Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen. Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände vorgestellt – heute: der KLFV Ostholstein.
Das Land zwischen den Meeren bietet viele touristische Highlights, doch selten treten sie so geballt auf wie im Kreis Ostholstein: die lange, stark erschlossene „Promenadenküste“ inklusive der Insel Fehmarn, die Holsteinische Schweiz mit ihren Seen, das nahe Weltkulturerbe Lübeck. Das ist ein riesiges Angebot an Freizeit- und Besuchsmöglichkeiten, die von den Ortsvereinen genutzt werden können.
Es hat aber auch Nachteile: „Fast alle hier sind im Tourismus beschäftigt – mit Zimmervermietung, Cafés, Catering, Hofläden. In der Saison hat da niemand Zeit für Veranstaltungen“, weiß Kathrin Dehn-Schumacher, erste Vorsitzende des KLFV. Und außerdem: „All das kann man auch privat nutzen, wir müssen also gute Gründe haben für unsere Veranstaltungen.“ Einen solchen guten Grund kennt Kreisschriftwartin Heike Drews: „Man ist in ein soziales Gefüge eingebunden und unternimmt etwas, das man allein nicht machen würde oder könnte.“
OH – klein, aber oho!
Mit sieben Ortsvereinen (OV) gehört Ostholstein (OH) zu den kleineren Kreisverbänden. Der Vorstand ist mit acht Mitgliedern allerdings sehr gut besetzt, zwei Junge LandFrauen gehören als neue Beisitzerinnen dazu. Drei feste Veranstaltungen des Kreisverbandes gibt es im Jahr: die Jahreshauptversammlung, eine Sommerveranstaltung, in der reihum die Ortsvereine zu Highlights in ihrer Region einladen (dieses Jahr in die Kirche in Bosau aus dem 12. Jahrhundert mit Orgelführung und Besuch des historischen Friedhofs), sowie ein gemütliches Wintertreffen „ohne Tagesordnung“ zum Austausch. Alle zwei Jahre findet ein KreisLandFrauentag statt. Das nächste Mal wird die Journalistin Heike Götz über ihre Pilgerfahrt auf der Via Baltica von Usedom bis Bremen berichten.
Obst, Gemüse und Gesang
Die Ortsvereine sind ebenfalls sehr aktiv, etwa mit Radtouren und Sport, einer Tagesfahrt nach Wismar, einem Vortrag „Frauen und Finanzen“ zur persönlichen Vorsorge, mit Betriebsbesichtigungen zum Obsthof Epona bei Eutin, zum Erdbeerhof Mougin oder zum Spargelstechen. Einmal im Jahr steigt eine After-Work-Party in Malente mit Picknick. Sowohl Fehmarn – mit 300 Mitgliedern der stärkste Ortsverein – als auch Neustadt verfügen über einen LandFrauenchor. Die OV Eutin und Bad Schwartau haben ihr Spektrum zu „StadtLandFrau mit Tradition“ in ihrem Logo erweitert.
Seit 2023 gibt es in Ostholstein auch die Jungen LandFrauen, die unter anderem zum monatlichen Stammtisch einladen. „Zur Gründung kamen rund 100 Frauen“, freut sich Anja Willemeit. Möglicherweise wurde der OV Lensahn dadurch gerettet, dass drei Junge LandFrauen bereit waren, dort in den Ortsvorstand einzutreten.
Immer wieder werden die LandFrauen auch zu gesellschaftlichen und sozialen Themen angefragt, etwa über den Sitz im Gleichstellungsbeirat des Kreises zur Geburtenversorgung oder zum Projekt „ein Bus gegen Einsamkeit“.
Foto: KLFV
Dieses Jahr wird der OV Eutin 80 Jahre alt und ist damit der älteste, noch vor dem Landesverband – „die Mutter aller LandFrauenvereine“, wie Drews stolz vermerkt. Die Gründung fand am 9. April 1946 noch in der britischen Zone statt „unter Bewachung einer britischen Offizierin“. Gefeiert wurde der 80. Geburtstag im Eutiner Brauhaus. Frühere Vorstandsdamen erzählten von ihrer Tätigkeit, Wagners Salon-Quartett gestaltete das musikalische Programm.




