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Forstministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) und die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) haben kürzlich in der Försterei Bordesholm das weiterentwickelte Habitatbaum- und Totholzkonzept „HaKon 3.0“ vorgestellt. Das Konzept ist ein zentraler Bestandteil der integrativen Waldbewirtschaftung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und dient dem Schutz sowie der Förderung der biologischen Vielfalt im Landeswald.
Es baue auf dem bisherigen Habitatbaumkonzept „HaKon 2.1“ auf und entwickele dieses konsequent weiter, hieß es dazu in einer Pressemitteilung. Die größte Neuerung: „HaKon 3.0“ gilt künftig für die gesamte Waldfläche der SHLF. Damit werden Naturschutzmaßnahmen im Landeswald flächendeckend umgesetzt und transparent dokumentiert. Alte Bäume in unterschiedlichen Alters- und Zerfallsphasen, stehendes und liegendes Totholz sowie Bäume mit besonderen Biotopstrukturen werden in allen bewirtschafteten Wäldern dauerhaft gesichert. Sie bieten wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Bereits rund 80.000 dauerhaft markierte Habitatbäume aus dem Vorgängerkonzept bleiben erhalten und werden integriert. Durch die Weiterentwicklung soll ihre Zahl künftig auf bis zu 140.000 steigen. Zusätzlich wird ein Zielwert von durchschnittlich 25 m3 liegendem und stehendem Totholz je Hektar angestrebt.
„Bäume und Totholz sind für viele seltene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sehr wichtig. Mit ,HaKon 3.0‘ schaffen wir dafür zusätzliche Lebensräume und stärken zugleich stabile und vielfältige Waldökosysteme. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Weiterentwicklung des Konzepts nun die gesamte Fläche der Landesforsten abdecken“, sagte Forstministerin Cornelia Schmachtenberg.
„Die Förderung der Biodiversität und die ökologische Vernetzung sind fester Bestandteil in unserer naturnahen Waldwirtschaft“, betonte Landesforsten-Direktor Dr. Chris Freise. „So begegnen wir der Artenkrise und stärken gleichzeitig die Resilienz unserer Wälder – ein zentraler Baustein des biologischen Klimaschutzes und ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität im Land zwischen den Meeren.“
Die Umsetzung von „HaKon 3.0“ unterstützt die Verbesserung der Erhaltungszustände von FFH-Waldlebensraumtypen und dient damit den Zielen von Natura 2000 und der Verordnung über die Wiederherstellung der Natur.
Die Nordzucker AG hat im Geschäftsjahr 2025/2026 einen operativen Verlust von 226 Mio. € verbucht, nach einem Plus von 100,5 Mio. € im Vorjahr. Der Umsatz sank von 2,77 Mrd. € auf 2,34 Mrd. €. Als Ursache wurde das niedrigere Preisniveau für Zucker in Europa und auf dem Weltmarkt genannt (siehe Seite 29). Zwei besonders gute Rübenernten in Folge verursachten ein Überangebot in Europa, was die Preise unter Druck setzte. Der Preisverfall seit Herbst 2024 wirkt sich nun mit voller Wucht aus. Nordzucker erzeugte in der letzten Kampagne 2,8 Mio. t Zucker aus Rüben, etwas weniger als im Vorjahr. Um das Überangebot zu verringern, reduzierte der Konzern zur Aussaat 2025 die Anbaufläche, auch die Rübenverarbeitung in der Slowakei wird eingestellt. Erst im Geschäftsjahr 2027/2028 erwartet Nordzucker wieder ein positives operatives Ergebnis. Auch Südzucker meldet rote Zahlen: Der Umsatz im Segment Zucker brach auf 2,786 Mrd. € (Vorjahr: 3,876 Mrd. €) ein, das operative Ergebnis rutschte in die Verlustzone: –177 Mio. € (Vorjahr: –13 Mio. €). Ursachen waren auch hier deutlich gesunkene Zuckerpreise sowie eine rückläufige Absatzmenge. Entgegen den Erwartungen erholten sich die Preise im Verlauf des Geschäftsjahres nicht, da die europäische Rübenernte 2025 größer war als erwartet.
Reduzierung der Rübenfläche
In Deutschland wurde die Anbaufläche schon zur Aussaat 2025 um fast 10 % auf rund 348.700 ha reduziert, nach 386.000 ha im Jahr 2024. Laut Wirtschaftlicher Vereinigung Zucker lag der Rübenertrag in der Erntekampagne 2025/2026 mit 82,1 t/ha etwa 3 % unter dem Vorjahreswert, allerdings war der Zuckergehalt mit 17,59 % relativ hoch, deshalb sank die Zuckerproduktion „nur“ um 5 % auf zirka 4,4 Mio. t. Der Flächenrückgang geht aber weiter, destatis meldet, dass die Rübenfläche im Frühjahr 2026 voraussichtlich um 12,6 % auf 338.700 ha sinkt. Damit leisten die deutschen Rübenbauern einen weiteren, mehr als signifikanten Beitrag zum Abbau der EU-Zuckerproduktion.
Zuckerpreise weiterhin niedrig
Unterdessen bewegen sich die Zuckerpreise in der EU weiterhin auf einem niedrigen Niveau. In den vorigen beiden Jahren ist der EU-Weißzuckerpreis um über 40 % auf zirka 500 €/t im April 2026 gesunken. Der Weltmarktpreis ging noch stärker zurück, er liegt um deutlich mehr als 100 €/t unter dem EU-Zuckerpreis. Damit ist ein Export von EU-Zucker auf den Weltmarkt zu halbwegs kostendeckenden Preisen ausgeschlossen. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium berichtet aktuell, dass trotz eines Rückgangs der weltweiten Zuckerproduktion in der Saison 2026/2027 der globale Markt weiterhin reichlich versorgt sein dürfte. Es rechnet mit einer weltweiten Erzeugung von 184,85 Mio. t Zucker; das wären 1,21 Mio. t oder 0,7 % weniger als 2025/2026 wegen Produktionsrückgängen in Thailand, der EU und Brasilien (wo mehr Ethanol aus Zuckerrohr erzeugt wird). Die globale Nachfrage wird auf 179,99 Mio. t geschätzt, das Niveau von 2025/2026. Damit wachsen die Lagerbestände, höhere Preise werden nicht erwartet.
Rübenpreis bei Nordzucker nach 2026
Für die Rübenernte 2026 gilt der Rübenliefervertrag vom Sommer 2025, mit einem Basispreis von 25,20 €/t bei 16 % Pol, Zuschläge gibt es für Zuckergehalt, Rübenmark, Früh-/Spätlieferung und die Entwicklung des Zuckerpreises. Für die Kampagne 2027/2028 gibt es ein neues Rübenpreismodell, das die Preise stärker an die tatsächliche Marktentwicklung und das Konzernergebnis koppelt. Der garantierte Basispreis wird deutlich niedriger sein. Der Zuschlag, der sich bisher am Zuckerpreis orientierte, hängt künftig an den Bilanzkennzahlen des Unternehmens. Nur wenn Nordzucker als Konzern profitabel wirtschaftet, profitieren auch die Anbauer.
„Numen“ ist lateinisch für „Wink“, „Geheiß“ oder „göttlicher Wille“. Es steht für Übernatürliches, Ungreifbares, Spirituelles. Mit „Numen“ ist auch die aktuelle Ausstellung des spanischen Künstlers César Orrico im Eisenkunstguss Museum in Büdelsdorf betitelt. Seine bis ins Detail herausgearbeiteten Bronzeskulpturen sind nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Anatomie des menschlichen Körpers, sie versinnbildlichen das heutige Verständnis von Mythologie und Antike – zeitlose Archetypen zwischen Bekanntem und Unergründlichem, denen eine unsichtbare Kraft innewohnt.
Kleine Skulptur mit großer Ausstrahlung: „Sanfermín“ Foto: Iris Jaeger
Die 21 gezeigten Skulpturen stammen aus unterschiedlichen Werkphasen von César Orrico und sind in dieser Zusammenstellung noch nie vorher gemeinsam ausgestellt worden. Seine Arbeiten treten dabei in einen Dialog mit den Objekten der Dauerausstellung des Museums und werden überhaupt erstmals in Deutschland gezeigt. Der 1984 im nordspanischen Logroño geborene Künstler fand in den vergangenen Jahren zunehmend internationale Anerkennung und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Beautiful Bizarre Art Prize des amerikanischen Kunstmagazins „Beautiful Bizarre“. Darauf wurde die Leiterin des Eisenkunstguss Museums, Ulrike Biedenbänder, aufmerksam. „Ich habe diese Arbeiten gesehen und war hin und weg“, erzählt sie bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Antikenrezeption, also das Nutzen antiker Formen und Ideen für die eigene Kunst, sei ein Thema gewesen, das sie schon immer einmal habe machen wollen, so Biedenbänder. Kunst, die die Antike neu deute und interpretiere, dabei die Brücke ins Zeitgenössische schlage, sei unglaublich spannend, ebenso wie die heutige Wahrnehmung von Mythologie.
„Jede der Arbeiten von César Orrico ist mit einem Mythos unterlegt, aber es ist eben auch eine Auseinandersetzung des Körpers des Menschen mit Raum und Zeit“, erklärt die Museumsleiterin. In einer Ausstellungsbroschüre werden neben den Skulpturenbeschreibungen auch alle Begrifflichkeiten rund um Antike und Mythologie erläutert. So erfahren die Besucher, dass es sich bei einem Mythos um eine sagenhafte Geschichte oder Erzählung handelt, in der es häufig um Götter, Geister, Sozial- oder Naturphänomene geht.
„Bosque“ sieht aus wie aus Holz gefertigt, besteht aber aus Bronze und strahlt etwas Meditatives aus. Foto: Iris Jaeger
Und auch die Skulpturen des spanischen Künstlers strahlen etwas Göttliches, nicht Greifbares aus – eine unsichtbare Kraft, die von innen nach außen wirkt und in den Bann zieht. Anatomisch bis zur Perfektion ausgearbeitet, verleiht Orrico seinen Figuren eine unglaubliche Dynamik, gleichzeitig wirken sie in ihrer Bewegung wie eingefroren. „Und wenn man dann in deren Gesichter schaut, haben sie etwas Meditatives, beinahe Überirdisches an sich, als ob sie nach einem meditativen Zustand streben“, beschreibt es Biedenbänder. Dabei stellen alle seine Arbeiten Fragen, ohne eine Antwort zu geben, und laden dazu ein, darüber nachzudenken, was sie mit einem selbst machen, zum Beispiel die Skulptur „Bosque“, die sowohl im Innenhof des Museums als auch im Ausstellungsraum mit dem Thema „Wald“ zu sehen ist. Sie wurde von der keltischen Mythologie inspiriert.
Orrico selbst sagt, dass er die Riten und Bräuche alter Kulturen und die Verbindungen zwischen Gesellschaften aus verschiedenen Epochen faszinierend finde. Das zeigt sich unter anderem in seiner Figur „Sanfermín“, die mit dem menschlichen Körper und dem Stierkopf auf den antiken Mythos vom Minotaurus anspielt. Der Titel bezieht sich auf das Fest „Sanfermines“ in Pamplona, bekannt für den traditionellen Stierlauf durch die Stadt. Die Ausstellung ist bis zum 1. November zu sehen.
Weitere Informationen gibt es unter www.das-eisen.de
Der Ikarus-Mythos hat César Orrico zu mehreren Arbeiten inspiriert. Alas bedeutet Flügel. Bei den Alas-Skulpturen von Orrico wird auf das Ende von Ikarus angespielt, Orrico gibt seinen Figuren Flügel aus Korallen. Foto: Iris JaegerBei „Equilibrio“ wird der Tod (symbolisiert durch den Totenschädel) zur Stütze für das Leben. Foto: Patrick Mühling„Rito“ ist wie „Bosque“ von der keltischen Mythologie inspiriert, in der Hirschgeweihe eine Rolle spielen. Foto: Iris JaegerDie Skulptur „Noche“ stellt eine Verbindung zur griechischen Göttin der Nacht, „Nyx“, her. Foto: Iris Jaeger„Duir“ ist das keltische Wort für Eiche, die für religiöse Zeremonien ein wichtiger Baum war. Foto: Iris JaegerBlick von hinten auf die Rückseite der Maske von der Skultpur „Bifronte“, der Zweistirnige oder Zweigesichtige Foto: Patrick Mühling
Zwischenfrüchte sind ein zentrales Element in der landwirtschaftlichen Praxis, insbesondere im Hinblick auf Bodenschutz, Humusaufbau sowie die Konservierung von Nährstoffen im System Boden und Pflanze. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an den Gewässerschutz und die Reduzierung von Nährstoffverlusten gewinnen Verfahren zur sicheren und möglichst frühzeitigen Etablierung zunehmend an Bedeutung. Neben der klassischen Drillsaat wird dabei verstärkt die Aussaat von Zwischenfrüchten mittels Agrardrohne diskutiert. Dieses Verfahren ermöglicht eine Etablierung bereits in stehende Bestände und damit eine deutliche Verlängerung der Vegetationszeit.
Die Drohnensaat bietet sowohl in mais- als auch in getreidebetonten Fruchtfolgen interessante Vorteile. Die Aussaat kann bereits vor der Ernte der Hauptkultur erfolgen, wodurch die Zwischenfrucht früher etabliert wird und mehr Zeit für Wachstum und Nährstoffaufnahme zur Verfügung steht. Gleichzeitig ist keine zusätzliche Bodenbearbeitung erforderlich. Dadurch wird die Mineralisierung von Stickstoff nach der Ernte reduziert, was insbesondere während der Sickerwasserperiode im Winter das Risiko von Nährstoffverlusten verringern kann. Zusätzlich entstehen keine Fahrspuren oder Bodenverdichtungen durch weitere Überfahrten. Auch wirtschaftlich kann das Verfahren interessant sein, da die Verfahrenskosten je nach Einsatzbereich bei etwa 30 €/ha liegen können. Die Drillsaat bleibt dennoch das in der Praxis etablierte Standardverfahren. Durch die Saatgutablage in definierter Tiefe und den direkten Bodenschluss wird in der Regel ein gleichmäßiger Feldaufgang erreicht. Allerdings ist die Aussaat zeitlich an die Ernte und häufig auch an eine vorherige Bodenbearbeitung gebunden, wodurch sich die Vegetationszeit der Zwischenfrucht verkürzt.
Die Gewässerschutzberatung (Iglu) hat daher in einem Praxisversuch in Lindewitt untersucht, wie sich Drohnensaat und Drillsaat unter praxisnahen Bedingungen auf die Etablierung, Bestandsentwicklung sowie die Nährstoffdynamik von Zwischenfrüchten auswirken. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere der Einfluss von Saatzeitpunkt und Saatverfahren auf die Entwicklung der Bestände sowie die Aufnahme von mineralischem Stickstoff. Im Versuch wurden zwei Aussaatverfahren gegenübergestellt. Die Drohnensaat fand am 31. Juli 2025 mit einer Agrardrohne des Typs DJI Agras T50 statt (Bild oben). Dabei wurde die Zwischenfruchtmischung viterra Mais Struktur bereits vor der Getreideernte in den stehenden Bestand ausgesät. Die Drillsaat erfolgte betriebsüblich am 22. August 2025 nach der Ernte und Strohabfuhr. Zuvor wurde der Boden flach mit dem Grubber bearbeitet. Ergänzend erfolgten Nmin-Untersuchungen nach der Ernte sowie im Herbst zur Bewertung der Stickstoffdynamik. Die eingesetzten Zwischenfruchtmischungen unterschieden sich zwar geringfügig in ihrer Artenzusammensetzung, waren hinsichtlich Zielsetzung und funktionaler Eigenschaften jedoch vergleichbar aufgebaut.
Witterung und Standortbedingungen
Der Versuch befand sich in Lindewitt auf einem Geeststandort mit überwiegend schwach lehmigen Sanden und begrenzter Wasserspeicherfähigkeit. Entsprechend spielt die Bodenfeuchte eine wichtige Rolle für die Etablierung der Zwischenfrüchte. Das Versuchsjahr 2025 war durch hohe Temperaturen sowie einen wechselhaften Niederschlagsverlauf geprägt. Während es im Sommer teilweise trocken war, kam es im Herbst zu deutlich höheren Niederschlägen und einer starken Durchfeuchtung der Böden. Vor allem die Drohnensaat ist auf ausreichende Niederschläge angewiesen, da das Saatgut auf der Bodenoberfläche abgelegt wird. Die nach der Aussaat ungleichmäßig verteilten Niederschläge führten in Abhängigkeit von Bodenfeuchte und kleinräumigen Standortunterschieden zu Unterschieden in der Bestandsentwicklung. Gleichzeitig erhöhte die starke Durchfeuchtung der Böden im Herbst das Risiko der Nitratauswaschung.
Drohnensaat am 23. Oktober 2025Drillsaat am 23. Oktober 2025
Etablierung und Bestandsentwicklung
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Entwicklung der Zwischenfruchtbestände. Durch die frühe Aussaat konnte sich die Drohnensaat bereits vor der Getreideernte etablieren und entwickelte sich unmittelbar danach weiter. Dies führte zu einer schnellen Bodenbedeckung und insgesamt zu einer stärkeren Biomassebildung. Die Drillsaat hatte aufgrund des späteren Saattermins eine verkürzte Vegetationszeit. Trotz des guten Bodenschlusses war die Entwicklung der Bestände insgesamt weniger weit fortgeschritten. In der visuellen Bonitur zeigte sich bei der Drohnensaat ein heterogeneres Bestandsbild. Die Entwicklung war stark von kleinräumigen Standortunterschieden abhängig. Besonders in Senkenbereichen mit höherer Bodenfeuchte entwickelten sich kräftige Bestände, während trockenere Kuppenlagen deutlich schwächer entwickelt waren. Die Drillsaat zeigte dagegen ein gleichmäßigeres Erscheinungsbild mit homogenerem Feldaufgang, was auf die präzise Saatgutablage und den besseren Bodenschluss zurückzuführen ist.
Nmin-Dynamik und Nährstoffkonservierung
Die Art der Zwischenfruchtetablierung kann auch die Stickstoffdynamik im Boden beeinflussen. Während bei der klassischen Drillsaat in der Regel eine vorherige Bodenbearbeitung erfolgt, kann die Drohnensaat ohne zusätzliche Bodenbewegung durchgeführt werden. Dadurch wird die Mineralisierung von organisch gebundenem Stickstoff nach der Ernte tendenziell reduziert. Gleichzeitig ermöglicht der frühe Saattermin der Drohnensaat eine längere Standzeit der Zwischenfrucht und damit eine frühere Nährstoffaufnahme aus dem Boden. Nach der Ernte waren zunächst relativ hohe Mengen mineralischen Stickstoffs im Boden vorhanden (siehe Abbildung). In der Drillsaat wurden 56 kg Nmin/ha gemessen, in der Drohnensaat 47 kg Nmin/ha. Der Großteil befand sich in der oberen Bodenschicht von 0 bis 30 cm. Bis zur Herbstbeprobung am 19. Oktober 2025 sanken die Werte in beiden Varianten deutlich auf rund 10 bis 11 kg Nmin/ha. Vor dem Hintergrund der im Herbst erhöhten Niederschläge und der damit verbundenen Durchfeuchtung der Böden wird deutlich, dass die Zwischenfrüchte einen wesentlichen Anteil des mineralischen Stickstoffs aufgenommen und im System Boden und Pflanze gebunden haben. Dadurch konnte das Risiko von Nährstoffverlusten durch Auswaschung reduziert werden. Unterschiede zwischen den Saatverfahren waren dabei nur gering ausgeprägt.
Aus Sicht der Gewässerschutzberatung bestätigen die Ergebnisse, dass Zwischenfrüchte unabhängig vom Saatverfahren einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Nährstoffverlusten leisten. Entscheidend ist jedoch der Zeitpunkt der Etablierung, der maßgeblich durch das Saatverfahren beeinflusst wird. Die Drohnensaat bietet hier klare Vorteile durch die sehr frühe Aussaat und die damit verbundene längere Vegetationszeit mit größerer Biomassebildung. Gleichzeitig ist sie stärker witterungs- und standortabhängig und führt zu weniger homogenen Beständen. Die Drillsaat bleibt ein sicheres und bewährtes Verfahren mit gleichmäßiger Bestandsentwicklung, ist jedoch zeitlich stärker eingeschränkt. Damit stellt die Drohnensaat eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Drillsaat dar, insbesondere wenn eine möglichst frühe Etablierung der Zwischenfrucht angestrebt wird.
Fazit
Beide Verfahren eignen sich grundsätzlich zur Etablierung von Zwischenfrüchten und leisten einen Beitrag zum Gewässerschutz.
Die Drohnensaat ermöglicht eine sehr frühe Aussaat und damit eine längere Vegetationszeit mit stärkerer Biomassebildung. Zudem ist keine zusätzliche Bodenbearbeitung erforderlich.
Die Drillsaat sorgt für gleichmäßigere Bestände, erfolgt jedoch später und bleibt dadurch in der Entwicklung begrenzt.
Hinsichtlich der Nährstoffkonservierung zeigten sich im Versuch nur geringe Unterschiede, beide Verfahren trugen deutlich zur Reduzierung der Nmin-Gehalte bei.
Von August bis September 2025 wurden im vergleichenden Mischfuttertest in Schleswig-Holstein Alleinfutter für Jungsauen, für tragende und säugende Sauen sowie Ferkelaufzuchtfutter vom Verein Futtermitteltest (VFT) beprobt, überprüft und bewertet.
Durch Mitarbeiter der Schweinespezialberatung Schleswig-Holstein und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurden die Proben direkt bei Anlieferung des Futters auf den Betrieben gezogen. Nach Untersuchung im Labor der Agrolab Lufa in Kiel erfolgte die Bewertung beim VFT. Sobald hier eine Abweichung von der Deklaration oder den Vorgaben und Richtwerten festgestellt wird, wird das Futter durch ein zweites Labor überprüft. Dadurch wird die Gefahr von Analysefehlern minimiert, und tatsächliche Abweichungen werden abgesichert.
Hinweise zur Vorgehensweise des VFT bei der Bewertung der Futtermittel, zu Anforderungen und fachlichen Vorgaben sind im Internet unter www.futtermitteltest.de zu finden. Über diese Seite ist ebenfalls ein Zugriff auf die Ergebnisse verschiedener Futtertypen in den einzelnen Regionen möglich.
Alleinfutter für Sauen aus Schleswig-Holstein
Untersucht wurden insgesamt zwei Alleinfutter (AF) für Jungsauen, ein AF für tragende Sauen und zwei Futter für säugende Sauen von zwei verschiedenen Herstellern.
Bezüglich der Genauigkeit der Nährstoffangaben der Hersteller (Deklarationseinhaltung) wurden die angegebenen Gehalte an Energie und den wesentlichen Nährstoffen mit den Laborbefunden verglichen (Tabelle 1).
Bei der fachlichen Bewertung (Tabelle 2) wird die Übereinstimmung der tatsächlichen Gehalte mit fachlich abgeleiteten Richtwerten bezüglich des Energieniveaus und der Aminosäuren- sowie Mineralstoffversorgung (in g/MJ ME) unter Berücksichtigung des vorgesehenen Einsatzzweckes beurteilt. Dieser wird dabei dem Fütterungshinweis beziehungsweise der Bezeichnung des Futters entnommen. Die Aussagefähigkeit des Fütterungshinweises wird mit beurteilt.
Alle beprobten Futter enthielten einen Phytasezusatz, was die Verdaulichkeit von Phosphor und Kalzium erhöht und eine Reduzierung der Mineralergänzung ermöglicht – so sind bei entsprechendem Zusatz die Richtwerte für Kalzium und Phosphor um 0,08 g/MJ ME niedriger.
Die angegebenen Gehalte an Energie und Nährstoffen wurden für alle Sauenfutter bestätigt. Die Jungsauenfutter blieben ohne Bewertung. Das AF für tragende Sauen erhielt wegen eines Rohfaser-Untergehalts und der Überschreitung des maximalen Energiewerts die Note „2“. Die beiden Futter für säugende Sauen erreichten in der fachlichen Bewertung die Note „1“ – ohne Auffälligkeiten.
Ferkelfutter aus Schleswig-Holstein
Die vier untersuchten Ferkelfutter stammten aus drei Mischfutterwerken. Es handelt sich um drei Ferkelaufzuchtfutter I (FAZ I) für Ferkel bis vier beziehungsweise acht Wochen nach dem Absetzen. Ein Futter wurde als Ferkelaufzuchtfutter II (FAZ II) erfasst.
Da die Angaben FAZ I und FAZ II keine genauen Altersabschnitte eingrenzen, sollten in der Bezeichnung oder in den Fütterungshinweisen auf der Deklaration die genauen Alters- und Gewichtsspannen angegeben sein, in denen das jeweilige Futter verfüttert werden soll. Bei zwei Futtern fehlte die Angabe zum Einsatzbeginn/-ende, sodass diese Futter den Ansprüchen eines Ferkels zu Aufzuchtbeginn (8 kg LM) genügen müssen. Ein Futter sollte von 15 bis 26 kg, ein anderes (FA II) ab 18/20 kg eingesetzt werden.
Alle getesteten Aufzuchtfutter enthielten einen Phytasezusatz. Die deklarierten Energie- und Proteingehalte dieser Futter sind der Tabelle 1 zu entnehmen.
In Tabelle 2 ist die fachliche Bewertung nach Einsatzzweck für die FAZ-Futter dargestellt. Ein FAZ-Futter I erhielt aufgrund eines Energie-Untergehalts die Note „3“. Alle anderen FAZ-Futter erhielten die Note „1“ – ohne Auffälligkeiten.
Die vorliegenden Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die geprüften Futterchargen und dürfen nicht generell für die Beurteilung der Futtertypen herangezogen werden. Sie lassen ebenfalls keine Rückschlüsse auf die übrigen Produkte der beteiligten Mischfutterhersteller zu.
Die Prüfung von Mischfutter durch den VFT wird insbesondere durch Zuschüsse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) gefördert.
Die Ampferbekämpfung im Grünland ist zwingend erforderlich, da sich die konkurrenzstarke Pflanze rasant ausbreitet, wertvolle Futtergräser verdrängt und die Futterqualität durch Oxalsäure mindert. Auch wenn die besten Bekämpfungserfolge im Spätsommer zu erwarten sind, kann nach dem ersten Schnitt schon mit der Bekämpfung begonnen werden. Eine ressourcenschonende Einzelpflanzenbehandlung ist für Qualität und wertvolle Artenvielfalt der Flächen empfehlenswert. Neue Pflanzenschutztechnik ist präzise, effizient und in der Lage, große Mengen an Pflanzenschutzmitteln einzusparen.
Um dem Integrierten Pflanzenschutz Genüge zu tun, sei vorab darauf hingewiesen, dass erfolgreiche Narbenpflege und händisches Entfernen von ersten auftretenden Einzelpflanzen im Bestand mit dem Ampferstecher die Grundlage der Ampferbekämpfung sind oder sein sollten.
Nimmt der Ampfer dann trotzdem überhand im Bestand, kann die chemische Bekämpfung sinnvoll und notwendig werden. In der Literatur wird der Spätsommer als vorzüglicher Termin für die chemische Bekämpfung der Ampferpflanzen in einem Grünlandbestand genannt. Arbeitswirtschaftliche Gründe machen es aber oft erforderlich, weitere Termine für die Bekämpfung zu finden, und es gibt sie auch. Wichtig ist, dass sich die zu bekämpfenden Pflanzen in einem wüchsigen Rosettenstadium bis hin zum beginnenden Schossen befinden. Es muss ausreichend freie Blattmasse zur Verfügung stehen, damit die Pflanzen genügend Wirkstoff aufnehmen und in die Wurzel transportieren können. Ist das Stadium zu fortgeschritten und befindet sich die Pflanze schon in der Blütenbildung (erste Blütenquirle sichtbar), wird der Wirkstoff unter Umständen nicht effektiv in die Wurzel transportiert. Die Saftströme konzentrieren sich dann auf die Vermehrungsorgane, und die Altpflanze kann überleben.
Ungeachtet ob im Frühsommer nach dem ersten Schnitt oder später im Jahr, sollte sich die Ampferpflanze also im aktiven Rosettenstadium befinden. Oft entwickelt sich der Ampfer nach dem Schnitt zügiger als der restliche Bestand. Dieser Zeitpunkt sollte genutzt werden, damit die Pflanze frei getroffen und die Wirkstoffe nachhaltig aufgenommen werden können. Für die chemische Bekämpfung stehen mehrere Wirkstoffe in unterschiedlichen Kombinationspräparaten zur Verfügung. Hierbei gibt es einen kleeschonenden Wirkstoff, Thifensulfuron-methyl, der in Harmony SX enthalten ist.
Weitere, jedoch nicht kleeschonende Mittel sind Ranger und Garlon, jeweils mit den beiden Wirkstoffen Fluroxypyr + Triclopyr. Als kostengünstigere, aber nicht so breit wirkende Lösungen stehen Tomigan 200 oder Lodin mit dem Wirkstoff Fluroxypyr (solo) zur Verfügung.
Simplex mit den Wirkstoffen Fluroxypyr + Aminopyralid ist ebenfalls sehr wirksam, ist aber wegen Persistenz im Futter und Nachbauproblemen mit dem Wirtschaftsdünger für die Ampferbekämpfung nicht nötig. Es kann mit den anderen zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet werden.
Oft kommt aktuell noch die herkömmliche vollflächige Behandlung zum Einsatz. Dies sollte in Zukunft jedoch aufgrund der sehr praktikablen Technik zur Einzelpflanzenbehandlung im Spotspray dringend überdacht werden.
Versuchsfläche vor der Spotspraybehandlung mit zirka 40 % DeckungsgradVersuchsfläche nach der Behandlung: zirka 95 % Wirkung bei über 50 % Einsparung des Herbizides. Der Behandlungszeitpunkt war nicht perfekt. Eine Nachkontrolle ist immer notwendig, und im nächsten Jahr sollte eine weitere Behandlung erfolgen, bei der mit über 90 % Einsparung gerechnet werden kann.
Einzelpflanzen- und Horstbehandlung
Ersten Ampfernestern oder sehr vereinzeltem Auftreten in einem Bestand kann grundsätzlich über eine Einzelpflanzenbehandlung mit der Rückenspritze oder auch mit dem Ampferstecher begegnet werden. Kommt die Rückenspritze zum Einsatz, sollten moderne Flachstrahldüsen im Gerät verbaut sein. Bei der Anwendung muss auf die Vermeidung von Punkteinträgen und Überdosierung und damit möglichen Schäden an der Kulturpflanze und dem Naturhaushalt geachtet werden. Auf den Einsatz von Rundkegeldüsen, wie sie oft vom Hersteller in den Geräten verbaut sind, sollte unbedingt verzichtet werden. Sie sind viel zu ungenau.
Sind größere Flächen mit Ampfer besetzt, ist eine Behandlung mit der Rückenspritze nicht mehr sinnvoll. Jedoch ist eine vollflächige Behandlung für den Naturhaushalt, die Artenvielfalt im Bestand und die Kulturpflanzen problematisch. Auch wenn die oben angegebenen Herbizide als selektiv bezeichnet werden, sind sie für die Kulturgräser dennoch eine metabolische Herausforderung. Das bedeutet, dass die Gräser Kraft und Vitalität beim Abbau der Herbizide benötigen, die sie ohne Applikation in Ertrag und Qualität hätten investieren können.
Der Mitentwickler und Gründer der Firma Allgäu Automation führt Umbauarbeiten am RumboJet880 durch. Neue Kameratechnik soll die Einsatzbereiche des Gerätes erweitern und verbessern.
Wie aber kann eine effiziente Behandlung ausschließlich der Ampferpflanzen realisiert werden? Hierzu haben sich schon vor Jahren unterschiedliche Start-up-Unternehmen Gedanken gemacht. Unter anderem ist von der Firma Allgäu Automation, zunächst im Rahmen eines Hochschulprojekts, ein Gerät entwickelt worden, das während der Überfahrt über das Grünland mittels Kameratechnik und einer Bild-Analyse-Software Ampferpflanzen erkennt und mit speziellen Spotdüsen mit 10 cm Applikationsbreite engräumig applizieren kann. Die gesamte Arbeitsbreite beträgt 8,80 m. Somit ist eine sehr effektive, bestands- und artenvielfaltschonende „Einzelpflanzenbehandlung“ mit einer professionellen Überfahrt möglich. Überdosierungen, wie beim Einsatz mit der Rückenspritze, sind ausgeschlossen. Die möglichen Einsparungen an Pflanzenschutzmitteln entsprechen beinahe dem prozentualen Deckungsgrad des Ampfers auf der Fläche. Somit können laut Hersteller bis zu 98 % im Vergleich mit der vollflächigen Anwendung eingespart werden. Dies schützt Artenvielfalt und Naturhaushalt, spart Pflanzenschutzmittel und Geld und kann sogar höhere Erträge und bessere Qualitäten zur Folge haben, da die Kulturpflanzen keinen Wachstumsdepressionen durch die Herbizide ausgesetzt sind.
Weiterentwicklung der Techniken
Auch wenn die Technik gegen Ampfer schon seit Jahren gut funktioniert, wird ständig an Verbesserungen und Erweiterungen gearbeitet. So wird der RumboJet880 der Firma Scheel in Sarlhusen aktuell mit neuer Kameratechnik ausgerüstet. Die neuen Kameras sind in der Lage, KI-gestützt zu arbeiten, während die alte Technik vorrangig mit herkömmlicher Bilderkennungssoftware arbeitete. Ziel ist es, weitere Unkräuter wie Jakobskreuzkraut zu detektieren und gezielt und schonend aus dem Bestand zu entfernen.
Fehlstellen im Bestand müssen mit konkurrenzstarken Nachsaaten geschlossen werden.
Auch andere Firmen, etwa die Rumex GmbH oder Ecorobotix, entwickeln ihre Geräte ständig weiter. So werden die zu applizierenden Spots durch immer geringeren Düsenabstand und extrem kurze Reaktionszeiten der Applikationstechnik immer kleiner. Hierdurch ist es bereits möglich, einzelne sehr kleine Unkräuter aus Kulturpflanzenbeständen zu entfernen. Auch wird die Technik immer vielseitiger einsetzbar. Einige Spezialgeräte können außer im Grünland auch im Acker- und Gemüsebau eingesetzt werden. Solch moderne Technik hat allerdings ihren Preis. Im Vergleich zu herkömmlichen Feldspritzen ist die Schlagkraft reduziert. Neben den genannten Spezialtechniken ist auch die Kartierung des Ampferaufkommens mithilfe von speziellen Drohnen möglich. So gewonnene Schlagkartierungen können auf moderne Feldspritzen übertragen werden. Sind diese mit kleinen Teilbreiten oder, besser noch, Einzeldüsenschaltungen ausgerüstet, kann auch hiermit Spotspraying durchgeführt werden. Es können große Mengen an Herbiziden eingespart werden.
Egal ob vollflächig oder im Spotspraying appliziert wurde, nach jeder Ampferbekämpfung muss zwingend eine Nachsaat durchgeführt werden, um die entstehenden Lücken sofort zu schließen und eine Neubesiedlung durch Unkräuter zu verhindern. Hierbei können wie gewohnt wertvolle Weidelgräser eingesetzt werden, aber es ist natürlich auch möglich, artenvielfältigere Mischungen einzusetzen. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Mischungen ausreichend konkurrenzstark sind.
Fazit
Als bedeutendem Unkraut im Grünland ist einem vermehrten Auftreten des Ampfers unbedingt gegenzusteuern. Dies geschieht immer noch oft mit vollflächigen chemischen Applikationen. Neue Technik macht herkömmliche Behandlungen überflüssig, bei denen in der Regel auch alle wertvollen Kräuter aus dem Bestand entfernt werden. Durch Spotspraying werden Kulturpflanzen und Naturhaushalt geschont. Artenvielfalt und minimale Herbizidmengen können die Futterqualität und sogar die Erträge verbessern.
Im Rahmen der CAP-Network-Konferenz „Water Resilience in Agriculture“ waren im Mai Teilnehmende aus ganz Europa in Schleswig-Holstein unterwegs, um innovative Projekte zur Wasserresilienz und Klimaanpassung kennenzulernen.
Insgesamt organisierte das Innovationsbüro der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein drei sogenannte Field Visits. Ein Schwerpunkt des ersten Field Visit war das EIP-Projekt „Flugsaat“, das auf dem Betrieb Voss in Dithmarschen vorgestellt wurde. Fachreferent Ruben Soth zeigte den etwa 35 Teilnehmenden dieser Exkursion auf, wie große Agrardrohnen genutzt werden können, um Zwischenfrüchte und Untersaaten flexibel und effizient auszusäen. Vorgestellt wurden dabei die Drohne DJI AGRAS T50 sowie erste Praxisergebnisse aus dem Projekt. Im Fokus standen die Potenziale der Drohnensaat für klimaresiliente Anbausysteme, Bodenschutz und Erosionsminderung sowie flexible Aussaatzeitpunkte unabhängig von der Befahrbarkeit der Flächen.
Amelie von Bülow-Sartory bot mehr als 30 Jahre lang auf dem Gut Wittmoldt therapeutisches Reiten an, seit zehn Jahren in Kombination mit der Eagala-Methode. Inzwischen konzentriert sie sich auf diese Therapieform, eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Arbeit mit Pferden.
„Thomas Kleinheinrich sprach mich an, ob wir nicht zusammen die Eagala-Ausbildung machen wollten“, erinnert sich Amelie von Bülow-Sartory. „Wir sind schon lange befreundet. Er ist früher auch geritten und hat einen guten Zugang zu Pferden.“ Die beiden reisten nach Österreich zum damaligen Ausbildungsstandort der Equine Assisted Growth and Learning Association (Eagala), einer seit 30 Jahren bestehenden internationalen Gesellschaft für durch Pferde unterstütztes Wachstum und Lernen. Dort absolvierten sie in zweimal fünf Tagen die Fortbildung.
„Es hat mich gleich fasziniert“, berichtet die gelernte Physiotherapeutin, die schon früh auf die pferdegestützte Pferdephysiotherapie (Hippotherapie) umgeschwenkt ist. Schon vorher habe sie oft das Gefühl gehabt, dass Pferde die Menschen nicht nur motorisch bewegen, sondern auch emotional. Oft habe sie neurologische Fälle bei sich gehabt, die im Umgang mit den Pferden ins Reden gekommen seien. „Ich dachte dann schon öfter, ich hätte hier gern einen Psychologen mitzulaufen, der die Gespräche halten kann“, erinnert sie sich.
Immer zu zweit
„Was wir machen, ist schwer zu beschreiben. Eigentlich muss man es erleben“, sagt von Bülow-Sartory. Die Klienten werden immer von zwei Eagala-Therapeuten begleitet: ein Pferdemensch und ein Psychologe, Coach oder Pädagoge. „Ich bin für die Sicherheit von Menschen und Pferden zuständig. Niemand darf überfordert werden. Der Teampartner ist für die Persönlichkeitsentwicklung dabei“, erklärt sie.
Auf Gut Wittmoldt gibt es ausreichend Platz für die Pferde und die Therapie. Foto: privat
Es wird immer frei und immer vom Boden gearbeitet. Erfahrung mit Pferden müssen die Klienten nicht haben. Auf Gut Wittmoldt können sie erst einmal selbst entscheiden, ob sie in der Halle oder auf der Koppel arbeiten wollen. Sie wählen auch die Anzahl der Pferde aus und ob sie nur beobachten oder auch interagieren wollen. „Manche sehen die Pferdeherde als eine Familienaufstellung, andere nur als Spiegel für Emotionen“, erklärt sie. Manche hätten erst Angst und stünden am Ende mitten zwischen den Pferden. Wichtig ist, dass die Therapeuten das Verhalten der Pferde nicht erklären. Also nicht: „Guck mal, das Pferd hat mit dem Schweif eine Fliege weggeschlagen.“ Sondern: „Das Pferd hat seinen Schweif von links nach rechts bewegt.“
Die Fachfrau ist vor allem beeindruckt davon, was über die Pferde zum Ausdruck kommt. Jeder Patient spreche aus, was in ihm stecke. „Einer sieht den Pferden beim Grasen zu und findet es langweilig. Der Nächste sagt: ‚Wie meine Tochter, die isst auch den ganzen Tag.‘“
Über Beobachtungen und geäußerte Emotionen komme der Psychologe mit den Menschen besser ins Gespräch. So könne die Interaktion den Klienten dabei helfen, sich selbst zu erfahren und zu neuen Sichtweisen zu gelangen. „Im Kontakt mit den Pferden können wir unsere Empfindungen und Bedürfnisse besser wahrnehmen, Stärken und Schwächen entdecken und Rückmeldungen auf unser Verhalten bekommen“, erklärt sie.
Spiegel für Emotionen
So werde die Therapie beschleunigt, weil Themen schneller ans Licht kämen. Auch als Paar, Familie oder Team könne die Interaktion mit den Pferden darin unterstützen, Wege zu einer besseren, gesünderen Kommunikation zu finden. Kinder und Jugendliche würden sich zum Teil mit ihren Eltern und in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Therapeuten melden.
Die bald 70-Jährige hat die pferdegestützte Physiotherapie inzwischen aufgegeben. „Ich habe das unter Tränen verabschiedet, aber es war so weit. Die Arbeit ist sehr anstrengend, und ich möchte jetzt das andere intensivieren“, sagt sie.
Die Eagala-Methode sei nicht nur für sie eine geeignete Arbeit im Alter, auch für die Tiere sei sie sehr schonend. Bei von Bülow-Sartory wohnen vier Therapiepferde: zwei Welsh Cobs, ein Haflinger und ein brasilianisches Großpferd, ein Mangalarga Marchador. „Ich muss die Pferde aber nicht kennen“, macht sie klar. Es müsse lediglich sichergestellt werden, dass die Tiere in einem geregelten Herdenverband leben.
Die Arbeit mit den Tieren hat sich inzwischen auch in der Militärseelsorge seelisch geschädigter Soldaten etabliert. Das ist auch ein Schwerpunkt bei Thomas Kleinheinrich und Amelie von Bülow-Sartory. Eine Studie habe belegt, dass die Methode den Soldaten helfe. Von Bülow-Sartory hofft, dass die Therapie nun bald in den Leistungskatalog aufgenommen wird. Das würde bedeuten, dass Eagala bezahlt werden muss, wenn Bedarf besteht.
In Schleswig-Holstein gibt es aber nur einen weiteren Ort für die Methode, in Albersdorf, Kreis Dithmarschen. „Wir brauchen jetzt dringend neue Kollegen“, so von Bülow-Sartory. Im August werde auch in Deutschland eine Eagala-Ausbildung angeboten. Danach muss alle zwei Jahre nachgewiesen werden, dass man sich weiter mit dem Thema beschäftigt hat. Das geht heute auch über Onlinefortbildungen.
Für Menschen, die nicht bei der Bundeswehr angestellt sind, ist die Therapie nach wie vor eine private Leistung. Es gibt aber einige private Zusatzversicherungen, die sie bezahlen. Bei vielen Stiftungen kann man Zuschüsse beantragen, beispielsweise bei der Christof-Husen-Stiftung in Kiel.
Die Spargelbetriebe in Schleswig-Holstein ziehen zur laufenden Saison bislang überwiegend eine positive Zwischenbilanz. Zwar verlief der Saisonstart aufgrund des frühen Ostertermins zunächst verhalten, doch im weiteren Verlauf entwickelten sich Absatz und Nachfrage vielerorts stabil.
Bereits im März herrschten gute Bedingungen für die Vorbereitung der Spargelflächen. Die Betriebe konnten die Dämme frühzeitig aufbauen und die Foliensysteme auslegen. Durch die trockene Bodenstruktur erwärmten sich die Dämme zügig. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für das Wachstum des Spargels. Dennoch begann die Ernte in den meisten Betrieben erst nach Ostern, da vor den Feiertagen noch keine ausreichenden Mengen zur Verfügung standen.
Ab Mitte April nahm die Saison dann deutlich Fahrt auf. Sonnige Wetterphasen sowie Feiertage wie der 1. Mai, Muttertag, Christi Himmelfahrt und Pfingsten sorgten für zusätzliche Kaufimpulse. Besonders an den Wochenenden zeigte sich erneut, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt zu regional erzeugtem Spargel greifen. Nach Angaben der Betriebe passten Angebot und Nachfrage im bisherigen Saisonverlauf insgesamt gut zusammen.
Rund 90 % des in Schleswig-Holstein erzeugten Spargels werden direkt vermarktet, etwa über Hofläden, Verkaufsstände oder Wochenmärkte. Für viele Betriebe bleibt die Nähe zu den Kundinnen und Kunden ein wichtiger Bestandteil ihres Vermarktungskonzepts.
Auch die Qualität des Spargels wird von den Betrieben als sehr gut eingeschätzt. Die aktuellen Witterungsbedingungen sorgen weiterhin für ausreichende Erntemengen. Während spätere Anlagen derzeit in ihrer Haupterntephase sind, werden früh gestartete Flächen bereits geschont, damit die Pflanzen Reserven für die kommende Saison einlagern können.
Bis zum traditionellen Saisonende am 24. Juni hoffen die Spargelbetriebe nun auf eine anhaltend rege Nachfrage.
Die Holsteiner Pferdetage finden in diesem Jahr von Mittwoch, 10. Juni, bis Sonntag, 14. Juni, in Elmshorn statt. Wie immer werden die Holsteiner Landeschampions in Dressur und Springen ermittelt. Es werden Qualifikationen zum Bundeschampionat sowie die Verbandsstutenschau ausgetragen.
Das Turnierprogramm umfasst erneut die Wertungsprüfungen für vier- bis sechsjährige Hengste nach dem im vergangenen Jahr eingeführten System für Hengstleistungsprüfungen. Mittendrin steht am Sonnabend, 13. Juni, ein weiteres Highlight auf dem Programm: eine Fohlenauktion. Hierfür hat Felix Flinzer, Geschäftsführer der Abteilung Auktion und Vermarktung, mit seinem Team elf Fohlen des Jahrgangs 2026 ausgewählt. Ihre Väter ergeben eine Mischung aus bewährten Namen und aktuellen Shootingstars, die überall auf den Turnierplätzen für Aufsehen sorgen. Es sind Nachkommen von Casall und dessen Sohn Cascadello I dabei, von Dinken und Million Dollar sowie von Keaton I, Charaktervoll und United Way. pm