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Kleine Bäume ganz groß

Unterschiedliche Kronenformen wirkungsvoll einsetzen
Von Karin Stern
Die Weidenblättrige Birne wird wegen ihres attraktiven silbrig-grauen Laubes auch „Olive des Nordens“ genannt. Foto: Karin Stern

Als Kleinbäume bezeichnet man Gehölze mit einer Wuchshöhe zwischen 2 und maximal 10 m. In der Gartengestaltung stehen sie damit an der Grenze zu den Großsträuchern. Mit ihrer kompakten Wuchsform fügen sich Kleinbäume problemlos in jeden Gartenbereich ein. Dabei überzeugen sie optisch mit ganz unterschiedlichen Wuchsformen. Sie reichen von Kugelkronen über schlanken Säulenwuchs bis hin zu kaskadenartig herabhängenden Zweigen. Und natürlich schmückt sich so manches Exemplar mit attraktiven Blüten.

Kugelahorn ,Globosum‘ bildet eine dicht belaubte, kugelrunde Krone aus. Foto: Karin Stern

Das ganze Jahr über bilden Bäume das Grundgerüst des Gartens und gehören damit zu den unverzichtbaren Elementen auf dem Grundstück. Für die Gestaltung kleinerer Teilbereiche bieten Baumschulen eine breite Palette interessanter Bäume in kompakten Wuchsformen an. Sie finden im Gegensatz zu ihren großen Verwandten überall ein Plätzchen. Ein gutes Beispiel dafür sind die beliebten runden Kronen von Kugelahorn ‚Globosum‘ (Acer platanoides), der Kugelsteppenkirsche ‚Globosa‘ (Prunus fruticosa) und der Kugelakazie ‚Umbraculifera‘ (Robinia pseudoacacia). Manchmal wird Letztgenannte auch als Kugelrobinie angeboten. Alle drei Arten zeichnen sich nicht nur durch ihre platzsparende, attraktive Wuchsform aus, sondern sind zudem sehr pflegeleicht. Ihre Kronen bleiben auch ohne Schnitt gut in Form. Wer einen leichten Korrekturschnitt vornehmen oder die Kronen kompakter halten möchte, schneidet sie im Spätwinter zurück. Ein optisches Extra legt die Kugelsteppenkirsche mit ihrem reichen, leicht duftenden Blütenflor in Weiß noch obendrauf.

Die Säuleneibe bringt Grün in den dunklen, rotlaubigen Hintergrund.
Foto: Karin Stern

Die schlank wachsenden Säulenbäume sind wunderbare Gestaltungselemente. Von Natur aus zeichnen sie sich durch einen dichten Wuchs und straff aufrecht wachsende Äste aus. In Einzelstellung gepflanzt, ziehen sie den Blick auf sich, ohne dabei viel Schatten zu werfen. Die Reihenpflanzung bietet einen eindrucksvollen Anblick. Doch man sollte bedenken, dass Säulenförmige mit zunehmendem Alter ihre Gestalt verändern. Manche neigen nach vielen Jahren zu einer kegel- oder eiförmigen Krone. Immergrüne mit säulenförmigem Wuchs sorgen auch im Winter noch für viel Grün. Zu empfehlen sind hier Wacholder ‚Hibernica‘ (Juniperus communis), die Eibe ‚Fastigiata‘ (Taxus baccata) oder die kegelförmige Scheinzypresse ‚Ellwoodii‘ (Chamaecyparis lawsoniana). Sommerliches Grün in Verbindung mit frühjährlicher Blütenpracht und schlankem Wuchs bieten Zierkirsche ‚Amanogawa‘ (Prunus serrulata) mit einem fantastischen rosafarbenen Blütenmeer von April bis Mai und Eberesche ‚Fastigiata‘ (Sorbus aucuparia). Diese wirft zudem noch attraktiven herbstlichen Beerenschmuck in die Waagschale.

Hängende Kronen wie die der Weidenblättrigen Birne passen perfekt an den Teichrand. Foto: Karin Stern

Bäume mit hängenden Kronen setzen ruhige Blickpunkte im Garten. Solche Bäume werden manchmal als Trauer- oder Kaskadenbäume angeboten. Sie sind bei Weitem nicht so ausladend wie die Verwandten mit aufrechtem Wuchs. Gern gepflanzt wird in den vergangenen Jahren die Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia). Ihre malerische Form erreicht im Alter etwa 5 m in Höhe und Breite. Bei doppelter Reihenpflanzung lassen sich mit diesem pflegeleichten Gehölz wunderschöne Laubengänge ziehen. Zur Blütezeit wirkt die Hänge-Zierkirsche ‚Pendula‘ (Prunus subhirtella) spektakulär. Auch unter den Zieräpfeln (Malus) findet sich mit ‚Red Jade‘ eine Sorte mit hängender Krone. Aus den im Mai erscheinenden weißen Blüten entwickeln sich im Laufe des Sommers leuchtend rote Äpfelchen. Sie zieren bis weit in den Winter hinein, sofern sie nicht geerntet und verarbeitet werden. Recht bekannt dürfte die Hängende Kätzchenweide ‚Pendula‘ (Salix caprea) sein. Das schnittverträgliche Gehölze zeigt sich tolerant gegenüber allen Gartenböden. Unter den Trauerbirken (Betula pendula) empfiehlt sich mit 4 bis 7 m Wuchshöhe die Sorte ‚Youngii‘.

Tipp: In der Baumschule sollte man sich von den jungen, noch zierlich wirkenden Gehölzen nicht täuschen lassen und sich besser nach der endgültigen Höhe und Breite der Kleinbäume erkundigen.

Die kugelförmigen Kronen übernehmen hier die Funktion eines Torpfostens. Foto: Karin Stern
Die Sternmagnolie blüht nicht minder attraktiv als die Tulpenmagnolie, kommt aber mit weniger Platz aus.
Foto: Karin Stern
Die als Kugelbaum veredelte Kletterspindel sorgt für Struktur zwischen den Blattschmuckpflanzen.
Foto: Karin Stern


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