Wer lange Freude an Stauden haben möchte, kauft Arten und Sorten, die hinsichtlich ihrer Ansprüche an Licht und Boden zum geplanten Standort passen. Doch ob sich die Pflanzen von Anfang an gut entwickeln, hängt auch davon ab, in welchem Zustand sie nach Hause kommen. Daher lohnt sich ein sorgfältiger Blick auf oberirdische und unterirdische Pflanzenteile. Denn kräftige, gesunde Stauden wachsen zügig nach dem Auspflanzen an und erfreuen bereits im nächsten Jahr mit ihrem Blütenflor.
Beim Staudenkauf in einer guten Gärtnerei kann man weitgehend sicher sein, Qualitätsware zu erhalten. Ob es sich darum handelt, ist gar nicht so einfach zu erkennen. Schließlich sehen die Pflanzen je nach Jahreszeit ganz unterschiedlich in ihren Töpfen aus. Später im Herbst färben sich die Blätter gelb und braun ein und im Winter ist kaum etwas von der Pflanze zu erkennen. Im Frühjahr zeigt sich zaghaft das erste Grün, das sich bis zum Sommer in ein prachtvolles Blüten- und Blätterkleid verwandelt.
Wichtig zu wissen: Nur gesunde, abgehärtete Pflanzen wachsen im Garten schnell an und entwickeln sich zügig weiter. Pflanzen und Topferde müssen frei von Krankheiten, Schädlingen, Unkräutern und Moosen sein. Alle oberirdischen Teile sollten der Jahreszeit entsprechend ausgebildet sein. Als wichtiges Qualitätsmerkmal gelten die Wurzeln. Zieht man den Ballen vorsichtig aus dem Topf, lässt sich mit einem Blick feststellen, ob er gleichmäßig durchwurzelt ist. Die Wurzelspitzen sollten hell sein, die Wurzeln ausreichend Platz im Topf finden. Ein paar Wurzelspitzen dürfen aber aus den Abzugslöchern am Topfboden herausschauen. Auch ein Blick auf das Etikett lohnt sich. Hier finden sich Angaben über Pflanzenart, Sortenname, Blühzeit, Wuchshöhe und Standortansprüche an Boden sowie Licht. Aus Samen herangezogene Stauden sind auf manchen Etiketten mit einem „S“ gekennzeichnet.
Ein weiteres Qualitätskriterium stellt die Topfgröße dar. In einen 7er-Topf (7 x 7 cm) gehören breit wachsende Polsterstauden wie Pfennigkraut, Mauerpfeffer und Katzenpfötchen sowie schwach wachsende Kleinstauden wie Grasnelke oder Hauswurz. Im 8er-Topf (8 x 8 cm) werden ebenfalls breit wachsende Polsterstauden (zum Beispiel Blaukissen, Polsterphlox) und niedrige, nicht polsterbildende Stauden (zum Beispiel Kissenaster, Ziest) sowie Farne, Gräser, Sumpf- und Wasserpflanzen angeboten. In den 9er-Topf (9 x 9 cm) gehören halbhohe bis hohe Stauden, Farne und Gräser wie Federborstengras, Prachtspiere oder Königsfarn sowie Seerosen für die Flachwasserzone. Der 11er-Topf ist ideal für hohe, austriebsfreudige Gräser wie Pampasgras, Chinaschilf und Seerosen für tieferen Wasserstand.
Bei diesen Größenangaben handelt es sich um die Mindestmaße. Manche Staudengärtner verwenden sogar als kleinste Größe den 9er-Topf. Das Ergebnis sind oft wüchsigere und größere Pflanzen. Die beste Pflanzenqualität nützt jedoch nur etwas, wenn die Staude an den richtigen Standort gepflanzt wird. Daher sollte beim Kauf unbedingt auf die erforderliche Bodenart und die Lage geachtet werden. Informationen darüber finden sich auf den bunten Plastiketiketten im Staudentopf.
Stauden aus Containern und Töpfen können nahezu ganzjährig gepflanzt werden. Ungeeignete Termine liegen im trocken-heißen Hochsommer und kurz vor einer Frostperiode – beides Bedingungen, die selbst robuste Pflanzen absterben lassen können. Viele Gärtner bevorzugen aus guten Gründen den September als Pflanztermin. Die sommerliche Hitze ist vorbei und bis zum Frost haben die Stauden noch genügend Zeit zum Einwurzeln. Im folgenden Frühjahr können die Neuzugänge im Staudenbeet sofort „durchstarten“. Einzig winterempfindliche Stauden wie die Herbstanemone und Ziergräser pflanzt man besser erst im Frühjahr von März bis April, je nach Witterung. Leider trocknen die Stauden in ihren Töpfen schnell aus. Daher wird der Topf vor dem Pflanzen in einen Wassereimer getaucht, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Der feuchte Ballen lässt sich viel leichter entnehmen. Störende, aus den Abzugslöchern herausschauende Wurzeln schneidet man einfach mit einem scharfen Messer ab. Sehr dichte Wurzelballen werden im unteren Bereich etwas mit den Fingern geöffnet. Dies regt die Bildung neuer Wurzeln an. Es empfiehlt sich, den Boden rund um die Pflanzstelle in der Anfangszeit unkrautfrei zu halten und starkwüchsige Nachbarn etwas zu bremsen.
Tipp: Pflanzenkauf kann ganz schön ins Geld gehen, vor allem wenn es sich um neue oder seltene Sorten aus Spezialgärtnereien handelt. Günstiger kommt man auf Pflanzenflohmärkten oder Tauschbörsen weg, die häufig im Frühjahr und Herbst von Privatinitiativen wie den Offenen Gärten angeboten werden. Auch in der eigenen Nachbarschaft ergibt sich so manche Tauschaktion. Einige Pflanzenhändler im Internet bieten bei Vorbestellung im Winter einen Rabatt von 10 bis 15 % auf den Kaufpreis. Die Lieferung erfolgt dennoch erst im Frühjahr. Auch im Gartenmarkt lohnt sich jetzt zum Saisonende das Ausschauhalten nach reduzierter Ware. Schnäppchen lassen sich hier nicht nur bei Stauden, sondern auch bei Blumenzwiebeln, Gehölzen und Keramik ergattern.




