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Milchpreisvergleich

Milchanlieferung sinkt deutlich
Von Björn Wiencken, LKSH-Markt
Foto: Pixabay

Die anhaltend hohen Temperaturen führen zu einer sinkenden Milchanlieferung. Auch die Inhaltstoffe sind deutlichzurück gegangen. Die Milchauszahlungspreise tendieren dabei in unterschiedliche Richtungen. Die meisten Meiereien haben ihre Auszahlungspreise allerdings unverändert gelassen. Zwei Meiereien haben ihre Auszahlungspreise um 1 bis 2 ct nach unten korrigiert, während vier Meiereien ihren Auszahlungspreis um 1 bis 2 ct angehoben haben.

Der Durchschnittspreis liegt nun bei 36,01 ct/kg und damit um 0,27 ct über dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich aber immer noch zwischen 30,20 und 40 ct/kg und bleibt damit unverändert zum Vormonat. Auch in Süddeutschland ist die Spanne unverändert geblieben. Hier werden weiterhin zwischen 31,46 und 40,40 ct/ kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 31,50 und 38,20 ct/ kg. Hier hat sich die Spanne somit erneut nach oben hin vergrößert. Bei den westdeutschen Meiereien liegt die Spanne im Bereich von 33 bis 38,40 ct/kg und hat sich somit etwas verkleinert.

Spotmärkte deutlich freundlicher

Infolge der Hitzewelle und der weiter anhaltenden sommerlichen Temperaturen reagieren vor allem die Flüssigmärkte, da hier ein deutlich niedrigeres Rohstoffaufkommen zu verzeichnen ist. So bewegt sich der Rohmilchpreis auf dem Spotmarkt nun sogar leicht über dem durchschnittlichen Milchpreis. Infolge der knapper werdenden Inhaltstoffe reagierten auch Sahne und Industrierahm mit deutlich positiven Tendenzen. Noch deutlicher zeigte sich allerdings der Anstieg beim Magermilchkonzentrat. Hier werden inzwischen Mehrjahres-Höchststände erreicht. Bei Butter gibt es saisonbedingt keine Impulse, Käse muss trotz sehr guter Nachfrage und geringer Lagerbestände weitere Abschläge hinnehmen. Aber auch hier sind die ganz niedrigen Preise vom Markt verschwunden. Im Pulverbereich verzeichnen die amtlichen Notierungen an der Butter- und Käsebörse leichte Aufschläge, allerdings wird in den Sommermonaten traditionell recht wenig Ware gehandelt. So wurden auch die zuerst deutlich gestiegenen Magermilchpulverkurse an der EEX relativ schnell wieder eingefangen. Deutlichere Effekte werden hier erst erwartet, wenn sich die sommerlichen Temperaturen weiterhin fortsetzen. Deutlich negative Vorzeichen kommen von der Global Dairy Exchange. Hier verlor der Gesamtindex 4,9 %. Zurückzuführen war dies hauptsächlich auf schwächere Kurse im Bereich Pulver und Butter. EU-Ware bleibt aber weiterhin konkurrenzfähig bei einem knapper werdenden Angebot. Entsprechend könnte das Kaufinteresse besonders für das vierte Quartal trotz der Urlaubssaison in den nächsten Wochen wieder deutlich zunehmen. Dabei wird aufgrund des gefallenen Rohstoffaufkommens auch erheblich weniger Handelsvolumen zur Verfügung stehen.

Wie geht es weiter?

Der Ausblick auf die nächsten Monate hängt entscheidend vom weiteren Verlauf des Sommers ab. Bleibt es bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen, dürfte sich die angelieferte Milchmenge bei anhaltend niedrigen Inhaltsstoffen relativ schnell weiter nach unten entwickeln.

Dies würde die Handelsaktivitäten deutlich in Schwung bringen und die Verhandlungsposition der Meiereien stärken. Die Marke von 40 ct dürfte dann bereits im Herbst wieder zu knacken sein und nicht erst zum Jahreswechsel. Der ife-Börsenmilchwert sieht diese Marke momentan im September oder Oktober erreicht. Da langfristig gesehen allerdings nicht wieder mit einem so knappen Milchaufkommen wie zu Zeiten der Blauzungen-Krankheit zu rechnen ist und sich die Milchkuhbestandszahlen stabilisieren, sind aus heutiger Sicht langfristig kaum mehr als 45 ct im Durchschnitt der Milchauszahlungspreise der schleswig-holsteinischen Meiereien erreichbar. Die entscheidende Stellschraube, um diese Marktsituation zu verbessern oder zu verschlechtern, ist und bleibt also das Milchaufkommen.

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