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Getreidekurse ziehen deutlich an

Marktkommentar
Von Claus Hoeck, LKSH-Markt
Foto: Imago

Heftige ukrainische Angriffe auf russische Schiffe im Asowschen Meer (im Nordosten des Schwarzen Meers) ließen die Weizenkurse an den Börsen deutlich steigen. Der ukrainische Generalstab meldete, dass in der 28. KW dort insgesamt 90 russische Schiffe angegriffen worden seien. Die Angriffe galten vor allem der russischen Schattenflotte, mit der Erdöl an den Sanktionen vorbei exportiert wird, es wurden Treffer auf zehn Tankern gemeldet. Getroffen wurden aber auch Frachter mit Getreideladungen. Am Freitag, 10. Juli, wurden die Reedereien um 18 Uhr darüber informiert, dass keine Durchfahrten durch die Straße von Kertsch, die das Asowsche Meer und das Schwarze Meer verbindet, mehr genehmigt würden. Wann diese Sperrung aufgehoben wird, ist nicht klar. Damit ist der Export aus Noworossijsk, dem größten Getreideexporthafen Russlands, der über mehrere moderne Getreideterminals verfügt und übrigens auch im Winter eisfrei ist, sowie Tuapse und Taman, die auch über große Getreideterminals verfügen, auf nicht absehbare Zeit unmöglich. Zur Einschätzung der betroffenen Mengen: Für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 werden die russischen Exporte, die zu etwa 90 % über Häfen am Asowschen Meer gehen, auf rund 50 Mio. t Weizen geschätzt, rechnerisch wären dies etwa 5 Mio. t Getreide pro Monat oder über 1 Mio. t pro Woche, die nun für den Weltmarkt blockiert sind. Deshalb stiegen die Weizenkurse an der Euronext-Börse am Freitag um 4 % auf ein Sechswochenhoch, am 13. Juli notierte der Septembertermin mittags etwas über 213 €. Auch die am 10. April im WASDE-Report um 2,6 Mio. t auf 272,8 Mio. t nach unten korrigierten globalen Endbestände (wegen eines größeren weltweiten Verbrauchs) stützen den Markt.

Kleinere US-Weizenernte, teurerer Mais

Das USDA senkte seine Prognose für die US-Weizenernte im Wirtschaftsjahr 2025/2026 um weitere 200.000 t auf 41,8 Mio. t, deutlich unter den 54 Mio. t des Vorjahres. Auch die Anfangsbestände wurden, wegen der starken Nachfrage aus der Futtermittelbranche, um 400.000 t reduziert. Insgesamt sinken die US-Weizenendbestände um 600.000 t unter 20 Mio. t auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Gleichzeitig haben die Daten des WASDE­Reports die Maispreise verteuert. Wegen der Hitzewelle in Europa wurde die europäische Maisernte 2026 um 3,7 Mio. t auf 53,8 Mio. t nach unten korrigiert, was den EU-Importbedarf um 3 Mio. t auf 22,5 Mio. t ansteigen lässt. Deshalb stiegen auch die Maispreise, sie folgten damit der Entwicklung der Weizenpreise und reagierten auf die USDA-Zahlen. Der Maiskurs November 2026 (neue Ernte) stand am 13. Juli mittags bei 236,50 €/t, der vordere Augusttermin bei 236,25 €/t. Damit notierte die neue Maisernte (November) trotz des steilen Preisanstiegs für Weizen immer noch um 22,20 €/t über dem Weizenkontrakt für September 2026.

Rapspreis im Auf und Ab

Der Rapshandel an der Euronext schloss Ende voriger Woche mit leichten Verlusten. Der meistgehandelte November-Termin gab auf 528 €/t nach, am 13. Juli gewann er fast 1 % und lag mittags bei 535 €. Der Soja-Komplex in Chicago endete dagegen schon am 10. Juli wegen weiterer Sojabohnenverkäufe nach China und einem leicht bullishen WASDE-Report mit deutlichen Gewinnen. Der Rapshandel litt dagegen wegen sinkender Palmölkurse in Malaysia und eines schwächeren Ölmarkts. Auf internationaler Ebene bleiben die Spannungen im Nahen Osten entscheidend für die Preisentwicklung. Auch die Hitzewellen, die Europa in den vergangenen Wochen erfassten, beschleunigten die Abreife der Rapsbestände und verringerten das Ertragspotenzial, besonders in Frankreich und Deutschland. Auch in Polen und der Ukraine werden niedrigere Erträge nicht ausgeschlossen.

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