Knoblauch, Schnittlauch, Winterheckenzwiebel und Schnittknoblauch – die Gattung Allium bietet einige, meist mehrjährig wachsende Arten, die Speisen würzigen Pfiff verleihen. Doch sie sorgen nicht nur für kulinarische Genüsse, auch die Blüten bilden einen attraktiven Blickfang.
Schon früh im Jahr liefert der Schnittlauch (Allium schoenoprasum) röhrenförmige Blätter, die fortlaufend je nach Bedarf geerntet werden können. Verantwortlich für den leicht scharfen Geschmack sind Senföle. In Abhängigkeit von Sorte und Standort wächst Schnittlauch etwa 20 bis 40 cm hoch. Geschmacklich unterscheiden sich die je nach Sorte groben, mittelgroben oder feinen Röhren nicht. Die grobröhrigen Sorten gelten jedoch als ertragreicher, da sie dickere und längere Röhren ausbilden. Die von Mai bis Juli erscheinenden rosafarbenen Blütendolden dekorieren auseinandergezupft Salate. Wer die harten Blütenstängel regelmäßig ausbricht, sorgt für ständigen Nachschub an frischen Röhren. Noch einfacher geht es, wenn der komplette Horst bodennah zurückgeschnitten wird. Der Neuaustrieb (ohne weitere Blütenstängel!) erfolgt zügig. Schnittlauch benötigt einen frischen, leicht feuchten und nährstoffreichen Boden in sonniger bis halbschattiger Lage. Tipp: Zum Austrieb mit einem Langzeitdünger für Kräuter versorgen. Die Horste verjüngt man alle zwei bis drei Jahre durch Teilung im Frühjahr. Schnittlauch-Hecken eignen sich zudem als Beeteinfassung. Hier dürfen die Pflanzen gern in die Blüte gehen. Auch die Topfkultur gelingt problemlos. Sortentipp: ‚Staro‘, grobröhrig, aromatisch, sehr hoher Ertrag.
Die Aussaatzeit der Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum) dauert von Februar bis Ende April. Die Keimlinge laufen nur langsam auf. Wenn sie etwa daumenhoch gewachsen sind, pikiert man fünf oder sechs Jungpflanzen als Gruppe in ein kleines Töpfchen. Bei der Freilandaussaat ist entsprechend zu verfahren. Die ausdauernde Zwiebelart bildet anstelle von Zwiebeln mildwürzige, aromatische Röhren, die fortlaufend vom Frühjahr bis zum Frost geerntet werden. In mehr oder weniger feine Stücke geschnitten, lassen sie sich roh oder gedünstet vielseitig in der Küche verwenden. Im Verlauf des Sommers bilden sich essbare, grün-weiße Blüten, deren Stängel nicht verhärten. Der anspruchslose Schwachzehrer zieht das Laub im späten Herbst ein und treibt sehr zeitig im Frühjahr wieder aus. Im Laufe der Zeit bilden sich dichte Bestände. Bei Bedarf teilt man daher die Pflanzen alle paar Jahre im Herbst. Die Teilstücken bekommen einen neuen Standort in Sonne oder Halbschatten auf normalem, durchlässigem Gartenboden. Sortentipp: ‚Freddy‘ für die Aussaat, alternativ Jungpflanzen im Gartenmarkt kaufen.
Schnittknoblauch (Allium tuberosum) darf nicht unerwähnt bleiben, wenn es um würzige Blätter geht. Die winterharte Staude bildet anstelle von Zwiebeln grasartig flache Blätter mit einer Höhe von 30 bis 40 cm. Die Blätter werden entweder einzeln gepflückt oder der Horst etwa 5 cm oberhalb des Bodens komplett abgeschnitten. Die Pflanzen treiben schnell wieder aus. Schnittknoblauch steht am liebsten in sonniger Lage auf feuchtem, durchlässigem und nährstoffreichem Boden, der gern kalkhaltig sein darf. Etwas Langzeitdünger, im Frühjahr beim Austrieb gegeben, deckt den Nährstoffbedarf. Die Blätter verwendet man fortlaufend frisch in der Küche. Tipp: Toller Ersatz für Bärlauch in allen Rezepten! Von sämtlichen Allium-Arten bildet Schnittknoblauch die wohl schmackhaftesten Blüten. Der Riesen-Schnittknoblauch ‚Monstrosum‘ macht mit 50 bis 80 cm Wuchshöhe seinem Namen alle Ehre, ‚Kobold‘ bleibt mit 30 bis 40 cm etwas überschaubarer. Der Austrieb erfolgt etwa zeitgleich mit dem von Schnittlauch. Sortentipp: ‚Fat Leaf‘, 30 bis 40 cm hoch, breite und fleischige Blätter, dekorative Blüte im Spätsommer.
Knoblauch (Allium sativum) wächst im Gegensatz zu den bisher genannten Arten nur einjährig. Im April steckt man einzelne Zehen (speziellen Pflanzknoblauch im Gartenhandel kaufen) etwa 5 cm tief in den Boden (Reihenabstand 20 cm, in der Reihe 15 cm). Daraus entwickeln sich bis zum August mehr oder weniger dicke Knollen, die aus einer Hauptzwiebel und den Seitenzwiebeln (Zehen) bestehen. Tipp: Die Vorkultur ab Februar auf der Fensterbank erhöht den Ertrag aufgrund der längeren Kulturdauer. Die sehr anspruchslosen Pflanzen mögen einen vollsonnigen Standort auf lockerem und humosem Boden. Frische Düngung verträgt Knoblauch nicht. Für Misserfolge sorgt auch feuchter, undurchlässiger Boden. Wer einen weniger intensiven Knoblauchgeschmack bevorzugt, greift zum Schlangen-Knoblauch (Allium sativum var. ophioscorodon). Die Triebe dieser milden Variante sind zu den Enden hin spiralig gedreht. Dort sitzen die kleinen Brutzwiebeln. Neben dem robusten, weißschaligen Knoblauch bietet der Handel auch den Rosa Knoblauch an, der mit einer violetten Schale und mildem Geschmack überzeugt.




