StartNachrichtenRegionalesBig Challenge: 100.000-Euro-Marke überschritten

Big Challenge: 100.000-Euro-Marke überschritten

Tierhalter sammeln Spenden für den Kampf gegen den Krebs
Von Dr. Robert Quakernack
Dietrich Pritschau (li.) und Klaus Dahmke (r.) besuchten im Rahmen der Scheckübergabe auf Einladung von Prof. Susanne Sebens und Pit Horst das Institut für Experimentelle Tumorforschung am UKSH. Foto: rq

„Viele Menschen vermuten nicht, dass sich Landwirte so stark gegen den Krebs engagieren“, erklärte Dietrich Pritschau Anfang Mai bei der Übergabe eines Schecks in Höhe von 16.500 € an Vertreter des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel. Der Schweinehalter und Mitinitiator der Big Challenge Schleswig-Holstein betonte, dass seit der ersten Aktion im Jahr 2016 ein Gesamtspendenaufkommen von mehr als 100.000 € zustande gekommen sei.

Die Hauptaktion der Big Challenge ist eine jährlich stattfindende Radtour. Seit 2022 findet diese parallel zu den Tasdorfer Turniertagen – einem Pferdesportevent – in Tasdorf, Kreis Plön, statt. Pritschau hofft bei der diesjährigen Auflage am 2. Juni (siehe unten) auf mehr als 100 Teilnehmende.

Klaus Dahmke aus dem Big-Challenge-Team betonte: „Die LandFrauen, insbesondere aus Bordesholm, unterstützen uns schon viele Jahre voll und ganz.“ Jede Spende helfe. Dass die Aktion so erfolgreich werde, damit habe man am Anfang nicht gerechnet.

Investition in die Zukunft

Die Spendengelder kommen zu gleichen Teilen der Krebsforschung und -therapie am UKSH zugute. Prof. Susanne Sebens vom Institut für Experimentelle Tumorforschung berichtete im Rahmen der Scheckübergabe von den Tätigkeiten. „Das Institut für experimentelle Tumorforschung ist ein zentrales Bindeglied zwischen der Forschung und der Klinik. Wir haben hier eine große Biobank. Das heißt, wir sammeln Gewebeproben von Patientinnen und Patienten für die Forschung und wir entwickeln Zellmodelle, die wir nutzen, um die Diagnostik voranzutreiben.“ Das sei sehr aufwendig. Es reiche nicht, einfach eine Zellkultur in einer Schale anzusetzen. Tumore müssten möglichst realistisch abgebildet werden.

Das Institut sei zudem ein Ausbildungsbetrieb. Viele Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen lernten dort das wissenschaftliche Arbeiten und schrieben Abschlussarbeiten. Ein wesentlicher Aspekt des Spendeneinsatzes sei daher die Nachwuchsförderung. Jährlich werde dank der Mittel der Kiel Oncology Network (KON) Young Investigator Award verliehen. Zudem würden seit diesem Jahr Seminare zum Schreiben von wissenschaftlichen Texten angeboten, was auch dank der Spenden möglich sei.

„Die Nachwuchswissenschaftler sind unglaublich dankbar für die Spenden“, schilderte Sebens. Das KON erhalte schließlich keine Gelder von der Universität beziehungsweise von der medizinischen Fakultät oder vom Land, sondern sei auf Spenden angewiesen. Die Krebsexpertin erklärte: „Die Nachwuchsförderung ist mir eine Herzensangelegenheit. Wenn wir die jungen Leute gut ausbilden, ist das immer eine Investition in die Zukunft.“

Trainer und Sportgeräte

Wie die Big-Challenge-Spenden in der Krebstherapie zum Einsatz kommen, erläuterte Pit Horst, Geschäftsführer des Fördervereins und der Förderstiftung am UKSH: „Unter der Leitung von Sportwissenschaftler Dr. Thorsten Schmidt werden Sport- und Bewegungstherapien für onkologische Patienten angeboten.“ Dabei würden ganz individuelle Angebote entwickelt. Positiv für die Patienten sei neben der Bewegung auch die soziale Komponente. „Menschen fahren gemeinsam zur Bewegungstherapie und tauschen sich dabei aus“, schilderte Horst. Es habe sich gezeigt, dass die Krebstherapien deutlich besser von den Patienten vertragen würden, wenn sie Sport machten.

In den ersten Wochen sei das Angebot dank der Big Challenge kostenlos. Die Einstiegsschwelle sei dadurch niedrig. „Das heißt, dass vielleicht Leute mitmachen, die sonst nicht das Angebot in Anspruch genommen hätten“, erklärte Horst. Von den Spenden würden sowohl die Trainer bezahlt als auch Sportgeräte finanziert.


Ausfahrt der Big Challenge in Tasdorf 2022, Foto: Big Challenge

Die Big-Challenge-Fahrradtour startet wie im vergangenen Jahr auf dem Gestüt Tasdorf, östlich von Neumünster (Busdorfer Weg 15). Die 32 km lange Rundtour beginnt am 2. Juni um 11 Uhr. Die Anreise kann mit dem Fahrrad erfolgen. Für mit dem Auto Anreisende steht ein Parkplatz zur Verfügung. Mit der Rückkehr wird ab zirka 13.30 Uhr gerechnet. Helfer halten Erfrischungsgetränke, Kaffee und Kuchen sowie Deftiges vom Grill bereit. Teilnehmer und Gäste können im Anschluss die Tasdorfer Turniertage besuchen.
Alle Informationen und Anmeldung im Internet: www.bigchallenge-sh.de

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