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Trump und der Burgerpreis

Marktkommentar
Von Claus Hoeck, LKSH-Markt
Foto: Imago

Der US-Präsident Donald Trump, bekennender Fast-Food- und Burger-Freund, hatte in seinem Präsidentschaftswahlkampf versprochen, die „zu hohen Lebensmittelpreise“ zu senken. Stattdessen stiegen vor allem die Rindfleischpreise weiter deutlich an: gegenüber Juli 2023 um über 35 %. Nun will er die hohen Hackfleischpreise in den USA mit zollfreien Rindfleischimporten drücken. Auch dies eine überraschende Aktion, hatte er doch in seinem Wahlkampf ebenfalls versprochen, die US-Industrie und Landwirtschaft durch hohe Importzölle vor Billigimporten zu schützen.

Donald Trump will nun vor den wichtigen Midterm-Wahlen am 3. November den Burger billiger machen, indem für 90 Tage bis zu 300.000 t Rindfleisch für die Hackfleischproduktion zollfrei ins Land kommen sollen, es soll dann 25 % unter dem aktuellen Marktpreis angeboten werden. Die Regierung argumentiert, die Zollpause verschaffe den Verbrauchern angesichts hoher Lebensmittelkosten schnelle Entlastung. Da vor allem mageres Rindfleisch importiert werden soll, zielt diese Aktion auf den Hackfleischmarkt. Damit will Trump Privathaushalte beim Einkauf entlasten.

US-Rinderbestände sinken drastisch

Ob die angekündigte Preissenkung tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt, ist jedoch offen. Es wird bezweifelt, dass die Importe groß genug sind, um den strukturellen Engpass zu lösen, und befürchtet, dass die Politik für einen kurzfristigen Preiseffekt die langfristige Stabilisierung der US-Rinderproduktion aufs Spiel setzt, denn die Ursachen für die hohen Preise liegen anderswo: Die US-Rinderbestände, am 1. Januar 2026 waren es 86,2 Millionen Rinder und Kälber, sind auf dem niedrigsten Stand seit 1951, seit 75 Jahren. Der historische Tiefstand der US-Rinderbestände resultiert aus extremen Wetterereignissen, wirtschaftlichen Belastungen und biologischen Faktoren. Weite Teile der USA, besonders die Great Plains, leiden seit Jahren unter anhaltenden Dürreperioden. Weil Zukauffutter wie Heu und Mais extrem teuer geworden ist, waren viele Rancher gezwungen, ihre Tiere frühzeitig zu schlachten. Wegen der Dürre wurden über Jahre hinweg massenhaft Färsen geschlachtet, was zu historisch kleinen Kälberjahrgängen führte. Rancher kämpfen zusätzlich mit drastisch gestiegenen Preisen für Futter und Düngemittel, Treibstoff und Energie, Versicherungen und Kreditzinsen. Das Durchschnittsalter der US-Rancher beträgt mittlerweile 58 Jahre. Die körperlich harte Arbeit in Kombination mit dem wirtschaftlichen Risiko hat viele ältere Landwirte dazu bewogen, die guten Viehpreise zu nutzen, also ihre Herde komplett zur Schlachtung zu geben. Letztendlich ist der Rinderzyklus bekanntlich träge. Von der Entscheidung, eine Kuh zu decken, bis zur Schlachtreife des Kalbes vergehen knapp drei Jahre. So dauert der Wiederaufbau der Herden viele Jahre. US-Rancher laufen deshalb Sturm gegen Trumps Idee, Rindfleisch zollfrei zu importieren, da sie fürchten, dass billige Importe die Erzeugerpreise drücken und den mühsamen Wiederaufbau der US-Herden finanziell ausbremsen. Letztendlich ignoriert auch diese Trump-Aktion die wahren Probleme, typisch für alle mit populistischen Parolen an die Macht gekommenen Politiker.

Weltweit sinkende Rindfleischproduktion

Die weltweite Rindfleischproduktion wird in diesem Jahr um 1,1 Mio. t zurückgehen. Die Rückgänge betreffen alle großen Produzenten: Brasilien, die USA, Argentinien, China und die EU. Zwar geht auch der weltweite Verbrauch zurück, aber grundsätzlich sollten auch deutsche und europäische Mastrinderhalter von weiter stabilen Märkten und auskömmlichen Preisen ausgehen können.

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