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Die Pommes sind schuld und die Kartoffel vergisst nicht

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Der Kartoffelzüchter Europlant lud Anfang der Woche zum 20. Kartoffeltag auf den Boxberg ein. Landwirte, Aussteller und Experten aus der Kartoffelbranche konnten sich auf der Kartoffel­messe austauschen und über ein abwechslungsreiches Votrags­programm freuen.

Ulf Hofferbert, Beratungsleiter bei Europlant, eröffnete die Veranstaltung mit einem Marktüberblick. Den Anstieg der Kartoffelanbaufläche um rund 7 % beziehungsweise 80.000 ha erklärte er mit „völlig falsch gesetzten Signalen der Industrie“. Vor allem die Frittenindustrie habe mit hohen Erlösen starke Anreize gesetzt. Nach den hohen Exportpreisen für Pommes frites im Sommer 2024 „nahm das Schicksal im Herbst 2025 seinen Lauf“, so Hofferbert. An einem Februar-Wochenende hätten sich dann auf einmal alle Marktaussichten so verdunkelt, wie er es noch nicht erlebt habe. Die Preise seien ins Bodenlose gefallen. In der Folge sei ein erheblicher Teil der Ernte in Silagen oder die Energieproduktion gegangen.

Ausblickend sprach Hofferbert den guten Speisekartoffelabsatz an sowie geringere Reimporte im kommenden Frühjahr. Der Lebensmitteleinzelhandel wolle nicht mit beispielsweise Wasserknappheit in Ägypten oder dem Konflikt in Israel in die Presse kommen. Positiv sei zudem, dass die Deutschen etwa 2 % mehr Kartoffeln äßen.

Problematisch sei hingegen die Pflanzkartoffelsituation: „Wir haben ein Riesenproblem mit Ab­erkennungen.“ Während in den vergangenen zehn Jahren das Y-Virus dominiert habe, seien es nun persistente Viren, die Blattrollen übertragen. Pyrethroide zeigten kaum noch Wirkung gegen die Grüne Pfirsichblattlaus, und die Züchtung komme nur langsam voran. Bei der Sorte ,Belana‘ seien zum Beispiel etwa 25 % aberkannt worden, hauptsächlich aufgrund von Blattrollen. Seine Empfehlung laute daher: „Sichern Sie sich gesundes Pflanzgut und prüfen Sie Ihr eigenes.“ Die Verfügbarkeit sei begrenzt.

Nachtragende Knollen

Anschließend stellte Thomas Stelter, Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK NDS), Versuche zur Beizung und Qualitätssicherung vor, die Grundlage seiner Beratung sind. Mit Beizung lasse sich vor allem die Befallsstärke von Rhizoctonia, Silberschorf und Colletotrichum reduzieren. Langjährige Beizversuche zeigten, dass der relative Knollenertrag bei einer Flüssigbeizung mit Moncut oder Allstar bei 107 liege. Auch die Furchenbehandlung mit Ortiva (2,0 l) habe 2023 bis 2025 gute Ergebnisse erzielt. Stelter wies darauf hin, dass Ortiva mit der neuen Zulassung nun auch auf drainierten Flächen angewendet werden dürfe.

Die Drahtwurmversuche der LWK NDS zeigten zwar insgesamt enttäuschende Wirkungsgrade, die Versuche seine jedoch auf stark befallenen Flächen durchgeführt worden. Am wirksamsten seien weiterhin die Pyrethroide. Bei hohem Befallsdruck sei jedoch nur der Anbau von Stärkekartoffeln sinnvoll. Auf die Frage, ob Beregnung als Bekämpfungsmaßnahme geeignet sei, antwortete Stelter: „Die Schädlinge haben die Knollen einfach zum Fressen gern, egal ob nass oder trocken.“ Beregnung zeige kaum Wirkung, sei teuer und zudem schlecht für das Image.

Dr. Rolf Peters beschäftigte sich in seinem Vortrag damit, wie neue Technik und zukünftige Anbaubedingungen für den Kartoffelanbau zusammenfinden können. Der 68-Jährige befasst sich seit mehr als 35 Jahren mit der Knolle und ist heute noch als Berater für landwirtschaftliche Betriebe unterwegs, bietet Schulungen und fachliche Projektbegleitungen an.

„Die Kartoffel vergisst nicht“, sagte Peters. So sei es im Kartoffelanbau besonders wichtig, optimale Anbau-und Erntebedingungen zu gewährleisten. Wenn es zu warm, zu kalt, zu trocken oder zu feucht sei, wachse die Knolle nicht gut genug oder im schlechtesten Fall gar nicht. In eigenen Versuchsreihen und bei Projektbegleitungen fand der Experte heraus, dass sich Kartoffeln auch bei optimaler Lagerung nach der Ernte an die Anbaubedingungen „erinnern“. So bildeten Kartoffeln einer Versuchsreihe bei der Lagerung Keime aus, nachdem sie im Anbau von Trockenstress betroffen waren. Dieser sorgte dafür, dass keimhemmende Stoffe während der Lagerung abgebaut wurden.

Das sich regelmäßig verändernde Klima schafft für die überaus empfindliche Kultur also keine guten Bedingungen. Nun gilt es für Landwirte mehr denn je, kreativ zu werden. Hier kann die Arbeit mit neuer Technik unterstützen. So könnten etwa GPS-gesteuerte Beregnungsroboter in Trockenperioden aushelfen und autonome Pflanzenschutztechnik mithilfe von gut gefütterten Algorithmen andersartige Pflanzen erkennen.

Helfen Biostimulanzien?

Biostimulanzien sollen das Wachstum, die Vitalität und die Stressresistenz von Pflanzen verbessern, ohne selbst als Dünger oder Pflanzenschutzmittel zu wirken. In der Theorie gut, aber tun sie auch das, was sie versprechen? Die LWK NDS ist dem auf den Grund gegangen. Dazu wurde eine dreijährige Versuchsreihe in Suderburg bei Uelzen angelegt. Anschließend wurden die Kartoffeln mit unterschiedlichen Biostimulanzien gegen eine Kontrollgruppe ohne Stimulans verglichen. Von den auf dem Markt erhältlichen Produkten konnten sich am Ende lediglich Biimore, Potavit sowie Kaizen und Kaishi durchsetzen. Obwohl alle vier Produkte einen geringen Mehrertrag generierten, gab Stelter nur für die Anwendung von Biimore und Potavit eine Empfehlung heraus, da sie einen statistisch absicherbaren Mehrertrag gebracht hätten. Bei Preisen von etwa 40 bis 50 €/ha bekommen Landwirte somit die Mehrkosten aus dem Kauf des Mittels wieder. Ob sich die Stimulanzien im Zusammenhang mit anderen Standorten anders verhalten würden, ist noch unklar.

,Franca‘ ist eine frühe, vorwiegend festkochende Speisekartoffel.

Platzt der Jersey-Traum?

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Mit maximaler Lust auf Landwirtschaft stellte Felix Schwartz aus Sörup, Kreis Schleswig-Flensburg, noch im September seinen Hof im Bauernblatt vor. Mit seiner Jersey-Herde wollte er den Familienbetrieb in die Zukunft führen. Nun droht durch das geplante Naturschutzgebiet Winderatter See eine Zwangsextensivierung, die das Fortbestehen des Betriebs infrage stellt. Im Bauernblatt-Interview schildert Schwartz seine ­Gemütslage.

Sie bewirtschaften Flächen, die in der geplanten Kulisse des Naturschutzgebiets Winderatter See liegen. Wie stark sind Sie betroffen?

Felix Schwartz: Wir bewirtschaften insgesamt 120 ha und haben 110 Milchkühe der Rasse Jersey. Von dem geplanten Naturschutzgebiet sind 55 ha betroffen, also knapp die Hälfte unserer Flächen. Die 55 ha teilen sich auf in 12 ha Ackerland und 43 ha Grünland. 30 ha des Grünlandes bewirtschaften wir intensiv mit vier bis fünf Schnitten. Daraus gewinnen wir das Grundfutter für unsere Tiere.

Wie haben Sie von dem geplanten Naturschutzgebiet erfahren?

Der Bauernverband hat uns darüber informiert, dass einige unserer Flächen, die wir im Antrag haben, betroffen sind.

Wie war Ihr erster Gedanke?

Natürlich kam erst einmal ein Stück weit Panik auf, weil man ja nicht weiß, welche Einschränkungen auf einen zukommen – jetzt oder auch später.

Was sind Ihre Befürchtungen?

Die verpflichtende Extensivierung des Betriebs. Unsere Tiere brauchen hochwertiges Grundfutter, um Milch zu geben. Mit ein bis zwei Schnitten ernten wir weniger Masse und natürlich auch weniger Energie beziehungsweise Proteingehalt. Dann werden wir keine Milch mehr produzieren können.

Käme nicht auch eine Abstockung der Herde infrage?

Wir haben gewisse Grundkosten, die getragen werden müssen. Drei bis vier Generationen auf unserem Hof müssen irgendwie davon leben können. Würden beispielsweise 50 Kühe vom Hof gehen, fehlte die wirtschaftliche Grundlage für den Betrieb.

Hieße das, der Stall müsste komplett geräumt werden?

Ja.

Wie fühlt sich dieser Gedanke an?

Das fühlt sich sehr schlecht an. Man plant langfristig in der Landwirtschaft. Kredite werden über zehn bis 20 Jahre aufgenommen, Pachtverträge werden auch über solche Zeiträume geschlossen. Daher braucht man als landwirtschaftlicher Betrieb Planungssicherheit.

Was ist Ihre Erwartungshaltung an die Politik? Wie sollte es aus Ihrer Sicht jetzt weitergehen?

Miteinander zu sprechen wäre nicht verkehrt. Es gibt natürlich Gebiete, die sich für eine extensive Nutzung anbieten und dem Naturschutz zur Verfügung gestellt werden können, aber bestes Ackerland und Intensivgrünland brauchen wir eben zum Wirtschaften, um weiterbestehen zu können.

Könnten Sie sich überhaupt eine andere Tätigkeit vorstellen?

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich war eigentlich sicher, das hier langfristig zu machen. Ich habe drei Jahre Ausbildung hinter mir und noch einmal zwei Jahre Fachschule. Wir haben zudem in eine Stallerweiterung und in den Kauf der Jersey-Kühe investiert. Mit Haltungsform drei setzen wir auf Tierwohl. Durch unsere arrondierten Flächen können die Kühe im kompletten Sommerhalbjahr wunderbar auf die Weide. Das ist ja auch das, was der Verbraucher will.

Haben Sie den Eindruck, dass die Menschen in der Region die Landwirtschaft kritisch sehen?

Nein, eigentlich nicht. Wir werden immer freundlich gegrüßt von den Nachbarn. Die Leute, mit denen wir über das geplante Naturschutzgebiet sprechen, fragen sich auch, ob man einfach so über fremde Flächen bestimmen kann und wieso nicht die Flächen der Stiftung Naturschutz dafür genommen werden.

Haben Sie ein angespanntes Verhältnis zur Stiftung und deren Arbeit?

Im Gegenteil: Wir pflegen ein gutes Verhältnis. Wir pachten beispielsweise Flächen der Stiftung für unsere extensive Weidewirtschaft. Vor diesem Hintergrund stellt sich mir die Frage, ob es nicht sogar nachteilig für die Stiftung ist, wenn Rinder haltende Betriebe verdrängt werden. Die Stiftung ist schließlich vertraglich verpflichtet, die Naturschutzflächen zu pflegen. Wie soll das ohne Kooperation mit Landwirten funktionieren? Insbesondere die Pflege kleinerer Flächen muss doch von Milchvieh-Betrieben in der Region gemacht werden. Ich habe den Eindruck, das scheint nicht richtig zu Ende gedacht zu sein.

Info

Schleswig-Holstein soll mehr als 1.000 ha weitere Naturschutzgebiete erhalten. Das kündigte Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) beim Landesnaturschutztag Anfang November an. Dazu zählt ein Gebiet (350 ha) am Winderatter See, Kreis Schleswig-Flensburg. Dieser ist ein von Grünland umgebener, eiszeitlich entstandener See im Talzug der Kielstau. Ziel ist laut Umweltministerium, Nährstoffeinträge zu verringern. Eine extensive Nutzung werde angestrebt. 

Die arrondierten Flächen des Betriebes erlauben Weidehaltung im Sommerhalbjahr. Foto: Thore Groth

Starke Beschlüsse und neue Impulse

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Die Landesversammlung des Landjugendverbands Schleswig-Holstein fand Ende November in Friedrichstadt statt und bot eine gelungene Mischung aus inhaltlicher Arbeit, Gemeinschaft, politischem Austausch und abwechslungsreichen Programmpunkten.

Bereits am Sonnabendnachmittag hatte der Kreislandjugendverband Nordfriesland ein spannendes Programm organisiert: einen Krimi-Trail durch Friedrichstadt, das Venedig des Nordens. Dabei galt es, den fiktiven Mörder eines Grachtenschiffers zu entlarven – eine unterhaltsame Kombination aus Stadtführung, Rätseln und Outdoor-Escape-Room, die den Teilnehmenden viel Freude bereitete und ganz nebenbei die Möglichkeit bot, die 1621 von niederländischen Glaubensflüchtlingen gegründete und nach holländischem Vorbild angelegte Stadt kennenzulernen, was sich in der schnurgeraden Planung und der charakteristischen Architektur widerspiegelt. Nicht ohne Grund trägt Friedrichstadt daher auch den liebevollen Spitznamen „Klein-Amsterdam“. Im Anschluss standen zahlreiche Anträge im Mittelpunkt, die intensiv diskutiert und anschließend beschlossen wurden.

Der neue Vorstand des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein: Anna Dallmeier-Tießen, Johanna Jessen, Levke Wieben, Marlies Muxfeldt, Mirco Engelbrecht, Sören Schatt, Paul Weniger und Lasse Hellmer (v. li.) Foto: Felix Matz

Auch das Abendprogramm wurde vom Kreislandjugendverband Nordfriesland ausgerichtet. In entspannter Atmosphäre boten sich viele Gelegenheiten für gute Gespräche, Austausch und das Knüpfen neuer Kontakte. Der Abend zeigte einmal mehr, wie stark und lebendig das Netzwerk der Landjugend ist.

Der erstmalig gewählte Finanzausschuss besteht aus Jennifer Kawald, Emilia Krause, Lisa Tedsen, und Malte Löwe (v. li.). Foto: Sören Schatt

Der Sonntag startete mit dem Grußwort des Bundesvorsitzenden der Landjugend, Lars Ruschmeyer, sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Niedersächsischen Landjugend, Isabell Pröstler und Hannes Wilhelms, die den Deutschen Landjugendtag 2026 in Hameln vorstellten. Im Anschluss begrüßten wir unsere Gäste: Lena Haase (LandFrauen SH), Anne Riecke (MdL, FDP), Sybilla Nitsch (MdL, SSW), Malte Jacobsen (Bauernverband SH), Rixa Kleinschmit (MdL, CDU) sowie Luana Marsau (Jusos SH).

Noch vor der interaktiven Politikaktion stellte der männliche Teil des Vorstands den Jahresbericht vor und ging – untermalt von buntem Bildmaterial – auf die verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen ein. Highlights waren in diesem Jahr unter anderem der Berufswettbewerb, die 72-Stunden-Aktion und das 75-jährige Bestehen. Der Jahresbericht zeigte erneut, wie vielfältig die Landjugend und ihr Programm aufgestellt sind.

Im Anschluss startete die Politikaktion, bei der sich Landjugendliche sowie Politikerinnen und Politiker an verschiedenen Thementischen intensiv austauschten. Im Mittelpunkt standen bewusst provokant formulierte Fragen, die in kurzer Zeit für einen perspektivreichen Austausch sorgten: Ist Landwirtschaft in Deutschland noch gewollt? Ist eine Wehrpflicht noch zeitgemäß, wenn die junge Generation nicht bereit ist, zur Waffe zu greifen, um den Frieden zu sichern? Sollen junge Menschen auf dem Land künftig nur noch Fahrrad fahren, weil der ÖPNV nicht ausgebaut wird? Und bedeutet ehrenamtliches Engagement zwangsläufig, beruflich zurückstecken zu müssen?

Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte der Höhepunkt des Sonntags: die Wahlen. Besonders erfreulich war, dass der Landesvorstand nach einem Jahr wieder vollständig besetzt werden konnte. Mit viel Humor, aber dennoch mit der nötigen Ernsthaftigkeit, übernahmen Hannes und Isabelle von der Niedersächsischen Landjugend die Wahlleitung.

Gewählt wurden zwei Vorsitzende sowie sechs stellvertretende Vorsitzende (siehe Ausgabe 48):

– erste Vorsitzende: Marlies Muxfeldt und Mirco Engelbrecht

– zweite Vorsitzende: Levke Wieben und Sören Schatt

– dritte Vorsitzende: Johanna Jessen und Paul Weniger

– vierte Vorsitzende: Anna Dallmeier-Thiessen und Lasse Helmer

Ebenfalls gewählt wurde der Agrarausschuss, aus dem aufgrund der zweijährigen Amtszeit zwei Mitglieder ausschieden. Das neue Team setzt sich zusammen aus Sprecherin Tessa Nafziger, der stellvertretenden Sprecherin Laura Stolley sowie dem neuen Sprecher Nils von Spreckelsen und dessen Stellvertreter Sven Reimers.

Tessa Nafziger (li.), Laura Stolley und Nils von Spreckelsen bilden das neue Sprecherteam des Agrarausschusses. Foto: Sören Schatt

Zum ersten Mal wurde außerdem ein Finanzausschuss gewählt, der künftig aus vier Mitgliedern besteht: Emilia Krause, Lisa Tedsen, Jennifer Kawald und Malte Löwe.

Zum Abschluss der Wahlen wurden drei langjährige Mitglieder verabschiedet, die sich mit großem Engagement eingebracht haben: Lisa Tödter (Landesvorstand) sowie Wiebke Wendt und Malte Blöcker (Agrarausschuss). Auch an dieser Stelle bedankt sich der Landjugendverband herzlich für ihren Einsatz und wünscht alles Gute.

Die zweitägige Landesversammlung zeigte eindrucksvoll, wie lebendig, engagiert und zukunftsorientiert die Landjugend in Schleswig-Holstein aufgestellt ist. Mit vielen neuen Impulsen, starken Beschlüssen und einem vollständig besetzten Vorstand blickt die Landjugend motiviert in die kommende Amtsperiode.

Bäume insgesamt in stabilerem Zustand

Die Wälder in Schleswig-Holstein präsentieren sich aktuell in einem stabileren Zustand als noch vor einem Jahr. Das ist die Kernaussage des Waldzustandsberichts 2025, den Forstministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) am vergangenen Freitag im Wald von Gut Bossee im Kreis Rendsburg-Eckernförde vorgestellt hat.

„Es geht unseren Wäldern einigermaßen gut, die Ergebnisse der Untersuchungen stimmen uns vorsichtig optimistisch“, erklärte Schmachtenberg. Nach den Untersuchungen der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) ist die mittlere Kronenverlichtung leicht von 23 % im Jahr 2024 auf jetzt 22 % gesunken. Auf 2,9  % zurück ging auch der Anteil stark geschädigter Bäume, im Vorjahr waren es noch 3 %. Zudem sind die Ausfälle gering: Von den 3.072 untersuchten Bäumen sind lediglich sechs Exemplare abgestorben. Weitere 15 Bäume sind witterungs- oder schadbedingt ausgefallen – damit liegt die Ausfallquote insgesamt unter 1 %.

Erfolg eines konsequenten Umbaus

Nach Jahren mit Trockenheit und Stürmen zeigten sich unsere Wälder robuster, erklärte Cornelia Schmachtenberg. Das sei auch ein Erfolg des konsequenten Umbaus zu Mischwaldformen und des großen Engagements vieler Waldbesitzer, führte die Forstministerin weiter aus. „Dennoch bleibt der Klimawandel die größte Herausforderung, wir müssen weiter auf Vielfalt, Anpassungsfähigkeit und nachhaltige Bewirtschaftung setzen“, betonte die CDU-Politikerin.

Nach Jahren mit Trockenheit und Stürmen zeigten sich die Wälder robuster, erklärte Forstministerin Cornelia Schmachtenberg. Foto: Sven Tietgen
Dr. Detlev von Bülow wünscht sich mehr Vertrauen in die privaten Waldeigentümer. In seinen Wäldern am Westensee setzt er auf Vielfalt. Foto: Sven Tietgen
Besonders ältere Buchen hätten sich erholt, erläuterte Dr. Ulrike Talkner von der NW-FVA. Die Kronenverlichtung sei auf 26 % zurückgegangen. Foto: Sven Tietgen


Detailliert stellte Dr. Ulrike Talk­ner, Leiterin Umweltkontrolle in der NW-FVA, den Waldzustandsbericht vor. Ihre gute Nachricht: Trotz deutlich spürbarer Erwärmung zeigt sich der Zustand der Wälder stabil, die Schäden durch Insekten oder Pilze waren überschaubar. Dabei mussten die Bäume ab Februar mit einer fünfmonatigen Trockenperiode zurechtkommen, im Juli sorgten dann hohe Niederschlagsmengen für Entlastung. Besonders die älteren Buchen haben sich erholt: Nach dem Mastjahr 2024, als die Buchen durch die hohe Produktion von Bucheckern weniger Laub bildeten, ist die Kronenverlichtung in diesem Jahr um fünf Prozentpunkte auf 26 % zurückgegangen.

Ausfälle in der Fichte

„31 Baumarten haben wir in Schleswig-Holstein, die Laubbäume haben ihren Zustand leicht verbessern können, den Nadelbäumen dagegen geht es etwas schlechter“, sagte Ulrike Talkner. Bei den Fichten gab es Ausfälle, aber nicht in dem Ausmaß wie in den Mittelgebirgen weiter südlich. Recht gut geht es dem Bergahorn: „Dieser Baum sticht durch geringe Kronenverlichtung und geringe Absterberaten hervor“, so die Untersuchungsleiterin. Sie stellte zudem das Projekt „BaEm“ vor, wo Baumarten anhand von Kriterien wie Trockenstress, Sturmrisiko, Kohlenstoffspeicherung und acht Klimaszenarien bewertet werden – mit dem Ziel, klimaresiliente Mischwälder gezielt zu fördern.

Insgesamt profitieren die Landesforsten wie private Waldbesitzer in Schleswig-Holstein von vergleichsweise günstigen Bedingungen wie dem maritimen Klima und den vielen Mischwäldern. Auch Dr. Detlev von Bülow, Besitzer von Gut Bossee und Gastgeber für die Vorstellung des Waldzustandsberichts, setzt in seinen Waldgebieten auf Vielfalt. Auf den 580 ha Waldflächen macht der Mischwald etwa 70 % aus, vor allem Buchen, Eichen und Ahorne finden sich in dem Areal westlich des Westensees. „Die Herausforderung ist der Klimawandel, und das mit zunehmender Geschwindigkeit“, sagte von Bülow. Seit drei Jahren setzt die Forstwirtschaft auf Gut Bossee verstärkt auf Bäume, die sich besser auf Wärme und Feuchtigkeit einstellen können. Mehr Vielfalt ist angesagt: Walnuss und Schwarznuss werden ebenso neu gepflanzt wie Elsbeere, Robinie oder Speierling.

„Wir gehen ein Stück weit auch den Weg von Versuch und Irrtum, wir wissen nicht, welche Bäume auch in 50 Jahren noch bei uns stehen werden“, macht der Waldbesitzer deutlich. Vom Staat wünscht sich Detlev von Bülow mehr Vertrauen in die privaten Waldeigentümer. „Auch wenn es durch den Regierungswechsel in Berlin besser geworden ist: Die Politik hat grundsätzlich viel Lust, in die Land- und Forstwirtschaft einzugreifen. Dabei soll sie uns einfach machen lassen.“

Die faszinierende Welt der Farben

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Rot wie die Liebe, grün wie die Hoffnung – wir sind von Farben umgeben, jeden Tag, in jedem Lebensbereich. Doch wie entstehen sie? Welchen Einfluss haben sie und was genau ist Farbe? In einer neuen Sonderausstellung des Carl Bosch Museums Heidelberg zeigt das Museum Tuch + Technik in Neumünster bis zum 6. April 2026 die faszinierende und facettenreiche Welt der Farben.

Die weltweit am meisten verbreitete Farbe ist Weiß, gefolgt von Schwarz auf dem zweiten Platz. Moment mal, Weiß und Schwarz sind doch keine Farben? Zumindest wurde uns das im Kunstunterricht an der Schule so eingetrichtert. „Stimmt nicht ganz“, sagt Ausstellungsgestalter und Diplom-Designer Knut Völzke. „Weiß und Schwarz sind unbunte Farben, und das hängt wiederum mit dem Licht zusammen.“ Licht spielt beim Thema Farben eine herausragende Rolle, denn nur mit Licht ist es überhaupt möglich, Farben wahrzunehmen.

Nur mit Licht ist es möglich, Farben wahrzunehmen.
Foto: Iris Jaeger

Und dieses Licht setzt sich aus verschiedenen für uns sichtbaren sowie auch nicht sichtbaren Wellenlängen zusammen, die Farbenpalette im sichtbaren Bereich reicht dabei von Rot bis Violett. „Genau betrachtet ist Weiß also die Summe aller Farben. Grautöne und Schwarz hingegen sind nur verschiedene Helligkeitsstufen von weißem Licht“, lautet es in der Ausstellungsbeschreibung, die als Heft mit ausgelegt ist und die einzelnen Stationen und Exponate erläutert.

Wenn Licht auf einen Gegenstand fällt, dann wird es gebrochen und in seine Farben aufgefächert, Wellen werden absorbiert oder gefiltert, sodass bestimmte Farben übrig bleiben. Es gibt Lichtfarben und Körperfarben, additive und subtraktive Farbmischungen. Wie wir Farben sehen und wie sie unser Hirn verarbeitet, ist einer von vielen spannenden Themenbereichen, „denn jeder Mensch und jedes Tier nimmt Farben unterschiedlich wahr“, so Völzke.

„Tiere verwenden Haut-, Feder- oder Fellfarben für verschiedene Zwecke. Sie nutzen Farben zur Tarnung. Manche wollen auch mit bunten Farben ihre Partner auf sich aufmerksam machen. Und manche Tiere halten mit grellen Warnfarben ihre Feinde auf Abstand. Pflanzen setzen Farben ebenfalls aktiv ein. Farbige Blüten und Früchte dienen als Werbung und locken Tiere an, die dann die Blüten bestäuben oder mittels der Früchte die Samen verteilen“, lautet es dazu in der Ausstellungsbeschreibung.

Interferenz lässt Oberflächen wie die Flügel des Schmetterlings bunt schillern.
Foto: Iris Jaeger

Erklärt wird auch die Entwicklung von ersten Pflanzen- und mineralischen Farben zum Färben von Stoffen über die bahnbrechende Entdeckung der Anilinfarben Anfang des 19. Jahrunderts, die die industrielle Herstellung und das Mischen von Farben ermöglichte, bis zu den heute verwendbaren Farben und Farbmitteln. Erzählt werden Farbgeschichten, wie etwa die, dass die Zuordnung von Rosa für Mädchen und Blau für Jungen erst ab den 1920er Jahren erfolgte. Davor war es genau umgekehrt. „Rot, der große Bruder der Farbe Rosa, stand für Blut und Kampf, sodass das ,kleine Rot‘ den Jungen zugeordnet wurde. Blau dagegen ist in der christlichen Tradition die Farbe der Jungfrau Maria. Somit war Hellblau, das ,kleine Blau‘, den Mädchen vorbehalten“, erfahren die Besuchenden. Jeder könne dabei selbst entscheiden, wie tief er in die Thematik eintauchen wolle, so Völzke. Man könne sich der Ausstellung aus verschiedenen Perspektiven nähern.

Was aber schnell klar wird: Farbe ist ein äußerst komplexes und vielschichtiges Thema. Nicht umsonst hätten sich viele Natur- und Geisteswissenschaftler wie Johann Wolfgang von Goethe oder Wilhelm Ostwald daran versucht, Farben und deren Eigenschaften in immer ausgefeilteren Systemen zu erklären. Und da der Mensch es mag, in Normen zu denken, gibt es mit RAL (kurz für „Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen“) eine Systematik von genormten Farben, wobei jeder Farbe eine eindeutige Nummer zugeordnet ist. So sind beispielsweise Feuerwehrfahrzeuge in Feuerrot (RAL 3000) oder dem etwas helleren Verkehrsrot (RAL 3020) lackiert.

„Neben diesen Systemen hat Farbe aber ganz viel mit subjektivem Empfinden und mit Interpretieren zu tun. Und je mehr man sich damit beschäftigt und je tiefer man in das Thema Farben eintaucht, desto faszinierter ist man davon und kommt nicht mehr davon los“, erklärt Knut Völzke, der sich selbst als „Farb-Nerd“ bezeichnet. Dabei habe er sich lange Zeit gar keine Gedanken über Farben gemacht, bis er Tischler gelernt, Design studiert und dort seine Faszination für Farben und deren Wirkung entdeckt habe. Und auch für die Direktorin des Museums Tuch + Technik, Astrid Frevert, ist die Sonderausstellung eine gelungene thematische Ergänzung zur Dauerausstellung, „denn Farben haben in der Tuchherstellung eine große Rolle gespielt und sie tun es noch“.

Weitere Informationen gibt es unter tuchundtechnik.de

Licht fällt auf ein Prisma und wird in seine Farbbestandteile aufgefächert.
Foto: Iris Jaeger
Oft ist uns gar nicht mehr bewusst, dass wir zu jeder Zeit und überall von einer unbegrenzten Vielfalt an Farben umgeben sind.
Foto: Iris Jaeger
Alles ist Farbe
Foto: Iris Jaeger
Viele der Stationen laden die Besucher ein, selbst aktiv zu werden und auszuprobieren, wie Farben entstehen oder wirken.
Foto: Iris Jaeger
Farbpigmente
Foto: Iris Jaeger
Nicht immer galt Rosa als Mächen-Farbe, ursprünglich war Blau als Farbe der Jungfrau Maria Mädchen vorbehalten.
Foto: Iris Jaeger
Das einst aus Färberwaid gewonnene Indigo für Bluejeans wird heute chemisch hergestellt.
Foto: Iris Jaeger


Züchter im Porträt: Hanno Lorenzen aus Rantrum

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Gerade machte der Holsteiner Chezzini von sich reden, denn der Chezarro-Cassini II-Nachkomme aus dem Stamm 2978 beendete seine Hengstleistungsprüfung als Klassenbester. Der dreijährige Braune ist der zweite gekörte Hengst aus der Zucht von Hanno Lorenzen aus Rantrum, Kreis Nordfriesland.

„Chezzini war als Fohlen schon etwas Besonderes“, erinnert sich Hanno Lorenzen. Auch als Jungpferd habe er niemals eine hässliche Phase gehabt, sei immer schick, aufgeschlossen und umgänglich gewesen. So entschied der Züchter, den Youngster gemeinsam mit Kai Thomsen als Hengst aufzuziehen und ihn zur Körung zu bringen. Auch in der weiteren Ausbildung sei der Braune immer positiv aufgefallen. „Dem hat alles Spaß gemacht“, erzählt Lorenzen.

In Elmshorn bekam Chezzini im vergangenen Jahr ein positives Kör­urteil und wurde über die Auktion nach Italien verkauft. Mit dem Preis war Lorenzen nicht zufrieden, über die Entwicklung des Hengstes freut er sich hingegen umso mehr.

Der Züchter war zur Hengstleistungsprüfung im brandenburgischen Neustadt (Dosse) nicht vor Ort, im Nachhinein hat er sich aber die Videos angeguckt. „Das hat er wirklich gut gemacht. Es ist beeindruckend, wie ausbalanciert er für einen Dreijährigen ist“, resümiert der Fachmann. „In einem 50-Tage-Test so zu überzeugen, ist auch noch einmal schwieriger als an nur zwei Tagen.“ Und überzeugen konnte Chezzini: Mit viermal 9,0 für Interieur, Charakter, Leistungsbereitschaft und Galopp kam er auf eine Endnote von 8,6 und setzte sich damit gegen seine 23 Konkurrenten durch. Lorenzen hofft nun, dass er von dem Hengst in Zukunft noch etwas hört.

Kai Thomsen (v. li.) und Hanno Lorenzen sind ein gutes Team. Olaf Rörden gratulierte 2024 zu Chezzinis Körung. Foto: Janne Bugtrup

Gute Vollschwestern

„Das ist immer gut für die Zucht“, grinst er. Mit Zola, der Mutter von Chezzini, und Andra, der Mutter seines ersten gekörten Hengstes Crackeur, hat er zwei Vollschwestern in der Zucht. Sie stammen aus der Elina von Lombard, dem Sportpferd seiner Töchter Carina und Katrin. „Mit ihr waren sie bis zur Klasse S erfolgreich“, berichtet der stolze Vater. Als die beiden dann vor etwa 20 Jahren aufhörten zu reiten, begann Lorenzen zu züchten. Das war ein logischer Schritt für den heute 66-Jährigen, denn schon sein Vater züchtete Holsteiner des Stamms 162.

Lorenzen, der wie sein Vater immer nur freizeitmäßig geritten ist, hat seine beiden Zuchtstuten und einige Jungpferde am Haus zu stehen. Der Rest ist zur Aufzucht oder zur Ausbildung bei Kai Thomsen in Büsumer Deichhausen, Kreis Dithmarschen. Auf einige davon sehen die beiden Pferdemänner mit Spannung.

Zum Beispiel ist ein Vollbruder zu dem 2023 gekörten und inzwischen in Belgien aktiven Crackeur von Crack-Cassini II dabei. Der Dreijährige ist gelegt und wird im kommenden Jahr vorsichtig ausgebildet. Vielleicht geht er dann ein oder zwei Turniere, bevor er wieder auf die Koppel kommt. Erst fünfjährig soll es dann richtig losgehen. „Da sind Kai und ich auf einer Wellenlänge. Wir lassen den Pferden Zeit“, erklärt Lorenzen. „Man sieht dann auch schon, wie ein Pferd sich reiten lässt und welches Potenzial darin steckt.“ Er hält nichts davon, die Pferde vierjährig schon Schleifen sammeln zu lassen.

Nicht arm werden

Neben dem sportlichen Wallach gibt es noch einen Junghengst, der etwas für die Körung gewesen wäre. Nach dem finanziellen Rückschlag mit Chezzini möchte Lorenzen aber erst einmal den Markt beobachten. „Ich züchte aus Idealismus. Ich weiß, dass ich damit nicht reich werde, aber ich passe auf, dass ich auch nicht arm werde“, sagt er. Trotzdem oder gerade deswegen sind seine beiden Stuten wieder tragend. In diesem Jahr hatten sie Fohlen von Diamant van Klapscheut und Charaktervoll. Letzteres hat dem Züchter so gut gefallen, dass er beide Stuten mit dem Sohn des Comme il faut belegte. Nun ist er gespannt, was das nächste Jahr bringt. „Auch wenn es Vollschwestern sind, die Stuten und ihre Nachkommen sind immer sehr unterschiedlich“, berichtet er und fügt hinzu: „Meine Schwester und ich sind ja auch unterschiedlich.“

Eins kann er aber über die Nachkommen seiner Stuten sagen: „Die meisten haben einen sehr guten Charakter.“ Das liegt vielleicht nicht nur an der Genetik, sondern auch an der liebevollen, familienbezogenen Aufzucht. „Wenn man nur zwei Stuten hat und die stehen am Haus, dann tüdelt man sehr viel mit den Fohlen herum“, so Lorenzen. „Die kennen alles: Schmied, Tierarzt, Halfter, Verladen. Die hat man an der Hand. Das ist ja das, was Spaß macht.“

Futterkamper Punschwoche hat sich etabliert

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Drei Tage lang trafen sich über 700 Tierhalter und Fachleute zur zweiten Punschwoche in Futterkamp.

Über Pferde, Schweine und Rinder gab es jeweils drei spannende Foren im Lehr- und Versuchszentrum der Landwirtschaftskammer. Die Pferde machten am 25. November den Auftakt. So ging es um Notfälle im Stall. Es wurden Impulse aus der Praxis gegeben und angeregt, Fütterung neu zu denken.

Danika Sindt (r.) von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau im Einsatz mit der Pferdeaugensimulationsbrille – ein Highlight am Pferdetag der Futterkamper Punschwoche. Foto: Dr. Laura Maxi Stange

Einen Tag später trafen sich die Schweinehalter. In den drei Fachforen waren die neueste Technik im Stall, Magen-Darm-Gesundheit und Unternehmensstrategien die Themen.

Kammergeschäftsführer Dr. Klaus Drescher hat den Schweinetag eröffnet und dankte Partnern und Organisatoren für den Input. Foto: Isa-Maria Kuhn

Den Abschluss bildete am 27. November ein gut besuchter Rindertag. Dabei standen auf dem Programm in Forum 1: „Gut beraten“, in Forum 2: „Ausgerechnet Klima“ und in Forum 3: „Langfristig fit“. Neben den Vorträgen fand im wunderbar weihnachtlich geschmückten Alten Kuhhaus drei Tage lang eine Fachmesse mit verschiedenen Firmen aus der Branche statt. Zahlreiche haben schon Interesse für das kommendes Jahr angemeldet, ein Zeichen, dass das neue Konzept gut ankommt.

In den Pausen war in weihnachtlicher Atmosphäre Zeit für Gespräche. Auch das macht eine erfolgreiche Veranstaltung aus, dass man sich mit Kollegen austauscht und fragt, wie sie bestimmte Dinge handhaben und sich gegenseitig mit Ideen stärkt. Foto: Isa-Maria Kuhn

Die schöne Atmosphäre bei Waffeln und Punsch lud zum Austausch ein. Für das leibliche Wohl war mit einem Foodtruck und der Futterkamper Küche bestens gesorgt.

Steine schaffen Stimmung

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Als Gaben der Natur erlauben Steine eine dauerhafte Gestaltung in allen Gartenbereichen. Jede Gesteinsart bringt dabei ihren ureigenen Charakter mit. Die große Bandbreite von Farben und Eigenschaften wie Härte und Frostbeständigkeit ist erstaunlich. Ob nun als schmucker Bodenbelag, Einzelstück oder Kunstwerk verwendet – Steine sind Stimmungsträger im Garten und wunderbare Begleiter der Pflanzen.

Naturbelassene, unbearbeitete Steine wirken allein schon durch ihre Größe, Form und Farbe. Große Findlinge machen sich prima als Solitär oder als Gruppe aufgestellt. Umschmeichelt von Farnen oder Gräsern wirken sie sehr malerisch. Großflächige Trittsteine sind wie gemacht für die Überquerung von Bach oder Teich. Bei der Auswahl des Materials achtet man hier unbedingt auf eine rutschfeste Oberfläche. Kniehohe Blöcke und Steinplatten bieten sich als ungewöhnliche Sitzgelegenheiten an. Mit ein paar bunten Kissen versehen wirken sie sehr einladend. Kleinere, kantige Bruchsteine werden gern für die Gestaltung von Steingärten verwendet. Bei der Wahl des Gesteins sollte man auch die jeweiligen Eigenschaften im Auge behalten. Besonders hart und frostfest sind zum Beispiel Basalt, Granit, Melaphyr und Gneis. Marmor ist im Außenbereich aufgrund der geringen Frostfestigkeit nur bedingt geeignet. Beim Kauf sollte immer genau nachgefragt werden. Als Faustregel gilt: Je weicher der Stein, desto leichter ist er zu bearbeiten, aber desto schneller verwittert er auch.

Kieswege strahlen einen ganz eigenen Reiz aus. Foto: Karin Stern
Steine für den Friesenwall werden in unterschiedlichen Größen angeboten. Foto: Karin Stern
Steinerne Scheunenfunde erinnern an frühere Zeiten. Foto: Karin Stern


Ausrangierte Futterkrippen eignen sich prima als Pflanztröge. Unbedingt Wasserabzugslöcher bohren! Foto: Karin Stern

Naturstein zeichnet sich zudem durch seine Einzigartigkeit aus. Kein Stein gleicht dem anderen, jeder bringt seine individuellen Marmorierungen, Farbtöne und Einschlüsse mit sich. Manche fallen sogar mit farbig geschwungenen Streifen ins Auge. Sie sind unter großem Druck entstanden. Quarzit und Glimmer verleihen einigen Steinen bei passenden Lichtverhältnissen ei geheimnisvolles Glitzern. Auch von der Haptik her gibt es große Unterschiede. Steine, deren Oberfläche im Laufe der Jahre vom Wasser glatt geschliffen wurden, fühlen sich geschmeidig an. Bruchsteine weisen eine raue Oberfläche auf, sofern sie vom Steinmetz nicht bearbeitet wurden. Auch kleine Steine wie abgerundeter Kies oder eckiger Splitt finden als Weg- oder Platzbelag Verwendung in der Gartengestaltung. Sie passen zudem gut an den Teichrand.

Künstlerisch Begabte legen aus größeren Kieseln kleine Mosaike in Beton. Mit dem Kontrast aus hellen und dunklen Steinen fügen sich Muster und Figuren zusammen. Solche Kieselstein-Mosaike zeugen von der Vielseitigkeit der Steine.

Mit den großen Felsblöcken und der geschickt integrierten Bepflanzung wirkt dieser Bachlauf sehr natürlich. Foto: Karin Stern

Auch andere künstlerische Objekte aus Stein wie Stelen, Skulpturen, Vogeltränken oder Tröge kommen als unvergängliche Elemente gut zur Geltung. Je nach Gesteinsart verleihen ihnen Moose und Flechten im Laufe der Jahre eine einzigartige Patina. Hübsche Blickfänge aus flachen Fluss-Steinen sind schnell selbst hergestellt: einfach die Steine durchbohren und übereinander mithilfe eines Stabes aufschichten. So entsteht ein Turm, der sich im Garten als origineller Blickfang entpuppt. Auf Gartenmärkten bieten Kunsthandwerker häufig Tierfiguren aus Feldstein-Körpern mit Metallköpfen und -füßen an. Am richtigen Platz im Garten zaubert so ein kleines Kunstwerk dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht.

In Japanischen Gärten prägen vor allem Steine und Wasser das Bild. Die Gestaltungsregeln für Trittsteine, Felsgruppen, Kiesflächen und Quellsteine sind mehrere Hundert Jahre alt. In vielen Zen-Gärten wird das Wasser kurzerhand durch Splitt oder Kies ersetzt. Doch so ein „Bachlauf“ aus Steinen sollte mit viel Fingerspitzengefühl konzipiert werden. Schnell entsteht ansonsten eine abweisende Steinwüste.

Zum Gestalten mit Steinen gehören auch ein paar Tipps für die gelungene Planung.

Gestaltung: Aufrecht stehende Steine fordern Aufmerksamkeit und Beachtung, flach liegende Steine fügen sich gut ins Gartenbild ein. Beides hat je nach gewünschter Wirkung seine Berechtigung. Steine in Gruppen sollten am besten aus der gleichen Gesteinsart sein und wie zufällig angeordnet wirken. Die Größe der Steine darf variieren, mit ähnlicher Oberfläche und Form erzielt man eine harmonische Wirkung.

Auswahl des Materials: Frostbeständige, regionale Gesteinsarten fügen sich im Garten gut ein. Mit schönen Farbzeichnungen und besonderen Formen lassen sich Akzente setzen.

Einkauf: Steine in allen Formaten bekommt man beim Steinmetz oder im Baustoffhandel.

Kunsthandwerkliches aus Stein und Metall zieht den Blick auf sich. Foto: Karin Stern
Im Sommerblumenbeet setzen die Steine einen hübschen Kontrast zu Blatt- und Blütenfarben. Foto: Karin Stern
Steinmetze bohren Löcher in Findlinge, die dann als Quellsteine Verwendung finden. Foto: Karin Stern
Jede Gesteinsart bringt ihre typische Optik mit sich. Foto: Karin Stern
Steine lassen sich im Garten vielfältig verwenden. Hier dienen sie als Trittplatten durchs Staudenbeet. Foto: Karin Stern


Trakehner Hengstmarkt: Sechs Freunde jubilieren

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Der 63. Trakehner Hengstmarkt begeisterte Gäste aus 17 Nationen für die edlen Pferde. Im Fokus stand die Vergabe der begehrten Körprädikate sowie die Auswahl des Siegerhengstes. Eichenkönig von Kentucky-Hofrath schaffte es an die Spitze eines überdurchschnittlichen Jahrgangs. Zwei Auktionen, der Freispringcup, das Dressurpferdechampionat und einiges mehr rundeten das Programm ab.

Traditioneller Auftakt jeder Körung ist die Vorstellung der Youngster auf dem Pflaster. Hier beurteilte die fünfköpfige Körkommission die Korrektheit des Gebäudes und auf der Trabstrecke die Bewegungsqualität der potenziellen Zuchthengste. Bei Dauerregen und spätherbstlichen Temperaturen zeigte sich auch die Wetterfestigkeit der Vierbeiner und ihrer Vorführer. Doch die 35 Junghengste absolvierten den ersten Programmpunkt der viertägigen Veranstaltung wacker und zur vollen Zufriedenheit der Kommission. „Für den Jahrgang waren diese Wetterverhältnisse mit Regen und Sturm erst mal unangenehm. Die Hengste zeigten sich trotzdem sehr gut und wir konnten bereits jetzt einige hochqualitative Körkandidaten sehen“, beurteilte Körkommissar August Camp.

Am Freitagmorgen ging es weiter mit dem Freispringen in den festlich geschmückten Holstenhallen. Die Hengste absolvierten die Springgasse souverän und mit Übersicht. Ein im Vergleich zu den Vorjahren leicht veränderter Aufbau ließ alle Anwärter ihren Rhythmus und die gewünschte Losgelassenheit finden. Nach der Vorstellung über den Stangen präsentierten sich die Hengste im Schritt an der Hand ihrer Ausbilder und überzeugten die Kommission mit gutem Interieur.

Das Freilaufen der Hengste am Sonnabend fand nach dem holländischen Modell statt. Dabei galt es für die Hengste, ihre Galoppade und ihr natürliches Gleichgewicht zu demonstrieren. Die Verkündung der Körurteile nach der Mittagspause wurde für alle Züchter und Hengsthalter zu einem spannenden Moment. Von den 35 vorgestellten Hengsten erhielten 13 ein positives Urteil. Sechs von ihnen wurden als Prämienhengste herausgestellt. Die Spannung stieg, welcher Hengst die schwarz-rot-goldene Schärpe tragen würde.

Siegerhengst wurde Eichenkönig von Kentucky-Hofrath. Zuchtleiter Neel-Heinrich Schoof fand nur lobende und bewundernde Worte: „Ein richtiger Siegerhengst und ein wahrer König. Er ist eine Erscheinung, ein Kraftpaket, ein bewegungsopulenter Sportler. Der Antritt ist immer dynamisch und wird vollendet durch einen taktbeflissenen, bewegungsstarken und durch Mechanik geprägten Ablauf über die Schulter.“ Schoof befand: „Dieser Hengst besitzt ein naturgegebenes Auftreten und eine Strahlkraft, der sich kein Betrachter entziehen kann.“

Reservesieger aus Schleswig-Holstein

Seine durchdachte Dressurgenetik macht den Hengst besonders spannend. Der Vater Kentucky war Siegerhengst der Körung 2009. Er ist inzwischen in Mexiko beheimatet und nur noch über Tiefgefriersperma in der Zucht einsetzbar. Der belgische Züchter Daniel de Charleroy belegte seine Prämienstute Elize von Hofrath-Schwadroneur mit dem Elitehengst und hat zu dem diesjährigen Siegerhengst noch einen Vollbruder.

Als vielversprechendes Hengstfohlen wuchs Eichenkönig im belgischen Herselt heran. Im vergangenen Sommer entdeckte ihn dort Philipp Klingbeil. Der Pferde- und Agrarwissenschaftler, der schon Assistent der sächsischen Gestütsverwaltung und kurze Zeit Zuchtleiter in Westfalen war, ist selbst Züchter sowie Hengst- und Stutenvorbereiter. Er war überzeugt von der Qualität des Junghengstes, doch Daniel de Charleroy wollte das Pferd nicht in die Vorbereitung geben. So gründete Klingbeil gemeinsam mit fünf Freunden die Besitzergemeinschaft Eichenkönig. Er selbst übernahm die Ausbildung des Hengstes, und das mit Erfolg. Nach Kissinger (2013) ist Eichenkönig der zweite Trakehner Siegerhengst aus seiner Körvorbereitung.

Natürlich präsentierte Klingbeil den Hengst auch selbst bei der Auktion. Strahlend und sehr entspannt zogen die beiden ihre Runden, während sich ein Bieterduell entfachte. Am Ende bekam das Gestüt Sprehe von Albert Sprehe bei 405.000 € den Zuschlag. Eichenkönig wird somit in dem renommierten Gestüt in niedersächsischen Löningen stehen, genau wie Havertz, der Siegerhengst des vergangenen Jahres, und der Prämienhengst Kenneth.

Letzterer ist ein Sohn des Millennium, genau wie Impact, Siegerhengst der Körung 2021, der jetzt mit seinem Debütjahrgang vertreten war. Sein Sohn Goldwert wurde als erster Reservesieger herausgestellt und als eine Jahrgangsspitze mit Kraft und moderner Bewegungsmechanik gefeiert. Er entstammt einem bewährten mütterlichen Stamm des namhaften Züchterhauses Langels vom Gestüt Schäplitz in Sachsen-Anhalt. Für 61.000 € wechselte er ins Rheinland.

Zweiter Reservesieger wurde ein wunderschöner Rapphengst namens Hannu Haakon von Scaglietti aus der Zucht des Trakehner Gestüts Staffelde in Brandenburg. Die Schleswig-Holsteinerin Nicole Derlin aus Travenbrück, Kreis Stormarn, hatte den Hengst als Auktionsfohlen entdeckt und durfte sich nicht nur über einen Spitzenhengst der Körung, sondern auch über den Auktionspreis von 66.000 € freuen. Vorgestellt wurde Hannu Haakon von Anna Wolf, die mit Familie Derlin scheinbar ein Dreamteam bildet. Im vergangenen Jahr präsentierte sie deren Siegerhengst Havertz.

Der zweite Reservesieger Hannu Haakon wurde in Brandenburg auf dem Gestüt Staffelde von Bettina Lechtermann (v. r.) gezogen und dann von Nicole Derlin entdeckt. Ehemann Lars Derlin (li.) und Vorführerin Anna Wolf (2. v. li.) freuten sich mit. Foto: Stefan Lafrentz

Bewährte Mutterstämme bei der Auktion

Drei weitere Prämienhengste wechselten über die Auktion die Besitzer. Top Star, ein Sohn des S-Siegers Kwahu, stammt aus der erfolgreichen Zucht der Familie Gellhaar aus Hessen. Als Auktionsfohlen entdeckt, wurde er als Köranwärter von der Besitzergemeinschaft Top Star ausgestellt. Die Hengststation Van Uytert aus den Niederlanden sorgte mit dem Erwerb des Hengstes für eine Sensation und erhielt bei 175.000 € den Zuschlag.

Mit Lucero tanzte ein Sohn des Easy Game – Vater des erfolgreichsten Dressurpferdes der Welt, TSF Dalera BB – ins Prämienlot. Taktsicher, sportlich und souverän eroberte er in den Holstenhallen eine Fangemeinde und wechselte für 65.000 € nach Bayern. Der Hengst stammt aus der Zucht von Stephanie Petersen von der nordfriesischen Insel Sylt.

Ebenfalls ein Schleswig-Holsteiner ist der beste Springhengst und Publikumsliebling, der hellbraune Beeten von Allns, der mit den Hengsten Tecumseh, Cavallieri xx, Donaumonarch und Sir Shostakovich xx eine einzigartige, blutgeprägte Leistungsgenetik für Busch und Parcours zu bieten hat. Seine Züchterin, Katharina Wißwe aus Jersbek, Kreis Stormarn, stellte ihn aus. Zum Zuschlagspreis von 71.000 € ging er ins Landgestüt Warendorf.

Beeten von Allns, „ein bisschen von allem“, wurde mit einer Prämie bedacht und als bester Springhengst ausgezeichnet. Züchterin und Besitzerin Katharina Wißwe freute sich. Foto: Stefan Lafrentz

Sieben weitere gekörte sowie 15 nicht gekörte Hengste kamen über die Auktion zur Versteigerung. Der Durchschnittspreis der gekörten Hengste betrug 80.308 €. Für die nicht gekörten Hengste wurde ein Durchschnittspreis von 13.733 € erzielt.

Bereits am Abend vor der Hengstauktion waren die Stuten und Reitpferde dran. „Die Auswahl an hochwertigen, aus bewährten Mutterstämmen stammenden Stuten wurde vom Markt ausgesprochen positiv aufgenommen“, fasste Vermarktungsleiter Richard Langels zusammen. „Wir freuen uns, diese aufstrebenden jungen Spitzenstuten in guten Händen zu wissen, und sind uns sicher, in der Zukunft noch viel von ihnen hören zu dürfen.“

Gefeierte Preisspitze war die Prämien- und Staatsprämienstute Luxus von Freiherr von Stein, die für 72.000 € nach Hamburg ging. Die vierjährige Stute ist unter anderem Mitglied der amtierenden Trakehner Bundessiegerfamilie. Mit 48.000 € erzielte die zweijährige Helium-Tochter Hemera, die in enger Verwandtschaft zu den Spitzenstuten Hermine, Salvana’s Helene und Salvana’s Helena steht, den zweithöchsten Preis der Stuten. Florence von Schäplitzer, diesjährige Siegerstute der zentralen Eintragung in Niedersachsen Nord-West, wechselte für 45.000 € nach Nordrhein-Westfalen.

Teuerstes Reitpferd war der dreijährige Prämienhengst Kiano, ein Sohn des Siegerhengstes Rheinglanz, den der Auktionator Hendrik Schulze-Rückamp für 45.000 € zuschlagen konnte. Das Nachwuchstalent geht nach Sachsen in die fördernden Hände einer aufstrebenden Juniorin.

Dressurpferde beweisen ihr Können

Schon am Donnerstagnachmittag fand der zehnte Trakehner Freispringcup statt. Zehn drei- und vierjährige Trakehner hatten sich im Vorfeld qualifiziert und gingen in Neumünster an den Start. Hier hieß es „Die Letzten werden die Ersten sein“, denn der letzte Starter trug am Ende mit den Tagesbestnoten den Sieg davon. Dakota Blue Eyes heißt der vierjährige Fuchswallach, dessen Vater Tecumseh sich schon vielfach in schweren Springprüfungen bewährt hat. Seine Mutter ist eine auf der Rennbahn erfolgreiche Vollblutstute. Züchter des Springtalents, das durch sein schneeweißes Gesicht mit blauen Augen auch optisch sofort auffällt, ist Johann Scharffetter aus Nordrhein-Westfalen. Besitzer des Siegers ist der Vielseitigkeitsenthusiast Hendrik Reinelt aus Nordrhein-Westfalen, der bereits diverse Pferde erfolgreich sportlich gefördert hat.

Am Freitag erlebten Fans des Dressursports eine exklusive Besetzung der Einlaufprüfung im TSF Dressurchampionat. Die besten sieben- bis zehnjährigen Trakehner Dressurpferde hatten sich bundesweit in schweren Prüfungen qualifiziert. Das Spitzenfeld trat im Finale am Sonnabend mit einer Kürvorstellung auf St. Georg-Niveau noch einmal an.

Am Ende belegte der Däne Anders Sjöbeck Hoeck mit zwei Hengsten die ersten Plätze. Der Schwarzgold-Sohn Hallifax Lyng aus einer Aston Martin-Mutter eroberte mit 44,35 Punkten die Spitze, gefolgt von Hymnus von Grimani-Kentucky. Platz drei gab es für Lydia Camp-Riebau mit Silverstone von Hopkins. Den von ihrem Vater August Camp gezogenen Wallach hat die junge Profireiterin aus Nordrhein-Westfalen von der Pike an selbst ausgebildet und gewann mit ihm bereits die Einlaufprüfung. pm



Rindfleisch bleibt teuer

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In vielen Bereichen bereitet der Blick auf Preisentwicklungen den Landwirten Sorgen. Die Erlöse für Marktfrüchte, Schweine und Milch geben aktuell nach oder bleiben auf niedrigem Niveau. Auf der anderen Seite steigen die Kosten, wie wir es aktuell im Düngemittelbereich sehen. Nur für Eier und Schlachtrinder liegen die Notierungen derzeit über den Preislinien der Vorjahre. Die hohen Preise für Eier und Geflügel sind jedoch die Folge der Geflügelpest, die für viele Betriebe schwerwiegende Folgen hat.

Zahl der Rinderschlachtungen unter Vorjahr

Die hohen Kurse für Rindfleisch sind dagegen die Folge der reduzierten Rinderbestände und einer stetigen Nachfrage nach Rindfleisch. Aktuell decken sich der Großhandel und der Lebensmittelhandel mit Ware für das Weihnachtsgeschäft ein. Dies sorgt dafür, dass sich auch die Kurse für Schlachtkühe wieder stabilisiert haben, nachdem sie zuletzt unter Druck geraten waren. Das rückläufige Rinderangebot sorgt für ein reduziertes Aufkommen an Schlachtvieh. Die Anlieferungen sowohl von Schlachtkühen als auch von Jungbullen liegen bundesweit mehr als 6 % unter den Vorjahreszahlen. Dies sorgt für einen stetigen Wettbewerb der Schlachtbetriebe um das Rinderangebot. Im letzten Halbjahr gab es Versuche der Abnehmer, die Einkaufspreise zu drücken. Doch gerade für Jungbullen mussten angekündigte Preisabschläge zurückgenommen werden, da zu geringe Stückzahlen am Markt waren. So konnten sich hierzulande die Kurse für Jungbullen O3 in einem Bereich von 6,40 bis 6,80 €/ kg SG behaupten. Auch für O3-Schlachtkühe wurden seit Mai zwischen 6,00 und 6,50 €/kg SG erlöst. Damit liegen die Erlöse um 1,70 €/ kg über dem Vorjahr beziehungsweise 2,40 €/ kg SG über dem Jahr 2023.

Weniger Milchkühe, weniger Schlachtvieh

Nach Zahlen der Mai-Viehzählung ist das bundesweite Rinderangebot binnen eines Jahres um 2,7 % zurückgegangen. Auch der Bestand an Milchkühen hat sich um 2,4 % verringert. In Schleswig-
Holstein ist die Zahl der Kühe sogar um 3,8 % gesunken. Damit steht auch weniger Schlachtvieh zur Verfügung. Auch wenn die Zahl der Abkalbungen durch die Auswirkungen der Blauzungenkrankheit schwankt, wird auch weiterhin kaum mit einer deutlichen Erholung des Viehbestands gerechnet. Die Nachfrage nach Rindfleisch bleibt ebenfalls konstant. So wird für das laufende Jahr mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 9,1 kg gerechnet. Für 2026 rechnet die AMI sogar mit 9,2 kg. Damit sorgt das relativ teure Rindfleisch noch nicht für eine höhere Nachfrage nach dem günstigen Schweinefleisch. Auch europaweit hält der Rückgang des Rinderbestandes an. Somit haben die hohen Kurse hierzulande nicht für höhere Importe aus den Nachbarländern gesorgt. Auch weltweit wird für 2025 ein leicht rückläufiges Rindfleischangebot erwartet. Nur Brasilien könnte ein moderates Plus erzielen. In den USA sorgen höhere Rindfleischpreise für Unmut in der Bevölkerung. Die Preise für Steaks sind binnen Jahresfrist um 17 % gestiegen. US-Präsident Donald Trump sieht die Schuld bei den Schlachtunternehmen und hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Grund ist jedoch eher der gesunkene US-Rinderbestand als Preisabsprachen im Handel. Um die Preise für Lebensmittel zu senken, hat die US-Regierung die Einfuhrzölle für Agrarprodukte, auch für Rindfleisch, wieder verringert.