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Planung für 72-Stunden-Aktion 2025 angelaufen

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Einen guten Austausch, in dem erfreulich viele Kreisvorstände vertreten waren, gab es auf der zweiten Landesausschusssitzung dieses Jahres. Dazu hatte der Landesvorstand des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein Anfang Mai nach Rendsburg eingeladen.

Der Landesvorstand gab zunächst einen Überblick über die Themen, die in der Zwischenklausur des Landesvorstandes und bei der Bundesmitgliederversammlung auf den Tisch kamen, die zwei Wochenenden vor der Landesausschusssitzung stattgefunden hatte (siehe Bauernblatt-Ausgabe 18/2024).

Vorfreude auf den Landjugendtag

Die Kreisvorstände sollten natürlich auch berichten, wie es bei ihnen läuft. Dafür wurde eine Gruppenaufgabe gestellt, in der kommuniziert werden musste, was es Neues gibt, welche Wünsche die Kreisvorstände an den Landesvorstand haben, was bei ihnen in den vergangenen Monaten los war. Aus jeder Gruppe stellte eine Person die Themen vor. Dabei stellte sich heraus, dass sich alle riesig auf den Deutschen Landjugendtag vom 14. bis 16. Juni in Jübek freuen. Angemerkt wurde aber auch, dass bei den Kreisverbänden nicht alle Informationen ankommen, dass viele Ortsgruppen Schwierigkeiten haben, neue junge Mitglieder zu motivieren und für die Landjugendarbeit zu gewinnen. Und was auch deutlich wurde: Viele Kreise wünschen sich kreisübergreifende Veranstaltungen, auch um neue Leute kennenzulernen.

Karen Stender, Geschäftsführerin der Laju Service GmbH, nahm sich an diesem Wochenende Zeit, um die Lajus aus den Kreisverbänden auf den neuesten Stand zum Beispiel zur Kassenführung zu bringen und um neue Seminare für das nächste Jahr abzufragen. Das Kassenseminar soll im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder stattfinden.

Einen Ausblick auf die Seminare, die dieses Jahr noch angeboten werden, gab die zweite Vorsitzende des Landesverbandes, Marlies Muxfeldt. So soll es noch ein zweites JuLeiCa-Wochenende geben, die Norla muss geplant werden, und die 72-Stunden-Aktion für 2025 steht auch schon in den Startlöchern. Für diese findet am 22. Mai das erste Treffen in Rendsburg statt. In der Mittagspause versammelten sich alle zum Grillen im Pavillon auf dem Norla-Gelände, leider bei viel Regen und Wind.

Neues aus der Geschäftsstelle

Unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus der Geschäftsstelle“ berichtete die Landesvorsitzende Lena Hagge, dass Geschäftsführerin Silke Meister zum 30. Juni dieses Jahres auf eigenen Wunsch die Geschäftsstelle verlassen werde. Derzeit liefen zudem Vorstellungsgespräche für die Landesbildungsreferentenstelle. Es wurden viele Fragen zur aktuellen Lage in der Geschäftsstelle gestellt. So wollten die Vertreter aus den Kreisen wissen, was passiert, wenn die Geschäftsführerstelle offen bleibt.

Dann stand eine Ideensammlung auf dem Programm, die die zweite stellvertretende Vorsitzende, Lisa Tödter, führte. Bei der Arbeit in Gruppen kamen viele tolle Vorschläge zusammen, von denen sicher viele umgesetzt werden können.

Thore Groth, Bildungsreferent der Geschäftsstelle, berichtete über den aktuellen Stand des Schutzkonzeptes und machte hierfür eine Umfrage mit neun Fragen rund um Sicherheit auf Veranstaltungen.

Zum Schluss gab es noch Informationen vom 75. Geburtstag und der Vollversammlung des Landesjugendrings, bei dem Lisa und die dritte Vorsitzende des Landesverbandes, Kim Piening, die Landjugend vertraten.

Auch der Bund der Deutschen Landjugend wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. Dazu gibt es eine Wettaktion „rund um die 75“ mit einem gemeinnützigen Hintergrund. Weitere Infos gibt es in der Geschäftsstelle.

Einen kurzen Bericht gab es auch von der Bundesmitgliederversammlung in Heilbronn, zu der der Landesvorsitzende Tajo Lass, Lisa und Marlies reisten. Lena berichtete in dem Zuge auch noch einmal vom Arbeitskreis Jugend macht Politik, der für jeden etwas sein könne.

Ein Pfingstausflug zur Waldkapelle Mönkloh

Als „kleinste Außenstelle des Vatikans“ hat der Katholik und private Stifter Hans-Jürgen Frese (1934-2019), seine Waldkapelle Mönkloh einst schmunzelnd bezeichnet. Das Kirchlein steht im Rantzauer Forst und liegt direkt an der 343 km langen ­Mönchswegs-Etappe, die durch Schleswig-Holstein führt. Seit 2001 dient es Einheimischen, Pilgern und Besuchern als besinnlicher Ort der stillen Einkehr. Auch zu Pfingsten ist es rund um die Uhr geöffnet und ein lohnendes Ausflugsziel.

Jeden Tag macht sich Silke Frese zur Waldkapelle auf. Nur wenige Schritte sind es von ihrem Zuhause bis zum Kleinod, das mittlerweile als Wahrzeichen von Mönkloh gilt. Als ihr Mann im September 2019 im Alter von 84 Jahren starb, stand für die Witwe fest, dass sie sich weiterhin um sein persönliches Vermächtnis kümmern würde. „Ich schaue hier regelmäßig nach dem Rechten, fege durch, mache Ordnung und entferne die abgebrannten Opferlichter“, sagt sie und läutet zur Begrüßung ein helles Glöckchen, das hoch oben im hölzernen Glockenturm thront.

In der kleinen Waldkapelle, seinem Lebenswerk, fühlt sich Silke Frese ihrem verstorbenen Mann besonders nah und verbunden.

Zuvor haben wir die ökumenisch geweihte Waldkapelle durch ein schmiedeeisernes Tor betreten. Wie viele Menschen hier einkehren, sieht man daran, dass heute, an einem Sonntag zur Mittagszeit, schon etliche Opferlichter auf dem Altar stehen und leuchten. Sie hüllen den kleinen, nur etwa 5 m² großen Raum in ein warmes, heimeliges Licht, durch das blau getönte Seitenfenster fallen Sonnenstrahlen hinein. Was für ein friedvoller und meditativer Ort. Silke Frese setzt sich auf eine Holzbank im Kirchlein und erzählt, wie alles begann.

„Mein Mann lebte bis zu seinem achten Lebensjahr in einem Osnabrücker Kinderheim. Während der Kriegswirren wurde er von einem katholischen Pfarrer und seiner Schwester, die ihm den Haushalt führte, als Pflegekind aufgenommen. Dort fühlte er sich wohl und erhielt eine gute Ausbildung. Aus Dankbarkeit ihnen gegenüber, und aus Dankbarkeit, dass aus ihm etwas geworden war, ließ er 2001 die Waldkapelle errichten.“ Hans-Jürgen Frese und seine Frau lebten da noch mit Hauptwohnsitz in Hamburg, wo der gelernte Kfz-Meister zunächst eine Tankstelle in Blankenese führte. Danach war er bis zum Eintritt in den Ruhestand als Sachverständiger und Prüfer beim TÜV Nord beschäftigt. Bereits 1972 kaufte der junge Familienvater in Mönkloh, der westlichsten Gemeinde des Kreises Segeberg, ein Wochenend- und Ferienhaus für die sechsköpfige Familie. Fortan pendelten die Freses zwischen ihrem Erstwohnsitz in der Großstadt und dem Zweitwohnsitz im 250-Seelen-Dorf. 2014 übersiedelte das Rentnerehepaar endgültig dorthin.

Im Innenraum finden höchstens fünf Personen Platz. Bei Veranstaltungen wird deshalb die danebenliegende Lichtung mit einbezogen.

Bevor es zum Baubeginn der Waldkapelle kam, musste Hans-Jürgen Frese manche Widerstände überwinden. „Wat schall dat?“, fragten zum Beispiel Dorfbewohner skeptisch. Doch er ließ sich nicht beirren und blieb hartnäckig am Ball. Schließlich gelang es ihm, von der Landesforstverwaltung für 30 Jahre einen Flecken am Rande des Mönkloher Waldes zu pachten. Eine Wrister Baufirma errichtete dort in seinem Auftrag binnen eines Jahres das rote Backsteingebäude mit Kupferdach und Glockenturm in idyllischer Lage unter prachtvollen Buchen. „Heute sind alle froh, dass die Waldkapelle da ist. Sie gehört einfach dazu und wird sehr gut angenommen. Die Menschen lassen hier ihre Kinder und Enkel taufen. Daneben finden Andachten, Trauungen sowie silberne, goldene und diamantene Hochzeiten statt“, freut sich Silke Frese über den Zuspruch. Diesen bemerke sie auch daran, dass sich immer wieder neue Gegenstände in der Waldkapelle einfänden, von denen sie nicht wisse, wie sie eigentlich dort hingekommen seien. Gebetsketten, Engel- oder Madonnenfiguren, verzierte Steine und andere Dekorationsobjekte zeugen davon, dass etliche Besucher diesen Ort zu ihrem ganz eigenen Erinnerungs- und Kraftort auserkoren haben. Menschen, die teilweise jahrzehntelang kein Gotteshaus von innen sahen, lassen sich hier inspirieren und vertrauen dem ausliegenden Gästebuch ihre geheimsten Gedanken und Gebetsanliegen an. Ebenfalls ist bekannt, dass manche Leute den Ort bewusst aufsuchen, um Trost zu finden und stille Zwiesprache mit lieben Verstorbenen zu halten.

Während eines gemeinsamen Rundumblicks möchte die Seniorin nun die Aufmerksamkeit auf das Interieur lenken. Ihr Mann habe sich dem ökumenischen Gedanken stets verbunden gefühlt. Das zeige sich auch in der Ausstattung. „Hier links hängt an der Wand ein Bild des Reformators Martin Luther und rechts jeweils eines vom früheren Papst Benedikt XVI. und dem amtierenden Papst Franziskus.“ Die 82-Jährige verweist ebenso auf Holzreliefs oben an den Wänden, auf denen die 14 Stationen des Kreuzwegs Jesu von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis hin zur Kreuzigung und Grablegung zu sehen sind. Anhand dieser Darstellungen lasse sich für den Betrachter dem Leid Jesu auf eindrückliche Weise nachspüren.

Die Mutter Gottes mit Jesuskind über dem Altar stiftete ein Pastor.

„Das Kunstwerk wurde von einem anonymen Stifter hierhergebracht und aufgehängt“, bemerkt sie. Die Gottesmutter mit Jesuskind über dem Altar stiftete ein Pastor. Die Holzbank stamme ursprünglich aus Bayern. Hans-Jürgen Frese ließ sie passgenau für die Waldkapelle kürzen. Ein schlichtes Holzkreuz mit Jesusfigur, ein Holzrelief eines Künstlers mit Namen C.C. Eick und eine Kniebank, die unter anderem als Ablage für eine Bibel, das Gästebuch und Glaubensschriften dient, schmücken das Innere ebenfalls. Im Sinne einer religionsübergreifenden Gemeinschaft liegen hier zudem die aktuellen Gemeindebriefe der Katholischen Pfarrei Seliger Eduard Müller und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Bramstedt aus.

„Immer am 3. Oktober organisierte mein Mann zum Tag der Deutschen Einheit eine ökumenische Andacht, die oft mehr als 300 Gläubige auf die Lichtung vor der Waldkapelle lockte. Sie lag ihm sehr am Herzen. Noch auf dem Sterbebett bat er unseren früheren Gemeindepfarrer und heutigen Domkapitular und Domprobst des Erzbistums Hamburg, Berthold Bonekamp-Kerkhoff, dass er an diesen Tag denken möge. Nun führt meine Tochter Sandra mit Unterstützung ihrer drei Geschwister die Tradition fort und organisiert die Andachten“, informiert Silke Frese. Unvergessen sei für die Familie das ökumenische „Gipfeltreffen“ anlässlich der Andacht zum zehnjährigen Bestehen der Waldkapelle im Jahr 2011 gewesen. Ein christliches Highlight! „Der damalige katholische Erzbischof Dr. Werner Thissen kam eigens aus Hamburg und predigte vor der Waldkapelle. Der frühere Bramstedter Propst der evangelischen Nordkirche, Kurt Riecke, war auch mit dabei.“ Jeweils abwechselnd hielten zu den alljährlichen Andachten die katholischen und evangelischen Geistlichen eine Predigt, musikalisch festlich umrahmt von den hiesigen Jagdhornbläsern.

Der Mönchsweg führt direkt an der kleinen Waldkapelle Mönkloh vorbei.

Bei einem abschließenden Kaffeetrinken im Beisein von Tochter Sandra und deren Mann berichtet die vierfache Mutter und siebenfache Großmutter von einem schönen Familienereignis, das demnächst in der Waldkapelle und auf der Lichtung stattfinden wird: der Taufe ihres ersten Urenkelkindes Carla. Mit der Waldkapelle in Familienhand soll es in Zukunft noch lange weitergehen. „Die Pacht für das Grundstück läuft in sieben Jahren aus. Wir wünschen uns alle, dass wir auch danach das Vermächtnis unseres Vaters bewahren und fortführen können“, unterstreicht seine Tochter.

Info

Pfingstgottesdienste

Infos zu den Pfingstgottesdiensten in der katholischen Pfarrei Seliger Eduard Müller mit ihren fünf Gemeinden gibt es unter seliger-eduard-mueller.de Die evangelischen Gottesdienste am Pfingstsonntag und Pfingstmontag finden in der Bad Bramstedter Maria-Magdalenen-Kirche statt. Weiteres unter ­kirche-badbramstedt.de

Ausflugstipp

Die Waldkapelle Mönkloh, Glückstädter Straße 64, 24576 Mönkloh, ist rund um die Uhr geöffnet. Ein Besuch in der wohl kleinsten Kirche des Nordens lässt sich wunderbar mit einem ausgiebigen Spaziergang im direkt angrenzenden Naherholungsgebiet verbinden. Durch Mönkloh führt auch der Radwanderweg Mönchspfad. Der Waldlehrpfad Hasselbusch befindet sich ebenfalls in der Nähe.

Infos zum Mönchsweg gibt es unter moenchsweg.de oder ­sh-tourismus.de/moenchsweg 

Rumpf folgt auf Gerth

Dr. Juliane Rumpf (Foto) wird neue Landesnaturschutzbeauftragte für Schleswig-Holstein. Dies gab Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) am Mittwoch in Kiel bekannt. Die ehemalige schleswig-holsteinische Umwelt- und Agrarministerin wird die neue Aufgabe zum 1. Juli übernehmen. Der aktuelle Amtsinhaber Dr. Holger Gerth scheidet nach 13 Jahren auf eigenen Wunsch aus dem Amt aus.

Gerth wurde von der damaligen Umwelt- und Agrarministerin Rumpf zum Landesnaturschutzbeauftragten für Schleswig-Holstein berufen. Die nachfolgenden Minister Dr. Robert Habeck sowie Jan Philipp Albrecht (beide Grüne) verlängerten seine Amtszeit um jeweils eine weitere fünfjährige Periode.

Rumpf ist promovierte Landwirtin und war als leitende Beamtin viele Jahre in der schleswig-holsteinischen Landesverwaltung tätig. Sie war von 2009 bis 2012 Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und seitdem in verschiedenen Ehrenämtern tätig – beispielweise als Vorstandsvorsitzende der Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holstein und als Präsidiumsmitglied des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB). In den Jahren 2018 und 2023 war Rumpf Kreispräsidentin von Rendsburg-Eckernförde. Sie erklärte: „Gern übernehme ich die Rolle als Mittlerin zwischen den unterschiedlichen Interessen und hoffe, dass mir meine Kontakte aus den verschiedenen haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeiten bei der Ausübung helfen.“

Die Funktion der Landesbeauftragten für Naturschutz ist gesetzlich im Landesnaturschutzgesetz verankert. Sie unterstützt und berät das Umweltministerium und das Landesamt für Umwelt und vermittelt zwischen den Behörden und den Bürgerinnen und Bürgern. Sie setzt sich dafür ein, einen Interessenausgleich zwischen Landnutzenden und den ökologischen Notwendigkeiten für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen.

Big Challenge: 100.000-Euro-Marke überschritten

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„Viele Menschen vermuten nicht, dass sich Landwirte so stark gegen den Krebs engagieren“, erklärte Dietrich Pritschau Anfang Mai bei der Übergabe eines Schecks in Höhe von 16.500 € an Vertreter des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel. Der Schweinehalter und Mitinitiator der Big Challenge Schleswig-Holstein betonte, dass seit der ersten Aktion im Jahr 2016 ein Gesamtspendenaufkommen von mehr als 100.000 € zustande gekommen sei.

Die Hauptaktion der Big Challenge ist eine jährlich stattfindende Radtour. Seit 2022 findet diese parallel zu den Tasdorfer Turniertagen – einem Pferdesportevent – in Tasdorf, Kreis Plön, statt. Pritschau hofft bei der diesjährigen Auflage am 2. Juni (siehe unten) auf mehr als 100 Teilnehmende.

Klaus Dahmke aus dem Big-Challenge-Team betonte: „Die LandFrauen, insbesondere aus Bordesholm, unterstützen uns schon viele Jahre voll und ganz.“ Jede Spende helfe. Dass die Aktion so erfolgreich werde, damit habe man am Anfang nicht gerechnet.

Investition in die Zukunft

Die Spendengelder kommen zu gleichen Teilen der Krebsforschung und -therapie am UKSH zugute. Prof. Susanne Sebens vom Institut für Experimentelle Tumorforschung berichtete im Rahmen der Scheckübergabe von den Tätigkeiten. „Das Institut für experimentelle Tumorforschung ist ein zentrales Bindeglied zwischen der Forschung und der Klinik. Wir haben hier eine große Biobank. Das heißt, wir sammeln Gewebeproben von Patientinnen und Patienten für die Forschung und wir entwickeln Zellmodelle, die wir nutzen, um die Diagnostik voranzutreiben.“ Das sei sehr aufwendig. Es reiche nicht, einfach eine Zellkultur in einer Schale anzusetzen. Tumore müssten möglichst realistisch abgebildet werden.

Das Institut sei zudem ein Ausbildungsbetrieb. Viele Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen lernten dort das wissenschaftliche Arbeiten und schrieben Abschlussarbeiten. Ein wesentlicher Aspekt des Spendeneinsatzes sei daher die Nachwuchsförderung. Jährlich werde dank der Mittel der Kiel Oncology Network (KON) Young Investigator Award verliehen. Zudem würden seit diesem Jahr Seminare zum Schreiben von wissenschaftlichen Texten angeboten, was auch dank der Spenden möglich sei.

„Die Nachwuchswissenschaftler sind unglaublich dankbar für die Spenden“, schilderte Sebens. Das KON erhalte schließlich keine Gelder von der Universität beziehungsweise von der medizinischen Fakultät oder vom Land, sondern sei auf Spenden angewiesen. Die Krebsexpertin erklärte: „Die Nachwuchsförderung ist mir eine Herzensangelegenheit. Wenn wir die jungen Leute gut ausbilden, ist das immer eine Investition in die Zukunft.“

Trainer und Sportgeräte

Wie die Big-Challenge-Spenden in der Krebstherapie zum Einsatz kommen, erläuterte Pit Horst, Geschäftsführer des Fördervereins und der Förderstiftung am UKSH: „Unter der Leitung von Sportwissenschaftler Dr. Thorsten Schmidt werden Sport- und Bewegungstherapien für onkologische Patienten angeboten.“ Dabei würden ganz individuelle Angebote entwickelt. Positiv für die Patienten sei neben der Bewegung auch die soziale Komponente. „Menschen fahren gemeinsam zur Bewegungstherapie und tauschen sich dabei aus“, schilderte Horst. Es habe sich gezeigt, dass die Krebstherapien deutlich besser von den Patienten vertragen würden, wenn sie Sport machten.

In den ersten Wochen sei das Angebot dank der Big Challenge kostenlos. Die Einstiegsschwelle sei dadurch niedrig. „Das heißt, dass vielleicht Leute mitmachen, die sonst nicht das Angebot in Anspruch genommen hätten“, erklärte Horst. Von den Spenden würden sowohl die Trainer bezahlt als auch Sportgeräte finanziert.


Ausfahrt der Big Challenge in Tasdorf 2022, Foto: Big Challenge

Die Big-Challenge-Fahrradtour startet wie im vergangenen Jahr auf dem Gestüt Tasdorf, östlich von Neumünster (Busdorfer Weg 15). Die 32 km lange Rundtour beginnt am 2. Juni um 11 Uhr. Die Anreise kann mit dem Fahrrad erfolgen. Für mit dem Auto Anreisende steht ein Parkplatz zur Verfügung. Mit der Rückkehr wird ab zirka 13.30 Uhr gerechnet. Helfer halten Erfrischungsgetränke, Kaffee und Kuchen sowie Deftiges vom Grill bereit. Teilnehmer und Gäste können im Anschluss die Tasdorfer Turniertage besuchen.
Alle Informationen und Anmeldung im Internet: www.bigchallenge-sh.de

Eine Hand für mich, eine Hand für die Welt

In zwölf Folgen über 13 ZukunftsBauer und ZukunftsBauerinnen in Schleswig-Holstein hat das Bauernblatt berichtet. Die bilden etwas über die Hälfte der gegenwärtigen Teilnehmer in der betreffenden Arbeitsgruppe (AG) ab. Es sind junge und ein paar ältere Bauern und Bäuerinnen, die stellvertretend für viele die Zukunft in die Hand nehmen – für ihren Betrieb, aber auch für die Gesellschaft und die Welt.

Zukunftsweisende Aktivitäten für Tierwohl, Bodenqualität, Energieversorgung oder Kommunikation mit der Öffentlichkeit betreiben diese ZukunftsBauer meist schon seit Langem, aber sie wissen auch, dass man angesichts der Herausforderungen nicht stehen bleiben kann, sondern sich weiterentwickeln muss. Den Austausch mit Kollegen, namentlich in der AG, wollen sie dafür gern nutzen.

Ein schönes Bild, ein vielfältiges Spektrum der zukunftsgerichteten Landwirtschaft, gebündelt in Aussagen wie „Wir Bauern zeigen, dass wir Lösungsanbieter sind“ (Jörn Frahm aus Wrohm), „Ich lerne täglich Neues und wachse an meinen Aufgaben“ (Milena Schatt aus Eddelak) oder „Jeder Landwirt sollte ZukunftsBauer sein!“ (Jonas Hau­schildt aus Kükels). Viel Stoff für die Kommunikation mit Nichtlandwirten, mit Verbrauchern, mit der Öffentlichkeit, aber auch innerhalb des Berufsstandes.

Alles gut so? Gewiss werden die Betreffenden wie bisher ihre Aktivitäten weiterführen, mitunter auch ausbauen. Mit gesundem Selbstbewusstsein aufzutreten ist ein elementares Anliegen des Projektes „ZukunftsBauer“. Doch es wäre fatal, wenn es im Berufsstand bloß als Rhetorik der Selbstvermarktung angesehen würde. Hier und da wird der Satz „Jeder könnte, jeder sollte ZukunftsBauer sein“ umgewandelt in den Satz „Wir sind alle ZukunftsBauer“. Wirklich alle? Und wer ist mit „wir“ gemeint? Verständlich, dass man alle mitnehmen will, aber dazu gehören auch eine Portion Offenheit und die Bereitschaft, bisheriges Handeln auf den Prüfstand zu stellen – und nicht nur eigenes Schulterklopfen.

Auch Eike Jürgensen (Högel) ist ZukunftsBauerin. Fotos: Tonio Keller

„Wer noch auf dem Markt besteht, hat etwas richtig gemacht“, hat Werner Schwarz als voriger Bauernverbandspräsident gesagt. Richtig! Doch das heißt nicht zwangsläufig, dass auch künftig keine Änderung vonnöten ist, und viele, die jetzt noch bestehen, können angesichts ihrer Zukunft gar nicht gut schlafen.

Dazu kommt: Mit der Zukunft des ZukunftsBauers ist neben der des eigenen Betriebes auch die der Gesellschaft und der Welt gemeint. Die Herausforderungen von Klimawandel und Ernährungssicherheit verlangen ein Engagement über die eigenen Belange hinaus, und erst dies macht den Berufsstand in der Öffentlichkeit glaubwürdig. Es erinnert an die alte Seefahrerregel „Eine Hand für dich, eine Hand für das Schiff“ – abgewandelt zu: „eine Hand für die Welt“.

Hans-Heinrich Berghorn, Leiter des Projektes beim Deutschen Bauernverband, sieht noch ein weiteres Spektrum: den Bauern als Demokratiewirt. „Der Landwirt kann eine wichtige Rolle spielen für den Zusammenhalt der Gesellschaft“, sagt er. „Bauern sind geerdet, sie geben Halt. Die Großdemos haben gezeigt: Bauern sind Seismografen für die Gesellschaft, andere Berufsgruppen haben sich hinter sie gestellt. Die Bauern stehen für den ländlichen Raum, und diese Funktion wird ihnen von vielen zugebilligt.“

Wenn er sich auf diese Weise für ein faires gesellschaftliches Miteinander einsetzt, kann der Bauer als Demokratiewirt eine Autorität sein. Nein, das Projekt „ZukunftsBauer“ ist noch lange nicht abgeschlossen. Nach dem guten Start in Schleswig-Holstein könnte es jetzt erst recht nach vorn gehen!

Vorgaben entschärft, Fristen verlängert

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Die privaten Abwasserleitungen vieler alter Häuser sind möglicherweise marode. Damit Abwässer durch Risse und Löcher nicht ungeklärt in den Untergrund sickern, sind Grundstückseigentümer verpflichtet, diese Rohre auf Dichtheit zu untersuchen und wenn nötig bis zur öffentlichen Anschlussstelle zu sanieren.

Angesichts der Tatsache, dass viele private Abwasserrohre noch nicht überprüft werden konnten und dies auch für die öffentlichen Leitungen gilt, wird das Umweltministerium (MEKUN) die Vorgaben zur Dichtheitsprüfung von privaten Grundstücksentwässerungsleitungen neu regeln. Vorgesehen sind vereinfachte Vorgaben und eine Fristverlängerung bis 2040. Die Änderungen gelten ab sofort.

Die Änderungen im Überblick:

Öffentliche Kanäle: Bislang war die Dichtheitsprüfung der privaten Grundstücksentwässerungsleitungen drei Jahre nach der Sanierung des öffentlichen Kanalnetzes vorgeschrieben. Da Letztere aber noch nicht flächendeckend erfolgt ist, wurde die Verpflichtung im November 2022 ausgesetzt.

Neue Fristen: Es wurden großzügigere Umsetzungsfristen für Grundstückseigentümer bis zum Jahr 2040 eingeführt. Bis zu diesem Jahr soll die Dichtheitsprüfung unabhängig von der Zustandserfassung des öffentlichen Bereiches vorgelegt werden.

Strengere Auflagen: In den Schutzzonen II, III und III A soll die Prüfung umgehend erfolgen. Gleiches gilt für Entwässerungsanlagen gewerblicher Abwässer, da diese potenziell gefährliche Stoffe enthalten.

Wer bereits die Nachweise zur Dichtheitsprüfung erbracht hat, dem entstehen keine Nachteile: Sie behalten ihre Gültigkeit und brauchen nicht bis 2040 wiederholt zu werden.

Mit der Drohne den Mähtod verhindern

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Wenn die Wiesenmahd im Frühling beginnt, leben Rehkitze und andere Wildtierkinder gefährlich. Naht die landwirtschaftliche Maschine, gehen sie im hohen Gras instinktiv auf Tauchstation und geraten leicht in das Mähwerk. Überall im Land engagieren sich Freiwillige in Zusammenarbeit mit Landwirten dafür, Kitze vor der Mahd zu entdecken und zu sichern. Nun wurde auch in Tangstedt im Kreis Stormarn ein Verein für Rehkitzrettung gegründet.

Drohnen haben nicht in allen Anwendungen einen guten Ruf – hier werden sie einmal vernünftig eingesetzt! Mit Wärmebildkamera ausgestattet entdecken die Maschinen im Flug über das Feld Kitz oder Hase, sodass die Läufer losgehen und das Jungtier einsammeln können. Das muss morgens gegen 4 Uhr geschehen, denn nach Sonnenaufgang ist der Unterschied zwischen Körper- und Umgebungstemperatur zu gering zum Aufspüren. Doch diese Unbequemlichkeit nehmen die freiwilligen Kitzretter gern auf sich.

Marte Sach (50) führt mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb mit 450 Tieren in der Oberalsterniederung und profitiert natürlich auch selbst von dem Verein. Im vergangenen Jahr hat sie im Kitzrettungsverein im benachbarten Wakendorf II im Kreis Segeberg mitgearbeitet. 850 ha wurden dort 2023 betreut und dabei 150 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt. Da der dortige Verein an seine Belastungsgrenze kommt, hat Sach Ende März mit 26 Gründungsmitgliedern den Tangstedter Verein gegründet. Heute hat er schon 55 Mitglieder. Landwirte, Jäger, der Naturschutzverband Nabu und die Gemeinde sind mit im Boot. Bisher gab es vier Einsätze, dabei wurden sieben Kitze gerettet.

„Wir wollen den Tierschutz und dabei die Landwirte unterstützen“, erklärt Sach. Sie betont, dass bei Wildtod oder -verletzung durch Mahd ohne vorherige Absuche Strafen bis zu 4.000 € drohen. „Der Landwirt braucht uns nur anzurufen und notfalls eigene Helfer beizusteuern. Wir versuchen aber, das Personal abzudecken und die Landwirte so gut wie möglich zu unterstützen.“ Das Team besteht derzeit aus rund 50 Helfern, die sich abwechseln, darunter drei Drohnenpiloten und zwei -anwärter. Jeder Pilot hat drei bis fünf Helfer zur Hand.

Ist ein Kitz entdeckt, gehen Läufer dorthin und nehmen es mit dem Käscher in eine Tasche auf, die mit Gras ausgelegt ist. Um Geruchsübertragung zu vermeiden, nehmen sie auch Gras zwischen Handschuhe und Tier. Synthetische Gerüche von Waschmitteln oder Deos sollen vermieden werden, „also keine frisch gewaschene Kleidung tragen. Körpergerüche sind Natur“, so Marte Sach. Dass mit dem Tier nicht gekuschelt werden darf, versteht sich von selbst.

Das aufgenommene Kitz wird in der Tasche am Feldrand abgestellt – schattig und nicht an einer Straße oder einem Weg –, bis die Mahd vorbei ist, die natürlich möglichst bald am Vormittag erfolgen muss. Danach wird das Jungtier in der Nähe „befreit“ – im hohen Gras als Schutz gegen Fuchs und Hund. Da das Kitz schon in der Tasche Geräusche macht, hält sich die Ricke meist bereits in der Nähe auf.

Der Verein Rehkitzrettung Tangstedt wirbt um Unterstützung und weitere Mitglieder und Helfer. Bis nächstes Jahr muss eine Drohne nach neuer EU-Norm inklusive Pilotenschulung angeschafft werden, Kostenpunkt 7.000 bis 8.000 €.

Kontakt, auch für Landwirte mit Einsatzwunsch, Tel.: 01 60-95 75 27 05, www.rehkitzrettung-tangstedt.de

Drohnenteams überregional unter www.deutsche-wildtierrettung.de

Drohnenfluggenehmigung in Naturschutzgebieten: Kreis Stormarn überprüft erneut

Manche der bewírtschafteten Wiesen in der Oberalsterniederung liegen in Naturschutzgebieten. Deren Überfliegung mit Drohnen kann nach der neuen Luftverordnung (LuftVO) von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises genehmigt werden. Eine Genehmigung durch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) ist hierfür nicht mehr wie früher erforderlich. Das Betreiben einer Drohne zu Naturschutzzwecken ist laut LuftVO möglich, wenn der Naturschutz gewahrt bleibt und der Überflug für den Zweck erforderlich ist.

Da Tangstedt an der Grenze der Kreise Segeberg und Stormarn liegt, befindet sich das Einsatzgebiet des Vereins in beiden Kreisen. Vom Kreis Segeberg wurde die Genehmigung zum Überflug erteilt (liegt dem Bauernblatt vor). Der Kreis Stormarn hat hingegen die Genehmigung zunächst abgelehnt mit der Begründung, dass primär der Artenschutz gewährleistet sein müsse, insbesondere der von störanfälligen Brutvögeln. Die Kreisbehörde will sich aber noch einmal mit dem Landesamt und den Nachbarkreisen abstimmen und eine erneute Überprüfung durchführen. „Wir sehen, dass sich die Technik immer weiterentwickelt, die Störungen durch Drohnenbefliegungen daher immer geringer ausfallen und sie neben dem Schutz der Wildtiere mittlerweile auch potenziell dem Schutz von Brutvögeln dienen kann“, schreibt Nina Juhnke vom Fachdienst Naturschutz. 

Nordbauern Schleswig-Holstein feiern Zehnjähriges

Mit Fachprogramm und Feierstunde wird am Freitag, 31. Mai, von 10 bis 16 Uhr das zehnjährige Bestehen der Nordbauern Schleswig-Holstein e.V. im Freilichtmuseum Molfsee begangen.

Die Nordbauern haben sich vor rund zehn Jahren zum Ziel gesetzt, Qualität und Absatz von Produkten heimischer Direktvermarkter zu verbessern und den einzelnen Mitgliedern eine Stimme nach außen zu geben. Wichtige Bereiche der Vereinsarbeit sind Weiterbildungsmaßnahmen, gemeinsames Auftreten sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit in Vertrieb und Logistik – auch im Hinblick auf den Lebensmittelhandel. Mitglieder im Direktvermarkterverband sind sowohl landwirtschaftliche Betriebe als auch handwerkliche Lebensmittelverarbeiter, die regionale Lebensmittel herstellen und vertreiben.

Am Vormittag des 31. Mai wird es sich um fachliche Themen der Direktvermarktung drehen, während es am Nachmittag dann feierlich wird. Gestartet wird mit Gedanken zu regionaler Wertschöpfung durch Verkaufsautomaten, zu digitaler Lebensmittelvermarktung und zu Mikrologistik, mit der Lebensmittel in kleinen Mengen vom Hof zum Verkauf transportiert werden. Im zweiten Teil der Veranstaltung werden sowohl Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) als auch Landwirtschaftskammerpräsidentin Ute Volquardsen ihre Glückwünsche den Nordbauern übermitteln. Die Fördergemeinschaft „Einkaufen auf dem Bauernhof“ stellt sich vor und Dr. Kerstin Poehls, Direktorin des Freilichtmuseums Molfsee, über das Museum als Logistik-Hub sprechen. Flankiert wird der Direktvermarktertag durch die Filmvorführung von „Tatort Almwiese“ mit anschließendem Gespräch zwischen Dr. Kerstin Poehls und Prof. Urs Wyss, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, am 30. Mai um 18 Uhr und dem landwirtschaftlichen Familientag mit Mitmach-Aktionen für Klein und Groß im Freilichtmuseum Molfsee am Sonntag, 2. Juni.

Die Nordbauern stoßen am 31. Mai auf zehn Jahre Interessenvertretung für Direktvermarktung in Schleswig-Holstein an. Foto: Ernst Schuster

Die Veranstaltung wird gefördert durch das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) und unterstützt vom Freilichtmuseum Molfsee, der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und der Fördergemeinschaft Einkaufen auf dem Bauernhof. Die Teilnahme ist kostenlos.

Alle Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter in Schleswig-Holstein sind herzlich eingeladen teilzunehmen.

Details zum Programm und zur Anmeldung finden sich hier.

Stauden mit rotem Laub

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Sorgfältig ausgewählt, setzen Stauden mit rötlichem Laub wundervolle Akzente zwischen hellgrünen Pflanzen. Unschlagbar ist die Wirkung auch kombiniert mit gräulich oder gelb überlaufenem Laub. Einige Stauden zeigen ihre rötliche Blattfärbung ausdauernd vom Frühjahr bis zum Herbst. Bei anderen hingegen fällt sie vor allem im Frühjahr ins Auge.

Grün als vorherrschendes Farbthema im Garten verträgt sehr gut ein paar Farbtupfer. Als Faustregel gilt, dass man nicht mehr als 20 % einer anderen Laubfarbe beigeben sollte. Vermeiden Sie dabei Mischungen aus roten, gelben und silbernen Laubpflanzen. Eine einzelne dieser Akzentfarben zwischen grünen Nachbarn hebt das jeweilige Farbthema besser hervor.

Das rote Laub des Federborstengrases ,Rubrum‘ harmoniert mit dem Orange der Zinnien. Foto: Karin Stern

Rotes Laub lässt sich farbharmonisch mit rosafarbenen, roten oder orangefarbenen Blüten kombinieren. Hier bieten sich Sonnenbraut ‚Rubinzwerg‘ (Helenium-Hybride), Fackellilie (Kniphofia galpinii), Montbretie ‚Lucifer‘ (Crocosmia), Türkenbundlilien (Lilium henryi) und die Dahlie ‚Bishop of Llandaff‘ als blühende Pflanzpartner an. Gelb-rote Kontraste fallen dagegen sehr kräftig aus. Die Mischung von blauen oder violetten Blüten mit rotem Laub führt eher zu einer Abschwächung des Effekts. In sonnig gelegenen Rabatten bilden Rotlaubige den zurückhaltenden Ruhepunkt und geben der nachbarlichen Blütenpracht einen Rahmen. In schattigen und halbschattigen Bereichen kommt die Vielfalt an Blattformen und -größen der rotblättrigen Stauden zur Geltung. Niedrige Arten leisten gute Dienste als Bodendecker. Doch Vorsicht, in weniger lichten Bereichen wirkt ein Übermaß an rotem Laub schnell düster. Nachbarn mit hellgrünem Laub sind daher sehr wichtig, um das bereits angesprochene Verhältnis zwischen hellen und dunklen Tönen zu erreichen. Schmuckes Laub kommt nicht nur im Beet zur Geltung, auch als Solitär gepflanzt oder im Kübel kultiviert erweisen sich rotlaubige Stauden als echte Hingucker.

Farbharmonie in Rot, Violett und Grün. Foto: Karin Stern

Werfen wir nun einen Blick auf Staudenarten und -sorten mit rotem Laub. Das Purpurglöckchen (Heuchera) verschönert mit seinen je nach Sorte teilweise wintergrünen Blättern sonnige bis halbschattige Gartenbereiche. Besonders attraktiv wirkt das Purpurglöckchen im Vordergrund von Rabatten, eignet sich jedoch auch für den Kübel. Das Angebot an buntlaubigen Hybriden ist in den letzten Jahren sehr umfangreich geworden. Empfehlenswert ist die wuchsfreudige ‚Frostet Violet‘. Sie macht sich gut neben Funkien (Hosta), Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) und Wiesenknöterich (Bistorta officinalis).

Die Dunkle Oktober-Silberkerze ‚Brunette‘ (Cimicifuga simplex) braucht etwas Zeit für ihre Entwicklung. Einmal etabliert, wird die langlebige Staude für schattige bis halbschattige Bereiche mit den Jahren immer schöner. Neben dem attraktiven Laub punktet sie im Herbst mit auffälligen weißen Blütenkerzen. Die Staude treibt spät aus. Daher empfiehlt sich in der Nachbarschaft die Pflanzung von Zwiebelblumen, die im Frühjahr für etwas Farbe sorgen.

Die Oktober-Silberkerze präsentiert intensiv schwarz-rotes Laub und rosig-weiße Blütenstände. Foto: Karin Stern

Auch die Mandelblättrige Wolfsmilch ‚Purpurea‘ (Euphorbia amygdaloides) bevorzugt halbschattige Lichtverhältnisse, gern auch auf kalkhaltigem Boden unter Bäumen oder am Gehölzrand. Das gelbgrüne Laub der Wald-Marbel (Luzula sylvatica) und die weißen Blüten der Wald-Aster (Aster divaricatus) eignen sich als Begleiter. Die Mandelblättrige Wolfsmilch braucht etwas Schutz vor praller Wintersonne. Tipp: Beim Rückschnitt Handschuhe tragen, da der austretende Milchsaft Hautreizungen verursachen kann.

Für sonnige Lagen finden sich ebenfalls geeignete Kandidaten. Mit rosafarbenen Blüten von Mai bis Juli und bronzebraunem Laub fallen die beiden Storchschnäbel ‚Espresso‘ und ‚Elizabeth Ann‘ (Geranuim maculatum) ins Auge. Sie wirken hübsch neben Frauenmantel (Alchemilla), Polsterphlox (Phlox subulata) oder dem Pfeifengras ‚Moorhexe‘ (Molinia caerulea). Auf ausreichend feuchtem, humosem Boden fühlt sich die Staude in der Sonne sehr wohl, blüht aber auch noch im Halbschatten zuverlässig. Ein wahrer Schatz unter den Rotlaubigen ist die Fetthennen-Hybride ‚Purple Emperor‘ (Sedum) mit purpurfarbenen Blättern an meist roten Stängeln. Sie werden von August bis Oktober mit dunkelrosafarbenen Blütentellern gekrönt. Der Fetthenne gefällt ein warmer, vollsonniger Standort auf trockenem Boden. Sie wirkt als Solitär ebenso schön wie in der Gruppe oder im Kübel.

Rotes Farbspiel mit Fetthenne und Ziergras ,Red Baron‘.Foto: Karin Stern
Der wintergrüne Schwarze Schlangenbart wirkt in Gemeinschaft mit Zwiebelblühern ganz apart. Foto: Karin Stern
Prächtige Fetthenne ,Purple Emperor‘ fällt mit besonders dunklem Laub und schöner Blüte ins Auge. Foto: Karin Stern
Blatt und Blüte harmonieren beim Dunklen Storchschnabel auf angenehme Weise. Foto: Karin Stern
Das Purpur-Greiskraut ,Britt-Marie Crawford‘ verfügt über eine starke Schmuckwirkung. Foto: Karin Stern


Weitere Stauden mit rotem Laub für sonnige Standorte (Auswahl):

Purpur-Günsel ‚Braunherz‘ (Ajuga reptans)
Farn-Fiederpolster ‚Platt‘s Black‘ (Cotula squalida)
Japanisches Blutgras ‚Red Baron‘ (Imperata cylindrica)
Purpur-Greiskraut ‚Desdemona‘ (Ligularia dentata)


Weitere Stauden mit rotem Laub für schattige Standorte (Auswahl):

Braunblättrige Prachtspiere ‚Chocolate Shogun‘ (Astilben-Hybride)
Braunblättriger Wasserdost ‚Chocolate‘ (Eupatorium rugosum)
Schwarzer Schlangenbart ‚Niger‘ (Ophiopogon planiscapus)

„Innovation fällt nicht vom Himmel“

Dr. Dorothee Schulze Schwering arbeitet seit Herbst 2022 als Innovationsmanagerin bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Als Keynote-Sprecherin wird sie bei den Grünen Innovationstagen Ende Mai auf Gut Steinwehr einen Impuls geben. Wie der Berufsalltag der Münsterländerin aussieht und was Innovation in der Landwirtschaft ausmacht, schilderte sie dem Bauernblatt.

Was bedeutet Innovation?

Innovation heißt so viel wie Erneuerung oder Veränderung. Es ist nicht unbedingt dieses Bahnbrechende, das viele vor Augen haben. Man kommt von einer Problemstellung, hat eine Idee. Aus der Idee wird ein Produkt oder eine Dienstleistung und erst wenn dieses Produkt oder diese Dienstleistung in die Anwendung kommt, ist es eine Innovation.

Wie managen Sie Innovationen?

Ich betrachte Innovationen entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, von der Vorleistungsindustrie über die Primärproduktion bis in den nachgelagerten Bereich. Grundsätzlich teile ich mein Aufgabenfeld in vier Bereiche. Der erste Bereich ist das Identifizieren von Innovationsfeldern. Was ist neu? Was sind aktuelle Trends? Was machen Start-ups? Was machen Forschung und Entwicklung?

Der zweite Bereich ist das Innovationsnetzwerk. Innovation funktioniert nicht im stillen Kämmerlein zu Hause, sondern nur, wenn man hinausgeht und Erfahrungen austauscht. Es ist wichtig zu wissen, wer wo mit welchem Wissen sitzt und wie Symbiosen geschaffen werden können. Für Innovation muss jeder Beteiligte sein Wissen beitragen, um dann am Ende etwas zu kreieren und Innovation entstehen zu lassen. Typische Einrichtungen für mein Innovationsnetzwerk sind das Seedhouse in Osnabrück, das Foodhub NRW, das DIL (Deutsches Institut für Lebensmitteltechnologie) in Quakenbrück und die Hochschulen in der Region. Auch an der Landwirtschaftskammer sind innovative Projekte und Vereine angedockt, wie das Zentrum für nachwachsende Rohstoffe und das Leguminosen-Netzwerk. Hier funktioniert der Austausch gerade mit Blick auf die Eiweißpflanzen-Strategie sehr gut. Um pflanzliche Eiweiße vermehrt in den Kreislauf zu bringen, braucht es eine Verarbeitung beziehungsweise Wertschöpfung. Meine Aufgabe ist es dabei, Schnittstellen zu identifizieren.

Was passiert, nachdem Sie solche Schnittstellen ausgemacht haben?

Dann kommen wir zum dritten Bereich: dem Innovationstransfer. Das Wissen, das ich durch das Netzwerken und Innovationsfeldanalysen generiere, soll nicht bei mir bleiben. Deswegen gehe ich hinaus. Vorträge und Keynotes auf Veranstaltungen sind sehr wichtig. Zudem versuchen wir, Start-ups, die nicht immer einen landwirtschaftlichen Hintergrund haben, aber ein interessantes Produkt bieten, der Branche zuzuführen. Von Bedeutung ist ebenfalls, dass wir die Problemstellungen und Bedürfnisse der Landwirtschaft frühzeitig in Richtung Forschung, Entwicklung und Start-ups tragen. Ich hatte schon Fälle, dass Food-Start-ups Rohstoffe aus Schweden oder aus Ägypten bezogen haben, obwohl heimische Produzenten direkt vor der Haustür waren. Ein weiterer Punkt ist, der Landwirtschaft gewisse Vorbehalte vor der Start-up-Welt zu nehmen.

Welche Vorbehalte gibt es? Ist nicht jeder landwirtschaftliche Betrieb nach der Übergabe an die nächste Generation ein Start-up?

Ja, mit dieser Aussage gehe ich voll mit. In vielen unserer Landwirtinnen und Landwirte stecken Start-up-Unternehmer, weil sie etwas Neues beginnen. Auf landwirtschaftlichen Betrieben entstehen Start-ups allerdings häufig als Bereich neben der Hauptproduktion. Diese Nebenbereiche entwickeln sich je nach Innovationsgrad und individueller Situation unterschiedlich schnell weiter.

Wann passt der Begriff Start-up denn nicht?

Klassische Start-ups haben eine ganz andere Dynamik. Viele investieren erst einmal, ohne zu wissen, was dabei herauskommt und ob es wirklich funktioniert. Das ist für einen Landwirt zunächst völlig abwegig. Landwirte rechnen klassischerweise ihren Business-Plan durch und investieren danach. Zu Innovationen gehört aber ein erhöhtes Risiko einfach dazu, also der Mut zu „trial and error“.

Wie versuchen Sie den „Error-Anteil“ gering zu halten?

Bei der Umsetzung von Innovation – meinem vierten Arbeitsbereich – sind wir als Landwirtschaftskammer durch die verschiedenen Abteilungen in der Lage, als Team Umsetzungsprozesse konstruktiv zu begleiten. Bei vielen Innovationsthemen kommen beispielsweise baurechtliche Fragen auf, bei anderen sind es Fragen zur Fütterung oder zur Düngung. Grundsätzlich muss man festhalten: Innovation ist kein vorgefertigter Prozess, den man aus der Schublade zieht. Innovation muss immer neu erarbeitet werden. Aber es gibt viele landwirtschaftliche Betriebe, die sehr unternehmerisch denken und offen für neue Themen sind.

Wo sind aktuell die Innovationsschwerpunkte im Agrarsektor?

Wenn man sich die Investments anguckt, die insbesondere im Start-up-Bereich passieren, basiert Innovation aktuell überwiegend auf Technik, Künstlicher Intelligenz und Robotik. Aber auch in Sachen Bioökonomie gibt es Entwicklungen wie die Stärkung der Kreislaufwirtschaft oder die Steigerung der Wertschöpfung aus Nebenprodukten. Beispiele sind Initiativen zur Fußbodenherstellung aus Spargelschalen oder die Verwendung von Biertreber in Haferdrinks und Steinobstkernen in der Kosmetik.

Was ist wichtig, um ein positives Innovationsumfeld zu schaffen?

Entscheidend ist das Mindset, sich auf Veränderung einzulassen und zu gucken: Was gibt es für Trends? Wo geht die Entwicklung in der Gesellschaft gerade hin? Wie kann ich das vielleicht in den Betrieb integrieren? Innovation steht nicht im Katalog, sondern sie ist ein Prozess. Gute Ideen fallen nicht einfach vom Himmel. Ein ganz wichtiger Faktor ist daher, dass Leute aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen und über Innovation diskutieren. Hohe Diversität innerhalb einer Gruppe steigert den Output und den Erfolg, weil man mit verschiedenen Blickwinkeln auf gleiche Fragestellungen guckt. Perspektivwechsel sind wahnsinnig wichtig für den Innovationsprozess. Beim Besuch von Veranstaltungen wie den Grünen Innovationstagen, wenn man den Hof vielleicht auch mal gedanklich ein bisschen zu Hause lassen kann, können tolle Ideen entstehen. 


Alle Informationen zu den Grünen Innovationstagen am 29. und 30. Mai auf Gut Steinwehr sowie Anmeldung:
https://ziel-sh.de/