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Ein aktives Bestandsmanagement des Wolfes ist europarechtskonform möglich. Zu diesem Ergebnis kommt der Jenaer Staatsrechtler Professor Dr. Michael Brenner in einem jetzt veröffentlichten Gutachten im Auftrag der FDP-Bundestagsfraktion. Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ), Bundesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung (BLW), Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) begrüßen diese Klarstellung und fordern die Bundesregierung auf, den Koalitionsvertrag jetzt rasch umzusetzen und den günstigen Erhaltungszustand für den Wolf in Deutschland an die Europäische Union zu melden.
Das Brenner-Gutachten belegt: Ein regional differenziertes Bestandsmanagement kann auch ohne konkreten Schadensbezug durchgeführt werden. So lasse sich die Zahl der Wölfe auf einem sozio-ökonomisch akzeptablen Niveau halten, wenn der günstige Erhaltungszustand dauerhaft gesichert ist. Professor Brenner zeigt Wege auf, wie sich ein regional differenziertes Bestandsmanagement für den Wolf umsetzen lässt – auch auf Basis des strengen Schutzes, den die EU für den Wolf trotz europaweit stark angestiegener Bestände nach wie vor verlangt.
Der dringende Handlungsbedarf wurde erst vor wenigen Tagen deutlich. Im Landkreis Stade kam es zu einem der bundesweit schwersten Übergriffe auf Nutztiere: Ein Wolfsrudel tötete 55 Schafe – trotz vorbildlicher Herdenschutzmaßnahmen. Das Stadium, in dem Herdenschutz und die Entnahme von auffälligen Einzelwölfen zum Management ausreichten, sei lange vorbei, bekräftigten die sieben Verbände. Laut aktuellen Zahlen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) gab es im Jahr 2022 einen neuen Höchstwert von über 4.000 verletzten und getöteten Nutztieren – darunter neben Schafen und Ziegen auch Rinder, Pferde und landwirtschaftliche Wildhaltung. Die Akzeptanz für den Wolf in den betroffenen Regionen schwindet dramatisch. Die Mitglieder der Verbände erwarten deshalb von der Bundesregierung und der Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz Anfang September schnelles Handeln. DBV
Wolfsverursachte Nutztierschäden 2022; Foto: DBBW – Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf
Vor der offiziellen Eröffnung der Norla fand am Mittwoch schon die erste Premiere statt. Die Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein (MEV) hatte durch ihren Vorsitzenden Klaus-Peter Lucht zum ersten Norla-Milchfrühstück als Nachfolgeveranstaltung der Milchwirtschaftlichen Kundgebung eingeladen (siehe Seite 12).
Der Saal war bis auf den letzten Platz mit gut 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Landwirtschaft, Milchindustrie und Handel gefüllt. Auf der Bühne diskutierten am Frühstückstisch Vertreter aus Landwirtschaft, Bauernverband, Lebensmittelhandel und Beratung. Es ging beim ersten Milchfrühstück um nichts Geringeres als um die Zukunft der Milchwirtschaft in Niederungen und wie sich Milchviehhaltung und Klimaschutz in Zukunft vereinbaren lassen. Gefühlt war mindestens ein Platz leer am Tisch, weil die Politik fehlte.
Die Landesregierung und federführend das Grün geführte Umweltministerium verfolgen in erster Linie die Wiedervernässung der Moorflächen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Verlängerter Arm ist dabei die landeseigene Stiftung Naturschutz SchleswigHolstein, die 1978 vom Land Schleswig-Holstein gegründet wurde. Das Umweltministerium ist die Rechtsaufsichtsbehörde. Die Stiftung kauft oder pachtet land- und forstwirtschaftliche Flächen, um sie für den Naturund Artenschutz zu sichern. Zunehmend wird in Moorstandorte investiert mit dem Ziel der Wiedervernässung.
Der Zielkonflikt zwischen Produktionsstandort und Wiedervernässung springt einen geradezu an. Bis 2045 sollen nach dem Klimaschutzpaket der Bundesregierung 14 Mio. t CO2 aus Mooren eingespart werden. Aber wenn die Moore wiedervernässt werden, stehen viele Betriebe vor dem Aus. Es müssen also Lösungen her, waren sich die Teilnehmer auf dem Milchfrühstücks-Podium einig. Lösungen, die die Politik begleiten muss und bei denen das Umweltministerium federführend ist.
Die Bedeutung dieser Standortdiskrepanz wird ganz deutlich, wenn man sieht, dass die Milchwirtschaft 40 % des landwirtschaftlichen Produktionswertes in Schleswig-Holstein ausmacht. In dem kleinen Bundesland im Norden werden von 3.200 Milchviehbetrieben jährlich 3,5 Mio. t Milch produziert, das sind 11 % der gesamten deutschen Milchmenge. Dabei bestehen 8 % oder 130.000 ha der Landesfläche aus Hoch- und Niedermooren. Auf diesen Standorten ist die Milchviehhaltung der klassische Haupterwerbszweig der Landwirtschaft. Dazu arbeiten im Schnitt pro Betrieb acht Personen im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft. Damit sind die landwirtschaftlichen Betriebe der Motor des ländlichen Raums.
Es gibt also einiges zu beachten und zu besprechen bei der Wahl der besten Methoden, Standorte und Intensitäten, um den Klimaschutz voranzubringen und die Milchviehbetriebe und die Wertschöpfung in der Region zu halten. Bis jetzt herrscht noch ein Vakuum, wenn es um konkrete Vorschläge geht und wenn man nicht auf Paludikulturen umsteigen will, so die Kritik der Landwirte. Umso verwunderlicher war es, dass beim Milchfrühstück kein Vertreter des zuständigen Umweltministeriums (MEKUN) mit am Tisch saß und damit auch ein politisches Vakuum herrschte. Schade, dass die Einladung abgesagt wurde. Es handelt sich hoffentlich nur um Terminüberschneidungen. Im Gespräch und bei der Lösungssuche darf kein Vakuum entstehen. mbw
Die Schussabgabe von erhöhter Position bei Erntejagden und eine eindeutige Regelung zur Signalkleidung bei Gesellschaftsjagden wurden in die Unfallverhütungsvorschrift Jagd (VSG 4.4) aufgenommen.
Unter den Hinweisen zu § 3 „Ausübung der Jagd“, Absatz 4 mit der Formulierung „Ein Schuss darf erst abgegeben werden, wenn sich der Schütze vergewissert hat, dass niemand gefährdet wird“, heißt es nun zusätzlich: „Eine Gefährdung ist zum Beispiel dann gegeben, wenn […] bei Erntejagden die Schussabgabe ohne erhöhte jagdliche Einrichtung und ohne Beschränkung der Schussentfernung erfolgt.“ Die maßgebliche Funktion des Kugelfangs, insbesondere für Erntejagden, wird damit unterstrichen.
Das Tragen von Signalkleidung bei Gesellschaftsjagden findet sich unter § 4 „Besondere Bestimmungen für Gesellschaftsjagden“ im Absatz 12: „Bei Gesellschaftsjagden müssen sich alle an der Jagd unmittelbar Beteiligten deutlich farblich von der Umgebung abheben“. Zu dieser Regelung findet sich nun unter den Hinweisen: „Zur deutlichen farblichen Abhebung von der Umgebung eignet sich großflächige Oberbekleidung in Signalfarbe wie zum Beispiel Warnwesten.“
Die bisherige Aufzählung reichte von der gelben Regenjacke bis zum orangeroten Signalband am Hut, was mitunter zu Auslegungsproblemen führte. Mit dem einfachen Beispiel der signalfarbenen Warnweste oder wie auf dem Foto der großflächigen Signalkleidung ist für alle an der Jagd direkt Beteiligten dem praktischen Wissensstand Rechnung getragen.
Die SVLFG-Broschüre „Sichere Erntejagd“ kann unter www.svlfg.de mit dem Suchbegriff B44 kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden. Gedruckte Exemplare können unter Tel.: 05 61-7 85-1 03 39 oder www.svlfg.de/broschueren-bestellen angefordert werden. Die Unfallverhütungsvorschrift Jagd (VSG 4.4) findet sich unter dem Suchbegriff VSG 4.4.
Der Landeshauptausschuss des Bauernverbandes SchleswigHolstein (BVSH) tagte am Mittwoch vor Beginn der Norla im Detlef-Struve-Haus in Rendsburg. An diesem Termin findet die traditionelle Aussprache mit dem Landwirtschaftsminister statt. Landesbauernpräsident Klaus-Peter Lucht brachte die Erwartungen der Landwirtinnen und Landwirte an die Landesregierung auf den Punkt und machte deutlich, dass die Zeit läuft, für alles, was mit dem Erreichen der politisch gesetzten Klimaziele zu tun hat, und das zum Gelingen auch Schlüssel in der Hand der Ministerien liegen.
Der Landesbauernpräsident Klaus-Peter Lucht stellte in seiner Begrüßung heraus, dass es im vergangenen Jahr zu einigen Gesprächen mit Werner Schwarz (CDU) kam und dass er den Austausch schätze. Anerkennend hob Lucht hervor, dass der Dialogprozess zur Zukunft der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein vom Ministerium für Landwirtschaft, Ländliche Räume, Europa und Verbraucher (MLLEV) weitergeführt und der Rahmen der Teilnehmer erweitert wurde, unter anderem um Vertreter des Gewässerschutzes. Der Dialogprozess sei weiterhin ein geeignetes Instrument zu zeigen, dass Landwirtschaft engagiert und Willens sei in Veränderungsprozesse einzusteigen. Keinen Zweifel ließ Lucht allerdings daran, dass die ureigenste Aufgabe der Landwirtschaft die Nahrungsmittelproduktion ist. Die Krisen dieser Zeit, wie Corona hätten unter anderem gezeigt wie anfällig Logistikketten sind, der russische Überfallskrieg auf die Ukraine habe gezeigt, dass man auf einmal keinen Weizen mehr exportieren kann und die letzte Ernte habe gezeigt, dass es nicht selbstverständlich sei Brotgetreide zu produzieren, auch nicht an einem Gunststandort wie Schleswig-Holstein.
Tierwohl fällt untern Tisch
Erschüttert zeigte sich Lucht über die Berliner Ampelregierung beim Thema Tierwohl, dass sie die Ergebnisse, die die Borchert-Kommission erarbeitet habe, unter den Tisch kehre durch Nichtstun. Lucht erwartet, dass das Thema von den CDU-Agrarministern in Berlin und auf der Agrarministerkonferenz (AMK) in Kiel angesprochen wird. Schleswig-Holstein habe immer noch eine wettbewerbsfähige Tierhaltung, die erhalten werden müsse, wohlwissend dass es ohne Fördermittel nicht gehe. Dennoch seien tragfähige Rahmenbedingungen erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen, so Lucht. Defizite an Innovation und Entwicklung sieht Lucht beim Moorschutz. Es sei keine Lösung, wenn die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein weiter durch massiven Flächenkauf agiere und die Struktur und Existenz landwirtschaftlicher Betriebe gefährde. Die Landwirtschaft wisse sehr genau, dass sie Klimaschutzmaßnahmen umsetzen müsse und arbeite an Lösungen. Dazu zähle die Idee der Flächengenossenschaft. Dabei sollen über einen gemeinsamen Pool, Flächen dem Klimaschutz zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig energetisch genutzt werden, um die Produktion zu erhalten. Lucht betonte, dieses Modell richte sich nicht gegen die Stiftung. Deren Weg sei jahrelang wahrscheinlich richtig gewesen, doch jetzt müsse man nach angepassten Methoden und mehr Flexibilität suchen. Er brachte die Landgesellschaft als Flächenvermittler ins Gespräch.
Zu viele Wölfe und Gänse
Nach der jüngsten Wolfsattacke im Landkreis Stade sprach Lucht das Thema erneut vor Minister Schwarz an und mahnte weitergehende rechtzeitige Entscheidungen und ein Gegensteuern an, bevor es zu Rudelbildungen komme. Er nannte das Beispiel Niedersachsen, dass als SPD-geführtes Land beim Wolfsmanagement aktiver voran gehen wolle. Die Überpopulation der Nonnen- und Graugans im Land sei bei der jüngsten Rindermastbereisung wieder deutlich geworden. Er fand es sehr schade, dass die Landesregierung bei der EU einen Antrag zur Bestandsregulierung gestellt habe, der abgelehnt wurde. Dennoch sei der Eindruck entstanden, dass bislang nicht alle Maßnahmen, die möglich seien auch ausgeschöpft würden. Lucht bat, wissenschaftlichen Rat hinzuzuziehen, um zu Lösungen einer Bestandsregulierung zu kommen. Es sei erschreckend, dass die Rinder haltenden Betriebe in den betroffenen Regionen 30 % mehr Futterfläche benötigen, wegen Gänsefraß. Lucht sprach sich gegen die Einrichtung eines Nationalpark Ostsee (NPO) aus, dass heiße aber nicht, dass der Bauernverband gegen den Schutz der Ostsee sei. Er warnte vor einer zentral aufgebauten Nationalparkverwaltung und dem Verlust des Mitspracherechtes der Landwirtschaft. Er bat Schwarz bei den Gesprächen in der Koalition Flagge zu zeigen für die Landwirtschaft. Mit Blick auf die kommende AMK im September in Kiel kündigte Lucht eine Demonstration an, die den Protest gegenüber der Bundespolitik zeigen solle. Gleichzeitig sei es Zeit, die CDU-Agrarminister zu unterstützen durch diese Aktion, vor allem beim Tierschutzgesetz.
Fachlichkeit statt Grillen
Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) dankte Lucht für die fachliche und konstruktive Ansprache statt eines „Ministergrillens“, wie Streitgespräche beim traditionellen Landeshauptausschuss auch genannt werden. Für Schwarz hat die Ampelkoalition in Berlin mit dem Rücktritt der Borchert-Kommission eine echte Chance „vergeigt“. Für schwerwiegend hält er, dass die Politik keinerlei Orientierung für die Betriebe gebe. Er erwarte „in naher Zukunft“ Vorschläge für eine Ausrichtung der Tierhaltung und fordert mehr Geld für mehr Tierwohl über alle Tierarten und die gesamte Warenkette von der Bundesregierung. Bei allen Diskussionen liegt auch für Schwarz das Thema Klimaschutz obenauf, wie er sagte. Dabei habe die Ernährungssicherung für ihn die oberste Priorität. Doch sei Klimaneutralität in der Nahrungsmittelproduktion nicht möglich, das müsse berücksichtigt werden. Der landwirtschaftliche Anteil am Klimaschutz gehe in beide Richtungen. Es komme zu CO2-Einträgen über die Tierhaltung, hier könne über weitere Klimaanpassungsmaßnahmen gesprochen werden. Gleichzeitig ermögliche die Landwirtschaft über konservative Bewirtschaftung Einlagerungsmöglichkeiten.
Wettbewerbsfähigkeit zählt
Der Koalitionsvertrag verpflichte zur Klimaneutralität, zu der auch die Landwirtschaft ihren Beitrag leisten müsse. Dafür sei Unterstützung nötig, am besten durch eine Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis. Nur Demonstrationsbetriebe zu errichten sei keine Lösung, die Produktionsvoraussetzungen müssten ökonomisch und wettbewerbsfähig sein, so Schwarz. Zum Nature Restoration Law (NRL) der EU, zur Naturwiederherstellung, meinte Schwarz, die Karten würden mit dem Weggang von EU-Kommissar Frans Timmermanns neu gemischt. Wichtig sei ihm, innerhalb Europas eine wettbewerbsfähige Land- und Forstwirtschaft zu erhalten. Der ergebnisoffene Konsultationsprozess zum NPO dauere noch an, erklärte Schwarz. Die Demonstrationen würden wahrgenommen und er persönlich fühle sich in seiner Skepsis bestätigt, dass der geplante NPO nicht mit dem Nationalpark Wattenmeer zu vergleichen sei. Sein Ministerium verhalte sich neutral und arbeite an Möglichkeiten neben einem Nationalpark. Schwarz betonte, mit dem heutigen Recht und heutigen Maßnahmen habe man ausreichend Möglichkeiten. Zur Schlachthofschließung in Bad Bramstedt führte Schwarz an, dass es keine Möglichkeit des Eingreifens gäbe in die strategischen Entscheidungen der Besitzer. Er sehe sehr wohl große Verunsicherung in der Vermarktungskette und erste preisliche Abstimmungen. Jetzt kämen auch gesellschaftlich relevante Fragen auf, wie Transportzeiten und -kosten. Allerdings könne das Land nicht eingreifen. mbw
Landwirtschaftsminister Werner Schwarz, Staatssekretärin Anne Bennet-Sturies, BVSH-Generalsekretär Stephan Gersteuer, Stellv. BVSH-Generalsekretär Michael Müller-Ruchholtz (v.li.) folgen der Rede von Landesbauernpräsident Klaus-Peter Lucht beim Landeshauptausschuss am Vortag der Norla-Eröffnung. Foto: Ulrike BaerBVSH-Präsident beim Landeshauptausschuss am Vortag der Norla-Eröffnung. Foto: Ulrike BaerLandwirtschaftsminister Werner Schwarz beim Landeshauptausschuss am Vortag der Norla-Eröffnung. Foto: Ulrike Baer
Die Getreideernte ist bis auf wenige Restflächen beendet worden. Nach einigen Jahren mit guten Erntebedingungen sorgte das Wetter in diesem Jahr für viele Herausforderungen. Jetzt werden die abgeernteten Flächen bearbeitet. Zum Teil läuft schon die Einsaat von Winterraps. Neben den aktuellen Feldarbeiten muss man sich jetzt auch Gedanken über eine Strategie der Vermarkung machen.
Was spricht für höhere Kurse?
Der zuletzt rückläufige Preistrend der Getreide- und Rapskurse bereitet vor allem den Betriebsleitern Probleme, die wenige Vorkontrakte abgeschlossen haben. Nach dem Motto „Billig verkaufen kann ich immer noch“, steigt bei vielen jetzt die Risikobereitschaft. Für einen möglichen Preisanstieg des Getreides in den kommenden Wochen gibt es durchaus einige Argumente. Ein Ende des Krieges in der Ukraine ist derzeit nicht in Sicht. So bleibt der Seeweg für Getreideausfuhren aus der Ukraine vorerst versperrt. Die osteuropäischen Länder wollen das Importverbot für ukrainisches Getreide verlängern. Der Transit in andere EU-Länder soll jedoch weiter möglich sein. Die Europäische Kommission hat die Schätzungen für die europäische Getreideernte erneut nach unten korrigiert. Auch die deutsche Getreide- und Rapsernte fällt geringer als im Jahr 2022 aus. Der aktuell wieder reduzierte Eurokurs erhöht die Exportchancen für EU-Getreide. Aktuell sind bereits Exporte aus der EU angelaufen. So konnten Rumänien, Polen und Bulgarien größere Partien verkaufen – trotz günstiger Angebote aus Russland. Auch am Terminmarkt hält man höhere Kurse bis zum Jahresende durchaus für möglich. So notierte Ende letzter Woche der Dezember-Kontrakt am Terminmarkt Matif in Paris mit 243 €/t um 10 € über dem aktuellen Septemberkontrakt mit 233 €/t.
Argumente gegen eine Preiserholung
Leider bezieht sich die Notierung in Paris jedoch auf Brotweizenqualitäten. Gute Qualitäten sollte man vorerst behalten. Das hierzulande reichliche Angebot an Futtergetreide fällt dagegen preislich ab. Die europaweit reduzierten Viehbestände, vor allem im Schweinebereich, verringern die Nachfrage nach Futtergetreide. Die Schätzungen der EU-Getreideernte wurden zwar zuletzt etwas reduziert, gerade die Exportländer wie Frankreich und Rumänien haben überdurchschnittliche Erträge eingefahren. Eine gute Weizenernte gab es auch in unserem Nachbarland Polen. In Russland wird auch in diesem Jahr mit einem großen Angebot gerechnet. Es hat in den vergangenen Wochen mit günstigen Angeboten für Preisdruck auf dem Weltmarkt gesorgt. Zudem wurden putinfreundlichen Ländern in Afrika kostenlose Weizenlieferungen in Aussicht gestellt. Da auch der Rubelkurs gefallen ist, hat sich russisches Getreide auf dem Weltmarkt verbilligt. Hierzulande könnte das bislang schon reichliche Angebot an Futtergetreide durch eine umfangreiche Körnermaisernte erhöht werden. Die EU-Prognosen wurden hier nochmals heraufgesetzt, da der Mais von der zuletzt nassen Witterung profitieren konnte.
Der Blick auf die aktuellen Gegebenheiten lässt erneut eine spannende Vermarktungssaison erwarten. Jeder Landwirt muss für sich die einzelnen Punkte der Marktlage bewerten. Jetzt muss entschieden werden, wann welche Menge vermarktet werden soll.
Der Vorstand des Bauernverbandes Schleswig-Holstein hat zum 1. September Lisa Hansen-Flüh zur weiteren Stellvertretenden Generalsekretärin berufen.
Der Bauernverband Schlewig-Holstein wird dadurch die in den vergangenen Jahren hinzugekommenen Aufgaben und größer gewordenen Themenfelder auch auf hauptamtlicher Führungsebene besser abbilden. Die 35-jährige Lisa Hansen-Flüh studierte Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Nutzpflanzenwissenschaften. Sie ist seit dem Jahr 2017 beim Bauernverband tätig, zuletzt als Leiterin der Abteilung für Pflanzliche Erzeugung. HansenFlüh stammt aus Brodersby-Goltoft in Angeln und lebt in Kiel. Lisa Hansen-Flüh verstärkt damit das Führungsteam um den Generalsekretär Stephan Gersteuer und seinen Stellvertreter Michael MüllerRuchholtz. BVSH
Ein etwa 40 m hohes Getreidesilo des Landhandels Stöfen in Wesselburen im Kreis Dithmarschen ist in der Nacht zum Dienstag in Brand geraten. Aus bis Redaktionsschluss ungeklärter Ursache hatte sich die Trocknungsanlage im Silo entzündet.
Das Feuer im Silo griff auf das darüberliegende Getreide über, welches teilweise nach unten sackte und den Brand weiter nährte. Dies berichtete Ole Kröger, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Dithmarschen, der selbst vor Ort im Einsatz war. Die Temperatur im Inneren des Silos betrug laut Kröger noch am Dienstag 600 bis 700 °C. Deswegen ließ die Feuerwehr das Gebäude als einsturzgefährdet einstufen. Es wurde eine Evakuierung der Bevölkerung von fünf Straßenzügen veranlasst, die auch für den Verkehr gesperrt wurden. Dafür gab es am Dienstagnachmittag Entwarnung, sodass die Bewohner zurückkehren konnten. Nur die Bahnhofstraße am Silo blieb für die Löscharbeiten weiter gesperrt. Die Feuerwehr kühlte durch Wassereinbringung die Temperatur herunter. Es gelang allerdings nicht, wie zunächst von der Feuerwehr angestrebt, das restliche Getreide als potenziellen Brennstoff herauszuschaffen. Insgesamt waren in dem Silo rund 50 t Hafer gelagert, wovon mindestens 20 t in Brand gerieten. Noch bis Redaktionsschluss am Donnerstagmorgen wurden die Löscharbeiten fortgesetzt. Zu dem Zeitpunkt wurden noch die verbleibenden Lagerzellen auf Schwelbrand kontrolliert. „Es sieht inzwischen gut aus, die Feuerwehr hat den Brand gut im Griff“, äußerte sich Betriebsleiter Johann Stöfen gegenüber dem Bauernblatt am Donnerstagmorgen. Er bedankte sich bei den Feuerwehrleuten und seinen eigenen Mitarbeitern, die 28 Stunden rund um die Uhr im Einsatz gewesen seien. Auch von Landwirten und aus der übrigen Bevölkerung seien viele Hilfsangebote gekommen. Der Betrieb könne nach einer Unterbrechung weiterarbeiten, sagte Stöfen. „Wir können alles machen. Die Stückgutlogistik ist wieder am Laufen, die Saatgutproduktion wird kurzfristig wieder losgehen, und wir können an die Kunden ausliefern.“ Der verbrannte Hafer sei noch nicht verkauft gewesen. Andere Standorte der Firma, hauptsächlich in Büsum, würden übernehmen. „Wir treten an die Anlieferer heran. Die Bauern müssen sich keine Sorgen machen“, erklärte Johann Stöfen. Am 1. August war ein Getreidesilo der Team Agrar AG (vormals HaGe) in Brunstorf im Kreis Herzogtum Lauenburg mit 200 t Getreide in Brand geraten. Auslöser war ein Schwelbrand bei der Rapstrocknung. Verletzt wurde niemand. Die anschließende Erntegutanlieferung war laut Team-Pressesprecherin Levke Hannemann problemlos möglich. Die Team Agrar AG konnte bei dem aktuellen Silobrand in Wesselburen mit Erfahrungen unterstützen. Auch dafür ist Johann Stöfen sehr dankbar. „Das war ausgesprochen hilfreich.“ kel
Rund 200 junge Landwirtinnen und Landwirte trafen sich in der Halle des Lohnunternehmens Beckmann in Bargenstedt auf Einladung des Kreisbauernverbandes (KBV) Dithmarschen zum Austausch mit dem Präsidenten des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Klaus-Peter Lucht.
KBV-Vorsitzender Henning Schatt wollte jungen Landwirtinnen und Landwirten die Gelegenheit geben, den Bauernverband besser kennenzulernen, und hatte auf digitalem Weg über WhatsApp zu diesem Abend eingeladen. Zunächst schilderte Ole Beckmann als Hausherr seinen Werdegang vom Lehrersohn, der schon als Kind der Landwirtschaft verfallen war, zum Lohnunternehmer über Stationen wie Auslandsaufenthalte als Erntehelfer, Studium, Landtechnikvertreter im Ausland und schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit. Klaus-Peter Lucht machte in seiner Ansprache auch kein Geheimnis aus seiner bunten Vita vom Landwirtssohn, der den elterlichen Betrieb zunächst verlässt, bei Lohnunternehmen arbeitet, fremde Milchviehbetriebe leitet, zwei Jahre auf Betrieben in Neuseeland verbringt und neben der klassischen Landwirtschaft im Kohl- und Gemüseanbau sowie im Reethandel arbeitet, was ihm einen Winter in einem Entwicklungshilfeprojekt einbringt. Er verbrachte auch einige Zeit im Lebensmittelhandel, um zu sehen, wie die andere Seite tickt. „Irgendwann wurde ich gefragt, ob ich bereit bin, in den Ortsvorstand zu kommen“, erklärt er seinen Einstieg in die Verbandsarbeit. „Meine langen Haare haben keinen gestört, und ich war nicht mit allem einverstanden, was im Verband abging“, so Lucht zu seinem Start. „Aber ich habe schnell gemerkt: Am Verband vorbei kommt man nicht an die Politiker und Player ‘ran, die etwas zu sagen haben.“ Was den Bauernverband ausmacht, ist für Lucht im Hauptamt konsequente und anspruchsvolle Sacharbeit auf allen relevanten Gebieten und im Ehrenamt intensiver Austausch mit Vertretern der Politik und den verschiedensten Organisationen. Dies werde unterstützt durch die exakte Vorarbeit des Hauptamtes, so der Präsident. In der Diskussion mit den Landwirtinnen und Landwirten betonte Lucht, die Arbeit und die Art des Umgangs hätten sich mit den Jahren weiterentwickelt. „Unsere Vorgänger haben sich hauptsächlich gegen die Politik gewehrt. Aber die Gesellschaft und die Kommunikation haben sich verändert, das müssen wir anerkennen, sonst hört uns keiner mehr zu. Es reicht nicht, nur dagegen zu sein“, machte der Verbandspräsident deutlich. Das bedeutet für Lucht auch Selbstanalyse und Schwachstellen zu erkennen. Das habe dem Verband Akzeptanz und gemeinsame Konzepte mit Organisationen wie dem Nabu und dem BUND gebracht, die so manchmal auch Forderungen des Verbandes unterstützten. „Die Branche muss sich Gehör verschaffen in Politik und Gesellschaft, das braucht einen starken Verband, der auf viele Mitglieder zählen kann“, so Lucht. Er rief die Landwirtinnen und Landwirte auf, bei den Aktivitäten des Verbandes zur Agrarministerkonferenz (AMK) im September in Kiel dabei zu sein: „Wir brauchen alle, um Wirkung zu erzielen.“ mbw
Am Montagabend strömten immer mehr Besucher in die Halle des Lohnunternehmens Beckmann in Bargenstedt. Foto: mbwJunglandwirte aus dem Kreis Dithmarschen beim Junglandwirtetreffen mit BVSH Präsident Klaus-Peter Lucht in Bargenstedt. Foto: mbwHenning Schatt, KBV Vorsitzender des Kreises Dithmarschen und BVSH-Präsident Klaus-Peter Lucht in der Diskussion mit Junglandwirten aus dem Kreis Dithmarschen. Lohnunternehmer Ole Beckmann begrüßt die Junglandwirte in seinem Unternehmen in Bargenstedt. Foto: mbwVolles Haus beim Lohnunternehmen Beckmann in Bargenstedt. 200 Junglandwirte trafen sich auf Einladung des KBV Dithmarschen und diskutierten mit BVSH Präsident Klaus-Peter Lucht und KBV-Vorstand Henning Schatt. Foto: mbw
Das Bundeskabinett hat am Dienstag in Meseberg das „Wachstumschancengesetz“ mit verschiedenen steuerlichen Maßnahmen zur Entlastung der Wirtschaft beschlossen. Für die Landwirtschaft ist aber eine Belastung durch die erneute Absenkung des Umsatzsteuer-Pauschalierungssatzes von 9,0 auf 8,4 % vorgesehen.
„Bei der Umsatzsteuer bedeutet das Gesetz für viele Landwirte das Gegenteil von Steuerentlastung“, kommentierte dazu Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Die Berechnungsmethoden zur Absenkung des Pauschalsatzes von 9,0 auf 8,4 % seien schlicht nicht nachvollziehbar. Hier müssten die Abgeordneten im Bundestag noch einmal sehr kritisch hinschauen und korrigierend eingreifen. Andere Maßnahmen wie die Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter, die auf 50 % erhöhte Sonderabschreibung für kleine und mittlere Betriebe (7g EstG) sowie die erhöhte Abschreibung für Wohngebäude würden auch viele Landwirte nutzen können. Wegen der besonders hohen Ertragsrisiken in der Landwirtschaft fordert der DBV) darüber hinaus die Verlängerung der Gewinnglättung. Längst überfällig sei die Einführung einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage, so der DBV weiter. „Die Landwirte brauchen endlich steuerliche Flankierung, damit sie ihre Betriebe in unsicheren Zeiten stabil fortführen können“, fordert Rukwied.
Das Thema Moorschutz und die Entwicklung der Niederungsstrategie 2100 bearbeitet in Schleswig-Holstein federführend das Kieler Umweltministerium. Die Absage von Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) und seiner Staatssekretärin Katja Günther, sich beim 1. Norla-Milchfrühstück der Diskussion mit den Landwirten zu stellen, sorgte daher für Unverständnis.
„Wenn man über Flächen entscheiden will, muss man mit den Betroffenen reden“, kritisierte Klaus-Peter Lucht, Vorsitzender der Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein, die das Norla-Milchfrühstück als Nachfolgeveranstaltung der Milchwirtschaftlichen Kundgebung ausgerichtet hat. Trotzdem war das Interesse am neuen Veranstaltungsformat groß: Zur Podiumsdiskussion im Saal der Deula in Rendsburg kamen am Mittwoch (30. August) mehr als 120 Personen.
Freiwilligkeit betont
Anne Benett-Sturies, Staatssekretärin im Kieler Landwirtschaftsministerium, betonte in ihrem Grußwort die große Bedeutung der Milchwirtschaft für den ländlichen Raum. Die Milchwirtschaft mache 40 % des landwirtschaftlichen Produktionswertes in Schleswig-Holstein aus. Das Vernässen von Moorstandorten berge großes Treibhausgas (THG)-Einsparpotenzial. „Wir müssen uns darauf einstellen, zukünftig auf etwas nasseren Flächen Milchwirtschaft zu betreiben“, erklärte Benett-Sturies. Die Staatssekretärin warb aber ebenso dafür, mögliche negative Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit offen und offensiv zu kommunizieren.
Dr. Lennart Schmitt, Leiter der Umweltabteilung im Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH), erläuterte in seinem Impulsvortrag, dass es in Schleswig-Holstein insgesamt 130.000 ha Hoch- und Niedermoorflächen gebe. Das seien 8 % der Landesfläche. Moorschutz werde politisch wegen seiner schnellen Realisierbarkeit vorangetrieben. Wiedervernässung gehe nicht ohne Nutzungsumstellung oder Aufgabe. Beim Anbau von Paludikulturen auf nassen Standorten wisse man jedoch noch nicht, wie hoch die THG-Einsparungen tatsächlich seien und wo die Wertschöpfung herkommen solle. Besondere Bedeutung komme dem Wasser-Management zu. Die bisherigen Entwässerungssysteme müssten zukünftig zu Ent- und Bewässerungssystemen umgebaut werden. Die detaillierten Positionen des BVSH sind auf der Verbandswebseite unter dem Stichwort „Moorschutz“ zu finden.
Ehrliche Lösungen
„Meine Kühe fressen kein Paludi“, stellte Tim Müller klar, der im Oldenburger Graben einen Betrieb mit 350 Milchkühen bewirtschaftet. Er fordert von der Politik ehrliche Lösungen. „Wir haben investiert und ich brauche hochwertiges Futter, um meine Tiere satt zu bekommen“, betonte der Landwirt, dessen Betriebsflächen zu 80 % gepachtet sind. Er sieht daher die Gefahr, dass er diese Flächen verlieren könnte, wenn der Druck auf die Fläche weiter zunehme und die Verpächter über andere Wege deutlich mehr verdienen könnten. „Wir wollen die Veränderung aktiv mitgestalten“, betonte der Moorbauer. Er habe aber mitunter das Gefühl, beim Veränderungsprozess nicht mitgenommen zu werden.
Dr. Arno Krause vom Grünlandzentrum Niedersachsen wies auf das Klimaschutzpaket der Bundesregierung hin. Demnach müssen deutschlandweit bis 2045 insgesamt 14 Mio. t CO2 aus Mooren eingespart werden. Er warb dafür, bei der Strategieentwicklung stärker zwischen Standorten zu differenzieren. „Grünland ist nicht gleich Grünland“, so Krause. Fest stehe, dass Nutzungsaufgaben eine „sehr teure Nummer“ würden. Er bezifferte die Wertschöpfungsverluste auf rund 5.000 €/ha pro Jahr. Bei 130.000 ha, die in Schleswig-Holstein betroffen sein könnten, wären das jährlich 650 Mio. €. Die Kosten für die Wassereinleitung kämen noch hinzu.
Aus Sicht von Dr. Thomas Bahr, Agrarberatung Mitte, sind Flächen bei einem Wasserstand von 20 cm unter Flur durchaus noch zu bewirtschaften. „Bei einer kompletten Wiedervernässung ist die Milchviehhaltung aber raus“, so Bahr. Er warb für ein flexibles System – einen Flächenpool –, um Ausgleiche zu schaffen. Ein Stück weit werde sich die Milchwirtschaft von den Moorflächen auf die sandigeren beziehungsweise lehmigeren Böden bewegen.
Karsten Schmal, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, berichtete, dass das politische Berlin nicht verstehe, welche große Bedeutung die Milchwirtschaft für den ländlichen Raum habe. „Unternehmer brauchen keine Bevormundung durch die Politik, sondern unternehmerische Freiheit“, so Schmal. Politik dürfe nur den Rahmen vorgeben. Die Strategie des „Aussitzens“ funktioniere bei den aktuellen Herausforderungen nicht mehr. Und um Vertrauen auszubauen, müsse das Credo gelten: Kooperation statt Verbote!
„Schleswig-Holstein ist ein Gunststandort für die Landwirtschaft. Unser Ziel ist, Klimaschutz mit einer vernünftigen Milchproduktion zu vereinbaren, damit Wertschöpfung auf den Flächen erhalten bleibt“, erklärte Klaus-Peter Lucht.„Auch Naturschutz hat einen Flächenanspruch. Das Instrument der Flurbereinigung sollte viel stärker genutzt werden, um die Zielkonflikte zu lösen. Flurbereinigungsverfahren müssen nicht 30 Jahre lang dauern.“, betonte Anne Benett-Sturies.„Wiedervernässung ist Klimaschutz durch Emissionsreduktion“, erläuterte Dr. Lennart Schmitt.