘. Foto: Anke Brosius

Überwintern sollte man Salbeikübel in einem hellen, kühlen Raum. Ideal sind Temperaturen zwischen 5 und 15 °C. Die Pflanzen sollten über Winter zwar regelmäßig, aber sparsam gegossen werden. Starkwüchsige Arten wie Salvia guaranitica und Salvia uliginosa kann man auch als einjährigen Sommerflor behandeln. Dann schneidet man im Frühherbst Stecklinge, die hell und kühl überwintern müssen und im Frühjahr zu neuen Pflanzen heranwachsen.

Der Schopfsalbei (Salvia viridis) zeichnet sich durch seine farbigen, lange anhaftenden Hochblätter aus. Nach Vorkultur im Haus eignet er sich gut zur Zwischenpflanzung in Staudenbeeten oder zwischen einjährigen Sommerblumen. Auch Mehliger Salbei (Salvia farinacea), seiner bemehlt wirkenden Blütenstände wegen, wird meist einjährig gezogen. Die je nach Sorte weiß oder blau blühende Art bevorzugt humusreichen Schotterboden und passt gut in Steppenbeete.

Pflege für ein langes Leben

Für Halbsträucher, deren unterer Teil verholzt, ist regelmäßiger Rückschnitt wichtig, damit die Pflanzen nicht verkahlen und auseinanderfallen. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Frühjahr zu Beginn des Neuaustriebs, bei Bedarf kann ein zweiter Schnitt im Spätsommer nach der Blüte beziehungsweise bei Kübelpflanzen vor dem Einräumen im Herbst erfolgen. Im Freiland überwinternde Pflanzen dürfen im Herbst nicht geschnitten werden, weil sie sonst leicht Frostschäden erleiden. Bei bedingt winterharten Arten wie Salvia greggii erhöht sich die Chance, sie im Freiland durchzubringen, wenn sie besonders tief gepflanzt und über Winter mit einer Reisigabdeckung geschützt werden.

Der Silberblattsalbei beeindruckt durch seine großen, weiß-filzigen Blätter. Foto: Anke Brosius

Die Lebensdauer kurzlebiger Salbeiarten wie Salvia argentea lässt sich verlängern, indem man die Stängel direkt nach der Blüte zurückschneidet. Das Eindrucksvollste am Silberblattsalbei sind sowieso seine großen, filzigen, silberweißen Blätter. Pflückt man einige davon rechtzeitig vor dem Einziehen der Pflanze im Herbst, kann man sie getrocknet als Küchengewürz oder zum Räuchern verwenden. Auch die weiß-gelben Blüten im Frühsommer sind essbar. S. argentea verlangt durchlässigen, eher trockenen Boden und verträgt keine Staunässe. Er passt gut in Steingärten und sonnige Stauden­rabatten.

Ein Salbei für Lehmboden: Salvia azurea Foto: Anke Brosius

Tiermensch trotz Melkroboter

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Bürokratie, Klimawandel sowie steigende politische und gesellschaftliche Anforderungen – wer sich heute entscheidet, einen Milchviehbetrieb zu übernehmen, braucht Mut. Dass Milchviehhalterinnen und Milchviehhalter aber auch einfach Mal stolz auf ihre Arbeit sein können, wurde am Mittwoch beim Norla-Milchfrühstück der Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein (MEV) in den Räumlichkeiten der Deula in Rendsburg deutlich.

Mit Blick auf die Bauernproteste im Winter betonte der MEV-Vorsitzende Klaus-Peter Lucht: „Wir haben einen gigantischen Strukturwandel in der Milchwirtschaft.“ Dieser habe auch politische Ursachen, die nicht länger hinnehmbar seien.

Ordnungsrecht ist Holzweg

Während der Norla-Messe schlage für die Agrarpolitik Schleswig-Holsteins die „Stunde der Wahrheit“. Das nördlichste Bundesland sei ein Gunststandort für Landwirtschaft und müsse wieder mehr gestärkt werden, insbesondere wenn man den Klimawandel ernst nehmen wolle. „Der geborenen Partner für mehr Naturschutz und Biodiversität ist die Landwirtschaft“, stellte Lucht klar. Aber es brauche mehr Freiheiten für die landwirtschaftlichen Unternehmen. Alles mit Ordnungsrecht zu regeln sei ein Holzweg.

Die Milchwirtschaft im Lande sei unter anderem durch die Vielzahl an Fachinstituten sehr gut aufgestellt. Es gelte aber in die Breite mehr zu kommunizieren, „dass wir gut sind, in dem was wir tun“. Die Meiereien, die noch nicht bei der Initiative Milch dabei sind, rief Lucht auf, dazuzukommen. Akzeptanz der Bevölkerung für die Milchproduktion sei wichtig. Dazu brauche es authentische Landwirte, die Öffentlichkeitsarbeit betreiben, aber auch einen starken Verband, der fachlich zuarbeitet, Kampagnen koordiniert und Aktionen bündelt. „Nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, werden wir erfolgreich für den ländlichen Raum arbeiten“, unterstrich der MEV-Vorsitzende.

Bund muss liefern

Anne Benett-Sturies, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium stellte klar: „Transformation wird die Branche weiter beschäftigen.“ Die Proteste der Landwirtschaft hätten aber an der politischen Stimmung etwas gedreht. Sie schilderte: „Wir sprechen jetzt über Entlastung und Bürokratieabbau.“ Eine Sonder-Agrarministerkonferenz der Länder habe detaillierte Vorschläge gemacht. Der Bund müsse jetzt liefern. Ihr Ministerium wolle parallel an den „kleinen Stellschrauben“ drehen und habe bereits eine eigene Arbeitsgruppe zum Bürokratieabbau ins Leben gerufen.

Laura Stolley, Junglandwirtin und Sprecherin des Agrarausschusses im Landjugendverband Schleswig-Holstein, beschrieb die Entwicklung auf ihrem Familienbetrieb. Sie habe auf Melkroboter und automatische Fütterung umgestellt. Der Betrieb laufe also in einigen Bereichen autonom. Stolley stellte klar: „Wir sind trotzdem Tiermenschen und sehen unsere Tiere jeden Tag.“ Automatisierung bedeute für sie mehr Tierwohl, weil die Kühe ihren Tagesablauf selbst bestimmten. Grundsätzlich blicke sie zuversichtlich in die Zukunft, wünsche sich aber mehr Wertschätzung von der Gesellschaft und auch mehr Ehrlichkeit. Schließlich spiegele das Einkaufsverhalten der Verbraucher oft nicht die Aussagen in Umfragen wider.

Wenig politische Stabilität

Prof. Torben Tiedemann, Prodekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel, stellte heraus, dass gut ausgebildete Leute aus der Landwirtschaft überall gefragt sind. Die Arbeitswirtschaft auf den Betrieben sei daher ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für oder gegen eine berufliche Zukunft in der Landwirtschaft. Automatisierung könne hier helfen. „Dafür muss man Lust auf Daten und Datenauswertung haben“, erklärte Tiedemann. Wer mehr Lust auf Mitarbeiter habe, für den sei vielleicht ein anderer Weg der Richtige. Die Marktentwicklung schätzt der Prodekan positiv ein: „Wir werden eine Angebotsverknappung bekommen, durch den Strukturwandel, Auflagen, Extensivierung und die Moorpolitik.“

Leonie Langeneck, Milchreferentin des Deutschen Bauernverbandes (DBV), prognostizierte, dass die Berichtspflichten im Bereich Nachhaltigkeit zunehmen. Beispielhaft nannte sie die sogenannte Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Im Primärtext dieser Verordnung stehe allerdings, dass Prozesse vereinfacht und Bürokratie abgebaut werden sollen. „Darauf müssen wir pochen“, so Langeneck. Sie kritisierte die einseitige Förderung von Extensivierung. Die Unterstützung intensiver Betriebe, die auch effizient und umweltgerecht wirtschaften fehle im aktuellen politischen Plan. Für eine positivere Grundstimmung benötigten Landwirte vor allem stabile Förder- und Rahmenbedingungen.

Goldschmidts Replik

Das Norla-Milchfrühstück 2023 thematisierte die Milchwirtschaft in den Niederungen. Da die Spitze des Umweltministeriums ihre Teilnahme damals abgesagt hatte, endete die Veranstaltung mit einer Video-Botschaft an Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) mit der Bitte zu erläutern, wie er sich die Milchwirtschaft in Schleswig-Holstein zukünftig vorstelle:

Norla-Pavillon auf Vordermann

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Pünktlich zur Norla zeigt sich der Laju-Pavillon frisch renoviert und aufgeräumt. Für das Make-over wurde ein neues Seminar ins Leben gerufen: Handwerken für Anfänger. Unter Anleitung von Zimmermann Aaron Mier wurde gesägt, gehämmert und gestrichen.

Seit 1961 ist die Laju mit einem eigenen Pavillon auf der Messe. 1986 wurde der jetzige Bau errichtet (siehe Ausgabe 33). Über all die Jahre wurde er mit viel Schweiß, Hingabe und ehrenamtlicher Handarbeit immer wieder renoviert und hergerichtet. Das hölzerne Gebäude wird vor allem für den Messeauftritt der Landjugend auf der Norla genutzt. Aber auch für einzelne Sitzungen, Seminare oder geselliges Beisammensein wird der zweistöckige Bau gern in Beschlag genommen.

Doch wo gehobelt wird, fallen bekanntlich auch Späne, und wo Menschen zusammenkommen, entstehen mit der Zeit Unordnung, Staub und Schmutz und auch die hölzerne Außenfassade wird durch Wind und Wetter in Mitleidenschaft gezogen. Um den Pavillon wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, beschlossen Vorstand und Geschäftsführung, einen Arbeitseinsatz vorzubereiten. Da dieses Mal auch aufwendigere Holzarbeiten für die Fassade des Pavillons anfielen, wurde aus der Not kurzerhand eine Tugend gemacht und das Seminar „Handwerken für Anfänger“ ins Leben gerufen.

Unter fachmännischer Anleitung von Aaron Mier wurde zunächst die besonders in Mitleidenschaft gezogene Fassade grunderneuert und mit neuem Fichtenholz versehen. Ob mit wenigen Vorkenntnissen ausgestattet oder handwerklich erfahren, zu tun gab es für jeden Seminarteilnehmer etwas und alle aufkommenden Fragen wurden vom gelernten Zimmermann beantwortet. Nachdem alle Landjugendlichen ordentlich mit angepackt hatten, war das Tagesziel schließlich erreicht und die Fassade zeigte sich in neuer Optik. Vom Ehrgeiz gepackt, wurden im Anschluss auch im Innenbereich noch kleinere Reparaturen und Aufräumarbeiten vorgenommen, sodass bereits am ersten Seminartag viel erreicht werden konnte. Umso mehr genossen alle das abschließende Grillen.

Es ist angedacht, in Zukunft ein weiteres Seminar „Handwerken für Anfänger“ anzubieten, denn im und am Pavillon warten noch einige spannende Projekte.

ljv/kis

Das Fichtenholz wurde gestrichen. An diese Aufgabe machte sich zum Beispiel Hanna Ipsen.
Malte Blöcker und Boyke Petersen mit der Fotowand

Fotos (2): Svenja Carstensen
Auch Thore Groth, seit Kurzem Bundesjugendreferent des Landjugendverbandes, packte mit an.
Kurze Fotopause beim Entrümpeln des Dachbodens für Marlies Muxfeldt

Ferienaktion mit Steppnaht und Zickzackstich

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Auch in diesem Sommer beteiligten sich die LandFrauen der Kollmarmarsch an der Ferienpass­aktion der Gemeinden Kollmar und Neuendorf. Die Nachfrage nach einem Nähnachmittag war groß und so hieß es bei den LandFrauen: „Ran an die Nähmaschine!“ Elf Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren machten mit.

Begleitet wurde die Aktion von mehreren LandFrauen, die ihre Nähmaschinen zur Verfügung stellten und den Mädchen mit Anleitung und Hilfe zur Seite standen. Vorsitzende Maren Piening hatte ein Schnittmuster für ein einfaches Patchworkkissen ausgearbeitet, sodass alle nach gleicher Vorlage arbeiteten.

Hoch motiviert und ausdauernd nähten die Mädchen die farblich unterschiedlichen Stoffzuschnitte zusammen und lernten Steppnaht und Zickzackstich kennen. Zuletzt wurden die Kissenhüllen mit einem Reißverschluss versehen.

Zum Ausbügeln der Nähte wurde das Bügeleisen zur Hand genommen. Einige hatten zuvor noch nie gebügelt, auch die Nähmaschine war für einige Neuland. Aber das Ergebnis ließ sich sehen. Alle Mädchen nahmen glücklich ein individuell gestaltetes Patchworkkissen mit nach Hause. Zum Abschluss gab es Erfrischungen und leckere Himbeertorte. Eine schöne Aktion, an der auch die LandFrauen großen Spaß hatten.

Die Mädchen mit den selbst genähten Kissenbezügen Fotos: Maike Fleischer
Für einige war das Arbeiten an der Nähmaschine Neuland.

Natürlich gezeugt: Die Schiege

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Im Regelfall entledigt sich die Natur eines werdenden Zwitters durch Fehlgeburt im Verlauf der Tragzeit. Dazu kam es diesmal allerdings nicht. Es erblickte ein seltenes Mischlingswesen das Licht der Welt: eine „Schiege“ – mit einem Schaf als unzweifelhafter Mutter und anscheinend einem Ziegenbock als Vater.

Geboren wurde die Schiege auf einem Resthof östlich von Flensburg. Dort betreibt der Eigentümer etwas Hobbytierhaltung mit Hühnern, drei Schafen und einem Schafbock sowie einem Ziegenbock als Überbleibsel eines früher größeren Ziegenbestandes. Er möchte ungenannt bleiben, um unerwünschten Besuch fernzuhalten.

Geboren wurde das kleine männliche Lamm (oder Zicklein?) Mitte August. Zu der Zeit lief auf dem Hof das Flugmodus-Festival mit 350 Fans der Techno-Musik. Deshalb trägt es den Namen „Flumo“. Seine Mutter „Selma“ ist eine sechs Jahre alte Moorschnucke und Vater „Rune“ eine 2017 geborene Kreuzung aus Burenziege und einer Milchziegenrasse. Beide müssen mit großer Wahrscheinlichkeit etwa fünf Monaten zuvor ihren ungewöhnlichen Nachwuchs gezeugt haben.

Der Fachbegriff „Hybride“ aus der Biologie bezeichnet ein Lebewesen, das aus der geschlechtlichen Fortpflanzung zwischen Elternteilen verschiedener Gattungen oder Arten hervorgegangen ist. Zwar gehören die Gattungen der Schafe und Ziegen zur Unterfamilie der Ziegenartigen. Sie unterscheiden sich aber in der Anzahl der Chromosomen, der Träger der Erbanlagen. Schafe haben 54 und Ziegen 60 davon. Bei zufälligen Kreuzungen ergaben sich bei einer früheren Untersuchung 57 Chromosomen.

Vor zehn Jahren wurde im Süden Niedersachsens schon einmal eine Schiege geboren. Mit ihr befasste sich Prof. Christoph Knorr vom Department für Nutztierwissenschaften der Universität Göttingen. Kreuzungen solcher Art seien besonders schwierig und bisher wenig erforscht. „Das ist ein Mysterium des Lebens“, sagte der mittlerweile verstorbene Hochschullehrer.

Um mehr zu erfahren, wollten die Göttinger Forscher die Entwicklung der Schiege damals dauerhaft wissenschaftlich begleiten. Wie jetzt von dort mitgeteilt wurde, starb das Tier leider nach einiger Zeit. Bei seiner Obduktion sei allerdings festgestellt worden, dass es – ohne vorherige Kenntnis oder gar Absicht – tragend war. Mit der Schiege als Mutter wäre ein lebensfähiges Tier per Definition eine neue Spezies gewesen. Aus evolutionärer Sicht diene die Hybridisierung nahe verwandter Spezies der Artbildung. Mittlerweile hat auch „Flumo“ das Interesse der Göttinger Wissenschaftler geweckt.

In der Mythologie und Legenden sind Hybriden als Fabelwesen gang und gäbe. Aus der griechischen Mythologie bekannt ist der Zentaur, ein Mischwesen aus Mensch und Pferd, weiterhin der Satyr als Mensch mit tierischen Extremitäten.

Auch tatsächlich vorkommende Hybriden sind nicht auf Schafe und Ziegen beschränkt. So kommen zum Beispiel „Liger“ als Mischung aus Löwen und Tigern vor. Als Zebroide werden Hybriden aus Paarungen zwischen Zebras und anderen Pferdearten bezeichnet. Gezielte Kreuzungen gibt es bei Pferden und Eseln. Ist die Mutter eine Eselin und der Vater ein Pferd, wird der Nachwuchs als Maulesel bezeichnet. Das Ergebnis einer Paarung von Pferdestute und Eselshengst ist ein Maultier, auch Muli genannt.

Maultiere sind allgemein gutmütig, nicht scheu und wesentlich belastbarer als Pferde. Zudem weisen sie eine hohe Lebenserwartung von bis zu 50 Jahren auf. Aufgrund dieser Eigenschaften und nicht zuletzt wegen ihrer Trittsicherheit kommen sie vor allem in unwegsamem Gelände zum Einsatz, wo sie schwere Lasten über weite Strecken transportieren, so zum Beispiel bei der Gebirgstruppe. Nach Aussage eines Sanitätsoffiziers der Veterinärmedizin beim Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen der Bundeswehr in Bad Reichenhall werden diese Tiere bei Züchtern gekauft. Mit der Zucht gebe es keine Probleme, wahrscheinlich aufgrund der nahen genetischen Verwandtschaft der Elterntiere. Pferde weisen 64 und Esel 62 Chromosomen auf, der Unterschied ist also sehr gering. Infolge der ungeraden Zahl sind Maultiere mit 63 Chromosomen, wie alle hybriden Nachkommen der sogenannten ersten Filial- oder Folgegeneration, regelmäßig nicht fortpflanzungsfähig. Trotzdem gibt es auch äußerst seltene Ausnahmefälle.

Hybriden sind das Ergebnis einer natürlichen geschlechtlichen Paarung. Davon unterschieden wird die „Chimäre“. Mit diesem Begriff bezeichnet die Biologie Organismen, die aus unterschiedlichen genetischen Zellen bestehen, aber dennoch eine Einheit bilden. Zumeist sind Chimären das Ergebnis menschlicher Manipulation. Am bekanntesten ist die Veredelung von Obstbäumen oder Weinstöcken durch Pfropfen.

Auch die Transplantation eines artfremden Organs (Schweineherz für Menschen) macht den Empfänger zur Chimäre. Allerdings kann es bei Säugetieren – so auch bei Menschen – bei mehreiigen Mehrlingsschwangerschaften in der Plazenta durch Blutvermischung zu sogenannten Blutchimären kommen. Als „Freemartins“ bezeichnet, treten sie auch unter dem Begriff „Zwicke“ am häufigsten bei Rindern auf und zeigen sich an Fehlbildungen der Geschlechtsorgane.

Silomaisfeldführungen der Landwirtschaftskammer

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In mehreren Regionen der Geest von Schleswig-Holstein bietet die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) im September wieder Sorten-Feldführungen zu Silomais an.

An den Standort angepasste, mehrjährig geprüfte Sorten werden vorgestellt. Es sind auch immer wieder gute Gelegenheiten, mit Landwirten, Beratern, Handel, Züchtern, Interessierten ins Gespräch zu kommen. Eine Silomaisfeldführung zu besuchen lohnt sich auf jeden Fall. Denn oft sind zu diesen Terminen bereits Anpassungen der Silomaissorten an vorherrschende Witterungsbedingungen auf dem jeweiligen Standort auszumachen. Sowohl Witterungsstress als auch Grenzen der getroffenen Pflanzenbau- und Pflanzenschutzmaßnahmen in der Fläche können beobachtet werden.

Auf den jeweiligen Versuchsfeldern stellt die Landwirtschaftskammer Ergebnisse mehrjährig geprüfter Sorten der regional durchgeführten Landessortenversuche in einer Sortendemo vor. Die jeweiligen Landessortenversuche (LSV) sind ebenfalls auf dem Versuchsfeld als Exaktversuche angelegt. Aus den Landessortenversuchen heraus werden die Silomais-Sortenempfehlungen für Schleswig-Holstein ausgesprochen. Weitere Themen wie Pflanzenschutz, GAP, Düngung und Erntemanagement sind angedacht. Ein einheitliches Programm über alle Standorte gibt es nicht, da auch die Versuchsanlagen auf den einzelnen Standorten unterschiedlich sind.

Die Sorteninfos bieten der Praxis eine Entscheidungshilfe zur Sortenwahl, da bereits im Frühherbst schon Maissaatgut für die kommende Maisaussaat angeboten wird. So wird der Blick auf interessante Silomaissorten für den Betrieb mit langjährigen, passenden Ergebnissen kombiniert. Haben die regional geprüften Sorten in den Vorjahren in Folge hohe und stabile Leistungen erbracht, wird eine Anbauempfehlung für die entsprechenden Sorten ausgesprochen.

Nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung des Statistikamtes Nord für Hamburg und Schleswig-Holstein werden in Schleswig-Holstein auf rund 657.100 ha Ackerfrüchte angebaut. Die Anbaufläche blieb im Vergleich zum Vorjahr auf demselben Niveau. Der Silomais behauptet mit 159.400 ha Anbaufläche (1 % Zuwachs zum Vorjahr) seine Position als dominierende flächenstärkste Ackerkultur in Schleswig-Holstein. Fördervorgaben verstärken den Anbau von Silomais in Mischkulturen zum Beispiel mit Stangenbohne, Sorghum et cetera. Diese Flächen haben im Vergleich zum Vorjahr um 214 % auf 35.300 ha zugenommen.

Standorte, Termine und Koordinaten:

1 = Hemdingen (PI), 5.9.2024, 10 Uhr, 53.741582, 9.810805

2 = Barkhorn (RD), 9.9.2024, 19 Uhr, 54.207680, 9.645518

3 = Krumstedt (HEI), 12.9.2024, 10 Uhr, 54.077195, 9.152887

4 = Schwesing (NF), 16.9.2024, 10 Uhr, 54.511386, 9.124924

5 = Wallsbüll (SL), 17.9.2024, 10 Uhr, 54.769250, 9.1957051

Quelle: Karte (farblich nachbearbeitet, verändert) von Erwin Raeth aus: Hans Carstensen, „Raumordnung und Landesplanung in Schleswig-Holstein“, 1967, Verlag Moritz Diesterweg

Fahrfest des Nordens in Bad Segeberg

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Eine Woche nach den Breitensportlern eroberten die Fahrsportler den Landesturnierplatz in Bad Segeberg. An drei Tagen feierten sie ihr Fahrfest des Nordens und zugleich das 40-jährige Bestehen der Fahrergemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg. Unter anderem ging es um die Titel der Landesmeister und dafür hatte sich das Who‘s who des holsteinischen Fahrsports angemeldet.

Los ging es am Freitagvormittag mit den Dressurwettbewerben in allen Klassen und Anspannungen. Bei den Pferdeeinspännern der Klasse M ging der Titelverteidiger Jürgen Johannsen aus Treia, Kreis Schleswig-Flensburg, mit seiner Stute Frieda direkt in Führung. Dahinter platzierten sich Sascha Behrens aus Daldorf, Kreis Segeberg, und Ulrike Schmidt aus Plön.

Jürgen Johannsen wurde zum zehnten Mal in Folge Landesmeister bei den Pferdeeinspännern. Die Vizelandesmeisterin Ulrike Schmidt (li.) und der Drittplatzierte Sascha Behrens (r.) ließen ihn hochleben. Foto: privat

Keiner der drei ist ein ­Newcomer: Behrens hatte erst vor wenigen Wochen Bronze bei den Deutschen Jugendmeisterschaften gewonnen, Schmidt ist mit einem anderen Pferd für die Weltmeisterschaft qualifiziert und Johannsen ist nicht nur Titelverteidiger, sondern gewann die Landesmeisterschaft mit seiner Frieda in diesem Jahr schon zum zehnten Mal in Folge. Die 17-jährige Stute wird nun in den Ruhestand entlassen. „Einen grandioseren Abschied kann man nicht feiern“, befand Schmidt und freute sich über den Vizelandesmeistertitel, nachdem sie das Gelände gewonnen hatte.

Im abschließenden Kegelfahren war es für Behrens am besten gelaufen. Mit drei Fehlern lag er auf Platz drei der Prüfung. Auch in der Endabrechnung wurde der 24-jährige Hufschmied Dritter und war damit mehr als zufrieden: „Das Highlight war meine tolle Dressur. Ich hatte ein super Fahrgefühl“, schwärmte er und freute sich besonders über seine erste M-Platzierung.

Mehrere Titel verteidigt

Eine zweite Titelverteidigung gab es bei den Pferdezweispännern. Jan Tödt vom Reit- und Fahrverein Langstedt-Bollingstedt, Kreis Schleswig-Flensburg, entschied alle drei Teilprüfungen für sich. Auch er hat schon mehrfach den Titel in dieser Anspannung gewonnen. Vizemeister wurde Hartmut Brehmer vor Christoph Wes­trich.

Bei den Ponyeinspännern ging der Sieg in der kombinierten Prüfung an die Dänin Lisa Halkjaer, die für die Pferdesportgemeinschaft Süderlügum, Kreis Nordfriesland, fährt und alle Teilprüfungen gewann. Auch sie ist keine Unbekannte im Land zwischen den Meeren und holte sich schon mehrfach den Titel. Vizelandesmeisterin wurde Miriam Voth mit ihrem ebenfalls bewährten Imano. Jörn Rennebach kam auf den dritten Platz. Der Titelverteidiger war mit Asterhof‘s Leonardo nicht ganz so gut ins Turnier gestartet, konnte dann aber im Gelände mit einem zweiten Platz aufholen.

Rennebach startete auch noch bei den Ponyzweispännern und holte sich hier Silber hinter Sandra Bies von den Gespannfahrern Steinburg. Als Dritte reihte sich die Fahrtrainerin Susan Gollmer ein. Nur zwei Fahrer traten zur Landesmeisterschaft der Ponyvierspänner an. Peter Heuser konnte sich erneut den Titel sichern. Christian Rausch fuhr auf Platz zwei.

Die Weltranglistensechste, Mareike Harm aus Negernbötel, Kreis Segeberg, ging bei den Pferdevierspännern an den Start und sicherte sich den Titel mit ihren Nachwuchspferden. Lediglich im Gelände musste sie dem am Ende zweitplatzierten Robert Blender den Vortritt lassen.

Doppelt im Einsatz

Auf Platz drei fuhr der Turnierleiter Hans-Peter Goldnick aus Nehms, Kreis Segeberg, der mit seinem Ergebnis nicht ganz so glücklich war. „Wenn ich im Gelände etwas weniger zögernd gefahren wäre, dann hätte ich das gewinnen können“, resümierte Goldnick, der eigentlich den Vizetitel angepeilt hatte. Doch so ganz konzentriert sei er am Ende nicht gewesen. „Wenn Sie die Aufsicht über so ein Turnier haben, dann müssen Sie auch da sein“, stellte er fest. Gleichzeitig alles zur organisieren und auf dem Kutschbock zu sitzen, sei einfach zu viel.

Wie er es im nächsten Jahr regeln wird, weiß er noch nicht. „Ich würde mir wünschen, dass wir die Organisation des Turniers auf mehr Schultern verteilen können“, sagte er mit dem Blick auf die Zukunft. Es bräuchte einfach mehr Menschen, die sich in ihrem Bereich zuständig fühlten. Doch hier fehle der motivierte Nachwuchs. Dabei sei das Turnier insgesamt großartig gewesen. „Es ist toll, was wir da auf die Beine gestellt haben. Es gab so viele schöne Bilder. Der Höhepunkt war sicherlich die Siegerehrung in der Abendsonne mit den ganzen schön herausgebrachten Gespannen“, schwärmte Goldnick.

Da konnte ihm Kurt-S. Becker nur zustimmen: „Es war ein harmonisches Turnier ohne Unfälle“, resümierte der Pressesprecher der veranstaltenden Fahrergemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg. Nachdem es am Sonnabend während der Geländeprüfungen sehr heiß gewesen war, freuten sich alle Fahrer am Sonntag über die niedrigeren Temperaturen und viele Zuschauer auf dem Landesturnierplatz. „Am Ende sind viele Favoriten ihrer Rolle gerecht geworden“, so Becker.

Duftgarten auf kleinem Raum anlegen

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Warme Sommertage sind am schönsten, wenn es überall toll riecht. Lieblich-süße Noten, würzige Aromen – diese wohltuenden Erlebnisse sollte man nicht dem Zufall überlassen. In Form von Duftecken und -inseln kann man ganz gezielt Bereiche dafür schaffen. Damit lockt man auch Schmetterlinge, Hummeln und Bienen an. Man wähle für ein solches Beet einen sonnigen und warmen Standort. Hier gedeihen die Pflanzen ideal und bilden ein intensives Aroma aus.

Bei der Planung eines Duftgärtchens sollten die Pflanzen als Gemeinsamkeit jedoch nicht nur einen sonnigen Standort bevorzugen. Auch die Wuchshöhen, Blattstrukturen und Blütenfarben passen im Idealfall perfekt zusammen. Zudem gilt es, die unterschiedlichen Duftnoten zu bedenken. Je nach Art und Sorte treten die Aromen mehr oder weniger stark hervor.

Es ist wichtig, dass duftstarke Konkurrenz nicht den zarten Flieder- oder Rosenduft überlagert. Ein Übermaß stark duftender Pflanzen nebeneinander kann schnell zu viel des Guten werden. Pflanzen, die zu unterschiedlichen Tageszeiten duften, bieten eine Lösung für dieses Dilemma. So verströmen Nachtkerzen erst am Abend ihren Duft, Rosen hingegen tagsüber. Andere Pflanzen setzen ihr Aroma erst bei Berührung der Blätter frei. Eine Variante zum reinen Duftbeet oder der Duftecke stellt die Streuung von ein paar Duftpflanzen in bereits vorhandene Beete dar. Dann gibt’s überall im Garten immer wieder mal etwas zu schnuppern.

Duftnessel ‚Blue Fortune‘ trägt ihren Namen völlig zu Recht. Foto: Karin Stern

Die nachfolgend beschriebenen Stauden lassen sich prima in einem kleinen Duftbeet vergemeinschaften. An die Ränder werden die niedrigen Arten gepflanzt und die höheren Arten im Beet verteilt. Ziel ist eine dem Auge wohlgefällige Höhenstaffelung. Die Blaunessel ‚Blue Fortune‘ (Agastache-rugosa-Hybride) eignet sich mit ihren 80 cm Wuchshöhe perfekt als etwas höherer Blickfang. Die Staude gilt als Insektenmagnet und lockt während ihrer Blütezeit von Juli bis September besonders viele Schmetterlinge an. Die intensiv violettblauen Blütenrispen fallen schon von Weitem ins Auge. Tipp: Der Bodenbereich wird im Winter mit etwas Laub abgedeckt und die Horste werden nach drei Jahren geteilt, um die Vitalität der Staude zu erhalten.

Auch Middendorffs Taglilie (Hemerocallis middendorffii), manchmal als Wild-Taglilie angeboten, eignet sich prima als etwas höhere Leitstaude im Duftbeet. Sie bringt bereits von Mai bis Juni mit trichterförmigen, dottergelben Blüten Duft und Farbe ins Beet. Der Flor steht deutlich über dem dichtbuschigen Laubschopf, fällt also hervorragend ins Auge. Unter günstigen Witterungsbedingungen kommt es im September zu einer Nachblüte. Middendorffs Taglilie bevorzugt einen nährstoffreichen Boden. Man versorgt die Pflanze daher zum Austrieb mit einem Langzeitdünger für Stauden. Tipp: Die Blüten der 40 cm hohen Taglilie sind sogar essbar.

Mit dem Tautropfengras lassen sich schöne Akzente setzen. Foto: Karin Stern

Tautropfen-Gras ‚Cloud‘ (Sporobolus heterolepis) ist eine 40 bis 70 cm hohe Auslese, deren filigraner Wuchs mit auflockernder Wirkung überzeugt. Dieses Gras mit seiner Weichzeichnerfunktion bekommt am besten einen Platz am Beetrand. Die intensiv rot gefärbten Stiele treten nur bei dieser Sorte auf. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit, denn die Blütenwolke verströmt einen süßen Honigduft, der sich im Abblühen in Richtung Koriander verändert. Vielleicht wird die Auslese deshalb auch unter dem Namen ‚Duftwolke‘ angeboten. Einmal etabliert, kommt ‚Cloud‘ mit trockenem oder feuchtem Boden gleichermaßen zurecht. Es braucht jedoch ein paar Jahre Geduld bis zur Ausbildung eines üppigen Horstes. Dafür ist das Gras dann äußerst langlebig.

Für den Rand des Duftbeetes eignen sich niedrigere Stauden wie die Gefüllte Teppich-Kamille ‚Plena‘ (Chamaemelum nobile) oder der Rundblättrige Gartenthymian ‚Purpurteppich‘ (Thymus praecox). Er wird am besten in kleinen Tuffs von drei Pflanzen gesetzt. Die flachen Matten bilden zur Blütezeit von Juli bis August einen leuchtenden Akzent. Die purpurroten Blüten ziehen nicht nur Wildbienen magisch an. Tipp: Lehmhaltigen Boden unbedingt mit Sand oder Schotter abmagern. Die Gefüllte Teppich-Kamille ‚Plena‘ wächst mit 20 cm etwas höher als der Thymian. Von Juni bis August präsentiert sie ihre weißen, radförmigen Blüten, die einen angenehmen Duft verströmen. Als wintergrüne Pflanze bringt sie auch noch in der kalten Jahreszeit etwas Farbe in den Garten. Tipp: Alle zwei bis drei Jahre teilen und dabei schwache Wurzeln und Triebe entfernen. So bleiben Wuchs- und Blühkraft erhalten.

Thymianblüten werden gerne von Insekten besucht. Foto: Karin Stern

Weitere empfehlenswerte Duftpflanzen:

Graublatt-Färberkamille ‚Susanna Mitchel‘ (Anthemis tinctoria): cremeweiße Blüte mit gelbem Zentrum von Juni bis September, 60 cm hoch

Graue Färberkamille ,Susanna Mitchell‘ lässt sich durch die dezente Farbgebung leicht mit Pflanzpartnern arrangieren. Foto: Karin Stern

Pflaumen-Schwertlilie (Iris graminea): purpurviolette Blüte von Mai bis Juni, 30-40 cm hoch, duftet nach reifen Pflaumen

Berg-Flockenblume ‚Carnea‘ (Centaurea montana): rosafarbene Blüte von Mai bis Juli, 40-50 cm hoch, leichter Pfirsich-Duft

Flockenblume ,Purple Heart‘ fällt mit der filigranen weißen Blüte und dem purpurnem Herz ins Auge. Ihr Duft ist nicht so ausgeprägt wie bei ,Carnea‘. Foto: Karin Stern

Bergminze ‚Blue Cloud‘ (Calamin­tha nepata): blauviolette Blüte von Juni bis August, teils Nachblüte im September, 40-60 cm hoch, herbes Minz-Aroma

Niedrige Katzenminze ‚Odeur Citron‘ (Nepeta racemosa): blauviolette Blüte von April bis Juli, Nachblüte im September möglich, 30 cm hoch, erfrischender Zitronenduft, wird von Katzen gemieden

Niedrige Katzenminze passt gut an den Beetrand. Foto: Karin Stern

Kleine Federnelke ‚Sweetness‘ (Dianthus plumarius Nanus): variable Sämlingssorte mit Blüten im Rosa- und Rotspektrum, 20 cm hoch, Blüte von Juni bis Juli, starkwürziger Nelkenduft

Polster-Goldlack ‚Altgold‘ (Erysimum pulchellum): orangegelbe Blüte von Mai bis Juli, maximal 10 cm hoch, auf magerem und kalkhaltigem Boden gut ausdauernd, dichte, wintergrüne Polster

Niedriger Polster-Goldlack leuchtet mit der Sonne um die Wette. Foto: Karin Stern

Milchpreisvergleich

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Die Auszahlungspreise der schleswig-holsteinischen Meiereien stiegen im Monat Juli durchschnittlich um 0,89 ct/kg an. Die angelieferten Milchmengen gingen hingegen weiter zurück und lagen nun unterhalb des Vorjahresniveaus.

Die Grundpreise bewegen sich hierzulande zwischen 43 und 47 ct/kg. Die Spanne hat sich im Vergleich zum Vormonat somit wieder vergrößert, indem der obere Bereich der Preisespanne angehoben wurde. Somit verzeichnet der Norden im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet den höchsten Anstieg. In Süddeutschland bleibt die Spanne zwischen 43 und 48 ct/kg. Im Osten werden nun 44 ct erreicht und in Westdeutschland hat sich die Spanne sowohl nach unten als auch nach oben erweitert und liegt nun im Bereich von 42 bis 45 ct/kg.

Milchanlieferung rückläufig

Nachdem die Milchanlieferung Anfang Juli leicht angestiegen ist, hat sich der Rückgang der Anlieferung ab Mitte des Monats beschleunigt und die Vorjahreslinie unterschritten. In der 31. Kalenderwoche betrug der Rückgang 0,7 % zur Vorwoche. Die Vorjahreslinie wurde in der Woche um 0,9 % unterschritten. In der Summe der ersten 31 Kalenderwochen dieses Jahres lieferten die Landwirte in Deutschland nahezu die gleiche Menge an Milch an die Meiereien wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Gehalt an Inhaltsstoffen in der angelieferten Milch ist nach wie vor sehr niedrig. Dementsprechend notieren die Kurse sowohl für abgepackte Butter als auch für Blockware erneut fester. Allerdings sind gerade bei der Formbutter aufgrund von laufenden Kontrakten kaum Preisanpassungen möglich. Dementsprechend unverändert zeigen sich auch die Verkaufspreise des Lebensmitteleinzelhandels für das 250-g-Päckchen. Bei Blockbutter ist von einem höheren Kaufinteresse die Rede, aber aufgrund der hohen Preisforderungen kamen Abschlüsse für kurzfristige Lieferungen nur in sehr begrenztem Umfang zustande.

Pulvermarkt impulslos

Der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität setzt seinen ruhigen Geschäftsverlauf fort. Es kam vereinzelt zu Abschlüssen, um kurzfristige Bedarfe zu decken, daher überwogen zuletzt steigende Tendenzen. Im Gegensatz dazu tritt der Markt für MMP in Futtermittelqualität nach wie vor auf der Stelle. Es fehlen hier belebende Impulse. Vereinzelt kam es zu Abschlüssen, aber nur auf dem bisherigen Preisniveau. Dies spiegeln auch die Kurse für Magermilchpulver an der EEX in Leipzig wider. Hier liegen die Kurse schon seit Anfang Juli nahezu unverändert auf dem sehr niedrigen Niveau von eben über 2.400 €/t. Auch der Markt für Vollmilchpulver ist weiterhin ruhig, hier kam es aber aufgrund der kontinuierlich ansteigenden Kurse zu Neugeschäften in überschaubarem Umfang. Dabei wurden die deutlich höheren Forderungen der Hersteller auch überwiegend akzeptiert. Ähnliche Kursverläufe zeigen sich auch beim Molkenpulver. Hier kam es daher auch zu Abschlüssen, aber vorrangig für spätere Liefertermine. Im gesamten Pulverbereich herrscht allerdings kein Verkaufsdruck, da der knappe Rohstoff momentan bevorzugt in andere Bereiche gelenkt wird.

Käse tendenziell fester

Im Käsebereich stellt sich die Lage aktuell zwar weitestgehend unverändert dar, aber die Tendenzen zeigen deutlich nordwärts. So ist der Rohstoff aufgrund der sinkenden Milchanlieferung und der niedrigen Inhaltsstoffe knapp. Da der größte Teil der Milch aktuell in die derzeit sehr lukrative Frischeproduktion läuft, werden im Käsebereich aktuell nur bestehende Kontrakte bedient. Diese werden sowohl aus dem Lebensmitteleinzelhandel als auch von den südeuropäischen Marktteilnehmern ohne Verzögerung abgerufen. Die Lagerbestände sind derzeit sehr gering und entsprechend jung. Zusätzliche Anfragen konnten daher zuletzt so gut wie gar nicht mehr bedient werden. Dies macht sich aktuell in steigenden Notierungen bemerkbar.