Sie werden bei Login in den Shop auch automatisch auf der Bauernblatt-Website eingeloggt und können sich dann zukünftig mit dem gleichen Passwort auf beiden Websites anmelden.
Die Milchanlieferung in Deutschland ist nach wie vor leicht steigend und bewegt sich weiterhin deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Auch der Kälteeinbruch in der ersten Januarhälfte hat nicht zu dem erhofften Rückgang der Milchanlieferung geführt.
Der Vorsprung zur Vorjahreslinie hat sich allerdings verringert und liegt nun „nur“ noch bei gut 5 %. Die Milchpreise für den Abrechnungsmonat Dezember sind daher wie erwartet deutlich gefallen. Die Meiereien haben ihren Grundpreis um 0 bis 7 ct reduziert. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 38,89 ct/kg und damit um 3,79 ct unter dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich zwischen 35,20 und 50,00 ct/kg. In Süddeutschland werden zwischen 37,46 und 49,46 ct/kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis bei 37,00 bis 42,19 ct/kg. Bei den westdeutschen Meiereien liegt die Spanne im Bereich von 37,00 bis 44,00 ct/kg.
Teilmärkte stabilisieren sich
In den einzelnen Teilmärkten ist eine Stabilisierung auf den jeweils allerdings sehr niedrigen Niveaus deutlich erkennbar. Im Butterbereich konnte sich die Notierung für abgepackte Butter seit Ende letzten Jahres auf ihrem Niveau halten. Die Nachfrage hat sich in diesem Bereich im Vergleich zur Vorweihnachtszeit zwar rückläufig entwickelt, dies ist allerdings saisontypisch. Für diese Jahreszeit ist die Nachfrage im Verhältnis trotzdem sehr gut. Bei Blockbutter ist sogar wieder von leicht belebenden Nachfrageimpulsen die Rede, sodass es schon zu einer minimalen Erholung des Preisniveaus gekommen ist. Hier sticht besonders eine erhöhte Nachfrage nach 10-kg-Blöcken heraus, die meist von Bäckereien und anderen mittelständischen Handwerksbetrieben eingekauft werden. Auch bei den Käsenotierungen macht sich eine optimistischere Grundstimmung breit. Die Nachfrage aus dem Lebensmitteleinzelhandel wie auch dem Food-Service ist sehr hoch. Zusätzlich entwickelt sich auch das Exportgeschäft deutlich positiv. Die Lagerbestände sind nach wie vor jung, Übermengen sind kaum vorhanden. So können kurzfristige Anfragen oftmals nicht vollumfänglich bedient werden. Die Preise sind hier bisher auf einem unveränderten Niveau geblieben, es wird aber mit einer steigenden Preistendenz gerechnet. Die Preise für die Milchpulversparte sind zuletzt bereits leicht gestiegen. Durch das niedrige hiesige Preisniveau ist die EU-Ware weiterhin konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Dies sorgt für eine aktuell deutlich lebhaftere Nachfrage sowohl bei Voll- als auch bei Magermilchpulver. Auf einem bereits sehr hohen und derzeit weiter steigenden Preisniveau befindet sich Süßmolkenpulver, bedingt durch eine lebhafte Nachfrage bei knappem Angebot.
Keine Hilfe vom Weltmarkt
Dass die Milchanlieferung nicht nur in Deutschland deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegt, sondern dass dies auch EU-weit der Fall ist, wurde in der Vergangenheit bereits ausgiebig beschrieben. Aber auch aus den anderen Milchviehregionen der Welt kommt überwiegend das gleiche Signal. Die USA haben im abgelaufenen Jahr 2,6 % mehr Milch abgeliefert als im Vorjahr. Besonders deutlich fällt die Milchmengensteigerung in Argentinien auf. Hier sind es über 10 % mehr. Und auch in Neuseeland wurden 2,1 % mehr Milch erzeugt. Somit drängt auch viel mehr Milch auf den Weltmarkt. Dies macht eine nachhaltige Erholung des Preisniveaus im Milchpulverbereich eher unwahrscheinlich. Auch wenn die letzten Pulvernotierungen in Kempten eine steigende Tendenz aufweisen und auch die Global Dairy Trade zum zweiten Mal in Folge eine positive Indexentwicklung aufweist, dürften die hohen weltweiten Milchmengen eine deutlich Preisstabilisierung im Pulverbereich verhindern.
Auf dem inländischen Milchmarkt lässt sich trotzdem eine leichte Aufwärtsstimmung verspüren. Man muss dabei allerdings berücksichtigen, dass der Milchauszahlungspreis dieser Entwicklung immer deutlich hinterherhinkt. Somit ist wahrscheinlich in den nächsten zwei Monaten noch mit weiter sinkenden Milchpreisen zu rechnen, bevor sich auch hier eine Stabilisierung durchsetzen wird.
Mit vielen Eindrücken, neuen Impulsen und dem guten Gefühl, Teil eines starken Netzwerks zu sein, blicken die schleswig-holsteinischen LandFrauen auf ihre Tage in Berlin zurück. Die Grüne Woche bot auch in ihrem Jubiläumsjahr wieder Raum für Begegnung, Austausch und wertvolle Gespräche.
Die beeindruckende Eröffnungsfeier stand ganz im Zeichen von 100 Jahren Grüne Woche und damit von einem Jahrhundert Dialog zwischen Produzentinnen und Produzenten sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern. „Besonders spürbar war das Jahr der Frauen in der Landwirtschaft, in dem wir uns ja in diesem Jahr befinden und das sich wie ein roter Faden durch die Messe zog“, freute sich Claudia Jürgensen. „Und unser Besuch des Bäuerinnenforums mit Podiumsdiskussion und Impulsvortrag war für mich besonders inspirierend“, so die schleswig-holsteinische LandFrauenpräsidentin weiter.
Ein wichtiger Treffpunkt für die LandFrauen aus dem Norden war die Schleswig-Holstein-Halle. Das Land präsentierte sich dort offen und gastfreundlich. Die Zusage von Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU), sich auch künftig für eine starke Präsenz des Landes auf der Grünen Woche in Berlin einzusetzen, wurde von den LandFrauen sehr begrüßt.
Unterm Strich bleiben sehr informative Tage in Berlin – und ein Ehrenamtsherz, das nach dieser besonderen Messe wieder deutlich höherschlägt.
Foto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der GoltzFoto: Meike von der Goltz
Neues Jahr – die gleichen Sorgen. Für viele Schweine haltende Betriebe zeigen sich zum Jahresbeginn die ähnlichen Probleme wie in den Vorjahren. Aufgrund der eingeschränkten Schweineschlachtungen stehen aktuell deutlich mehr Schweine zur Verfügung, als abgenommen werden können. Der Angebotsüberhang fällt jedoch kleiner aus als in den Vorjahren, da die Betriebe und Vermarkter bereits im Vorfeld zügig abgeliefert hatten. Auch die Schlachtbetriebe haben Ende letzten Jahres die Auslastung spürbar erhöht. Dennoch ist der Markt aktuell mehr als ausreichend versorgt. Vermarkter berichten, dass das Angebot die Nachfrage um etwa 40 % übersteigt. Auf den Betrieben können somit viele schlachtreife Schweine nicht zeitnah abgeholt werden. Hohe Schlachtgewichte sorgen für Abzüge. Vereinzelt wird berichtet, dass Schweine unter dem Basispreis angeboten werden, nur um Abnehmer zu finden. Der deutliche Preisabschlag am 7. Januar hat den Absatz nicht nachhaltig belebt. Auch das Fleischgeschäft läuft Anfang Januar nur zögernd an. Die Schlachtbetriebe verweisen auf ein europaweit großes Fleischangebot und erhöhen die Produktion nur langsam. Warum auch, höhere Schlachtgewichte sorgen für hohe Abzüge und reduzieren die Einkaufspreise. Auch im Ferkelhandel sorgt diese Entwicklung für Probleme. Durch die schleppende Räumung der Schweineställe können die Ferkel nicht immer fristgerecht abgenommen werden. Auch das Ferkelangebot steigt, die Ferkelnotierung wurden ebenfalls schon im Januar reduziert.
Schweinefleischnachfrage sinkt
Nach Angaben der Europäischen Kommission hat sich der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch in der EU zwischen 2015 und 2025 um 2,5 kg auf 23,8 kg reduziert. Eine Prognose geht davon aus, dass sich die Nachfrage in den nächsten zehn Jahren um weitere 2 kg reduziert. Auch bei Rindfleisch sinkt die Nachfrage etwas, jedoch in deutlich geringerem Umfang. Etwas Zuwachs verzeichnet dagegen der Absatz von Geflügelfleisch. Während in China ebenfalls mit einem rückläufigen Bedarf an Schweinefleisch gerechnet wird, sehen Prognosen in vielen anderen Regionen der Welt, zum Beispiel in Afrika und Lateinamerika, noch Chancen auf eine höhere Nachfrage. Der Fleischverbrauch hierzulande wäre ohne die deutlich erhöhten Haustierbestände (Hunde und Katzen) noch stärker zurückgegangen. Schätzungen sprechen von bis zu 1 Mio. t Fleisch (auch Schlachtabfälle), die an die lieben Mitbewohner verfüttert werden, dies bei einer Fleischerzeugung von 8,5 Mio. t in Deutschland.
Niedrigster Preis seit 3,5 Jahren
Aktuell liegt der Basispreis für Schlachtschweine mit 1,45 €/ kg SG auf dem Niveau vom Februar 2022. Die Schließung des Schlachthofes in Perleberg ist besonders für viele Betriebe in Schleswig-Holstein sehr schmerzhaft. Der fehlende Abnehmer verschärft die Probleme im Absatz zusätzlich und sorgt für längere Transportzeiten und höhere Vorkosten.Die hiesigen Schlachtbetriebe verweisen darauf, dass die Notierungen in vielen europäischen Nachbarländer noch unter dem hiesigen Preisniveau liegen. Vor allem der jüngste Preisabschlag von 5 ct in Spanien auf 1,38 €/kg SG sorgt im Fleischhandel für Probleme. Dennoch gehen die hiesigen Marktbeteiligten davon aus, dass sich der aktuelle Basispreis hierzulande vorerst behaupten sollte.Eine durchgreifende Entspannung wird erst Ende Februar erwartet. Bis dahin sind jedoch weitere Preisabschläge für die „Winterschweine“ nicht ausgeschlossen.
Mit einer bewegenden Zeremonie wurde Eckhard Schöning während der Holsteiner Hengsttage für 55 Jahre Mitarbeiterschaft im Holsteiner Verband ausgezeichnet. In diesem Rahmen wurde ihm auch die Goldene Ehrennadel des Holsteiner Verbandes verliehen. Minutenlange Standing Ovations sowie ein Video mit sehr persönlichen Momenten und O-Tönen langjähriger Weggefährten ließen das Ganze zu einem emotionalen Highlight werden.
Anfang der 1970er Jahre begann Eckhard Schöning seine Arbeit beim Holsteiner Verband. „Damals arbeitete ich bei einem Unternehmer im Stall und manchmal als Baggerfahrer“, erinnert sich Schöning, der von allen nur Ecki genannt wird. Als er damals zwei Pferde auf der Norla in Rendsburg ausstellen sollte, wurde der Verband aufmerksam. „Die haben gefragt, ob ich mal helfen kann. Ich bin dann direkt mit nach Elmshorn gefahren.“ Seine Jobbezeichnung war damals „Gestütswärter“, heute würde man ihn als Leiter des Hengststalls bezeichnen.
Doch zunächst war Schöning ein Jahr lang im Turnierstall von Herbert Blöcker tätig. Danach ging er auf die Verbandsstation in Langenhagen, Kreis Ostholstein. Dort betreute er vor allem die Hengste Caletto I und Calypso II, die Dr. Michael Rüping ritt. Zu diesen gesellte sich ein weiterer Holsteiner Verbandshengst, der unvergessene Silbersee.
„Seine“ Hengste begleitete Schöning damals auch zu ihren Turniereinsätzen. An diese Zeit erinnerte sich Dr. Thomas Nissen. Der ehemalige Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes kennt Schöning schon seit 50 Jahren. Besonders imponierend fand er immer, wie Schöning die Hengste bei der Vormusterung präsentierte. Er zeigte sich dankbar, was Schöning alles für das Holsteiner Pferd und den Verband getan habe. „Du hast mich sehr unterstützt“, sagte er.
Auch Norbert Boley kennt Schöning noch aus dieser Zeit und erinnerte an 40 gemeinsame Jahre beim Verband. „Das war mit Sicherheit sehr interessant und ereignisreich“, befand er und fügte anerkennend hinzu: „Du hast deine Station immer top geführt.“ Der ehemalige Geschäftsführer berichtete mit einem Augenzwinkern auch von einer Schwäche des Holsteiner Urgesteins: dem Papierkram. „Die Decklisten kamen nicht. Du hast behauptet, du hättest sie in den Briefkasten geworfen, aber auf dem Bungsberg habe der Blitz eingeschlagen, und alle Listen seien verbrannt. Alle haben gelacht, keiner geschimpft. Das warst du.“ Weitere Weggefährten machten klar: Eckhardt Schöning sei das „Original des Holsteiner Verbandes“ und der „Mann für alle Fälle“. Offiziell ging er 2014 in Rente, aber den Holsteiner Verband kann sich niemand ohne Ecki vorstellen. Auch heute noch wird er angerufen, wenn etwas ist. Er sei immer freundlich, etwas hektisch und gut gestylt: „Selbst nach dem Verladen von Hengsten auf der Koppel steigst du mit sauberen Schuhen in den Lkw.“
Schöning selbst hatte von der Ehrung nichts geahnt und auch gar nicht an das Jubiläum gedacht. „Ich habe mich sehr gefreut“, sagt er. Nach seinen Wünschen für den Verband gefragt, meint er: „Im Moment läuft es sehr gut. Es ist ein tolles Team, das soll so weiterlaufen.“ Nach kurzem Überlegen fügt er hinzu: „Da würde ich noch einmal anfangen, wenn ich 20 wäre.“ Das ist wohl im Sinne des Holsteiner Verbandes, denn das Team hofft, dass es noch viele weitere Jahre auf Schönings Expertise und zuverlässige Unterstützung bauen darf. pm
Am Neujahrsempfang des Landesjugendrings am 9. Januar im Haus des Sports in Kiel nahmen Levke Wieben und Paul Weniger aus dem Vorstand des Landjugendverbandes sowie Jaenne Albert aus der Geschäftsstelle in Rendsburg teil.
Trotz der schwierigen Wetterlage und glatter Straßen, die die Veranstaltung auf einen kleineren Rahmen beschränkten, waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Jugendverbände vor Ort. Unter den Gästen befand sich unter anderem Cornelia Schmachtenberg (CDU), Ministerin für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein. Mit ihr führte der erste Vorsitzende des Landesjugendrings, Dr. Jochen Wilms, eine Podiumsdiskussion in besonders anschaulichem Format.
Beide nahmen an einer symbolischen Haltestelle Platz und „scrollten“ gemeinsam durch Instagram. Dabei wurden ihnen verschiedene politische Themen in kurzen Videosequenzen präsentiert, darunter die Attraktivität des ländlichen Raumes für junge Menschen, politische Teilhabe, Social Media sowie die offenen Ländergrenzen Europas.
Levke Wieben (li.), Jaenne Albert und Paul Weniger nahmen für den Landjugendverband teil. Foto: Paul Weniger
Im Anschluss an jedes Video wurde die Politik gefragt, wie die aktuelle Situation verbessert oder bestehende Angebote weiter ausgebaut werden könnten. Cornelia Schmachtenberg hob unter anderem die Bedeutung der Markttreffs hervor, die sich künftig noch stärker mit den Themen Jugend und Künstliche Intelligenz (KI) befassen sollten. Zudem wurde ein mögliches Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren thematisiert und kontrovers diskutiert. Auch die offenen Ländergrenzen innerhalb der Europäischen Union fanden Beachtung, da sie jungen Menschen heute mehr denn je ermöglichen, zu reisen, andere Kulturen kennenzulernen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. „Dieses Bündnis sollte unbedingt wertgeschätzt werden“, betonte Schmachtenberg. Besonders die Programme Erasmus+ und Interrail wurden hervorgehoben, die es Jugendlichen erlauben, sich mit vergleichsweise geringem Budget innerhalb Europas zu bewegen, neue Erfahrungen zu sammeln und internationale Kontakte zu knüpfen.
Nach der Podiumsdiskussion nutzten die anwesenden Verbände die Gelegenheit, sich bei einem bunten Buffet auszutauschen und den Abend in angenehmer Atmosphäre ausklingen zu lassen. Ein herzlicher Dank gilt dem Team des Landesjugendrings für die Einladung sowie den gelungenen Abend mit spannendem Bühnenprogramm und köstlichem Buffet – ein verheißungsvoller Start ins neue Jahr.
Das kleine Dorf Neuengörs im Südosten des Kreises Segeberg wäre laut Bürgermeister Thies Ehlers wohl kaum bekannt, wenn es da nicht den Bürgerwindpark gäbe. Die Gemeinde wurde um 1150 in Zusammenhang mit dem Bau der Siegesburg in Segeberg gegründet und ist seither rein landwirtschaftlich geprägt. Jedenfalls bis zum Jahr 2013, als einige Landeigentümer sich zum Bürgerwindpark Neuengörs-Weede zusammenschlossen.
Die zunächst gegründete Projektgesellschaft trug damals allein das Risiko der Entwicklung und damit auch noch die Kosten. „Risikokapital ist ein scheues Reh, das in dörflichen Strukturen kaum zu finden ist“, sagt Geschäftsführer Jan Eike Schuldt dazu. Von der Planung bis zur ersten Stromlieferung vergehen einige Jahre, die damals von den Gesellschaftern allein finanziert wurden. Doch 2018 gründete das Land Schleswig-Holstein einen Bürgerenergiefonds, der hilft, dieses Risiko abzumildern. Bis heute wurden 79 Projekte gefördert, unter anderem auch der neue Bürgerwindpark II in Neuengörs, wie Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) in der vergangenen Woche bei einem Besuch des Parks mitteilte. „Das ist ein revolvierendes System“, erklärte er.
In lockerer Runde tauschten sich Energiewendeminister Tobias Goldschmidt und die Betreiber des Bürgerwindparks Neuengörs-Weede aus. Foto: Klaus J. Harm
Projektideen aus den Bereichen Erneuerbare Energien, aber auch neue Mobilität oder Energieeffizienz von Gebäuden würden zu Anfang in der Startphase mit bis zu 200.000 € gefördert, weil da auch meist keine Finanzierung durch Banken möglich sei. Wenn das Projekt dann läuft und Gewinne erwirtschaftet, werden die Zuschüsse an den Fonds zurückerstattet. Gestartet wurde der Fonds 2018 mit 5 Mio. €, wuchs dann langsam weiter und wurde nun auf insgesamt 15 Mio. € erhöht. „Der kostet wenig, bringt aber viel“, verkündete Minister Goldschmidt stolz. Wichtig war ihm auch, dass Schleswig-Holstein das erste Land war, in dem Mitmachprojekte wie Bürgerwindparks funktionierten, und dass andere Bundesländer immer noch neidisch in den Norden der Republik schauten. „Wir haben das System erfunden“, verkündete der Minister bei seinem Besuch in Neuengörs.
Tatsächlich sind an dem Park nicht nur 31 Landeigentümer, sondern auch mehr als 60 Normalbürger der Region beteiligt. „Bei uns darf jeder investieren und Mitglied werden, der von zu Hause aus mindestens die Flügelspitzen eines Windrades sieht“, erläuterte Volker Schuldt, früherer Geschäftsführer, die Bedingungen.
Bei der Erweiterung des bestehenden Windparks kamen daher 60 Mitbürger hinzu und auch die Förderung durch den Bürgerenergiefonds. Damit konnten fünf Windkraftanlagen vom Typ Nordex N-163 mit je 6,8 MW Leistung und 118 m Nabenhöhe errichtet werden. Auch an Ausgleichsflächen mangelt es nicht: 36 ha extensiv bewirtschaftetes Grünland, 6 km Knick und Heckenanpflanzungen, 6 km Uferrandstreifen an Bächen, 1,5 ha Feuchtgebiete und 16 ha Rotmilan-Ablenkflächen. Übrigens äst nach Beobachtungen der Anwohner auch Rehwild vertraut im Bereich der Windkraftanlagen, ohne sich stören zu lassen.
Aus der Ferne sind neue und alte Windkraftanlagen im Bürgerwindpark Neuengörs-Weede kaum zu unterscheiden. Foto: Klaus J. Harm
Für den Laien kaum vorstellbare Maße hat so eine moderne Anlage: Das Fundament besteht aus 30 je 10 m tiefen Betonpfählen, auf denen eine kreisrunde Platte aus 2.500 t Stahlbeton und 2.200 t Erd-Auflast liegt: alles notwendig, um den 120 m hohen und 750 t schweren Turm mit Generator zu tragen. Damit kostet eine einzige Anlage 7,6 Mio. € und liefert pro Jahr 14 Mio. kWh an Strom, ausreichend für 4.000 Haushalte. Aus dem Verkaufserlös erhalten die umliegenden Gemeinden etwa 38.000 €, insgesamt seit 2012 wurden 275.000 € ausgeschüttet.
All diese Zahlen und Fakten nahm Energiewendeminister Goldschmidt zufrieden in einer Gesprächsrunde mit einigen Anteilseignern zur Kenntnis. Die hatten allerdings auch Hausaufgaben für den Minister: Man möge die Landesplanung für das Windkraftprioritätengebiet im Süden des Parks noch einmal überdenken. Die 16 ha Rotmilan-Ablenkflächen hätten sich als zu groß erwiesen, stattdessen wolle man lieber etwas Sinnvolleres für die Natur tun. Tobias Goldschmidt versprach, diese Wünsche mit nach Kiel zu nehmen, und eilte zum nächsten Termin, an den ihn seine Pressesprecherin Clara van Biezen nachdringlich erinnern musste – er wäre wohl noch gern etwas länger geblieben.
Die Resonanz war überwältigend, als im Heimatmuseum Hohenwestedt vor Kurzem die Sonderausstellung zur Rendsburger Kreisbahn, von vielen auch liebevoll nur „Rosa“ genannt, eröffnete. Die Kleinbahn, die von 1901 an 55 Jahre lang von Rendsburg nach Hohenwestedt und zeitweise weiter bis nach Schenefeld fuhr, ist bis heute bekannt, populär und vor allem bei älteren Menschen mit vielen Erinnerungen und Emotionen verbunden.
„Rosa“ hat nicht nur unter Bahnfans viele begeisterte Anhänger. Auch in einigen Gemeinden, die an der ehemaligen Strecke liegen und Haltestellen waren, wird die Erinnerung an „Rosa“ bewahrt. So wurde in Hohenwestedt ein Neubaugebiet nach der Kleinbahn benannt, in Nindorf gibt es ein Buswartehäuschen in Form eines Eisenbahnwaggons, aufgebaut auf mehr als 100 Jahre alten Originalschienen, Trafokästen sind mit „Rosa“-Motiven bemalt, in Puls kann man entlang der alten Trasse wandern und auch Schenefeld bietet einen zirka 17 km langen Rad- und Wanderweg mit dem Titel „Kleinbahn-Rosa-Tour“ an. Bis auf Westerrönfeld sind in allen Orten die ehemaligen Bahnhofsgebäude noch vorhanden, auch wenn man sie nicht mehr als solche erkennt. In Rendsburg befindet sich das ehemalige Kreisbahnhof-Gebäude in der Berliner Straße und ist heute als Haus der Verbände bekannt. Der Lokschuppen im Kreishafen wird als Galerie genutzt. In Remmels steht noch der denkmalgeschützte Wasserturm(Baujahr 1913), der die Dampflokomotiven der Rendsburger Kreisbahn mit Wasser versorgte. Im Empfangsgebäude der Kreisbahn in Hohenwestedt befindet sich heute eine Musikschule.
Eine Tramwaylok, die aufgrund ihrer kastenartigen Konstruktion auch „Zigarrenkiste“ genannt wurde. Foto: privat, zur Verfügung gestellt vom Museumsverein Hohenwestedt
Warum die Kleinbahn den Spitznamen „Rosa“ erhielt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine Begründung lautet, dass der Name von der rosafarbenen Lackierung einiger Waggons herrührt, was sich aber nicht belegen lässt. Auch wurden viele andere Kleinbahnen in Deutschland ebenfalls „Rosa“ genannt. „Durch die Rendsburger Kreisbahn und die dadurch neu geschaffene Möglichkeit, vom Land in die Stadt und umgekehrt zu fahren sowie Güter ohne Pferd und Wagen zu transportieren, brachte für das sonst wenig erschlossene südliche Kreisgebiet einen gewaltigen Aufschwung. Es begannen rosige Zeiten, vielleicht hat sie auch daher ihren Namen“, ist eine weitere Vermutung von Henning Mollenhauer. Er ist Beisitzer im Museumsverein Hohenwestedt und Mitglied im „Rosa“-Team, das die Ausstellung anlässlich des Jubiläums der vor 125 Jahren in Betrieb gegangenen Rendsburger Kreisbahn auf die Beine gestellt hat. Die Idee, zu dem Jubiläum eine Ausstellung zu machen, hatte die Museumsvereinsmitarbeitende Jutta Eggers.
Ein halbes Jahr intensiver Arbeit steckt in dieser Ausstellung, die die Geschichte der „Rosa“ entlang der insgesamt 45,4 km langen Strecke von Rendsburg über Hohenwestedt bis nach Schenefeld anhand reichlich durch Gemeinden und Bürger zur Verfügung gestellter Fotos und Geschichten erzählt. Einen nicht unerheblichen Beitrag leistete auch Andreas Kerber, der zudem 1991 einen umfassenden, detailreichen Bildband mit unzähligen Bildern und Darstellungen zur Kreisbahn herausbrachte. Dieser Bildband mit dem Titel „Rendsburger Kreisbahn, Rosas Zeiten, Schmalspur-Romantik von 1901 bis 1957“ liegt ebenfalls in der Ausstellung aus. Auch stellte der Autor unter anderem gesammelte Fahrkarten als Exponate zur Verfügung.
In der Gemeinde Nindorf erinnert das Bushaltehäuschen in Form eines Waggons an die Kleinbahn-Zeiten. Foto: privat
Wer sich auf die gedankliche Fahrt mit „Rosa“ begibt, erfährt, wie es zu dem Bau der Strecke kam, was bei den Planungen alles zu berücksichtigen war, zum Beispiel die Querung des 1895 eröffneten Nord-Ostsee-Kanals. Das Erschließen der Ländereien für den Bau gestaltete sich schwierig, ebenso wie die Streckenführung durch die Festungsstadt Rendsburg, in der große Gebiete noch Eigentum des Militärs waren. Der Bau an sich dauerte aber nur ein Jahr, heute undenkbar.
Man erfährt, wie wichtig die Schmalspurbahn auch für Landwirte war, da neben der Personenförderung der Güterverkehr eine große Bedeutung für das südliche Kreisgebiet hatte. Mit der „Rosa“ gab es nun eine Anbindung an die wichtigen Handelsplätze im Land. Autos gab es zu der Zeit noch nicht, „die Menschen auf dem Dorf waren ja wie abgeschnitten und lebten, was das anging, wie im Mittelalter“, erzählt Henning Mollenhauer. Mit der Bahn musste beispielsweise Material für den Stallbau nicht mehr mühselig und zeitaufwendig mit Pferd und Wagen beschafft werden.
Die Besucher erfahren auch in Führungen und Vorträgen, was es mit der Bedarfshaltestelle in Nübbel und den Kanallotsen auf sich hat, wie sich auch die Technik der Loks entwickelte, von der ersten Tramwaylokomotive, die dank der umhausten Konstruktion wie ein Kasten aussah und als „Zigarrenkiste“ bezeichnet wurde, über Dampfloks und benzolbetriebene Triebwagen bis hin zu Dieselloks. Erinnert wird mit Anekdoten an den Kaffee-Ball in Nindorf, an Sonder- und Ausflugsfahrten, an die rollende Post und die einzelnen Berufe rund um die Kreisbahn, vom Nachtheizer über Schaffner bis zum Zugführer. Erzählt wird von boomenden Jahren und wirtschaftlich schwierigen Zeiten, bis nach und nach Streckenabschnitte stillgelegt wurden. 1957 erfolgte dann das endgültige Aus, sehr zur Trauer der Bevölkerung, die ihre „Rosa“ liebte.
Doch nicht nur Rosas Geschichte wird im Heimatmuseum erzählt, auch in der Dauerausstellung erfahren die Besucher viel Historisches über das Leben und Arbeiten in und um Hohenwestedt vom 19. Jahrhundert bis ins heutige Jahrhundert hinein. So gab es in dem Ort eine 1870 eröffnete Landwirtschaftliche Lehranstalt und später Landwirtschaftsschule.
Das Museum ist donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet oder nach Vereinbarung. Alle Informationen dazu sowie zu dem Museum und dem Verein unter www.heimatmuseum.hohenwestedt.de
Buchautor Andreas Kerber stellte seine Fahrkartensammlung für die Ausstellung zur Verfügung. Foto: Iris JaegerHenning Mollenhauer, Beisitzer und die stellvertretende Vorsitzende des Museumsvereins, Janine Wachlin waren an der Planung und Durchführung der Ausstellung mit beteiligt und sammelten reichlich Wissen über die Kleinbahn „Rosa“. Foto: Iris JaegerRendsburger Kleinbahn, Rosa, Schmalspur, Rendsburg bis Hohenwestedt und Schenefeld Fotos: Iris JaegerAuch Trafohäuschen mit Waggon-Motiven erinnern an die Kleinbahn „Rosa“. Foto: privatIn der Dauerausstellung gibt es Einblicke in das Leben und Arbeiten vom 19. bis zum heutigen Jahrhundert rund um Hohenwestedt. Foto: Iris JaegerUhrmacherei Foto: Iris JaegerKlöppelarbeit Foto: Iris JaegerWebstuhl Foto: Iris JaegerBlick in die gute Stube aus vergangenen Zeiten Foto: Iris Jaeger
Kurze und gesunde Bestände – 2025 bot den Ackerbohnen gute Bedingungen für zufriedenstellende Erträge.
Obwohl das Jahr 2025 witterungstechnisch einen anderen Eindruck hinterließ, waren die Bedingungen aus ackerbaulicher Sicht für Ackerbohnen optimal. Die Aussaat gelang früh in ein noch gut restfeuchtes Saatbett. Die Bodenbedingungen nach dem Winter erlaubten eine sehr gute Wurzelentwicklung, sodass die Ackerbohnen nahezu überall gut durch die Frühjahrstrockenheit kamen. Durch diese war das Längenwachstum der Ackerbohnen eingeschränkt, sodass die Blüte bei sehr kurzem Wuchs einsetzte. Infolge der Trockenheit in dieser Phase blieb der Krankheitsdruck jedoch sehr niedrig.
Pünktlich zur Kieler Woche schlug das Wetter um und Juli und August bestätigten einmal mehr ihre statistische Stellung als die beiden niederschlagsreichsten Monate des Jahres. Dennoch war es überwiegend warm – ein Witterungsverlauf, den Ackerbohnen bevorzugen. Durch das geringe Längenwachstum während der Blüte blieben die Bestände im Vergleich zum Vorjahr eher kurz, sodass der Lagerdruck insgesamt gering war. Dennoch konnte sich in den niederschlagsreicheren Monaten auf schwereren Böden spät der Fußkrankheitenkomplex etablieren, sodass es an einigen Standorten, insbesondere auf den Marschböden, zu Lagererscheiniungen kam. Das war jedoch die Ausnahme. Die Ernte selbst fiel besser aus als im Vorjahr.
Prüfungsverlauf
Im Frühjahr 2024 konnte der Landessortenversuch (LSV) Ackerbohne an den Kammerstandorten Loit, Kastorf, Barlt und Futterkamp angelegt werden, wobei der LSV in Futterkamp in die Wertprüfung integriert ist. In Hohenlieth wurde das Sortiment auf den Flächen der Norddeutschen Pflanzenzucht (NPZ) geprüft. Auf dem Standort der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW), dem Lindenhof, wurde der Versuch wieder zweifach, je einmal in Pflug- und Mulchsaat angelegt. Alle Versuche konnten bis zum Ende geführt und vollständig beerntet werden.
Das Frühjahr 2025 war eines der trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Dennoch konnten sich im Herbst 2024 und im Winter 2024/2025 die Grundwasserreserven gut auffüllen. Da Ackerbohnen recht früh gedrillt werden, konnten sie mit ihren Wurzeln (sofern die Bodenstruktur es zuließ) dem nach unten weichenden Wasser bis in den Kapillarsaum hinterherwachsen. Zugleich arbeiteten durch den guten Gasaustausch im Oberboden die Knöllchenbakterien gut. Die unteren, kurz entwickelten Internodien der Ackerbohnen strecken sich später nicht, was zusammen mit dem niedrigen Krankheitsdruck maßgeblich zur Standfestigkeit beitrug. Fungizidbehandlungen bis zur Blüte blieben daher ohne ertragswirksamen Effekt. Bestände, die um Ostern 2025 (22. April) Regen erhielten, zeigten sich wüchsiger.
Endgültig schlug das Wetter zur Kieler Woche um und die Ackerbohnen bekamen in der zweiten Vegetationshälfte ausreichend Wasser, was dann in der Phase der Kornfüllung zu guten Erträgen beitrug. Auch aus der Praxis wurden überwiegend zufriedenstellende Erträge gemeldet.
Besonderheiten im Sortiment
Seit Jahren wächst das Sortiment in den Wertprüfungen, und auch die EU-Sortenversuche mit Ackerbohnen nehmen weiter zu, sodass die Zahl der Neuzulassungen steigt. Um für die beiden neuen Sorten ‚Loki‘ und ‚Malibu‘ Platz zu schaffen, wurden ‚Macho‘, ‚Trumpet‘ und ‚Fanfare‘ aus der Prüfung genommen. Diese Sorten sind weiterhin im Handel erhältlich, gelten jedoch als ausreichend geprüft. Das Kernsortiment mit langjährig geprüften Sorten besteht somit aus ‚Tiffany‘, ‚Stella‘ und ‚Caprice‘.
Dreijährige Ergebnisse liegen nun auch von ‚Genius‘ und ‚Iron‘ vor. ‚Hammer‘, ‚LG Eagle‘ und ‚Callas‘ sind zweijährig geprüft. ‚Tiffany‘, ‚Hammer‘ und ‚Iron‘ sind vicin- und convicinarme Sorten. Da sie aus der deutschen Wertprüfung in das Sortiment aufgenommen worden sind, ist die Vicinarmut durch das Julius-Kühn-Institut (JKI) geprüft. Diese Überprüfung findet für EU-Sorten nicht statt. Die EU-Sorten ‚Callas‘ und ‚Malibu‘ sind laut Angaben des Züchters vicinarm. Tanninfreie Sorten (an der reinweißen Blüte erkennbar) wurden nicht geprüft.
Ergebnisse
In den Landessortenversuchen werden die Sorten entsprechend den Anbaurichtlinien des Bundessortenamtes (BSA) analog zu den Wertprüfungen getestet. Um die Sorteneigenschaften wie Krankheitsresistenzen und ihre Leistung besser herauszuarbeiten, wird im LSV bewusst auf den Fungizideinsatz verzichtet. Daher werden die Kornerträge relativ dargestellt. Dies soll insbesondere dabei helfen, neue Sorten mit betriebseigenen Sorten zu vergleichen. Um das Ertragspotenzial der Sorten besser einschätzen zu können, wird das Sortiment des LSV an mittlerweile allen Kammerstandorten zusätzlich behandelt angebaut. Dabei wird in der Regel eine Fungizidbehandlung zur Blüte durchgeführt. Die Intensität der Behandlung wird vor Ort von den jeweiligen Referenten des Pflanzenschutzdienstes empfohlen. Da die Witterung zur Blüte 2025 jedoch überwiegend trocken war und als Resultat der Krankheitsdruck entsprechend gering ausfiel, konnten kaum positive Effekte der Fungizidbehandlung auf den Ertrag festgestellt werden. In den Tabellen 1 und 2 sind die relativen Kornerträge des LSV beziehungsweise der LSV-Stufe 2 aufgeführt.
Qualitäten
Die Proteinkonzentrationen (Tabelle 3) in den Ackerbohnen zeigten sich 2025 rund einen Prozentpunkt unter dem Vorjahr. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Ackerbohnen größere Energiemengen in Form von Stärke als Ertragskomponente eingelagert haben, wodurch das Protein verdünnt wurde. Als Proteinertrag, also das Produkt aus Kornertrag und Proteingehalt dargestellt, liegt das Jahr 2025 im Mittel bei 13,8 dt/ha und somit um gut 1,4 dt/ha über dem Vorjahr. Dies entspricht einer zusätzlichen Stickstoffabfuhr von 22,4 kg/ha. Bemerkenswert ist, dass sich die Einstufung des BSA mit der Ausprägungsstufe (APS) 1 bei ‚Loki‘ deutlich zeigt. ‚Tiffany‘, ‚Stella‘, ‚Callas‘ und ‚Malibu‘ zeigen Proteinkonzentrationen über 25 % auf und sind mit APS 5 eingestuft. Da hohe Kornerträge negativ mit Proteingehalten korrelieren, zählen diese Sorten nicht zu den ertragsstärksten. In der Fütterung sollten diese Sorten dennoch stärker berücksichtigt werden, da dort der Rohproteingehalt der entscheidende Parameter ist.
Übertragung in die Praxis
Neben den Ertragsdaten sind die ackerbaulichen Eigenschaften bei der Sortenwahl ebenso entscheidend. In den Ergebnistabellen ist ersichtlich, welche Sorten vicin- beziehungsweise convicinarm sind (mit „v“ gekennzeichnet). Vicinarme Sorten sind in der Fütterung und der Ernährung breiter einzusetzen als Standardsorten.
Ursächlich für Lager ist das Auftreten des Fußkrankheitenkomplexes, der in der Regel als Mischinfektion mit Fusarium, Phytium und Rhizoctonia auftritt. Anfälligkeit, Krankheitsdruck und Pflanzenlänge beeinflussen die Standfestigkeit der Sorten. Diese Faktoren werden maßgeblich von Jahreswitterung, Pflanzenabstand und Boden beeinflusst, weshalb standörtliche und bodenklimatische Unterschiede auftreten. Auch die Abreife ist stark von der Witterung beeinflusst. Ob ein frühes oder spätes Jahr vorliegt, hängt stark vom Temperaturverlauf ab. Die für das Erreichen der Reife nötige Temperatursumme wird je nach Jahr früher oder später erreicht. Die Ökovalenz ist ein Kennwert aus der Hohenheimer Serienauswertung, in der mehrjährige Ertragsdaten über das gesamte Anbaugebiet gewichtet verrechnet werden. Sie beschreibt, wie stark die Erträge einer Sorte über Jahre schwanken und durch Umweltbedingungen beeinflusst werden. Sorten mit niedriger Ökovalenz gelten als ertragsstabiler. Die Kennzahl ist kein absolutes Maß, sondern nur im Sortenvergleich interpretierbar. Mit zunehmender Zahl verfügbarer Versuchsergebnisse steigt die Aussagekraft dieser Langzeitauswertungen.
Seit 2025 wurde mit Elatus Era ein neuer fungizider Wirkstoff gegen Falschen Mehltau in allen Leguminosen zugelassen und in der Intensitätsstufe 2 in Kastorf eingesetzt. Gegenüber dem unbehandelten LSV zeigte der praxisnahe Versuch einen Mehrertrag von 3,2 dt/ha, was aktuell einem Mehrerlös von 63 € entspricht. Zudem zeigte Kastorf, trotz später Anwendung, eine frühe Abreife.
Sortenempfehlung
Die Verwendung nach der Ernte bestimmt die Sortenwahl. Sollen die Ackerbohnen im eigenen Betrieb verfüttert werden, kommt dem Proteingehalt eine höhere Bedeutung zu. Dabei findet sich die Einstufung des BSA erst in der Mittelwertbildung über alle Standorte wieder. ‚Tiffany‘ und ‚Stella‘ weisen die höchsten Proteingehalte auf, wobei ‚Tiffany‘ als vicinarme Sorte auch an Nichtwiederkäuer verfüttert werden kann. Ähnlich wie im Getreidebau sinkt mit zunehmendem Proteingehalt tendenziell der Kornertrag.
Der Landhandel honoriert hohe Proteingehalte nicht; die Bezahlung richtet sich rein nach dem Kornertrag. ‚Tiffany‘ zeigt langjährig leichte Ertragsschwankungen, erreichte jedoch im aktuellen Jahr wieder einen leicht überdurchschnittlichen Ertrag. Die vicinarme Sorte ‚Iron‘ erzielte in allen drei Prüfjahren überdurchschnittliche Kornerträge und kann uneingeschränkt empfohlen werden. In der Hohenheimer Auswertung ist ‚Caprice‘ ein wenig unterdurchschnittlich, jedoch hat diese Sorte ihre Stärke in den schwierigeren Jahren. In den LSV Schleswig-Holsteins hat die Sorte deutlich besser abgeschnitten als in der überregionalen Auswertung. Derzeit ist ‚Hammer‘ die ertragsstärkste Sorte, allerdings ist sie erst zweijährig geprüft.
Bisher lag ein Schwerpunkt der Sortenbewertung auf der Tausendkornmasse. Im aktuellen Sortiment ist die Variabilität dieses Merkmals jedoch deutlich zurückgegangen und liegt für alle Sorten um 500 g.
Ein wichtiger Baustein zur Minimierung des Anbaurisikos ist die Ertragsstabilität, die für Ackerbohnen erstmals ausgewiesen werden kann. Da absolute Zahlen wenig aussagekräftig sind, wurde die Ertragsstabilität in Klassen eingestuft. Dabei zeigte sich über die Jahre die Sorte ‚Malibu‘ am stabilsten. ‚Stella‘, ‚Hammer‘, ‚LG Eagle‘ und ‚Caprice‘ schneiden ebenfalls positiv ab. Die agronomischen Eigenschaften der Sorten sind inTabelle 4 zusammengefasst.
Fazit
2025 war ein insgesamt gutes Jahr für den Ackerbohnenanbau. Die Frühjahrstrockenheit bereitete nur wenige Probleme, und die Niederschläge ab Ende Juni verursachten auch weniger Krankheitsdruck als zunächst erwartet. Die Erträge fielen leicht überdurchschnittlich aus.
Das Jahr 2026 startete mit starkem Schneefall und Frösten. Grundsätzlich kommen unsere Rinder gut mit kalten Temperaturen zurecht, jedoch gilt es einige Dinge zu beachten, um die Tiere fit durch die kalte Jahreszeit zu führen.
Mutterkuhherden von Robustrassen werden oft ganzjährig auf der Weide gehalten und kommen damit für gewöhnlich gut zurecht. Vor allem trockene Kälte wird sehr gut vertragen. Besonders bei ganzjähriger Weidehaltung sind die Tiere an verschiedene Witterungsbedingungen gewöhnt und bilden rechtzeitig ein Winterfell aus. So sind sie in der Lage, die Körpertemperatur zu halten. Bei nasskalter Witterung kann das Winterfell jedoch durchnässen und verliert seine isolierende Wirkung, ebenso beim Liegen auf einem feuchten Untergrund. Ohne Eingreifen des Tierhalters kann es zum Kältestress kommen. Dieser zeigt sich durch Zittern und verringerte Bewegungsaktivität. Die Wiederkauaktivität nimmt ab.
Witterungsschutz bei Weidehaltung
Aus diesem Grund sollte ein geeigneter Witterungsschutz vorhanden sein, den die Rinder aufsuchen können, um ihr Fell zu trocknen. Dies können Weidezelte, Unterstände oder Nadelbaumbestände sein. Laubbäume und -hecken bieten im Winter keinen ausreichenden Schutz. Auch isolierte Liegeflächen sollten den Tieren angeboten werden. Besonders wichtig ist auch die genetische Anpassung der Tiere. So sind Rassen, die ein besonders langes und dichtes Winterfell ausbilden, besser für eine Außenhaltung im Winter geeignet. Grundsätzlich sollten im Winter auch ausschließlich gesunde Rinder draußen gehalten werden. Kranke Tiere sollten im Stall untergebracht werden. Auch sollte die Herde so gemanagt werden, dass im Winter keine Kälber zur Welt kommen. Diese können die Körpertemperatur schlechter regulieren als adulte Tiere und sollten nicht auf einer Winterweide geboren werden. Eine weitere Herausforderung bei der Weidehaltung im Winter ist die Futter- und Wasserversorgung. Ist ausreichend Vegetation vorhanden, können die Rinder sie unter einer dünnen Schneedecke durchaus erreichen. Liegt der Schnee jedoch hoch oder ist er durch einen Wechsel von Frost und Tauwetter zu Eis gefroren, müssen die Tiere mit geeignetem Futter versorgt werden können. Auch muss sichergestellt sein, dass die Tränken nicht einfrieren und die Rinder auch bei Minusgraden Zugang zu frischem Trinkwasser haben.
Aufgrund der geringen Körpergröße kühlen vor allem Kälber in den ersten drei Lebenswochen schnell aus. Um sich warm zu halten, benötigen sie mehr Energie als bei milden Temperaturen. Daher sollte die Tränkemenge erhöht werden. Zudem ist es sinnvoll, Kälberdecken einzusetzen.
Foto: Jan-Hinnerk TemplinOffen gebaute Gebäude gewährleisten frische Luft und Wind. Lassen sich Gebäudeseiten jedoch nicht verschließen, kann es im Winter zu Herausforderungen kommen. Besonders vor angekündigten Schneestürmen ist es ratsam, rasch eine mobile Wand aus zum Beispiel Strohballen aufzustapeln. Foto: Jan-Hinnerk Templin
Kälber fit durch den Winter bringen
Milchviehbetriebe halten ihre Kühe im Winter geschützt im Stall. Für die adulten Tiere ist das Winterwetter daher kein Problem. Besonders Kälber in den ersten drei Lebenswochen sind jedoch anfällig für Kältestress. Sie haben wenig Körperfett und müssen es erst mit der Zeit ansetzen. Auch das Fell ist in dieser Zeit noch vergleichsweise dünn. Vor allen noch nasse, neugeborene Kälber kühlen bei Frost schnell aus und sollten daher schnellstmöglich getrocknet werden. Daher sollten die Kälber mit Stroh oder besser einem Handtuch abgetrocknet werden und anschließend unter einer Wärmelampe durchtrocknen. Der Einsatz von Kälberdecken ist eine sinnvolle Maßnahme. Durch sie verlieren die Kälber weniger Wärme und können die Körpertemperatur besser konstant halten. Kälberdecken sollten jedoch erst dem getrockneten Kalb angezogen werden, und es muss darauf geachtet werden, dass das Kalb am Tag oder bei steigenden Temperaturen nicht darunter schwitzt. Auch sollte bei den Kälbern auf ausreichend trockene Einstreu geachtet werden. Die Strohmatte sollte so dick sein, dass die Gliedmaßen des liegenden Kalbes vollständig im Stroh eintauchen und so besser isoliert sind (Nesting Score 3).
Durch die niedrigen Temperaturen steigt der Energiebedarf von Kälbern stark an, da ein größerer Teil als Wärmeenergie benötigt wird. So kann bei Frost der Erhaltungsbedarf um bis zu 30 % gesteigert sein. Aus diesem Grund sollte die Tränkemenge bei restriktiver Tränke im Winter erhöht werden, oder aber die MAT-Konzentration sollte gesteigert werden. Zum Beispiel könnte eine Tränkemenge von 8 l am Tag auf 10 l gesteigert werden. Bei ad libitum getränkten Kälbern sollte die Milch nach Möglichkeit mehrmals am Tag nachgefüllt werden, um das Einfrieren zu vermeiden.
Da Kälber oft in Iglus im Freien gehalten werden und das Wasser in den Tränkeschalen rasch einfriert, sollte auch hier das Wasser mehrmals am Tag nachgefüllt werden. In den Iglus besteht außerdem die Möglichkeit, dass bei Schneefall und Wind das Innere zuschneit und so die Liegefläche feucht wird. Um Abhilfe zu schaffen, könnten Strohballen den Wind vor den Iglus abfangen, oder es können Windschutznetze an den Gittern montiert werden.
Kuhstall im Wintermodus
Die Kuhställe in Norddeutschland sind mit ihrer offenen Bauweise meist nicht dauerhaft frostfrei zu halten, sodass bei anhaltender Kälte rasch Probleme auftreten. Zwar kommen die Kühe gut mit der Kälte zurecht, kommt jedoch starker Wind hinzu, der im Stall für Zugluft sorgt, leiden die Tiere unter Kältestress, und die Milchleistung sinkt. Offene Ställe ohne Curtains oder Jalousien sollten also rechtzeitig geschützt werden. Auch hier können Strohballen zur Wetterseite gestapelt werden oder Windschutznetze provisorisch installiert werden. Bei anhaltendem Frost kann der Mist auf den Laufflächen festfrieren, sodass der Schieber diese nicht mehr räumen kann. Werden die Laufgänge zur Buckelpiste, laufen die Kühe unsicher und das Verletzungsrisiko steigt. Eine Möglichkeit ist es, die Schiebehäufigkeit zu erhöhen, sodass der Mist vor dem Festfrieren geräumt ist. Alternativ sollte der Gang zweimal täglich mit dem Hoflader freigeschoben werden, dieser kommt mit dem festgefrorenen Mist meist besser zurecht.
Besonders nach dem Melken besteht ein Risiko für Erfrierungen an den Zitzen. Sind sie noch feucht, wenn die Kuh den Melkstand verlässt, kann es schmerzhaft enden. Vor allem wässrige Dippmittel können hier zur Gefahr werden. Eine Möglichkeit ist es, das Dippen an den besonders kalten Tagen einzustellen. Alternativ kann ein Dippmittel mit hohem Glyzeringehalt eingesetzt werden. Glyzerin hat einen niedrigeren Gefrierpunkt als Wasser, und es weist sehr gute Pflegewirkung auf. Es schützt die Haut davor, rissig zu werden.
Fazit
Unvorbereitet kann ein Kälteeinbruch die Rinderhaltung deutlich erschweren, auch wenn vor allem ausgewachsene Rinder recht gut mit der Kälte zurechtkommen. Je nach Haltungsform stehen die Tierhalter vor unterschiedlichen Herausforderungen. Zusammenfassend lässt sich jedoch festhalten, dass Witterungsschutz und eine ausreichende Versorgung mit Futter und Wasser essenziell sind, um die Tiere fit durch den Winter zu bekommen.
Am ersten Sonntag der Grünen Woche folgten rund 100 Vertreter aus Land- und Ernährungswirtschaft, Lebensmitteleinzelhandel und Politik der Einladung von Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) zu einem Austausch am neuen Schleswig-Holstein-Stand auf der Grünen Woche.
Anschließend besuchte die Ministerin gemeinsam mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) beim Rundgang die zahlreichen Ausstellerinnen und Aussteller.
Dem Motto des Empfangs „Butter bei die Fische“ wurden Ministerin Schmachtenberg und Ministerpräsident Günther bereits bei der Begrüßung gerecht. Beide freuten sich über die Rückkehr des Landes in die Berliner Messehallen und kündigten eine erneute Präsenz Schleswig-Holsteins auf der Grünen Woche 2027 an.
Henning Bannick ist einer der zwölf Direktvermarkter, die in wechselnder Besetzung ihre Produkte an den Marktständen auf den Flächen des Gütezeichens Schleswig-Holstein und bei Gutes vom Hof.SH vorstellen. Foto: Eckhard Voß
Vor allem aus finanziellen Gründen war seit 2020 auf einen Auftritt in Berlin verzichtet worden. Die ursprüngliche Präsentation mit den Hummerbuden und großen Wandabhängungen war nach langjähriger Nutzung im Anschluss an die Corona-Zeit nicht mehr einsetzbar. Das Land zeigt sich aktuell mit einem neuen kompakten und ökonomischen Auftritt in der Halle 5.2. Prägendes Element sind die mobilen und wertigen Marktstände des Landwirtschaftsministeriums, die auf zahlreichen Messen wie der Norla in Rendsburg oder der NordGastro in Husum eingesetzt werden. So ergibt sich auf den verschiedensten Veranstaltungen eine einheitliche und nachhaltige Präsentation der jeweiligen heimischen Akteure. Auch die Sitzgelegenheiten am Schleswig-Holstein-Stand haben sich bereits an anderer Stelle bewährt: Die massiven Holzbänke und -tische bieten seit einigen Jahren den Norla-Besuchern auf der Fläche des Ministeriums im Anschluss an die Halle der Landwirtschaftskammer Platz. Die etwas filigraneren Gartenstühle und -tische stammen noch von der „Pier“ aus der früheren Schleswig-Holstein-Halle 22a und bieten den diesjährigen Messebesuchern bis zum 25. Januar die Möglichkeit, in Schleswig-Holstein zu verweilen und regionale Spezialitäten zu genießen.
Ziel des Empfanges war es auch, weitere Akteure für die Grüne Woche 2027 zu gewinnen. Aktuell präsentiert sich das Land auf etwa 300 m2 während der zehntägigen Messelaufzeit mit über 15 Betrieben und Organisationen. Eine Vergrößerung der Standfläche im nächsten Jahr ist zu realisieren, wenn weitere Akteure aus Schleswig-Holstein die Präsentation durch eigene Beteiligung stärken. Nahezu alle diesjährigen Aussteller haben bereits großes Interesse an einer erneuten Flächenbuchung gezeigt. Im Verlauf des Empfangs wurden bereits zahlreiche Ideen für 2027 gesammelt. Die Weichen für die Umsetzung sind gestellt. Jetzt liegt es auch den schleswig-holsteinischen Firmen und Betrieben, gemeinsam für einen erfolgreichen Ausbau des Schleswig-Holstein-Auftrittes auf der Grünen Woche 2027 zu sorgen.