In der vergangenen Woche tagte in Rendsburg der sozialpolitische Ausschuss des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH). Unter dem Vorsitz von Thomas Schröder beschäftigte er sich zunächst mit den von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) angekündigten Beitragserhöhungen in der Kranken- und Unfallversicherung.
Zunächst stellte für die SVLFG Andreas Sandig die Entwicklung der Beiträge in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung für das kommende Jahr 2025 dar. Dabei komme zum ersten Mal der neue Beitragsmaßstab zur Anwendung, den die Vertreterversammlung der SVLFG bereits im vergangenen Jahr beschlossen habe.
Teils erhebliche Änderungen
Künftig werde der Beitrag anhand von Standarddeckungsbeiträgen erhoben, aus denen sich Standardeinkommen ermitteln ließen. Dieser Maßstab, in dem nunmehr auch die Tierhaltung Berücksichtigung finde, verspreche eine gerechte Bewertung der Leistungsfähigkeit der Betriebe. Es könne dabei zu erheblichen Beitragsveränderungen kommen, was er anhand von verschiedenen Beispielbetrieben in Schleswig-Holstein darstellte. In zahlreichen Fällen komme es auch zu einem Wechsel innerhalb der 20 bestehenden Beitragsklassen, so Sandig. Da der Beitragsbedarf für das Jahr 2025 rund 950 Mio. € betrage, sei mit einer Anhebung der Beiträge in den Beitragstabellen von etwa 14,5 % zu rechnen. Nach intensiver Diskussion wurde vom Ausschuss die immer noch bestehende Vorzüglichkeit der eigenständigen landwirtschaftlichen Krankenversicherung (LKK) gegenüber der allgemeinen Krankenversicherung bekräftigt. Infolge der erhöhten Beitragsbemessungsgrenze und des angekündigten durchschnittlichen Beitragssatzes 2025 von 17,1 % fällt dort ein Höchstbeitrag von 942,64 € an. Auf dieser Basis belaufe sich der Beitrag der Beitragsklasse 20 auf 87,8 % des Höchstbeitrages der allgemeinen Krankenversicherung, so der Vorsitzende.
Umgang mit Parkinson
Anschließend referierte Frank Wellhausen von der SVLFG über Anträge wegen einer durch Pestizide hervorgerufenen Parkinson-Erkrankung, die nach einer entsprechenden Empfehlung des ärztlichen Sachverständigenbeirates wie eine Berufskrankheit zu behandeln sei. Dies habe nach seiner Darstellung zu mehr als 8.000 Meldungen im Bundesgebiet geführt, von denen aktuell noch mehr als 3.000 in Bearbeitung beziehungsweise Prüfung seien. Eine konkrete Zahl von Leistungsempfängern könne daher derzeit noch nicht genannt werden. Deshalb seien vorsorglich Rückstellungen in Höhe von 100 Mio. € für die Umlage 2024 eingeplant worden. Hierdurch sei es bei den im vergangenen Sommer versandten Beitragsbescheiden zu deutlichen Erhöhungen gekommen.
Mehr tödliche Unfälle
Schließlich beschäftigte sich der Ausschuss mit dem Bereich der Prävention. Dabei wurde von Johannes Höper, ebenfalls von der SVLFG, ein Überblick über das Unfallgeschehen im Jahr 2023 gegeben. Nach seinen Angaben sei zwar die Zahl der meldepflichtigen Unfälle leicht rückläufig, während allerdings die Zahl der tödlich verlaufenden Unfälle sogar leicht ansteigend sei. Bei den für das Jahr 2023 gemeldeten Unfällen seien wiederum das Arbeiten mit Maschinen, Dacharbeiten und das Baumfällen als häufige Unfallursache zu nennen. Im Ausschuss wurde die Notwendigkeit der Präventionsarbeit wie schon in den vergangenen Jahren ausdrücklich hervorgehoben. Hans-Heinrich von Maydell, BVSH
Landwirt vermacht seinen Hof der SVLFG
Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ist von einem ehemaligen Mitglied mit einer Spende in Millionenhöhe bedacht worden. Der 2017 verstorbene kinderlose Landwirt Johann Metzger aus dem bayerischen Merching hat der Sozialversicherung sein gesamtes Vermögen vermacht. In seinem Testament begründet Metzger seine Entscheidung mit Dankbarkeit und Wertschätzung für die Leistungen, mit denen ihn die SVLFG umsorgt habe. Zunächst hatte die Sozialversicherung geplant, mit dem Erlös aus dem Verkauf der Hofstelle und der Flächen Metzgers einen Spezialfonds einzurichten, aus dem Härtefälle unterstützt werden sollten. Aus rechtlichen Gründen konnte das Vorhaben nicht realisiert werden. Die Mittel sind stattdessen in den Haushalt der SVLFG geflossen. Der Gesamthaushalt der vier Zweige der Sozialversicherung liegt in diesem Jahr insgesamt bei rund 7,86 Mrd. €. Die SVLFG ehrt ihren Spender mit einer Baumpflanzung und einer Ehrentafel in der neuen Gartenanlage an einem ihrer Verwaltungsgebäude in Kassel. age




