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Sommer-Phlox bevorzugt feuchten Halbschatten

Opulente Blütenkuppeln in tollen Farben
Von Karin Stern
Die benachbarte Schafgarbe bietet den Blütenstielen etwas Halt. Foto: Karin Stern

Der Hohe Sommer-Phlox bietet mit verschiedenen Wuchshöhen und unterschiedlichen Blütezeiten viel Gestaltungspotenzial. Der facettenreiche Flor in tollen Farben begeistert entweder Ton in Ton oder kontrastreich kombiniert. Und für eher trockenere und sandigere Standorte lohnt sich ein Experiment mit den alten Sorten des Züchters Karl Foerster.

Der Sommer-Phlox (Phlox paniculata), manchmal auch als Stauden-Phlox bezeichnet, führt sich leider manchmal wie eine Diva auf. Bei schwankender Wasserversorgung, Nährstoffmangel oder auch einem nicht ganz optimalen Standort kann die Staude schon einmal in Stress geraten. Das äußert sich in einer höheren Anfälligkeit für typische Phlox-Krankheiten wie Mehltau oder in einem Befall mit Älchen. Diese saugen an den Blättern, die dann verkümmern. Da der Sommer-Phlox aus den Auwaldgebieten Nordamerikas stammt, bevorzugt er einen feuchten Halbschatten. Im Garten gibt man der Staude daher am besten einen absonnigen bis lichtschattigen, eher kühlen Standort mit lehmigem, humosem und nährstoffreichem Boden.

Die Blüten von ‚Peppermint Twist‘ erinnern farblich an Zuckerstangen. Foto: Karin Stern
‚Weiße Wolke‘ zeigt reinweiße ­Blüten. Foto: Karin Stern
Sommer-Phlox ‚Eva Cullum‘ bildet rosafarbene Blüten mit rotem Auge. Foto: Karin Stern


Die Sorte ‚Kirmesländer‘ wurde von Karl Foerster gezüchtet. Foto: Karin Stern

Erfahrungsgemäß sind die alten Sorten des Züchters Karl Foerster besser an trockenere und sandigere Böden angepasst. Sie vertragen auch ein paar Sonnenstrahlen mehr. ‚Düsterlohe‘ passt als eine der dunkelsten violetten Sorten schön zu gelben Blüten wie denen der Kandelaber-Königskerze (Verbascum olympicum). Die lachsrosafarbenen Blüten mit dem weißen Auge von ‚Eva Foerster‘ machen sich gut zu Funkien (Hosta) und Hortensien (Hydrangea). Ausgesprochen attraktiv wirken auch verschiedene Sorten nebeneinander, beispielsweise die Kombination aus ‚Kirmesländer‘ und ‚Rosa Pastell‘.

Doch auch am optimalen Standort bleibt Sommer-Phlox ein wenig wankelmütig. Die Blüte fällt je nach saisonaler Witterung von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus. Wer gut mit solchen Überraschungen leben kann, wird am Sommer-Phlox seine Freude haben. Der Blühtermin streckt sich je nach Sorte von Ende Juni (‚Chione‘) bis Ende September (‚Herbstwalzer‘). Die Farben der opulenten, bis 120 cm hohen Blütenkuppeln umfassen eine Palette von reinem Weiß über Rosa und Lila bis hin zu Orange und Rot. Sogar Blautöne (wenn auch nicht ganz rein) sind mit Sorten wie ‚Blue Paradise‘ und ‚Donau‘ zu bekommen, doch ist diese Blütenfarbe nur selten zu sehen. Sie entwickelt morgens und abends die größte Leuchtkraft. Zudem bietet Sommer-Phlox weitere Vorteile, denn er ist sicher winterhart und langlebig. Lediglich alle fünf bis sieben Jahre sollte im Frühjahr oder Herbst eine Teilung vorgenommen werden. Nur die vitalen Randstücke werden erneut eingepflanzt.

Die hohen Sorten des Sommer-Phloxes eignen sich gut zur Gestaltung des Hintergrundes. Foto: Karin Stern
Große Flächen lassen sich mit Hohem Sommer-Phlox und Wasserdost pflegeleicht gestalten. Foto: Karin Stern


Gartengestalter verwenden Sommer-Phlox gern im Beethintergrund. Hier wirkt er fantastisch neben kerzenartig blühenden Stauden wie Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum) oder Ziergräsern wie Reitgras (Calamagrostis). Die etwas kahlen Füße des Sommer-Phloxes lassen sich prima mit Storchschnabel (Geranium) kaschieren. Im Bauerngarten macht er ebenfalls eine gute Figur. Seine großen Blüten unterstreichen die hier vorherrschende Üppigkeit. Auch als Zaungucker gefällt er zusammen mit farblich abgestimmten Stockrosen. Für Präriepflanzungen empfiehlt sich besonders die Sorte ‚Bright Eyes‘. Sie gilt als sehr anpassungsfähig und steckt auch regenarme Sommer gut weg. Die Blüte zeigt sich von Juli bis in den September hinein und verströmt einen zarten Duft.

Die weißblühenden Sorten haben eine aufhellende Wirkung. Foto: Karin Stern

Bei der Wahl der Pflanzpartner bieten sich vor allem Stauden an, die ein ähnliches Farbspektrum wie die gewählte Sorte aufweisen. Zur Auswahl stehen hier das zarte Schleierkraut ‚Rosenschleier‘ (Gypsophila paniculata), Storchschnabel (Geranium grandiflorum), Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea) oder die Karpaten-Glockenblume (Campanula). Doch auch die prächtigen Blüten der Königslilie (Lilium regale) oder des Staudenmohns (Papaver orientale) bieten sich als Begleiter an. Mutige probieren die Kombination mit gelb blühenden Stauden wie Sonnenhut (Rudbeckia) oder Sonnenauge (Heliopsis) zu pastellfarbenen Sorten des Sommer-Phloxes aus.

‚Nora Leigh‘ punktet mit panaschiertem Laub. Foto: Karin Stern

Tipp: Niedrige Stauden in direkter Nachbarschaft wie Funkien (Hosta) oder Taglilien (Hemerocallis) sorgen beim Sommer-Phlox nicht nur für „schattige Füße“, sondern stützen ihn zudem ein wenig ab. An exponierter Stelle können die hohen Stängel bei Wind knicken. Staudenstützen geben den Blütenkuppeln Halt.

Duftnessel und Sommer-Phlox ergänzen sich hier farblich. Foto: Karin Stern

Sortenempfehlungen für Sommer-Phlox:

‚Freudenfeuer‘: rötlich-orangefarbene Blüte von August bis September, 80 cm
‚Blue Paradise‘: „blauester“ Phlox, Blüte von Juli bis August, 80 cm
‚Schneerausch‘: reinweiße Blüte von Juli bis August, 100 cm
‚Uspech‘: violette Blüte mit weißem Stern von Juli bis September, 80 cm
‚Wildfang‘: weiß-rosafarbene Blüte von Juli bis August, 100 cm
‚Württembergia‘: rosa Blüte von Juni bis Juli, 90 cm, für Bauern­gärten

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