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Tafeltrauben – süß und fruchtig

So klappt es mit der Ernte
Von Karin Stern
Durch das Wegschneiden der schattierenden Blätter scheint die Sonne direkt auf die Trauben. Foto: Karin Stern

Speziell für den Verzehr gezüchtete Tafeltrauben sind ein ganz besonderer Genuss. Auch wenn der Norden Deutschlands nicht unbedingt als Weinanbaugebiet bekannt ist, gedeihen die frostharten Weinreben auch hier. Und mit ein paar Tricks lassen sich besonders große und süße Trauben ernten.

Wer den Anbau von Weintrauben ausprobieren möchte, wählt am besten eine der unten aufgeführten Sorten der Tafeltraube. Wichtigste Voraussetzung ist ein warmer, vollsonniger Standort, der ausreichend Wind- und Frostschutz bieten sollte. In Frage kommt dafür zum Beispiel eine geschützte Hauswand Richtung Südosten oder Südwesten. Der pH-Wert des Boden liegt im Idealfall zwischen 5 und 7,5. Eine lockere, tiefgründige und wasserdurchlässiger Beschaffenheit des Bodens ist ideal. Tipp: Keinesfalls in verdichteten oder mit Bauschutt durchsetzen Boden pflanzen. Im Zweifel besser in einem großen, sehr standfesten Kübel kultivieren.

In der laublosen Zeit ist die Erziehungsform gut erkennbar. Foto: Karin Stern

Trauben bilden sich an den einjährigen Trieben, die zweijährigem Holz entspringen. Daher ist der entsprechende Schnitt eine weitere Einflussgröße hinsichtlich des Ertrags. Ungeschnitten können die Triebe starkwüchsiger Sorten schon mal 10 m Länge erreichen. Um das Fruchtwachstum zu fördern, nehmen Sie einen kräftigen Rückschnitt des Fruchtholzes bereits im Spätwinter vor. Hier sind der sogenannte Zapfenschnitt und der Streckerschnitt zu unterscheiden, in Abhängigkeit von der Wuchskraft der jeweiligen Sorte. Zudem sind weitere Schnitte im Frühjahr und Sommer notwendig, um das Längenwachstum zu begrenzen.

Eine Bodenbedeckung aus Mulch hält die Feuchtigkeit im Erdreich. Foto: Karin Stern

Düngung und Wasserversorgung beeinflussen ebenfalls den Ertrag. Weintrauben weisen keinen hohen Feuchtigkeitsbedarf auf, sollten aber dennoch bei andauernder Trockenheit etwas Wasser erhalten. Erkundigen Sie sich beim Kauf der Pflanze nach einer Düngeempfehlung für Ihre Sorte. Stickstoff setzen Sie am besten vorsichtig ein, denn ein Zuviel davon begünstigt vor allem die Blattentwicklung und damit auch Blattkrankheiten.

Zudem kann es sinnvoll sein, einen zu starken Fruchtbehang bereits im Juni herauszuschneiden. Die verbleibenden Trauben (etwa zehn Stück pro Pflanze beziehungsweise zwei Fruchtstände pro Trieb) werden in der Folge besser mit Nährstoffen versorgt, entwickeln sich größer und reichern mehr Zucker an. Ebenfalls im Juni gilt es, alle aus dem alten Holz austreibenden Wasserschosser an ihrer Basis herauszuschneiden. Sie stehen in direkter Konkurrenz zu den Fruchttrieben. Im Juli und August brechen Sie die aus den Haupttrieben entspringenden Seitentriebe heraus. Das ist vergleichbar mit dem Ausgeizen bei Tomaten. Diese Triebe nehmen den Trauben Licht und Sonne weg. Schneiden Sie dabei auch störende Blätter weg, die Schatten auf die Trauben werfen. Tipp: Bei jedem Arbeitsgang immer auf Krankheiten oder Schädlinge achten und die befallenen Blätter gleich über die Mülltonne entsorgen.

Kranke Blätter sollten so schnell wie möglich entfernt werden. Foto: Karin Stern

Für die Neupflanzung einer Weinrebe bietet sich der April an. Containerware kann noch bis in den Sommer hinein gepflanzt werden. Das Pflanzloch sollte etwa 50 cm tief sein (Sohle ebenfalls lockern). Setzen Sie die Pflanze etwas schräg zum Spalier ein und achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle oberhalb der Erde liegt. Wer mag, kann aus einer Weinrebe locker eine 6 m breite Spalierpflanze ziehen. Die im Handel angebotenen Tafeltrauben sind mit ihren zwittrigen Blüten allesamt selbstfruchtbar. Eine Pflanze ist also ausreichend, um Trauben ernten zu können. Frühe Sorten reifen bereits im August, späte gegen Ende September oder gar Anfang Oktober. Der richtige Erntezeitpunkt ist an der sortentypischen Beerenfarbe und natürlich auch am Geschmackstest erkennbar. Leider sind auch Vögel und Wespen sehr an den süßen Beeren interessiert. Vogelschutznetze halten nur Vögel fern, Wespen schlüpfen durch die Maschen.

Ein solch dichter Blätterteppich macht die Pflanzen sehr anfällig für Mehltau. Foto: Karin Stern

Wer noch eine nichtresistente Sorte im Garten hat, kennt das Problem mit Mehltau. Die Beerenhaut platzt auf, ein weißer Belag überzieht die Blätter (Echter Rebenmehltau) oder sie sterben vorzeitig ab und die Beeren vertrocknen (Falscher Mehltau). In beiden Fällen sind infiziertes Laub und kranke Beeren über die Mülltonne zu entsorgen. Vorbeugend hilft das Auslichten der Ranken, damit das Laub schneller abtrocknet und weniger gefährdet ist. Eine Alternative besteht in der Neupflanzung einer pilzfesten Sorte.

Empfehlenswerte, weitgehend pilzfeste Traubensorten (Auswahl):

Lakemont: grüne Trauben, kernarm, mittelgroße Früchte
Phoenix: gelbe Trauben, mittelgroß, muskatähnliches Aroma
Muscat bleu: blaue Trauben, hervorragender Geschmack, sehr robust
Romulus: grüne Trauben, starkwüchsig, weitgehend kernlose Früchte
Venus: blaue Trauben, groß und kernarm, sehr winterhart
Vanessa: rosafarbene Trauben, kernarm, große Früchte, tolerant gegen Pilzkrankheiten
Frumoasa Alba: gelbe Traube, kernarm, sehr aromatisch

Tafeltrauben lassen sich auch an einer Pergola ziehen. Foto: Karin Stern
Als Kletterhilfe wurde hier ein hölzernes Gerüst an der Klinkerwand befestigt. Foto: Karin Stern
Mit der richtigen Sortenwahl legt man den Grundstein für eine gute Ernte. Foto: Karin Stern
Reifende blaue Trauben. Foto: Karin Stern
An einer nach Süden ausgerichteten Mauer fühlt sich die Tafeltraube wohl. Foto: Karin Stern
Mit Hilfe einiger Bambusstangen lassen sich die Triebe fächerförmig aufleiten. Foto: Karin Stern
Bei Reihenpflanzung im Garten sind die Reben auf ein Stützgerüst aus Draht angewiesen. Foto: Karin Stern
Baumschulen bieten auch Weinreben für Topfkultur an. Foto: Karin Stern


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