Warme Sommertage sind am schönsten, wenn es überall toll riecht. Lieblich-süße Noten, würzige Aromen – diese wohltuenden Erlebnisse sollte man nicht dem Zufall überlassen. In Form von Duftecken und -inseln kann man ganz gezielt Bereiche dafür schaffen. Damit lockt man auch Schmetterlinge, Hummeln und Bienen an. Man wähle für ein solches Beet einen sonnigen und warmen Standort. Hier gedeihen die Pflanzen ideal und bilden ein intensives Aroma aus.
Bei der Planung eines Duftgärtchens sollten die Pflanzen als Gemeinsamkeit jedoch nicht nur einen sonnigen Standort bevorzugen. Auch die Wuchshöhen, Blattstrukturen und Blütenfarben passen im Idealfall perfekt zusammen. Zudem gilt es, die unterschiedlichen Duftnoten zu bedenken. Je nach Art und Sorte treten die Aromen mehr oder weniger stark hervor.
Es ist wichtig, dass duftstarke Konkurrenz nicht den zarten Flieder- oder Rosenduft überlagert. Ein Übermaß stark duftender Pflanzen nebeneinander kann schnell zu viel des Guten werden. Pflanzen, die zu unterschiedlichen Tageszeiten duften, bieten eine Lösung für dieses Dilemma. So verströmen Nachtkerzen erst am Abend ihren Duft, Rosen hingegen tagsüber. Andere Pflanzen setzen ihr Aroma erst bei Berührung der Blätter frei. Eine Variante zum reinen Duftbeet oder der Duftecke stellt die Streuung von ein paar Duftpflanzen in bereits vorhandene Beete dar. Dann gibt’s überall im Garten immer wieder mal etwas zu schnuppern.
Die nachfolgend beschriebenen Stauden lassen sich prima in einem kleinen Duftbeet vergemeinschaften. An die Ränder werden die niedrigen Arten gepflanzt und die höheren Arten im Beet verteilt. Ziel ist eine dem Auge wohlgefällige Höhenstaffelung. Die Blaunessel ‚Blue Fortune‘ (Agastache-rugosa-Hybride) eignet sich mit ihren 80 cm Wuchshöhe perfekt als etwas höherer Blickfang. Die Staude gilt als Insektenmagnet und lockt während ihrer Blütezeit von Juli bis September besonders viele Schmetterlinge an. Die intensiv violettblauen Blütenrispen fallen schon von Weitem ins Auge. Tipp: Der Bodenbereich wird im Winter mit etwas Laub abgedeckt und die Horste werden nach drei Jahren geteilt, um die Vitalität der Staude zu erhalten.
Auch Middendorffs Taglilie (Hemerocallis middendorffii), manchmal als Wild-Taglilie angeboten, eignet sich prima als etwas höhere Leitstaude im Duftbeet. Sie bringt bereits von Mai bis Juni mit trichterförmigen, dottergelben Blüten Duft und Farbe ins Beet. Der Flor steht deutlich über dem dichtbuschigen Laubschopf, fällt also hervorragend ins Auge. Unter günstigen Witterungsbedingungen kommt es im September zu einer Nachblüte. Middendorffs Taglilie bevorzugt einen nährstoffreichen Boden. Man versorgt die Pflanze daher zum Austrieb mit einem Langzeitdünger für Stauden. Tipp: Die Blüten der 40 cm hohen Taglilie sind sogar essbar.
Tautropfen-Gras ‚Cloud‘ (Sporobolus heterolepis) ist eine 40 bis 70 cm hohe Auslese, deren filigraner Wuchs mit auflockernder Wirkung überzeugt. Dieses Gras mit seiner Weichzeichnerfunktion bekommt am besten einen Platz am Beetrand. Die intensiv rot gefärbten Stiele treten nur bei dieser Sorte auf. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit, denn die Blütenwolke verströmt einen süßen Honigduft, der sich im Abblühen in Richtung Koriander verändert. Vielleicht wird die Auslese deshalb auch unter dem Namen ‚Duftwolke‘ angeboten. Einmal etabliert, kommt ‚Cloud‘ mit trockenem oder feuchtem Boden gleichermaßen zurecht. Es braucht jedoch ein paar Jahre Geduld bis zur Ausbildung eines üppigen Horstes. Dafür ist das Gras dann äußerst langlebig.
Für den Rand des Duftbeetes eignen sich niedrigere Stauden wie die Gefüllte Teppich-Kamille ‚Plena‘ (Chamaemelum nobile) oder der Rundblättrige Gartenthymian ‚Purpurteppich‘ (Thymus praecox). Er wird am besten in kleinen Tuffs von drei Pflanzen gesetzt. Die flachen Matten bilden zur Blütezeit von Juli bis August einen leuchtenden Akzent. Die purpurroten Blüten ziehen nicht nur Wildbienen magisch an. Tipp: Lehmhaltigen Boden unbedingt mit Sand oder Schotter abmagern. Die Gefüllte Teppich-Kamille ‚Plena‘ wächst mit 20 cm etwas höher als der Thymian. Von Juni bis August präsentiert sie ihre weißen, radförmigen Blüten, die einen angenehmen Duft verströmen. Als wintergrüne Pflanze bringt sie auch noch in der kalten Jahreszeit etwas Farbe in den Garten. Tipp: Alle zwei bis drei Jahre teilen und dabei schwache Wurzeln und Triebe entfernen. So bleiben Wuchs- und Blühkraft erhalten.
Weitere empfehlenswerte Duftpflanzen:
Graublatt-Färberkamille ‚Susanna Mitchel‘ (Anthemis tinctoria): cremeweiße Blüte mit gelbem Zentrum von Juni bis September, 60 cm hoch
Pflaumen-Schwertlilie (Iris graminea): purpurviolette Blüte von Mai bis Juni, 30-40 cm hoch, duftet nach reifen Pflaumen
Berg-Flockenblume ‚Carnea‘ (Centaurea montana): rosafarbene Blüte von Mai bis Juli, 40-50 cm hoch, leichter Pfirsich-Duft
Bergminze ‚Blue Cloud‘ (Calamintha nepata): blauviolette Blüte von Juni bis August, teils Nachblüte im September, 40-60 cm hoch, herbes Minz-Aroma
Niedrige Katzenminze ‚Odeur Citron‘ (Nepeta racemosa): blauviolette Blüte von April bis Juli, Nachblüte im September möglich, 30 cm hoch, erfrischender Zitronenduft, wird von Katzen gemieden
Kleine Federnelke ‚Sweetness‘ (Dianthus plumarius Nanus): variable Sämlingssorte mit Blüten im Rosa- und Rotspektrum, 20 cm hoch, Blüte von Juni bis Juli, starkwürziger Nelkenduft
Polster-Goldlack ‚Altgold‘ (Erysimum pulchellum): orangegelbe Blüte von Mai bis Juli, maximal 10 cm hoch, auf magerem und kalkhaltigem Boden gut ausdauernd, dichte, wintergrüne Polster



