Die Tasdorfer Turniertage des Reit- und Fahrvereins Husberg und Umgebung umfassten in diesem Jahr zum ersten Mal auch einen Geländetag. Traditionsgemäß ging es vor allem im Parcours zur Sache, aber auch Dressurprüfungen, Jugendprüfungen, eine Fohlenschau, eine Stuteneintragung und ein Freispringcup waren im Angebot.
In diesem Jahr waren die Vorbereitungen für die Tasdorfer Turniertage besonders aufwendig, denn in den vergangenen Monaten war ein neuer Geländeplatz gebaut worden, der die Durchführung von Prüfungen bis L-Niveau und damit auch die Qualifikation zum Bundeschampionat der Vielseitigkeitspferde ermöglichte. Als Parcoursbauer für die erste Veranstaltung auf dem neuen Platz konnten die Veranstalter Rüdiger Rau engagieren, den Bundestrainer der Ponyreiter. Er baute mit seinem Team anspruchsvolle, aber liebevoll dekorierte Geländestrecken rund um das neue Wasserhindernis auf.
Hier starteten schon am Dienstag die ersten Pferde. Im Sattel saßen einige hocherfolgreiche Reiter, wie etwa die Olympiareiter Malin Petersen, Dirk Schrade und Kai Rüder oder auch Nicolai Aldinger, der aktuell zum Olympiakader gehört. Sie alle pilotierten junge Pferde durch den Parcours, genau wie Anna Siemer, die Co-Bundestrainerin der Pony-Vielseitigkeitsreiter. Die Niedersächsin, die in Luhmühlen einen Stall betreibt, gewann mit Come on Chuck und einer 8,8 die erste Abteilung der A**-Prüfung. Kaum schlechter (8,7) war Rebecca-Juana Gerken auf ihrer heimatlichen Geländestrecke. Mit der Holsteiner Stute Meggie gewann sie die zweite Abteilung.
Ladies Day im Gelände
Auch in der L*-Prüfung gingen die Damen als Siegerinnen ihrer jeweiligen Abteilung vom Platz. Diesmal hatte Siemer den Westfalen Blue Chip gesattelt und bekam eine sensationelle 9,5. Gerken und Sonntagskind waren ähnlich gut und bekamen eine 9,0. Letztere gewannen am Ende auch die kombinierte Prüfung. Malin Petersen und Dirk Schrade reihten sich dahinter ein. Siemer war hier nicht mehr an den Start gegangen. Schrade wurde auch Zweiter in der kombinierten A*-Prüfung. Mit dem Holsteiner Hengst Cormac musste er nur Laura Jahn mit der Holsteiner Stute Milky Chance den Vortritt lassen.
„Der extra Geländetag hat schon echt Arbeit gemacht, das habe ich im Vorfeld unterschätzt. Das Wetter war zum Abend hin eine Katastrophe, aber insgesamt war es echt gut“, resümierte Mitveranstalter Harm Sievers, der sich sonst mehr fürs Springreiten interessiert.
Auch in dieser Sparte war diesmal anders ausgeschrieben als gewohnt. Nach zwei Jahren mit einer S*-Hauptprüfung musste nun für den Großen Preis eine S**-Prüfung gesprungen werden. „Es war ja zugleich eine Sichtung für die Deutschen Jugendmeisterschaften“, erklärte Sievers und fügte hinzu: „Es passte aber auch so gut ins Programm.“
Mit dem Sieg im Großen Preis krönte Mathies Rüder sein Wochenende in Tasdorf, bei dem jeder Start ein Sieg war. Mit der Holsteiner Stute Carlesta hatte er vorher die Einlaufprüfung der Sichtung gewonnen, ein Springen der Klasse M**, sowie die S*-Zweiphasenspringprüfung. Mit Flora siegte der Fehmaraner außerdem im M**-Springen am Sonntag, bevor er dann auch das Stechen des Großen Preises gewann.
Hier musste er gegen vier weitere Paare antreten. Darunter war auch Jörg Naeve aus Bovenau, Kreis Rendsburg-Eckernförde, der an den Tagen davor eigentlich nur zum Zuschauen gekommen war. „Es gefiel ihm so gut, dass er nachnannte“, freute sich Sievers. Bereut haben wird er es wohl nicht, denn er kam mit Benur du Romet auf den zweiten Platz im Großen Preis.
Dritter wurde der für den gastgebenden Verein reitende Tom Tarver-Priebe mit So Happy HT Z. Dem neuseeländischen Olympiareiter wurde dann auch noch überraschend das Goldene Reitabzeichen verliehen. Sichtlich gerührt dankte er unter anderem seinem langjährigen Sportpartner Popeye, dem ein großer Anteil an dieser besonderen Auszeichnung gebühre.
Ohne Helfer kein Turnier
Wichtig ist den Veranstaltern auch immer der zweibeinige Nachwuchs. Daher waren diverse Prüfungen vom Führzügelwettbewerb über Spring- und Dressurreiterwettbewerbe bis hin zum Springen der Klasse L ausgeschrieben. „Die Jugend will ja auch mal auf so einem Platz reiten“, erklärte Sievers. Dazu gab es eine Siegerehrung nicht nur für die Sieger, sondern für alle Teilnehmer. Die Prüfungen für die Kinder und Jugendlichen bescheren den Veranstaltern immer einen Besucheransturm. „Wir wissen schon, dass es dann so richtig voll wird“, sagte Sievers lachend. Ein weiterer Zuschauermagnet war die zweite Station der Röschmann Team Trophy, ein Mannschaftsspringen der Klasse A für Amateure. Das Team des Reitvereins St. Hubertus Rendsburg gewann diese Prüfung.
„Insgesamt war es eine Mammutveranstaltung. Wir sind mit Nennungen überrannt worden. Knapp 2.000 waren es. Das sind so viele wie vor 15 Jahren“, berichtete Sievers. Das alles sei nicht möglich ohne das große Team. Für die Tasdorfer Turniertage reisen nicht nur Mitglieder der Familie Vogg, auf deren Anlage das Turnier stattfindet, aus dem Süden an. Auch Nachbarn aus dem Dorf, die gar nichts mit dem Reiten zu tun haben, helfen seit Jahren mit. „Ohne die vielen Helfer wäre so ein Turnier gar nicht möglich“, weiß Sievers. In vielen Vereinen gebe es nicht mehr so viele Mitglieder, die Lust hätten, sich ehrenamtlich zu betätigen. Umso beeindruckender sei der Einsatz in Tasdorf.
Die Tasdorfer Turniertage sollen nun weiter im Jahresrhythmus stattfinden. Das sei auch einfacher zu organisieren.




