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Saatstärke Hybridweizen – Das müssen Sie beachten!
Weniger Dünger und chem. Pflanzenschutz, oft Trockenheit in relevanten Entwicklungsphasen: Wir brauchen zukünftig Kulturarten, die mit diesen „verschärften“ Bedingungen gut zurechtkommen. Hybridweizen wird daher für immer mehr Regionen interessant.
Die Hybridweizensorten sind besonders für Weizen-Grenzstandorte geeignet: Sie nutzen erwiesenermaßen die gegebenen Ressourcen wie Wasser und Stickstoff besser und effizienter als Linienweizensorten.
Reduktion der Saatstärke hat seine Grenzen
Da das Saatgut relativ teuer ist, werden in der Praxis die Saatstärken konsequent heruntergefahren. Es gibt vor allem in Nord-/Ostdeutschland Betriebe, die bis auf 90 Körner/m² heruntergehen. Allerdings erhöht sich mit derart reduzierten Saatstärken das Anbaurisiko: Ausfälle durch Frost oder Krähenfraß kann man sich dann nicht mehr leisten. Hybridweizen kann zwar extrem viel kompensieren, aber irgendwann ist die Grenze selbst für diese wüchsige Getreideart erreicht. In der Praxis muss man also den Kompromiss finden zwischen maximal möglicher Saatstärkenreduktion (zur Reduzierung der Saatgutkosten) einerseits und Absicherung der für eine Wirtschaftlichkeit notwendigen Mehrerträge des Hybridweizens andererseits.
„Ein siebenjähriger Junge wusste nicht, dass es Kühe gibt: ,Die Milch kommt bei Rewe aus der Kühltruhe‘, sagte er.“ Das Erlebnis machte die Bäuerin und Lehrerin Janina Schöttler sehr traurig. Die Kluft zwischen Landwirten und Nichtlandwirten zu überwinden und Wissen über die Nahrungsproduktion an den Schulen zu vermitteln, dazu haben Landwirtschafts- und Bildungsministerium eine Bildungsoffensive gestartet. Auf der Lehrerveranstaltung im Rahmen der Norla wurde sie vorgestellt.
„Auch meine Nachbarin im Dorf weiß nicht, wie ich meine Kühe halte“, gestand Klaus-Peter Lucht, Bauernverbandspräsident und Milchviehhalter in Mörel im Kreis Rendsburg-Eckernförde, in seinem Grußwort. Wie die Diskrepanz zwischen Landwirten und Nichtlandwirten überwunden werden kann, darüber diskutierten in der Deula-Halle in Rendsburg die beiden Staatssekretärinnen Anne Benett-Sturies vom Landwirtschaftsministerium (MLLEV) und Dr. Dorit Stenke vom Bildungsministerium (MBWK), die Lehrstuhlinhaberin für Ernährung und Hauswirtschaft und ihre berufliche Didaktik an der Europa-Universität Flensburg, Prof. Birgit Peuker, und die erwähnte Landwirtin und Grundschullehrerin Janina Schöttler aus Neversdorf im Kreis Segeberg. Die Moderation hatte der Bauernblatt-Redakteur Dr. Robert Quakernack, über das Konzept der Bildungsinitiative führte er ein Interview mit Anne Benett-Sturies.
Schulklasse auf dem Bauernhof bei Inken Krey in Neufelderkoog, Kreis Dithmarschen. Foto: Dr. Robert Quakernack
Nun gibt es seit Langem die Initiative „Schulklassen auf dem Bauernhof“. Was sind die Unterschiede zur neuen Bildungsoffensive? Die Referentinnen wollen die Konzepte keinesfalls in Konkurrenz zueinander verstehen: „,Schulklassen auf dem Bauernhof‘ richtet sich vor allem an Grundschüler“, erklärt Benett-Sturies. „Wir wollen Lehrkräften der Sekundarstufen I und II Wissen an die Hand geben, wie sie Landwirtschaft mit Themenfeldern aufbereiten, vor- und nachbereiten können.“ Rund 25 thematische Konzepte liegen bereits vor, weitere 33 sind in Vorbereitung, vier Fortbildungstermine für Lehrkräfte schon ausgebucht.
Landwirtschaftliche Betriebe können sich in diesem Konzept als außerschulische Lernorte qualifizieren. „Wir haben keinen Mangel an interessierten Betrieben, wir führen schon Wartelisten“, freut sich Peuker. Ein Trumpf ist, dass Landwirtschaft Bezug zu fast allen Schulfächern hat und wunderbar fachübergreifend behandelt werden kann. Zugleich betonen die Referentinnen, dass es eine Fokussierung auf ein bestimmtes Thema brauche, und hierin unterscheide sich das Konzept vom bisher üblichen Verfahren: „Der Bauer soll nicht seinen ganzen Hof zeigen, sondern auf eine bestimmte thematische Lerneinheit beispielhaft eingehen, die die Lehrkraft vor- und nachbehandelt“, erklärt Stenke. „Bisher hat die Lehrkraft oft wenig Steuerungsmöglichkeit gehabt. Man ging mit den Schülern auf den Hof und war gespannt, was dort passiert. Doch es geht nicht nur um leuchtende Kinderaugen und Kälberstreicheln, sondern darum, Dinge zu verstehen.“
Als Beispiel brachte Peuker das Konzept „Wunderbare Milchverwandlung“, das das Netzwerk Feinheimisch entwickelt hat. Leitfragen sind hier zum Beispiel: Wie entsteht aus Gras die Milch? Was nimmt Einfluss auf den Milchgeschmack? Wie werden die verschiedenen Milchprodukte erzeugt? Welche Berufe gibt es auf einem Milchviehbetrieb?
Auf dem Betrieb werden dazu Etappen der Milchverarbeitung gezeigt, etwa die Herstellung von Käse, es wird Tierwohl von Milchkühen veranschaulicht oder die Berufsfelder entlang der „Milchkette“ vorgeführt. Dazu gibt es Vor- und Nachbereitung im Unterricht. „Das ganze Konzept passt auf eine Din-A4-Seite“, so Stenke. – „Es ist toll, dass Schulen und Betriebe so etwas an die Hand bekommen“, findet Lehrerin Schöttler: „An Beispielen versteht man etwas und lernt nicht nur etwas auswendig.“
Als bedauerlich wurde allseits die geringe Beteiligung an dieser Veranstaltung empfunden – nur rund 100 Teilnehmer, davon etwa 30 Lehrende! Vom Landjugendvorsitzenden Tajo Lass nach den Gründen gefragt, wurde mehrfach geäußert, man habe nur zufällig oder durch Mundpropaganda davon erfahren. Die Referentinnen versprachen, künftig zur besseren Verbreitung beizutragen. Janina Schöttler: „Schule muss sich öffnen!“
Das hätten mehr sein können: Nur etwa 100 Teilnehmer, darunter etwa 30 Lehrende, waren zur Lehrerveranstaltung gekommen. Fotos: Tonio Keller
„Anbau und Ernte von Paludikulturen – Ertragserwartungen und Ansprüche“ war der Titel der vierten Veranstaltung in der Reihe „Zukunft der Landwirtschaft in den Niederungen“ des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV), die wieder auf der Klimafarm in Erfde stattfand. Wer allerdings mit „Ertragserwartungen und Ansprüchen vor Ort“ gekommen war, wurde enttäuscht. Dafür gab es Sachvorträge zum Thema.
Das können wir Ihnen leider noch nicht sagen“, war die häufigste Antwort auf Fragen aus dem Publikum, das mit sieben Landwirten aus der Eider-Treene-Sorge-Region nicht allzu zahlreich war. Nur so viel: Vor vier Wochen wurden rund 200 Ballen auf 96 ha vernässter Fläche der Klimafarm geerntet – „was dort eben so wächst“, so Arndt Behrendt von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Nächstes Jahr sollen es 112 ha sein, stufenweise bis hin zu 400 ha im Zeitraum der zehn Jahre Projektzeit. Was noch nicht vernässt ist, wird vorerst verpachtet. Auch die Erntemenge ist noch nicht abzusehen. Marie Bajohr, Landwirtin der Klimafarm, rechnet mit 10 bis 16 t/ha Frischmasse, was 4 bis 6 t/ha Trockenmasse entspreche, ein ordentliches Spektrum
85.000 ha Moorfläche in Schleswig-Holstein kommen für Vernässung infrage, führte Dr. Thorsten Reinsch vom MLLEV auf, davon 67.000 ha Grünland und 18.000 ha Acker. Betroffen wären rund 4.000 landwirtschaftliche Betriebe, allerdings unterschiedlich stark: 37 % haben weniger als 20 % Mooranteil, weitere 21 % 20 bis 40 % Anteil, 41 % einen höheren. „Wer weniger Moor hat, ist natürlich flexibler“, so Reinsch. Ob mit oder ohne Wiedervernässung sieht Reinsch als Herausforderungen der Landwirtschaft in den Niederungen den Umgang mit zunehmendem Starkregen und Hochwasser, die Kompensation längerer Trockenperioden und die Bewirtschaftung bei hohen Grundwassersständen.
Anke Nordt von der Universität Greifswald hat die Potenziale verschiedener Paludikulturen untersucht.
Welches Potenzial da Paludikulturen bieten, hat Anke Nordt von der Universität Greifswald ausgiebig untersucht am Beispiel von Schilf, Rohrkolben, Gräsern wie Seggen oder Rohrglanzgras und Torfmoos. In Vorpommern unterhält die Uni Paludi-Versuchsfelder von 900 ha, davon rund 100 ha Schilf.
Schilf hat eine lange Tradition als Dachbedeckung, entsprechend gibt es umfangreiches Wissen darüber – auf 1862 datiert die erste Veröffentlichung. Die Standortbedingungen sind: feucht bis Überstau, ¼ bis vier Pflanzen pro Quadratmeter, Ernte hauptsächlich im Sommer, Schnitthöhe 30 cm. Vorteilhaft ist die spontane Sukzession nach Wasserstandsanhebung. Der Abnahmebedarf ist groß, die Firmen haben dezidierte Anforderungen und Sortenasprüche für Dachreet.
Rohrkolben ist neu im „Geschäft“, deshalb gibt es noch wenig Erfahrung und vor allem wenige „Abnahmekanäle“. Auch hat die Uni Greifswald für diese Art nur 10 ha in Kultur. Rohrkolben ist überstaugeeignet, 100 bis 200 Samen pro Quadratmeter, Schnitthöhe 10 bis 20 cm, Ernte im frühen Winter. Nach einiger Zeit droht eine Verdrängung durch andere Arten.
In gleicher Weise wurden von Anke Nordt weitere Pflanzenarten besprochen sowie die Herausforderungen bei der Etablierung und der Ernte von Paludikulturen. Auch eine Kostenabschätzung nahm sie vor. Der vollständige Vortrag wird zeitnah auf der Homepage des MLLEV zur Verfügung stehen unter https://t1p.de/5pv54
Dr. Thorsten Reinsch vom MLLEV erklärt die Messstation der CAU. Auf diesem Feld wird zunächst der Status vor der Vernässung aufgenommen.
Die Frage eines Landwirts, ob man zum Moorschutz nicht auch natürlich gewachsenes Grünland belassen könne, wurde von Reinsch bejaht: „Es gibt nicht nur die eine oder andere Lösung, auf mineralischen Böden mit dichter Grasnarbe ist Grünland weiter möglich.“
Auf einem 25 ha großen Feld, das in diesem Herbst vernässt wird, erklärte Reinsch die Messstation der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel. Dort wird zum späteren Vergleich zunächst der jetzige Status aufgenommen – neben üblichen Wetterparametern der Gehalt von CO2, Methan und Lachgas in der Umgebung. Besonderheit: Es werden auch Turbulenzen in der Luft erfasst. Entwickelt sich das Feld als CO2-Senke oder -Quelle? Reinsch: „Wir sind froh, wenn das Moor CO2-neutral bleibt. Es ist ein riesiger Speicher. Das muss drinbleiben!“
Bei der Betrachtung der Ergebnisse des Rinder-Reportes fällt immer wieder auf, dass Betriebe mit großen Herden und hohen Milchleistungen tendenziell bessere Betriebszweigergebnisse (BZE) erzielen. Daher lieg die Schlussfolgerung nahe, dass für eine ökonomisch erfolgreiche Milchviehhaltung weiterhin gelten muss „Wachse oder weiche“. Im Folgenden sollen die Einflussfaktoren Herdengröße und Milchleistung auf das betriebswirtschaftliche Ergebnis der Milchviehbetriebe anhand der 183 mit BZA-Office ausgewerteten Betriebe des Rinder-Reportes 2022 genauer betrachtet werden.
Dem Prinzip der Betriebszweigauswertung folgend, werden die Kosten eines Betriebszweiges auf die Anzahl der produzierten Einheiten verteilt, bei der Milchviehhaltung auf die Menge der erzeugten Milch. Eine Verbesserung des Betriebszweigergebnisses durch eine Verteilung der gleichen Kosten auf eine größere Menge an produzierten Einheiten ist also erst einmal rein mathematisch eine vergleichsweise simple Rechnung und noch keine einzelbetriebliche Entscheidung.
Interessanter wird diese Rechnung, wenn man in die Betrachtung die Veränderung der Kosten einbezieht. Bei einer Steigerung der produzierten Menge steigen gleichzeitig auch die Gesamtkosten der Produktion. Die Herausforderung besteht darin, die optimale Einsatzmenge im Verhältnis zur produzierten Menge zu finden.
Verhältnis von Kosten und Menge
Dies gilt im Besonderen für die variablen Kosten (zum Beispiel Futter und Arbeit), die mit jeder produzierten Einheit eingesetzt werden müssen, während die fixen Kosten (zum Beispiel Gebäude und Maschinen) nicht direkt mit der produzierten Menge steigen und zu geringen Kosten je Einheit führen, solange ihre Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht ist.
Ein praxisnahes Beispiel ist die eingesetzte Menge Kraftfutter. Stellt man die produzierte Milchmenge sowie die verbrauchten Mengen Kraftfutter pro Kuh und Kilogramm ECM gegenüber, wird deutlich, dass mit steigender Milchmenge die eingesetzte Gesamtmenge pro Tier steigt, jedoch nicht in dem Maße, in dem mehr Milch produziert wird. Gleichzeitig verbessert sich die eingesetzte Menge je produzierter Einheit (Abbildung 1) – ein praktisches Beispiel, das den meisten Milchviehhaltern aus dem Vorjahr noch gut in Erinnerung ist. Dass die eingesetzte Kraftfuttermenge mit den stark gestiegenen Preisen noch wirtschaftlich sinnvoll war, konnten auch aufgrund der hohen Milchpreise viele Landwirte trotzdem bejahen.
(Rinder-Report 2022)
Einfluss der Herdengröße
Sollen hingegen die fixen Kosten auf mehr Einheiten verteilt werden, ist die Steigerung der Herdengröße eine Möglichkeit. Um die Verteilung der Herdengröße und Milchleistung noch genauer zu betrachten, sind in Abbildung 2 alle 183 Betriebe nach ihrer Herdengröße und Milchleistung dargestellt, unabhängig von ihrem BZE. Hierbei wird der Trend zu einer höheren Milchleistung bei größeren Betrieben deutlich.
Auffällig ist aber auch, dass bei den geringeren Betriebsgrößen die Streuung der Milchleistung noch deutlich größer ist. Während bei den Betrieben bis zu 250 Kühen von den höchst- bis niedrigleistenden Betrieben noch alle Milchleistungen vertreten sind, liegen die Leistungen bei den größeren Betrieben deutlich dichter zusammen.
Mehr Milch immer besser?
Um die Frage beantworten zu können, ob eine Steigerung der Milchleistung auch immer zu einer Verbesserung des betriebswirtschaftlichen Ergebnisses führt oder sogar eine notwendige Bedingung ist, sollen die Betriebszweigergebnisse der 183 Betriebe genauer betrachtet werden. Wie in Abbildung 3 dargestellt, wurden die Betriebe in vier Leistungsgruppen nach ihrer durchschnittlichen Milchleistung eingeteilt. Innerhalb dieser Gruppe wurden der Durchschnitt der Gruppe sowie die jeweils 25 % erfolgreicheren und weniger erfolgreicheren Betriebe sortiert nach ihrem BZE ausgewertet. Außerdem wurde die durchschnittliche Herdengröße der Betriebe in den Gruppen ausgewiesen.
Eine Vergrößerung der Herden stellt für die Betriebsinhaber auch neue Anforderungen an das Herdenmanagement und die Betriebsführung, besonders wenn der Wachstumsschritt auch die Einstellung von (weiteren) Mitarbeiter notwendig macht.
Der grundlegende Trend zu besseren BZA-Ergebnissen bei steigenden Milchleistungen wird in dieser Darstellung sichtbar. Im Durchschnitt sind die Betriebe der höheren Milchleistungsklassen in der Lage, Betriebszweigergebnisse zu erreichen, die deutlich über denen der Betriebe mit weniger als 8.500 kg ECM liegen. Gleichzeitig steigt die durchschnittliche Herdengröße der Betriebe an. Dies gilt so eindeutig nur für den Durchschnitt der Betriebe. Besonders bei den jeweils 25 % weniger erfolgreicheren Betrieben ist auffällig, dass sich die Herdengröße mit steigender Milchmenge nur sehr wenig entwickelt.
Für die weniger erfolgreichen 25 % der Betriebe in allen Milchleistungsklassen ist außerdem auffällig, dass sie trotz höherer Milchleistung nicht in der Lage sind, ein positives BZE zu erreichen. Für die Milchleistungsklassen oberhalb von 9.500 kg ECM zeigt sich, dass sich die beiden Klassen nur noch sehr wenig unterscheiden, obwohl die Betriebe gerade bei den erfolgreicheren 25 % der Betriebe mit mehr als 10.500 kg ECM noch einmal deutlich größer sind als in den anderen Milchleistungsklassen. Außerdem erzielen jeweils der Durchschnitt und die weniger erfolgreicheren Betriebe mit weniger als 8.500 kg ECM ein deutlich negativeres BZE als die Betriebe der anderen Leistungsgruppen.
Gilt „Wachse oder weiche“ noch?
Die Praxisdaten zeigen, dass der Trend zu höheren Milchleistungen bei größeren Betrieben auch bei genauer Betrachtung der Daten nachweisbar ist. Zu einer differenzierten Betrachtung gehört dabei aber auch die Einbeziehung der Betriebszweigergebnisse.
Diese zeigen, dass es gerade in den durchschnittlichen Betriebsgrößen und Milchleistungen eine breitere Streuung der Ergebnisse gibt, die sich bei einer reinen Betrachtung des Durchschnittes nicht zeigt. Diese Betrachtung lässt außer Acht, dass die Milchproduktion in Schleswig-Holstein unter sehr unterschiedlichen Standortbedingungen stattfindet und es daher auch andere wirtschaftlich Erfolg versprechende Strategien möglich sind als „Wachse oder weiche“.
Rein statistisch gesehen ist es schwierig für kleine Betriebe mit niedriger Milchleistung, ein positives BZE zu erzielen. Aus ökonomischer Sicht müssen diese Betriebe dann in der Lage sein, ein sehr niedriges Inputniveau zu realisieren. Dabei sind die Potenziale und Grenzen des Standortes zu hinterfragen, um zu einer erfolgreichen Betriebsstrategie zu kommen.
Entscheiden sich solche Betriebe für einen Wachstums- oder Automatisierungsschritt, ist eine Steigerung der Milchleistung zur Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Situation zwingende Voraussetzung, um die Investitionen erfolgreich nutzen zu können. Dazu gehören neben der betrieblichen Ausstattung (Gebäude, Flächen, Technik) auch die fachliche Eignung und Einstellung des Betriebsinhabers zur neuen Technik oder dem Management einer größeren Herde.
Fazit
Größere Herden und eine Steigerung der Milchleistung versprechen eine Verbesserung des BZE. Die Verteilung der Kosten auf eine größere Menge ermöglichen ein besseres betriebswirtschaftliches Ergebnis. Bei genauer Betrachtung der Ergebnisse des Rinder-Reportes 2022 ergibt sich ein detaillierteres Bild.
Bei der Betrachtung der Herdengröße und der Milchleistung der Betriebe zeigt sich bei kleineren Herdengrößen eine deutlich größere Streuung in der Milchleistung, während bei größeren Betrieben die Streuung abnimmt und die Leistung steigt. Bezieht man das BZE in die Betrachtung ein, zeigt sich, dass Betriebe mit Milchleistungen unter 8.500 kg ECM sich deutlicher von den anderen Milchleistungsklassen unterscheiden, während oberhalb von 9.500 kg ECM die Unterschiede abnehmen.
Aus der vorgestellten Betrachtung der BZE lässt sich keine reine Empfehlung zur Steigerung der Herdengröße oder Milchleistung ablesen. Vielmehr sind besonders vor Investitionen in Wachstums- oder Automatisierungsschritte die betriebsindividuellen Potenziale zu hinterfragen, um die geeignete Strategie zu identifizieren.
Die ausgiebigen Regenmengen seit Ende Juni, gepaart mit Temperaturen um die 20 °C und darüber hinaus, haben in den vergangenen Wochen zu einem sehr guten Rübenwachstum geführt. Die bisher durchgeführten Proberodungen lassen zum jetzigen Zeitpunkt zwar unterschiedliche, aber insgesamt durchschnittliche Rübenerträge erwarten.
Die bei der jüngsten Proberodung ermittelten Rübengewichte schwanken zwischen 600 und 850 g pro Rübe. Die relativ großen Unterschiede sind in erster Linie auf die unterschiedlichen Aussaattermine zurückzuführen. Während auf den leichten Standorten bereits Ende März und Anfang April bestellt werden konnte, kamen die Rübenpillen auf den schweren Böden häufig erst im Mai in die Erde, sodass hier Wachstumstage fehlen. Erfreulich ist, dass die Rüben auf den leichten Flächen in diesem Jahr kaum „geschlafen“ haben und keinen neuen Blattapparat bilden mussten. Daher sind besonders dort hohe und überdurchschnittliche Erträge zu erwarten.
Besonders wichtig für die Rübenentwicklung in den nächsten Wochen ist ein gesunder Blattapparat. Die bisher durchgeführten Fungizidmaßnahmen, die auf den meisten Flächen termingerecht Ende Juli gesetzt wurden, haben sehr gut gewirkt. Nur auf Flächen, die nicht rechtzeitig gespritzt wurden, sind die Krankheiten kaum noch zu kontrollieren. Die wirtschaftliche Schadschwelle, die eine zweite Anwendung notwendig machen würde, liegt momentan bei 45 % (45 von 100 Blättern sind befallen). Bei dieser Befallshäufigkeit sind beim Durchgehen durch den Bestand deutlich die Blattkrankheiten zu erkennen.
Momentan liegt man auf allen Monitoringstandorten Schleswig-Holsteins unterhalb dieser Schadschwelle. Auch wenn zurzeit wenig Blattkrankheiten vorhanden sind, sollten insbesondere Flächen, die für eine Rodung nach Mitte Oktober vorgesehen sind, weiterhin kontrolliert und gegebenenfalls nachbehandelt werden. Die aktuellen Boniturergebnisse aus jeder Region stehen im AgriPortal Consult unter „Blattmonitoring“ und in der App AgriPortal mobile auf dem Smartphone zur Verfügung.
Bei einer eventuellen zweiten Behandlung ist zur Vorbeugung von Resistenzentwicklungen unbedingt ein Wirkstoffwechsel vorzunehmen. Nähere Hinweise zu den Wirkstoffen und deren Wirkungsspektrum stehen im Nordzucker-Infoblatt „W4-Fungizid“ im AgriPortal Consult. Es ist unbedingt auf die vorgeschriebenen Wartezeiten zu achten. Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Fungizides liefert der Fungizidplaner im AgriPortal Consult.
Die diesjährige Rübenanfuhr in Uelzen beginnt am 9. September. Die Biorüben werden schon ab dem 6. September nach Schladen gefahren. Auch in diesem Jahr werden Rüben wieder von Brunsbüttel und Jübek mit der Bahn nach Uelzen transportiert. Ebenfalls erhalten zahlreiche Biogasanlagen in Schleswig-Holstein wieder Rüben zur Energiegewinnung.
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat am Montag den amtlichen Erntebericht vorgestellt. Die Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) bestätigen die durchwachsenen Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Nach Angaben von Ressortchef Özdemir fällt die Getreideernte mit bundesweit etwa 38 Mio. t unterdurchschnittlich aus, während der Raps „zufriedenstellende“ Ergebnisse zeige.
Aufgrund der witterungsbedingt oftmals verspäteten Ernte liegen dem Minister zufolge noch vergleichsweise wenige Daten vor. Das endgültige Ergebnis könne daher stellenweise von den ersten vorläufigen Zahlen abweichen.
Das unbeständige Wetter führte laut Özdemir regional zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen bei Mengen und Qualitäten. Nach einem zunächst regenreichen Frühling seien ein sehr trockener Mai und Juni gefolgt, denen sich der Juli und August mit ungewöhnlich viel Regen angeschlossen hätten.
Das Hauptaugenmerk legt die amtliche Ernteerhebung auf Getreide und Raps. Beim Getreide (ohne Körnermais) wurde 2023 insgesamt nur leicht unterdurchschnittlich viel geerntet. Die Ernte bleibt hier mit 38 Mio. t um etwa 4 % unter dem Vorjahres- und um etwa 2,1 % unter dem Fünfjahresmittelwert zurück.
Rapsanbau ausgedehnt
Einschließlich Körnermais beträgt die Erntemenge 42,2 Mio. t. Wo es starke Niederschläge zur Erntezeit gab, litt vor allem beim Weizen die Qualität.
Ausgeweitet wurde der Rapsanbau – mit einem Plus bei der Anbaufläche von 7,8 %. Die vorläufige Ernteermittlung ergibt mit voraussichtlich fast 4,2 Mio. t ein zufriedenstellendes Ergebnis. Auch die bisherigen Qualitätsuntersuchungen fallen mit Blick auf die Ölgehalte erfreulich aus.
Im nun ersten vorläufigen Ernteergebnis aus der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung für 2023 sind noch nicht alle witterungsbedingten Einflüsse dieses Sommers berücksichtigt. Teilweise wurde ein nennenswerter Anteil der Probeschnitte bereits vor der lang anhaltenden Regenperiode vorgenommen. Des Weiteren liegen – abgesehen von der Wintergerste – auch erst vergleichsweise wenige Druschergebnisse vor. Gegenüber den jetzt vorliegenden Angaben wird es daher beim zweiten vorläufigen und beim endgültigen Ergebnis stellenweise zu größeren Abweichungen kommen können, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war.
Kleinere Getreideernte
Die Getreideernte insgesamt (ohne Körnermais) wird sich voraussichtlich auf rund 38 Mio. t belaufen und fällt damit in diesem Jahr um 4,1 % kleiner als im Vorjahr aus. Gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt ergibt sich eine Abnahme um 2,1 %. Nur in den drei Bundesländern Nordrhein-Westfalen (+7,8 %), Sachsen-Anhalt (+1,8 %), und Sachsen (+1,1 %) wurde der mehrjährige Vergleich übertroffen. Den stärksten Rückgang haben das Saarland (–9,9 %), Brandenburg (–9,6 %) und Hessen (–7,9 %) zu verbuchen.
Winterweizen: Die wichtigste Getreidekultur ist in Deutschland nach wie vor der Winterweizen mit einem Anteil von 46 % an der gesamten Getreidefläche. Die Anbaufläche verringerte sich gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,7 % auf 2,81 Mio. ha. Im Durchschnitt liegt der Hektarertrag bei 73,9 dt und damit 3,4 % unter dem Vorjahr. Die Erntemenge an Winterweizen erreicht voraussichtlich 20,8 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das eine Abnahme um 6 %. Das Ergebnis bleibt um 5,2 % hinter dem mehrjährigen Durchschnitt zurück.
Raps: Die Winterrapsernte 2023 fällt, ausgehend von den aktuell vorliegenden Zahlen, mit voraussichtlich fast 4,2 Mio. t zufriedenstellend aus. Gegenüber dem sehr erfreulichen Vorjahr bedeutet dies einen Mengenrückgang um 3 %. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2022 sind es 13 % mehr.
Mehr Felderbsen angebaut
Eiweißpflanzen: Die Anbaufläche für Eiweißpflanzen blieb auf hohem Niveau stabil. Trotz des in den letzten Jahren ausgeweiteten Sojabohnenanbaus bleibt die Felderbse die dominierende Körnerleguminose in Deutschland. Die noch vorläufigen Anbauzahlen für das Jahr 2023 belaufen sich auf rund 117.200 ha. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Ausweitung von knapp 10 %. Es folgen die Ackerbohnen mit rund 60.000 ha und hinter der Sojabohne an vierter Stelle die Süßlupinen mit rund 25.500 ha. Belastbare Schätzungen zu den aktuellen Ernteerträgen bei den Hülsenfrüchten sind noch nicht verfügbar. Man muss jedoch davon ausgehen, dass vor allem das nasse und kalte Frühjahr, die langen Trockenphasen im Frühsommer sowie der kalte, nasse Juli auch die Ertragsaussichten dieser Pflanzengruppe geschmälert haben. BMEL
Das junge Team der Forstbetriebsgemeinschaft Herzogtum Lauenburg wird seit dem 1. August durch den Forstmann Felix Wolfgramm komplettiert. Der 27-jährige Forstingenieur und gebürtige Angeliter hat den Weg aus Mecklenburg-Vorpommern zurück in die Heimat gefunden.
„Ich bin froh, wieder im Schleswig-Holstein arbeiten zu dürfen“ strahlt der junge Forstmann und ergänzt: „Bereits das Ausbildungspraktikum 2018 im Forstbezirk Angeln bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hat mir den Weg in die Heimat zurückgewiesen. Jetzt hat es endlich geklappt.“
Forstingenieur Felix Wolfgramm mit seinem Kleinen Münsterländer Foto: Dr. Gerrit Bub
Forstpraktiker mit Laubwalderfahrung
Wolfgramm studierte als gelernter Forstwirt an der Fachhochschule Eberswalde Forstwirtschaft. Schon früh erkannte er seine Leidenschaft für den praktischen Waldbau und das Wirtschaften im Wald. Er schloss erfolgreich seinen forstlichen Vorbereitungsdienst für den gehobenen Forstdienst im Forstamt Billenhagen in Mecklenburg-Vorpommern ab.
Ab 2021 betreute er Privatwaldbesitzer, bearbeitete Förderanträge, beschäftigte sich mit praktischen Aufgaben im Waldbau und der Waldpädagogik. Sein forstliches Können stellte er im eigenen Forstrevier in Mecklenburg-Vorpommern unter Beweis. Er kennt das Wirtschaften mit Laubholzbeständen, die in der Bezirksförsterei überwiegen, bestens.
Felix Wolfgramm zur neuen Aufgabe: „Wir möchten den Waldbesitzenden helfen und sie auf Augenhöhe gut beraten und betreuen. Dabei steht die Förderung von Maßnahmen im Wald ganz oben auf meiner Liste. Ich suche das persönliche Gespräch im Wald mit den Waldbesitzenden. Den Wald im Klimawandel zu entwickeln – da möchte ich mithelfen und dabei sein.“
Die Abteilung Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein freut sich, mit Felix Wolfgramm einen jungen Forstmann für die verantwortungsvolle Aufgabe im Kreis Herzogtum Lauenburg gewonnen zu haben. Dr. Gerrit Bub, Leiter der Abteilung Forstwirtschaft, dankte dem scheidenden Bezirksförster Dirk Sauer für seinen treuen Dienst für die Waldbesitzenden und wünschte Felix Wolfgramm einen guten Start bei seiner Arbeit im lauenburgischen Wald.
Jagdlich ist Wolfgramm ebenfalls erfahren. Bei seinen zukünftigen Waldbegängen im Kreis Herzogtum Lauenburg begleitet ihn sein sechs Monate alter Kleiner Münsterländer.
Große Herausforderungen
Der Wald leidet unter dem sich verändernden Klima. Der Sommer 2023 war – zumindest gefühlt – zunächst nasser als seine Vorgänger 2018 bis 2022. Der Trend von Niederschlägen und Temperaturen im Jahresverlauf zeichnet jedoch langfristig ein anderes Bild. Es wird zukünftig noch wärmer und trockener – zumindest für längere Zeitabschnitte.
Bäume haben ein langes Gedächtnis – daher reagieren zum Beispiel ältere Buchen oder Eichen erst einige Monate bis Jahre später auf extreme Hitze oder Trockenheit. Leider stellen Fachleute auch im Kreis Herzogtum Lauenburg dürre Baumspitzen und Rindennekrosen fest. Auch der Borkenkäfer hat in diesem Sommer den Nadelbäumen wieder zugesetzt – kein gutes Anzeichen. Es bedarf daher einer gemeinsamen generationenübergreifenden Kraftanstrengung, unseren Wald für das Klima der Zukunft fit zu machen. Es gilt jetzt, den Wald umzubauen. Das sind wir unseren Enkeln schuldig.
Kammer hilft, den Wald zu entwickeln
Die Abteilung Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein arbeitet seit mehr als 100 Jahren eng mit den Waldbesitzenden und Kommunen im Land zusammen. Sie stärkt das private und kommunale Waldeigentum und hilft bei wirtschaftlichen und betrieblichen Herausforderungen – gerade im Klimawandel. Dazu bedarf es guter und langfristiger Konzepte und hervorragenden Fachpersonals. Auch sucht sie das Gespräch mit den Waldbesitzenden, erkundet innovative Geschäftsfelder für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe und hat vielfältige Weiterbildungsangebote im Programm.
Im Boden lagern viele Schätze: Edelsteine, Edelmetalle, seltene Erden, Ton, Stein, Pflanzenteile und weitere wertvolle Rohstoffe. Viele von ihnen nutzen wir wie selbstverständlich jeden Tag, doch die Entnahme der Rohstoffe aus der Erde hinterlässt Spuren. Aber aus diesen Bodenschätzen lassen sich auch künstlerisch wertvolle Werke schaffen, die für sich genommen wieder Schätze darstellen und auf den Umgang der Menschen mit Rohstoffen hinweisen können. Zu sehen sind solche „Boden – Schätze“ jetzt im Museum Eckernförde.
„Diesen Titel mit dem Gedankenstrich dazwischen haben wir genau deshalb so gewählt“, erzählt Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Eben weil die beteiligten Künstler für ihre Objekte Material verwendet hätten, das in irgendeiner Form aus der Erde komme: Ton für Keramik, Silizium, Gold und Silber für Schmuck, Pflanzenfasern, Tierhaut von Tieren, die sich wiederum von Pflanzen ernährten, man könne weite Kreise ziehen, so Bieske. Alles habe in irgendeiner Form mit Boden und Erde zu tun. „Als wie dieses Thema wählten, wollten wir eine Vielfältigkeit der Möglichkeiten, damit die Künstler, die sich um eine Teilnahme beworben haben, mit dem Begriff spielen konnten.“
Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske, FSJlerin Nele Kaphengst und die beteiligte Künstlerin Sigrid Vollmer aus Holtsee (v. li.) mit der glasierten Steinzeug-Arbeit „Shan“ von der Kieler Künstlerin Keun Woo Lee
Zum dritten Mal zeigt das Museum Eckernförde eine jurierte Ausstellung in Zuammenarbeit mit dem Berufsverband Angewandte Kunst Schleswig-Holstein (BAK SH). Nach „Natürlich grün!“ 2017 und „BLAUmachen“ 2021 habe man die Farben als inhaltliche Ausrichtung verlassen und sich für ein übergreifendes Thema entschieden, das mit seinen möglichen Lesarten Künstlerinnen und Künstlern unterschiedliche Anknüpfungspunkte biete.
Anfang des Jahres gab es eine Ausschreibung des Berufsverbands für die Mitglieder, die aus allen Bereichen der angewandten Kunst kommen: Keramik, Metall, Textil, Holz, Glas, Papier, Foto, Stein. Interessierte Künstler aus Schleswig-Holstein konnten sich mit ihren Arbeiten bewerben. Dazu reichten sie Fotos ihrer Werke zusammen mit kleinen Texten ein. Eine fünfköpfige Jury, bestehend aus zwei Kunsthistorikerinnen und drei Mitgliedern des BAK SH, wählte am 15. Mai diejenigen Arbeiten aus, die jetzt in der Ausstellung zu sehen sind.
Beworben hatten sich 22 Künstlerinnen und Künstler mit 52 Arbeiten. In der Ausstellung sind 19 Künstlerinnen und Künstler mit 34 Arbeiten zu sehen, davon sind einige mehrteilig. „Unsere Auswahl richtete sich nach der Materialgerechtigkeit, also danach, wie mit dem Material umgegangen wurde und ob ein gewünschter Zusammenhang zu dem Thema besteht. Hat die Arbeit etwas mit Bodenschätzen zu tun? Und: Welche Argumentation steht dahinter?“, erklärt die Museumsleiterin das Prozedere.
Weiß trifft Gold: Künstlerin Sigrid Vollmer aus Holtsee nimmt mit ihren Papier-Kunstwerken an der Ausstellung bei.
Alle Künstler stammen aus Schleswig-Holstein, die meisten Objekte sind extra für dieses Thema angefertigt worden, einige Künstler nutzten aber auch bereits vorhandene, ältere Exponate, die thematisch passten. „Ich bin nach wie vor erstaunt, wie auf so unterschiedliche Art und Weise die geschaffenen Werke die Vielfalt der Bodenschätze und Assoziationen widerspiegeln, wie jeder Künstler für sich das Thema aufgegriffen und umgesetzt hat“, so Bieske. „Und obwohl jeder Künstler für sich gearbeitet hat und nicht wusste, was die anderen Teilnehmer machen, ergänzen wir uns doch auf ganz wunderbare Art und Weise“, ergänzt die Holtseer Künstlerin Sigrid Vollmer, die sich mit ihren Papierarbeiten an der Ausstellung beteiligt.
Das Aufstellen und Anordnen der Arbeiten in den beiden Ausstellungsräumen sei dann noch einmal eine ganz andere Herausforderung gewesen. „Es war wie ein Ballett, immer wieder haben wir die Werke hin- und hergeschoben, noch einiges nachträglich dazugebaut, unter anderem Podeste“, erinnert sich Bieske. Entstanden sei letztlich eine schöne und ruhige Gesamtatmosphäre, „die Anordnung wirkt luftig und leicht, was auch damit zu tun hat, dass wir viele Objekte aus dem Bereich Schmuck haben, was nicht viel Platz braucht.“
Kette und Ring aus gediegenem Silizium von Anja von Wenckstern stellen eine Besonderheit dar.
Die unterschiedlichen Materialien wie Holz, Metall, Keramik, Papier oder Textil wurden in beiden Räumen vermischt. Gegensätze ziehen sich an, da machen auch die ausgestellten Objekte keine Ausnahme: Zartes, helles Papier trifft auf schwarz geflämmtes Holz, dessen Profile an die Hinterlassenschaften einer Tagebauwirtschaft erinnern. Und so leicht einige Objekte wirken, so schwer wiegen die Themen, die hinter ihnen stecken. So erinnern aus fragilem weißen Porzellan geformte Korallen an die Bedrohung der Meere und ihrer Lebewesen. Zu den Besonderheiten der Ausstellung gehören die Kette und der Ring aus gediegenem Silizium von Anja von Wenckstern. Denn dieses Material wird von Steinhändlern nur sehr selten angeboten. Silizium ist ein heutzutage sehr begehrtes und teures Material, das für sämtliche Elektronik und für Solaranlagen benötigt wird und zirka 25,8 Gewichtsprozente der Erdkruste einnimmt. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 22. Oktober, sämtliche Künstler und deren Arbeiten werden ausführlich in einem Begleitheft vorgestellt. Bis Oktober führen zudem einige der teilnehmenden Künstler selbst durch die Ausstellung. Die Termine dafür sowie weitere Informationen unter museum-eckernförde.de
Boden-Schätze: Erde, Sand, Ton, Glas, Silber, Trinkwasser gebunden als vierteiliges Portfolio von Uli Strempel aus Stoltebüll„Weiß trifft Gold“, Sigrid Vollmer„Zeitspuren“ von Astrid Schessner aus Kiel„Vollwerden und Leerwerden #2“, Porzellan mit Stahlspäne von Hyunjin Kim aus Kiel„Objekt 1 und 3“, Keramik, Plattentechnik, Raku gebrannt von Gundula Sommerer aus FlensburgDrei Schalen aus Steinzeugton mit Erdschichtung; „Da war einmal ein Meer“, „Flusslandschaft“ und „Verschiebung“ von Imke Splittgerber aus Boren„Das war einmal ein Meer“ von Imke Splittgerber„Balance“ – Eisen, Erde, Lehm – von Susanne Juliette Koch aus Osterby„Landschaften“ von Sigrid Vollmer„LebensWerk“ – gesammelte Fundstücke von Silke Lazarevic aus HusumEin Thema, unterschiedliche Ausführungen
De Texten sünd schreven, de Stimm is ölt, de Knööp vun de Schaltpult sünd sorteert, nu kann dat endlich losgahn: Dat Plattradio fiert an den 1. Septembermaand Premiere.
Maandags bet friedags sennt Plattradio von Klock 7 bet 8 op de Wellen vun den Apen Kanal Sleswig-Holsteen. „Uns Opdrag is dat journalistische Berichten över relevante Schehnisse in Welt und Region, fie un oprichtig“, vertellt de Redakschoonsbaas Jan Graf. An sien Siet stahn Redakteursch Dörte Riemer un Redakteur Arne Lentföhr. Jeden Morgen fangt se Klock 5 an un bereiten de Sennen vör. „De Narichtenminsch bereitet sik op den Narichten vör. De Moderatschonminsch de Moderatschon. Dorto gifft dat noch een aktuellen Bidrag un dat allens op Plattdüütsch. Musik warrt ok speelt.“ To de Kooperatschoonspartners hört ok de NDR. „Wi kriegt den aktuellen Narichtensatz vun Klock 5.30 un der warrt in godes Plattdüütsch ümsett, ok de O-Töne, de warrt aver dorto overvoiced“, verkloort Jan Graf.
Vigeliensch: Dat Översetten un Snacken is en Opgaav, dorto kummt dat Beherrschen vun de Technik.
En Besünnerheit an Plattradio is de niege Spraakbruuk. Dat journalistische Berichten över Schehnisse in Welt un Region bruukt annere Wöör as in ’n Alldag un in de Kultur. „Blangen de journalistischen Standards, de in frie’e Demokratien gellen doot, arbeit de Redakschoon na hoge Qualitätsstandards, wat de Spraak an sik angeiht. Dorto höört, dat de plattdüütsche Spraak utbuut warrt, woneem dat nödig is. Adressaten sünd Sprekers vun dat Nedderdüütsche un Lüüd, de de Spraak lehrt“, seggt Graf. De nödige Spraakutbu helpt dorbi, de Spraak för de Tokumst op Schick to bringen. „Spraakutbuu seht wi as en wichtige Opgaav blangen dat Journalistische“, so Graf. „Plattradio is en Steed, an de de nedderdüütsche Spraak mit Bedacht un Respekt op ansehn Rebeten as Politik oder Weertschop bruukt warrt. Platt bemött opstünns en dubbelten Swund: De Sprekers warrt weniger un de Spraak dünnt ut dörch dat Övernehmen vun Formen ut de düütsche Spraak. Plattradio verbetert den Status vun dat Plattdüütsche un levert bewusste Spraakvörbiller. Mit dat Warken gegen den dubbelten Swund deent plattradio de sleswig-holsteensche Billens- un Kulturpolitik, de sik as Maal sett hett, dat de Spraak an tokamen Generatschonen wiedergeven warrt“, heet dat in de Pressverkloren. Un: „Allens, wat een weten schull över Plattradio un sien Konzept, dat findt sik ünner plattradio.com. Dor gifft dat ok dagdäglich de aktuellen Narichten un Bidrääg to lesen un to’n Anhören un en Radio-Stream mit dat Beste, wat in de letzte Tiet produzeert worrn is. Bi Social Media, Podcast, Streaming-Plattforms – överall is Plattradio nu to griepen.“
Dörte RiemerArne LentföhrÖven un Probeern – Jan Graf hölpt Dörte Riemer mit de Technik un gifft Tipps vör dat Sennen.Wokeen seggt wat un wann? Bet op de Minut genau mutt allns torecht leggt warrn.
Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft (DSK) und die landwirtschaftlichen Wochenblätter zeichnen mit dem Kulturlandschaftspreis Menschen aus, die die bäuerlich geprägte Kulturlandschaft erhalten, mit ihren Projekten und Initiativen die ländliche Wirtschaft beleben oder den Zusammenhalt im ländlichen Raum stärken. Sie alle können sich um den Deutschen Kulturlandschaftspreis bewerben, der mit 10.000 € dotiert ist.
„Wir wollen das Engagement der Bäuerinnen und Bauern sowie der anderen Akteure im ländlichen Raum würdigen und weitere Menschen anregen, diesem Vorbild zu folgen“, erläutert Susanne Schulze Bockeloh, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft, den Zweck des Preises.
Oft stehen die ländlichen Räume im Schatten der Metropolen. Zu Unrecht, denn dort, wo 57 % der Menschen leben, zeigen sich häufig mehr Zusammenhalt, Engagement und wirtschaftliche Stabilität als in manchen Ballungsgebieten.
Diese Leistungen wollen die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft (DSK) und die Arbeitsgemeinschaft der Organisationsgebundenen Landpresse (AOL), der auch das Bauernblatt Schleswig-Holstein angehört, sichtbarer machen. Deshalb lobt die DSK erstmals den mit 10.000 € dotierten Deutschen Kulturlandschaftspreis aus.
Prämiert werden Projekte aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz sowie ländliche Entwicklung, die
• sich um Erhalt und Weiterentwicklung der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft kümmern,
• zur Stabilität der ländlichen Räume als Lebens- und Wirtschaftsraum beitragen oder
• die den Zusammenhalt der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen fördern.
„Wir freuen uns sehr, dass der Deutsche Bauernverband, der Deutsche LandFrauenverband, der Bund der Deutschen Landjugend und der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland den Wettbewerb unterstützen. Mit den landwirtschaftlichen Wochenblättern haben wir Medienpartner in allen Regionen Deutschlands an unserer Seite“, betonte Schulze Bockeloh.
Teilnahmeinformationen für den Kulturlandschaftspreis – Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2023
Wer kann sich bewerben?
Interessenten können sich in zwei Kategorien bewerben:
Kategorie 1: Landwirtinnen und Landwirte, Naturschützer oder Regionalentwickler als Einzelpersonen mit ihren jeweiligen Kooperationspartnern oder
Kategorie 2: ländliche Entwicklungsgruppen, Leader-Gruppen, Landschaftspflegeverbände, landwirtschaftliche Ortsvereine, Naturschutzverbände oder vergleichbare Organisationen und deren Kooperationspartner als größerer Zusammenschluss.
Entscheidende Kriterien
Interessierte Bewerberinnen und Bewerber sollten darlegen, dass ihr Projekt
• die durch bäuerliche Bewirtschaftung entstandenen Kulturlandschaften pflegt und erhält,
• die ökonomische Tragfähigkeit des ländlichen Raums sichert und verbessert, indem sie die Existenz bestehender Unternehmen sichert, neue Geschäftsmodelle entwickelt und so ortsnahe Arbeitsplätze erhält beziehungsweise neue schafft,
• die Abwanderung der Bevölkerung in ländlichen Räumen verringert beziehungsweise
• den sozialen und kulturellen Zusammenhalt in den Dörfern beziehungsweise in den Regionen stärkt.
Bewerbung und Einsendeschluss
Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen stehen digital zur Verfügung unter Deutscher Landschaftskulturpreis 2023/2024 (deutscher-kulturlandschafts-preis.de)
Wichtig ist das maximal zweiseitige Bewerbungsformular, das mindestens folgende Informationen enthalten muss: Anlass und Zielsetzung des Projektes, Beschreibung gegebenenfalls besonderer Schwerpunktsetzungen, Darstellung der Projektpartner, Start und Laufzeit des Projektes, Wirtschaftlichkeit oder Effekte auf die regionale Wirtschaft und Auswirkungen auf den Zusammenhalt im Ort in der Region, ebenso Hinweise auf Förderung durch Dritte und Informationen über bereits erfolgte Auszeichnungen.
Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2023.
Jury
Die Bewerbungen werden von einer Jury begutachtet, die aus Vertreterinnen und Vertretern der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft, der ideellen Partner, der Medienpartner und der Wissenschaft besteht.
Die ausgewählten Preisträgerinnen und Preisträger werden im Januar 2024 zur Internationalen Grünen Woche nach Berlin eingeladen, in deren Rahmenprogramm die Preisverleihung erfolgt. pm