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Sind Eier nun knapp oder nicht?

Eiermarkt aktuell
Von Björn Wiencken, Landwirtschaftskammer SH
Aktuell dürfte in den Supermärkten wieder ausreichend Ware aller Kategorien zur Verfügung stehen, sodass kein Verbraucher, der Lust auf Eier hat, verzichten muss. Foto: Imago

In den vergangenen Wochen ist immer wieder von Versorgungsengpässen bei einzelnen Eierkategorien und teilweise sogar von Rationierungen im Lebensmitteleinzelhandel zu lesen. Zuletzt berichtete unter anderem die „Bild“-Zeitung über Rationierungen bestimmter regionaler Kategorien beim Discounter Netto.

Fakt ist, dass es in den vergangenen Monaten immer wieder Lieferengpässe gab, besonders bei zertifizierten KAT-Eiern sowie Freiland- und Bioeiern. Dies ist eine unmittelbare Folge der Aviären Influenza (Vogelgrippe), der europaweit viele Legehennenbestände zum Opfer fielen. Sie konnten auch nicht gleich wieder neu aufgestallt werden, da die Verfügbarkeit von Junghennen aus dem gleichen Grund ebenfalls eingeschränkt war.

Parallel dazu traten in den vergangenen Wochen und Monaten in der Nähe von Berlin (ein Fall) und in Polen einige Fälle der vogelgrippeähnlichen Newcastle-Krankheit auf. Dies hat die Lage zusätzlich angespannt. Da sich aktuell aber die Nachfrage nach Eiern im saisonbedingten Nachfragetief befindet, entschärfte sich die Situation in den letzten zwei Wochen wieder. Jetzt dürfte in den Supermärkten wieder ausreichend Ware aller Kategorien zur Verfügung stehen. Entsprechend befinden sich die Spotmarktpreise aktuell auf einem sehr niedrigen Niveau, wie es im vergangenen Jahr knappheitsbedingt nicht zu verzeichnen war, wohl aber in den Jahren davor. Die Preise auf dem Spotmarkt werden derzeit allerdings auch zusätzlich durch ein erhebliches Angebot an Käfighaltungsware aus Osteuropa unter Druck gesetzt. Diese Eier landen dann hauptsächlich in der verarbeitenden Industrie. Bei einem Wiederanstieg der Nachfrage nach dem Sommerloch werden qualitativ hochwertige Kategorien also wieder gesucht und eventuell knapp werden, während bei Verarbeitungsware ein gewisser Mengendruck aus Osteuropa bleiben wird.

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