Im Arbeitskreis Agrarpolitik und Weinbau und beim anschließenden parlamentarischen Abend des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) mischten auch zwei Schleswig-Holsteiner mit. Malte Blöcker und John Gosch vom Agrarausschuss der Landjugend machten sich mit dem Zug auf den Weg nach Berlin.
Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause trafen sich am parlamentarischen Abend Bundestagsabgeordnete und politisch Verantwortliche, Landjugendliche und Gäste befreundeter Verbände, um sich auf Augenhöhe über „Mehr Politik fürs Land“ auszutauschen.
Zunächst aber trafen sich die Landjugendlichen im Arbeitskreis Agrar. Dort schilderten die Vertreter der Landesverbände kurz die Lage in den Verbänden und berichteten über vergangene und geplante Aktionen. Außerdem wurde Themen angesprochen, mit denen sich die jeweiligen Agrarausschüsse gerade beschäftigen und die den jungen Landwirten und Winzern am Herzen liegen. Dazu gehören unter anderem sinkende Grundwasserspiegel, vermehrte Dürren in den südlicheren Bundesländern, die seit Anfang 2022 geltende GAP samt bereits geplanter Novellierung, Moorvernässung und vor allem die von der EU geplante Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes um 50 % und dessen Verbot in sensiblen Gebieten. Letzteres hat gerade bei den Winzern für Aufruhr gesorgt, da es für sie auf vielen Flächen nicht mehr möglich wäre, bestehende Weinstöcke zu bewirtschaften.
Auf Bundesebene positioniert sich der BDL klar gegen die geplante Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes, da die Pläne noch sehr lückenhaft und nicht bis zum Ende gedacht seien, wie in Berlin betont wurde. So sei zum Beispiel noch nicht definiert, ob nur der Wirkstoff oder die bestehenden Mittel reduziert werden sollen. Gegen eine Reduktion des Einsatzes spreche für den BDL nichts, er lehne aber eine Verbotspolitik ab, hieß es in Berlin.
Die Landjugend besetzt auf Bundesebene auch Plätze in der Borchert-Kommission und in der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL). Jedoch gebe es dort derzeit keine neuen Entwicklungen und die Gespräche seien ins Stocken geraten.
Der Arbeitskreis überarbeitete und ergänzte zudem das beim vorigen Treffen erarbeitete Positionspapier zur Grünen Gentechnik. Die endgültige Fassung wird vor der Abstimmung auf der Bundesmitgliederversammlung im Herbst vorgestellt.
Den parlamentarischen Abend eröffnete die Staatssekretärin des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Claudia Müller (Grüne), mit einem Grußwort, in dem sie die Rolle der Landwirtschaft und der Landjugend für das Leben im ländlichen Raum hervorhob. Anschließend fanden sich die anwesenden Gäste aus der Politik und die Landjugendlichen in selbst eingeteilten Gesprächsrunden zusammen. In angeregten Diskussionen ging es unter anderem um neue Züchtungstechniken, den Umbau der Tierhaltung, Beteiligung der Jugend an Ehrenamt und Politik sowie die Mobilität im ländlichen Raum, besonders in Verbindung mit dem 49-€-Ticket. Beim anschließenden gemeinsamen Essen wurden diese und weitere Themen in persönlichen Gesprächen vertieft.
Aus Sicht der Landjugend bestehe nun die Hoffnung, dass die Politiker die gesetzten Impulse aus den Gesprächen in die Ministerien und Ausschüsse tragen würden, so das Fazit des Abends.



