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Winterraps ist in Schleswig-Holstein nach Winterweizen die zweitwichtigste Marktfrucht.
Nach dem hervorragenden Ergebnis 2022 waren die Erwartungen für 2023 hoch, das Ergebnis war mit zirka 38 dt/ha ernüchternd. Auch in ganz Deutschland (35 dt/ha) und Europa (32 dt/ha) lagen die Ergebnisse teilweise deutlich unter denen des Vorjahres. Insgesamt wurden in Deutschland 2023 nur 4,1 Mio. t nach 4,3 Mio. t im Vorjahr geerntet. Bei dieser reduzierten Angebotsmenge wären zumindest stabile Preise zu erwarten gewesen.
Die Rapskurse an der Matif stiegen seit dem Frühjahr 2023 auf über 500 €/t im Sommer. Dann allerdings gingen sie auf 420 €/t. zurück. Die Preise für Raps sind immer sehr volatil und hängen von den Wettermärkten bei Soja (USA/Brasilien) ab und natürlich von den Liefermöglichkeiten anderer Länder.
Deutschland ist seit Jahren Raps-Nettoimporteur: 2022/23 wurden etwa 5,4 Mio. t eingeführt, der größte Teil aus EU-Ländern wie Frankreich und Polen, aber auch aus Australien und Kanada und seit einigen Jahren der Ukraine. Die Ukraine meldete mit 4,2 Mio. t im Sommer 2023 eine im Vorjahresvergleich deutlich höhere Rapsernte, wovon 3,4 bis 3,6 Mio. t Raps für den Export zur Verfügung stehen, rund 1 Mio. t mehr als 2022.
Russische Angriffe auf ukrainische Häfen sorgten immer wieder kurzfristig für steigende Kurse, aber die Ukraine schaffte es mit EU-Hilfe, Exporte in die EU über den Land- und Wasserweg zu realisieren.
Ukraine verdreifacht Rapsexporte nach Deutschland
Die Ukraine hat im laufenden Wirtschaftsjahr 2023/24 die Rapsexporte nach Deutschland deutlich forciert. In den ersten 27 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres kamen über 610.000 t Raps von dort. Das sind 90 % der Menge, die von außerhalb der EU importiert wurden. Damit hat sich das Volumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (193.000 t) mehr als verdreifacht. Zusätzlich kamen erhebliche Mengen, die ursprünglich aus der Ukraine stammten, aus Ländern wie Belgien, das bei einer nationalen Ernte von 32.000 t laut offizieller Statistik zirka 323.000 t an deutsche Ölmühlen lieferte. Die deutschen Ölmühlen konnten sich auf diese Weise mit günstiger Ware aus Osteuropa und der Ukraine versorgen. Noch warten hiesige Produzenten auf die angekündigten Anschlusskäufe.
2024: Deutliches Flächenminus am Schwarzen Meer
Weltweit wird die Rapsfläche mit 42,7 Mio. ha zur Ernte 2024 etwas kleiner ausfallen als im Vorjahr, so der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner jüngsten Schätzung von Januar 2024. Insbesondere in der EU (minus 3 % auf 6 Mio. ha), aber auch in der Schwarzmeerregion sinkt die Rapsfläche in der Saison 2024/25 voraussichtlich. Das Minus ist dabei nahezu ausschließlich auf eine Verringerung des Rapsareals in der Ukraine zurückzuführen. Mit den aktuell taxierten 1,7 Mio. ha dürfte die Fläche gegenüber dem laufenden Wirtschaftsjahr um 17,5 % schrumpfen. In Russland dürfte Raps zur Ernte 2024 indes auf einem Areal von 2,0 Mio. ha ausgesät werden, was rund 6 % weniger wären als noch im Jahr zuvor. Wie die Winterrapsflächen durch den Winter 2023/24 mit Überschwemmungen (EU) und Frosteinbrüchen (Russland/Ukraine) gekommen sind, ist noch offen. Die Preiserwartungen sind nach Einschätzung des IGC aufgrund der wachsenden internationalen Nachfrage nach Rapsprodukten durchaus positiv.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) bekräftigt seine Forderung nach einem Gesamtpaket zur Entlastung der Landwirtschaft. „Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen jetzt ein deutliches Signal, dass unsere Branche in Deutschland eine Zukunft haben soll“, heißt es in einem offenen Brief von DBV-Präsident Joachim Rukwied und den Landesbauernverbandspräsidenten an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).
Darin mahnen die Verbandsvertreter erneut eine tragfähige Lösung beim Agrardiesel an. Andernfalls müssten die deutschen Landwirte in drei Jahren mit den höchsten Steuersatz in ganz Europa tragen, ohne dass Alternativen für den Umstieg auf andere Antriebsarten existierten.
In dieser Woche befasste sich der Bundestag mit dem Bundeshaushalt 2024. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von SPD, Grünen und FDP hat der Bundestag am Donnerstagabend den Haushalt des Bundeslandwirtschaftsministeriums beschlossen. Mit einem Volumen von insgesamt 6,93 Mrd. € bleibt der Agraretat knapp unter dem Niveau des Vorjahres von rund 7,25 Mrd. €.
Größter Posten ist traditionell die landwirtschaftliche Sozialpolitik mit einem Anteil von rund 60 % an den Gesamtausgaben. Dahinter folgt die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). Hier wurden im Zuge der parlamentarischen Beratungen die im Regierungsentwurf vorgesehenen Kürzungen von annähernd 300 Mio. € abgemildert. Zusammen mit 125 Mio. €, die aus dem Klima- und Transformationsfonds in die GAK fließen und dort für die Wiederaufforstung von Kalamitätsflächen eingesetzt werden sollen, stehen in diesem Jahr wiederum gut 1 Mrd. € an Bundesmitteln zur Verfügung.
Am Freitag hat der Bundestag außerdem das Zweite Haushaltsfinanzierungsgesetz 2024 beschlossen. Da die Zustimmung des Bundesrats noch aussteht, können die darin enthaltenen Regelungen zum schrittweisen Abbau der Agrardieselvergünstigung allerdings noch nicht in Kraft treten. In nahezu allen Landesregierungen gibt es Kritik an der Streichung. Im Ergebnis wurde daher das Haushaltsfinanzierungsgesetz – entgegen der ursprünglichen Planung – nicht auf die Tagesordnung der Freitagssitzung der Länderkammer gesetzt. Voraussichtlich wird diese sich in ihrer nächsten Sitzung am 22. März mit der Vorlage befassen. Das Gesetz bedarf allerdings nicht der Zustimmung des Bundesrats. Dieser kann mit einem Einspruch das Verfahren lediglich weiter in die Länge ziehen. Mehrere Länder haben angekündigt, mit dem Bund und dem Berufsstand einen Kompromiss anzustreben.
Vonseiten der Verbände ist der Aufschub mit Erleichterung aufgenommen worden. Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein Klaus-Peter Lucht kommentiert die Absetzung der Agrardieselentscheidung im Bundesrat: „Wir werden die Zeit nutzen, um eine überproportionale Belastung der Landwirtschaft abzuwenden und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Dafür brauchen wir ein echtes Entlastungs- und Stärkungsprogramm.“ Das sei das Mindeste, um der heimischen Landwirtschaft Perspektiven zu geben. Wenn die Politik die regionale Versorgung erhalten will, muss sie schnell konkrete Angebote machen und Lösungen herbeiführen, um unsere Landwirtinnen und Landwirte wirksam zu entlasten, so Lucht weiter.
Die Forderungen des BVSH an die Politik lauten: – Eine für die Landwirtschaft tragfähige Lösung beim Agrardiesel – Steuerliche Entlastungen und Maßnahmen zur Stärkung des einzelbetrieblichen Risikomanagements – Steuerbefreiung für den Einsatz von nicht fossilen Kraftstoffen in der Landwirtschaft – Ein Auflagenaufschub für die Landwirtschaft in Verbindung mit einem Programm zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Binnenmarkt – Finanzielle Planungssicherheit für die Weiterentwicklung einer wettbewerbsfähigen Tierhaltung – Eine ernst gemeinte und wirksame Initiative zur Entbürokratisierung auf nationaler und europäischer Ebene, insbesondere: – Gewährung der europäischen Direktzahlungen drastisch vereinfachen; Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Stilllegungsausnahme nutzen – Pflicht zur Erstellung der Stoffstrombilanz aufheben – Erleichterungen in der Düngeverordnung bei der Frühjahrsdüngung, Ausnahmen für gewässerschonend wirtschaftende Betriebe in roten Gebieten, bedarfsgerechte Grünlandversorgung aus Wirtschaftsdüngern – Glyphosatanwendung „1 zu 1“ entsprechend der europäischen Regelung zulassen – Landwirtschaftliches Bauen durch Lockerungen des Bau- und Immissionsrechts zukunftstauglich erleichtern – Dokumentations- und Meldepflichten drastisch vereinfachen und zusammenfassen
Schadnager wie Ratten und Mäuse werden von Futter- und Nahrungsmittelresten angelockt und nisten sich schnell in unterschiedlichen Verstecken auf dem Hof ein. Zeitige und gezielte Bekämpfungsmaßnahmen sind dann notwendig, um den hohen Vermehrungsraten dieser Nager entgegenzuwirken. Gesetzliche Vorgaben sind dabei einzuhalten. In der Bau- und Energieausstellung im Lehr- und Versuchszentrum in Futterkamp gab es kürzlich Tipps und wichtige Erläuterungen dazu.
Im ersten Vortrag erklärte Simon Durigo, Hygan Hygieneservice, die Biologie und Lebensgewohnheiten von Ratten und Mäusen sowie die Rechtsgrundlage zur Bekämpfung dieser Schadnager. Dabei ging er intensiv auf die Hausmaus, die Hausratte und insbesondere die Wanderratte ein.
Unterschiede zwischen diesen Arten bestehen unter anderem in der Größe der Tiere und in der Futteraufnahme. Eine Wanderratte benötigt eine tägliche Futtermenge von 25 bis 35 g und frisst sich in einem Zuge satt. Die angenommenen Fraß- oder Köderplätze werden von ihr immer wieder aufgesucht. Eine Maus dagegen nascht eher an verschiedenen Punkten und nimmt bis zu acht Mal täglich wenige Gramm an Nahrung auf.
Schadnager sind scheu und folgen dem Futter. Zur nötigen Köderaufnahme muss dieser dem vorhandenen Futter im Geschmack überlegen sein. Ebenso muss das Köderdepot den Ansprüchen der Schadnager zusagen. So sollen entsprechend passende Ein- und Ausgänge vorhanden sein, und weiter soll das Köderdepot den vorsichtigen Tieren Sicherheit vermitteln.
Sachkunde ist notwendig
Der Erwerb und die Verwendung von Rodentiziden (Wirkstoffködern mit Blutgerinnungshemmer) sowie der Einsatz von Schlagfallen machen für berufsmäßige Anwender ein Sachkundezertifikat notwendig.
Für den Landwirt im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb gelten noch bis zum 28. Juli 2025 (Übergangsfrist) folgende Sachkundevarianten:
• Sachkunde nach § 4 Tierschutzgesetz als eintägige Veranstaltung mit schriftlicher Prüfung. Dieser Sachkundenachweis erlaubt den Einsatz von Schlagfallen auch über den 28. Juli 2025 hinaus.
• Sachkunde im Rahmen der Pflanzenschutzanwender. Bezüglich des Pflanzen- und Lebensmittelschutzes dürfen Rodentizide gekauft werden, aber für den Einsatz dieser Mittel ist die Sachkunde zum Töten von Wirbeltieren (§ 4 Tierschutzgesetz) nötig.
Notwendige Sachkunde für die Eigenanwendung ab 28. Juli 2025:
• Sachkunde für Rodentizide nach Gefahrstoffverordnung durch einen Dreitageskurs mit schriftlicher und praktischer Prüfung und Gültigkeit für sechs Jahre. Schlagfallensachkunde durch einen Eintageskurs ohne Wirkstoffverwendung.
Hark Herrfurth, „Hartmann! Chemie“ (Mitte), ist professioneller Schädlingsbekämpfer. Er referierte am Bau- und Energielehrschautag über praxisnahe Rattenbekämpfung und sponserte Sachpreise für eine Verlosung. Frank Frohberg, Firma Suding (r.), war einer der drei Gewinner. Mit im Bild ist Jens Wiese, GEA. Foto: Hans-Jochim Rohweder
Bekämpfung der Schadnager
Über die fachmännische Bekämpfung von Schadnagern informierte Hark Herrfurth von der Firma „Hartmann! Chemie“ als Sachverständiger für Schädlingsbekämpfung und Hygienemanagement. Er erklärte, wo sich die Ratten bevorzugt aufhalten, und zeigte auf, wie ihre Laufwege im Außenbereich zu erkennen sind. Dagegen sind die Schädlinge durch Spuren im Getreidelager oder Kotspuren leicht zu identifizieren.
Sauberkeit und Ordnung sind die ersten Schritte, um den Ratten das Einwandern zu erschweren. Wird ein Befall festgestellt, sind Köderstationen direkt am Befalls- oder Aufenthaltsort sowie an den Bauten und Laufwegen zu positionieren. Hier sind bereits wenige Meter für eine gute oder schlechte Köderaufnahme entscheidend.
Zunächst sollten die Köderstationen mit Cerealien, Getreidekörnern oder Müsli befüllt sein, um festzustellen, ob und welche Köderboxen angenommen werden und wie stark der Befall überhaupt ist. Ist ein Schadnagerbefall festgestellt, kann nach Aufstellung eines Lageplanes die Bekämpfung starten.
Das einzusetzende Produkt muss für den Anwendungsfall zugelassen sein. Hinweise und Information auf der Köderpackung sind zu beachten. Auch die passende Auswahl der Köderform kann eine effektive Bekämpfung unterstützen. Es gibt Getreideköder, Pelletköder, Köderblöcke oder auch Gel- und Schaumköder. Bei vielen Futteralternativen kann ein möglichst attraktiver Köder vorteilhaft sein. Grundsätzlich sollte aber weiteres Futter schwer zugänglich sein. Löcher und Zugänge zum Futter sind daher zu verschließen, ebenso Futterkammern und Getreidelager.
Die Rattenköder müssen in der Box fixiert sein, damit keine unkontrollierte Verschleppung erfolgt. Eine Dauerbelegung der Köderboxen ist grundsätzlich nicht erlaubt, denn Rodentizide dürfen nicht eingesetzt werden, wenn kein Befall vorliegt. Es sind daher nur die aktiven Köderstationen mit Giftköder zu belegen. Alle Stationen, die keine Rattenaktivität zeigen, sind mit ungiftigem Futter zu befüllen. Wird eine Rattenaktivität festgestellt, kann wieder auf Giftköder gewechselt werden. Das spart Geld und vermeidet Vergiftungsrisiken. Als nichtchemische Alternativen zu Rodentiziden stehen Nagetierfallen zur Verfügung.
Planung und Dokumentation
Vor der Anwendung von Rattengift ist auf allgemein verständliche Schutzmaßnahmen hinzuweisen. Hinweisschilder beinhalten das verwendete Produkt mit dem Wirkstoffnamen, das Datum der Köderauslage und den Kontakt zum Anwender, weiter aber auch Erste-Hilfe-Maßnahmen und eine Giftnotrufnummer. 
Nach der Köderauslage soll die erste Kontrolle am fünften oder sechsten Tag erfolgen, dann jeweils in wöchentlichen Kontrollintervallen. Gefressene Köder sind zu ersetzen, und das Gebiet ist nach toten Ratten abzusuchen. Diese Kadaver sind zu entfernen und zum Beispiel in der schwarzen Tonne des Hausmülls zu beseitigen.
Bei Ratten muss jede Köderstelle mit zirka 250 g Köder belegt sein. Ratten treten fast immer in Familienverbänden auf. Zu wenig Köder führt dazu, dass Ratten die letale Dosis nicht aufnehmen, weil sie aus sozialen Gründen ihr Futter teilen.
Die häufigsten Fehler bei der Bekämpfung sind:
• zu wenige Köder
• zu wenige Köderstellen
• zu wenige Kontrollen für das Nachlegen von Ködern
• zu viel alternatives Nahrungsangebot
Um Ratten und Mäuse von Güllekanälen fernzuhalten, ist die Gülle ständig aufzurühren. Köder können auf den verbliebenen Laufwegen der Nager durch den Spaltenbereich hindurch am Abend positioniert werden. Weiter sind um das Stallgebäude herum Köderboxen zu platzieren.
Bekämpfung ohne Gift
Im Abschlussvortrag erklärte Ronald Boelzma sein System von Agro Pest Control (apc) zur giftfreien Schädlingsbekämpfung. Der apc-Bioplan 2025 ist auf drei verschiedene Barrieren abgestimmt, damit sich die Schadnager nicht auf dem Hof breitmachen. Barriere eins beinhaltet das Anlocken natürlicher Feinde wie Eulen oder Turmfalken. Diese Vögel verzehren drei bis fünf Nagetiere pro Tag. Bäume wie Kopfweiden, Erlen und Birken bieten diesen Vögeln einen Aussichtspunkt zum Jagen.
Die Barriere zwei besteht aus Biodiversitätsstreifen, die das Einwandern von Schadnagern verhindern sollen. Für diese Pflanzstreifen um den Hof oder Stall werden Blumen, Gräser oder Kräuter verwendet, die die Nagetiere von Natur aus meiden und die sie daher abwehren.
Barriere drei beinhaltet giftfreie Fallen außerhalb des verschlossenen Gebäudes. Ein Lockstoff macht diese automatischen Fallen für die Schadnager interessant. In der Falle werden die Tiere dann mit einem gasbetriebenen Schlagauslöser getötet. Eine Kartusche reicht für 25 Schlagauslösungen. Ebenso hilft ein Muschelschalenweg rund um die Ställe, weil Ratten und Mäuse ungern darauf herumlaufen.
Fazit
Wenn zur Schadnagerbekämpfung kein professioneller Schädlingsbekämpfer beauftragt werden soll, ist ab Mitte 2025 für die Verwendung von wirksamen Rattengiften ein dreitägiger Kurs mit Prüfung erforderlich, die dann sechs Jahre gültig ist. Für die Nutzung von Schlagfallen reicht ein eintägiger Kurs aus. Vorsorgen kann der Landwirt, indem er die Nistmöglichkeiten und sämtliche Futterzugänge für Ratten einschränkt.
Die Sojaanbaufläche in Europa könnte in diesem Jahr um bis zu 10 % auf 5,6 Mio. ha wachsen, heißt es im ersten Marktreport von Donau Soja für 2024. Die Gründe dafür seien die relativ hohen Preise, die steigende Nachfrage nach pflanzlichen Proteinen oder politische Anreize innerhalb der EU.
Soja erlebte in Europa bereits 2023 eine Rekordernte mit einem Anstieg von fast 24 % auf 12,2 Mio. t im Vergleich zum Vorjahr. Allein in der EU wurden 2023 3 Mio. t Soja geerntet, 740.000 t mehr als 2022, was einer Steigerung um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Trend dürfte sich 2024 fortsetzen – vorausgesetzt, die Witterungsbedingungen in diesem Jahr sind günstig.
Mitte Januar hat in Brasilien die Sojaernte begonnen. In den letzten Monaten waren die Preise für GVO-freies Soja im Vergleich zu gentechnisch verändertem Soja aus Brasilien relativ niedrig. Deshalb war die Nachfrage der konventionell produzierenden Unternehmen nach GVO-freiem Soja höher und die Unternehmen, die GVO-freies Soja verarbeiten, spürten eine Verknappung auf dem Markt.
Das Angebot an gentechnikfreiem Soja in der EU zeigt einen gewissen saisonalen Trend. Bis April kann die Nachfrage mit GVO-freiem Soja aus der EU, Serbien und der Ukraine gedeckt werden. Ab Mai wird dann mehr GVO-freies Soja aus der letzten Ernte in Brasilien verwendet.
Allerdings wird in Brasilien insgesamt weniger GVO-freies Soja produziert als in der EU. Für 2024 wird die brasilianische GVO-freie Produktion auf nur etwa 2 bis maximal 2,5 Mio. t geschätzt. Insgesamt werden in Brasilien mehr als 150 Mio. t Soja produziert. Der überwiegende Teil der brasilianischen Ernte ist nach wie vor gentechnisch verändertes Soja.
Für die Lebensmittelindustrie wird es in Zukunft wichtig sein, dass die Lieferketten für Soja die Anforderungen der EU-Waldschutzverordnung (EUDR) erfüllen. Sie sollen vom Hof bis zum Teller des Verbrauchers vollständig entwaldungsfrei sein. Diese Verordnung wird Ende Dezember 2024 in Kraft treten. Die endgültigen Kriterien werden derzeit definiert.
Der Wald als Ökosystem, als Wirtschaftsraum und Dienstleister für die Gesellschaft ist sensibel. Er bedarf der behutsamen Pflege. Den Wald zu schützen bedeutet, ihn aktiv zu gestalten. Es ist Zeit, dass die Gesellschaft dies erkennt und schätzt, welchen Wert der Wald für uns alle hat. Damit stehen die politisch Verantwortlichen dem Waldeigentümer gegenüber in der Pflicht.
Waldeigentümer sind gut beraten, wenn sie sich bei der Waldwirtschaft an den gängigen Standards der Waldzertifizierer (PEFC oder FSC) orientieren. Oberstes Ziel ist es bei allen forstlichen Maßnahmen, den verbleibenden Bestand vor Schäden zu bewahren. Der Waldbesitzende achtet darauf, sein Eigentum bedarfsgerecht und schonend durch Waldwege, Maschinenwege und Rückegassen zu erschließen.
Bei der Holzernte unterscheidet man zwischen motormanuellen und voll mechanisierten Verfahrenstechniken. Schwaches Stammholz kann zum Beispiel an sensiblen Standorten durch Pferde zur Gasse vorgerückt und später zur Waldstraße gebracht werden. Außerdem ist auf die Jahreszeit des Holzeinschlages zu achten. Bodenfrost im Winterhalbjahr verhindert, dass sich der Boden unter der Last der Maschinen verdichtet. Der verbleibende Bestand bleibt von Rückeschäden unversehrt.
Schützende Maßnahmen
Ziel ist es, das Waldökosystem durch die richtige Wahl der Baumarten, die Pflege des Standortes und der Waldstruktur zu stabilisieren. Dabei verfolgt der Waldbesitzende das Prinzip des Integrierten Pflanzenschutzes. Der standortangepasste, gut gepflegte Wald fördert die Vitalität des Einzelbaumes. Biotische und abiotische Störfaktoren lassen sich dadurch bereits deutlich abmildern. Vogel- und Ameisenschutz bieten vielfältige Möglichkeiten, die Schadinsekten entsprechend kurzzuhalten.
Waldhygienische Maßnahmen sind vor allem nach Windwürfen und Käferbefall in Nadelholzbeständen gefragt. Befallene Schadhölzer müssen sorgfältig aufgearbeitet und möglichst rasch entfernt werden. Im Wald verzichtet der Waldbesitzende – falls möglich – auf chemische Pflanzenschutzmittel.
Der Gesetzgeber verbietet, Waldstandorte neu zu entwässern. Der Wald benötigt auf einigen Standorten einen langfristigen Puffer gegen zu niedrige ph-Werte (Kompensationskalken). Gegen Verbiss- und Schälschäden helfen neben der jagdlichen Strategie Einzel- und Flächenschutz der Waldbestände.
Biotope im Wirtschaftswald
Der Waldbesitzende fördert die Biodiversität im Wald. Er prüft sorgfältig, ob seine Waldstandorte in Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, Naturschutzgebiete oder sonstige Schutzgebiete fallen. Gesetzlich geschützte Waldbiotope sind entsprechend zu erhalten und zu fördern. Es bedarf langer Zeiträume, um die angeflogenen Jungpflanzen artgerecht zu etablieren und Altholzbestände zu fördern. Dem Wald Zeit zu lassen bedeutet, organische Substanz im Boden und im Bestand anwachsen zu lassen. Die Struktur des Waldbodens bleibt erhalten. Lichtschächte schaffen Stufigkeit in den Waldbeständen und fördern das natürliche Wiederbesamen in genetischer Vielfalt.
Waldwege und Rückegassen erlauben es, vielfältige Waldbiotope zu schaffen. Fruchttragende Lichtbaumarten und Waldsträucher säumen die offenen Waldbereiche. Waldinnen- und Waldaußenränder bilden wertvolle Waldlebensräume. Geschwungene Waldsäume fördern krautige Pflanzengesellschaften, Ruderalfloren, Insekten, vor allem Bienen, und Singvogelarten. Auch das Wild profitiert von den vielschichtigen Lebensräumen.
Das Belassen von Alt- und Totholz bereichert die Biodiversität. Die alternden einzelnen Baumriesen dürfen die Sicherheit im Wald nicht gefährden. Nist- und Höhlenbäume sind in den Beständen zu erhalten. Waldmoore wieder zu vernässen, trägt zur CO2-Speicherung bei und bietet dem Waldeigentümer ein innovatives Geschäftsfeld im Klimawandel. Beim Pflanzen hält der Forstwirt Abstand von Gewässern, Quellen und Nassgallen ein, damit diese später nicht im Schatten liegen.
Angepasste Wildbestände
Den zukunftsfähigen Wald zu entwickeln bedeutet, die vorhandenen Schalenwilddichte an die Biotopkapazitäten anzupassen und gegebenenfalls zu senken. Hirscharten wie Dam-, Sika- oder Rotwild verbeißen die jungen Leittriebe oder schälen an der Baumrinde. Vitalitätsverlust und Unterbrechen der Wuchsdynamik sind die unweigerliche Folge. Einige Baumarten verlieren den Anschluss an die herrschende Baumschicht und fallen gänzlich aus (zum Beispiel Edellaubholz in Buchenbeständen oder Laubholz in Nadelholz-Grundbeständen). Wälder im Klimawandel aktiv zu entmischen, ist jedoch unbedingt zu vermeiden. Die Biodiversität nimmt dadurch im Wald ab, die Risiken im Klimawandel steigen. In Schleswig-Holstein ist es bisweilen notwendig, junge Kulturen durch einen Drahtzaun oder ein Holzgatter zu schützen.
Fazit
Waldwirtschaft benötigt wirtschaftlichen Erfolg, um nachhaltig bestehen zu können. Der Klimawandel fordert ein Umdenken in der Waldwirtschaft. Der Blick in die Forstgeschichte zeigt: Lange Zeit war es für die Landbewohner nicht selbstverständlich, sich in Wäldern zu erholen oder seltene Tier- und Pflanzenarten zu beobachten, das erlaubt erst der heutige Wirtschaftswald. Dies zeigt beispielhaft: Der erwerbswirtschaftliche Wald ist in seiner Vielfalt auch zukünftig in der Lage, den unterschiedlichen Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. Die Waldbauern sind durchaus bestrebt, möglichst viele Ökosystemleistungen des Waldes für die Gesellschaft bereitzustellen, solange sie diese auch entsprechend finanziell honoriert bekommen. Die aufgezeigten Grundsätze des Waldbaus auf der Grundlage der guten fachlichen forstlichen Praxis sollen den Waldbauern dabei helfen.
„Der Burgmann Heine Schack gelobt seiner Tochter, Mitgift und Brautschatz in Höhe von 230 Mark Pfennige dem Knappen Hartwig von Plessen zu zahlen“, so lautet ein Satz aus einer Urkunde von 1424, die das Landesarchiv Schleswig-Holstein Anfang der Woche präsentierte.
Doch ist dieser Satz noch gar nicht das Besondere an diesem Dokument, das am 1. Februar 600 Jahre alt wurde. „Das Besondere ist die Formulierung einer sogenannten Schadensklausel, die besagt, dass derjenige, der nicht zahlen kann, sich Geld bei jüdischen oder christlichen Geldverleihern leihen kann. Diese Textpassage ist eine kleine Sensation, denn das hieße, dass es bereits 1424 in Lauenburg und, nach unserem Kenntnisstand, auf dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein jüdisches Leben oder zumindest aber Handelsbeziehungen mit Juden gegeben hat“, erklärte Prof. Rainer Hering, Leiter des Landesarchivs, bei der Vorstellung der Urkunde.
Die Forschung sei bislang davon ausgegangen, dass erst Ende des 16. Jahrhunderts Jüdinnen und Juden auf dem Territorium des heutigen Schleswig-Holstein lebten. Diese Urkunde sei ein Hinweis darauf, dass es bereits 150 Jahre vorher schon Kontakte zu Juden gab oder man sich an Kontakte mit ihnen erinnerte. „Es ist kein Beleg, dass es so war. Da sich Geschichte in Prozessen abspielt und wir nur bruchstückhafte Überlieferungen gerade aus dem Mittelalter haben, handelt es sich hier um ein Indiz“, so der Leiter des Landesarchivs. Dennoch sei es auch für ihn persönlich beeindruckend, gerade in der heutigen Situation, wo das Verhältnis wieder angespannt sei und Antisemitismus zunehme, zu sehen, dass es schon vor 600 Jahren jüdisches Leben oder Handelsbeziehungen gegeben haben könnte.
Prof. Rainer Hering zeigt auf die spannende Textstelle in der Urkunde.
Der agrarische Jahreszyklus seinerzeit sorgte dafür, dass Bauern nicht immer finanziell flüssig waren, da sie ihre Einkünfte erst zur Erntezeit erhielten, den Rest des Jahres aber Ausgaben hatten. Wenn sie Geld brauchten, mussten sie es sich leihen. Juden waren nicht an die Verbote der katholischen Kirche gebunden, die für Christen den Geldverleih einschränkten oder untersagten. Zudem wurden sie von vielen Berufen ausgeschlossen und so in die Rolle des Geldverleihers gedrängt, erläuterte Rainer Hering die Hintergründe des Geldverleihs.
1880 gelangte die Urkunde nach Schleswig-Holstein ins Landesarchiv. Entdeckt habe er sie vergangenes Jahr bei Online-Recherchen im Archivinformationssystem Arcinsys. „Wir haben in etwa 1,6 Millionen Datensätze im Archivinformationssystem, dazu 52 Kilometer Unterlagen und Akten im Magazin des Landesarchivs. Darin befinden sich noch viele unendeckte Schätze. Aber Abfragen des Quellenmaterials können solche Ergebnisse wie die wiederentdeckte Urkunde hervorbringen. Konkreter Anlass war der Antrittsbesuch des neuen Beauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Dr. Gerhard Ulrich“, erinnert sich Rainer Hering. Dafür habe er nachgeschaut, was es an Unterlagen zu dem Thema Juden in Schleswig-Holstein gebe, und sei dabei auf diese Urkunde gestoßen. Aufgrund der Masse an Unterlagen entdecke man manche Dinge erst, wenn konkret danach gefragt werde.
Wenn die vielen verschiedenen Steine bei uns an der Ostseeküste sprechen könnten, wäre es nicht nur ganz schön laut, sie hätten alle auch eine Menge zu erzählen. Denn die ältesten Exemplare von ihnen sind zwei Milliarden Jahre alt, die jüngsten wenige Millionen. Einige besonderen Exemplare sowie zahlreiche weitere fossile Zeitzeugen aus zwei Milliarden Erdgeschichte sind im Eiszeit-Haus in Flensburg zu bestaunen, das am vergangenen Sonntag nach vier Jahren Zwangspause wiederöffnete.
Erst kam Corona, dann umfangreiche Bauarbeiten rund um das historische, denkmalgeschützte Gebäude in der Mühlenstraße 7, das zum alten Gebäudebestand des Christiansenparks gehört. Doch nun können die versteinerten Überreste beispielsweise von Mammuts, Seeigeln, Schwämmen, Rentieren oder Wollnashörnern, aber auch Bernsteine, Feuersteine oder Donnerkeile wieder mittwochs und sonntags besichtigt werden.
Nach Abschluss der Bauarbeiten ist das hübsche Gebäude wieder offen.
Um 1820 als Wirtschaftsgebäude entstanden, wurde es für die Unterbringung von Pferden genutzt. Die Stadt Flensburg baute das Gebäude auf Initiative des damaligen Bürgermeisters und Kulturdezernenten Hermann Stell zum erdgeschichtlichen Schaumagazin des Naturwissenschaftlichen Museums um. „Die Eröffnung und die Möglichkeit, unsere Sammlungen nach so langer Zeit wieder einem Publikum zu präsentieren, fühlen sich toll an“, erzählt Kerstin Meise, Leiterin des Naturwissenschaftlichen Museums Flensburg, zu dem das Eiszeit-Haus gehört. Sie und ihr zum größten Teil ehrenamtlich arbeitendes Team nutzten die Zeit, um mehrere sehr umfangreiche Fossilien- und Gesteinssammlungen, die sie angenommen hatten, zu sichten und einige sehr besondere Funde darin nach und nach in die Schausammlung zu integrieren. So zum Beispiel die gewaltigen Hörner eines Auerochsen, der nach der letzten Eiszeit in der Nähe der heutigen Bokelholmer Fischteiche gelebt hat. Sein Gehörn ziert nun als neues Ausstellungsstück eine der Wände im Museum.
Das Interesse am Eröffnungstag war groß, viele nutzten die Gelegenheit, um eigene Funde begutachten und einschätzen zu lassen oder Bernsteine zu schleifen. Oder sie ließen sich von Zoologe und Paläontologe Frank Rudolph mit auf eine unterhaltsam und anschaulich erzählte erdgeschichtliche Zeitreise nehmen und erfuhren auf diese Weise, wie die Steine in der Eiszeit per Gletschertransfer aus Skandinavien zu uns ins nördliche Schleswig-Holstein kamen oder dass ein Mammut nur vier Zähne besaß, die es bis zu sechs Mal erneuern konnte, bis es dann nach dem letzten heruntergekauten Zahn verhungern musste. Oder dass ein Einhorn nicht mit einem Pferd, sondern mit einer Ziege verwandt ist, der Königsthron im dänischen Schloss Rosenborg in Kopenhagen aus dem Elfenbein eines Narwals geschnitzt ist, was einem Einhorn schon sehr ähnlich sieht. Die Zuhörer erfuhren, was ein Donnerkeil mit der Schwimmfähigkeit von Kopffüßern zu tun hat und was sich die Evolution noch alles hat einfallen lassen, um die vor Milliarden und Millionen Jahren lebenden Geschöpfe an ihre Umgebungen anzupassen, „sie war ja nicht doof, die Evolution“, so Frank Rudolph.
Anschaulich und mit viel Humor nahm Frank Rudolph seine Zuhörer mit auf eine Kurzreise durch die Erdgeschichte.
Wie kann man überhaupt eine Million Jahre begreifen? „Stellt euch vor, ihr kommt zur Schule und habt nur ein Schulfach: Zählen. Jede Sekunde eine Zahl, fünf Stunden am Tag, fünf Tage die Woche, inklusive sechs Wochen Schulferien. Nach einem Jahr ist man bei 3,7 Millionen, bis zum Hauptschulabschluss nach neun Jahren sind es 34 Millionen, und wenn ihr noch bis zum Abitur weiterzählt, landet ihr bei 49 Millionen. Die Dinosaurier starben vor 65 Millionen Jahren aus, also schaffen wir es nicht, in der Schulzeit bis zu den Dinos zu zählen.“
Klappersteine, Bernsteine, Flintsteine – zu jedem dieser Fossilien hatte der ehrenamtliche Mitarbeiter eine Geschichte und ein Exemplar bereit, das er den Zuschauern zum Anschauen und Anfassen gab, Geschichte auf diese Weise auch begreifbar machte. Darunter war auch ein dunkelbraunes, fast schwarzes Exemplar mit vielen Ausstülpungen, das von der Form her einer Koralle ähnelte. Was nicht abwegig ist, Gotland war ein einziges Korallenriff und wurde von der Südsee in die heutige Ostsee geschoben. Tatsächlich aber handelte es sich bei dem Gebilde um versteinertes Dinosaurier-Exkrement. „Zu den 100 Dingen, die man im Leben gemacht haben sollte, gehört das Anfassen von versteinerter Dinokacke dazu“, lautete das Fazit von Frank Rudolph.
Schneckengehäuse Fotos: Iris JaegerMammut-ZähneWerkzeuge aus SteinSchöne Muster auf SteinenVersteinerte SeeigelVerkieselter Kalkstein mit einer versteinerten Einzelkoralle (Parasmilia)Versteinerte Schwämme von der Insel SyltMuseumsleiterin Kerstin Meise schaut sich einen mitgebrachten Fund genauer anEbenfalls versteinerte Schwämme, die wie Hütchen aussehen.Aulocopium aurantiumOchsenherz-Muschel von der Insel SyltIm Laufe der Evolution passten sich Lebewesen wie die Kopffüßer in ihrer Gestalt immer besser an die Gegebenheiten an.Darstellung von der Entstehung der Bernsteine
Der Winter ist zwar noch nicht vorbei und könnte die Karten noch neu mischen, aber bereits jetzt stellt sich für viele Bestände von Wintergetreide und auch -raps landesweit die Frage, ob ein Umbruch mit folgender Neuansaat in Betracht gezogen werden muss. Hierbei sollten verschiedene Kriterien berücksichtigt werden.
Wie ist die verbleibende Pflanzenzahl, ist die Verteilung gleichmäßig oder nicht? Gleichmäßig dünne Bestände können bestenfalls durch gute Bestockung in einem wüchsigen Frühjahr die Zielgröße Ähren tragender Halme noch erreichen. Sind Teilflächen gezielt anzusprechen oder ist der gesamte Schlag betroffen? Bei flächenhaft sehr lückigen, ungleichmäßigen und schwach entwickelten Beständen muss umgebrochen werden. Weiterhin stellt sich die Frage, wie die Bodenstruktur einzuschätzen ist. Stark verschlämmte Flächen mit Verdichtungshorizonten durch nasses Ackern im Herbst leiden stark und die Wurzelentwicklung ist zusätzlich gestört. Diese Pflanzen werden sich kaum entwickeln. Eine Bodenansprache mit dem Spaten liefert hier hilfreiche Informationen. Gegebenenfalls kann in befahrbaren und abgetrockneten Beständen der Einsatz von Striegel oder einer Rollhacke, eventuell einer Ackerwalze zur Brechung oberflächlicher Krusten hilfreich sein. Unbedingt beurteilt werden muss auch die Vitalität der einzelnen Pflanzen. Sind sichtbar aktive Wurzeln (weiße Wurzelspitzen) vorhanden, wie weit sind der Blattapparat und insbesondere der Vegetationskegel intakt? Spielen Schneeschimmel oder in Wintergerste Typhula-Fäule eine Rolle? Vorsicht gilt auch nach der Anwendung von Herbiziden. Hier kann es unter Umständen in Neuansaaten zu Unverträglichkeiten kommen, deren empfindliche Schäden vorab ausgeschlossen werden sollten. Dabei kann ein Pflugeinsatz Probleme reduzieren.
In diesem Jahr besonders besteht aber die Frage nach den möglichen Alternativen. Sommergetreide wie Qualitätshafer und Sommer-(Brau-)Gerste, aber auch Sommerweizen dürften in der Ernte auf einen günstigen Markt treffen. Die Vermarktung von Körnerleguminosen ist regional gut möglich. Dennoch besteht das Problem der deutlichen Unterversorgung des Marktes mit Saatgut, da eine in ganz Mitteleuropa ertraglich und qualitativ schlechte Saatguternte des letzten Jahres auf eine ungewöhnlich hohe Nachfrage durch die teils nicht mehr erfolgte Herbstaussaat trifft. Bei später Anbauentscheidung kann es regional zu Versorgungslücken kommen und Wünsche nach gezielt gewählten Sorten könnten nicht befriedigt werden. Der Anbau von Silo- und Körnermais ist eine mögliche Alternative und bietet auch den Vorteil von Aussaaten im fortgeschrittenen Mai, was eine späte Umbruchentscheidung ermöglicht. Jedoch muss hier der Markt im Blick behalten werden, ebenso wie die Frage nach der Fruchtwechselregelung (Glöz 7). In der Marsch kann Maisanbau eine Alternative sein, allerdings sollten frühe Sorten mit Blick auf die Ernte unbedingt in Betracht gezogen werden. Bei Körnermais müssen Trocknungskosten in der Regel berücksichtigt werden oder eine regionale Verwendung im Futter. Zudem ist der Markt vermutlich nur begrenzt aufnahmefähig.
Weitere Alternativen können unter anderem Zucker- oder Futterrüben (idealerweise mit Anbauverträgen), Ackergras oder Kleegrasanbau sein, ebenso wie die Anlage von Sommerzwischenfrüchten oder Blühflächen, entsprechend geförderte Maßnahmen vorausgesetzt.
Neben der eigentlichen Frage nach dem Weiterführen eines Bestandes oder der Neuetablierung sollte der geschädigte Pflanzenbestand genau geprüft und vorsichtig das Ertragspotenzial abgeschätzt werden. Die Etablierung von Sommergetreide und Körnerleguminosen birgt auch immer gewisse Unsicherheiten hinsichtlich des Bestellzeitpunktes und der folgenden Witterung. Zudem ist hier die Verfügbarkeit sehr kritisch und damit eine Neuetablierung vielfach schwer umsetzbar.
Mit nun schon drei Jungen LandFrauen im Vorstand setzt der OV Schwarzenbeck seine gute Zusammenarbeit mit den der nächsten Generation fort. Auf der Jahreshauptversammlung erhielt das Führungs-Team des Vereins jetzt weitere Unterstützung von der Jungen LandFrau Ann-Kathrin Bernhöft.
Bereits vor zwei Jahren wurdenzwei Junge LandFrauen als Beisitzerinnen in den Vorstand aufgenommen, auch mit dem Anliegen, einiges aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Inzwischen ist der Vorstand sehr glücklich darüber, dass sich die beiden jungen Damen sich so engagiert einbringen. Eine von ihnen, Alex Funke, hat bereits die Qualifizierung „Aktiv im Ehrenamt“ abgeschlossen und bringt ihre Ideen nicht nur im Ortsverein, sondern neuerdings auch im Kreisverband ein. Zudem war sie bereits bei der Arbeitstagung in Neumünster auf der Bühne als Diskussionspartnerin rund um das Thema „Unsere Zukunft: Junge LandFrauen“.
Die andere, Kati Siemers, ist privat noch etwas eingeschränkt mit zwei kleinen Kindern. Sie hat aber den Instagram-Auftritt des Vereins übernommen, und das ist sehr gut für die Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation im Verein.
Der Vorstand freut sich, dass das Miteinander mit den Jungen LandFrauen so gut läuft.
Nach der Jahreshauptversammlung sprach Katharina Seyer, Kriminalhauptkommissarin i. R., über neue Betrugsmaschinen wie Enkeltrick, Schockanrufe und falsche Polizisten. Die Betrüger gingen so perfide vor, dass viele Menschen darauf hereinfielen. Eine der anwesenden LandFrauen brachte den Mut auf zu berichten, dass auch sie beinahe um viel Geld betrogen worden wäre. Im letzten Moment habe eine aufmerksame Bankmitarbeiterin mit ihr gesprochen und die Polizei eingeschaltet.
Bei der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin dabei zu sein, ist für jeden Landjugendlichen etwas Besonderes. Auch in diesem Jahr bot die Reise in die Hauptstadt Messeflair, Berliner Luft und Partystimmung, denn es ging in Schapptüch zum Ball des BDL oder ganz leger zur Party mit der Band „Krachleder“.
Fünf Busse fuhren in diesem Jahraus Schleswig-Holstein in die Hauptstadt zur IGW, darunter der Bus des Landjugendverbandes. Die Stimmung war voller Vorfreude und Spannung auf die kommenden vier Tage. Neben alt bekannten Teilnehmern, die schon fast ein Jahrzehnt mitfahren, war es für andere das erste Mal.
Schon bei der Ankunft – ganz Schleswig-Holstein war im gleichen Hotel untergebracht – kam das vertraute IGW-Gefühl auf: Man ist weit weg von zu Hause und fühlt sich durch die bekannten Gesichter doch etwas heimisch. Während der Willkommenstrubel im Hotel seinen Lauf nahm, hatte auf der Messe für einige der Junglandwirtekongress begonnen. Es ging um das Thema „Lieferkettenkarrussel – Landwirtschaft unter Druck?“, unter dem konstruktiv und zugleich kritisch über die Nachweispflicht ab 2025, „bürokratische Monster“, Mindeststandards und faire Wettbewerbsbedingungen diskutiert wurde.
Am Abend ging es in die Columbiahalle zu der Fete des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL). Die Liveband Krachleder brachte die ganze Halle zum Tanzen. Es wurde den ganzen Abend gesungen und gelacht: der perfekte Start für ein Wochenende in Berlin.
Tag zwei begann wie immer mit der Jugendveranstaltung des BDL. Nach der einführenden politischen Diskussion folgte die Filmpremiere der Berlin-Brandenburgischen Landjugend. Dies war das allererste Mal, dass kein Theaterstück zu sehen war. Mit einfachen Mitteln wurde in dem Film wiedergegeben, wie man auch als Zugezogener auf dem Dorf in die Gemeinschaft aufgenommen wird. Dabei wurden verschiedene Facetten der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes beleuchtet.
Anschließend ging es vom CityCube direkt hinüber auf die Messe. Dort gab es viele kulinarische Spezialitäten aus der ganzen Welt sowie heimische Köstlichkeiten aus den verschiedenen Bundesländern. Was natürlich auch nicht fehlen durfte, war der Besuch am Landjugendstand auf dem Erlebnisbauernhof. Der wurde in diesem Jahr von der Landjugend Rheinland-Nassau gestaltet. Die Lajus mischten auf unterhaltsame Weise Entenangeln mit politischen Themen und sorgten für viele Gespräche und einen guten Austausch.
Einige der Teilnehmer hatten noch ein weiteres Ziel, die Kulturveranstaltung. Dabei ging es in diesem Jahr zur Vorführung der Blue Man Group. Die Gruppe von Schauspielern und Musikern, die als stumme, blau maskierte Personen performen, ist schon seit vielen Jahren Kult.
Nach so einem bunt gefüllten Tag stand noch ein Besuch bei unseren benachbarten Freunden an, denn die Niedersachsenfete rief. Ein weiterer Abend mit Liveband, an dem durch die Nacht getanzt werden konnte.
Der letzte ganze Tag in Berlin begann für die Reisegruppe der Landjugend mit etwas Bildung im Spionagemuseum, das Exponate von den Anfängen der Spionage zu Zeiten der Ägypter bis zur heutigen Technologie zeigt. Vom BH mit integrierter Kamera bis zum hoch komplexen System der Nachrichtenverschlüsselung konnte einiges bewundert werden. Dabei gab es auch immer wieder die Möglichkeit, sein eigenes Spionagetalent an Stationen zu beweisen.
Der Nachmittag konnte von allen Teilnehmern frei gestaltet werden. Während einige noch einmal über die Messe gingen und dort auch am BDL-Jugendforum mit dem Thema „Im Gespräch mit einem Rabbiner und einem Imam“ teilnahmen, nutzten andere die Zeit, um Sehenswürdigkeiten Berlins zu erkunden.
Den Abschluss einer jeden Fahrt zur IGW bildet der BDL-Landjugendball. Dort hieß es für die Schleswig-Holsteiner mit Fähnchen und in Schapptüüch ab auf das Tanzparkett. Traditionell beginnt der Abend mit einem Eröffnungswalzer aller Landesvorsitzenden. Mit Discofox und Co. ging es dann für alle durch den letzten Abend.
Am Dienstagmorgen mussten dann nur noch die Koffer gepackt werden und es ging zurück in die Heimat. Bis zum nächsten Mal, denn auch 2025 wird die IGW wieder viele Landjugendliche nach Berlin ziehen.