Eine erfolgreiche Unkrautbekämpfung zeichnet sich neben hohen Wirkungsgraden der Herbizide auch monetär aus. Durch eine gute Vorbonitur der Maisflächen können Herbizidkomibinationen auf die aktuelle Verunkrautung abgestimmt und möglicherweise die Mittelkosten reduziert oder mechanische Unkrautbekämpfung eingesetzt werden.
In weiten Fruchtfolgen und auf Flächen mit einer nur geringen Verunkrautung kann eine einmalige Herbizidanwendung sinnvoll sein. Treten Problemunkräuter wie beispielsweise Ackerfuchsschwanz, Storchschnabel-Arten oder auch Hirsearten und Weißer Gänsefuß auf, kann eine einmalige Anwendung nicht ausreichend sein. Dabei sollten die Unkräuter im Drei- bis Vierblattstadium sein. In Abbildung 1 sind unterschiedliche Strategien in einer weiten Fruchtfolge dargestellt.
Varianten ohne den Einsatz von Bodenwirkstoffen sollten nur bei einer geringen Verunkrautung eingesetzt werden. Eine Zugabe gräserwirksamer Herbizide sichert die Wirkung gegen Ungräser zusätzlich ab. Bodenwirkstoffe tragen dazu bei, den Auflauf von Unkräutern und Ungräsern nach der Applikation zu mindern. Die Zugabe blattaktiver Produkte solle in jedem Fall erfolgen.
Einsatz eines Mischungspartners
Beim Einsatz der Triketone Laudis oder auch Callisto können Mischungspartner die Wirkung auf bestimmte Unkräuter und Ungräser verbessern, in Abbildung 2 sind mögliche Mischungspartner dargestellt. Spielen Gräser eine Rolle, kann ein nicosulfuronhaltiges Produkt ergänzt werden. Sind auf der Fläche Kamille, Knöterich-Arten oder auch Ampfer-Arten zu finden, ist der Zusatz von Peak für eine bessere Wirkung vorteilhaft. Ist der Besatz mit Weißem Gänsefuß oder Spießblättriger Melde zu hoch, sollte auf das Produkt Arrat + Dash gesetzt werden. Es können auch anstelle einer Mischung mit Triketonen und einem Partner Fertigprodukte wie MaisTer power (0,75-1,0 l/ ha) oder Zingis + Mero (0,2-0,25 l/ha + 1,75 l/ ha) eingesetzt werden.
Mögliche Nachlagen in einer Spritzfolge
Welche Vorlagen in einer Spritzfolge empfohlen werden, wurde in Ausgabe 16 ab Seite 35 dargestellt. Die Nachlage sollte nach dem erneuten Wiederaustrieb der Unkräuter und Ungräser erfolgen, wenn sich diese wieder im Ein- bis Zweiblattstadium befinden. In Abbildung 3 sind die Empfehlungen abgebildet. Beim Einsatz von Produkten mit dem Wirkstoff Mesotrione darf die maximal zulässige Aufwandmenge nicht überschritten werden. Die Produkte am Markt haben unterschiedliche Maximal-Aufwandmengen. Eine Ergänzung zu möglichen Unkräutern und Ungräsern kann Abbildung 2 entnommen werden.
Werden die Produkte Zingis oder MaisTer power eingesetzt, muss keine Ergänzung von speziellen Produkten erfolgen. Diese beiden Produkte haben eine gute Wirkung sowohl auf Gräser als auch auf Unkräuter. Bei Problemunkräutern wie beispielsweise Storchschnabel-Arten (Bild links) sollte bei der Nachbehandlung auf Produkte wie Zingis oder MaisTer power gesetzt werden.
Bei den Mischungspartnern Arrat + Dash, Peak oder auch Nicogan sollte die Applikation nur bei einer gut ausgebildeten Wachsschicht des Maises erfolgen. Gegen Borstenhirse sollte ein Sulfonylharnstoff (zum Beispiel Nicogan oder MaisTer power) ergänzt werden. Fingerhirse-Arten hingegen können mit Triketonen wie Callisto oder Laudis am besten bekämpft werden. Die Hühnerhirse wird sowohl von den Triketonen als auch von den Sulfonylharnstoffen ausreichend erfasst.
Ackerfuchsschwanz in Nachlage bekämpfen
Nach einer Vorlage zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz muss zwingend eine Nachlage erfolgen. In der Abbildung 4 sind mögliche Produkte abgebildet. MaisTer power hat die beste Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz unter den ALS-Hemmern. Jedoch sollte bei der Anwendung von ALS-Hemmern im Mais bedacht werden, dass diese auch im Getreide eingesetzt werden. Vorhandene Resitenzen wirken sich somit negativ auf die Wirkung aus.
Pflanzenschutz mit Mechanik
In den vorangegangenen Jahren konnten bei der Landwirtschaftskammer erfolgreich Versuche in der mechanischen Unkrautbekämpfung durchgeführt werden, in denen eine Herbizidmaßnahme durch eine Reihenhacke ersetzt wurde. Für einen erfolgreichen Einsatz sollte eine sonnige, gern auch windige Witterung herrschen. Nachfolgender Regen innerhalb eines Tages verringert die Wirkung. Ideale Termine zum Hacken sind ab dem Vierblattstadium bis hin zum Reihenschluss.
Werden die Kosten zwischen einer Herbizdanwendung inklusive Durchfahrt und einem Hackdurchgang verglichen, ist das Hacken nur geringfügig teurer, verursacht bei den Maispflanzen aber auch keinen Stress durch die Herbizide. Die Wirkungsgrade gegenüber Unkräutern und Ungräsern sind etwas geringer als bei reinen Herbizidmaßnahmen, aber dennoch vergleichbar. Sind die Unkräuter in der Maisreihe zu groß, um diese beim Hacken zu verschütten, kann der Einsatz einer Bandspritze, bei der nur die Maisreihen mit Herbizid behandelt werden, die Wirkung in der Reihe absichern.
Fazit
Beim Herbizideinsatz im Mais kann nicht nur die Mittelwahl, sondern auch die Anwendungsstrategie entscheidend für den Erfolg sein. So ist eine Einmalanwendung günstiger, kann aber schwer bekämpfbare Unkräuter häufig schlechter erfassen als eine Spritzfolge. Der Einsatz von mechanischen Geräten wie beispielsweise einer Reihenhacke kann sinnvoll integriert werden.
Tabelle: Wirksamkeit ausgewählter Herbizide im Mais:
https://bauernblattsh.de/wp-content/uploads/2024/04/1624-Bols-Tab.2-scaled.jpg
Auflagen der Herbizide im Mais:
https://www.lksh.de/fileadmin/PDFs/Landwirtschaft/Pflanzenschutz/Pflanzenschutzmittel_Ackerkulturen/Herbizide/Mais_H_Abstandsauflagen.pdf



