Zu Beginn der Pflanzsaison bieten Gartenmarkt und Samenständer ein fast unüberschaubares Angebot. Wer mit Stauden und Einjährigen innerhalb kurzer Zeit den Garten in eine blühende Oase verwandeln möchte, liegt mit den nachfolgenden Pflanzenempfehlungen genau richtig.
Schauen wir uns zunächst unter den Sprintern bei den Einjährigen um. Schnell und zuverlässig füllt die Bechermalve (Lavatera trimestris) das Blumenbeet. Ihre Stiele tragen große Schalenblüten in Weiß, Rosa oder Pink. Eine breite Sortenauswahl bietet Wuchshöhen zwischen 50 und 120 cm und üppigen Flor von Juli bis Oktober. Wer die Selbstaussaat vermeiden möchte, schneidet die Samenkapseln vor der Reife ab. Höhere Sorten sind dankbar für eine Stütze. Als wunderbare Begleiter eignen sich für die Bechermalve vor allem Ballonblumen (Platycodon grandiflorus), Ehrenpreis (Veronica), Schwertlilien (Iris), Katzenminze (Nepeta) und Verbenen (Verbena-Hybriden). Wer nicht auf der Fensterbank vorkultivieren möchte, sät ab Ende April ins Freiland oder kauft vorgezogene Pflanzen im Gartenmarkt.
Filigrane Blüten mit extralangen Staubblättern sind die Markenzeichen der Spinnenblume (Cleome spinosa). Die Einjährige liebt Sonne und sehr durchlässigen Boden mit mäßig trockener bis frischer Beschaffenheit. Tipp: Als Jungpflanze stutzen, dann verzweigt sich die Spinnenblume schön. Von Natur aus wächst sie aufrecht und unverzweigt. Pflanzt man mehrere Exemplare in einer Gruppe, entfaltet die exotische Schönheit eine gute Fernwirkung. Die Aussaat erfolgt ab Mitte März auf der Fensterbank. Im April und Mai sind Spinnenblumen auch als Jungpflanzen im Gartenmarkt erhältlich. Je nach Sorte wachsen sie 80 bis 150 cm hoch. Beliebt ist die Einjährige vor allem wegen ihrer langen Blühdauer von Juli bis Oktober.
Unter den Knollenpflanzen empfiehlt sich als schnelles Blütenwunder das Indische Blumenrohr (Canna indica) mit seinen imposanten Blütenständen und Blättern. Von Juni bis in den Oktober hinein verbreiten die prächtigen Farben tropisches Flair. Die Sumpfpflanze liebt einen feuchten und nährstoffreichen Boden ebenso wie einen vollsonnigen und windgeschützten Platz. Kleinere Sorten wie ‚Lucifer‘ (50 cm hoch) kultiviert man am besten gleich im Topf. Größere wie ‚Salmon Pink‘ (90 cm hoch) können auch ausgepflanzt werden. Wichtig: Die Knollen sind nicht frosthart und werden im Herbst ausgegraben. Auch Dahlien (Dahlia-Hybriden) bringen jeden Sommer viele Blütenbälle hervor. Der reiche Flor lässt sich verfrühen, indem die Knollen bereits Mitte April in Töpfe gepflanzt und nach den Eisheiligen an ihren vorgesehenen Standort gesetzt werden. Die Voraussetzungen für eine besonders üppige Blüte sind genug Nährstoffe und Wasser sowie ein sonniger Standort. Je nach Sorte wachsen Dahlien 20 bis 140 cm hoch.
Schauen wir uns nun im Staudenreich um. Ein echter Renner unter den Schattenpflanzen ist das Kleine Immergrün (Vinca minor). Auf humusreichen Böden webt der pflegeleichte Bodendecker im Nu immergrüne Teppiche mit blauvioletten Blüten. Sie zeigen sich von April bis Mai. Recht beeindruckend wirkt das Schaublatt (Rodgersia podophylla) mit seinem kastanienähnlichen Laub. Die Sorte ‚Pagode‘ überzeugt mit attraktivem, bronzefarbenem Austrieb und einer prachtvollen Herbstfärbung in Weinrot. An kühlen, halbschattigen bis schattigen Stellen bildet das Schaublatt schnell dichte Bestände. Ein auffälliger, weißer Blütenstand rundet von Juni bis Juli das Erscheinungsbild ab. Tipp: Die Staude braucht viel Platz und liebt nährstoffreiche, feuchte Böden.
Wer einen Schnellstarter für sonnige Bereiche sucht, pflanzt den Gold-Felberich (Lysimachia punctata). Er bildet schnell große Horste aus goldgelben Blütenkerzen, die sich von Juni bis August öffnen. Die Ausläufer der robusten Staude sollte man hin und wieder mit dem Spaten abstechen. Auch der Kerzenknöterich (Bistorta amplexicaulis) entwickelt auf frischen Böden zügig üppige Blatthorste. Ab Juli zeigt sich ein absolutes Highlight in Form vieler Blütenkerzen. Das Wachstum der Schafgarbe (Achillea millefolium) wird vor allem durch viel Sonne und nahrhaften Boden gefördert. Ein Rückschnitt nach der ersten Blüte von Juni bis August sorgt für eine Nachblüte. Für herbstlichen Flor empfehlen sich Kissenastern (Aster dumosus). An einem sonnigen Standort mit humusreichem Boden bildet die Staude schnell dichte, 25 bis 30 cm hohe Polster.
Doch selbst mit den schnellsten Pflanzen hat man nur Erfolg, wenn deren individuellen Bedürfnisse an Licht, Nährstoffen, Bodenstruktur und Feuchtigkeit erfüllt werden. Man sollte zudem beim Kauf auf Qualitätsware achten, denn nur gesunde Pflanzen wachsen gut und zügig an. Wichtig ist außerdem eine optimale Bodenvorbereitung. Steine und Unkraut sollten entfernt werden und die Erde eine lockere, feinkrümelige Beschaffenheit aufweisen. Arten mit starkem Ausbreitungsdrang behält man etwas im Auge. Bei Bedarf sticht man einfach die unerwünschten Ausläufer mit dem Spaten ab. Tipp: Gern dürfen regelmäßig Blüten für die Vase geschnitten werden. Das sorgt bei Sommerblumen für Verzweigung und neue Blütenansätze.




