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Der Arbeitskreis Futter und Fütterung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) stellt die grundlegend überarbeiteten DLG-Futterwerttabellen Wiederkäuer zur Verfügung, konzipiert für die praktische Anwendung.
Detaillierte Angaben zum Futterwert der Futtermittel bilden die Grundlage für eine aussagekräftige Futteroptimierung und Rationsberechnung. Die kürzlich veröffentlichten Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE 2023) machen eine Neubewertung einzelner Futterkomponenten hinsichtlich ihres Futterwertes erforderlich. Die federführend durch den DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung grundlegend überarbeiteten DLG-Futterwerttabellen Wiederkäuer erfüllen diese Anforderungen und stehen nun für die praktische Anwendung zur Verfügung. Ein kostenfreier Download ist über die Internetseite der DLG möglich.
Verschiedene Formate sollen dem Anwendenden eine bessere Übersicht sowie die Möglichkeit bieten, den Datenimport in Herdenmanagement- oder Rationsberechnungsprogramme zu erleichtern. Nachfolgend wird ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen gegeben.
Einstufung der umsetzbaren Energie
Wesentliche Neuerungen in den Tabellen betreffen insbesondere die Angaben zur umsetzbaren Energie (ME), die nach dem dreistufigen Verfahren aus der Bruttoenergie (GE) über die Verdaulichkeit der organischen Masse (OMD) unter Berücksichtigung der mit Methan und Harn ausgeschiedenen Energiemengen ermittelt wird. Die ME-Konzentration der Futtermittel ändert sich dadurch insgesamt zwar nicht wesentlich, variiert allerdings mehr bei unterschiedlichen Futterqualitäten, sodass sich diese jetzt präziser einstufen lassen.
Dünndarmverdauliche Proteinversorgung
Des Weiteren wird die Proteinversorgung nun über das dünndarmverdauliche Protein (sidP) beziehungsweise die dünndarmverdaulichen Aminosäuren (sidAA) ausgedrückt, die sich aus der Menge an mikrobiellem Rohprotein (MCP) und dem im Pansen nicht abgebauten Anteil des Futter-Rohproteins (UDP) ergeben. Da Milchkühe einen konkreten Bedarf an Aminosäuren haben, enthalten die Tabellen nun auch Angaben zu dünndarmverdaulichem Lysin (sidLys) und Methionin (sidMet).
Berücksichtigung des Futteraufnahmeniveaus
Darüber hinaus findet der dynamische Einfluss eines steigenden Futteraufnahmeniveaus (FAN) auf eine höhere Passagegeschwindigkeit, eine damit sinkende Verweilzeit des Futters in den Vormägen und folglich eine abnehmende Verdaulichkeit der organischen Masse (OM) als auch des Proteinabbaus Berücksichtigung. Das FAN ist ein relativer Wert, der die reale Futteraufnahme gegenüber jener bei ausschließlicher Erhaltungsfütterung ausdrückt. In den DLG-Futterwerttabellen Wiederkäuer beziehen sich alle Angaben auf das Futteraufnahmeniveau, das in etwa dem Erhaltungsbedarf entspricht (FAN1). Die dynamische Berücksichtigung eines höheren Futteraufnahmeniveaus (FANi) erfolgt später in der Rationsberechnung.
Dynamischer Abbau des Futter-Rohproteins
Von dem Futteraufnahmeniveau betroffen ist insbesondere der komplexe und dynamische Abbau des Futter-Rohproteins (CP) in den Vormägen. Das CP lässt sich in eine rasch abbaubare (lösliche) Fraktion (a) und eine potenziell abbaubare Fraktion (b) einteilen, die mit einer bestimmten Geschwindigkeit beziehungsweise Abbaurate (c) verstoffwechselt werden. Bei bestimmten Futtermitteln beginnt der CP-Abbau dazu mit einer zeitlichen Verzögerung (lag). Die Abbaueigenschaften sind bei den verschiedenen Futterproteinen unterschiedlich ausgeprägt: Insbesondere die Parameter c und lag bestimmen die Zeitabhängigkeit und verdeutlichen das Zusammenspiel zwischen realisiertem Proteinabbau und FAN. Die Tabellen enthalten diese Angaben zur zielorientierten Nutzung in der Rationsberechnung.
Zum DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung
Der DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung ist die Arbeitsplattform zur Entwicklung von allgemein gültigen Fütterungsempfehlungen in Deutschland. Dies erfolgt in starkem fachlichem Austausch aller Beteiligten aus Wissenschaft, Beratung, Analytik und Wirtschaft. Zur Bearbeitung aktueller Themen werden themenbezogen weitere sachverständige Institutionen und Personen einbezogen.
Fazit
Die vorliegenden Tabellen liefern aktuelle, detaillierte Angaben zum Futterwert für die gebräuchlichsten Futtermittel. Es besteht zwar kein Anspruch auf Vollständigkeit der dargestellten Futterqualitäten; jedoch sind die DLG-Futterwerttabellen Wiederkäuer als eine vorläufig zufriedenstellende Datenquelle für einen adäquaten Start der Umsetzung von Empfehlungen der GfE (2023) anzusehen. Auf der strukturellen Grundlage dieser Tabelle erfolgen die qualitative und quantitative Weiterentwicklung beziehungsweise Erweiterung der Datensätze. Über den Neuaufbau einer umfangreichen DLG-Datenbank Futtermittel für den mitteleuropäischen Bereich mit Online-Zugriffsmöglichkeiten wird dies zusätzlich unterstützt.
Eine schwierige, aber überwiegend zufriedenstellende Rapsernte liegt hinter uns. Vor dem Regen in der ersten Augustwoche waren die Bestände oft nicht reif und nach dem Regen gedroschene Bestände litten teils unter den Niederschlägen. Durch späte Nährstoffnachlieferung grünten viele Bestände durch, was vielerorts die Ernte zusätzlich erschwerte. Der Artikel gibt einen kurzen Rückblick auf das Anbaujahr und informiert, wie die entsprechenden Rapssorten in den Landessortenversuchen (LSV) abgeschnitten haben.
Hinter uns liegen zwei wirklich gegensätzliche Rapsjahre. Der Winter 2023/2024 zeichnete sich durch extrem ergiebige Niederschläge mit wassergesättigten Böden und demzufolge unzureichendem Wurzelwachstum aus. Zwar sorgte das regnerische Frühjahr für ausreichend Wasser, um die Pflanzen zu versorgen, aber die Wurzeltiefe fehlte. Entsprechend früh reifte der Raps nach dem endgültigen Wetterumschwung im Juni 2024 ab, da er sich sowohl mit Nährstoffen als auch mit Wasser ausschließlich aus dem Oberboden versorgen konnte.
Der Winter 2024/2025 war hingegen eher durchschnittlich. Der Raps konnte gut wachsen und die Wurzelentwicklung war gut. Das Frühjahr 2025 war dagegen sehr trocken. In den südlichen Landesteilen waren bis in den Juni hinein in der Summe keine 100 mm gefallen. Jedoch war der Raps mit den Wurzeln am Wasser, sodass er anders als 2018 gut versorgt war. Im Juni schlug das Wetter um und die Abreife verzögerte sich. In den nordwestlichen Landesteilen hat sich der Raps hingegen überwiegend hervorragend entwickelt.
Durch das überwiegend klare Wetter im April und Mai waren die Nächte teils frostig. Dabei konnten die Temperaturen stellenweise unter −5 °C fallen. In Kombination mit der Trockenheit und der daraus resultierenden unzureichenden Nährstoffversorgung zeigten besonders frühe und wüchsige Sorten Stresssymptome wie physiologische Knospenwelke.
Raps ist in der Regel in der Lage, Ertragskomponenten, die in ungünstigen Zeiten reduziert worden sind, später noch zu kompensieren. Wenn beispielsweise die Anzahl der Knospen reduziert ist, kann die Pflanze dies später durch höhere Tausendkornmassen ausgleichen. Was Richtung Ernte besonders aufgefallen ist, war eine herausragende Stängelgesundheit. Phoma, Cylindrosporiose, Sclerotinia und Verticillium waren aufgrund der Trockenheit in der Infektionszeit kaum zu finden. Gleichzeitig sorgten besonders gesunde Stängel auch für eine lange Umlagerung, was sich eigentlich positiv auf den Ertrag auswirkt.
In der 30. Kalenderwoche gab es landesweit Niederschläge über 100 mm, was die Ernte zusätzlich verzögerte. In den frühen Lagen, also in Kastorf, Schuby und teilweise in Futterkamp, konnte glücklicherweise am Vortag bis in die Abendstunden hinein gedroschen werden. In Barlt, im Sönke-Nissen-Koog und Loit musste mit dem Drusch bis nach dem Regen gewartet werden und der hielt eine gute Woche an. Am Ende lieferte sich der Raps mit dem Weizen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In vielen Landesteilen wurde der Weizen, auch aus Sorge um die Fallzahlen, vor dem Raps gedroschen.
Standorte und Sorteneigenschaften
Die sieben Landessortenversuche wurden zwischen dem 22. August und 6. September ausgedrillt, wobei der Schwerpunkt auf dem 26. und 27. August lag. Durch Starkregen kurz nach dem Auflaufen sowie darauffolgend massiven Zuflug von Erdflöhen wurde der LSV auf dem neuen Geeststandort in Hemdingen bereits im Herbst abgebrochen. Auch Schuby lief ein wenig verzettelt auf und zeigte sich im Herbst eher unruhig. In Futterkamp zeigte sich der Raps eher lückig. Dennoch konnten alle Versuche bis auf Hemdingen beerntet werden.
Im Östlichen Hügelland wurde an jedem LSV-Standort auch eine Leistungsprüfung mit kohlhernieresistenten Sorten angelegt, wobei für den Standort Kastorf diese auf einer Kohlherniebefallsfläche östlich von Bad Oldesloe liegt.
Zu früh gedroschen – grüne Stängel mit noch glasigem Mark. Zum frühen Druschtermin waren noch nicht alle Sorten reif.
Virusresistenzen und -toleranzen
Das Sortiment an Sorten ist im Hinblick auf die Eigenschaften und besonders im Umgang der Züchter mit den Resistenzen und Toleranzen spannend. Beispielsweise wird die Resistenz gegen das Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) vom Julius-Kühn-Institut (JKI) mittels genetischer Marker festgestellt. Sorten, die parallel die Zulassung in Frankreich durchlaufen, werden auch auf die TuYV-Resistenz überprüft. Jedoch wurde im Feld in Laboruntersuchungen festgestellt, dass das TuY-Virus auch in den resistenten Pflanzen zu finden ist, diese jedoch keine Symptomatik ausprägen. In Frankreich wird rein auf die Symptomatik hin untersucht und diese in Befallsnoten eingeteilt. Liegt die Note unterhalb eines bestimmte Wertes, wird den Pflanzen eine Toleranz zugesprochen. Das „T“für die TuYV-Resistenz ist in der Sortenbeschreibung vom JKI bestätigt. Feldtoleranzen werden hingegen eher nicht vom Züchter angegeben. RAGT und KWS machen das so. Züchter, deren Rapsprogramme überwiegend in Deutschland laufen, sowie der französische Züchter Limagrain geben die „Traits“ genannten Eigenschaften dagegen oft an, wobei die Übergänge fließend sind, je nach Züchtungslinie und ursprünglicher Vermarktungsidee. Selbiges gilt auch für Cylindrosporium-, Sclerotinia- und Verticilium-Resistenzen. Bei Phoma ist es ein wenig anders. Da arbeiten alle mit den identifizierten RLm-Resistenzgenen, die aber erst ab RLm 7 aufwärts angegeben werden. Dies wird entsprechend bei den Sorteneigenschaften angegeben.
Die neuen RAGT-Sorten und die KWS-Sorten kommen quasi ohne Extras aus, sind aber serienmäßig sehr gut ausgestattet. Eventuell sind die genetisch fixierten Resistenzen jedoch stärker – und das war in diesem Jahr der Knackpunkt.
Ergebnisse der Rapsernte
Wie bereits erwähnt waren das Frühjahr und der Frühsommer ungewöhnlich trocken, trockener als 2018. Daraus resultierte, dass der Krankheitsdruck minimal war und Sorten mit hoher Resistenzausstattung einfach nicht abreiften. Erschwerend kam hinzu, dass die Nährstoffversorgung in den südöstlichen Landesteilen und auf rein mineralisch gedüngten Standorten nicht vollständig gegeben war. Der Raps hat sich zwar gut entwickelt, die Wurzeln reichten tief, jedoch lag der Dünger im Oberboden fest. Mit dem Wetterumschwung Mitte Juni trafen Wärme, Wasser und plötzlich verfügbarer Stickstoff auf halbreifen Raps, eine in der Praxis fatale Kombination. Der Raps beendet dann die Umlagerung und entwickelt die bis dahin reduzierten Seitentriebe plötzlich doch noch. Während das Schotenpaket ab dann zwar weiter abtrocknet, wird es nicht weiter gefüllt, sondern die Energie in die neuen Triebe gesteckt. Zwiewüchsiger Raps ist quasi nicht trocken zu dreschen. Glücklicherweise war es dann aber doch ertraglich ein eher durchschnittliches Jahr. In den Ergebnissen kam es zu einer starken Streuung zwischen frühen und späten Sorten. Wo früh gedroschen wurde (Kastorf, Futterkamp, Schuby), war die Ertragsspanne zwischen frühen Sorten (bereits dreschbar) und späten Sorten (nass, nur mit Verlusten zu beernten) größer als an späten Druschterminen (Loit, Barlt, Sönke-Nissen-Koog). Hier zeigten auch die gesunden Sorten ihr Leistungspotenzial. Aber generell hatten frühe Sortentypen in diesem Jahr die Nase vorn, auch wenn die Ernte vergleichsweise spät war. In Jahren mit nasskalten Frühjahren wie 2023 und 2024 ist eine hohe Stängelgesundheit der Ertragsgarant.
Zwiewuchs – frische Seitentriebe mit Blüten, die bis in das reifende Schotenpaket reichen. Dieser Raps ist nicht trocken zu beernten.
Ergebnisse des Geeststandortes
In Schuby, dem Sandstandort, fand eine frühe Rapsernte statt. Es war eine weite Spanne in den Ertragsergebnissen zu verzeichnen. Die eingeschränkte Nährstoffverfügbarkeit wurde durch ein mittleres Ertragsniveau von 25 dt/ha belegt. Bei so niedrigem Ertragsniveau verursachen geringe absolute Ertragsunterschiede eine hohe Streuung in den Relativwerten.
In der Marktleistung oberhalb der 100-%-Marke finden sich die KWS-Sorten wieder und die einjährig geprüften Sorten ‚Ceos‘ und ‚LG Aberdeen‘. Während ‚Ceos‘ mit durchschnittlichem Ölgehalt und überdurchschnittlichem Kornertrag den zweiten Platz belegte, schaffte es ‚LG Aberdeen‘ aufgrund des herausragenden Ölgehaltes trotz mittlerem Ertragsniveau auf die vorderen Plätze. Die Sorte ‚Ambassador‘, die in den ersten Prüfjahren in Schuby Ergebnisse zeigte wie ‚KWS Vamos‘, ist in diesem Jahr auf die hinteren Plätze gerutscht. Im schotenplatzfesten Segment stellt sie die älteste Sorte dar und gehört noch in die „Gummischotengeneration“. Trotz ihrer vergleichsweise frühen Abreife war es in diesem Jahr für ‚Ambassador‘ wohl zu früh. Die wegen ihrer hohen Umweltstabilität empfohlenen Sorten ‚Picard‘ und ‚Daktari‘ sind aufgrund des hohen Ertragsniveaus der neuen Sorten in den leicht unterdurchschnittlichen Bereich abgerutscht. Die Ergebnisse der empfohlenen Sorten sind in Abbildung 1 zu sehen. Die vollständige Ergebnistabelle ist online auf der Seite der Landwirtschaftskammer (https://t1p.de/njmyw) einzusehen.
Die Rapsernte auf den Versuchsstandorten mit Parzellenmähdrescher, hier am Standort Loit
Ergebnisse der Marschstandorte
Die eher kühleren Marschstandorte konnten zum frühen Termin noch nicht beerntet werden. Im Vergleich zu Schuby (Streuung von 83 bis 128 Prozentpunkten) ist die Streuung bei spätem Erntetermin deutlich geringer in der Marsch (Streuung 92 bis 100 Prozentpunkte). Im Leistungsdiagramm (Abbildung 2, linke Seite) finden sich dennoch dieselben Sorten wie in Schuby. Mit 47 dt/ha wurde in der Marsch ein ordentliches Ergebnis erreicht, wobei das Ertragsniveau im Sönke-Nissen-Koog mit 49,8 dt/ ha noch etwas höher lag als in Barlt. Dort haben die Sorten mit 101 % 50 dt/ha erreicht.
Spätere Sorten wie ‚Famulus‘, ‚Cheeta‘, ‚Detlef‘, ‚PT 303‘, ‚Triple‘ und ‚Humbold‘ erreichten hier ein durchschnittliches Ertragsniveau. Auch die Sorte ‚Picard‘, die in den Vorjahren auf allen Standorten ein Ertragsniveau von 102 bis 104 Prozentpunkten erreichte, fällt, trotz der Stärke von ‚Ceos‘ und ‚KWS Vamos‘ in der Marktleistung nicht unter 100 %. ‚Ambassador‘, bundesweit immer noch die zweitstärkste Sorte im Anbau, konnte in der Marsch in diesem Jahr nicht überzeugen.
Ergebnisse Östliches Hügelland
Das Bild ähnelt den anderen Anbaugebieten. In der Leitungsübersicht in Abbildung 3, rechts oben finden sich die Sorten ‚KWS Ektos‘, ‚KWS Vamos‘, ‚Ceos‘ und ‚LG Aberdeen‘ wieder, darunter mit unterdurchschnittliche Ölgehalten ‚Firenzze‘, ‚KWS Wikos‘, ‚Vespa‘ und ‚Picard‘. ‚LG Aberdeen‘ sticht mit herausragenden Ölgehalten heraus, wobei ‚Ceos‘, ‚KWS Vamos‘ und ‚KWS Ektos‘ mit Kornerträgen um 110 Prozentpunkte und mittleren Ölgehalten in der Marktleistung auffallen.
Ergebnisse der Kohlherniesorten
Die Leistungsprüfung der Kohlherniesorten ist zweistufig angelegt. Es gibt also eine Variante, die mit Wachstumsreglern und Fungiziden behandelt wird, und eine ohne. Auf der Homepage der Landwirtschaftskammer sind die Erträge der Einzelstandorte beider Stufen zu finden. Aufgrund des geringen Krankheitsdruckes gibt es im Standortmittel keine statistisch abgesicherten Ertragsunterschiede zwischen den beiden Stufen. Gleichwohl gibt es Sortenunterschiede. Abbildung 4 zeigt, dass besonders frohwüchsige Sorten leicht positiv auf die Einkürzung reagieren, wobei das Gros der Sorten eher einen Ertragsverlust durch das Verstoffwechseln der Wachstumsregler zu verzeichnen hat. 2024 gab es einen ausgeprägten Ertragsvorteil durch die Behandlungen, 2025 nicht.
Die Sorte ‚Credo‘ ist mit der neuen Cr1e-Kohlhernieresistenz auf dem Befallsstandort Kastorf ins Mittelfeld zurückgefallen. Im Herbst 2024 waren die Befallsbedingungen für die Zoosporen der Kohlhernie nicht optimal. Dies belegt auch, dass die nicht resistente Sorte ‚Picard‘ ertraglich im überdurchschnittlichen Bereich anzutreffen ist. Nach wie vor ist die bereits 2019 zugelassene Sorte ‚Crocodile‘ diejenige mit dem höchsten Ertragsniveau. ‚Cromat‘ konnte die Leistungen aus dem Zulassungsprüfungen in den LPK nicht bestätigen ‚Crossfit‘ überzeugte durch den höchsten Ölgehalt.
‚Tarantula‘ von Limagrain hat dieselbe Ausstattung wie ‚Ambassador‘, (TuYV, RLm7, Schotenplatzfestigkeit) und zeigt ein vergleichbares Ertragsniveau. Ackerbaulich konnte ‚Hatonio‘ überzeugen. Die Sorte stammt aus dem KWS-Züchtungsprogramm für den französischen Markt. Ertraglich auf den vorderen Plätzen zeigte sie sich im Auflaufen sowie der Herbstentwicklung auffällig frohwüchsig. Auch unter schwierigen Bedingungen war keine der Parzellen lückig. Jedoch wird diese Sorte sehr lang und zeigte in den Versuchen ein ausgeprägtes Leaning durch Kopflastigkeit. In der Praxis steigt damit die Lagergefahr. Da ‚Hatonio‘ positiv aufs Einkürzen reagiert, geht die Empfehlung für diese Sorte in jedem Jahr zum beherzten Wachstumsreglereinsatz.
Sortenempfehlung der Kammer
‚Ceos‘, ‚Firenzze‘, ‚LG Aberdeen‘ und ‚KWS Wikos‘ zeigen im ersten Jahr herausragende Ergebnisse. ‚Detlef‘ und ‚Churchill‘ konnten die Leistung, die sie als Direktaufsteiger in der Wertprüfung erbracht haben, unter den Bedingungen 2025 nicht wiederholen. Da alle genannten Sorten erst ein Prüfjahr durchlaufen haben, fallen sie aus der Empfehlung. 
Aus dem zweijährig geprüften Sortiment konnten ‚KWS Vamos‘ und ‚KWS Ektos‘ ihre Leistungen aus den Prüfungen zur Sortenzulassung und dem ersten LSV-Jahr bestätigen. Ebenso sticht ‚LG Ambrosius‘ durch gute Kornerträge, aber herausragende Ölgehalte heraus. Besonders ‚KWS Vamos‘ und ‚KWS Ektos‘ fielen im Südosten durch die Knospenwelke im Frühjahr auf. Auf das Ertragsniveau hatte das aber offenbar keinen Einfluss. Diese Sorten können guten Gewissens für den Testanbau auf einem Teil der Fläche empfohlen werden.
Aus dem drei- und mehrjährig geprüften Sortimentbleibt es quasi bei der Vorjahresempfehlung. ‚Picard‘ und ‚Daktari‘ konnten durch stabile Erträge über mehrere Jahre in nassen und trocknen Jahren überzeugen. Ebenso sind ‚PT 303‘ sowie ‚PT 302‘ immer im stabilen Mittelfeld zu finden. Als sehr gesunde Sorten eignen sie sich eher für frühe Standorte oder späte Ernten. Eine Übersicht zu den Sorteneigenschaften und eine Sortenempfehlung nach Anbauregion gibt es in den Tabellen 1 und 2.
Neuerung im Kohlherniesortiment in Sicht
Spannend wird es im Kohlherniesegment: Mit der Kombination aus Mendel und PBR1 werden erstmals neue Kohlhernieresistenzen ins Feld gebracht. Die PBR1 wirkt ähnlich wie die Cr1e auch gegen den Kohlherniestamm 1+, 2, wobei die Schwäche im einheimischen Stamm 1 durch eine Kombination mit Mendelresistenz ausgeglichen wird. Ebenso wie ‚Churchill‘ hat ‚Crown‘ eine kombinierte Rlm7/RlmS-Phomaresistenz. Im Normalsegement kommt mit der Sorte ‚Karat‘ eine Sorte mit der neuen Rlm12-Resistenz sowie mit ‚KWS Merinos‘ eine Sorte mit der LepR1-Phomaresistenz. ‚Ambassador‘ wird noch ein Jahr geprüft, allerdings als Vergleichssorte. Viele Züchter haben die Schotenplatzfestigkeit wieder ins Genom aufgenommen. In der früheren Züchtungsgeneration hatte diese Sorteneigenschaft einen negativen Einfluss auf den Ölgehalt, wobei ‚LG Adapt‘ und ‚KWS Merinos‘ mit einer neuen, genetisch fixierten Schotenplatzfestigkeit ausgestattet sind. Diese muss sich im Hinblick auf Ölgehalt und Abreifeverhalten an ‚Ambassador‘ messen lassen.
Fazit
Obwohl das einjährig geprüfte Sortiment sehr starke Ergebnisse lieferte, bleibt die Sortenempfehlung bei den Sorten, die mehrjährig unter verschiedenen Jahreseinflüssen stabile Ergebnisse in Ertrag und Qualität geliefert haben.
Quelle: Dr. Christian Kleimeier, LKSHQuelle: Dr. Christian Kleimeier, LKSHQuelle: Dr. Christian Kleimeier, LKSHQuelle: Dr. Christian Kleimeier, LKSHQuelle: Dr. Christian Kleimeier, LKSHQuelle: Dr. Christian Kleimeier, LKSH
Hitzestress kostet bekanntermaßen Geld. Eine Langzeitstudie der Universität Florida bringt eine bislang unterschätzte Dimension ans Licht: Kühe, die während der Trockenstehzeit Hitze ausgesetzt sind, bringen Töchter und sogar Enkelinnen hervor, die lebenslang weniger leisten. Die zehnjährige Studie von Laporta et al. wurde 2020 unter dem Titel „Late-gestation heat stress impairs daughter and granddaughter lifetime performance“ publiziert und ist offen zugänglich.
Für die Studie wurden die ersten drei Laktationen der Töchter beziehungsweise Enkelinnen von insgesamt 400 Holstein-Kühen bewertet. Die Mütter waren allesamt Mehrkalbskühe und wurden etwa zum 234. Trächtigkeitstag trocken gestellt. In der siebenwöchigen Trockenstehphase (Juni-Oktober) wurden die Kühe in zwei Gruppen aufgeteilt: In der ersten Gruppe (G1) wurden die Kühe neben Beschattung auch mittels Ventilatoren beziehungsweise Wasser abgekühlt. Die andere Gruppe (G2) verfügte ausschließlich über Beschattung. Hitzestress wurde mittels Körpertemperaturmessung und Atemfrequenz bewertet. Die Körpertemperatur war ähnlich, die Atemfrequenz in G2 jedoch mit 77 Atemzügen pro Minute höher als in G1 (51 Atemzüge pro Minute), was ein deutlicher Hinweis auf Hitzestress ist. Allgemein ist bereits eine Atemfrequenz von 61 Atemzügen in der Minute ein eindeutiges Zeichen für ausgeprägten Hitzestress.
Ziel war es in erster Linie, die Leistung der ersten beiden Nachkommen-Generationen (Töchter und Enkelinnen) zu bewerten. Dazu wurde die Milchleistung in den ersten drei Laktationen beider Generationen beobachtet und miteinander verglichen. Gleichzeitig wurde auch dokumentiert, wie sich die produktive und gesamte Lebensdauer unterschieden. Verglichen wurden die Informationen von 77 Töchtern aus G1 und 79 Töchtern aus G2. Beide Nachkommen-Generationen wurden in gleicher Weise aufgezogen und während der Laktationen in einem sandeingestreuten Laufstall gehalten. Die Stalltemperatur wurde mittels Ventilatoren und Wasserkühlung geregelt, sodass hier kein Hitzestress zu erwarten war.
Wie zeigt sich Einfluss auf die Töchter?
Töchter hitzegestresster Mütter zeigten eine deutlich reduzierte Lebensdauer. Im Schnitt gingen sie 11,7 Monate früher ab als die Töchter der Vergleichsgruppe. Zudem wirkte sich der Hitzestress der Mütter auch auf die Totgeburtenrate der Tochtergeneration aus. Während unter den Töchtern der Kühe aus G1 keine Totgeburten beobachtet wurden, zeigten die Töchter der Kühe aus G2 eine Totgeburtenrate von 3,8 %. Insgesamt zeigte sich kein Unterschied in Erstbesamungs- und Erstkalbealter.
Neben der reduzierten Lebensdauer wies vor allem die Laktationsleistung eindeutige Differenzen zwischen den Gruppen auf. Die Töchter hitzegestresster Mütter zeigten bereits in der ersten Laktation eine um durchschnittlich 2,2 kg Milch reduzierte tägliche Leistung. Dies war während der ersten 35 Laktationswochen durchgängig zu beobachten. Während der Unterschied in der zweiten Laktation auf dem gleichen Niveau blieb, wuchs die Leistung insbesondere in der dritte Laktation deutlicher auseinander. Währen der ersten 35 Laktationswochen der dritte Laktation gaben die Töchter hitzegestresster Mütter täglich rund 6,5 kg Milch weniger als die Vergleichsgruppe. Die aus der gesamten Zeit in Milch (erste Kalbung bis Abgang) berechnete produktive Lebenszeit unterschied sich außerdem um fünf Monate.
Hatte die Mutter oder Großmutter in der späten Trächtigkeit Hitzestress, kann dies die Nutzungsdauer und Leistungsfähigkeit von Töchtern und Enkelinnen beeinflussen.
Einfluss auf die Enkelinnen vergleichbar?
Auch die Enkelinnen hitzegestresster Tiere zeigten eine deutlich reduzierte Lebensdauer, sie gingen im Mittel 14,5 Monate früher ab als die Vergleichsgruppe. In dieser zweiten Nachkommengeneration zeigten sich zudem Unterschiede im Aufzuchterfolg bis hin zur Zuchtreife. Für die Enkelinnen hitzegestresster Kühe stieg das Risiko an, bereits vor dem Absetzen beziehungsweise vor Erreichen der Zuchtreife abzugehen. So erreichten nur rund 62 % dieser Generation die Zuchtreife, wenn die Großmütter Hitzestress ausgesetzt waren. In der Vergleichsgruppe erreichten hingegen 88 % die Zuchtreife.
Auch in dieser Nachkommen-Generation gab es Unterschiede in der Leistung während der ersten drei Laktationen. In der ersten Laktation zeigte sich dies vor allem zwischen der 15. und 35. Laktationswoche und summierte sich über die gesamte Laktation zu einer um 1,3 kg reduzierten täglichen Milchleistung auf. Die Betrachtung der Milchleistung der zweiten und dritten Laktation offenbarte deutlichere Unterschiede. In der zweiten Laktation gaben die Enkelinnen hitzegestresster Kühe täglich rund 8 kg weniger Milch, in der dritten Laktation waren es noch rund 4,9 kg weniger. In dieser Nachkommen-Generation konnte kein Unterschied in der produktiven Lebenszeit beobachtet werden.
Einfluss nicht abschließend untersucht
Dass Hitzestress die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Milchkühen beeinflusst, ist gemeinhin bekannt. Der Einfluss dieses Hitzestresses auf die folgenden Generationen ist aber noch nicht vollumfänglich untersucht und physiologisch nicht vollständig beschrieben. Die Autoren der hier zitierten Studie nehmen an, dass durch den Hitzestress die intrauterine Umgebung beeinflusst wird und sich auf die Entwicklung des Immunsystems, des Stoffwechsels und der Milchdrüse auswirkt. Dies wurde zum Beispiel bezogen auf das Immunsystem speziell für die passive Immunisierung mit Immunglobulin G, aber auch für die Stoffwechselleistung beschrieben. Intrauterin erfahrener Hitzestress bedingt eine reduzierte Immunglobulin-G-Absorption und geringere Stoffwechseleffizienz durch erhöhte Insulinspiegel. Erstlaktierende Töchter hitzegestresster Mütter zeigen zudem eine geringere Anzahl milchsekretorischer Zellen bei kleineren Alveolen. Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass die Entwicklung der Töchter deutlich durch den Hitzestress in der späten Trächtigkeit der Mütter beeinflusst ist und so zu weniger effizienten Nachkommen führt.
Fazit
Die beschriebene Studie verdeutlicht, wie wichtig es ist, das Augenmerk auf die Trockensteherzeit zu werfen. Hier kann sich nicht nur die eigene Leistungsfähigkeit der Kühe entscheiden, sondern auch die ihrer Nachkommen. Der Einsatz von Ventilatoren oder anderen kühlenden Maßnahmen im Trockensteherbereich kann sich trotz Investitionskosten dahingehend lohnen, dass die Nachkommen-Generationen einem geringeren Einfluss durch Hitzestress weit vor ihrer Geburt ausgesetzt sind. Einschränkungen der Leistung, aber auch der Nutzungs- und Lebensdauer sind vermeidbar, schenkt man den Temperaturen im Stall oder auch auf der Weide Beachtung.
Der Spaziergang durch die unterschiedlichen Themengärten ist auch eine Reise durch die Geschichte.
Viele Mitglieder des LandFrauenvereins Lübeck und Umgebung waren an den schönen Ausflugszielen Arboretum Ellerhoop und Rosarium Uetersen interessiert. Zunächst führte uns die Tour in die norddeutsche Gartenschau. Während unseres geführten Rundgangs durch das Arboretum sahen wir eine ganz besondere Gartenkultur und Gartenkunst auf dem weitläufigen Areal. Trotz des anfänglichen Regens störte es nicht, auch mit Regenschirm die Traumgärten zu bestaunen. Die Gartenanlage ist in viele verschiedene Themenbereiche eingeteilt, beispielsweise einen Garten voller weiß blühender Blumen oder einen komplett roten Garten, um nur einige zu nennen. Wir bewunderten den außergewöhnlichen Baumbestand, insbesondere im chinesischen Garten. Schön anzusehen war auch der Bauerngarten mit dem Bauernhaus im Hintergrund, dort blühten verschiedene bunte Blumen und Stauden bei unserem Besuch in vollster Pracht. Wie wir erfuhren, ist der Garten zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis. Ein Besuch lohnt sich immer, um den schönsten Garten des Nordens im Kreis Pinneberg anzusehen.
Nach dem Mittagessen in einem Landgasthof stand der Besuch im Rosarium in Uetersen auf dem Programm. Das Rosarium gibt es schon seit 1934. Es sind dort 30.000 Rosen in mehr als 830 Sorten zu sehen. Wir sahen ein breites Sortiment im alten und neuen Park: Park-, Beet-, Kletter- und Hochstammrosen. Wir hatten genug Zeit und Muße, die Gartenanlage mit Flußläufen, Bächen, Brücken und den Rosenbeeten ausgiebig zu erkunden. Für eine Pause standen Bänke zur Verfügung. Nach dem Kaffeetrinken auf dem Gelände ging es für uns dann wieder bei strahlendem Sonnenschein zurück Richtung Lübeck.
Bei guten Bedingen konnte die Getreide- und Rapsernte in dieser Woche bis auf Restflächen abgeschlossen werden. Die Bilanz der Rapsernte fällt überwiegend positiv aus. Trotz der Probleme durch Trockenheit im Frühjahr wurden auf guten Standorten überdurchschnittliche Erträge mit guten Ölgehalten geerntet. Auf leichteren Standorten hat die Wasserknappheit jedoch Ertrag gekostet. Bundesweit wird eine Rapsernte von 3,9 Mio. t erwartet, rund 7 % mehr als im Vorjahr.
Weniger Anlass zur Freude gibt allerdings die aktuelle Erlössituation sowohl für Raps als auch für Getreide. Gerade beim Raps hatte man sich vorab Hoffnungen auf eine Preiserholung gemacht, da die Ertragsschätzungen für Raps und Sonnenblumen in der Ukraine zuletzt reduziert worden sind. Australien, der andere große Rapslieferant der EU, machte sich zudem Hoffnungen auf Lieferungen Richtung China. In der vorigen Woche gerieten jedoch die Rapskurse an der Matif unter Druck und gaben bis auf 466 €/t nach. Auch die Erzeugerpreise verringerten sich bis auf 430 €/t. Grund ist der verschärfte Handelsstreit zwischen China und Kanada mit Zöllen von über 70 % auf kanadischen Raps. Der Rückgang der kanadischen Canolapreise brachte auch die Rapskurse an der Matif unter Druck.
Hohe Sojakurse helfen nicht
Die hierzulande schwachen Rapskurse scheinen auch nicht von den erhöhten US-Sojakursen zu profitieren. In der vorigen Woche gab es Meldungen über eine Einigung zwischen der USA und China im Zollkonflikt. Danach sollte sich China verpflichten, große Mengen an US-Soja zu importieren. Die Sojakurse in Chicago stiegen aufgrund dieser Meldung von 9,60 US-$/bu auf über 10 US-$/ bu. Auch wenn anschließend die angedrohten US-Strafzölle wieder um drei Monate verschoben wurden, konnten sich die US-Sojakurse zum Ende der Vorwoche noch behaupten. China hat seine Sojaimporte in diesem Jahr auf ein neues Rekordhoch gesteigert. Die größten Mengen kommen aktuell aus Brasilien, während die Importe aus den USA unter dem Zollkonflikt leiden. Gebremst wird die stabile Entwicklung der US-Sojakurse auch durch die guten Wachstumsbedingungen im Mittleren Westen der USA und in Kanada. Die malaysischen Palmöl-Preise gerieten zuletzt aufgrund der steigenden Produktion und großer Lagerbestände ebenfalls unter Druck. Dazu kommt eine aktuell schwache Nachfrage nach Pflanzenöl auf dem Weltmarkt.
Rohölmarkt und Dollarkurs
Wichtig für die Rapsnachfrage bleibt vor allem die Verwertung von Raps als Biodiesel. Hier hat der Rohölpreis einen großen Einfluss. Ende Juli ist die Ölnotierung in New York auf über 70 US-$/bbl gestiegen, da US-Sanktionen gegen Ölexporte aus Russland angedroht wurden. Zum Wochenbeginn fielen die Kurse jedoch wieder bis auf 62 US-$/bbl, da das globale Rohölangebot sehr umfangreich bleibt. Auch der zuletzt recht hohe Eurokurs sorgt für Druck auf den Rapsmarkt. Trotz der großen EU-Rapsernte von zirka 18,5 Mio. t (plus 1,9 Mio. t zum Vorjahr) bleibt Europa von Importen abhängig. Die geschätzte Verarbeitungsmenge von knapp 25 Mio. t kann aus eigener Erzeugung nicht gedeckt werden. Gerade dieser hohe Bedarf könnte jedoch die hiesigen Rapskurse wieder stabilisieren. Sowohl die Ukraine als auch Australien und Kanada rechnen mit reduzierten Rapsernten. Damit muss sich zeigen, wie die hiesigen Biodieselproduzenten die notwendigen Mengen beschaffen wollen.
Wie im vergangenen Jahr besteht auch im Jahr 2025/2026 im Bereich Grünland und Feldfutterbau sowie zu bestimmten Kulturen im Ackerbau die Möglichkeit, eine Sperrfristverschiebung beim Landesamt zu beantragen.
Der Antrag muss bis zum 10. September gestellt werden. Die Sperrfristverschiebung kann nur für die im Antrag ausgewiesenen Kulturen beantragt werden. Hier sind die Unterschiede für Flächen innerhalb und außerhalb der N-Kulisse zu beachten. Sofern eine Sperrfristverschiebung beim LLnL beantragt und bewilligt wurde, sind sowohl die geänderten Sperrzeiten als auch die benannten Kulturen und Grundvoraussetzungen gemäß dem Antrag zu beachten. Das Antragsformular ist online verfügbar unter: https://t1p.de/zxk8a
In Nordfriesland, nicht weit von Husum entfernt, befindet sich kurz vor Hattstedt eine Ausstellungstätte, die bisher im deutschen Kontext kaum vorgestellt worden ist. „Mikkelberg – Zentrum für nordische Kunst und Cricket“ ist eng verknüpft mit dem Leben der dänischen Minderheit im Landesteil Schleswig.
Mikkelberg ist sozusagen eine kleine Enklave, wo die Architektur, die Einrichtung und der Umgangston dänisch geprägt sind; die Vermittlung findet gleichwohl auf Dänisch und Deutsch statt.
Foto von Henry und Anne Kjestine Buhl – zu sehen auf einer Plakattafel im Außenbereich der Mühle Foto: Imme Feldmann
1967 kauften Henry Buhl und seine Frau Anne Kjestine („Dinne“) die Ruine der Hattstedter Mühle Fortuna samt dazugehörigem Grundbesitz. Henry Buhl (1924-2016) stammte aus Kolding und war gelernter Möbelpolsterer. Außerdem begeisterte er sich für Sport, vor allem Handball und Fußball. Nach Schulungen an der Sportschule Vejle wurde er 1958 als Jugendbetreuer des dänischen Jugendverbands für Husum und Eiderstedt angestellt. Dank seines offenen Wesens wurde Buhl schnell zu einem wichtigen Protagonisten in der Jugendarbeit der dänischen Minderheit. Er lernte seine Frau Anne Kjestine (1920-1992) in Husum kennen; aus einer dänisch gesinnten Flensburger Familie stammend, baute sie als Bibliothekarin die dänische Bibliothek in Husum auf.
Das Ehepaar, seit 1964 verheiratet, interessierte sich für Kunst und plante, in der 1967 erworbenen Mühle Kunstausstellungen zu veranstalten. Das gegenüberliegende Wohnhaus des Müllers wurde ebenfalls renoviert, dort wohnten Henry und Dinne Buhl. Sie benannten die Stätte nach einer alten Flurbezeichnung „Mikkelberg“; das Mühlengelände befindet sich auf einer Anhöhe.
1970 konnte bereits die erste Kunstausstellung gezeigt werden. Es gelang Henry und Dinne Buhl, Kontakte zu namhaften dänischen Künstlern zu knüpfen, so beispielsweise zu Wilhelm Freddie und Robert Jacobsen. Sven Havsteen-Mikkelsen und Sven Dalsgaard wurden zu engen Freunden. 1988 konnte die Ausstellungsfläche um drei große repräsentative Ausstellungsräume erweitert werden, entworfen vom namhaften Architekten Alan Havsteen-Mikkelsen.
Auf dem Landstück hinter dem Mühlengelände entstand eine beeindruckende Cricket-Anlage. Dieser aus England bekannte Sport wird auch in Dänemark gepflegt, in Deutschland hingegen nicht: Buhl fand diesbezüglich ein Alleinstellungsmerkmal und konnte die von ihm geschulten Sportler in seiner Crew behalten. Der begeisterte Sportler gründete 1967 den Husum Cricket Club (HCC), der seit 1987 Mitglied des dänischen Sportverbands DGI ist. Einzelne Spieler aus Husum haben bereits in der dänischen Nationalmannschaft gespielt. Auf dem Mikkelberger Cricketplatz werden heute dänische Heimspiele und internationale Turniere ausgetragen.
Blick in die Ausstellung „Mytesteder – Mythische Orte“, im Vordergrund eine Skulptur von Steen Folmer Jensen Foto: Imme Feldmann
Nach Henry Buhls Tod musste Mikkelberg neu aufgestellt werden. Heute wird die Stätte von einem engagierten Kreis innerhalb der dänischen Minderheit betrieben, als Leiterin wurde Lisbeth Bredholt Christensen angestellt. Der in Sønderborg beheimatete Traugott Moeller Fonds unterstützt die Ausstellungsstätte finanziell. Im ehemaligen Wohnhaus des Ehepaars Buhl wurde ein Versammlungsraum eingerichtet; im naturnahen Außenbereich vor dem Haus lässt sich, nach dänischem Brauch, ein Picknick einnehmen, Sitzgelegenheiten sind aufgestellt worden.
Derzeit läuft auf Mikkelberg die Ausstellung „Mytesteder – Mythische Orte“, der namhaften dänischen Fotografin Kirsten Klein wird zum 80. Geburtstag eine größere Retrospektive ausgerichtet. Zusätzlich werden Skulpturen ihres Mannes Steen Folmer Jensen gezeigt. Kirsten Klein, aufgewachsen in der Nähe des Limfjords, ist ausgebildete Porträt- und Museumsfotografin. Bekannt wurde sie beispielsweise durch ihre beeindruckenden Fotos aus Irland, von denen einige auch in der Mikkelberger Ausstellung zu sehen sind.
Die dänische Fotografin Kirsten Klein fotografierte die Starenschwärme über der Tønder-Marsch. Foto: Imme Feldmann
In Irland wurde die Fotografin „von einem starken Gefühl der Zugehörigkeit ergriffen“ (Zitat Mikael Wivel, Katalogtext). Dort fotografierte sie auch Menschen, während ansonsten die Natur in ihren oft elegischen Schwarz-Weiß-Fotografien die Hauptrolle spielt. Wellen am Strand, eine einsame kleine Figur an einem endlosen Strand, Wolkenformationen, die Starenschwärme über der Tønder-Marsch, Ackerfurchen, prähistorische Stätten – Kirsten Klein wandert oft tagelang, um der Natur besonders intensive Stimmungen abzulauschen. Sie befindet sich damit, wie ihr der Kunsthistoriker Mikael Wivel attestiert, in der Tradition der „Naturromantik“, die in Deutschland von Malern wie Caspar David Friedrich, in Dänemark von Thomas Lundbye oder Dankvart Dreyer vertreten wurde. Ihr Mann Steen Folmer Jensen, eigentlich Architekt, begleitet sie häufig und sammelt dann Fundstücke – Steine, Holz, Knochen, rostige Reststücke landwirtschaftlicher Geräte –, die er zu Skulpturen zusammenstellt. Die Ausstellung wurde vorher in der Kunsthalle Holmen (Løgumkloster) und im Vendsyssel Kunstmuseum gezeigt, mit diesen Institutionen kooperierte Mikkelberg in diesem Fall. Die Ausstellungsstätte bietet also die Gelegenheit, dänische Kunst „vor der Haustür“ zu betrachten.
Auf der Nordseeinsel Pellworm haben sich Anfang August 16 motivierte Teams bei der zweiten Fahrradrallye der Landjugend trotz des durchwachsenden Sommerwetters kniffligen Fragen und lustigen Spielen gestellt. Die Mischung der Teilnehmer hätte dabei nicht bunter ausfallen können: Von Pellwormer Schulkindern mit Freunden, Gästefamilien, befreundeten Landjugendgruppen aus ganz Schleswig-Holstein bis zum Sportverein und natürlich fahrradbegeisterten und rätselfreudigen Teilnehmern war jeder mit dabei.
Die zirka 14 km lange Strecke führte die Teams quer über die Insel. Entlang am alten Hafen, weiter Richtung Biogasanlage zum Landjugendraum und über das Waldhusentief in Richtung Nordermühle. Weiter ging es am Deich Richtung Bupheverkoogt, wo auch die Rallye zu Ende ging: auf dem Fetenplatz. Auf der Strecke warteten acht lustige Spielstationen auf die Radfahre
Miteinander und Können nötig
Nach dem klassischen Fahrradringstechen am alten Hafen ging es weiter zur Biogasanlage, wo die Teilnehmer ihr Können beim Schubkarrenparcours unter Beweis gestellt haben. Teamwork wurde bei dem Spiel großgeschrieben, denn die schiebende Person musste den Parcours mit verbundenen Augen abfahren und sich auf die Anweisungen des Lotsen verlassen. Auch beim nächsten Spiel ging es sportlich zu: Kleiderbügel sollten auf eine Stange geworfen werden. Beim Landjugendraum ging es für die Rallyeteilnehmer in die Schwimmklamotten. In 4 min sollte möglichst viel Wasser mit Schwämmen transportiert werden. Die Schwimmflossen, Schwimmflügel und Schwimmbrillen wurden dabei immer von einer Person zur nächsten gegeben. Mit viel Gelächter haben die meisten Teams die Aufgabe gut und relativ trocken gemeistert.
Entlang der rund 14 km langen Strecke warteten acht Spielstationen auf die 16 teilnehmenden Teams. Im Bild die „Küsten Cruiser“ Foto: Landjugend PellwormMit verbundenen Augen ging es – geleitet nur von mündlichen Anweisungen – mit der Schubkarre durch einen kniffligen Parcours. Foto: Landjugend PellwormWährend der Rallye war stets ein aufmerksamer Blick in die Landschaft nötig, um einen Fragebogen zur Insel beantworten zu können. Foto: Landjugend Pellworm
An den nächsten Stationen waren Geschicklichkeit und eine ruhige Hand gefragt. Bei der Nordermühle sollten die Teilnehmer sich Bierdeckel zuschnipsen. Am Deich entlang ging es für die Teilnehmer weiter zur nächsten Station. Bei dem Spiel sorgte der Wind für eine erhöhte Schwierigkeit. Becher sollten mithilfe von Luftballons am anderen Ende des Tisches transportiert werden. Durch den Koog ging es zum letzten Spiel: Torwandschießen. Neben den Spielen haben die Teilnehmer aufmerksam die Landschaft und Umgebung auf der Strecke beobachtet, um die Fragen auf den Fragebögen zu beantworten. Welche Rolle spielt zum Beispiel das Waldhusentief für die Insel und wie viel CO2 spart die Pellwormer Inselmühle jährlich ein? Bevor der Fragebogen abgegeben wurde, wurden noch die letzten Fragen im Team besprochen. Der Teamspirit wurde durch das Einstudieren eines Schlachtrufes mit Choreografie gestärkt. Wir waren begeistert von den kreativen Ausführungen der Aufgabe!
Ausgelassene Feierbis zum Morgen
Die Siegerehrung fand am Abend auf der Koppelfete im Bupheverkoog statt. Das Team „Schwein gehabt“ von der Landjugend Krummwisch konnte sich am Ende gegen die anderen Rallyeteams durchsetzen. Der zweite Platz ging ebenfalls nach Krummwisch. Die „Küsten Cruiser“ wurden für die hübschesten Fahrräder und besten Kostüme ausgezeichnet, somit blieb dieser Preis auf der Insel. Bis in die frühen Morgenstunden wurde trotz des Regens auf der Koppel ausgelassen gefeiert, gelacht und natürlich auch getanzt.
Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es vom 6. bis 8. August 2026 wieder heißt „Auf geht`s, ab geht`s – drei Tage wach: Scheunenfete Pellworm!“
Erntezeit ist leider auch Unfallzeit. Denn während der immer kleineren Erntefenster sind umso mehr landwirtschaftliche Maschinen auf den Straßen unterwegs. Hinzu kommt, dass die Getreideernte in die Ferienzeit fällt und viele Menschen ohnehin zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Motorrad im ländlichen Raum unterwegs sind – oft auf ihnen unbekanntem Terrain.
Besonders wichtig sind vor diesem Hintergrund Kampagnen, um sowohl Maschinenführer als auch andere Verkehrsteilnehmer auf die potenziellen Gefahren hinzuweisen und für gegenseitige Rücksichtnahme zu werben. So führen unter anderem der Bauernverband und der Lohnunternehmerverband in Schleswig-Holstein regelmäßig Aktionen zur Sicherheit im Ernteverkehr durch. Gut so!
Klar ist: Landwirtschaft arbeitet nicht nach festgelegten Bürozeiten. Gerade in der Erntezeit und bei Wetterumschwüngen kann sich der Feierabend der Landwirte bis in die Nacht verschieben. Die Gesetzeslage ermöglicht entsprechende Ausnahmen. Der Druck in der abgeschlossenen Getreideernte war in diesem Jahr jedoch wegen der feuchten Witterung von Anfang Juli bis Anfang August besonders hoch.
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), sprach auf der Erntepressekonferenz des Verbandes von einem enormen psychischen Druck auf den Betrieben. Auch er betonte gegenüber den Journalisten die große Bedeutung der gegenseitigen Rücksichtnahme und Wertschätzung im Ernteverkehr.
Immerhin: Der Abschluss der Ernte war von einer längeren Trockenphase begleitet, sodass immerhin eine „durchschnittliche Erntemenge“ eingefahren wurde. Insbesondere an den Winterungen zeigte sich einmal mehr, dass die Betriebe in Schleswig-Holstein aufgrund der günstigen natürlichen Rahmenbedingungen und der gut ausgebildeten Landwirte im Bundesvergleich die höchsten Erträge eingefahren haben, wobei sich auch hier im Norden nach Einschätzung des Bauernverbandes Schleswig-Holstein jeder Bodenpunkt bemerkbar macht. Die Qualitäten sind je nach Sorte und lokalen Ernteunterbrechungen sehr heterogen ausgefallen. Ebenso war die Strohbergung vielerorts aufgrund des Regens problematisch.
Die größten Sorgen bereitet jedoch die derzeitige Marktlage. Ackerbauern sprechen bei Brotweizenpreisen von rund 180 €/t übereinstimmend davon, nicht kostendeckend wirtschaften zu können. Das niedrige Preisniveau ist zum Teil der Krisenlage in Europa geschuldet. Daher ist auch die Politik in der Verantwortung, Maßnahmen zu ergreifen, um zumindest an der Produktionskostenseite zu entlasten. Denn Herausforderungen im Ernteverkehr sind allemal besser als gar kein Ernteverkehr.
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) warnt davor, dass wegen des Zubaus von Freiflächensolaranlagen zunehmend Agrarland verloren geht. „Um die Ernten langfristig zu sichern, müssen die Ackerflächen den Landwirten dauerhaft zur Verfügung stehen“, sagte DRV-Energiereferent Guido Seedler in Berlin. Den Ausbau der Photovoltaik (PV) betrachte man vor diesem Hintergrund mit „großer Sorge“.
Seedler verwies auf der Erntepressekonferenz seines Verbandes auf eine Studie des Thünen-Instituts, wonach bis zum Jahr 2030 zwischen 400.000 und 500.000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche mit Freiflächensolaranlagen bebaut werden könnten. Diese Prognose findet er vor allem deshalb problematisch, weil die heute installierte Nennleistung an Erneuerbaren Energieanlagen den deutschen Strombedarf bereits dreimal decken könnte. In Phasen mit viel Wind und Sonne komme es daher regelmäßig zu negativen Strompreisen, die die Rentabilität der Anlagen und damit auch den weiteren Zubau infrage stellten, gab Seedler zu bedenken. Der DRV plädiert deshalb dafür, vor allem den Netzausbau zu fokussieren und Speichertechnologien hochzufahren, anstatt weiter PV-Freiflächenanlagen zu errichten.
Derweil wurde die Ausschreibung für PV-Freiflächenanlagen zum Gebotstermin am 1. Juli erneut überzeichnet. Das teilte die Bundesnetzagentur (BNetzA) mit. „Seit über einem Jahr sind die Zuschlagswerte auf ähnlichem Niveau. Anhaltender Wettbewerb schafft auch verlässliche Rahmenbedingungen für die Bieter im Ausschreibungsverfahren“, kommentierte BNetzA-Präsident Klaus Müller.
Laut der Behörde wurden zuletzt 2.266 MW ausgeschrieben. Von den 313 eingereichten Geboten konnten 258 Gebote mit einem Umfang von 2.271 MW bezuschlagt werden. Das mit Abstand größte Volumen entfiel wie in den vorherigen Runden auf Bayern.
Um die Nachfrage und das Angebot von Strom besser aufeinander abzustimmen und dabei auch die Stunden mit negativen Strompreisen zu verringern, setzt die BNetzA eigenen Angaben zufolge vor allem auf den Ausbau des Stromnetzes, die Flexibilisierung der Stromabnahme und auch den netzdienlichen Ausbau von Speichern.