Wer jetzt die Knollen und Zwiebeln von Gladiolen und Lilien, Montbretien und Wunderblumen in Beete und Töpfe pflanzt, kann sich auf einen blütenreichen Sommer freuen.
Die Gladiole (Gladiolus) erfreut sich nach Jahren in der Versenkung nun wieder zunehmender Beliebtheit. Charmant sind vor allem die Zwergsorten für den Kübel. Die höheren Hybrid-Sorten eignen sich wegen ihres geringen Platzbedarfs auch für schmale Pflanzstreifen an Haus oder Terrasse. Sie werden einfarbig meist als „Edel-Gladiolen“ und mehrfarbig als „Schmetterlings-Gladiolen“ angeboten. Sie passen perfekt in jedes Blumen- und Staudenbeet, sofern der Standort sonnig und der Boden gut durchlässig ist. Wie es sich für Diven gehört, brauchen sie von allem viel: Viel Sonne, viel Wasser, viel Dünger. Als Gegenleistung füllen die Glockenblüten der Gladiolen Sommerbeete mit lauten Tönen – und das über Wochen hinweg. Tipp: Gladiolen immer in Gruppen von fünf bis 15 Knollen pflanzen. Vorteilhaft sind Ton-in-Ton-Kombinationen oder zwei aufeinander abgestimmte Blütenfarben. So kommt die Farbstärke des Flors am besten zur Geltung.
Bei den Wildarten der Gladiole handelt es sich meist um niedrigere, züchterisch nur wenig veränderte Arten und Sorten. Viel zu selten ist die anmutige Sterngladiole (Gladiolus murielae) zu sehen. Mit ihren weißen Blüten verwandelt sie halbschattige Ecken in lichte Plätze und eignet sich zudem hervorragend zur Pflanzung in größere Gefäße. Am besten verwendet man die Sterngladiole großzügig, denn die Stiele machen sich mit ihren fünf bis sechs Einzelblüten toll in der Vase. Auch die Wildgladiole, manchmal als Byzantinische Siegwurz (Gladiolus communis ssp. byzantinus) angeboten, ist in unseren Gärten eine Rarität. Über dem schwertförmigen Laub erhebt sich im Mai und Juni der kräftige, bis zu 70 cm hohe Blütenstand, an dem zehn bis fünfzehn purpurrote Einzelblüten hängen. Diese Art fügt sich in Rabatten und naturhafte Gestaltungen gleichermaßen gut ein. Wichtig ist ein durchlässiger, eher trockener Boden in voller Sonne. Tipp: Die Wildgladiole ist eine wunderschöne Schnittblume.
Mit nur wenig Zuwendung kommen die eleganten Lilien aus. Ihre Blütenpracht und ihr Duft fesseln Gärtner seit Generationen Auch hier findet sich mit Trompetenlilie (Lilium-aurelian-Hybriden), Madonnenlilie (Lilium candidum), Riesen-Türkenbund-Lilie (Lilium henryi), Tiger-Lilie (Lilium lancifolium var. splendens), Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Königs-Lilie (Lilium regale), Feuerlilie (Lilium bulbiferum) und den vielen Hybrid-Sorten ein fast unüberschaubares Angebot. Wer die Lilien nach dem Prinzip „sonniger Kopf, schattiger Fuß“ pflanzt, liegt in der Regel richtig. Dennoch sollte man sich beim Kauf der jeweiligen Art nach den Ansprüchen an Licht und Boden erkundigen, denn die Bedürfnisse unterscheiden sich durchaus. Nach dem Kauf werden die Zwiebeln möglichst zügig gepflanzt, ansonsten vertrocknen sie recht schnell. Madonnen-, Türkenbund- und Feuerlilien zählen zu den klassischen Bauerngartenpflanzen. Hier kombiniert man sie mit Stauden und Einjährigen. Farblich dezente Begleiter oder ein ruhiger Gehölzhintergrund heben die Wirkung der großen Lilienblüten hervor. Tipp: Lilien werden häufig von Lilienhähnchen, einem roten Käfer, befallen. Er und seine Larven fressen das Laub, daher ist regelmäßig zu kontrollieren und abzusammeln.
In die Rubrik „besondere Schönheit“ fällt die Wunderblume (Mirabilis jalapa). Sie bildet an einer Pflanze verschiedenfarbige Blüten aus. Das Spektrum reicht dabei von Weiß über Gelb und Pink bis hin zu Rot. Die zwischen 60 und 100 cm hohe Pflanze öffnet erst am späten Nachmittag ihre Blüten, und das sogar ziemlich pünktlich zur selben Zeit. In England wird die Pflanze daher „Vier-Uhr-Blume“ (Four o‘clock) genannt. Die Schönheit braucht einen vollsonnigen, warmen und geschützten Standort. Verblühtes ist regelmäßig zu entfernen, reichlich Wasser und Dünger sind ebenfalls gern gesehen.
Natürlich dürfen auch ein paar Tipps für den guten Start nicht fehlen. Sämtliche Sommerzwiebelblumen lieben durchlässiges Substrat. Bei schwerem Boden vermischt man diesen mit Sand und gibt zusätzlich eine Kiesschicht als Drainage auf den Boden des Pflanzlochs. Alternativ pflanzt man die Knollen gleich in den Topf. Sie kommen im April, spätestens bis Mitte Mai in die Erde. Die jeweiligen Pflanztiefen und -abstände stehen auf der Verpackung. Bei der Pflanzung ins Freiland müssen die jungen Triebe unbedingt vor Spätfrösten geschützt werden. Wer die Knollen ab Mitte April in Töpfen vorzieht, erfreut sich drei bis vier Wochen früher an den Blüten. Da die meisten Knollen und Zwiebeln von sommerblühenden Blumen keinen Frost vertragen, müssen sie im Herbst ausgegraben werden. Dafür kürzt man zunächst die Stängel auf 10 bis 15 cm ein, entfernt die Erde von den Knollen und legt diese möglichst trocken in Kisten. Die Lagerung erfolgt am besten in einem dunklen Raum bei etwa 10 °C.
Weitere sommerblühende Zwiebel- und Knollenblumen (Auswahl): Kronenanemone (Anemone coronaria), Indisches Blumenrohr (Canna indica), Dahlien (Dahlia), Milchstern (Ornithogalum thyrsoides), Montbretien (Crocosmia), Inkalilie (Alstroemeria).



