Von August bis September 2025 wurden im vergleichenden Mischfuttertest in Schleswig-Holstein Alleinfutter für Jungsauen, für tragende und säugende Sauen sowie Ferkelaufzuchtfutter vom Verein Futtermitteltest (VFT) beprobt, überprüft und bewertet.
Durch Mitarbeiter der Schweinespezialberatung Schleswig-Holstein und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurden die Proben direkt bei Anlieferung des Futters auf den Betrieben gezogen. Nach Untersuchung im Labor der Agrolab Lufa in Kiel erfolgte die Bewertung beim VFT. Sobald hier eine Abweichung von der Deklaration oder den Vorgaben und Richtwerten festgestellt wird, wird das Futter durch ein zweites Labor überprüft. Dadurch wird die Gefahr von Analysefehlern minimiert, und tatsächliche Abweichungen werden abgesichert.
Hinweise zur Vorgehensweise des VFT bei der Bewertung der Futtermittel, zu Anforderungen und fachlichen Vorgaben sind im Internet unter www.futtermitteltest.de zu finden. Über diese Seite ist ebenfalls ein Zugriff auf die Ergebnisse verschiedener Futtertypen in den einzelnen Regionen möglich.
Alleinfutter für Sauen aus Schleswig-Holstein
Untersucht wurden insgesamt zwei Alleinfutter (AF) für Jungsauen, ein AF für tragende Sauen und zwei Futter für säugende Sauen von zwei verschiedenen Herstellern.
Bezüglich der Genauigkeit der Nährstoffangaben der Hersteller (Deklarationseinhaltung) wurden die angegebenen Gehalte an Energie und den wesentlichen Nährstoffen mit den Laborbefunden verglichen (Tabelle 1).
Bei der fachlichen Bewertung (Tabelle 2) wird die Übereinstimmung der tatsächlichen Gehalte mit fachlich abgeleiteten Richtwerten bezüglich des Energieniveaus und der Aminosäuren- sowie Mineralstoffversorgung (in g/MJ ME) unter Berücksichtigung des vorgesehenen Einsatzzweckes beurteilt. Dieser wird dabei dem Fütterungshinweis beziehungsweise der Bezeichnung des Futters entnommen. Die Aussagefähigkeit des Fütterungshinweises wird mit beurteilt.
Alle beprobten Futter enthielten einen Phytasezusatz, was die Verdaulichkeit von Phosphor und Kalzium erhöht und eine Reduzierung der Mineralergänzung ermöglicht – so sind bei entsprechendem Zusatz die Richtwerte für Kalzium und Phosphor um 0,08 g/MJ ME niedriger.
Die angegebenen Gehalte an Energie und Nährstoffen wurden für alle Sauenfutter bestätigt. Die Jungsauenfutter blieben ohne Bewertung. Das AF für tragende Sauen erhielt wegen eines Rohfaser-Untergehalts und der Überschreitung des maximalen Energiewerts die Note „2“. Die beiden Futter für säugende Sauen erreichten in der fachlichen Bewertung die Note „1“ – ohne Auffälligkeiten.
Ferkelfutter aus Schleswig-Holstein
Die vier untersuchten Ferkelfutter stammten aus drei Mischfutterwerken. Es handelt sich um drei Ferkelaufzuchtfutter I (FAZ I) für Ferkel bis vier beziehungsweise acht Wochen nach dem Absetzen. Ein Futter wurde als Ferkelaufzuchtfutter II (FAZ II) erfasst.
Da die Angaben FAZ I und FAZ II keine genauen Altersabschnitte eingrenzen, sollten in der Bezeichnung oder in den Fütterungshinweisen auf der Deklaration die genauen Alters- und Gewichtsspannen angegeben sein, in denen das jeweilige Futter verfüttert werden soll. Bei zwei Futtern fehlte die Angabe zum Einsatzbeginn/-ende, sodass diese Futter den Ansprüchen eines Ferkels zu Aufzuchtbeginn (8 kg LM) genügen müssen. Ein Futter sollte von 15 bis 26 kg, ein anderes (FA II) ab 18/20 kg eingesetzt werden.
Alle getesteten Aufzuchtfutter enthielten einen Phytasezusatz. Die deklarierten Energie- und Proteingehalte dieser Futter sind der Tabelle 1 zu entnehmen.
In Tabelle 2 ist die fachliche Bewertung nach Einsatzzweck für die FAZ-Futter dargestellt. Ein FAZ-Futter I erhielt aufgrund eines Energie-Untergehalts die Note „3“. Alle anderen FAZ-Futter erhielten die Note „1“ – ohne Auffälligkeiten.
Die vorliegenden Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die geprüften Futterchargen und dürfen nicht generell für die Beurteilung der Futtertypen herangezogen werden. Sie lassen ebenfalls keine Rückschlüsse auf die übrigen Produkte der beteiligten Mischfutterhersteller zu.
Die Prüfung von Mischfutter durch den VFT wird insbesondere durch Zuschüsse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) gefördert.




