StartNachrichtenPferd & ReiterFrühjahrsvielseitigkeit in Bad Segeberg

Frühjahrsvielseitigkeit in Bad Segeberg

Anspruchsvoller Start in die Saison
Von Lena Höfer
Justus von Paepcke aus Lehmkuhlen, Kreis Plön, gewann mit seinem Routinier Carjatan S eine Abteilung des L**. Foto: Photo-Rocket

Mit der Frühjahrsvielseitigkeit starteten die Buschreiter in Bad Segeberg in die Saison. In der A**- und der L**-Prüfung mischten sich wieder einmal Amateure und Profis. Bei bestem Turnierwetter eroberten mehr als 150 Reiter mit knapp 200 Pferden das Gelände im Ihlwald sowie das Viereck und den Parcours auf dem Landesturnierplatz.

Auch in diesem Jahr wurde während der Frühjahrsvielseitigkeit für die Deutschen Jugendmeisterschaften (DJM) gesichtet, die Anfang Juni im niedersächsischen Luhmühlen stattfinden. Angelockt von der Chance, sich zu empfehlen, war eine Vielzahl an Nachwuchsreitern, auch aus den benachbarten Bundesländern, nach Bad Segeberg gekommen, um die L**-Prüfung zu reiten.

Einer davon war Justus von Paepcke aus Lehmkuhlen, Kreis Plön. Der 15-Jährige konnte mit dem ehemaligen Olympiapferd Carjatan S eine Abteilung für sich entscheiden. Mit der zweitbesten Dressur aller Reiter und einem fehlerfreien Gelände setzte er sich trotz eines Fehlers im Parcours durch. Damit stellte das Paar, das im vergangenen Jahr auf dem zweiten Platz gelegen hatte, seine Leistungsfähigkeit einmal mehr unter Beweis.

„Es war super, die Sichtung hier zu haben“, resümierte Tabea Henze. Die Leistungskoordinatorin des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein (PSH) verschaffte sich einen guten Überblick. „Es sind in diesem Jahr auch Teilnehmer dabei gewesen, die in der vergangenen Saison noch im Bundesnachwuchschampionat, also in Klasse A**, geritten sind. Die haben den Sprung auf L** richtig gut geschafft“, freute sie sich. Das sei auch ein Ergebnis der Jugendarbeit der vergangenen Jahre. Nun guckt sie gespannt in Richtung DJM.

Sieg für Körner in Klasse L

Die zweite Abteilung der Klasse L** gewann Tom Nikolas Körner. Der Medizinstudent, der auf dem Gestüt Tasdorf, Kreis Plön, trainiert, hatte erneut seinen erfahrenen Chip Chap ZH gesattelt. „Chip Chap war mit seinen mittlerweile 17 Jahren frischer denn je und hat in allen drei Disziplinen tolle Leistungen gezeigt“, freute sich Körner.

Im Herbst hatte der Reiter in Bad Segeberg den dritten Platz im Geländeritt mit Stilwertung der Klasse L** geholt und sich dabei den Finger gebrochen. „Der ist glücklicherweise wieder gut verheilt“, stellte er klar. Der Hinderniskomplex, an dem der Unfall vor einem halben Jahr passiert war, war wieder mit von der Partie. „Diesmal habe ich ihn besser vorbereitet und geritten, und wir konnten ohne Knochenbrüche ins Ziel kommen“, berichtete Körner, der schon mit einer guten Dressur und einem fehlerfreien Springen am Sonnabend auf Sieg gesetzt hatte.

Zweite wurde seine Stallkollegin Rebecca-Juana Gerken. Mit Cadillac, einem achtjährigen Holsteiner von Cas­cadello, landete sie vor der Hamburgerin Emma Fischer und Homerun for Glory. Die Juniorin, die im vergangenen Jahr bei der Ponyeuropameisterschaft mit dem Team Bronze geholt hatte, und der elfjährige Holsteiner von Hermes de Lux sind seit dem vergangenen Jahr ein Team und empfahlen sich ebenfalls für die DJM.

Viele Nennungen in Klasse A

Für die A**-Prüfung hatten die Veranstalter wieder einmal die meisten Nennungen erhalten. Hier wurde in drei Abteilungen gewertet, aufgeteilt nach Ranglistenpunkten.

Eine davon gewann Dirk Schrade. „Das war toll mit dem Wetter heute, und dass es nachts ein bisschen geregnet hat, tut der Strecke in Bad Segeberg immer gut“, resümierte er am Sonntag. Der Profi aus Heidmühlen, Kreis Segeberg, hatte zwei Pferde dabei. Mit Bacalar startete er in Klasse L**, zeigte eine der besten Dressurprüfungen, blieb im Parcours fehlerfrei und ließ es dann im Gelände langsam angehen. Die neunjährige Holsteiner Stute von Constanzenhof‘s Barcley war auch schon auf S-Niveau erfolgreich und hatte so einen guten Start in die Saison.

Mia Sophie Klonowski (v. li.), Dirk Schrade und Marie Degner konnten ihre jeweilige Abteilung in der Klasse A** für sich entscheiden. Foto: Photo-Rocket

Schrade, Mannschaftsolympiasieger von 2012, hatte auch noch den sechsjährigen Crossfighter dabei. Der Sohn des Cascadello wurde von seiner langjährigen Sponsorin Freya Rethmeier selbst gezogen. Im vergangenen Jahr hatte Schrade ihn bei den Bundeschampionaten vorgestellt, doch „da war er noch nicht ganz so weit“. Über den Winter habe der Youngster einen Riesensprung nach vorn gemacht. „Das hat er hier super gemacht“, befand Schrade. Crossfighter soll jetzt im „normalen Sport“ laufen, also in Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse L* und gegen Ende des Jahres gern L**.

Die zweite Abteilung gewann die Kielerin Mia Sophie Klonows­ki mit ihrer Trakehner Stute Daybreaker. Die 14-jährige Reiterin hat damit den Sprung in die Klasse A eindrucksvoll gemeistert. Die dritte Abteilung entschied Marie Degner für sich. Die Reiterin des Pferdesport- und Fördervereins Süseler Baum, Kreis Ostholstein, hatte im vergangenen Jahr eine Turnierpause eingelegt und startet nun mit der achtjährigen italienischen Stute Cloelinda durch.

„Das waren zwei tolle Prüfungen“, befand Matthias Karstens. Der Geschäftsführer des veranstaltenden PSH schränkte allerdings ein: „Die Parcours waren durchaus selektierend.“ So gab es Verweigerungen, Vorbeiläufer und auch Stürze. „Beide Prüfungen waren auf Zweisterneniveau ausgeschrieben. Das ist für viele nach der Winterpause schon eine größere Herausforderung“, erklärte Karstens. Dabei habe der Parcourschef Torben Mölleken nicht am oberen Ende aufgebaut: „Ich denke, er hat ein gutes Mittelmaß gefunden.“

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