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Studie attestiert Biokraftstoffen miese Klimabilanz

Deutsche Umwelthilfe fordert Abschaffung der Biokraftstoffförderung
Von Agra-Europe
Eine Studie im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe attestiert Biokraftstoffen aus Anbaumasse eine miese Klimabilanz. Foto: Imago

Eine miese Klimabilanz attestiert das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse. Der Flächenverbrauch für die Produktion von Biokraftstoffen aus Agrarrohstoffen mache jeglichen Klimanutzen zunichte, heißt es in einer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Auftrag gegebenen IFEU-Studie.

Die DUH fordert deshalb die Abschaffung der Biokraftstoffförderung. Stattdessen solle CO2 durch die Aufforstung von Flächen gebunden und gleichzeitig durch den Ausbau der Solarenergie mehr Erneuerbarer Strom für E-Autos gewonnen werden. Eine solche Pauschalkritik will die deutsche Biokraftstoffbranche nicht auf sich sitzen lassen. Die Studie stelle den amtlich zertifizierten Klimaschutzbeitrag nachhaltiger Biokraftstoffe völlig zu Unrecht in Frage, erklärten die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) und der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) dazu vergangene Woche in einer gemeinsamen Presseverlautbarung. Die Studie vermittle den falschen und am tatsächlichen Handlungsdruck vorbeigehenden Eindruck, dass der derzeitige Bestand von mehr als 55 Millionen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor mit Solarstrom angetrieben werden könne. Tatsächlich würden nachhaltige heimische Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse und aus Reststoffen auch in den kommenden Jahrzehnten eine tragende Rolle bei der Defossilisierung des Straßenverkehrs spielen und die Energieversorgungssicherheit sicherstellen müssen.

Forderung realitätsfern

Angesichts der Krise in der Ukraine, den Importabhängigkeiten bei Erdgas und Erdöl sowie den energiepolitischen Beschlüssen zu Kohlestrom und Nuklearenergie wirke die Forderung nach einem sofortigen Ausstieg aus der Produktion von Biokraftstoffen realitätsfremd und aus der Zeit gefallen, so die UFOP und der BDBe. Vielmehr müsse die Bioenergie mit Blick auf das nachhaltig verfügbare Versorgungspotential gemessen werden. Hieran müsse jetzt die Förderpolitik der Bundesressorts für Wirtschaft und Landwirtschaft ausgerichtet werden, fordern die beiden Verbände.

Abschied von den Klimazielen

Für den Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) steht fest, dass sich die Umwelthilfe mit der von ihr in Auftrag gegebenen Studie von den Klimazielen im Verkehr für das Jahr 2030 verabschiedet hat. „Die Umwelthilfe will offenbar ausschließlich die E-Mobilität fördern und mehr Solarstrom produzieren, um den Treibhausgasausstoß im Verkehr zu senken“, kritisierte VDB-Geschäftsführer Elmar Baumann. Aber selbst wenn die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung erreicht würden und 15 Millionen Elektroautos im Jahr 2030 in Deutschland fahren würden, seien dann voraussichtlich noch mehr als 30 Millionen Verbrenner auf der Straße. Dieser Fahrzeugbestand könne in den nächsten Jahren nur mit nachhaltig produzierten Biokraftstoffen klimafreundlicher fahren. „Nach geltender Gesetzeslage werden Biokraftstoffe bis zum Jahr 2030 den größten Beitrag zum Klimaschutz im Straßenverkehr leisten; ohne sie ist das Ziel überhaupt nicht erreichbar“, stellte Baumann klar.

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