Mit Fantasie und Mut verwandeln sich beim Schneiden eintönige Hecken in eine spannende Kulisse für das Schauspiel Garten. Als Raumteiler machen Hecken zudem große Grundstücke spannender und wecken Neugierde auf das grüne Paradies.
Die sogenannten Heckenriegel werden gern als Strukturgeber und Gestaltungselemente eingesetzt. In unterschiedlichen Höhen und Breiten oder gar im Versatz gepflanzt wirken sie gleich noch einmal so schön. Für solitär stehende, kastenförmig getrimmte Heckenriegel kommt auch das Motto „Einmal schneiden bitte!“ infrage. Denn allzu schnell wirken gleichförmige Hecken eintönig und zuweilen auch ein wenig streng. Abhilfe schaffen hier etwas Fantasie und Mut beim Ansetzen der Schere. Wie wäre es mit einem bogenförmigen Heckenriegel? Für Abwechslung sorgen zudem wellenförmig getrimmte Elemente oder kleine Fenster in der mannshohen Hecke. Sie bieten einen überraschenden Durchblick und schaffen das Gefühl von Weite. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Hecke das Grundstück vom freien Feld, den Spielbereich vom restlichen Garten oder die Terrasse vom Rasen abtrennt. Allerdings kann man solche Fenster nicht einfach in die Hecke schneiden, sondern muss sie langsam erziehen. Einmal geformt, hält die Schere den Durchblick frei.
Meist dienen hohe Hecken vor allem dem Sicht- und Windschutz. Daraus ergibt sich ein wunderbarer Nebeneffekt, der gestalterisch genutzt werden kann. Denn eine solche Hecke bildet genau jene grüne Kulisse, vor der Rosen und Blütenstauden ausgesprochen schön leuchten. Besonders filigrane Blüten und zarte Farben kommen vor einem ruhigen Hintergrund aus Eibe oder Thuja exzellent zur Geltung. Zudem verleihen Kletterpflanzen immergrünen Hecken einen farbigen Schwung, wenn sie direkt davor oder daneben platziert werden. Gut eignen sich für diesen Zweck sommerblühende Clematis wie ‚Asao‘, ‚Nelly Moser‘ oder ‚Wada‘s Primerose‘. Sie dürfen schon im Spätherbst auf etwa 50 cm Höhe zurückgeschnitten werden. Das verschafft der immergrünen Hecke über den Winter in diesem Bereich etwas Luft. Die Monotonie einer langen Heckenwand lässt sich auch auflockern, indem eine lauschige Laube aus Blutbuche davor gezogen wird. Das rote Laub kontrastiert nicht nur schön vor Eibenhecken, sondern sieht auch gut vor laubabwerfenden Heckenpflanzen wie der Hainbuche aus. Meterlange, dichte Hecken wirken weniger massiv, wenn die grüne Wand mit lichtdurchlässigen Zaunelementen durchbrochen wird.
Heckenriegel lassen sich auch prima mit formalen Gestaltungen kombinieren. Kugelförmig gezogene Eiben sehen in einem Teppich aus immergrünen Bodendeckern toll vor einem ruhigen Heckenhintergrund aus. Mit dieser Pflanzidee kann man auch problemlos die Schattenseite der Hecke verschönern. Extravorteil: Ein solches Arrangement ist erstaunlich pflegeleicht, da ein einmaliger Formschnitt für die Kugeleibe genügt und auch die Bodendecker nur einmal im Jahr zurückgeschnitten werden müssen. Witzig wirken auch schön geformte „Eckpfeiler“ wie beispielsweise bauchförmige Kegel mit Zipfeln. Hier darf man seiner Kreativität freien Lauf lassen, denn verspielte Formen lockern die Hecke auf.
Dennoch ist es ratsam, den Lauf der Sonne bei Neupflanzungen einzubeziehen. Verläuft eine Hecke von Ost nach West, entsteht auf der Südseite ein sonniger Platz. Dieser ist ideal für prächtige Stauden, ein attraktives Rosenbeet oder natürlich die Gartenbank oder eine hübsche Laube. Die Nordseite einer solchen Hecke fällt naturgemäß schattig aus. Daher bevorzugen manche Gärtner eher eine Nord-Ost- oder Süd-West-Ausrichtung der grünen Raumteiler. Damit entsteht im Frühjahr ein geschütztes Plätzchen vor der Hecke, und im Sommer lässt sich hier ein freies Stündchen in der Abendsonne genießen.
Hainbuche, Feldahorn, Rotbuche, Eibe, Liguster und Stechpalme gelten als sehr schnittverträgliche Heckenpflanzen. Sie treiben auch nach einem radikalen Schnitt wieder kräftig aus. Selbst alte, vergreiste oder zu hoch gewachsene Hecken lassen sich durch einen kräftigen Schnitt bis ins alte Holz wieder verjüngen und in eine neue Form bringen. Also nur Mut, wenn man der alten Hecke ein frisches Design verpassen will. Die beste Zeit dafür ist von Oktober bis einschließlich Februar. Tipp: Nadelgehölze wie Thuja, Scheinzypresse, Fichte oder Kiefer vertragen das nicht. Solche Hecken werden durch einen radikalen Rückschnitt meist ruiniert. Sie vertragen lediglich einen regelmäßigen Schnitt, der niemals tiefer als bis zum Nadelansatz reichen sollte.



