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Schweinekurse im Aufwind

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Der Schlachtschweinehandel ist aus dem Winterschlaf erwacht. Die teilweise dramatischen Absatzschwierigkeiten der sogenannten Winterschweine sollten zumindest vorerst ein Ende gefunden haben. Seit Mitte Februar ist der Vereinigungspreis um 10 ct auf 1,55 €/ IP gestiegen. In der Schweinevermarktung sind Angebotsüberhänge und Wartezeiten kein Thema mehr, und auch die Schlachtgewichte sind wieder gesunken. Zu Beginn der laufenden Woche berichten die Erzeuger von einer weiter regen Nachfrage der Schlachtbetriebe. Damit sieht die grüne Seite Spielraum für weitere Notizaufschläge, auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlich schwierigen Situation der Schweinehalter.

Die Schlachthofseite weist solche Forderungen zurück. Dabei wird immer wieder von einem schwierigen Fleischgeschäft berichtet. Saisonbedingt sei die Fleischnachfrage gering. Dazu kommt ein europaweit hohes Angebot, auch durch umfangreiche Mengen aus Spanien. Einige Schlachtbetriebe haben mit reduzierten Schlachtungen auf die jüngsten Preisaufschläge im Lebendhandel reagiert. Zur Lage im Fleischgeschäft gibt es aber auch abweichende Meinungen. So wird im Bericht über den Hamburger Großhandel davon gesprochen, dass sowohl bei der Fleischindustrie als auch auf Versand- und Großhandelsebene relativ problemlos höhere Verkaufspreise für Schweinefleisch hätten durchgesetzt werden können. Reduzierte Abnahmemengen einzelner Schlachtbetriebe konnten problemlos durch andere Abnehmer aufgefangen werden. Auch Sauenfleisch ist inzwischen wieder knapp und kann zu erhöhten Kursen abgesetzt werden.

Probleme bleiben

Trotz der wieder etwas optimistischeren Marktlage stehen die Schweine haltenden Betriebe weiterhin vor großen Herausforderungen. Die Erzeugerpreise sind immer noch unzureichend, während die Kosten auf hohem Niveau bleiben. Exporthemmnisse und hoher Regulierungsdruck sorgen ebenfalls für eine sinkende internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dazu kommt der Arbeitskräftemangel. Regional gibt es immer wieder Fälle der Afrikanische Schweinepest. Vor diesem Hintergrund wird befürchtet, dass der Strukturwandel in einen Strukturbruch übergeht. Dieser hat in der Sauenhaltung bereits eingesetzt. Die Bundesregierung hat aus diesem Anlass einen Fleischgipfel einberufen. Der Bundeskanzler hat sich auf seiner Chinareise für bessere Absatzchancen für hiesiges Schweinefleisch eingesetzt.

Nachfrage sinkt

Vor allem setzt die sinkende Nachfrage nach Schweinefleisch der Branche zu. In Deutschland wurden 2010 noch mehr als 50 kg Schweinefleisch pro Kopf verzehrt. Mittlerweile ist dieser Wert auf 35 kg gefallen, auch wenn der jährliche Rückgang mittlerweile nicht mehr sehr groß ist. Die geringe Nachfrage hierzulande kann nur begrenzt durch mehr Exporte ausgeglichen werden. Dies ist in der hiesigen Fleischindustrie zu spüren. Zuletzt häuften sich Meldungen über Schließungen oder Übernahmen von Wurstfabriken. Für Schweinemäster aus Schleswig-Holstein war die Schließung des Schlachthofes in Perleberg besonders schmerzhaft. Da in der Fleischbranche nur geringe Stundenlöhne gezahlt werden können, verschärft sich zunehmend der Arbeitskräftemangel. Auf der anderen Seite stellen die Verbraucher und der Lebensmitteleinzelhandel höhere Anforderungen an Tierwohl, Herkunftssicherung und Produktionsstandards. Wer diese Erwartungen erfüllt und transparent kommuniziert, sollte sich jedoch im zunehmend wettbewerbsintensiven Markt behaupten können.

Natürlich schöne Überraschungen

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Ein bisschen Freude am Experimentieren sollte man mitbringen, wenn es um dynamische Vagabunden im Garten geht. Denn so mancher attraktiver Blüher ist zwar kurzlebig, erhält sich aber zuverlässig über die Selbstaussaat. Überraschend tauchen die Schönheiten an verschiedenen Stellen im Garten auf und füllen dabei mitunter Lücken, die sich über kurz oder lang in jeder Pflanzung auftun.

Die Sämlinge dieser Vagabunden legen dabei jedoch keine Gärtner-Schreck-Qualitäten an den Tag. Denn sie wurzeln nur schwach und lassen sich leicht an den Stellen herausziehen, wo sie tatsächlich ungelegen sind. Zudem siedeln sie sich nur dort an, wo die jeweiligen Standortansprüche erfüllt werden. Bei den Einjährigen wie Ringelblume (Calendula), Kapuzinerkresse (Tropaeolum), Kalifornischem Goldmohn (Eschscholzia californica) oder Jungfer im Grünen (Nigella) erspart die ausgeprägte Fortpflanzungsfähigkeit sogar die alljährliche Neuaussaat. Ringelblumen schließen im Beet zuverlässig Lücken und machen sich zudem prima in der Vase. Auch das filigrane Laub und die blauen Blüten der Jungfer im Grünen wirken toll in Gestecken und Sträußen. Tipp: Mit rankender Kapuzinerkresse Baumscheiben bedecken und Pflanzenreste nach dem ersten Frost entfernen. Die herausfallenden Samen keimen im nächsten Jahr zuverlässig ab Ende April.

Wenn sie aussamen darf, erscheint die einjährige Jungfer im Grünen alljährlich wieder.
Die Spornblume ist ein wunderbarer Dauerblüher mit weißen oder pinkfarbenen Blüten.

Doch auch unter den Zweijährigen finden wir Vertreter, die sich über die Selbstaussaat erhalten. Besonders hervorzuheben sind hier Königskerze (Verbascum), Fingerhut (Digitalis), Stockrosen (Alcea rosea) und das Silberblatt (Lunaria annua). Nach Blüte und Saatreife fallen die Samen zu Boden und keimen dann sehr schnell. Bis zum Herbst bilden sich die sogenannten Blattrosetten. Sie überwintern und treiben im Frühjahr die Blütenstiele. Damit die Selbstaussaat der Zweijährigen funktioniert, braucht es etwas offenen Boden. Ungünstig sind dicht wachsende Nachbarn, die mit ihrem Blattwerk vollständig das Erdreich bedecken.

Bei den Zweijährigen bringt mit der Selbstaussaat der Zufall etwas wilden Charme in den Garten. Dabei überragt der dominante Fingerhut gern seine Begleiter. Prima kombinieren lässt er sich mit den leichten Blütenglocken der Pfirsichblättrigen Glockenblume (Campanula persicifolia). Das Silberblatt liebt lockeren Boden unter Bäumen oder in Strauchrabatten. Etwas Morgen- oder Abendsonne verträgt die Schönheit schon, volle Sonne jedoch nicht so gut. Von April bis Juni zeigen sich die hübschen weißen oder violetten Blüten an bis zu 100 cm hohen Stängeln. Die Blütenstiele der Stockrosen können bis zu 2 m hoch werden. Man wählt besser einfach blühende Sorten, sie sind ausdauernder als gefüllte Stockrosen. Wichtig ist ein sonniger Standort mit lockerem, durchlässigem Boden. Zu dichte Bestände sollten unbedingt ausgedünnt werden. Dann können sich die einzelnen Pflanzen besser entwickeln und trocknen nach einem Regenguss schneller ab. Damit sind sie weniger anfällig für Malvenrost.

Der aparte Staudenlein ist zwar nicht besonders langlebig, sät sich aber an zusagenden Standorten zuverlässig aus.
Stockrosen sollten nicht zu eng stehen. Das schützt sie vor Blattkrankheiten.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die kurzlebigen Stauden. Sie sind die Sprinter im Staudenreich, mit denen sich gleich im ersten Standjahr wunderbare Effekte erzielen lassen. Allerdings erschöpfen sie sich dabei schnell und lassen sich mitunter, wie Akelei (Aquilegia vulgaris), Prachtkerze (Gaura lindheimeri) oder Spornblume (Centran­thus ruber), aufgrund der Wurzelform nicht gut teilen. Ihre Vitalität erhalten sie über die Selbstaussaat. Hier ist jedoch ein bisschen Geduld erforderlich, da die Samen meist erst ab Mai keimen. Dann aber entwickeln sich die Pflanzen rasch und zeigen sich schon wenige Wochen später in voller Pracht. Nicht selten entstehen so attraktive Zufallskombinationen.

Tipp: Wer die Vagabunden gezielt an bestimmten Stellen ansiedeln möchte, erntet die Samen und sät sie dort aus. Soll die Selbstaussaat gänzlich unterbleiben, schneidet man einfach Verblühtes rechtzeitig zurück.

Die zarten Akeleiblüten tauchen mitunter an ganz unerwarteten Stellen im Garten auf.
Dank seiner aufrechten Wuchsform bringt Fingerhut vertikale Struktur ins Beet.

Die Vexiernelke (Lychnis coronaria) ist eine kurzlebige Staude, die meist nur zwei bis drei Jahre alt wird. Sie fällt mit ihrem silbrigen Laub und den karminroten Blüten schon von Weitem ins Auge. Es ist auf ausreichend offenen Boden zu achten, damit es mit der Selbstaussaat klappt. Eine schöne Fernwirkung erzielt die Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum). Sie passt gut in naturhafte Pflanzungen auf durchlässige, kalkhaltige Böden in voller Sonne. Die Heide-Nelke ‚Albus‘ (Dianthus deltoides) vermittelt mit weißen Blüten zwischen farbintensiven Nachbarn und sieht in der Nachbarschaft graulaubiger Stauden zauberhaft aus. Der Blaue Staudenlein (Linum perenne) bringt von Juni bis in den August ein wunderschönes Himmelblau ins Beet. Die Sorte ‚Nanum Saphir‘ punktet mit besonders reicher Verzweigung und üppigem Flor. Mit 25 cm Wuchshöhe bleibt sie zudem etwas niedriger als die Art.

Die Spornblume ist ein toller Dauerblüher mit weißen oder pinkfarbenen Blüten.
Im ersten Jahr bildet die Königskerze eine Blattrosette, die überwintert. Im Frühjahr schiebt sie daraus den Blütentrieb.

Weitere kurzlebige Stauden für die Selbstaussaat (Auswahl):

Duftnessel (Agastache foeniculum), Rote Engelwurz (Angelica gigas), Lerchensporn (Corydalis lutea), Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis), Spanisches Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus), Sumpf-Mädesüß (Filipendula ulmaria), Nachtviole (Hesperis matronalis), Purpur-Leinkraut (Linaria purpurea), Blutweiderich (Lythrum salicaria).

Die Prachtkerze lockert jede Pflanzung auf.
Die leuchtenden Blüten der Vexiernelke haben eine tolle Fernwirkung.

Buy-out statt Burn-out?

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Für das Aufgeben der Landwirtschaft erhalten Betriebe in den Niederlanden Geld vom Staat (Buy-out). Das Ziel sind weniger Nährstoffeinträge in die Umwelt. Wenn jedoch Landwirte, die einen zukunftsfähigen Betrieb ausbauen wollten, unter hohem gesellschaftlichen Druck von diesem Aufkaufprogramm Gebrauch machen, gibt das zu denken. Insbesondere, wenn sie danach sagen, dass sie endlich wieder ruhig schlafen können.

Auch in Deutschland sind Landwirtinnen und Landwirte „Überzeugungstäter“ und gehen nicht selten über körperliche und seelische Belastungsgrenzen hinaus. Neben einem starken familiären Zusammenhalt und einem guten Nachbarschaftsnetzwerk kann auch Politik unterstützen, indem sie durch Planungssicherheit Perspektiven aufzeigt und unternehmerische Freiheiten gewährt.

Sinnvoll ist beispielsweise ein Bestandsschutz von neu- oder umgebauten Ställen. Eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage würde helfen, Niedrigpreisphasen zu überbrücken. Viel wichtiger wäre aber noch die ernsthafte Umsetzung der vielen Dialogprozesse, die auf EU-, Bundes- und Landesebene in den vergangenen Jahren stattgefunden haben. Unter Schmerzen haben unter anderem Umwelt- und Bauernverbände gesamtgesellschaftliche Konsense erarbeitet, die von der Politik größtenteils ignoriert werden.

Leichte Vereinfachungen durch die EU-Omnibus-Verfahren, die Wiedereinführung der Agrardiesel-Rückvergütung oder ein Zukunftspreis Landwirtschaft wirken wie Symbolpolitik, während Bäuerinnen und Bauern gleichzeitig penibel vorgeschrieben wird, wie sie Flächen zu bewirtschaften, Tiere zu halten und dabei die Umwelt zu schonen haben. Zählt eine exzellente agrarische Ausbildung wirklich so wenig? Oder ist vielleicht das ganze agrarpolitische Gebilde zu komplex geworden? Die Zahl der Fachleute in den Ämtern wächst, um die Regulatorik noch zu beherrschen und Kontrollen abzuleisten. Landwirtinnen und Landwirte können lediglich auf die Unterstützung ihrer Verbände zählen oder müssen fachliche Expertise zukaufen.

Die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der EU-Förderpolitik sehen derzeit nicht nach Vereinfachung aus – zumindest nicht für die Betriebe. Mit der Umsetzung des EU-Naturwiederherstellungsgesetzes drohen weitere Nutzungseinschränkungen und Bürokratieaufwuchs.

Die Landwirtschaft hat mehr Vertrauen verdient. Im Sinne der „Wir-Kampagne“ des Kieler Landwirtschaftsministeriums müssen Bäuerinnen und Bauern mehr einbezogen werden. Jüngstes Positivbeispiel ist die Einrichtung der Ostseebeiräte. Hier entscheiden die Betroffenen selbst, mit welchen Maßnahmen sie regionalspezifisch und produktionsintegriert am besten Nachhaltigkeitsleistungen erbringen können.

Ein flächendeckender Abbau der Landwirtschaft wie in den Niederlanden ist sicher nicht die Lösung. Das träfe den ländlichen Raum massiv und verlagerte die Produktion unter vermeintlich weniger nachhaltigen Bedingungen ins Ausland. Dass es auch anders geht, zeigt Schweden. Die Regierung in Stockholm will die Tierbestände je nach Art um 15 bis 25 % erhöhen und rund 340.000 ha bisher ungenutzter Flächen urbar machen – ein starkes Signal für die Landwirtschaft!

Vielleicht brauchen wir in Deutschland ein Staatsziel Ernährungssicherheit. Das würde die Landwirtschaft in Abwägung mit anderen Staatszielen stärken, und die Leistungen der Branche für die Gesellschaft hervorheben. Es sollen schließlich auch wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern gut schlafen können.

Dr. Robert Quakernack, Foto: bb

76. Hochschultagung: Klimawirkung im Mittelpunkt

Gut besucht und mit regem Austausch im Foyer fand die 76. Hochschultagung der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) im Audimax unter der Leitfrage statt: „Welche Chancen und Herausforderungen bringt eine Reduktion der Klimawirkung des Agrar- und Ernährungssystems?“

Nach der Eröffnung durch Dekan Prof. Dr. Tim Diekötter folgten Impulsreferate aus Wissenschaft und Landespolitik, die unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema zeigten – von Fragen der Effizienz in der Produktion über technologische Entwicklungen entlang der Wertschöpfungskette bis hin zu agrarpolitischen Rahmenbedingungen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass Klimaschutz im Agrar- und Ernährungssystem nur im Zusammenspiel verschiedener Ebenen gelingen kann. In der Diskussion auf dem Podium sowie in den Gesprächen im Foyer wurde die Bedeutung eines faktenbasierten und differenzierten Diskurses deutlich. Angesichts komplexer Herausforderungen zeigt sich, dass tragfähige Lösungen im Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik entstehen.

Unter Anleitung von Andrea Arns (Gütezeichen) servierten die Fachschaftsmitglieder Sylvie Schönfeld, Linnea Heuer, Lioba Steffen, Andreas Landfried, Enke Jensen und Johann Thode (v. r.) die Mittagsverpflegung und sammelten Spenden für die Fachschaft. Foto: Johanna Beeck

Traditionell wurde in der Mittagspause eine Stärkung mit Produkten aus dem Sortiment des Gütezeichens Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein angeboten. Die gegen eine Spende erhältlichen Bockwürstchen und Käsespieße boten eine gute Grundlage für die Vorträge am Nachmittag. Dank der Warenspenden von Böklunder (Zur-Mühlen-Gruppe) sowie der Feinkäserei Sarzbüttel konnte die Fachschaft Spenden sammeln.

FN-Projekt „100 Schulpferde plus“

Vor etwa einem Jahr hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gemeinsam mit der Reitweltmeisterschaft Aachen 2026 ihre Initiative „100 Schulpferde plus“ an den Start gebracht. Seitdem unterstützt die Aktion über regelmäßige Verlosungen Reitschulen in ganz Deutschland mit unterschiedlichen Förderleistungen. Auch Vereine aus Schleswig-Holstein und Hamburg haben schon gewonnen.

Unterteilt in zehn verschiedene Maßnahmenpakete werden im Losverfahren mehr als 1.000 Sach- oder Sponsoringleistungen an deutsche Vereine mit Reitschulbetrieb ausgeschüttet. Die Vereine können sich auch direkt für alle zehn Maßnahmen bewerben und sind anschließend für die gesamte Projektdauer von drei Jahren im Lostopf. Bis zu zwei Maßnahmen und die Bezuschussung eines Schulpferdes in Höhe von 5.000 € kann eine Reitschule in diesem Zeitraum maximal erhalten. Die Verlosungen finden alle drei Monate statt.

Der Boberger Reitverein gewann einen Zuschuss für ein neues Schulpferd. Shakira, die Dienstälteste, kann nun in Rente gehen. Julia Ebeling wird sie gemeinsam mit ihrer langjährigen Reiterin Michelle Müller übernehmen.

Unter den rund 1.500 Vereinen mit Reitschulen, die sich bisher beworben haben, sind auch mehrere aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Richtig viel Glück hatte der Boberger Reitverein aus Hamburg. „Wir hatten alles Mögliche bei der Bewerbung angekreuzt“, berichtet die erste Vorsitzende Christiane Feist. Dass es dann der Zuschuss zu einem Schulpferd geworden ist, glich einem Hauptgewinn. Damit ist der Verein einer von 22, die diese Förderung gewonnen haben.

Suche ist nicht leicht

Die vom Verein geführte Reitschule hat momentan zwölf Schulpferde, darunter zwei Großpferde. Eines davon soll in Rente gehen. Das andere ist beim Voltigieren im Einsatz, kann aber nicht zu Turnieren mitgenommen werden. „Das schafft er nervlich nicht“, erklärt Feist. Nun sucht der Verein dringend ein neues Großpferd, das im Schulbetrieb laufen und beim Voltigieren eingesetzt werden kann. „Die 5.000 € sind dabei eine große Hilfe, wobei wir wohl etwa 14.000  € ausgeben müssen“, so Feist.

Stellvertretend für die rund 300 Mitglieder hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die das neue Pferd aussucht. Mit dabei sind die Betriebsleiterin und zwei Reiterinnen. Mitte Februar haben sie im Gestüt Ganschow in Mecklenburg-Vorpommern acht Pferde ausprobiert. Zwei davon kamen in die engere Auswahl. Nach der Ankaufsuntersuchung warten jetzt alle gespannt auf eine Rückmeldung des Tierarztes, und dann kann es hoffentlich losgehen.

Ob es passt oder nicht, wissen Feist und die anderen vom Boberger Reitverein erst, wenn das Pferd eine Zeit im Betrieb mitgelaufen ist. Denn das Leben als Schulpferd ist nicht für jedes Tier das Richtige. „Alle wissen, dass es nicht einfach ist, ein für die Reitschulbelange passendes Pferd zu finden“, weiß auch Thomas Ungruhe, Leiter des FN-Teams Pferdesportentwicklung. „Die Vereine haben nach dem Gewinn der Förderung die Möglichkeit, sich in Ruhe auf die Suche nach einem Schulpferd zu machen.“

Andere Vereine konnten ihre Gewinne direkt einsetzen. Beispielsweise gewann der Verein Reitsportfreunde Looper Holz, Kreis Rendsburg-Eckernförde, im vergangenen Sommer ein großes Futterpaket. „Wir haben ganz verschiedene Sorten bekommen, konnten damit aber vor allem unsere Altenteiler gut versorgen“, berichtet Gunda Reese. So gab es eine Abwechslung zum Seniormüsli und den Rübenschnitzeln. „Die Pferde und wir haben uns sehr gefreut“, sagt die Betreiberin des zugehörigen Stalls.

Zusatzqualifikation

Auch der Reit- und Fahrverein Alveslohe, Kreis Segeberg, hat bei der Aktion der FN mitgemacht. Natalie Bühring vom dazugehörigen Reiterhof freut sich: „Wir haben den Zuschuss für die Trainerausbildung gewonnen.“ Sie hatten sich unter anderem dafür beworben und haben auch schon eine Idee, wer davon profitieren soll. Die ehemalige Auszubildende Lara Strauch hat inzwischen ihren Pferdewirt abgeschlossen und wurde von den Bührings übernommen. Mit dem Trainerschein hätte sie eine zusätzliche Qualifikation und würde die Reitschule mit neuem Wissen bereichern. „Der Zuschuss ist wirklich eine gute Unterstützung“, findet Bühring, die ihre eigene Ausbildung zur Pferdewirtin mit Auszeichnung beendete und ebenfalls den Trainerschein hat.

Auch Thomas Ungruhe ist zufrieden: „Das erste Jahr hat gezeigt, dass unsere Initiative genau den Nerv der Reitschulen trifft und mit konkreten Förderleistungen spürbare Unterstützung im Schulpferdebereich leistet.“ Bisher wurden Fördermittel in Höhe von 1,5 Mio. € akquiriert und bereits 500.000 € an die Vereine ausgeschüttet.

Nun geht es in die zweite Projektphase. Bereits im März steht die sechste Verlosung an. Auch dann wird es wieder zahlreiche Förderleistungen und Zuschüsse zu Schulpferden geben. Die Bewerbungen laufen weiter, und Vereine können sich jederzeit anmelden. Jede Verlosung bietet neue Chancen auf Förderleistungen.
fn

Training für Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen

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Für zahlreiche Kameradinnen und Kameraden der Technischen-Hilfeleistungs (TH)-Wehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde hieß es am Sonnabend: aufmerksam sein und praxisnah üben. Der Kreisfeuerwehrverband (KFV) hatte für die 14 TH-Wehren einen Ausbildungstag zum Thema „Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen“ organisiert.

Nach einer theoretischen Einführung starteten die Teilnehmenden gut vorbereitet in den praktischen Teil. Hierzu wurden sie in drei Gruppen aufgeteilt, die nacheinander verschiedene Stationen durchliefen. Wichtige Grundlagen zur Technik eines Mähdreschers vermittelten Lars Harder und Christian Koep an der ersten Station. Neben dem Aufbau und den Funktionsweisen standen insbesondere sicherheitsrelevante Einrichtungen im Fokus. Ziel war es, Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen und die richtigen Maßnahmen für einen sicheren Einsatzablauf zu treffen.

Ein Übungsszenario sah die Rettung einer unter einem Mähdrescher eingeklemmten Person vor. Foto: Kreisfeuerwehrverband RD-ECK

Eine anspruchsvolle, aber lösbare Aufgabe erwartete die Einsatzkräfte an Station zwei: Eine Person war unter einem Mähdrescher eingeklemmt. Unter der Leitung von Marco Weber, Henning Edler (Technische Hilfeleistung Westküste) und Michael Baarth wurde das Szenario Schritt für Schritt abgearbeitet. Der Mähdrescher musste dabei zunächst umfassend gesichert werden. Mithilfe von Kanthölzern und Hebekissen wurde das Fahrzeug angehoben und stabilisiert, sodass die eingeklemmte Person schließlich patientenschonend befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden konnte. Jeder Handgriff wurde dabei besprochen und praktisch erprobt.

Besonders arbeitsintensiv gestaltete sich das dritte Szenario, das von Andreas Schölz und Jan Reicher begleitet wurde. Angenommen wurde ein Frontalzusammenstoß zwischen einem Schlepper mit Pflug und einem Pkw. Der Pkw-Fahrer war eingeklemmt und musste mit schwerem hydraulischen Rettungsgerät befreit werden. Gleichzeitig galt es, auch den Schlepper samt angebautem Pflug umfassend zu sichern, um weitere Gefahren für Einsatzkräfte und Verletzte auszuschließen. Hier zeigte sich deutlich, wie wichtig ein koordiniertes und umsichtiges Vorgehen in solchen komplexen Einsatzlagen ist.

Mit hydraulischem Gerät musste ein unter einem Schlepper eingeklemmter Pkw-Fahrer befreit werden. Foto: Kreisfeuerwehrverband RD-ECK

Allen Beteiligten bot der Ausbildungstag die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen, Abläufe zu trainieren und neue Erkenntnisse mit in die eigenen Wehren zu nehmen. Besonders wertvoll war dabei auch die enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst. Unterstützt wurden die Beteiligten durch die Firma Ehrich aus Rendsburg, die Deula Rendsburg und die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), die mit zwei Rettungswagen samt Besatzung vor Ort war. So konnte die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst realitätsnah trainiert und weiter gestärkt werden. Der gelungene Ausbildungstag zeigte einmal mehr, wie wichtig regelmäßige, praxisorientierte Fortbildung für die Sicherheit aller Beteiligten ist.

Landjugend: Kreise und Landesvorstand tagten in Ratzeburg

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Quer durch das verschneite Schleswig-Holstein ging es für den Landesvorstand, die Kreisvorstände und weitere Landjugendliche im Februar: Der Kreislandjugendverband Stormarn lud zur ersten Landesausschusssitzung (LAS) des Jahres ein. Die Tagesordnung für den Sonnabend war gut gefüllt. Nach der Anreise wurde mit einer kleinen Vorstellungsrunde gestartet. Typisch für diese Runden der Landjugend sind besondere Fragen an die Teilnehmenden. An diesem Tag lautete sie: „Team Tresen oder Team Tanzfläche?“ Nach einer sehr amüsanten und interessanten Vorstellungsrunde starteten wir mit der Tagesordnung.

Berichtet wurde von der LaJu Service GmbH und dem Landesjugendring. Danach ging es mit dem Tagesordnungspunkt „Neues aus den Kreisen“ weiter. In diesem Jahr wurde den Kreisvorständen Zeit gegeben, sich mit ihren Kreisbetreuern auszutauschen und zu berichten, was in den Kreisen derzeit los ist und was das Jahr noch so bringt. In diesem Rahmen konnten sie auch sagen, was sie sich von den Kreisbetreuern sowie vom Landesvorstand wünschten. Dieser Workshop war eine neue Art, den Punkt „Neues aus den Kreisen“ auszuarbeiten, und blickt auf eine sehr positive Rückmeldung aus den Kreisvorständen. Die Vorsitzenden Marlies Muxfeldt und Mirco Engelbrecht berichteten anschließend über Aktuelles aus dem Landesverband sowie Neues aus der Geschäftsstelle.

Im Anschluss hatte der Kreislandjugendverband (KLV) Stormarn ein Nachmittagsprogramm ausgearbeitet. Für die Teilnehmenden ging es zur Betriebsbesichtigung auf die Domäne Fredeburg, einen breit aufgestellten Demeter-Betrieb. Dort durften wir uns das Betriebssystem ansehen und erfahren, was die vielen Betriebszweige ausmacht. Dazu gehören Milchvieh mit eigener Käserei, Gemüse- sowie Ackerbau mit alten Kulturen wie Emmer, einer alten Getreidesorte, die dem Hartweizen ähnelt, außerdem Direktvermarktung, Dinkelaufbereitung, Kartoffelanbau sowie Schweine- und Rindermast. Der Betrieb arbeitet nach dem Prinzip, möglichst alles für die Tiere selbst zu erwirtschaften und alles zu verwerten. So werden Abfallkartoffeln statt Mais als Energielieferant fürs Milchvieh genutzt. Alles, was auf dem Hof geboren und gemästet wird, verlässt diesen über den Hofladen.

Wieder in der Jugendherberge angekommen, ging es mit einem Workshop zum Thema „Selfcare im Ehrenamt“ weiter. Dabei wurden in Gruppen fünf goldene Regeln ausgearbeitet. Es zeigte sich ein einheitliches Bild. Die Gruppen waren sich in einem Punkt besonders einig: auch mal Nein zu sagen und die eigene Gesundheit nicht aus den Augen zu verlieren. So langsam neigte sich der erste Tag dem Ende zu. Am Abend hatte der KLV Stormarn ein Abendprogramm in Form von Bingo vorbereitet. Für einige Landjugendliche ging es danach zur Landjugend Sandesneben, die einen „Elternabend“ in Form eines Balls veranstaltete – ein gelungener Tagesabschluss.

Der Demeter-Betrieb Domäne Fredeburg öffnete seine Türen zur Betriebsbesichtigung. Foto: Thore Groth

Der Sonntag startete wieder mit der Anreise neuer Landjugendlicher und einer Vorstellungsrunde, diesmal mit der Frage: „Was ist deine Lieblingsaufgabe bei der eigenen Landjugendfete?“ Danach wurde aus der internationalen Jugendarbeit berichtet und über Austauschmöglichkeiten informiert. Der Agrarausschuss stellte seine Jahresplanung und die diesjährigen Agrarexkursionen vor, bei denen wieder spannende Fahrten und Betriebsbesichtigungen warten. Ein Blick in den Veranstaltungskalender lohnt sich also immer.

Anschließend ging es an die Erntekronenvergaben. Jedes Jahr werden von verschiedenen Kreisvorständen Erntekronen für die Landwirtschaftskammer, den Landtag und das Landwirtschaftsministerium gebunden, neuerdings auch für den Bauernverband. Nach der Übergabe findet stets ein Austausch zwischen der Landjugend und den Empfängern statt, bei dem die Landjugendlichen ihre Anliegen und Wünsche an Politik und Verbandswelt richten können.

Anschließend wurden Termine und Projekte vorgestellt, die der Landesvorstand plant. Dazu gehört auch der Deutsche Landjugendtag, der in diesem Jahr im niedersächsischen Hameln stattfindet. Der Landjugendverband wird mit drei Bussen aus Schleswig-Holstein starten, um unsere Nachbarn zu besuchen. Es warten Feten, Exkursionen, Landjugendliche aus ganz Deutschland und viele neue Eindrücke. Die Anmeldung wird zeitnah möglich sein. Außerdem wurde bereits der Deutsche Landjugendtag 2028 respektive das Interesse an einem Sonderzug aus Schleswig-Holstein diskutiert.

An dieser Stelle gab es auch sehr gute Neuigkeiten: Der La.Le.Le.-Kurs (Landjugend.Leben.Lernen) ist ausgebucht und findet wie geplant statt. Außerdem wurde auf die Fahrt zur Grünen Woche im Januar zurückgeblickt, als fünf Busse aus Schleswig-Holstein nach Berlin fuhren. Im Anschluss berichteten der Förderverein, die LaJu Kiel und der Bund der Deutschen Landjugend. Danach folgte eine weitere Einheit zu „Neues für die Kreise“. Die Kreise tauschten sich ohne Landesvorstand und Geschäftsstelle aus; nach dem Mittagessen wurde die Runde ausgewertet und insgesamt als sehr gute Möglichkeit für einen offenen Austausch zu aktuellen Themen bewertet.

Im Hofladen der Domäne Fredeburg gab es im Anschluss an die Besichtigung die Gelegenheit zur Stärkung. Foto: Johanna Jessen

So neigte sich der zweite Tag und damit auch die LAS dem Ende zu. Es wurden noch die LAS 1 2027 sowie die Kreisausschusssitzung im Herbst vergeben sowie eine Gesamtauswertung der zwei Tage vorgenommen, ehe alle die Heimreise antraten.

EUDR: Waldbesitzer lassen nicht locker

Auf weitere Anpassungen der europäischen Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) drängt der Verband AGDW – Die Waldeigentümer. Auch nach den im vergangenen Jahr beschlossenen Änderungen sind der Branchenorganisation zufolge sämtliche Waldbesitzer verpflichtet, ihre Flächen in einer Datenbank zu registrieren.

Aus Sicht des Verbandes muss an die Verordnung daher nochmals Hand angelegt werden, um die „drohende Datenflut einzudämmen“ und den Aufwand für die Verwaltungen und die rund zwei Millionen Waldeigentümer hierzulande gleichermaßen zu verringern.

„Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen muss es ermöglicht werden, sich mit einer Meldung als Marktteilnehmer zu registrieren und damit die individuellen Berichtspflichten ihrer Mitglieder abzulösen“, erklärte AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter. Der Verband geht davon aus, dass diese Maßnahme das IT-System der EU „spürbar“ entlasten würde, da die Zusammenschlüsse im Durchschnitt rund 2.400 Mitglieder hätten. Dem Aufbau weiterer Bürokratielasten sollte dem AGDW zufolge zudem durch eine konsequente Vermeidung von Doppelmeldungen auf nationaler und europäischer Ebene entgegengewirkt werden. In Mitgliedstaaten mit einem niedrigen Entwaldungsrisiko sollten die Waldeigentümer daher von einer zusätzlichen Erklärung im EU-System befreit werden, sofern bereits wesentliche Informationen in Datenbanken vorhanden sind. „Wo auf Ebene der Bundesländer bereits Waldbesitzerdaten vorliegen, sollten diese konsequent genutzt werden, statt parallele Meldepflichten auf EU-Ebene zu etablieren“, so Bitter.

Lebhaftes Käuferinteresse für Spitzenstämme der Saison

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Der wertmäßig insgesamt teuerste Stamm wird als „Bauer“ bezeichnet. Hier punktete in diesem Jahr bei der Submission Mitte Februar in Daldorf (Kreis Segeberg) ein Stamm aus dem Privatwald. Zwischen 230 und 240 Jahren alt dürfte die Eiche sein, die ihrem Besitzer 2.439 €/fm (Festmeter) gebracht hat. Diese Art des Holzverkaufes hat Tradition und wurde schon zum 54. Mal durchgeführt, 2026 mit sehr guten Ergebnissen.

Warum so alte Bäume überhaupt gefällt würden, wollte eine Journalistin bei der Verkündung der Ergebnisse wissen. Weil das Holz irgendwann nicht mehr zu verwerten sei und für gefällte Bäume wieder frische nachgepflanzt würden, erklärte Hans-Caspar Graf zu Rantzau das Prinzip der Nachhaltigkeit. Er zeigte einen Stamm, bei dem schon Fäule eingesetzt hatte und der nur ein Viertel des Preises brachte. Wirklich beurteilen kann man die Qualität erst, wenn die Bäume liegen, es lässt sich ja nun einmal nicht unter die Rinde gucken. Graf zu Rantzau ist Vorsitzender des Waldbesitzerbverbandes und war zufrieden mit der diesjährigen Submission. Dr. Manfred Quer, Geschäftsführer der Holzagentur (HOAG) und verantwortlich für den Verkauf des Holzes aus dem Privatwald, fasste zusammen: „Qualitativ gutes Holz wird auch in Krisenzeiten gut bezahlt.“

Besonderheiten wie dieser Baum mit Knolle sind für die Möbelindustrie interessant.
Fotos: Isa-Maria Kuhn

Beste Preise seit 27 Jahren

Für die von der HOAG repräsentierten Forsten wurde bei der Eiche ein Duchschnittswert von 797,68 €/ fm erzielt. Das ist der höchste Wert seit 27 Jahren. Als Gründe nannte Quer den frühen Termin, den Ukraine-Krieg und den Service auf dem Platz. Dort werde das Holz immer schneefrei gehalten, damit es begutachtet werden könne, und für die Kundengespräche stehe ein beheizbarer Bauwagen zur Verfügung. Was in Daldorf im Rahmen einer Gebotsabgabe in geschlossenen Umschlägen an die Meistbietenden geht, ist kein Brennholz, sondern überwiegend wertvolles Laubholz für Instrumente, Weinfässer oder die Möbelindustrie. Säge- und Furnierwerke aus ganz Deutschland und andere europäische Kunden kaufen hier im Norden. Das mag zunächst verwundern, ist Schleswig-Holstein doch nach wie vor das waldärmste Bundesland, aber wir hier oben kommen sehr gut voran mit dem Waldumbau und haben auch weniger Waldschäden als andere Regionen.

Dr. Manfred Quer (li.) und der Direktor der Landesforsten, Dr. Chris Freise, geben die Ergebnisse der diesjährigen Submission bekannt.

Fast 1.800 Festmeter verkauft

Angeboten wurden auf der Submission vor allem Eiche (855 fm), Esche (38 fm), Ulme (5 fm), Bergahorn (2 fm), Douglasie (157 fm) und Lärche (17). Das sind über 1.077 fm aus dem Privatwald. Hinzu kamen noch einmal 722 fm aus den Landesforsten. Bis auf einen Stamm wurde das Angebot restlos zugeschlagen. „Mit dem Ergebnis können wir rundum zufrieden sein“, zieht ebenso Holzvermarkter Thies Mordhorst von den Landesforsten eine positive Bilanz. „Die starke Beteiligung von 26 Bietern aus dem In- und Ausland unterstreicht die Attraktivität von Wertholz aus Schleswig-Holstein. Das ist eine Verdoppelung des Käuferinteresses im Vergleich zum Vorjahr.“

Der Service für die Interessenten mit beheizbarem Wagen für die Verkaufsgespräche wird unter anderem für den Erfolg der Submission verantwortlich gemacht.

Auch die Landesforsten stellten einen Spitzenstamm. Neben dem schon erwähnten „Bauern“ gibt es noch die „Braut“. Das Höchstgebot der diesjährigen Wertholzsubmissionen erzielte eine Eiche aus der Försterei Haale der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Mit dem höchsten Festmeterpreis von 2.869 €/fm ist dieser Stamm auf dem Lagerplatz Daldorf die „Braut“ der Submission. „Der Stamm ist einer der wertvollsten, den die Landesforsten in den vergangenen Jahren auf den Wertholzsubmissionen in Daldorf vermarkten konnten“, freut sich Revierförster Sören Reimers.

Eine Eiche aus der Försterei Haale der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. „Der Stamm ist einer der wertvollsten, den die Landesforsten in den vergangenen Jahren auf den Wertholzsubmissionen in Daldorf vermarkten konnten“, weiß Revierförster Sören Reimers.

Fazit

Die Lieferbetriebe der Privatforsten haben ein ­beeindruckendes schleswig-holsteinisches „Holzschaufenster“ mit herausragenden Highlights gezeigt. Dabei konnte ein sehr guter Umsatz von rund 730.000 € (2025: 694.000 €; 2024: 672.000 €; 2023: 582.000 €; zuzüglich Mehrwertsteuer) für den liefernden Privatwald eingefahren werden. Die Landesforsten zeigten sich ebenfalls zufrieden.

Beratungsstopp wegen Zoll-Wirrwarr

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Der Handelssauschuss im Europa­parlament wird die Arbeit an den Gesetzgebungsverfahren zum Abkommen zwischen der EU und den USA erneut aussetzen. Laut dem Ausschussvorsitzenden Bernd Lange haben sich die Verhandlungsführer des EU-Parlamentes darauf am Montag verständigt. In Deutschland reagierten Verbände der Agrarwirtschaft mit Zustimmung.

Der SPD-Politiker Lange begründete die Entscheidung mit der Unsicherheit, die sich infolge des Urteils des obersten US-Gerichtshofes vom Freitag vergangener Woche ergebe. Der Supreme Court hat die Zölle, die US-Präsident Donald Trump am von ihm so benannten „Liberation Day“ im vergangenen Jahr gegen US-Handelspartner erhoben hatte, für illegal erklärt. Laut Gericht hat Trump seine Befugnisse überschritten. Er hatte sich zur Begründung der Zölle auf einen Notstand im Rahmen des International Emergency Economic Powers Act berufen. Dem wollte eine Mehrheit der Richter allerdings nicht folgen.

Deal gebrochen

In Reaktion auf das Urteil kündigte Trump am Wochenende umgehend neue Zölle an: Auf einer alternativen rechtlichen Grundlage sollten ab sofort 15 % auf alle Importe in die USA erhoben werden, und zwar unabhängig von deren Herkunft und zunächst auf 150 Tage befristet. Danach müsste der US-Kongress einer Verlängerung zustimmen.

Laut dem Europäischen Parlament wird dieser neue Zollsatz auf den „Most Favoured Nation“-Zollsatz der Welthandelsorganisation aufgeschlagen. In der Folge würden Importe aus der EU mit einer Einfuhrabgabe von mehr als 15 % belegt, was nicht im Einklang mit dem ausgehandelten Abkommen mit den USA wäre.

„Dies steht im Widerspruch zu der Stabilität und Vorhersehbarkeit, die wir mit dem Turnberry-Deal erreichen wollten“, kommentierte Lange. Die Lage sei jetzt unsicherer denn je, weshalb man das Abkommen fürs Erste auf Eis legen müsse. Gleichzeitig machte er deutlich, dass eine Abstimmung über die Position des Handelsausschusses zum USA-EU-Deal nach wie vor angestrebt werde. Vorher brauche man aber „Klarheit und Rechtssicherheit“.

Keine Berechenbarkeit

Begrüßt wurde der Schritt des EU-Parlaments vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV). „Wir glauben an die transatlantische Freundschaft und den gegenseitigen Nutzen guter Handelsbeziehungen. Aber die von US-Präsident Donald Trump betriebene Zollpolitik ist aktuell wieder einmal geprägt von Willkür und Unberechenbarkeit“, erklärte DRV-Hauptgeschäftsführer Jörg Migende. Wenn die EU nun entschlossen reagiere, stehe auch der DRV hinter diesen Maßnahmen.

Das „Zoll-Tohuwabohu“ in Washington zeige laut Migende einerseits, dass Abkommen wie das zwischen der EU und dem Mercosur-Block einen „Akt der Vernunft“ darstellten, und andererseits, dass es sinnvoll sei, dass die Bundesregierung ihre Agrarexportstrategie weiter vorantreibe.

Ähnlich äußerte sich der Milchindustrie-Verband. Durch kurzfristige Zollerhebungen, Unsicherheiten und Unzuverlässigkeit würden eine auf Vertrauen basierende Handelsbeziehung infrage gestellt und vertragliche Kalkulationen immens erschwert, kommentierte der Verband.

Der Deutsche Agrarhandel (DAH) äußerte sich besorgt über die Entwicklungen. „Solange die US-Administration in rascher Folge neue Rechtsgrundlagen für Zölle heranzieht, fehlt die Planungssicherheit, die der internationale Agrarhandel dringend braucht“, kritisierte der Verband. Auch der DAH zeigt daher Verständnis für das Vorgehen des Handelsauschusses. „Bevor die EU ihre eigenen Zölle auf US-Waren auf null senkt, wie im Deal vorgesehen, muss Rechtssicherheit auf amerikanischer Seite bestehen“, erklärte der Verband. Laut dem DAH sei es zudem unter Experten umstritten, ob auch die neuen Zölle von 15 % einer juristischen Prüfung überhaupt standhalten. age

Fleischwirtschaft fordert Mindestquoten

EU-Freihandelsabkommen mit Australien

Vor dem Hintergrund der neuerlichen Gespräche über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Australien hat die Fleischwirtschaft des potenziellen Partnerlandes ihre Anforderungen an eine Vereinbarung verdeutlicht. Wie der australische Fleischindustrieverband (AMIC) und die Branchenorganisation Meat and Livestock Australia (MLA) kürzlich betonten, müsse aus ihrer Sicht ein bedeutender Zugang zum europäischen Markt für Rotfleisch geschaffen werden.

Konkret pochen AMIC und MLA auf Quoten für die zollbegünstigte Lieferung von mindestens 50.000 t Rindfleisch und 67.000 t Schaf- und Ziegenfleisch. Aus Sicht der Branchenorganisationen müsse sichergestellt werden, dass die australischen Erzeuger nicht schlechter wegkämen als ihre Konkurrenz in Brasilien, Kanada oder Neuseeland. Sollte das nicht der Fall sein, besteht zumindest aus Sicht der Fleischwirtschaft kein nationales Interesse daran, die Vereinbarung unter Dach und Fach zu bringen.

Die jüngsten Gespräche zwischen EU-Kommission und australischer Regierung waren in der vergangenen Woche ohne greifbares Ergebnis beendet worden. Es seien aber gute Fortschritte im Hinblick auf eine kleine Zahl noch offener Fragen erzielt worden, ließ die EU-Kommission verlauten. Aus dem Hintergrund war zu hören, dass neben der australischen Rindfleischquote auch die gegenseitige Anerkennung geografischer Herkunftsangaben noch für Differenzen sorge. 2023 war eine Einigung im letzten Moment geplatzt. Seinerzeit hatte Australien dies mit einem unzureichenden Zugang für seine Agrarprodukte zum EU-Markt begründet. age