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Am 10. April fand im LVZ Futterkamp das Smart-Dairy-Farming-Symposium des Projektes „RindforNet_SH“ in Kooperation mit der Bau- und Energielehrschau der Landwirtschaftskammer statt.
Interessierte aus der Landwirtschaft, Wissenschaft sowie Vertreter verschiedener Firmen im landwirtschaftlichen Sektor kamen zusammen, um sich über die neuesten Entwicklungen in der Milchviehhaltung zu informieren und auszutauschen.
Die Veranstaltung begann mit einem einführenden Vortrag von Dr. Thore Wilder, Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel, der das Projekt „RindforNet_SH“ vorstellte. Er erläuterte die Ziele des Projekts und stellte die verschiedenen Versuchsbetriebe sowie die dazugehörigen Arbeitspakete vor. Ein zentraler Aspekt war die umfangreiche Datenerhebung in den vergangenen Jahren. In der anschließenden Diskussion betonte Dr. Anita Seidel, Leiterin des Projekts, eine Besonderheit, die dort auch zum Tragen kommt: Schleswig-Holstein bietet eine besonders hohe Vielfalt an Versuchsbetrieben. Diese Vielfalt sei einzigartig und ermögliche praxisnahe Erkenntnisse für eine zukunftsfähige Milchviehhaltung.
PD. Dr. Ralf Loges erklärt die Funktionsweise des NIR-Sensors. Foto: Annkathrin Meenken-Sievers
Der zweite Vortrag des Tages wurde von PD. Dr. Ralf Loges, ebenfalls CAU Kiel, gehalten. Unter dem Titel „Das Potenzial von Weide für Milchvieh optimal ausnutzen“ präsentierte er die Vorteile der Weidehaltung sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht. Das Fazit seines Vortrags war eindeutig: Weide wieder nutzen! Loges erklärte, dass die Weidehaltung nicht nur das Wohlbefinden der Kühe fördere, sondern auch positive Auswirkungen auf die Biodiversität habe. Zudem gebe es aus betriebswirtschaftlicher Sicht klare Vorteile, da durch die Weidenutzung Futterkosten gesenkt und die Gesundheit der Tiere gefördert werden könnten. Dabei sei es wichtig, eine klare Zielsetzung zu definieren und sich für ein entsprechendes System zu entscheiden – etwa Rotations- oder Kurzrasenweide. Besonders entscheidend sei der rechtzeitige Weidestart zu Beginn der Vegetationsperiode.
Dr. Friederike Fenger vom Thünen-Institut gab einen Einblick in die Klimabilanzierung von Milchviehbetrieben. Die Digitalisierung stelle dabei eine große Herausforderung dar, da zunehmend komplexe Datenströme generiert würden, die für eine effektive Klimabilanzierung verarbeitet werden müssten. Fenger erläuterte, wie digitale Tools und präzise Datenerhebung es ermöglichen, den CO2-Fußabdruck von Milchviehbetrieben einfacher zu analysieren, und welche Maßnahmen zur Reduktion beitragen können.
Priska Krug stellt den Rising Plate Meter auf der Weide vor. Foto: Isa-Maria Kuhn
Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Ulrike Peschel, Ökoring SH, die smarte Lösungen zur Eutergesundheit vorstellte. Sie erklärte, wie moderne Technologien helfen können, die Gesundheit der Kühe zu überwachen und Frühindikatoren für mögliche Erkrankungen zu erkennen, bevor diese für die Tiere und den Betrieb problematisch werden. So könnten frühzeitig Maßnahmen eingeleitet werden, die zum Betrieb und zur Herde passten. Für einen langfristigen Erfolg seien eine strukturierte Umsetzung der Maßnahmen sowie eine regelmäßige Überprüfung ihrer Wirksamkeit erforderlich.
Zum Programm zählten auch praxisorientierte Präsentationen, die den direkten Bezug zur Landwirtschaft herstellten. Ralf Loges demonstrierte die Funktionsweise eines mobilen NIR-Sensors zur Nährstoffuntersuchung von Futterproben. Anhand verschiedener Mais- und Grassilageproben erklärte er die Anwendungsmöglichkeiten und Einsatzgebiete. Den praktischen Teil der Veranstaltung rundete Priska Krug mit einer Präsentation des Rising Plate Meter ab. In einer anschaulichen Demonstration zeigte sie, wie dieses Gerät ermöglicht, den Aufwuchs zu messen und so den Futterertrag von Weideflächen abzuschätzen.
Fazit
Das Symposium bot einen umfassenden Einblick in die Projektarbeit von „RindforNet_SH“ und somit unweigerlich in die Zukunft der Milchviehhaltung, in der Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Tierwohl zentrale Rollen spielen.
Termin
Der nächste reguläre Baulehrschau-Termin im LVZ Futterkamp, diesmal in Kooperation mit der Ceravis AG, ist am 12. Juni ab 9 Uhr. Eine Teilnahme ist nach Anmeldung möglich.
Ein schlichtes Foto, auf dem ein Bekannter einen Bussard auf der Schulter trägt, löste bei Dirk Harders eine Leidenschaft für Greifvögel aus. Die währt nun schon 50 Jahre. Nach den Hausaufgaben gab es für den Schüler kein Halten mehr, der Hund kam an die Leine – und schon ging es hinaus in die Natur. „Ich muss in den Wald, suche Brutplätze“, rief er Freunden zu, die mit ihm in die Disco wollten, um Mädchen kennenzulernen. „Waldläufer“ nannten sie ihn fortan.
Der heute 63-Jährige widmet sein ganzes Leben den Greifvögeln. Er machte für sie Öffentlichkeitsarbeit in Kitas und Schulen, über Jahre auch im Schloss Glücksburg und im Westküstenpark St. Peter-Ording. Über Facebook erfuhren Scheichs in Katar vor vier Jahren von dem in Oldersbek (Nordfriesland) lebenden Greifvogelzüchter und -trainer, denn ein Falke aus seiner Zucht hatte dort einen Wettflug über 400 m gewonnen. Sie waren so beeindruckt von dem Tier, dass sie ihm anboten, in einem in der arabischen Welt hoch angesehenen Zuchtzentrum in Doha am Persischen Golf zu arbeiten.
Krönung des Lebenswerks
Ein Jahr ist er dort nun schon tätig. „Mir kommt alles vor wie ein orientalisches Märchen“, erzählt Harders anlässlich eines Kurzurlaubs in Nordfriesland. Er empfindet es als die Krönung seines Lebenswerkes. „So wie in meiner Heimat Hunde an der Leine geführt werden, sehe ich dort Kataris mit einem Falken auf der Hand – überall.“ Rund um Doha gebe es 23 Falken-Kliniken, ein weiterer Beleg für den Stellenwert, den dort die Vögel in der Gesellschaft besitzen. Sie dienen Repräsentationszwecken oder als Geschenk an Freunde, verkauft werden sie nie.
Dirk Harders mitten in der Wüste Katars bei zeitweise über 50 °C
Alltag im Falcon Center in Doha: Dirk Harders betritt frühmorgens die Flure mit den Kammern, in denen die Falken leben. Er ahmt die Rufe der Vögel nach, die sie sofort erwidern. Für jeden nimmt er sich viel Zeit, vermittelt ihnen Gelassenheit. „Der einzige Weg der Kommunikation geht über das Futter“, betont Dirk Harders.
Mit einer Pinzette bietet er ihnen kleine Portionen an, als wären es Jungvögel. „Das zeigt den weiblichen Tieren: Das ist ein toller Jäger, es lohnt sich, mit ihm Nachwuchs zu bekommen.“ Oberstes Ziel sei, jeglichen Stress zu vermeiden. Ansonsten komme es nicht zur Reifung von Eizellen. Und beim männlichen Tier stocke die Samenproduktion. „Um noch mehr Ruhe hineinzubringen, nehme ich zu manchen auch einen Kaffee und ein Buch mit – alles in der Hoffnung, dass sie eines Tages anfangen, Eier zu legen.“ Da passt die Anekdote von „Lady5“: Das Wanderfalken-Weibchen nimmt kein Futter mehr an, alle fürchten, sie wolle nicht mehr leben. Weil Papiere fehlen, weiß keiner, wie alt sie ist. Vielleicht 18? Dirk Harders betritt das erste Mal ihre Kammer: „Sie guckt mich an, ich sie – da haben wir beide gemerkt, dass es klappen wird.“ Schnell kann er sie aufpäppeln und bald hat sie das erste Ei in ihrem Leben gelegt. Später finden sich doch noch Unterlagen, sie war sechs Jahre alt.
Greifvögel genießen in etlichen europäischen Ländern, vor allem aber in mehreren arabischen Ländern Kultstatus. Sie symbolisieren Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. So gilt der Wanderfalke mit mehr als 300 km/h als das schnellste Tier der Welt. Dirk Harders war bei Jagdmessen dabei und erlebte die Begeisterung für die Qualitäten der einzelnen Tiere – ähnlich wie es in seiner Heimat bei Züchtertreffen für Pferde zugeht. Eine zentrale Rolle in Dirk Harders‘ Leben spielt sein Sakerfalke Dana. Mit ihr begann er vor einem Vierteljahrhundert selbst zu züchten.
Bis heute begeistert das von Dana an ihre Nachkommen weitergegebene Erbmaterial die Falkner in der ganzen Welt. Sie kennen die Zuchtlinien und können sie zurückverfolgen bis in Harders’ nordfriesisches Dorf. Er beschreibt sein Erfolgsrezept: Alles sei eine Frage der Grundeinstellung zum Vogel und der persönlichen Fähigkeiten seines Trainers. Von Vorteil sei es, ein guter Ornithologe mit dem Spezialgebiet „Greifvögel“ zu sein. Die sich daraus entwickelnde Faszination sei ein wichtiger Baustein. Verantwortungsbewusstsein, Geduld, Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl seien zwingend notwendige Eigenschaften. „Man muss lernen, die Dinge aus der Sicht seines Greifvogels zu sehen, um seine Reaktionen verstehen zu können – und nur wer eine gute Hand für die Tiere hat, wird außergewöhnliche Ergebnisse erzielen können.“
So weit die Theorie. Umso größer war daher die Bestürzung, als Dana 1999 von einem Ausflug in freier Wildbahn nicht mehr heimkehrte. Für eine aktive Suche blieben ihm 125 Stunden Zeit, danach würde der an ihr angebrachte Sender den Betrieb einstellen und es wäre kein Signal mehr zu empfangen. Harders fuhr 5.000 km durch Schleswig-Holstein – keine Spur von Dana.
Nach elf Monaten in freier Natur gelang es Dirk Harders, seinen Sakerfalken Dana auf dem Dach des ehemaligen Polizeipräsidiums in Hamburg einzufangen. Mit ihr begann die Zeit als Falkenzüchter.
Erst elf Monate später tauchte sie wieder auf, ließ sich auf dem ehemaligen Polizeipräsidium in Hamburg nieder – und wurde von Dirk Harders eingefangen. Was die gesamte Fachwelt damals nicht glauben konnte: Dana wog nach der Zeit nur 8 g weniger, und nur 36 Stunden nach dem Einfangen setzte sie sich daheim in Oldersbek in der Küche des Hauses seelenruhig auf den Handschuh und nahm das ihr angebotene Futter an. „Ich führe das auf die hohe Intelligenz der Sakerfalken zurück, sie vergessen nicht, wo es ihnen gut gegangen ist.“ Entsprechend war auch das Medienecho. So veröffentlichte der Deutsche Falkenorden ihre Geschichte, wodurch Dana europaweit bekannt wurde. Experten sollen sich die Augen gerieben haben, weil sie so etwas noch nie gehört hatten. Alle gingen davon aus, dass das Tier im Laufe der Monate hätte verwildert sein müssen.
Dirk Harders ist fest davon überzeugt, dass er durch die Berichte über Dana auch in den Sozialen Medien den Job in Doha bekommen hat. Die Manager dort ließen sich die Story immer wieder einmal erzählen. Eher beiläufig bemerkt er noch, dass ihm bereits damals aus der arabischen Welt eine feste Anstellung angeboten worden sei. „Ich habe abgelehnt, wollte erst noch mehr Erfahrungen sammeln.“ Heute arbeitet er in der Zuchtsaison bis zu 16 Stunden bei Temperaturrekorden von 56 °C. Gelegentlich muss er auch nachts raus, da gibt es kein Pardon. Das Zuchtzentrum wurde einst von der Königsfamilie gebaut, gilt als eines der besten auf der Arabischen Halbinsel. Das Gebäude ist 10 m hoch, die Rundflughalle hat einen Durchmesser von 100 m. Inzwischen ist in Saudi-Arabien ein neues Zentrum gebaut worden, 300 m lang und voll klimatisiert.
Arbeit und Jagd mit Greifvögeln
Die Arbeit mit Greifvögeln beschreibt Thilo Henckell. Er ist Vorsitzender des Falkenorden-Landesverbands Schleswig-Holstein/Hamburg. Henckell erinnert daran, dass der Wanderfalke durch das Insektizid DDT in den 1970er Jahren fast ausgestorben war. Die Bestände erholten sich erst nach dem Verbot des Mittels. Bis heute kümmere sich eine großartige Gemeinschaft von Falknern und Ornithologen um die Vögel. Auch in den europäische Nachbarländern bemüht man sich erfolgreich um die Wiederansiedlung von waldbrütenden Wanderfalken, die völlig ausgestorben waren. Rund 1.200 dieser wunderbaren Greifvögel wurden beispielsweise nur in Deutschland von Falknern in Wäldern ausgewildert. All das sei ohne das Wissen aus der Falknerei nicht möglich gewesen. Heute gibt es wieder zirka 80 Paare der Baumbrüter und zirka 1.800 Brutpaare deutschlandweit. Henckell selbst betreibt im Norden von Hamburg eine Auffangstation, in der verletzte Greifvögel und Eulen gepflegt und fit für die Auswilderung gemacht werden. Die Falknerei, im engeren Sinn die Beizjagd, nennt Thilo Henckell „Jagd mit Greifvögeln auf frei lebendes Wild“. Er betont, dass die Tiere dabei ihrem eigenen Instinkt folgen, und zitiert den Tierfilmer Horst Stern: „Falknerei ist die Kunst, ein wildes Wesen an sich zu binden, indem man ihm immer wieder die Freiheit schenkt.“ Da man ihn ohnehin zu nichts zwingen kann, heißt es in der Falkner-Szene: „Der Vogel geht mit uns zur Jagd – und nicht umgekehrt.“
Bei einer Jagdmesse geht es um Schönheit und Schnelligkeit. Fotos: privatKeine Flugschau, sondern Öffentlichkeitsarbeit für Greifvögel, wie hier 2001 im Westküstenpark in St. Peter-Ording. Foto: privatVertrauen schaffen erfordert Zeit, Faszination und hohe Qualitäten als Tiertrainer. Foto: privatFalkner Dirk Harders, Nordfriesland, Katar, Doha, Wüste, Dana, Falken, Zucht Fotos: PrivatNach ein paar Monaten sollte Dirk Harders von Kollegen dann auch mal landestypisch gekleidet werden. Foto: privat
Teil eins der Prüfung zum Fischer auf dem Meer ist geschafft.
An der Landesberufsschule für Küsten- und Kleine Hochseefischerei stellten sich die Fischeranwärter Ende März dem ersten Teil der Abschlussprüfungen für dieses traditionelle Handwerk.
Wie navigiere ich meinen Kutter über das Meer? Wie pflege ich meine Maschine und Ausrüstung an Bord? Welche Fanggeräte werden benötigt und wie werden sie gebaut? Wie können die Bestände des Meeres nachhaltig bewirtschaftet werden? Einige von vielen Fragen, die sich den Anwärtern stellten.
Umso erfreulicher waren die guten Leistungen am Prüfungsende. Daneben legten neun angehende Fischer die Zwischenprüfung ab und beendeten damit die halbe Seereise ihrer Ausbildung. Ab August starten sie nun in das letzte Ausbildungsjahr.
Zwischenprüfung (v. li.): Wilhelm Schwenn, Lucai Botha, Jago Taddäus Hennemuth, Nicolai Juilfs-Röhling, Yannik Barniek, Ben Brendel, Askjell Schmittner, Nick Henke, Ole Ronnebeck Foto: Gabriele Witt
Die Landwirtschaftskammer und die Kollegen der Fischereischule gratulieren allen Absolventen zum Erreichten.
Im Sommer wird sich die Abschlussklasse dem zweiten Teil der Prüfung stellen müssen, um die Berufsbezeichnung „Fischwirt Küstenfischerei und Kleine Hochseefischerei“ zu führen. Dafür viel Erfolg! Mehr zur Ausbildung Fischwirt/-in findet sich hier.
Eines der größten Osterfeuer der Region wurde am 12. April in Looft gefeiert. Ab 20 Uhr strömten rund 4.000 Gäste auf das Veranstaltungsgelände, wo die Landjugend Steinburger Geest gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfern ein beeindruckendes Fest auf die Beine gestellt hatte – mit großem Feuer, ausgelassener Partystimmung im Zelt und gelungener Organisation.
Bereits seit Januar hatte der zwölfköpfige Vorstand der Landjugend das Event vorbereitet. Am Abend selbst waren rund 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus der Landjugend im Einsatz – ob am Bierwagen, Haupttresen, als Ordner, beim Busch- und Brennholzfahren, als Parkplatzwächter, Getränkeschlepper in der Nacht oder im Festausschuss.
Erfahrungen als Ausrichter
Etwa 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer waren rund um das Osterfeuer im Einsatz. Foto: Laura Partey
Für Sicherheit und medizinische Versorgung sorgten die Sicherheitskräfte der Firma Höllmer Security sowie zehn ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des DRK Itzehoe. Begleitet wurde das Geschehen zudem von zwölf Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Looft, die jederzeit einsatzbereit waren. Auch Polizei und Ordnungsamt aus Schenefeld zeigten in der Nacht Präsenz, um im Bedarfsfall schnell eingreifen zu können. Veranstaltungen dieser Größenordnung bringen eine Vielzahl behördlicher Auflagen mit sich – dank ihrer Erfahrung als bewährte Ausrichterin konnte die Landjugend Steinburger Geest diese Anforderungen routiniert in die Planungen integrieren.
Der trockene Frühling mit geringen Niederschlägen hatte zur Folge, dass das Brennmaterial besonders trocken war. So war das Feuer bereits gegen 23 Uhr niedergebrannt – der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch. Im Festzelt ging die Party weiter, das DJ-Team 365 heizte ordentlich ein und erfüllte Musikwünsche, die vorab über Social Media eingereicht werden konnten. Bis etwa 4.30 Uhr wurde ausgelassen gefeiert.
Der Abbau begann direkt im Anschluss – gegen 10 Uhr am nächsten Morgen war das Gelände bereits wieder aufgeräumt und alle Beteiligten konnten erschöpft ins Bett fallen.
Voller Einsatz aus der Region
Um die 4.000 Gäste strömten am Ostersonnabend auf das Veranstaltungsgelände. Foto: Laura Partey
Ein großer Dank geht an alle Landwirte aus dem Umkreis, die mit Treckern, Maschinen, Buschmaterial und Flächen zur erfolgreichen Durchführung beigetragen haben. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung funktioniert nur, wenn viele Hände mit anpacken und das klappte auch in diesem Jahr wieder hervorragend. Dank gebührt ebenso allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, ob aus der Landjugend oder nicht. Sie haben mit ihrem Engagement dafür gesorgt, dass das Osterfeuer in Looft auch 2025 wieder ein voller Erfolg wurde.
Der Vierkampf aus Dressur, Springen, Laufen und Schwimmen zählt zu den ältesten Bundesveranstaltungen im Jugendpferdesport. In diesem Jahr fanden die Deutschen Meisterschaften und der Bundesnachwuchsvierkampf in Achern statt. Aus Schleswig-Holstein hatten sich zehn Kinder mit 26 Erwachsenen auf den weiten Weg gemacht.
„Schon in der Vorbereitung haben die Kinder und ihre Eltern toll mitgezogen“, berichtet Dörte Kühl. Sie ist Vorstandsmitglied des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein (PSH) und dort auch verantwortlich für die Jugendleitung. Gemeinsam mit den Landesjugendsprechern Pia Harder und Jeppe Behr sowie dem Landesjugendwart Cedric Hinrichs kümmert sie sich schon seit vielen Jahren um den Vierkampf. „Wir sind ein Megateam“, macht sie klar. In Zukunft wird Jeppe Behr nicht mehr als Jugendsprecher dabei sein, da er aufgrund seines Alters nicht mehr zur Wiederwahl antritt, aber Janne Mühlenberg wird für ihn übernehmen. Sie hat die Gruppe auch schon nach Achern begleitet.
„Das war alles sehr stimmig, und die Kinder waren super vorbereitet“, berichtet Kühl. Denn die Vierkämpfer waren nicht nur beim Stützpunkttraining und -turnier, sondern trafen sich dank der guten Planung der Jugendsprecherin seit Februar etwa alle zwei Wochen zum Schwimmen, Laufen oder Abteilungsreiten. Zusätzlich gab es erstmalig ein Teambuilding-Wochenende.
Etwas traurig war Kühl über die geringe Anzahl an startenden Vierkämpfern in Klasse A bei den Landesmeisterschaften im vergangenen Jahr. Sie hoffe auf eine Besserung im kommenden Jahr, da das Starterfeld im Nachwuchsbereich erstaunlich umfangreich gewesen sei. Beim Bundeswettkampf hingegen sei das Starterfeld mit 15 Mannschaften so groß gewesen wie noch nie. Dennoch hätten wohl auch die anderen Verbände Mühe gehabt, Teilnehmer zu finden. Deshalb gab es eine Änderung bei den Regeln: Ältere und in höheren Leistungsklassen reitende Kinder waren in diesem Jahr ebenfalls zugelassen.
Mit zwei Pferden und fünf Ponys machten sich die Nordlichter auf den Weg nach Baden-Württemberg. In der ersten Disziplin, dem Schwimmen, lief es erst einmal nicht so gut. „Zwei unserer Starter hatten Fehlstarts in ihrer Gruppe“, erklärt Kühl. Für das Reiten wurden den Schleswig-Holsteinern die Pferde aus Thüringen zugelost, die es ihnen in der Dressur nicht leicht machten. Kühl war aber mit den Leistungen sehr zufrieden. So ging die beste Dressurnote an Antonia Glißmann vom Reit- und Fahrverein am Bilsbek, Kreis Pinneberg. Auch im Springen hätten alle abgeliefert. Niemand hatte eine Note unter 7,0 – auch die Ponyreiter nicht.
„Wir sind mit großen Zielen hingefahren“, gibt Dörte Kühl zu. Die Truppe sei auch gut genug gewesen, um auf dem Treppchen zu stehen. Doch manchmal gehöre auch ein bisschen Glück dazu. Am Ende kamen die Bundesnachwuchsvierkämpfer mit ihren Ponys auf den siebten Platz. Die Mannschaft bei der Deutschen Meisterschaft erreichte den sechsten Platz.
Kühl freute sich vor allem über den Zusammenhalt. So hätten auch die „weltbesten Ersatzreiter“ voll mitgezogen und das Team unterstützt, wo sie nur konnten. „Und die Fangemeinde aus dem Land zwischen den Meeren ist eh die beste“, findet sie. Mit blau-weiß-roten Perücken wurde für ordentlich Wirbel gesorgt. „Achern war nett. Nur das Wetter war zu Hause besser“, resümiert Kühl.
Die Landesregierung hat in der vergangenen Woche den zweiten Entwurf eines neuen Landesentwicklungsplans (LEP) Windenergie beschlossen. Der Entwurf ist ab sofort im Internet einsehbar. Die Öffentlichkeit kann ab dem 21. Mai zu dem Entwurf Stellung nehmen. Das Beteiligungsverfahren läuft bis zum 21. Juli.
„Der LEP Windenergie legt die Regeln fest, anhand derer wir die Windenergienutzung vorantreiben wollen. Er ist die entscheidende Grundlage für den weiteren konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien und für unser Ziel, etwa drei Prozent der Landesfläche für eine Windenergienutzung bereitzustellen. Der LEP Windenergie ist also ein zentraler Baustein für die Energiewende in Schleswig-Holstein. Mit dem zweiten Planentwurf berücksichtigen wir viele Verbesserungsvorschläge und Änderungswünsche aus der Öffentlichkeitsbeteiligung“, sagte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU).
„Anpassungen nicht auf Kosten des Naturschutzes“
Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) erklärte: „Windenergie aus Norddeutschland ist kostengünstig und ein großes Pfund für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes, aber auch für den Schutz des Klimas. Mir ist wichtig, dass der Schutz von Tieren und Pflanzen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht unter die Räder kommt, denn auch die Artenvielfalt ist natürliche Lebensgrundlage für uns Menschen. Deshalb ist es gut und richtig, dass die Anpassungen der natur- und artenschutzfachlichen Ziele und Grundsätze der Raumordnung nicht auf Kosten des Naturschutzes gehen, sondern eher redaktioneller Art sind. So bleiben die Hauptachsen des überregionalen Vogelzugs weiterhin frei von Windkraftanlagen. Dasselbe gilt für die Wiesenvogelbrutgebiete, das Seeadlerdichtezentrum sowie die Umgebungsbereiche der Brutplätze windkraftsensibler Großvögel. Der Landesentwicklungsplan Wind ist damit weiterhin ein sehr guter und tragfähiger Kompromiss, um die Belange des Natur- und Artenschutzes und des Windkraftausbaus in Einklang halten und den Windfrieden in unserem Land auf ein breites Fundament zu stellen.“
Der erste Entwurf des LEP Windenergie war 2024 in ein öffentliches Beteiligungsverfahren gegeben worden. Nach Auswertung der rund 1.800 abgegebenen Stellungnahmen hat die Landesregierung entschieden, dass ein zweiter Planentwurf erforderlich ist. Darin wurden einige Regelungen noch einmal verändert oder Abgrenzungen angepasst.
Mit dem LEP Windenergie setzt das Land geänderte Anforderungen des Bundesrechts um. 35 Ziele und 34 Grundsätze der Raumordnung bestimmen, wo und in welcher Form zukünftig das Land und die Gemeinden Windenergiegebiete ausweisen dürfen. Der LEP Windenergie legt aber noch keine Vorranggebiete fest. Dies ist Aufgabe der Regionalpläne Windenergie, deren erste Entwürfe Mitte des Jahres veröffentlicht werden sollen.
Ein wesentlicher Grundgedanke des zweiten Planentwurfes ist die Streichung von Zielen der Raumordnung (ZdRO), die bereits in anderen Regelwerken normiert oder faktisch ausgeschlossen sind. Dazu zählen zum Beispiel militärische Bereiche, Binnenwasserstraßen, Wälder, Gewässerschutzstreifen und Wasserschutzgebiete. Für den tatsächlichen Schutz dieser Belange ändert sich nichts, der Plan wird aber vereinfacht.
Künftig verbindliche Teilflächenziele
Zur Zielerreichung sollen nun verbindlich regionale Teilflächenziele für die drei Planungsräume festgelegt werden und nicht mehr nur ein Gesamtflächenziel für das Land. So kann verhindert werden, dass im Falle der Zielverfehlung eines Regionalplans die im Bundesrecht als Rechtsfolge vorgesehene ungesteuerte Privilegierung der Windenergie auch in den anderen Planungsräumen eintritt.
Die Abgrenzung einer Reihe von Schutzbelangen, zum Beispiel der Wiesenvogelbrutgebiete, wird angepasst. Auf die Darstellung geplanter Verkehrsinfrastruktur in der Plankarte wird zukünftig verzichtet, um der Dynamik sich ändernder Sachverhalte Rechnung zu tragen. Die Kriterien zum Schutz der Brutplätze windkraftsensibler Großvögel (Seeadler, Weiß- und Schwarzstorch, Rotmilan) werden an die Anforderungen beziehungsweise die Logik des Bundesnaturschutzgesetzes angepasst.
Änderungen erhöhen Rechtssicherheit
Der Umweltbericht zum Planentwurf, der die voraussichtlichen Auswirkungen auf die Schutzgüter Mensch, Natur, Kultur und Sachgüter beschreibt, wurde ebenfalls aktualisiert. Sütterlin-Waack: „Die von uns auf Basis der Stellungnahmen vorgenommenen Änderungen erhöhen die Rechtssicherheit des vorliegenden Plans. Für die vielen wichtigen und guten Hinweise im Rahmen des ersten Beteiligungsverfahrens bin ich dankbar.“
Der Entwurf des LEP Windenergie (formal: Teilfortschreibung „Windenergie an Land“ des Landesentwicklungsplans Schleswig-Holstein – Fortschreibung 2021 – Änderung Kapitel 4.5.1 (Zweiter Entwurf April 2025)) ist im Anhörungsportal BOB SH unter der Adresse www.schleswig-holstein.de/windenergiebeteiligung einsehbar.
Die Möglichkeit zu einer Stellungnahme soll nach der Bekanntmachung im Amtsblatt ab dem 21. Mai freigeschaltet werden und mit Ablauf des 21. Juli enden.
Für weitere Erläuterungen wird auch auf ein Hintergrundpapier verwiesen, das unter www.schleswig-holstein.de/windenergie zur Verfügung steht. Dort sind auch Karten und Geodaten zur aktuellen Potenzialfläche veröffentlicht.
Am 17. und 18. Mai erwarten mehr als 80 Aussteller die Besucher zur Pflanzen- und Gartenmesse Flora auf dem Messegelände Rendsburg.
Die Flora hat sich als Fachveranstaltung für Pflanzen- und Gartenliebhaber etabliert. Besonderer Wert wird auf ausgesuchte Pflanzen, besondere Raritäten und eine fachlich kompetente Beratung durch die Experten gelegt.
Tipps zu Ansprüchen der neu erworbenen Pflanzen gibt es von den Fachbetrieben gleich mit auf den Weg. Rund um Blattlaus und Co. geht es am Stand des Gartenbauzentrums der Landwirtschaftskammer, das ebenso mit Informationen zum Pflanzenschutz und zu Nützlingen im Haus- und Kleingarten aufwartet. Die Experten helfen auch gern bei mitgebrachten Problempflanzen.
Das breite Angebot lockte in den vergangenen beiden Jahren bei herrlichem Sonnenschein mehr als 10.000 Besucher auf das Messegelände in Rendsburg. Der Eintritt ist frei, Parkplätze stehen am Grünen Kamp ausreichend und ebenfalls kostenfrei zur Verfügung.
Neben den Pflanzen bietet die Flora Gartentechnik, Schönes und Nützliches sowie natürlich Leckeres für das leibliche Wohl.
Thomas und Tina Johannsen betreiben seit 27 Jahren eine Pferdezucht in Havetoft, Kreis Schleswig-Flensburg. Da sich ihr Fokus von jeher auf die bestmögliche Aufzucht richtete, lag es nahe, einen großen Schritt zu wagen und in eine moderne, artgerechte Aufzuchtanlage zu investieren. Diese wurde im vergangenen September fertiggestellt und beherbergt nun 18 Zuchtstuten und Rekonvaleszenzpferde sowie 40 Jungpferde.
Ursprünglich war es ein Verwandter, der das Interesse von Thomas Johannsen an der Pferdezucht weckte: „Mein Onkel züchtete Haflinger. Pferde faszinierten mich schon damals. Besonders spannend fand ich es, zu beobachten, wie sich aus einem kleinen Fohlen ein richtiges Pferd entwickelt.“
Zunächst begannen die Johannsens, Holsteiner Springpferde zu züchten. Doch dies änderte sich vor neun Jahren, als Tina Johannsen im Internet eine Verkaufsanzeige für eine Stute mit französischer Abstammung entdeckte. Diamantina D‘Argent war zu diesem Zeitpunkt drei Jahre alt und tragend. Ihr Vater war der legendäre Springpferdevererber Diamant de Semilly. Mütterlicherseits stammte sie von Quick Star ab, der sehr erfolgreich von Meredith Michaels-Beerbaum geritten wurde.
„Diese Blutanpaarung interessierte uns so sehr, dass wir uns entschlossen, Diamantina unbesehen zu kaufen“, erzählt Thomas Johannsen und ergänzt: „Die Stute stand damals in Frankreich und war mit einem Kaufpreis von 20.000 Euro das teuerste Pferd, das wir jemals gekauft hatten.“
Unscheinbares Pferd
Das Ehepaar einigte sich mit dem Vermittler, dass Diamantina auf der Hälfte der Strecke in Vechta übergeben werden sollte. „Auf einem Parkplatz begrüßte uns dann ein kleines, derbes Pferd mit etwas unglücklichem Exterieur. Man kann es kaum anders ausdrücken, sie war wirklich hässlich. Ihr Schweif war direkt unter der Schweifrübe abgeschnitten worden, da sie unter starkem Kotwasser litt. Ich habe den Kauf an diesem Tag sehr bereut“, erinnert sich der Züchter. „Doch später hat uns diese Stute niemals wieder enttäuscht und wurde zu einem ganz besonderen Pferd für uns. Sie brachte mit einer Ausnahme jedes Jahr ein tolles Auktionsfohlen hervor. Ihr bestes Fohlen war Cascada B 4 von Comme il Faut, die so gut versteigert werden konnte, dass wir den Kaufpreis von Diamantina wieder heraushatten.“
Diamantina war das erste Pferd, das die Johannsens beim Springpferdezuchtverband Oldenburg International (OS) eintragen ließen. Dort können Pferde mit deutscher, französischer oder belgischer Abstammung aufgenommen werden. „Solche Pferde sind auf dem gesamten europäischen Markt gefragt“, erklärt Thomas Johannsen.
Der Züchter wählt seitdem fast ausschließlich Hengste, die sich im Ranking des Weltzuchtverbands für Sportpferde (WBFSH) unter den besten zehn befinden: „Diese Pferde haben sich im Sport schon bewiesen. Die Anpaarung der Elterntiere macht einen großen Teil des Erfolgs aus. Belgische Pferde bringen zum Beispiel oft mehr Kaliber mit, das wir durch eine Stute mit leichterem Exterieur veredeln können, um so ein Pferd mit dem perfekten Potenzial zu züchten.“
Thomas Johannsen wünscht sich leistungsbereite, rittige und reaktionsschnelle Pferde, die gleichzeitig widerstandsfähig sind. Der Nachwuchs wird in Havetoft nicht ausgebildet, sondern bereits als Fohlen vermarktet.
Moderne Aufzuchtanlage
Vor drei Jahren erwarb das Ehepaar ein Grundstück von etwa 7.000 m2 Fläche, das direkt an ihren Hof grenzt. Erst sollte der Bereich als zusätzliche Weidefläche dienen. Mit der Zeit entstand aber die Idee, einen Dienstleistungsstall für Zuchtpferde nach modernsten Grundsätzen zu bauen. „Es gibt helle, luftige Ställe, zum Beispiel vier 80 Quadratmeter große Boxen mit angrenzendem Paddock für die Jungpferde. So können sie das ganze Jahr in einem artgerechten Herdenverband zusammenleben“, berichtet Johannsen. Viel Bewegung an frischer Luft und eine angepasste Fütterung sind für ihn wichtige Eckpfeiler, um gesunde Sportpferde aufzuziehen.
Die Jungpferde leben im Herdenverband in 80 m2 großen Boxen mit angrenzendem Paddock. Foto: privat
Die Optimierung der Aufzuchtbedingungen setzt für den Züchter aber bereits früher an: „Unsere Zuchtstuten stehen sechs Monate im Jahr auf der Weide. Auch in diesem Zeitraum müssen sie perfekt ernährt werden. Wir lassen regelmäßig Bodenproben analysieren und passen die Düngergabe entsprechend an. Das Saatgut für die Weiden wählen wir so aus, dass die Pferde ein proteinreiches, aber trotzdem faserreiches Futter zur Verfügung haben. Um den Parasitendruck gering zu halten, lassen wir unser Simmentaler Fleckvieh nachweiden. So entstehen keine Geilstellen, die man normalerweise von einer Pferdeweide kennt.“ Denn das Ehepaar züchtet auch Rinder.
Während Thomas Johannsen sich auf dem Hof um die Landwirtschaft kümmert, ist Tina Johannsen für die Pferdebetreuung verantwortlich. Zusätzlich sind ihre erwachsenen Söhne Lennik und Bennet immer dann zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird.
Solarparks sind offenbar deutlich besser für die Artenvielfalt, als ihr Ruf bislang vermuten lässt. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine aktuelle Untersuchung, die im Auftrag des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne) erstellt wurde. Wie bne-Geschäftsführer Robert Busch bei der Vorstellung der Studie ausführte, schafften Freiflächensolaranlagen für Flora und Fauna wertvolle Lebensräume – zumindest, wenn sie richtig gepflegt würden.
Für den bne sind die Studienergebnisse Anlass, planungsrechtliche Erleichterungen für Freiflächensolaranlagen zu fordern. Insgesamt wurden 30 Solarparks in zehn Bundesländern untersucht. Laut den Studienautoren zeigte sich im Vorher-Nachher-Vergleich ein Gewinn an Biodiversität. Nachgewiesen wurden 385 Pflanzen-, 30 Heuschrecken-, drei Reptilien-, acht Amphibienarten sowie 13 Libellen-, 13 Fledermaus- und 32 Brutvogelarten. „PV-Freiflächenanlagen bieten in der strukturarmen Agrarlandschaft für viele Arten ein Mosaik neuer, offensichtlich geeigneter Lebensräume“, ordnete Studienautor Dr. Tim Peschel die Ergebnisse ein.
Gerade weil Solarparks inmitten von oftmals intensiv genutzter Agrarlandschaft entstünden, stärkten sie die Biodiversität, sagte bne-Geschäftsführer Busch. Dies komme auch daher, dass auf den Flächen im Gegensatz zum umliegenden Acker- und Grünland weder Pflanzenschutz- noch Düngemittel eingesetzt würden. Entscheidend sei allerdings die Art, wie die PV-Flächen bewirtschaftet würden. „Mahd und Beweidung stellen wichtige Pflegemaßnahmen für Schaffung und Erhalt von Biodiversität dar“, so Peschel.
Da die Landwirtschaft die Flächen für Solarparks zur Verfügung stellt, sollte nach Ansicht des bne die biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung von Solarparks auch als landwirtschaftliche Nutzung anerkannt werden. „So ließe sich die Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft und Photovoltaik auflösen, ähnlich wie bei der Agri-PV“, erläuterte Busch.
Aufräumen konnten die Studienautoren zudem mit Vorurteilen gegenüber der Solarenergie. Angeblichen Beeinträchtigungen der Artenvielfalt durch PV-Anlagen, etwa durch Hitze, die sich oberhalb der Module bilde und Insekten schädige, vermeintliche Ultraschall-Emissionen oder einen sogenannten Lake-Effekt, bei dem Vögel oder Fledermäuse die dunklen Solarmodule mit Gewässern verwechselten, entbehrten jedweder naturschutzfachlichen Grundlage.
Blattschmuckpflanzen begeistern mit vielfältigen Laubfärbungen und markanten Blattformen. Besonders in den blütenarmen Monaten sind die Farben, Muster und Formen der Blätter als Blickfang sehr geschätzt. Doch auch in der Nebenrolle brillieren Blattschmuckstauden. Als verbindendes Element in bunten Rabatten bringen sie Ruhe in den Farbenmix. So kommen die prächtigen Blüten der Beetnachbarn erst richtig zur Geltung.
Die silbrigen Blätter des Woll-Ziest harmonieren schön mit den weißen Blüten der Sterndolde. Foto: Karin Stern
Diese Funktion übernimmt in sonnig gelegenen Rabatten der Woll-Ziest (Stachys byzantina) sehr bereitwillig. Die bezaubernde Pflanze mit ihren filzig-flaumigen Blättern bevorzugt einen durchlässigen und mageren Boden in voller Sonne. Nach der Pflanzung bilden sich schnell dichte, wintergrüne Blatt-Teppiche. Als Bodendecker leistet Woll-Ziest gute Dienste. Zudem beschenkt uns die Staude mit rosafarbenen Blütenbällchen an 40 cm hohen Stielen. Sie erscheinen von Juni bis Juli. Die silbrigen Blätter heben die Wirkung von Duftnessel ‚Linda‘ (Agastache-Hybride), Pyrenäen-Aster ‚Lutetia‘ (Aster pyrenaeus) oder der Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana) hervor. Gern wird die Staude auch mit rosafarben blühenden Rosen oder den Blautönen des Steppen-Salbeis (Salvia nemorosa) kombiniert.
Die filigranen, silberfarbenen Blätter des Wermuts sind eine Augenweide. Foto: Karin Stern
Beifuß (Artemisia vulgaris) und Wermut (Artemisia absinthium) lieben ebenfalls die Sonne und kommen noch auf etwas magerem und trockenem Boden zurecht. Die silbrig-grauen Blätter dieser Sonnenkinder strahlen kühle Eleganz aus und lassen die Farben anderer Stauden intensiver erscheinen. Sehr modern wirkt die Kombination des silbergrauen Wermuts ‚Lambrock Mist‘ mit der purpurvioletten Fetthenne ‚Purple Emperor‘. Diese schmückt sich von August bis Oktober mit rosafarbenen Blüten. Doch die feingliedrige Erscheinung und der kompakte Wuchs von ‚Lambrock Mist‘ passen auch gut in die Nachbarschaft von Schwerlilie ‚Superstition‘ (Iris barbata-elatior) oder zu den grünen Blättern und Stielen des Provence-Lavendels ‚Grosso‘ (Lavandula x intermedia). Auch das Purpurglöckchen (Heuchera) ist ein Kandidat für sonnige Plätze, sofern der Boden ausreichend feucht ist. Die aparte Staude wird mittlerweile in allen erdenklichen Laub- und Blütenvariationen angeboten. Die Blattfarben reichen von Bronze über Dunkelviolett bis hin zu sattem Grün. Viele Sorten weisen zudem attraktive Blattäderungen auf. Eine besonders gute Figur macht das Purpurglöckchen im Vordergrund von Rabatten. Tipp: Einige buntlaubige Neuzüchtungen präsentieren auch im Winter attraktiven Laubschmuck, durchlässigen Boden vorausgesetzt. Man sollte beim Kauf einfach nachfragen.
Vor den großen Blättern des Schildblatts kommen die pinkfarbenen Blüten der Etagenprimel gut zur Geltung. Foto: Karin Stern
Doch auch für den halbschattigen bis schattigen Bereich finden sich attraktive Blattschmuckstauden, die ihre Pflanzpartner gut in Szene setzen. Zu den Klassikern Farn und Funkie (Hosta) gesellen sich so imposante Stauden wie Schildblatt (Darmera peltata) oder das Schaublatt (Rodgersia). Beide übernehmen die Rolle des Ruhepols. Das Schildblatt blüht noch vor dem Blattaustrieb im April an bis zu 50 cm hohen Blütendolden. Im Herbst nehmen die Blätter einen schönen Kupferton an. Die Staude fühlt sich ebenso wie das Schaublatt auf feuchtem Boden sehr wohl. Daher wird sie häufig als Strukturgeber an den Teichrand gepflanzt. In der Rabatte passt das Schildblatt gut zu Pracht-Storchschnabel ‚Rosemoor‘ (Geranium x magnificum), Kerzen-Greiskraut (Ligularia przewalskii) oder der Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus).
Das Schaublatt bringt zwar auch schöne Blüten hervor, dennoch steht der Blattschmuck-Aspekt im Vordergrund. Foto: Karin Stern
Sämtliche Arten und Sorten der Rodgersia benötigen einige Jahre, um ihre volle Schönheit zu entwickeln. Die Blattschmuckstaude ist also nichts für Ungeduldige, sie belohnt geduldige Gärtner jedoch reichlich. Die Sorten ‚Pagode‘ (Rodgersia podophylla) und ‚Chocolate Wings‘ (Rodgersia pinnata) beeindrucken mit dem wunderschönen Farbspiel ihrer Blätter vom Austrieb bis zum Herbst. Als Nachbarn eignen sich die Weiße Sterndolde ‚Shaggy‘ (Astrantia major) ebenso wie die Schaumblüte (Tiarella cordifolia).
Andere Blattschönheiten für den Schatten bedecken zuverlässig den Boden, auch wenn sie kleinere Blätter aufweisen als Schildblatt und Schaublatt. Dickmännchen (Pachysandra), Elfenblume (Epimedium) und der Teppich-Hartriegel (Cornus canadensis) gehören dazu. Vor der Kaufentscheidung für eine Variante der Elfenblume lohnt sich genaues Hinschauen. Einige Arten breiten sich über Ausläufer aus und sind ideale Bodendecker, andere wachsen eher horstartig. Die wintergrünen Arten bieten dem Auge in der kalten Jahreszeit einen attraktiven Blickfang.
Tipp: Blattschmuckpflanzen wie Buntnessel (Solenostemon scutellarioides) oder Süßkartoffel (Ipomoea batata) eignen sich nicht nur als Pflanzpartner für Stauden, sie verbessern auch die Strahlkraft einjähriger Sommerblumen.
Üppiges Grün und Bambus verleihen der Szenerie Dschungelatmosphäre. Foto: Karin Stern