Nachdem die Auszahlungsgrundpreise bereits in den vergangenen zwei Monaten eine leicht rückläufige Tendenz aufwiesen, setzt sich dieser Trend auch für den Monat März weiter fort, auch wenn der Rückgang nur minimal ist. Die Grundpreise befinden sich hier in Schleswig-Holstein in einer Preisspanne von 46,82 bis 54 ct/kg Milch.
Somit hat sich die Spanne im Vergleich zum vorigen Monat nicht verändert. Das Gros der Meiereien hat den Milchauszahlungspreis nicht verändert, zwei Meiereien haben die Auszahlung erhöht, während drei Meiereien einen niedrigeren Grundpreis ausgezahlt haben. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass der durchschnittliche Auszahlungspreis der vergangenen Monate sich im Nachgang noch erhöht hat, da es bei mehreren Meiereien Nachzahlungen gegeben hat. Bundesweit gesehen hat Schleswig-Holstein damit die größte Spanne bei den Auszahlungspreisen, aber auch den höchsten Auszahlungspreis in der Spitze. In Ostdeutschland liegt die Spanne unverändert zwischen 49 und 49,2 ct/kg und in Süddeutschland werden zwischen 47,46 und 53,46 ct/ kg ausgezahlt. In Westdeutschland erhalten die Milcherzeuger zwischen 48,0 und 51,05 ct/kg Milch.
Die aktuelle geopolitische Lage und besonders das ewige Hin und Her in der Zollpolitik des amerikanischen Präsidenten verunsichern auch zunehmend den Milchmarkt. Besonders der aktuell immer stärker werdende Euro verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit für Milchprodukte aus der EU im Drittlandsexport deutlich, und das gerade jetzt, da intensive Bemühungen in den Wiederaufbau dieser Handelsbeziehungen nach dem deutschen Fall von Maul- und Klauenseuche (MKS) gesteckt werden. Auch das Tierseuchengeschehen in Europa trägt zu einer zusätzlichen Verunsicherung bei. Ungewiss bleibt, wie sich die Blauzungenkrankheit in der kommenden Saison weiterverbreiten wird und vor allem das sich aktuell ausbreitende MKS-Geschehen in Ungarn und der Slowakei treibt den Marktbeteiligten die Sorgenfalten auf die Stirn. Dies zeigt sich auch im ife-Börsenmilchwert. Diese Prognose wies vor einigen Wochen noch einen Milchpreisverlauf über der 50-ct-Grenze für die nächsten zwölf Monate aus. Diese Verlaufskurve befindet sich inzwischen etwas unter der oben genannten Marke. Auch der Preis für zwischen den Meiereien gehandelte Milch auf dem Spotmarkt liegt nur noch bei 44 ct. Dies bedeutet allerdings nur, dass bei den Meiereien aktuell wenig Bedarf an zusätzlicher Milch besteht, ist aber ein weiterer Indikator für die aktuell abwartende Haltung der Marktteilnehmer.
Positive Signale kommen dagegen von der Verbraucherseite. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Milchprodukten ist im vergangenen Jahr wieder angestiegen. Im Bereich der Frischmilcherzeugnisse stieg er um 0,8 kg auf nun wieder 84,2 kg pro Jahr. In diesem Bereich erreichten besonders die Milchmischerzeugnisse eine neue Rekordmarke von 16,4 kg. Den größten Sprung allerdings verzeichnete der Käsebereich. Hier hat sich der Verbrauch um 1,0 kg pro Kopf und Jahr erhöht und übertrifft nun mit 25,4 kg sogar das bisherige Allzeithoch aus dem Jahr 2021. Der einzige Negativtrend findet sich im Butterkonsum. Dieser ist erneut um 0,3 kg auf nur noch 5,4 kg pro Kopf und Jahr zurückgegangen und markiert damit ein neues Allzeittief.
Im Meiereisektor bahnt sich eine größere Umstrukturierung an. Der skandinavische Konzern Arla Foods und der größte Milchverarbeiter Deutschlands, das Deutsche Milchkontor (DMK), planen eine Fusion vorbehaltlich der Zustimmung der jeweiligen Vertreterversammlungen und der Kartellbehörden. Somit entstünde der mit Abstand größte Meiereikonzern Europas mit einer erfassten Milchmenge von 19 Mrd. kg Milch und rund 12.000 beteiligten Landwirten. Der neu entstehende Konzern wird unter dem Namen Arla firmieren und seinen Hauptsitz in Viby in Dänemark haben. Von Marktbeobachtern wird dies als eine erste Reaktion des Meiereisektors auf das sinkende Milchaufkommen in Europa gesehen.




