Die Lage auf den europäischen Schlachtschweinemärkten hat sich zuletzt nicht verändert. In Mittel- und Nordeuropa gleichen sich Angebot- und Nachfrage auf niedrigem Niveau aus. Die Preise treten auf der Stelle. In Spanien und Frankreich setzt sich unterdessen die Abwärtsbewegung der Schlachtschweinepreise fort, in Italien deren Bergfahrt.
Hierzulande legte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis vergangene Woche Mittwoch in der fünften Woche in Folge bei 1,95 €/kg Schlachtgewicht (SG) fest. Laut der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) stehen die angelieferten geringen Stückzahlen ausgeglichen der aktuell verhaltenen Nachfrage gegenüber. Kurzfristig werde noch keine Änderung dieser Situation erwartet.
Mit dem baldigen Ferienende in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen könnten sich aber leicht belebende Effekte ergeben. Zudem näherten sich die Betriebsferien in etlichen Schlachtunternehmen dem Ende. Entsprechend müssten dort die leeren Lager zum Start in die Produktion aufgefüllt werden. Auch der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) legte seine Notierung abermals bei 1,92 €/kg SG fest. Angebot und Nachfrage lägen weiterhin auf demselben Niveau. Und trotz der bevorstehenden Feiertagswoche, in der in Österreich am Freitag Mariä Himmelfahrt begangen wird, sei das Angebot zuletzt vollständig disponiert worden.
Die belgische Danis-Gruppe zahlt in der 32. Kalenderwoche 1,340 €/kg Lebendgewicht (LG) und damit ebenso viel wie in der Vorwoche. Danish Crown (DC) fixierte den Preis für die 33. Kalenderwoche weiter bei umgerechnet 1,80 €/ kg SG. Der Markt für die meisten Frischwaren sei stabil, erläuterte DC. Aber die Exporte in Drittstaaten brächten aufgrund sinkender Wechselkurse nicht mehr so viel ein wie zu Beginn des Jahres.
Am Marché du Porc Français nahm die Talfahrt des Schlachtschweinepreises unterdessen Geschwindigkeit auf. Er wurde am vergangenen Donnerstag bei 1,831 €/kg SG und damit 3,7 ct niedriger festgelegt als eine Woche zuvor, als er um 2,4 ct gesunken war. In Spanien gaben die Notierungen zum dritten Mal hintereinander nach. So werden zum Beispiel an der Agrarbörse von Bellpuig zwischen Barcelona und Saragossa in dieser Woche 1,758 €/kg LG ausgezahlt; das sind 2 ct weniger als in der Vorwoche. In Italien gingen die Schlachtschweinepreise derweil erneut nach oben. Für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 kg einigte man sich am Donnerstag auf 1,877 €/kg LG, nach 1,839 €/kg LG in der Vorwoche. Vertragsschweine derselben Kategorie verteuerten sich ebenfalls um 3,8 ct auf nun 2,013 €/kg LG.
Auf europäischer Ebene gab der Durchschnittspreis nochmals geringfügig nach. In der Woche zum 3. August wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 202,24 €/100 kg SG gehandelt; das waren 0,4 % weniger als in der Woche zuvor. Das Vorjahresniveau wurde um 5,1 % verfehlt. Der mit 2,4 % größte Preisabschlag wurde aus Dänemark gemeldet, gefolgt von Spanien mit 1 %. In Belgien verringerte sich der Preis um 0,7 %, in Österreich um 0,6 % und in Deutschland um 0,2 %, während er zum Beispiel in Ungarn konstant blieb. Im Nachbarland Slowakei wurde der mit 3,5 % größte Preisaufschlag verzeichnet. age
Sojabohnen –
Futureskurs rutscht unter zehn Dollar
Die Sojabohnenkurse an der Leitbörse in Chicago (CBoT) haben in den vergangenen sieben Wochen deutlich nachgegeben. Der meistgehandelte Bohnenfuture mit Fälligkeit im November 2025 rutschte Ende Juli unter die 10-$-Marke und wurde vergangene Woche Donnerstag für nur noch 312 €/t gehandelt; das waren 8 % weniger als das Zwischenhoch vom 20. Juni. Damit bewegt sich der Kurs nun an der unteren Begrenzungslinie des mittelfristigen Abwärtstrends.
Für „bärische“ Stimmung an der Terminbörse für Sojabohnen sorgten zuletzt optimistische Prognosen für die brasilianische Ernte. So bezifferte Analysten des Finanzdienstleisters StoneX das betreffende Aufkommen in der Vermarktungssaison 2025/26 auf einen Rekord von voraussichtlich 178,2 Mio. t; mit dieser Menge würde das Vorjahresergebnis um 5,6 % übertroffen. Als Begründung werden Ertragszuwächse und die Ausweitung der Anbaufläche um 2 % angeführt. Etwas vorsichtiger als StoneX zeigte sich das brasilianische Analystenhaus Celeres mit einer Erntevoraussage von 177,2 Mio. t, was im Vorjahresvergleich aber immer noch einem Zuwachs um 2 % entsprechen würde. Zudem taxierten die Fachleute Brasiliens Bohnenexporte für 2025/26 auf 110 Mio. t, nach lediglich 106 Mio. t im Vorjahr. Brasilien ist der weltweit größte Sojaproduzent und -exporteur.
Beide Ernteprognosen für das südamerikanische Land liegen über den vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) zuletzt erwarteten Mengen. Die Washingtoner Fachleute hatten das brasilianische Sojaaufkommen zuletzt bei lediglich 175 Mio. t gesehen. Allerdings wurden die brasilianischen Bohnenexporte 2025/26 sogar auf 112 Mio. t taxiert.
Die jüngsten Wettervorhersagen für wichtige Sojaanbaugebiete in den USA fielen zuletzt günstig aus. Das USDA stufte den Zustand der Sojakulturen im eigenen Land auf 69 % der Flächen als „gut“ bis „hervorragend“ ein. Diese Bonitierung liegt in etwa auf dem Niveau der Vorwoche und des Vorjahres. Die USA sind nach Brasilien der weltweit zweitgrößte Bohnenerzeuger und Exporteur. Für Unsicherheit am Sojamarkt sorgten zuletzt allerdings erneute Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber China, dem wichtigsten Exportkunden. age




