Neben der bekannten heimischen Europäischen Hornisse hat sich in den vergangenen Jahren die Asiatische Hornisse in Europa und auch in Deutschland ausgebreitet. In Schleswig-Holstein wurde die invasive Art noch nicht gemeldet, aber in Hamburg gab es erste Nachweise, die Imker und Naturschützer alarmiert haben.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist eine gebietsfremde invasive Insektenart, die sich in Teilen Europas in starker Ausbreitung befindet, nachdem sie im Jahr 2004 erstmals in Frankreich nachgewiesen wurde.
Monitoring-Programm der Nord-Bundesländer
Seither hat sich dieser in China beheimatete Hautflügler in Frankreich mit einer Geschwindigkeit von 80 km pro Jahr ausgebreitet. 2014 erfolgte der erste Nachweis in Deutschland; 2019 wurden erstmals Tiere in Hamburg gesichtet und sogar Nester entdeckt. Diese wurden vernichtet, wie es für invasive gebietsfremde Arten nach Vorgaben der Europäischen Kommission vorgesehen ist.
„In Schleswig-Holstein gab es bisher keine bestätigten Nachweise der Asiatischen Hornisse“, sagt Lena Watermann vom Landesamt für Naturschutz Schleswig-Holstein (LfU), die sich in der Abteilung Naturschutz neben dem Thema Biodiversität auch mit gebietsfremden Arten beschäftigt. Sie vermutet, dass die Maßnahmen nach den ersten Nachweisen in Hamburg erfolgreich waren, da es 2024 bis zum heutigen Tag keine weiteren Meldungen von Einzeltieren oder Nestern mehr gegeben habe. „Es ist davon auszugehen, dass die Nestbeseitigungen im Jahr 2023 rechtzeitig erfolgt sind“, zeigt sich Watermann überzeugt.
Die aktuelle Situation und mögliche weitere Ausbreitungen der Asiatischen Hornisse sollen aber im Auge behalten werden. Im Rahmen eines Monitoring-Programmes haben sich die vier norddeutschen Bundesländer zu dem Projekt „Ahlert-Nord – Asiatische Hornisse lokalisieren, erkennen, registrieren und terminieren“ (www.ahlert-nord.de) unter der Leitung der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft zusammengeschlossen. Hier erhält man nicht nur Informationen, sondern kann auch ebenso wie beim LfU in Schleswig-Holstein Beobachtungen melden.
Unterscheidung der Hornissenarten
Eine Unterscheidung zur heimischen, geschützten Hornissenart (Vespa crabro) ist leicht möglich: Die asiatische Art ist mit einer Größe von 1,7 bis 2,4 cm (Arbeiterin) bis 3 cm (Königin) etwas kleiner als die heimische Art. Auffällig sind die schwarze Grundfärbung und die Hinterleibszeichnung. Die Beine der Asiatischen Hornisse sind schwarz mit hellgelben Endgliedern, während sie bei der Europäischen Hornisse rotbraun sind.
Zur Ernährung dienen Asiatischen Hornissen während der Jungenaufzucht, für die vor allem Proteine notwendig sind, diverse andere Insektenarten. Dabei nehmen sie das, was im jeweiligen Gebiet häufig vorkommt. Oft sind dies Honigbienen, denen sie bereits beim Ein- und Ausflug am Stock auflauern, weshalb auch die Imker wegen der neuen, invasiven Hornissenart alarmiert seien, wie der Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker, Christian Krug, betont: „Wir informieren uns auf Kongressen und Veranstaltungen und beteiligen uns am Interessenverbund zum Monitoring der Asiatischen Hornisse in Norddeutschland.“ So müsse man wohl im Extremfall die Bienenkisten mit Lochgittern oder Maschen vor den Einfluglöchern schützen, vermutet Krug. Da sich die Asiatische Hornisse in Baden-Württemberg bereits weit verbreitet hat, ist die Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim in Stuttgart eine wichtige Anlaufstelle und Informationsquelle für Imker in Bezug auf Maßnahmen gegen die Asiatische Hornisse.
Insgesamt gehen die Experten derzeit davon aus, dass von der Ausbreitung der Asiatischen Hornisse keine gravierenden Gefahren für Mensch und Natur ausgehen, aber die Entwicklung soll unter Beobachtung bleiben. Bei Verdacht auf diese invasive Insektenart wird empfohlen, Ruhe zu bewahren und keine eigenen Bekämpfungsmaßnahmen zu starten, sondern den Verdacht mit Foto den Naturschutzbehörden oder dem Ahlert-Nord-Netzwerk zu melden.



