Erstaunlich viele Stauden, Sträucher und Laub- sowie Nadelbäume präsentieren sich im gelb oder goldfarben überlaufenen Blattkleid. Einige entfalten in eher lichtarmen, schattigen Gartenbereichen ihre Leuchtkraft, andere brauchen dafür die volle Sonne.
Werfen wir zunächst einen Blick auf Stauden mit goldgelbem Laub. Im Frühjahr verzaubern die blauen oder weißen Blüten des Kaukasus-Vergissmeinnichts (Brunnera macrophylla) von April bis in den Juni hinein. Die herzförmigen Blätter der Sorte ‚Hadspen Cream‘ schmücken auch außerhalb der Blütezeit mit ihrem hellgelbem Rand. Auf lehmig-sandigem Boden wächst ‚Hadspen Cream‘ selbst auf größeren Flächen schnell zu einem dichten Teppich heran. Wichtig ist neben der ausreichenden Bodenfeuchtigkeit auch ein hoher Nährstoff- und Humusgehalt. Nach der Blüte empfiehlt sich der komplette Rückschnitt. Dies verhindert nicht nur eine unerwünschte Selbstaussaat, sondern regt auch den Neuaustrieb vieler Blätter an.
Als Aufheller nahezu unverzichtbar gilt die Japan-Gold-Segge ‚Evergold‘ (Carex oshimensis). Überaus elegant wirkt die gelblichweiße Blattmitte, die von grünen Rändern eingefasst ist. Die schmalen, weichen Blätter hängen formschön bogig über. Eine hübsche Alternative ist Carex elata ‚Aurea‘, die Steife Segge. Sie eignet sich jedoch nur für feuchte bis nasse Bereiche und empfiehlt sich daher vor allem für den Teichrand.
Der dritte im Bunde der Blattschönheiten ist das Japan-Goldbandgras ‚Aureola‘ (Hakonechloa macra). Mit 20 bis 40 cm Höhe leuchten die goldbunt gestreiften Blattschöpfe wirkungsvoll im lichten Schatten. Sie kommen perfekt in der Nachbarschaft blaulaubiger Funkien zur Geltung. ‚Aureola‘ wächst allerdings etwas schwächer als andere Sorten und ist auch etwas empfindlicher. Dafür eignet sich die Sorte sehr gut für die Kübelkultur.
Unter all den vielen Funkien (Hosta) finden sich natürlich ebenfalls Sorten mit goldfarbenen Blättern. Die Hybride ‚Ben Vernooij‘ stellt mit intensiv blauer Blattmitte und dem sattgelben Blattrand einen tollen Blickfang dar. Das intensive Gelb kann im Laufe des Sommers jedoch ins Cremeweiße verblassen. Doch auch andere Funkiensorten zeigen gelbe Blattfärbungen: ‚Cracker Crumbs‘, ‚Fire Islands‘, ‚Albopicta‘, ‚Gold Standard‘, ‚Golden Tiara‘, ‚Goldene Woge‘ oder ‚Orange Marmalade‘, um nur einige zu nennen. Tipp: Vor dem Kauf auf die jeweilige Wuchshöhe achten, die von 20 bis 80 cm variiert.
Das Gold-Pfennigkraut ‚Aurea‘ (Lysimachia nummularia) zählt zu den am schönsten gefärbten goldblättrigen Pflanzen. Das gelbe Laub des zuverlässigen Bodendeckers verträgt allerdings keine pralle Sonne. Es wirkt mit Günsel oder blaublättrigen Funkien besonders attraktiv. Ebenfalls auf die Liste der goldblättrigen Stauden gehört die Dreimasterblume ‚Sweet Kate‘ (Tradescantia x andersoniana). Die violettblauen Blüten bilden einen schönen Kontrast zum Laub. Dieses sollte unbedingt vor praller Sonne geschützt werden, um Verbrennungen zu vermeiden.
Sträucher mit goldenen oder gelben Blättern bieten tolle Farbtupfer, die einen Hauch von Wärme verbreiten. Sorgfältig ausgewählt, entstehen beeindruckende Kontraste zu anderen Pflanzen. Der Spindelstrauch ‚Emerald‘n Gold‘ (Euonymus fortunei) besticht durch sein edel wirkendes, bunt panaschiertes Laub, das im Winter häufig rosa überlaufen aussieht. Der robuste und pflegeleichte Strauch findet als Bodendecker ebenso Verwendung wie als Kübelpflanze oder zur Verschönerung von Mauern, Zäunen und Gräbern. Selten wird er höher als 1 m. Nicht viel höher wächst die Berberitze ‚Aurea‘ (Berberis thunbergii), die auf jedem Gartenboden gedeiht. Den ganzen Sommer über strahlen ihre leuchtend gelben Blätter. Ein Formschnitt ist mit der Heckenschere problemlos möglich. Tipp: Etwas sonnengeschützt pflanzen, um Verbrennungen der Blätter zu vermeiden.
Mit etwa 2 m in Höhe und Breite nimmt der Goldgelbe Perückenstrauch ‚Golden Spirit‘ (Cotinus coggygria) etwas mehr Platz in Anspruch. Das gelbe Laub färbt sich zum Herbst hin rot. ‚Golden Spirit‘ braucht für die Gelbfärbung seiner Blätter unbedingt einen sonnigen Standort. An schattigen Stellen vergrünen die Blätter. Der Strauch verträgt bestens Hitze sowie Trockenheit und stellt keine Ansprüche an den Boden. Besonders schön wirkt er vor dunkel gefärbten Hecken. Nach der Blüte im Juni/Juli bilden sich die perückenartigen Fruchtstände. Die rotbraune Rinde macht ‚Golden Spirit‘ zum Blickfang im Winter. Etwas unbekannt ist der Goldliguster ‚Aureum‘ (Ligustrum ovalifolium). Sein grüngelber Blattschmuck und die Schnittverträglichkeit machen ihn zur idealen Heckenpflanze. Solitär gepflanzt, zeigt ‚Aureum‘ einen aufrechten, leicht vasenförmigen Wuchs. 40 bis 60 cm pro Jahr wächst diese Sorte und erreicht in der Endhöhe ungeschnitten etwa 3 m. An sonnigen Standorten entfaltet sich die Färbung besonders ausgeprägt, im Schatten geht sie verloren. Wie alle Liguster kommt auch ‚Aureum‘ auf jedem normalen Gartenboden gut zurecht.
Bäume mit goldenen oder gelben Nadeln:
Gelbe Fadenzypresse ‚Filifera Aurea‘ (Chamaecyparis pisifera)
Gelbe Sicheltanne ‚Sekkan-sugi‘ (Cryptomeria japonica)
Lebensbaum ‚Goldy‘ (Thuja plicata)
Gelber Zwerg-Lebensbaum ‚Aurea Nana‘ (Thuja orientalis)
Gelbe Scheinzypresse ‚Yvonne‘ (Chamaecyparis lawsoniana)
Gelber Pfitzer-Wacholder ‚Pfitzeriana Aurea‘ (Juniperus sinensis)
Bäume mit goldenen oder gelben Blättern:
Japanischer Goldahorn ‚Aureum‘ (Acer shirasawanum)
Goldgelber Fächerahorn ‚Aureum‘ (Acer palmatum)
Gold-Buche ‚Zlatia‘ (Fagus sylvatica)
Gold-Eiche ‚Concordia‘ (Quercus robur)
Gold-Robinie ‚Frisia‘ (Robinia pseudoacacia)




