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Mit Vollkasko gegen die Wand

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Jean-Claude Juncker, ehemaliger EU-Kommissionspräsident, sagte einmal: „Wir alle wissen, was zu tun ist – aber wir wissen nicht, wie wir dann die Wahlen gewinnen sollen.“ Der deutsche Sozialstaat wächst stärker als die Wirtschaft. Die Sozialabgaben liegen mit 42 % so hoch wie nie zuvor. Am Ende der Legislaturperiode drohen 45 %. Das sind keine Nebenkosten mehr, das ist ein zweiter Lohn.

Doch nicht nur die Unersättlichkeit des Wohlfahrtsstaates macht dem Wirtschaftsstandort den Garaus. Manche Sozialleistung ist direkt leistungsfeindlich. Welcher Jugendliche lernt einen Beruf, wenn kurzfristig der Mindestlohn lockt? Wer tauscht für wenige Hundert Euro mehr die Grundsicherung gegen einen 40-Stunden-Job?

Arbeitgebervertreter Steffen Kampeter warnt, diese Regierung betreibe in dritter Generation Insolvenzverschleppung. Da ist etwas dran. Der „Reformherbst“ zementierte das Rentenniveau bei 48 % des Bruttolohns, dazu kam die volle Mütterrente. An die Versorgung der Beamten – mehr als 70 % der Dienstbezüge – geht keiner heran. Es droht das französische Szenario: Die Sozialausgaben verschlingen fast die Hälfte des Pariser Staatshaushaltes. Nach dem Scheitern der Haushaltsverhandlungen läuft Frankreich nur noch per Notgesetz. Die kollektive Realitätsverweigerung unserer Nachbarn hat Suchtcharakter: mit Vollkasko gegen die Wand.

Das Volk hat die Regierung, die es verdient. Doch es verdient nicht mehr genug. „Einer der großen Irrtümer unserer Tage liegt darin zu glauben, dass die Millionen von Wanderarbeitern in China und die Tarifangestellten in Wolfsburg und Detroit nichts miteinander zu schaffen hätten“, schreibt der Journalist Gabor Steingart. Arbeitslöhne spiegeln keine Wertschätzung wider. Es sind Produktionskosten. Hohe Sozialabgaben hierzulande machen Jobs in China attraktiv. Noch kleistert Berlin diesen Bruch mit Geld zu. Doch notwendig wären schmerzhafte strukturelle Reformen.

Politiker schwören, dem Wohl des Volkes zu dienen und Schaden von ihm abzuwenden. Die Menschen wissen längst, dass es so nicht weitergeht. Deshalb muss Berlin zwischen den Zeilen des Bürgerwillens lesen und entsprechend handeln. Der legendäre Wirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) hat das Ziel einer soliden Sozialpolitik so beschrieben: „Ich will mich aus eigener Kraft bewähren. Ich will das Risiko des Lebens selbst tragen, will für mein Schicksal selbst verantwortlich sein. Sorge du, Staat, dafür, dass ich dazu in der Lage bin.“ Das muss reichen. Das „Wall Street Journal“ nannte kürzlich einen weiteren Politiker, der das Unaussprechliche aussprach: „Friedrich Merz sagt, dass der gegenwärtige Wohlfahrtsstaat nicht mehr finanzierbar ist.“ Wie man aber mit harten Einschnitten Wahlen gewinnt, weiß offenbar auch der Bundeskanzler nicht. Doch diese Berliner Sozialpolitik bedroht die Glaubwürdigkeit der politischen Mitte.

Die Alterssicherung der Landwirte ist nur eine Teilsicherung. Altenteiler arbeiten auch als Rentner weiter. So ähnlich wird es dann wohl auch für alle anderen kommen. Die gewaltigen Sozialversprechen sind nicht zu halten – aber wer sagt‘s dem Bürger?

Sönke Hauschild, Foto: bb

Zum Rapsgespräch auf dem Lindenhof

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Um über das Sorgenkind in der Fruchtfolge landwirtschaftlicher Betriebe Schleswig-Holsteins zu sprechen, besuchte das Bauernblatt Ute Kropf, Pflanzenbau-Professorin der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel, Aaron Heppe, Versuchstechniker des Standortes, und Rene Brand, der bis zum Jahreswechsel bei der Norddeutschen Pflanzenzucht (NPZ) tätig war, auf dem Lindenhof bei Rendsburg. Dort begleiten sie Versuche, deren Ergebnisse im besten Fall zur Stabilisierung der Rapsertäge Schleswig-Holsteins beitragen können.

Dass der Rapsanbau in Schleswig-Holstein zunehmend herausfordernd wird und pflanzenbauliches Verständnis und Gefühl gefragt sind, ist keine Frage. Antworten auf die veränderten Witterungs- und Wachstumsbedingungen braucht es trotzdem, gibt es bisher jedoch nur wenige. Daher forschen die NPZ und die HAW Kiel gemeinsam an Lösungen für bessere Rapsertäge. Drei entsprechende Versuche stellten Brand und Kropf dem Bauernblatt vor.

Der Lindenhof

Die Versuchsfelder der HAW Kiel befinden sich in Ostenfeld, südlich des Nord-Ostsee-Kanals in der Nähe von Rendsburg. Sie umfassen 23 ha Versuchsfläche, auf denen jährlich etwa 4.000 bis 5.000 Parzellen angelegt sind. Die Böden sind durchschnittlich mit 45 Bodenpunkten bewertet, eher leicht und sehr schluffhaltig. Während der Jahresniederschlag mit etwa 850 bis 870 mm jährlich konstant bleibt, hat sich die Jahresdurchschnittstemperatur die letzten Jahre von 8,8 auf 10 °C erhöht. Besonders die Winter seien sehr mild, was Kropf zufolge neben dem massiven Rapserdflohbefall ein wesentlicher Grund für die schlechten Rapserträge ist.

Während die Versuche auf dem Lindenhof in erster Linie Lehre und Forschung dienen, finden auch Versuche mit Kooperationspartnern aus Züchtung, Pflanzenschutz oder der Landwirtschaftskammer statt. Der Versuchsstandort ist GEP-zertifiziert, also amtlich und international anerkannt als Standort mit „guter experimenteller Praxis“. Das Qualitätszertifikat wird benötigt, um Versuche mit Produkten durchzuführen, die noch nicht zugelassen sind, deren Ergebnisse aber für eine Zulassung benötigt werden.

Um Probleme im Rapsanbau zu lösen, braucht es zunächst Erkenntnisse zu Ursachen und Lösungen. Die pflanzenbauliche Ursache liegt für Kropf auf der Hand: Um Erdfloh und Regenrisiko aus dem Weg zu gehen, drillen Landwirte immer früher. Das sei jedoch aufgrund der veränderten Tageslängenreaktion der aktuellen Sorten ein echtes Problem. Zu hohe Temperatursummen führten dazu, dass der Raps zu früh in die Streckung gehe und damit Triebe und Knospen reduziert würden. Das optimale Saatzeitfenster sei deutlich verengt. Eine technische Lösung sei mehr Schlagkraft beim Drillen. Um pflanzenbauliche Lösungen zu finden, stellten Kropf und Brand drei Versuche auf dem Lindenhof vor.

Bohne sticht Gerste

„Weite Fruchtfolgen sind kein Allheilmittel, aber auf jeden Fall sinnvoll,“ findet Kropf. Der Rapsanteil in der Fruchtfolge sollte ihr zufolge 20 % nicht überschreiten. Doch welche Vorfrucht ist am geeignetsten? Ein Fruchtfolgeversuch im zweiten Versuchsjahr soll Aufschluss geben. Verglichen wird der Einfluss von Gerste und Ackerbohne als Vorfrucht, mit fünf verschiedenen N-Stufen. Schon im ersten Jahr hat der Bohnen-Raps trotz einer Woche späterer Aussaat als der Gersten-Raps um 0,8 t besser gedroschen. Auch mit 60 kg/ha weniger mineralischem Stickstoff zum Bohnen-Raps hatte dieser den gleichen Ertrag wie der Raps nach Gerste. Die Bohnen hinterlassen etwa 60 bis 80 kg N/ha. Und der Raps kann es gebrauchen. Während sich 30 kg N/ha im Herbst früher selten gerechnet hätten, brauche er den Stickstoff nun, um im Winter nicht auszuhungern.

Wurzel sticht Spross

In einem weiteren Versuch geht es um den Effekt auf Entwicklung und Ertragsbildung von verschiedenen Wachstumsreglerintensitäten zu unterschiedlichen Aussaatterminen. Während Brand das Kosten-Nutzen-Verhältnis für gering hält, müsste man laut Kropf ab dem Vier- bis Sechsblattstdium gezielt zu jedem Blattpaar einkürzen. Brand erzählte von einem Versuch im vergangenen Jahr, bei dem es zwischen einer minimalen und einer maximalen Wachstumsreglerintensität im Januar keine Unterschiede in der Sprosslänge gegeben habe. Bei einer Frühsaat mit sehr intensiver Führung habe es jedoch Effekte gegeben. Dort sei unterm Strich sogar monetär etwas hängen geblieben. Da die Erfahrungen und Meinungen auseinander gehen, sich die Wachstumsbedingungen verändert haben und geprüft werden muss, ob die alten Mittel auch mit neuen Sorten funktionieren, sind die Versuche auf dem Lindenhof von großer Bedeutung. Bei der Führung durch die Versuchsflächen waren im Dezember erste Unterschiede in Blattgröße und Blattstiellänge sichtbar. Der Blick auf das unterirdische Wurzelwachstum war jedoch beeindruckender. Während auf den intensiv geführten Parzellen mit 0,6 l/ ha Carax und 1,6 l/ha Architect mit Turbo in jeweils einer Maßnahme die Pfahlwurzel kürzer, kräftiger und mit vielen Seiten- und Haarwurzeln ausgestattet war, hatten die Pflanzen ohne Wachstumsregler längere, dünnere Pfahlwurzeln, die kaum Feinwurzeln ausgebildet hatten. Ob sich der Effekt später auch im Ertrag widerspiegelt und sich der hohe Kostenaufwand lohnt, bleibt abzuwarten.

Der intensive Wachstumsreglereinsatz hat einen deutlichen Effekt auf die Wurzelbildung der Rapspflanze. Foto: Levke Kempe

Mit Schwefel zum Meister

Auch die Düngung müsse an die veränderten Wachstumsbedingungen angepasst werden. Die N- und S-Aufnahme im Winter zeige laut Kropf, dass der Raps nicht ruhe und entsprechend versorgt werden müsse. Bei den Rapsmeisterschaften 2023/2024 in Schweden sei zudem aufgefallen, dass die Teams mit Schwefeleinsatz im Herbst am besten abschnitten. Daher ist in Ostenfeld ein weiterer Versuch zur S-Düngung angelegt, der den Einfluss von Schwefel und stabilisiertem Stickstoff im Herbst und Schwefel im Frühjahr auf Ertrag, Qualität und Gesundheit zeigen soll. Verglichen wird zudem Sulfat mit Schwefellinsen. Der Versuch läuft im Rahmen einer Bachelorarbeit, auf deren Ergebnisse gespannt gewartet werden darf. Denn die Rapspflanzen im Dezember zeigten schon sichtbare Unterschiede. Kropf geht von einem Bedarf von 100 kg N/ha und  25 kg S/ ha bis zum Winter aus.

Der Raps-Salat

Die schleswig-holsteinischen Landwirte reagierten laut Kropf je nach Region unterschiedlich auf die Herausforderungen im Rapsanbau. „Im Lauenburgischen sind sie ziemlich angefressen, weil der massive und anhaltende Zuflug des Rapserdflohs im Herbst die Bestände nicht selten umbruchreif macht.“ An der Westküste habe man das Problem der nassen Winter, die die Rapsentwicklung stark beeinträchtigten, während hier im Hügelland zur vergangenen Ernte einige von guten Erträgen überrascht worden seien. Doch um die hohe Volatilität der Erträge wüssten alle. Nicht ohne Grund nehme die Rapsanbaufläche ab, was nicht zuletzt natürlich auch an den aktuellen Preisen liege. Die Australier und Kanadier hätten gut gedroschen. In Kanada liege der GVO-Anteil bei 100 % und in Australien nehme er auch weiter zu, da dort immer mehr Resistenzprobleme aufträten. Als Biodiesel dürfe das Rapsöl dann auch in Europa auf den Markt. „Wir dürfen GVO-Raps im Auto fahren, nicht aber im Salat haben“, stellte Kropf fest.

Auch aus Ländern, in denen noch Neonicotinoide angewendet würden, werde importiert, während uns die Optionen gegen den Erdfloh ausgingen. Kropf ist der Meinung, dass sich durch die langfristige Wirkung der Neonicotinoide die Insektenpopulationen gar nicht erst so hätten aufbauen können, wie man es jetzt erlebe. Dazu komme die Lebend­überwinterung, forciert durch den Klimawandel. Bei Läusen gebe es das gleiche Problem. Während die milden Winter den Pflanzen physiologische Nachteile bescherten, verschafften sie den Insekten und Krankheiten Entwicklungsvorteile. Kropf wünscht sich daher mehr Pragmatismus von der Politik und eine ergebnisoffene Forschung, die in Politik und Praxis Gehör findet. Letzteres kann Kropf auf dem Lindenhof in kleinem, aber beachtlichen Maßstab beeinflussen. Für die Zukunft des Rapsanbaus in Schleswig-Holstein ist dieser Beitrag von hohem Wert. Denn eine echte Alternative zum Raps als Blattfrucht gebe es laut Kropf nicht.


Der Aussaattermin als wichtigste Stellschraube

Rene Brand über die Herausforderungen des heutigen Rapsanbaus

„Mit dem traditionellen Anbau werden wir im Raps keinen Schritt vorwärtskommen“, ist Rene Brand überzeugt, der die Versuche in Ostenfeld mit Prof. Ute Kropf und Versuchstechniker Aaron Heppe begleitet. Der Agrarwissenschaftler war lange Zeit im internationalen Vertrieb für die Norddeutsche Pflanzenzucht (NPZ) tätig. Er geht für die Zukunft fest davon aus, „dass wir den Raps im Herbst ohne Stickstoff fahren müssen“. Vielmehr müsse dieser von seinem eigenen Potenzial her an genug Stickstoff kommen, ohne dass er zusätzlich gefüttert werde. Die Versuche in Ostenfeld zeigten, dass die Pflanzen diese Fütterung nicht genügend umsetzten.

Nach anfänglichen Erprobungen zur Begleitsaat und einer 30-kg-Stickstoffgabe im Herbst sei man zu Versuchen mit Wachstumsreglern und Vorfrucht übergegangen, um Effekte in Kombination mit einer Früh- und Spätsaat sowie einer Normal- und Spätsaat zu untersuchen. Neben einem, wie Brand sagt, „neu gedachten“ Anbau wäre es ihm zufolge wünschenswert, wenn diese Versuchsergebnisse in die Züchtung einflössen. „Doch dafür sind nicht alle offen genug, um zu erkennen, dass der Raps von heute und der Raps von vor fünf Jahren schon zwei Paar Schuhe sind,“ ist sein Eindruck. Heute habe es die Branche mit Sorten zu tun, die unmittelbar auf den ersten Erkenntnissen nach dem Verlust der neonicotinoiden Beize basierten. „Die Anpassungen, die damals gemacht wurden, sehen wir jetzt in den Sorten“, erklärt der gebürtige Thüringer.

Nach niederschlagsarmen Jahren und einem extrem trockenen Jahr 2018 hätten die Züchter auf Sorten gesetzt, „die richtig Gas geben“. Nun gebe es das besonders frohwüchsige Material, jedoch massive Probleme mit dem Erdfloh. Hierauf werde entweder mit einer frühen Aussaat reagiert – mit negativen Effekten aufgrund des Wuchses im Herbst – oder aber mit einer späteren Saat. „Wir zählen uns eher zu den Befürwortern eines späteren Aussaattermins. Der Punkt, dass wir mit Wachstumsreglern so richtig eingreifen, ist eigentlich überholt“, sagt Rene Brand. Dies sei einer der Gründe, warum die Versuche in Ostenfeld in dieser Form stattfänden.

„Alles, was ich von der Pflanzenschutzmittelindustrie, aber auch von der Beratung an Informationen bekomme, ist häufig uralt und mit Sorten gemacht, die wir heute gar nicht mehr haben“, so Brand. Das Klima werde milder und feuchter, die Temperaturen stiegen: „Wir haben diese neuen Sorten, aber teilweise noch die gleichen Aussaattermine.“ Dabei würden die Umstände extremer, doch blieben die Mittel noch immer die Gleichen: „Wie soll ich mit einem Mittel, das das Gleiche ist wie vor 15 Jahren, wenn die Genetik sich komplett verändert hat, noch den gleichen Effekt haben?“

Brand spricht sich dafür aus, die Bestandesführung mit Wachstumsregler anders zu denken. „Ich glaube, wenn man das zweite Mal spritzt, hat man schon den ersten Fehler gemacht. Mit dem Aussaattermin hat man die erste und wahrscheinlich auch stärkste Stellschraube, wie der Raps im Herbst zu führen ist.“ Dies hängt für ihn jedoch auch mit einer großen Schlagkraft der Betriebe zusammen, um gegebenenfalls ein paar Tage später säen zu können. 

Von Pauschalaussagen, nach denen der Raps bis zu einem bestimmten Tag in der Erde zu sein habe, müsse man sich lösen. Vielmehr sollten Landwirte in eine Wetterstation investieren und sich fragen, wie hoch die Temperatursumme am eigenen Standort sei. Mit einer guten Sortenwahl und einer angepassten Bestandesführung sei man dann auf einem guten Weg. „Wir kommen wieder zurück zu den Basics“, resümiert er. Gute Betriebe zeichneten sich heute dadurch aus, dass sie „wirklich Fingerspitzengefühl für einen guten Acker- und Pflanzenbau haben. Darüber müssen wir den Erfolg steuern“. Probleme kämen Brand zufolge dagegen heute umso deutlicher zum Vorschein: „Betriebe, die ihre pflanzenbaulichen Fehler früher mit 50 Kilogramm Stickstoff oder einer weiteren Fungizidspritzung überdeckt haben, können heute so nicht mehr arbeiten.“

Strukturversorgung richtig bewerten

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Das Kotbild der Kühe verrät viel über die Strukturversorgung im Pansen. Idealerweise sollte ­dies regelmäßig mit einem Kotsieb überprüft werden, um frühzeitig zu erkennen, ob die Ration genügend physikalische Struktur enthält und das Futter ausreichend verdaut wird. Üblicherweise wird die Strukturmenge über Futtermittelanalysen und ein Rationsberechnungsprogramm bestimmt. Doch was passiert, wenn die Berechnung ausreichende Werte liefert, dass Kotbild der Kühe aber nicht stimmt und das Futter nur unzureichend verdaut wird?

Gerade bei Stroh aus der Ernte 2025 zeigt sich, dass die berechnete Struktur oft nicht mit der Realität übereinstimmt. Deutlich wird dies beim Trennen der Einzelkomponenten in der Schüttelbox: Häufig landen 15 % oder mehr der Partikel in der Auffangschale und weisen somit eine Länge von unter 4 mm auf.

Wie kommt es dazu? Das wechselhafte Wetter im Sommer hat das Stroh teilweise nass werden und wieder trocknen lassen, wodurch es mürbe geworden ist. Beim Mahlen auf die gewünschte Länge kommt es deshalb zu höheren Bröckelverlusten, und das Stroh liefert nicht mehr die strukturwirksamen Fasern, die die Kühe für ein gesundes Pansenmilieu benötigen. Anders als für Total-Mischrationen gibt es für Stroh als Einzelkomponente keine offiziellen Normen oder Parameter zur optimalen Partikelverteilung in der Schüttelbox. Deshalb muss hier auf praxisbasierte Zielkorridore zurückgegriffen werden, die immer im Zusammenhang mit der Gesamtration gesehen werden müssen. Fakt ist: Der Anteil in der Auffangschale sollte so klein wie möglich sein, idealerweise unter 5 %.

Strohbestandteile im dritten Sieb (Partikellänge 4 mm) helfen zwar bei der Bildung einer Pansenmatte und sind damit grundsätzlich strukturwirksam, sie regen jedoch nicht zum Wiederkauen an. Dadurch kann es trotz theoretisch ausreichender Struktur zu einer Pansenübersäuerung kommen. Erst Partikel ab 8 mm Länge regen die Wiederkauaktivität zuverlässig an.

Wie reagiert man nun auf diese Erkenntnis? Der erste Gedanke ist oft, das Stroh gröber zu mahlen – doch auch das kann kontraproduktiv sein: Längere Strohpartikel lassen sich leichter selektieren und werden dann möglicherweise gar nicht gefressen. Der Optimalbereich liegt bei einer Strohlänge zwischen 1,5 und 4 cm.

Es empfiehlt sich daher, einen Kompromiss einzugehen: Die Partikel sollten lang genug sein, um die Wiederkauaktivität anzuregen, dürfen aber nicht so lang sein, dass sie leicht selektiert und ungenutzt bleiben. Ziel ist eine optimale Partikelverteilung, bei der möglichst wenige Partikel im Boden der Schüttelbox landen, während gleichzeitig die strukturwirksame Wirkung für den Pansen erhalten bleibt.

Fazit

Die Berechnung der Strukturversorgung allein reicht nicht aus – das Kotbild und die Kontrolle mit der Schüttelbox geben wichtige Hinweise auf die tatsächliche Wirksamkeit des Strohs. Bei mürbem Stroh aus wechselhaften Erntejahren ist die Partikellänge oft zu gering, wodurch die Wiederkauaktivität nicht ausreichend angeregt wird. Ein Kompromiss zwischen zu kurzen und zu langen Partikeln (1,5-4 cm) sowie einer höheren Einsatzmenge sorgt dafür, dass die Kühe ausreichend strukturwirksames Futter aufnehmen, die Pansengesundheit gefördert wird und Verluste durch Selektion minimiert werden.


Ein Praxisbeispiel verdeutlicht die strukturellen Unterschiede.
Foto: Annine Voss

Ein Praxisbeispiel

Nach dem Schütteln von Häckselstroh findet sich ein Anteil von 27 % in der Auffangschale der Schüttelbox wieder. Berücksichtigt man den akzeptierten Strohanteil von 5 % in der Auffangschale, empfiehlt es sich, die Strohmenge um zirka 20 % zu erhöhen, damit ausreichend Struktur für die Kühe vorhanden ist. Bei einer Einsatzmenge von 500 g Stroh pro Kuh und Tag würde sich folglich die Menge um 100 g pro Kuh und Tag erhöhen. Dieser Kompromiss führt mit kalkulierbarem Einsatz zum gewünschten Erfolg.


Wenn die Silage warm und bunt wird

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Viele Gras- und Maissilagen der vergangenen Siliersaison befinden sich bereits in der Verfütterung oder wurden zumindest schon beprobt, um eine Datenbasis für die Rationsplanung zu haben. Leider gibt es immer wieder böse Überraschungen, wenn die Silage im Silo oder auf dem Futtertisch warm wird oder in den buntesten Farben blüht. Dann besteht Handlungsbedarf.

Im Allgemeinen liegt die Kerntemperatur, gemessen in der Mitte des Fahrsilos in etwa 1 m Tiefe, nach sechs Monaten Lagerdauer bei etwa 15 bis 20 °C. Das heißt, Grassilagen des ersten und zweiten Schnitts sind mittlerweile abgekühlt. Niedrige Umgebungstemperaturen bewirken eine stärkere Abkühlung in den Randschichten, diese passen sich deutlich schneller an die Außentemperatur an. Bei Frost bildet sich auf bereits aufgedeckter Silooberfläche Raureif (siehe Foto oben), eventuell aber nicht überall, und dann lässt sich die Nacherwärmung bereits beim bloßen Hinsehen erkennen. Oder sie lässt sich beim Aufdecken fühlen: Die Silage ist angenehm warm, im Extremfall sogar heiß.

Hefen als Verursacher der Nacherwärmung

Nacherwärmung entsteht unter aeroben Bedingungen, also wenn Sauerstoff verfügbar ist, durch die Stoffwechselaktivität der Hefen, die zunächst Restzucker und später auch Milchsäure „verspeisen“, was sich im Anstieg des pH-Wertes widerspiegelt. Temperaturunterschiede von fünf Grad im Vergleich zur Kerntemperatur beziehungsweise zwischen Silobereichen mit vergleichbaren Umweltbedingungen gelten als Indikator für Nacherwärmung. Über den pH-Wert-Anstieg sind die Hefen „Türöffner“ für andere, weniger säuretolerante Schadkeime, die nun ebenfalls wieder aktiv werden, Stoffwechsel betreiben und sich vermehren. Nacherwärmte Silage weist eine erhöhte Keimbelastung auf und gehört deshalb nicht auf den Futtertisch.

Eine durchgängige Querbarriere aus sich dachziegelartig überlappenden Kiessäcken drückt die Folie am Anschnitt eng an die Silooberfläche, sodass dort keine Luft in das Silo eindringen kann. Eine nicht auflockernde Entnahmetechnik, beispielsweise mittels Fräse, hinterlässt eine relativ ebene Anschnittfläche.

Sofortmaßnahmen gegen Lufteintrag

Nacherwärmung tritt in der Regel nach der Siloöffnung auf, wenn offene Silobereiche wie der Anschnitt wieder in Kontakt mit Luft kommen. Insofern gilt es, die dem Sauerstoff ausgesetzte Fläche zu minimieren. Die Größe der Anschnittsfläche ist über die Silogeometrie vorgegeben und lässt sich ausschließlich bei der Ernte über die Füllhöhe beeinflussen. Je kürzer die Abstände für das Aufdecken gewählt werden, optimalerweise alle zwei bis drei Tage, desto geringer ist die offene Silooberfläche. Als positiver Nebeneffekt wird die Auswaschung von Gärsäuren und weiterer löslicher Verbindungen bei Regen vermindert.

Eine durchgängige Querbarriere aus sich dachziegelartig überlappenden Kiessäcken auf der Folie am Anschnitt verhindert das Eindringen von Luft zwischen der Silooberfläche und der Folie. Bei Verwendung einer Doppelreihe kann beim Aufdecken zunächst eine Reihe nach hinten gezogen und wieder perfekt verlegt werden, bevor die vorderen Säcke bewegt werden. So wird auch ein kurzfristiges Flattern der Folie am Anschnitt unterbunden. Weitere Querbarrieren in 5 und 10 m Abstand bieten zusätzliche Sicherheit. Verschiedene Hilfsmittel (Gurte zum Einhängen, Schläuche aus Nicosilgewebe zum Einschieben) verhindern das Abrutschen der Säcke an steilen Flanken.

Weitere Maßnahmen zur Begrenzung des Lufteintrages sind die Verwendung einer nicht auflockernden Entnahmetechnik und die Erhöhung des Vorschubs. Wenn die Nacherwärmung erst auf dem Futtertisch einsetzt, kann der Einsatz von TMR-Stabilisatoren im Futtermischwagen einen Zeitpuffer schaffen.

Bei fehlendem Vogelschutz kann bereits ein Vogel mit Krallen und Schnabel massiven Schaden an der Silage verursachen. Bleibt die Beschädigung unentdeckt, zieht fortwährend Luft in das Silo und kann sich bei lückig verlegten Reifen über die gesamte Silolänge und -breite zwischen Silage und Folie verteilen.
Einigen Schimmelpilzen genügt sehr wenig Sauerstoff in ihrer Umgebung zum Wachsen. Besonders eindrucksvoll sind die Schimmelpilznester von Monascus ruber (rot) und Penicillium roqueforti (blau).
Verdorbene Silage, egal ob nacherwärmt oder verschimmelt, gehört nicht auf den Futtertisch. Betroffene Bereiche müssen vor der Entnahme mit dem Futtermischwagen gründlich abgeforkt werden.

Risikofaktoren für aeroben Verderb

Die erreichte Verdichtung spielt eine essenzielle Rolle für die Eindringtiefe der Luft. Je besser die Silage verdichtet ist, desto geringer ist die Größe der Poren zwischen den Partikeln. Besonders an den Flanken und in den oberen Schichten werden die Zielwerte häufig nicht erreicht. Hier kann die Luft tiefer in das Silo eindringen, bei starkem Wind auch bis zu 3 m weit. Die Verdichtung lässt sich im Nachhinein nicht mehr korrigieren. Verbesserungen sind in der nächsten Siliersaison unbedingt vorzunehmen, zum Beispiel eine Erhöhung des Walzgewichtes oder der Anzahl der Walzfahrzeuge, paralleles Befüllen mehrerer Silos, geringere Schichtdicken sowie langsamere und häufigere Überfahrten.

Zu langes Nachwalzen oder ein falscher Zeitpunkt können negative Auswirkungen haben. Die empfohlene Dauer liegt bei maximal 30 min, und zwar direkt nach Ende der Silobefüllung. Anderenfalls wird bereits gebildetes Kohlendioxid aus dem Silo gedrückt, beim Nachfedern füllen sich die Poren erneut mit Sauerstoff und Schadkeime (wie Bakterien, Hefen, Schimmelpilze) können sich weiter vermehren. Auch bei der Produktion von Sandwichsilagen darf das Walzfahrzeug erst auf das Silo fahren, wenn neues Erntegut aufgetragen wird.

Ein verzögerter Luftabschluss, beispielsweise am nächsten Morgen, ermöglicht über Nacht ebenfalls die Vermehrung aerober Schadkeime, sodass mit einer größeren Konkurrenz für die Milchsäurebakterien (MSB) in die Silierung gestartet wird. Eine Einsparung von Silofolie und Arbeitszeit durch den Verzicht auf die Unterziehfolie wirkt sich mit Ausnahme der Verwendung von speziellen Sauerstoffbarrierefolien negativ auf den Luftabschluss aus, da sich die normalen PE-Folien aufgrund ihrer Dicke und Beschaffenheit nicht gut an die Silooberfläche anpassen. Zudem kann über die Zeit Sauerstoff durch die Folie diffundieren.

Eine zu kurze Lagerdauer unter Luftabschluss von weniger als acht Wochen ist in vielen Fällen für aeroben Verderb verantwortlich. Ursachen können Beschädigungen durch Vögel (Schnäbel, Krallen) bei fehlendem Schutzgewebe oder eine zu frühe Siloöffnung sein. In solchen Fällen wird die noch nicht fertig fermentierte Silage erneut der Luft ausgesetzt und die noch nicht ausreichend unterdrückten Schadkeime können sich wieder vermehren. So reichen einigen Schimmelpilzarten sogar Sauerstoffgehalte von unter 1 % in der Umgebung zum Wachstum aus.

Gezielter Siliermitteleinsatz

Hefen sind sehr säuretolerant und können auch unter anaeroben Bedingungen Stoffwechsel betreiben (alkoholische Gärung mit dem Produkt Ethanol), sie werden erst nach langer Lagerdauer bei niedrigen pH-Werten unterdrückt. Ein wirksamer Hemmstoff gegen Hefen stellt die von heterofermentativen MSB gebildete Essigsäure dar, allerdings sind Gehalte von 2 bis 3 % erforderlich. Biologische Siliermittel der DLG-Wirkungsrichtung 2 enthalten entweder ausschließlich heterofermentative MSB oder Kombinationen aus homo- und heterofermentativen. Eine höhere Wirkungssicherheit bieten chemische Siliermittel (Salzlösungen oder Säuren), allerdings nur bei Einhaltung der Dosierung. Eine Unterdosierung kann gegebenenfalls eine partielle Hemmung der empfindlicheren Schadkeime bewirken, wodurch die unempfindlicheren aufgrund geringerer Konkurrenz erst recht Oberwasser gewinnen.

Biologische Siliermittel, die ausschließlich homofermentative MSB enthalten, bewirken eine schnelle pH-Wert-Absenkung im Silo, was grundsätzlich positiv zu bewerten ist. Da das Hauptgärprodukt jedoch Milchsäure ist, weisen mit diesen Mitteln behandelte Silagen nahezu keine Essigsäure auf, enthalten also keinen wirksamen Schutz gegen Hefen. Insofern ist von einem Einsatz in Silomais abzuraten. Auch bei den Grassilagen des ersten Aufwuchses 2025 führte der Einsatz dieser Siliermittel möglicherweise zu aerob instabilen Silagen. Aufgrund der über Wochen vorherrschenden Witterung (trocken, viel Sonne, kalte Nächte) enthielten die Gräser teilweise extrem viel Zucker (Beispiel Ernte am 13. Mai 2025 in Futterkamp für Versuche: 21 % Zucker, insgesamt 33 % wasserlösliche Kohlenhydrate). Häufig weist so erzeugte Silage nicht nur einen hohen Milchsäuregehalt auf, sondern enthält auch eine größere Menge Restzucker, also eine optimale Lebensgrundlage für Hefen.

Beratungs- und Fortbildungsangebote

Betroffene Betriebe, die ihr Ernte- und Silomanagement zukünftig verbessern wollen, können neben der telefonischen Beratung der Landwirtschaftskammer die Möglichkeit der Eler-Grünlandberatung nutzen (https://www.lksh.de/beratung/eler-gruenlandberatung).

Darüber hinaus werden auch 2026 wieder verschiedene Seminare angeboten, in denen mehr oder weniger intensiv auf verschiedene Aspekte der Futterkonservierung eingegangen wird (siehe „Seminarangebote mit Schwerpunkt Futterkonservierung“ unten).

Fazit

Da die Grobfutterqualität maßgeblich die Rationsgestaltung und die Futteraufnahme beeinflusst, ist aerober Verderb im Silo, der sich in Form von Nacherwärmung oder Schimmelpilzwachstum zeigt, ein Problem, das nicht ignoriert werden darf. Die Sofortmaßnahmen zielen darauf ab, den Lufteintrag so gering wie möglich zu halten. Für die kommende Siliersaison empfiehlt es sich schon jetzt, über Änderungen im Ernte- und Silomanagement nachzudenken und sich gegebenenfalls Hilfe in Form von Beratung oder Fortbildungen zu suchen.


Seminarangebote mit Schwerpunkt Futterkonservierung

Es gibt noch freie Plätze, Anmeldung über Agrarterminkalender: https://www.lksh.de/aktuelles/agrarterminkalender

• Fütterung beginnt nicht erst am Futtertisch, jeweils 9 bis 13 Uhr,
3. Feb.: Schleswig; 5. Feb.: Sprakebüll, 10. Feb.: Rendsburg

• Workshop Futterkonservierung, jeweils 9 bis 16 Uhr, 12. Feb.: Ellerhoop, 24. März: Rendsburg

• DLG-Seminar „Der Siloprofi“ – Anmeldung über DLG-Akademie: https://www.dlg-akademie-agrar.de/de/veranstaltungen/der-siloprofi-futterkamp, drei Tage, 28. bis 30. Jan. in Futterkamp


Der Markt wurde komplett geräumt

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Entgegen einigen Befürchtungen im Vorwege, ausgelöst durch aktuelle Unwägbarkeiten des Milchmarktes, nahm die letzte Zuchtviehauktion des Jahres der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) eG einen positiven Verlauf. Aufgrund sehr guter Qualität der angebotenen Tiere in Verbindung mit flotten Geboten zahlreicher Besucher wurden alle Tiere durch die Auktionatoren Claus-Peter Tordsen und Karsten Winder, der sein Debüt als Auktionator gab, zugeschlagen und vermarktet.

Den Auftakt bildete die qualitativ gut besetzte Kollektion der schwarzbunten Bullen. Diese erzielte durchschnittlich 3.275 €, was einem Plus von 175 € gegenüber dem Ergebnis der vorangegangen Absatzveranstaltung entsprach. Den Höchstpreis von 3.700 € erzielte der homozygot hornlose „Brandy PP“-Sohn „Egin PP“ von der Broosch GbR, Techau, der mit seiner Körperharmonie und guten Eiweißprozenten auf der Mutterseite zu gefallen wusste. In der Rubrik der rotbunten Bullen wurde nur ein Tier angeboten. Der von der Andresen Kattbek GbR vorgestellte Bulle erzielte einen Zuschlag von 2.400 €.

Hohe Nachfrage bei weiblichen Tieren

Der Reigen der weiblichen Tiere begann mit einem Highlight: „ELL Blanka“ aus der Zucht von Philipp Ellerbrock, Westerau, Ellerbrock Holsteins, eine kapitale leistungsbereite Kuh, die gerade das zweite Mal abgekalbt hatte, sicherte sich ein hiesiger Käufer für 4.000 €.

Den Tageshöchstpreis von 5.000 € erzielte die Braunvieh-Färse „Comtesse“, vorgestellt von Jörg Jacobsen, Risum-Lindholm. Sie überzeugte durch Kapazität und ein korrektes Fundament in Verbindung mit besonderer Leistungsbereitschaft, auch sie bleibt im Zucht­gebiet.

Eine weitere Bereicherung der Auktion stellte die 13-köpfige Kollektion des Kreisvereins Rendsburg-Eckenförde dar. Sie erzielte 2.469 € im Durchschnitt, das teuerste Rind dieser Kollektion war mit 2.700 € die hornlose „Duett“ (Vater: „Easy Red“) aus der Zucht von Lars Frohbös, Goosefeld, die eine hohe Mutterleistung mit bemerkenswerten Fett- und Eiweißprozenten vorweisen konnte.

Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Färsen betrug 2.402 € und lag damit nur knapp unter dem der Novemberauktion. Hier erreichte die gefällige und hornlose „Doria P“, eine Tochter von „Hawai PP“ von der Broosch GbR, mit 2.900 € den höchsten Preis.

Eine Gruppe vielversprechender schwarzbunter Jungrinder, vorgestellt von der Rinderzucht Thies/Gröhn GbR, Stuvenborn, wurde für durchschnittlich 963 € zugeschlagen.

Rotbunte übertrafen Novemberergebnis

In der Abteilung Rotbunt erreichten die Färsen durchschnittlich 2.450 €, wobei „ELL Loredana“, eine Tochter von „Dragon P“ und Schwester des gefragten RSH-Vererbers „Daktari PP“ von Philipp Ellerbrock, mit 2.800 € den Höchstpreis erzielte. Bei den Rotbunten wurde damit das Ergebnis der Novemberauktion um 170 € übertroffen. Die Angler Färsen erzielten einen Durchschnittspreis von 2.525 €. Der Höchstpreis von 2.650 €, der zweimal erreicht wurde, ging an Michael Petersen, Taarstedt. Er konnte sowohl eine „Avisto“- als auch eine „Hrivik“-Tochter an einen Kaufinteressenten in Niedersachsen verkaufen. Auch hier wurde der Durchschnittspreis der vorangegangenen Auktion überschritten, und zwar um 189 €.

Fazit

In der letzten Auktion des Jahres 2025 wurde ein positives Marktsignal gesetzt: Nicht nur konnte der Markt in allen Kategorien komplett geräumt werden, sondern auch der Durchschnittspreis der laktierenden Tiere wurde gegenüber der vorangegangenen Auktion um 167 € gesteigert. Gerade in Zeiten, die durch Unsicherheit am Milchmarkt zunehmend beeinflusst sind, macht ein solches Signal den Erzeugern von hochwertigen Zuchtrindern Mut und gibt Hoffnung für die weitere Entwicklung. Auch zukünftig bleiben exterieurstarke Tiere mit guten Einsatzleistungen, insbesondere mit ordentlichen Inhaltsstoffen gefragt. GVO-freie Tiere haben ebenfalls Vermarktungsvorteile. Die Steigerung des Durchschnittspreises ist ein Beleg für diese Einschätzung. Für die Käufer bietet der Zukauf über die Auktionen der RSH eG für die Bestandsergänzung die besten Vergleichsmöglichkeiten.

Die nächste Auktion der RSH eG findet am 15. Januar im Vermarktungszentrum der RSH eG in Dätgen (direkt an der Autobahnabfahrt Bordesholm gelegen) statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben ­stammen.

Die Rinderzucht Schleswig-Holstein eG bedankt sich bei allen Käufern und Beschickern für die gute Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr, wünscht allen Kunden ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr und hofft auf zahlreiche Anmeldungen für die kommende Auktionssaison.

Landluft, Leidenschaft und viele Ideen

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Dieses Interview mit Julia Kortum dreht sich um Chancen, Heraus­forderungen und die Zukunft des Landtourismus in Schleswig-Holstein.

Wer schon einmal in einem Hofcafé Kuchen gegessen, im Heu übernachtet oder einen Kindergeburtstag zwischen Hühnern und Ponys gefeiert hat, der weiß: Landtourismus ist viel mehr als nur „ein Bett im Bauernhaus“. In Schleswig-Holstein kümmert sich der Bauernhofurlaub & Landtourismus Schleswig-Holstein e. V. (BL.SH) darum, dass diese Erlebnisse nicht nur schön, sondern auch professionell sind. Wir haben mit Julia Kortum, Geschäftsführerin des BL.SH, über Geschichte, Aufgaben und Zukunftsprojekte gesprochen.

Fangen wir mal ganz vorn an: Wie ist der Verein überhaupt entstanden?

Mit Leidenschaft für die Zukunft des Landtourismus: Julia Kortum, Geschäftsführerin des BL.SH

Julia Kortum: Der Verein – damals die Arbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof e. V. – wurde 1990 von zehn LandFrauen gegründet, die sich zum Ziel gesetzt haben, dieses neue touristische Segment „Bauernhofurlaub“ für Schleswig-Holstein zu vermarkten.

Was genau verstehen Sie unter Landtourismus?

Der Landtourismus bezeichnet ein touristisches Segment mit Urlaubs-, Gastronomie- und Freizeitangeboten im dörflich-ländlichen Umfeld. Dabei steht der Erlebnis-Charakter auf oder in der Nähe eines Agrarbetriebes im Vordergrund. Gerade in den ländlichen Räumen kommt der Landtourismus einem Wirtschaftsmotor gleich. Wir als BL.SH arbeiten mit einem weit gefassten Landtourismus-Begriff, um den zahlreichen Betrieben ein „Vereinszuhause“ anbieten zu können. So gehören neben dem eigentlichen Kernprodukt der Beherbergung unbedingt auch Bauernhofcafés, Hofläden, Heuherbergen, Direktanbieter, Pony- und Reiterhöfe, Obsthöfe, Erlebnishöfe, Landgasthöfe, die KäseStraße und weitere regionale Produzenten zu unseren Mitgliedern. Dies zahlt sich auch positiv in Richtung potenzieller Urlauber aus. Denn der Gast wünscht sich nicht nur die Übernachtung auf einem Bauernhof, sondern interessiert sich für regionale Produkte und Erlebnisse.

Was macht diese Vielfalt aus Ihrer Sicht so besonders?

Alle Betriebe stärken die regionalen Wertschöpfungsketten in den ländlichen Räumen Schleswig-Holsteins, und dahinter stehen echte, authentische Anbieter. Außerdem spiegelt sich in dieser Vielfalt der Begriff „Regionalität“ wider, deretwegen viele Gäste gerne nach Schleswig-Holstein kommen: Regionale Angebote und Erlebnisse sind voll im Trend!

Was ist das Hauptziel Ihrer Arbeit?

Unsere Mission ist die Stärkung des Landtourismus in Schleswig-Holstein.

Nach außen hin bedeutet das, dieses Segment für potenzielle Gäste sichtbarer zu machen und im Sinne einer Interessenvertretung für dieses einzutreten.

Nach innen hin möchten wir die Anbieter bei der Optimierung ihres landtouristischen Angebotes im Marketingbereich unterstützen, um sie fit für die Zukunft zu machen. Durch unser starkes Netzwerk regen wir Know-how-Austausch und Wissenstransfer an. Auch wenn die Künstliche Intelligenz (KI) einem inzwischen viele Fragen beantworten kann, geht doch nichts über Formate, in denen die Anbieter miteinander oder voneinander lernen können. Irgendein Betrieb stand vielleicht schon vor der gleichen Herausforderung und durch den Austausch erhält man nicht nur wertvolle Tipps, sondern auch das Zutrauen, es ebenfalls zu schaffen.

Wie sieht Ihre Arbeit im Alltag konkret aus, welche Aufgabenfelder deckt der BL.SH konkret ab?

Der BL.SH ist für alle Betriebe, die sich unter dem landtouristischen Dach einfinden möchten, ein Ansprechpartner. Dabei gehören Wissenstransfer und Know-how-Austausch zu unseren zentralen Handlungsfeldern. Mit Workshops, Webinaren, Branchentreff, Besichtigungstouren oder digitalen Stammtischen greifen wir wichtige Themen und Trends auf.

Gerade läuft unser vom Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz gefördertes Projekt „4seasons – Saisonverlängerung leicht gemacht“. Inhaltlich greifen wir mit dem Projekt aktuelle Herausforderungen im Landtourismus auf: Wir bauen den sich abzeichnenden „digitalen Stau“ auf den Höfen ab, indem wir in Workshops Wissen zu digitalem Marketing vermitteln, ob Beherbergungsbetrieb, regionaler Produzent oder Erlebnishof. Wenn ich im Netz weder Sichtbarkeit noch Reichweite habe, werde ich über kurz oder lang von potenziellen Kunden nicht mehr gefunden. Daneben spielt in dem Projekt die Auseinandersetzung mit der eigenen Zielgruppe und entsprechenden Angeboten eine ganz wesentliche Rolle, was sich positiv auf die Qualitätssicherung auswirkt. Und zu guter Letzt wollen wir mit dem Projekt die Höfe für kooperatives Marketing sensibilisieren. Daneben ist ein weiteres wichtiges Handlungsfeld bei uns die Beratung. Beliebt ist bei unseren Mitgliedern zum Beispiel unser Hof-Check, in dem wir gemeinsam mit dem Betrieb Entwicklungspotenziale erarbeiten.

Sie arbeiten eng mit den LandFrauen in Schleswig-Holstein zusammen – wieso passt das so gut?

Nicht nur die Gründung des Vereins geht auf die LandFrauen zurück, auch unsere Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen auf den Höfen sind meist immer noch die Frauen, vor allem im Bereich der Beherbergung, der Hofcafés oder Hofläden. Was früher vielleicht einmal als „Beschäftigungsmöglichkeit“ für die Frau des Hofes begonnen hat, ist inzwischen ein Betriebszweig, der den landwirtschaftlichen Betrieb stützt und ein professionelles und umfängliches Tätigkeitsfeld darstellt; durch den Homeoffice-Charakter überaus familienfreundlich und lukrativ.

Wie sieht die Zusammenarbeit praktisch aus?

Da häufig immer noch die Initiative für Landtourismus auf den Höfen von Frauen ausgeht, stehen wir den regionalen LandFrauenverbänden immer gern für Informationsveranstaltungen zur Verfügung, eine ideale Möglichkeit, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Der Verein arbeitet ohne institutionelle Förderung. Wie geht das?

(lacht) Das fragen wir uns auch täglich … nein, im Ernst: Natürlich wäre eine institutionelle Förderung wünschenswert und ehrlich gesagt auch notwendig. Aber wo nix ist, ist auch nix zu holen. Insofern finanziert sich der Verein seit Beginn allein durch die Mitgliedsbeiträge und generiert durch seinen starken Kooperationspartner Landsichten.de Provisionen, die für ein kleines Spielgeld sorgen.

2020 haben wir aus der finanziellen Lage aber auch Konsequenzen gezogen und den Verein umstrukturiert: weg vom Themenmarketing hin zum Themenmanagement. Entsprechend wichtig ist es, dass wir alle Landtourismus-Anbieter und die Ressourcen bündeln, um damit gemeinsam auf den Landtourismus einzuzahlen.

Abgesehen davon brennt unser Verein für das Thema, also nicht nur der Vorstand, sondern auch die Mitglieder. In der Geschäftsstelle greifen wir viele Ideen mit Low-Budget-Lösungen auf und kommen zu erfreulichen Ergebnissen.

Welche Veränderungen erleben Sie im Landtourismus beziehungsweise mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich konfrontiert?

Den digitalen Stau sprach ich schon an und ich befürchte, dass wir aufgrund der rasanten digitalen Entwicklung immer mehr Anbieter und Abieterinnen am Markt verlieren werden, die nicht bereit sind, den digitalen Weg richtig einzuschlagen.

Das Erstarken des Internets vor Jahren brachte seinerzeit viele Anbieter und Abieterinnen dazu, sich allein um das Marketing kümmern zu wollen, also ohne Vereins- oder andere Netzwerkstrukturen. Unsere Umstrukturierung war unter anderem auch eine Antwort darauf, da unsere Mitglieder uns den Auftrag für das Themenmanagement (vorher Themenmarketing) gegeben haben – auch weil weiterhin keinerlei finanzielle Mittel von Landesseite in Aussicht standen. Der definitiv richtige Schritt, dennoch dürfen wir heute ein Resultat begreifen: Wenn niemand mehr allgemeine Werbung für den Landtourismus Schleswig-Holstein macht, dann tauchen zwar zum Beispiel für die Beherbergung viele Höfe in Trefferlisten auf, aber losgekoppelt vom Thema Landtourismus und von der Erlebnisqualität, die unser Segment so auszeichnet und von anderen abhebt. Gäste gelangen also eher zufällig auf den Bauernhof.

Bei Airbnb können wir derzeit gut beobachten, welchen Stellenwert Erlebnisse im Urlaub haben und noch mehr haben werden und dass diese kommuniziert werden müssen. Wir sehen es daher als eine spannende Herausforderung an, dies zukünftig wieder mit kooperativem Marketing zu beantworten, und arbeiten in unserem angesprochenen Projekt darauf hin.

Was macht am meisten Freude?

Mir bringen die Hof-Checks immer ungemeinen Spaß. In einer zirka zweistündigen Zoom-Sitzung oder auch live vor Ort durchleuchte ich mit dem Anbieter das Angebot und wir finden immer spannendes und wichtiges Entwicklungspotenzial für den Hof. Wenn ich dann Feedback erhalte, was alles davon umgesetzt wurde, freue ich mich sehr, unterstützt zu haben.

Außerdem ist unser Landgezwitscher.SH, der Branchentreff für Landtourismus, in jedem Jahr das Highlight. Mir werden dann immer die Vielfalt, die positive Energie der Anbieter und Anbieterinnen und die Tatkraft der vielen Frauen bewusst … Was die alles in ihrem Alltag bewegen, ist unglaublich!

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Landtourismus in Schleswig-Holstein?

Der BL.SH wünscht sich, als Netzwerkknotenpunkt von den vielen Facetten im Landtourismus wahrgenommen und genutzt zu werden. Je mehr Anbieter und Anbieterinnen wir unter unserem Dach versammeln können, umso stärker werden wir und umso differenzierter können wir auch die vielen Facetten bedienen. Total abgedroschen, aber immer noch wahr: Nur gemeinsam sind wir stark!

Ein tolles Erlebnis und ein großes Vergnügen – Bauernhofurlaub in Schleswig-Holstein

Info

Einmal im Monat stellen wir an dieser Stelle unsere Kooperationspartner vor, die mit uns LandFrauen für Gemeinschaft, Stärke und Zusammenhalt auf dem Land stehen.

Markt für Ökolebensmittel 2025 auf Rekordniveau

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Die Verbraucher haben 2025 deutlich mehr Biolebensmittel gekauft als im Vorjahr. Für den Ökomarkt lasse sich ein kräftiges Umsatzwachstum von etwa 8 % erwarten, heißt es in einem Marktbericht des Deutschen Bauernverbands. Das wäre eine Steigerung weit über der Inflationsrate. Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt waren im November dem Statistischen Bundesamt zufolge um 1,2 % höher als im Vorjahresmonat. „Damit ist die Absatzflaute des Inflationsjahres 2022 endgültig überwunden“, so der DBV. 2025 dürfte der Umsatz mit Biolebensmitteln laut Bauernverband die Marke von 18 Mrd. € klar überschritten haben. Das wäre auch eine Verdoppelung des Umsatzes innerhalb von zehn Jahren. Wachstumstreiber seien 2025 erneut die Bioeigenmarken der Handelsketten gewesen. Bei den Absatzkanälen habe neben den Supermärkten und Drogeriemärkten aber auch der Naturkostfachhandel nach langer Durststrecke wieder zu den Gewinnern gezählt. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) bezeichnete die Zahlen des Bauernverbands als „nicht unrealistisch“. Schon 2024 war der Biogesamtumsatz nach Angaben des BÖLW um 5,7 % gestiegen und erreichte mit 17 Mrd. € einen Rekordwert. Damit ließ die Branche den Dämpfer des Krisenjahres 2022 weiter hinter sich.

… aber nicht auf deutschen Feldern?

Die Bioproduktion in Deutschland bleibt jedoch hinter der anziehenden Nachfrage zurück. Die Umstellungsbereitschaft in der Landwirtschaft sei 2025 erneut äußerst verhalten gewesen, so der Bericht des Bauernverbands. Der BÖLW hatte schon zu Jahresbeginn darauf hingewiesen, dass das heimische Angebot der Nachfrage hinterherzuhinken drohe – mit der Gefahr, dass der Handel sie nur durch Importe befriedigen kann. Denn die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland wuchs 2024 nur leicht um 1,3 % auf 1,91 Mio. ha – damit wurde in Deutschland auf 11,5 % der gesamten landwirtschaftlichen Fläche biologisch produziert. Im Jahr davor waren es 11,4 % gewesen. Das Ziel eines Bioanteils von 30 % bis 2030, das die Koalition von der Vorgängerregierung übernahm, bleibt weit entfernt.

Die Umstellung von konventionell auf Bio ist für Landwirte eine große Entscheidung mit jahrzehntelangen Folgen. Zudem ist diese Umstellung mit erheblichem Arbeitsaufwand wegen der umfangreichen Zertifizierungen verbunden. Dazu fragen sich viele Bauern, was Bio ihnen tatsächlich bringt. Unrealistische Absichtserklärungen der Politik verursachen eher Verunsicherung, weil der Markt diese Mengen von 30 % der Fläche aktuell gar nicht aufnehmen kann. Auch sind die Verarbeitungskapazitäten und die Logistik nicht auf ein derartiges explosionsartiges Wachstum eingestellt.

Stabile Erzeugerpreise für Bioprodukte

Ein weiteres Thema ist die Absatzsicherheit. Diese bietet nun das gegenwärtig stabile Wachstum des Biomarkts mit übrigens auch relativ stabilen Preisen. Beispielsweise geht der aktuelle Preisverfall für konventionelle Milch am Markt für Biomilch vorbei. Diese blieb bis Ende letzten Jahres halbwegs stabil bei etwas unter 70 ct, während konventionelle Milch Richtung 40 ct unterwegs ist. 

Warum Stammzellspenden leben retten

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Es gibt Momente im Leben, die man nie vergisst. Für mich begann alles im Juli 2011. In unserem Dorf hatte die Feuerwehr gemeinsam mit der Organisation DKMS eine große Typisierungsaktion organisiert. Ein Grundschulfreund meines Bruders war an Blutkrebs erkrankt – plötzlich kam das Thema ganz nah. Damals ließ auch ich mich typisieren, ohne zu ahnen, welche Bedeutung dieser Schritt viele Jahre später haben würde.

Laut DKMS hat etwa jede/-r Hundertste der mehr als 13  Millionen potenziellen Lebensretter bereits gespendet oder wird irgendwann spenden. Dennoch ist nicht jeder Treffer garantiert: Es gibt Menschen, die zwölf „Matches“ haben, und es gibt leider auch welche, die kein passendes Match für ihre Gewebemerkmale finden. Was viele nicht wissen: Jede fünfte registrierte Spenderin oder jeder fünfte registrierte Spender fällt während der Vorbereitung auf die Spende aus – aus gesundheitlichen, beruflichen oder persönlichen Gründen. Damit die DKMS im Ernstfall keine wertvolle Zeit verliert, fragt sie alle zwei Jahre Gesundheits- und Kontaktdaten per Mail ab. Ein kleiner Aufwand, der im entscheidenden Moment Zeit spart.

In Gesprächen mit Freunden und Bekannten erfuhr ich immer wieder, dass sie schon einmal in der engeren Auswahl standen. Auch bei mir gab es 2016 eine erste Anfrage – danach hörte ich jedoch nichts mehr. Diesmal war es anders.

Ich stand gerade bei den Kälbern und tauschte das Wasser, als mein Handy klingelte. Ein Anruf der DKMS aus Tübingen: Ich sei sehr wahrscheinlich ein Match für eine an Blutkrebs erkrankte Person. Meine Emotionen überwältigten mich: Ich hatte Tränen in den Augen und bekam sofort eine Gänsehaut am ganzen Körper.

Die folgenden 47 Tage bis zur tatsächlichen Spende vergingen wie im Flug. Zuerst wurden meine Gewebemerkmale über Blutproben genauer bestimmt. Eine Woche später kam die Nachricht: Ich kam als Stammzellspenderin für die betroffene Person infrage. Ab da ging alles Schritt für Schritt, immer in Ruhe. Ein fester Ansprechpartner erklärte mir jeden Ablauf, beantwortete Fragen und nahm mir Unsicherheiten.

Voruntersuchung und Spende fanden in der Charité in Berlin statt. Bei der Voruntersuchung wurde ich gründlich durchgecheckt: Blut und Urin, Ultraschall, EKG – alles, um sicherzugehen, dass ich fit für die Spende war. Immer wieder dachte ich: „Bitte lass nichts dagegensprechen.“ Ich wollte diese Chance unbedingt wahrnehmen.

Die DKMS organisierte alles, inklusive Anreise und Unterkunft für meine Begleitperson. Auch mein Vater als mein Arbeitgeber erhielt den Verdienstausfall und die Kosten für eine Ersatzkraft vollständig erstattet.

Die Voruntersuchung und die eigentliche Stammzellspende fanden in der Berliner Charité statt. Foto: Birka Thöming

Das Immunsystem der Empfängerperson wurde bereits zwei Wochen vor der Spende komplett heruntergefahren und die eigenen Stammzellen vollständig abgetötet. Danach lebte die Person nur noch mit meinen Stammzellen und war folglich auf meine Spende angewiesen – ein beeindruckender Prozess. Mir durfte in dieser Zeit nichts passieren und ich durfte auf keinen Fall krank werden. Deshalb habe ich mich in den zwei Wochen vor der Spende privat vollständig unter Quarantäne gesetzt.

Vier Tage vor der Spende begann ich, mir zweimal täglich einen hormonähnlichen Wirkstoff zu spritzen, der die Produktion von Stammzellen anregte. Bekannte Nebenwirkungen sind Kopf- und Gliederschmerzen. Bei mir äußerte sich das vor allem durch ein Ziehen im Rücken, unangenehm, aber gut auszuhalten.

Angefragt war eine periphere Stammzellspende – das Verfahren, das bei etwa 90 % aller Spenden eingesetzt wird. Dabei werden die Stammzellen direkt aus dem Blut herausgefiltert, während das übrige Blut zurückfließt. Ein Blutverdünner wird hinzugefügt, bei mir jedoch nur in geringer Menge, da mein Körper ausreichend Stammzellen produziert hatte.

Der Spendentag selbst war überraschend entspannt. Morgens um 7.45 Uhr sollte ich da sein, kurz nach 8 Uhr war ich angeschlossen. Die Schwestern waren herzlich, aufmerksam und sorgten dafür, dass ich mich wohlfühlte. Gegen 13 Uhr war die Spende abgeschlossen, und am Nachmittag kam der erlösende Anruf: Es waren genügend Stammzellen gesammelt worden, ich musste nicht erneut erscheinen.

Zwei Tage später erfuhr ich, dass meine Spende in Deutschland geblieben ist. Ein erwachsener Mann über 30 Jahre erhielt meine Stammzellen. Mehr erfahre ich vorerst nicht, doch in zwei Jahren könnten wir mehr voneinander erfahren, wenn es von beiden Seiten gewünscht ist. In mir bleibt die tiefe Hoffnung, dass die Spende ihm die zweite Chance schenkt, die er dringend braucht.

Jetzt bin ich für zwei Jahre für die Spende gesperrt und werde danach wieder in den Topf aufgenommen. Doch die Erinnerung an diesen Moment und die Gewissheit, dass Hoffnung eine zweite Chance bekommt, begleiten mich immer.

Am Ende möchte ich sagen: Bitte lass dich registrieren. Die Anmeldung über die DKMS-Webseite ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten. Als Landjugendliche zeigen wir jeden Tag, dass wir Verantwortung übernehmen – für unsere Höfe, unsere Dörfer und füreinander. Vielleicht bist genau du das Match, das einem Menschen und seiner Familie Hoffnung und Leben zurückgibt. Manchmal braucht es nicht viel, um Großes zu bewirken – nur die Bereitschaft zu helfen.

Ein Set zur Typisierung kannst du dir unkompliziert unter dkms.de/registrieren zuschicken lassen.

Im Schlaraffenland für feinste Buchbindekunst

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Christiane Rux ist Buchbindemeisterin und Restauratorin aus Passion. In ihrer Lübecker Werkstatt bindet sie nach alter Handwerkstradition Chroniken, Fachzeitschriften, Broschüren und Bücher ein. Ebenso bereitet sie historische Publikationen wieder auf. Daneben fertigt sie Mappen, Kassetten und Schuber.

Ein bisschen versteckt in zweiter Reihe zur Straße hin liegen die Räumlichkeiten von Christiane Rux. Beim Betreten kommt der Besucherin als Erstes Werkstatthund Caleb schwanzwedelnd entgegen. Während sein Frauchen gleich jede Menge Fragen beantworten wird, macht es sich der Labrador vor dem warmen Ofen gemütlich und hält ein Nickerchen.

Den Buchrücken eines Lieblingsbuches restaurieren zu lassen, ist auch für den Privathaushalt erschwinglich.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Auf dem großen Arbeitstisch stapeln sich derweil für die Buchbindemeisterin verschiedene Aufträge. Auch hat sie dort Arbeitsproben aus ihrem vielfältigen Schaffen bereitgelegt. Momentan ist sie dabei, ein historisches Buch, das fast auseinanderfiel, wieder zum Leben zu erwecken, damit sein Besitzer bald wieder nach Herzenslust darin blättern kann. Der Kunde brachte ihr eine Prachtausgabe mit dem Titel „Bismarck-Denkmal für das deutsche Volk“, erschienen im Jahr 1895. Das Buch hat einen Einband mit reicher Ornamentik.

Jedoch nagt besonders am Buchrücken, der die beiden Buchdeckel verbindet und die Seiten, den Buchblock, zusammenhält, der Zahn der Zeit. Deshalb hat sie das gute Stück bereits vorsichtig in seine Einzelteile zerlegt, um es mit Sorgfalt aufzuarbeiten. Da das mit Trocknungsunterbrechungen einige Zeit in Anspruch nehmen wird, kann sie an diesem Tag nicht alle Arbeitsschritte chronologisch demonstrieren. Routiniert beginnt sie einige Teile aus Karton abzumessen, auf die passende Größe zuzuschneiden und sauber mit Leim zu bestreichen, um sie miteinander zu verbinden.

Mit Pinsel und Falzbein

Mit Pinsel, Leim, Schere und Falzbein, das ihr zum präzisen Falten und Glattstreichen von Papier und Karton dient, hantiert sie mühelos und leicht. Jeder Handgriff sitzt. Man kann nur erahnen, wie viel handwerkliches Geschick, Präzision, Konzentration und Erfahrung dafür vonnöten sind. Zum vorläufigen Abschluss legt sie die nun wieder durch einen Buchrücken verbundenen hinteren und vorderen Einbände zum Trocknen unter Spanholzplatten. „Bei der Restauration ist es von Bedeutung, den zeitgemäßen Charakter eines Werkes zu erhalten. Es geht nicht darum, ein jahrhundertealtes Buch so zu erneuern, dass es aussieht, als wäre es gerade aus dem Buchhandel gekauft. Ich möchte ihm wieder zu seinem ursprünglichen Glanz verhelfen“, erklärt sie. So wenig wie möglich, so viel wie nötig, sei ihr Credo bei der Restaurierung. „Da jedes Buch seine eigene Geschichte hat, beispielsweise Kriegswirren und mehr erlebt hat, dürfen diese Spuren durchaus als Teil seiner Bedeutung sichtbar bleiben“, betont sie. Trotzdem müssten mit klassischen Techniken der Zerfall gestoppt sowie Beschädigungen weitestgehend entfernt werden.

Das historische Buch erhält einen neuen Buchrücken.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Lebhaft berichtet sie, wie viel Freude es bereite, wenn sie nach der Erledigung eines Auftrags in die zufriedenen Gesichter ihrer Kunden schaue. „Diese wissen das traditionelle Handwerk und meine individuelle, aufwendige Arbeit zu schätzen“, unterstreicht die 64-Jährige. Neulich kam beispielsweise eine ältere Dame mit einer Bibel zu ihr, die sie als junges Mädchen zur Konfirmation geschenkt bekommen hatte. Viele Emotionen hingen an der Heiligen Schrift, die dringend einer Aufarbeitung bedurfte. Als die Kundin ihre Bibel aus Jugendtagen schließlich wieder heil in den Händen hielt, war sie überglücklich, schrieb später sogar eine Dankesmail. Neben der Restaurierung emotional wertvoller Erinnerungsstücke, bibliophiler Schätze oder von Büchern aus Universitäten, Archiven und Bibliotheken versieht die Meisterin Chroniken, Gesetzessammlungen, Fachzeitschriften, Broschüren und Speisekarten mit stabilen, neuen Einbänden. Zudem werden Doktorarbeiten, Fotoalben, Gästebücher, Notizhefte oder Kinderzeichnungen von ihr mit fachkundiger Hand eingebunden. Sie streicht über den neuen Einband einer Speisekarte für ein Travemünder Restaurant und ist sich sicher: „Mit solch einem schönen Einband sieht die Karte gleich viel ansprechender und edler aus.“

Frau in Männerdomäne

Rux kann sich keinen faszinierenderen Beruf vorstellen als den der Buchbinderin. Mit Begeisterung und Leidenschaft leitet sie nun schon seit knapp vier Jahrzehnten ihr Unternehmen. „Ich habe eine sehr erfüllende Arbeit“, bemerkt sie. Dabei hatte sie es in ihrem Berufsleben nicht immer einfach. Bei einem Pausenkaffee blickt sie auf die Anfänge zurück. „Mit 15½ Jahren verließ ich die Volksschule. Es stand für mich fest, dass ich ein Handwerk erlernen wollte. Dabei dachte ich an die Schneiderei. Aber das war nichts für mich.“

Die Fadenheftung ist teurer als die Klebebindung und kostet mehr Zeit. Dafür ist ein Buch mit Fadenheftung langlebiger und hat ein besseres Aufschlagverhalten.
Foto: Silke Bromm-Krieger

Mutter Edith, gelernte Druckerin und Setzerin, brachte stattdessen die Buchbinderei ins Spiel. Rux begann ihre Ausbildung in einer Lübecker Buchbinderei – als Frau in einer Männerdomäne. Trotz manch widriger Umstände biss sie sich durch, bestand 1980 als beste Gesellin in Schleswig-Holstein ihre Ausbildung. Fünf Jahre arbeitete sie danach im ehemaligen Lehrbetrieb, bildete sich parallel in der Hand- und Pressvergoldungstechnik, Geweberestaurierung und Einbandkunst fort. Sie entschied sich ebenso, die Meisterprüfung zu absolvieren und belegte neben der täglichen Werkstattarbeit einen Meisterkurs an der Abendschule.

Doch die Arbeitsbedingungen belasteten sie zunehmend. Deshalb kam die Gesellin auf die Idee, sich selbstständig zu machen. Das wäre im Normalfall allerdings wegen der Meisterpflicht erst nach Abschluss der Meisterprüfung möglich gewesen. „Mit einer Ausnahmegenehmigung der Handwerkskammer konnte ich nach einigen Hürden am 10. April 1986 meine eigene Buchbinderei eröffnen. 1990 legte ich meine Meisterprüfung ab. Die Weiterbildung zur Restauratorin bestand ich 1998“, erzählt sie. Mit der Gründung einer Familie und der Geburt von zwei Söhnen war die Selbstständigkeit manches Mal eine Herausforderung. Unterstützung erhielt die junge Mutter von ihren Eltern, die im Geschäft tatkräftig mit anpackten. Oft ging es für Rux am Abend, wenn die Kinder schliefen, ein weiteres Mal in die Werkstatt. „Weil ich es wollte, bekam ich alles immer gut unter einen Hut“, resümiert sie. Heute sind die Kinder längst aus dem Haus, und sie kann sich ganz ihrer Passion widmen.

Die alten Bleibuchstaben verwendet Christiane Rux für Prägungen. Foto: Silke Bromm-Krieger

Bei einem Werkstattrundgang zeigt sie, mit welchen historischen Maschinen und Gerätschaften sie jeden Tag umgeht. Diese wurden von Buchbindern schon um die Jahrhundertwende genutzt, ob alte Buchpressen, große und kleine Schneidemaschinen oder Nut- und Perforiermaschinen. Sie veranschaulicht an einem Gerät die traditionelle Fadenheftung, bei der die Seiten mit Garn vernäht werden, was die Bindung deutlich stabiler und langlebiger macht, aber auch teurer als die Klebebindung ist. Danach zeigt sie an einer Heißprägemaschine, wie sie einen Namen auf ein handgefertigtes Notizbuch druckt. Für den Einband wählte sie ein Marmorpapier aus eigener Herstellung.

Stundenlang könnten wir noch tiefer in die spannende Welt des Buchbindehandwerks eintauchen, doch mittlerweile ist Werkstatthund Caleb wieder hellwach und zeigt seinem Frauchen mit einem freundschaftlichen Stupser ans Knie, dass er nach draußen will. Also beenden wir den Rundgang und verabschieden uns in der Gewissheit, dass Hunde und Bücher die besten Freunde des Menschen sind. Weitere Infos unter www.buchbinderei-rux.de

Fadenheftung
Foto: Silke Bromm-Krieger
Zum Schutz wertvoller Bücher fertigt Christiane Rux passende Schuber an.
Foto: Silke Bromm-Krieger
In der Werkstatt von Christiane Rux stehen viele alte Gerätschaften wie diese Buchpresse.
Foto: Silke Bromm-Krieger
Mit einer Heißprägemaschine druckt die Buchbinderin einen Namen aufs handgefertigte Notizbuch.
Foto: Silke Bromm-Krieger
Pinselauswahl für das Leimen der Bücher
Foto: Silke Bromm-Krieger
Der über hundert Jahre alte Pappschneider leistet gute Dienste.
Foto: Silke Bromm-Krieger
Historische Bleiletter, noch heute im Einsatz, atmen Geschichte.
Foto: Silke Bromm-Krieger


Bundesweit mehr Biomasse verstromt

Im Jahr 2025 wurde in Deutschland mehr Strom aus Biomasse erzeugt als im Jahr davor. Wie Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zeigen, belief sich die Stromproduktion aus Biomasse auf rund 41,1 TWh, nach 37 TWh im Jahr 2024. Davon wurden etwa 36 TWh in das öffentliche Stromnetz eingespeist, während 5,1 TWh im Eigenverbrauch genutzt wurden.

Insgesamt stagnierte im Berichtsjahr der Anteil der Erneuerbaren Energien am in das öffentliche Stromnetz eingespeisten Strommix. Er lag, wie bereits 2024, bei 55,9 %. Stärkster Nettostromerzeuger blieb die Windkraft, gefolgt von der Photovoltaik. Letztere steigerte ihre Stromproduktion um 21 % und überholte damit erstmals die Braunkohle.

Der Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern blieb 2025 gegenüber dem Vorjahr weitgehend konstant. Rückgänge in der Braunkohlestromerzeugung wurden durch eine zunehmende Nutzung von Erdgas ausgeglichen. Gleichzeitig sank der Importanteil am deutschen Strommix im Jahresvergleich.

Ausbauziele verfehlt

In Summe produzierten die Erneuerbaren Energiequellen Solar, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie laut ISE im Jahr 2025 rund 278 TWh, wovon 256 TWh in das öffentliche Stromnetz eingespeist und 22 TWh von den Produzenten selbst verbraucht wurden. Die Erzeugung aus Erneuerbaren Energien stieg gegenüber dem Vorjahr um 6 TWh. Dennoch verfehlt die Erneuerbare Nettostromerzeugung deutlich den für 2025 angestrebten Wert von 346 TWh.

Trotz eines witterungsbedingten Rückgangs blieb die Windkraft mit 132 TWh der wichtigste Nettostromerzeuger. Die Produktion lag damit aufgrund einer mageren Windausbeute um 3,2 % unter dem Vorjahresniveau. Auf Onshore-Wind entfielen rund 106 TWh, während Offshore-Anlagen etwa 26,1 TWh erzeugten. Der Ausbau der Windenergie blieb deutlich hinter den politischen Zielvorgaben zurück: Bis Ende 2025 war eine installierte Leistung von 76,5 GW vorgesehen, tatsächlich erreicht wurden jedoch nur 68,1 GW. Photovoltaikanlagen erzeugten im Jahr 2025 insgesamt rund 87 TWh Strom.

Marktbarrieren abbauen

Trotz der positiven Erzeugungsentwicklung bei der Photovoltaik warnt der Bundesverband Solarwirtschaft vor einer rückläufigen Dynamik des Ausbaus. Eine Verschlechterung der regulatorischen Rahmenbedingungen müsse unbedingt vermieden werden, mahnte der Branchenverband.

Zwar sei die Stromerzeugung aus Solaranlagen deutlich gestiegen, das Ausbautempo habe sich im Jahr 2025 jedoch verlangsamt. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Carsten Körnig, appellierte an die Bundesregierung, weitere Marktbarrieren abzubauen. Gleichzeitig dürften die Förderbedingungen keinesfalls wieder verschlechtert werden, mahnte er.